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Montag, 3. Juli 2017

Buchweizen-Omeletten - Ein Familienrezept für Klein und Gross

Heute freue ich mich euch einen Gastbeitrag von Moana. Sie schreibt auf ihrem Blog www.missbroccoli.com über gesundes Essen, vegetarische Ernährung und sie veröffentlicht viele kleinkindergerechte FamilienRezepte aus ihrem Alltag mit kleinem Kind.

Es bietet sich daher an, dass sie uns heute ein leckeres Rezept vorstellt, welches einfach zuzubereiten ist und viele Variationen ermöglicht:



Ein optimales Rezept für kleine Kinder ist die Omelette oder Pfannkuchen. Mein Sohn (22 Monate) liebt Omeletten jeglicher Art. Diese kann man ja auch mit zig verschiedenen Belägen füllen, ob süss oder salzig. Und er kann sie mit den Fingern essen (Fingerfood ist in diesem Alter ja immer noch schwer angesagt) aber auch üben, mit der Gabel hineinzustechen.
Buchweizenmehl ist ein gesundes Mehl, welches sich insbesondere in der vegetarischen Ernährung bewährt, deshalb ziehe ich es dem Weizenmehl vor. Es ist reich an Vitamine A, B, E und Folsäure.

Essen mit Spass und viel Geschmack

Es gibt nichts Schöneres als ein kleines Kind, das Freude hat zu essen. Damit ein Essanfänger im zweiten Lebensjahr gut isst, gibt es einige wenige Punkte zu beachten (und falls nicht, Geduld nicht verlieren und diese Tipps lesen):


● Das Menu sollte kindgerecht sein, das heisst abgestimmt darauf, ob das Kind mit Löffel oder bereits mit Gabel isst oder von Hand. Gerade mit der Hand essen ist in diesem Alter sehr wichtig, um die Lebensmittel kennenzulernen.

● Die Vorlieben des Kindes sollten bekannt sein (isst es auch rohes, härteres Gemüse, mag es Käse, mag es Spinat, Erbsen etc.).

● Das Essen sollte mehr sein als nur essen, sondern das Beisammensein der Familie fördern. Dabei lernt das Kind viel, schaut von den Eltern als Vorbilder ab oder lernt immer besser, mit Besteck zu essen.

● Das Kind sollte auch sagen dürfen, wenn es etwas nicht mag oder genug hat. Viel verschiedenes ausprobieren stärkt den Geschmackssinn.

● Ein Tipp für Gemüseverweigerer: man kann Spinat, Erbsen oder Karotten bereits in den Teig mischen und so einige zusätzliche Vitamine hinzufügen.


Das Rezept für Buchweizen-Omeletten mit Süsskartoffeln und Avocado:

Zutaten für 6 Omeletten:

200 g Buchweizenmehl
ca. 3 dl Milch, Hafermilch, Mandelmilch (darauf achten, dass es ein cremiger, nicht zu flüssiger oder dicker Teig ist!)
eine Prise Salz
ein Ei oder alternativ 1 EL Quark
1 kleine Süsskartoffel
1/2 Avocado
Weitere Toppings nach Belieben (siehe unten)
etwas Salz und Zitronensaft
Bouillon
Rapsöl

Zubereitung:

Die Süsskartoffel schälen, in kleine Stücke schneiden, ca. 10 Minuten in Bouillon weichkochen. Die Avocado schälen, mit der Gabel zerdrücken, wenig Salz und Zitronensaft dazu.

Für den Teig das Mehl mit der Flüssigkeit mischen, das Ei oder den Quark und eine Prise Salz dazu geben und alles zu einem cremigen Teig vermischen. Kurz stehen lassen.

In einer Bratpfanne Rapsöl heiss werden lassen, die Omeletten goldbraun braten.

Die Süsskartoffeln zerstampfen oder in Stücken auf der Omelette verteilen, die Avocadomasse darüber- oder darunter verteilen – je nach Farbe, die man besser findet. Einrollen und für kleine Kinder in Stücke schneiden. 


Weitere mögliche Toppings:

Vanille-Quark mit einem Schuss Zitrone (für die Süssen)

Konfitüre oder Beerenmus (für die Fruchtigen)

Käsescheiben oder Streichkäse (für Käsetiger)

gekochtes Gemüse oder Gemüsesauce (für Gemüseliebhaber)

Bananenscheiben oder Apfelschnitze (roh oder kurz gedünstet)

Hummus (für Experimentierfreudige)



Vielen Dank Moana für deine leckere Rezeptidee! Moana schreibt nicht nur über Ernährungen und Rezeptideen, sondern immer mal wieder auchüber ihren Mama-Alltag, der kunterbunt zwischen Arbeit, Haus & Garten und Küche stattfindet. Schaut doch einfach mal bei ihr vorbei. Alle Bilder stammen von ihr und unterliegen ihrem Copyright.

Mittwoch, 22. März 2017

Von Gemüseresten, die wieder wachsen und weiteren Experimenten mit Pflanzen

Nachdem ich in meinem Instagram-Verlauf so viele tolle Profile verfolge, in denen schon seit geraumer Weile fleissig mit den Vorbereitungen zur diesjährigen Pflanz- und Gartensaison begonnen wurde, packte mich nun auch der Wunsch nach dem Gärtnern. Ich weiß, dass mein grüner Daumen nicht gerade sehr ausgeprägt ist, aber wir wollen es probieren und ich habe hier natürlich noch meine zwei kleinen Gärtner, die mich sicherlich wundervoll unterstützen.

Wir entscheiden uns für die Hochbeet-Variante und ich began mich im Internet darüber zu informieren, was man den darin alles setzen kann. Dabei stieß ich auf etwas ganz Interessantes! Gemüsereste, die wieder wachsen! Da ich an diesem Abend gerade erst Karotten für das Abendessen geschält hatte, holte ich die Karottenstumpen direkt wieder aus dem Abfall und legte sie ins Wasser. Das wiederholte ich ebenso mit Chinakohl und Sellerie. Und siehe da, nach nur wenigen Tagen beginnen nun alle 3 Gemüsearten wieder zu wachsen und können dann auch bald in die Erde umgesetzt werden.


Ich finde das ganz faszinierend und der Sohn natürlich auch. Wir haben alles auf dem Esstisch stehen und können so alle wunderbar das Wachstum mehrmals täglich zu den Mahlzeiten bestaunen und uns darüber unterhalten. Auch Kressesamen haben wie ausgesäat und mehrmals täglich besprüht der Sohn diese mit Wasser (unsere Sprühflasche stammt aus dem Baumarkt oder einfach online kaufen). All das geht so wunderbar schnell, dass es für Kinder einfach spannend bleibt und sie dadurch das Interesse auch nicht verlieren.


Neben diesen kleinen Ideen habe ich auf Pinterest noch nach weiteren tollen Experimente rund um Gemüse und Pflanzen im Allgemeinen gesucht und euch auch eine Pinnwand auf meinem Pinterest-Profil erstellt. Dort findet ihr noch weiteres Gemüse, welches aus seinen Stumpen wieder neu wächst. Auch findet ihr dort ganz tolle Experimente zum den Themen:

- warum brauchen Pflanzen Licht?
- warum wachsen Pflanzen immer zum Licht?
- wie nehmen Pflanzen Wasser auf? Farbexperimente!
- Wie wichtig ist ein pflanzenreicher Boden für sauberes Wasser?
- brauchen Pflanzen Erde?
- Bohnenwachstum in CD-Hüllen verfolgen
- ... (ich werde die Pinnwand, wenn immer ich passende Ideen finde natürlich weiter ergänzen)

Mit diesen vielen anschaulichen, kleinen und schnell umgesetzten Experimenten kann man seinen Kindern viele Abläufe unserer Natur wundervoll erklären. Und wir selbst lernen auch noch etwas dabei! Ich wäre jedenfalls nie auf die Idee gekommen, dass aus Karottenstumpen wieder Karotten wachsen können! Hättet ihr es gewusst?


*Beitrag enthält einen Affiliat-Link

Dienstag, 19. Juli 2016

Beikosteinführung: Brei oder BLW


Die Tochter probiert sich nun schon seit geraumer Zeit durch alle Lebensmittel, die wir ihr bisher angeboten haben. Es gibt nichts, was sie nicht probiert und das ist einer der Aspekte, den ich auch damals bei der Beikosteinführung des Sohnes so toll fand. Den Kindern bei der Entdeckung der vielen neuen Geschmacksrichtungen, Konsistenzen und Lebensmittel zu beobachten und ihre Begeisterung für diese neue Welt zu erleben.
Wie ich schon in einem vorherigen Blogartikel schrieb, hat uns die Tochter genau gezeigt was sie möchte bzw. nicht möchte. Brei wurde ausgespuckt und nach dem Essen von Mama und Papa wurde mit den Armen gerudert und genörgelt, bis sie etwas davon bekam. Also starteten wir bei der Tochter direkt mit Fingerfood durch und nicht wie beim Sohn mit Brei.

Nach und nach stellte ich aber auch fest, sie war nicht generell Löffelkost abgeneigt. Wenn ich eine Suppe, Eintopf oder Milchbrei aß, zappelte sie ebenfalls ganz angetan in ihrem Sitz hin und her und wollte dies probieren und schlürfte begierig alles vom Löffel und alles blieb auch im Mund. Nicht wie beim extra für sie gemachten Brei, den sie wieder herausdrückte.
Ich stellte für mich fest, ich kannte aus der Beikostzeit mit dem Sohn, einige Babys, welches genau dieses Verhalten zeigten und bei denen es immer und immer wieder mit Brei versuchte wurde. Eine Quälerei für die Kinder, die den Brei nicht wollten und auch für die Eltern, die sicherlich ganz frustriert waren.

Diesen Frust sparten wir uns, denn was soll ich Brei in mein Kind zwingen, wenn es eben lieber direkt das möchte, was auch wir wollen? Ich muss schlußendlich nur darauf achten, dass ich das Salz weglasse und am Tisch für uns nachwürze. Wenig Salz ist auch möglich, das Nudelwasser kann gesalzen werden. Wenn die Tochter die Wurst vom Bruder probieren will oder den Käse von mir, ist das auch ok.


Frust kam trotzdem bei uns auf. Zum Einen sind die Anfangszeiten von BLW eine echt Sauerei. Anders kann man es kaum formulieren. Die Kleinen können zunächst ihre Händchen nicht beim Essen öffnen, so dass das Fingerfood in handliche Streifen geschnitten werden muss, welches oben und unten aus den Händchen herausschauen. Alles was in der Hand verschwindet, kann nicht gegessen werden und landet irgendwann auf dem Boden. Zu weiches Essen, meist Obst, zermatscht irgendwann und wird in den Tisch oder auch gerne auf sich selbst verteilt und verschmiert. 
Und dann kommt auch noch der Frust des Kindes selbst hinzu. In vielen Büchern steht so schön geschrieben, "das Kind isst zunächst nicht wirklich etwas, es ist vielmehr Spielerei und Erfahrungen sammeln, bevor nennenswerte Mengen im Bauch landen und das Kind merkt, es könnte davon satt werden".
Der Satz an sich stimmt schon, allerdings hat unsere Tochter sehr schnell herausbekommen, wie man auch ohne Zähne etwas abbekommt und das wurde auch geschluckt. Sie realisierte schnell, wenn ich Essen vor mir habe, will ich das auch essen und nicht nur damit spielen und Erfahrungen sammeln... und damit kam auch der Frust. Wie doof das doch ist, wenn man die Hände noch nicht so koordinieren kann, wie man möchte und das in der Hand verschlossene Essen weg ist und wenn man die Hand aufmacht einfach herausfällt und nicht im Mund landet.
Von einem entspannten Essen, wie es in den Büchern steht, weil das Kind schließlich mitessen kann und man nicht nebenher Brei füttern muss, davon kann hier nicht die Rede sein. Entweder ich bin ständig unter dem Boden, um Heruntergefallenes wieder aufzuheben oder ich müsste Jedemenge nachreichen... was ich nun etwas verschwenderisch finde, wenn ich es danach wegschmeißen werde.

Seit letzte Woche nun bekommt die Tochter die Hand am Mund auf und kann Essen, welches bisher hoffnungslos in der Hand verschwunden war, auch nachschieben. Noch nicht in Perfektion, aber es wird fleissig geübt.
Aber auch das führte bisher nicht unbedingt zur gewünschten Entspannung und so probierte ich den Brei dann doch nochmal aus. Und siehe da, sie findet einen Milchbrei mit Obst am Mittag total klasse! Sie öffnet ihr Mündchen und isst diesen mit Genuss und Freude.
Morgens und Abends gibt es weiterhin alles vom Tisch bzw. in der salzfreien/armen, für sie essbaren, Variante. Manches wird vielleicht auch mal kurz mit dem Pürierstab gemixt und mit dem Löffel zusätztlich angeboten. Nicht immer, kommt eben darauf an, was Abends geplant ist.

So läuft es jedenfalls für uns deutlich entspannter ab. Das Wischen reduziert sich für mich auf nur zwei große Mahlzeiten. Kleine Zwischensnacks sind schneller mal beseitigt. Für die Tochter ist bei großem Hunger weniger Frustpotential da, wenn sie schnell etwas löffeln kann und ein erstes Sättigungsgefühl einsetzt.

Gestillt wird natürlich weiterhin viel, aber Breifüttern und davon sattwerden, das können auch andere Familienmitglieder übernehmen. Stillen nicht. Und auf Abpumpen verzichte ich gerne.

Der Mittelweg ist für uns hier der Praktischste und Angenehmste für uns Alle. Ich bin absolut überzeugt von BLW und auch dankbar das die Tochter uns diesen Weg gezeigt habe. Ich sehe wie weit sie schon in ihrer Motorik ist, da sie eben nicht nur mit dem Spielzeug üben und lernen kann, sondern auch mit dem Essen. Ich sehe die Vorteile darin, Essen in seiner natürlichen Form, mit seinen individuellen Konsistenzen dem Kind näher zu bringen. 
Ich sehe, wie gut sie schon essen kann, Stückchen zerkleinert und zu große Stücke einfach wieder ausspuckt. Dem Kind vertrauen und somit dem Kind die Entwicklung zu überlassen, es in seinem Bewusstsein zu stärken, hilft dem Kind schlußendlich sich selbst zu vertrauen und Selbstbewusstsein aufzubauen.
Daher wird BLW ein Hauptbestandteil der täglichen Nahrungsaufnahme unserer Tochter bleiben. Komplett breifrei bleiben wir allerdings nicht mehr.

Und wie ist das bei euch? Habt ihr auch Unterschiede bei euren Kindern festgestellt? Wie seit ihr auf breifrei bzw. BLW aufmerksam geworden? Habt ihr ebenfalls einen Mittelweg gewählt oder euch ganz bewusst für BLW oder zunächst Brei entschieden? Was sind/waren eure Beweggründe?

Wenn sie Brei möchte, zeigt sie es an bzw. zeigt man ihr den Löffel macht sie den Mund auf, wenn sie etwas möchte. Ansonsten bedient sie sich fleissig am Fingerfood welches sie hat und freut sich sehr, mit uns zusammen am Familientisch essen zu können.

Dienstag, 5. Juli 2016

Schon 6 Monate ist mein Baby

Unbegreiflich, aber doch war! Ein Phänomen, welches alle Eltern ab dem zweiten Kind kennen: Die Zeit rast! Verena von "Der Stillzwerg" hat es in ihrem Artikel heute ebenfalls festgestellt. Gerade eben kamen unsere Kinder doch erst auf die Welt! Wo ist die Zeit hin?
Der Alltag mit mehreren Kindern ist einfach so ausgefüllt, so voller Menschen, die alle Bedürfnisse und Wünsche haben, dass am Ende eines Tages viel zu wenig Stunden übrig bleiben und für uns als Eltern derzeit wenig Zeit für eigene Dinge bleibt. Kleine Päckchen packen und so, davon schrieb Susanne von Geborgen Wachsen, das muss ich in der Tat noch üben bzw. eigentlich nehme ich mir wirklich nicht sehr viel pro Tag vor und doch ist es ruckzuck Abend und ich liege schon wieder im Bett und grübel darüber nach, was eigentlich noch alles so auf meiner Agenda steht, wozu ich dann doch wieder nicht gekommen bin. Denn eines gilt immer und ist doch so wichtig: Die Kinder dürfen nicht grundsätzlich hinten an stehen. Vor allem die Bedürfnisse vom Babymädchen sind es, die derzeit meinen Alltag stark bestimmen und bei denen noch kaum Zeitaufschub möglich sind.

Das Babymädchen! Schon mehr als 6 Monate ist sie nun alt und ist wirklich ein sehr vielschichtiger Charakter. Sie ist ein Sonnenschein, ein Gewitter und noch so viel mehr. Wird sie morgens wach, höre ich sie zunächst leise durch das Babyphone glucksen und erzählen. Wenn ich dann nach oben ins Zimmer komme, strahlt sich mit mich an. Sie ist eine morgendliche Frohnatur und ich als bekennender Morgenmuffel starte damit natürlich auch viel fröhlicher in den Tag.

Nachdem Aufstehen, Stillen und Wickeln beschäftigt sie sich gerne eine Weile mit sich selbst und liegt auf ihrer Decke. Oder besser gesagt ihren Decken... ein großer Bereich imWohnzimmer ist mit Decken verhüllt, denn sie seit wenigen Tagen schafft sie es nicht nur vom Rücken auf den Bauch, sondern nun endlich auch wieder zurück und kullert fleissig durch die Gegend. Desweiteren übt sie fleissig den Popo noch oben zu bekommen und die Beine anzuziehen. Den Oberkörper bekommt sie schon weit nach oben. Es ist wundervoll ihr dabei zuzusehen, wie sehr sie jeden Tag übt und weiter kommen möchte. Sie kann sich schon sehr lange mit ihren Spielsachen beschäftigen.
Wenn sie allerdings genug hat, ist die Frustgrenze dann auch sehr schnell erreicht und sie kann dann in höchsten Tönen meckern. 
Meist ist das der Zeitpunkt an dem sie für den Rest des Tages fast nur noch in der Trage Zuhause ist. Die Trage ist auch weiterhin täglich für viele Stunden im Einsatz. Sie fühlt sich darin wohl. Sicher und geborgen, kann sie darin schlafen und kuscheln und alles beobachten. Selten sind Tagesschläfchen außerhalb der Trage. 

Wie ich schon schrieb, isst das Babymädchen auch schon eifrig am Familientisch mit. Und das nicht etwa Brei! Nein, sie zeigte sehr genau, dass Brei nicht das ist, was sie möchte. Sondern was sie möchte, ist dass, was wir haben... wer immer noch behauptet, kleine Babys und Kinder können nicht sagen was sie wollen, der hat sich nie mit Babys und Kindern beschäftigt... 
Sie probiert wirklich alles und es gibt bisher nichts, was ihr nicht schmecken würde. Nur das Chaos am Tisch ist derzeit wirklich groß... Fingerfood in diesem Alter, kenne ich durch den Sohn nicht. Er war begeisterter Breiesser und Fingerfood bot ich ihm erst später an, als seine Fingerfertigkeiten schon deutlich besser ausgeprägt wären. Ich verbringe nach den Essenszeiten derzeit viel Zeit danach mit aufräumen und aufwischen. Wenn also jemand sagt, Fingerfood bzw. BLW ist doch so viel einfacher und leichter.... hm... reden wir in einigen Wochen nochmal darüber, wenn das Babymädchen dann auch kleinere Stücke aufnehmen und essen kann...

Auch beim Nachtschlaf sehe ich, wie unterschiedlich die beiden Geschwister doch sind. War der Sohn eine Nachteule und geht auch heute noch gerne später ins Bett, merke ich bei der Tochter, dass sie ab 19 Uhr anfängt ihre Äuglein zu reiben, sich im Gesicht herumzukneten und die Ohren zu zupfen. Dann heisst es bettfertig zu machen und sie schläft beim Stillen auch sehr schnell ein. Schade ist nur, dass ich dann direkt mit ihr ins Bett muss. Sie hat keinen wirklichen Tiefschlaf in der ersten Stunde und wird bei Geräuschen schnell wieder wach. Ist der Sohn noch nicht eingeschlafen, weckt er sie sonst. Alleine im Schlafzimmer lassen konnte ich sie bisher auch noch nicht lange, da sie hier wohl einen Sensor besitzt und die Umgebung scannt. Ich blieb also bisher meist direkt mit ihm Schlafzimmer. Im Moment probiere ich mich etwas abzuseilen, um auch wieder Abends noch kleine Erledigungen machen zu können bzw. auch wieder mehr Zeit mit dem Mann verbringen zu können. 

Generell ist das Mädchen sehr, sehr auf mich fixiert und hält es nicht lange bei anderen Menschen aus, wenn sie nicht gerade satt, zufrieden und ausgeschlafen ist. Sobald eines diese Bedürfnisse nicht mehr gegeben ist, können sie andere nicht mehr beruhigen, dann geht nur noch die Mama und nicht als die Mama. 

Die Tochter ist ein sehr nähebedürftiges Kind, noch mehr, als es der Bruder schon war und ich bin sehr froh, dass ich diese "Abhängigkeit" durch den Bruder schon lernen konnte. Es fällt mir viel leichter, dies "auszuhalten" und zu wissen, je mehr die Tochter lernen und können wird, um so mehr wird sie auch Dinge alleine tun wollen. In den 6 Monaten die sie nun schon bei uns ist, sehe ich diesen Entwicklungsverlauf schon sehr gut. Die Zeiten, die sie schon alleine mit sich spielend auf ihren Decken verbringt, können sehr lange sein und diese Zeiten werden immer mehr und mehr werden. 

Das Babymädchen und der große Bruder lieben sich wirklich sehr. Sie beobachtet alles, was er macht und für mich ist das eine wunderbare Entlastung. Den Sohn musste ich alleine beschäftigen. Die Tochter hat auch den Bruder und der Bruder spielt gerne direkt neben ihr und zeigt ihr alles. Ich bin sehr verliebt ihn beide und schaue ihnen gerne in ihrem Spiel zu und wie sehr das Mädchen ihren Bruder anhimmelt und lacht, wenn er lacht. Ich glaube, Geschwister sind das größte Geschenk, welches man seinen Kindern machen kann und ich freue mich so sehr darauf, sie weiter aneinander und miteinander wachsen zu sehen.

Wenn das Babymädchen lacht und strahlt geht die Sonne auf. Von meinem Arm aus, also gesichert durch mich und meine Nähe, kann sie wirklich jeden und alles anstrahlen und die Augen leuchten dabei wie Sterne. Und alle Menschen strahlen zurück und sind ganz verzückt von ihr. 

Wie ich schon zu Anfang schrieb, sie ist wirklich ein sehr vielschichtiger Charakter, sehr wissend um ihre Bedürfnisse und ich bin so wahnsinnig gespannt auf die nächsten Monate, auf gemeinsame Entdeckungen und ihre Entwicklung. Es ist derzeit wirklich verdammt anstrengend, aber auch einfach wundervoll. Absolut konfus! Sowas können wohl nur Eltern verstehen, oder?!


Samstag, 11. Juni 2016

Jedes Kind is(s)t anders - über die Beikostanfänge meiner Kinder

Meiner Tochter befindet sich nun im 6.Lebensmonat und damit in der magischen Zeit der Beikosteinführung. Schon seit geraumer Zeit zeigt sie starkes Interesse daran unser Essverhalten nachahmen zu wollen und wurde regelrecht ungehalten, wenn sie mit uns am Tisch saß und nur zuschauen sollte. Sie wollte auch das, was wir da haben. Sie wollte wissen, was wir da tun und dies genauso in den Mund nehmen, wie wir auch.

Ok, dachte ich mir, du bist genauso schnell, wie dein großer Bruder, der zum ähnlichen Zeitpunkt gleiches Interesse zeigte. Ein Birnenkompett, ungesüßt, welchen wir eines Sonntags zu unseren Waffeln dazu essen wollten, wurde seine erste Mahlzeit. Und es war wirklich eine erste Mahlzeit, denn er aß einen Löffel Brei auf den Anderen. Ruckzuck steigerten wir Breimengen und auch erweiterten den Obstbrei, durch den Gemüsebrei und den Milchbrei. 
Der Sohn war ein problemloses Breibaby. Er aß den Brei von Beginn an stückig, ich machte mir keine Arbeit, da irgendwas tot zu mixen. Er aß alle Geschmacksrichtungen und nie spuckte er irgendwas wieder aus oder verweigerte sich beim Essen. Ihm machte es Spaß. Nach wenigen Monaten der Breieinführung stoß ich damals auf BLW. Baby led Weaning. Baby gesteuerte Beikosteinführung. Und zwar nicht in Form von Brei, sondern von Beginn an mit Fingerfood. Richtigem Essen. Maximal gedünstet. Ok, dachte ich mir. Auch das probieren wir aus, immerhin bekam er schon immer Dinkelstangen o.ä. Zwischendurch. Und auch hier war der Sohn ein begeisterter Esser. Er mampfte erst mal etwas Fingerfood und danach gab ich es noch als Brei. Brei und Fingerfood lief also eine Weile parallel, bis ich den Brei auslaufen ließ. Es war immer einfach, wenn er satt war, zeigte er es mir immer sehr deutlich, auch beim Brei-geben. Für mich war Breifüttern selbst auch sehr angenehm, es war keine Kunst und ich fand daran auch garnichts umständlich.

So dachte ich nun auch, werde die Beikost bei der Tochter einführen. Zunächst Brei und dann langsam auf Fingerfood umsteigen. Da sah die Tochter aber anders! Die Beikostreife zeigte sie noch deutlicher als der Bruder selbst. Alles was ich an den Trinken und Essen in die Hand nahm, wollte sie plötzlich auch und zu sich ziehen. Als es Erdbeeren gab, griff sie zielsicher zu und zog meine Hand samt Erdbeere zu sich und zutzelte das Stück aus und das mit großer Begeisterung! Das Startzeichen war also gelegt.
Wie beim großen Bruder auch, kochte ich nun zuerst Birnenkompott, wir hatten sogar wie damals zur Zeit Birnen Zuhause. Mit dem gekochten Kompott setze ich sie zu mir und ließ sie probieren... dieses Gesicht sprach Bände und die Zunge schob alles wieder nach draußen... was tat ich ihr da an?... schien sie sich zu überlegen. Ich dachte zunächst, vielleicht ist dieses Zungenreflex noch nicht ganz verschwunden und probierte es noch ein paar Tage weiter. Nein, Brei wollte sie nicht! Dann gab ich ihr die gleichen Birnen in handlichen Stücken, gab es kein Haltern mehr. Sie wurden angeknabbert, abgelutscht, zermatscht, eingesaugt! 
Sie ist ein Breifrei-Baby. Ein BLW Kind. Brei ist doof! Selbstessen will sie! Wenn man es nicht besser wüsste, wäre es eines dieser Kinder an denen Breikost-Eltern verzweifeln würden, da sie "mäkelig" wäre und man immer wieder Brei vom Kind "abkratzen" müsste, denn es heraus laufen ließe. Nein, das ist nicht schön! Mein Kind entscheidet selbst. So wie der große Bruder ein begeisterter Breiesser war, ist es die Schwester nun eben nicht.

Sie zeigt mir nun ihren Weg, den ich mit ihr gehen werde. Nicht umgekehrt! 

Meine wichtigste Erkenntnis der letzten Abenteuerjahre lautet nämlich folgendermaßen: Es gibt ihn nicht, den einen, einzigen richtigen Weg für alle.
Aber dafür gibt es die Chance, beschwingt seinen eigenen zu suchen.
Kein Wunder, dass der weltweit renommierteste Zusammenschluss von Kinderärzten, die American Academy of Pediatrics, resignierend feststellte: "Die beste Methode zum Beifüttern ist nicht bekannt."


Das Zitat und der Satz "Jedes Kind is(s)t anders" stammen aus dem Buch "Einmal breifrei, bitte!" von Loretta Stern und Eva Nagy*.
*Affilate-Link

Sonntag, 10. August 2014

Wir stillen! Ende nicht in Sicht!

Gerade eben habe ich das Herzkind zum Mittagsschlaf hingelegt! Und zwar stillend! Immer noch und auch zukünftig!

Aufgrund der vergangenen Welt-Stillwoche an denen sich viele Blogs beteiligt haben, möchte auch ich noch meine Erfahrungen dazu schreiben. Ich möchte und werde jetzt nicht darüber schreiben warum länger stillen als üblich gut ist, dass hat Kathrin von Nestling schon wunderbar beschrieben. Und auch diesen Artikel von Wege ins Goldene Zeitalter finde ich sehr schön!

Ich möchte schreiben, wie es bei uns dazu gekommen ist, dass wir nun schon 19 Monate stillen und auch kein Ende in Sicht ist. Auch ich gehörte zu den vielen Frauen, die sich während der Schwangerschaft mit diesem Thema auseinander gesetzt haben. Möchte ich stillen? Wielange möchte ich stillen? Ja, ich wollte es definitiv probieren und mich auf das Stillen einlassen und ich wollte es mindestens 6 Monate tun, so wie es die WHO als Mindest-Stilldauer empfiehlt. Weiter habe ich da zunächst nicht gedacht und alles andere wird sich eben ergeben...

Stillen klappte von Anfang an problemlos und ich denke, das hat auch viel zu unserer anhaltenden Stillbeziehung beigetragen. Natürlich hatte ich am Anfang mit wunden und auch offenen Brustwarzen zu kämpfen und zog so manches mal beim Andocken die Luft an und veratmete den Schmerz. Aber mit viel Geduld, Schwarztee-Pads und Salbe verging dieses Anfangsproblem und dann war es einfach nur noch schön... bis auf so manche Nacht...

Wenn das Kind nuckelt und nuckelt und nuckelt und dich mit weiten offenen Augen anstarrt, denkt man so manches mal ans Abstillen und hat die Nase gestrichen voll. Aber das ist eben eine Phase, wie so vieles nur eine Phase ist... Ich kann aber auch jede Mutter verstehen, die dann irgendwann entnervt die Stillbeziehung beendet. Denn wichtig ist immer: Die Stillbeziehung muss für Kind und Mutter schön und angenehm sein. Frust hat da auf Dauer nichts zu suchen und würde nur Streß verursachen, der niemandem gut tut.

Das nächtliche Dauerstillen löste sich bei uns mit dem Einführen des Floor Beds (ich berichtete) plötzlich in Luft auf. Das Herzkind stillte sich Nachts selbst ab und ich muss gestehen, es war wirklich eine absolute Erleichterung. Ich trauerte dem nächtlichen Stillen nicht hinterher! Dafür liebe ich weiterhin das Stillen zum Einschlafen und auch sonst, wenn das Herzkind es benötigt.
Dieses enge Kuscheln, diese Verbundenheit dabei, ist einfach wunderschön. Ich kann meinem Sohn die Nähe geben, die er in diesem Moment brauche und sogar viele wichtige Nährstoffe, die mein Körper extra für mein Kind produziert. 

Hat sich mein Kind weh getan, kann ich ihn ruckzuck trösten und binnen ein paar Schlückchen zuckersüßer Milch ist die Welt schon wieder in Ordnung. Natürlich hilft das gleichzeitige Kuscheln mit Mama ebenso. Hat mein Kind wieder Tage an denen es "sich selbst nicht leiden kann", nur am nörgeln ist und nicht weiß, was es tun soll... dann machen wir es uns auf der Couch gemütlich und stillen, stillen, stillen... er kann dadurch wunderbar runterkommen, entspannen und er weiß, Mama ist für mich da, Mama tröstet mich, wenn es mir nicht gut geht und meine Bedürfnisse werden befriedigt.

Stillen ist nicht nur Ernährung, obwohl (lest dazu die verlinkten Artikel) auch später noch genügend wichtige Nährstoffe enthalten sind. Vielmehr ist es Trost. Und das liebe ich so sehr an dem Stillen. Geht an manchen Tagen garnichts mehr, weiß ich, ich hab immer noch ein Ass im Top *hihi* Und das hab ich definitiv immer dabei und am Mann... ähm, natürlich an der Frau!
Egal wo wir sind, egal was passiert, ich kann meinem Herzkind sofort den Trost geben, den er in diesem Moment braucht. 
Genau! Wir stillen auch in der Öffentlichkeit, wenn es nötig sein sollte. Mit mittlerweile 19 Monaten ist das recht selten, aber ich verwehre es nicht. Gerade erst letzte Woche bei einem Geburtstag von Freunden war es dann so. Das Herzkind wurde von einem anderen Kind geschubst und verstand die Welt nicht mehr. Er war verunsichert und brauchte Trost und die Rückversicherung von Mama, dass mit ihm alles gut ist. Ich setzte mich dann zu der älteren Generation und stillte und unterhielt mich nebenbei mit allen. Nach 15 Minuten dockte das Herzkind ab, strahlte mich an und alles war wieder gut.

Hin und wieder höre ich einige Sätze, wie "da kommt noch etwas raus?" oder "wenn du wieder arbeiten gehst, dann war es das ja mit dem stillen?"... Erster Satz zeigt einfach die Unwissenheit die mittlerweile zum Thema Stillen herrscht. Wieso soll denn plötzlich die Milch weg sein? Die allgemeine Empfehlung der WHO lautet sogar: Stillen bis das Kind 2 Jahre alt ist, gerade im zweiten Lebensjahr bietet Stillen viele Antikörper zum Schutz vor allgemeinen Erkrankungen. Weltweit gesehen stillen Mütter ihre Kinder 3 - 4 Jahre... nur in den westlichen industriellen Ländern hat sich die Stilldauer immer weiter reduziert... auch weil wir es uns erlauben können, weil es die Möglichkeit der Pulvermilch gibt (was im Ernstfall auch gut ist!). Und durch diese ermöglichte Reduktion werden Mütter, die ihre Kinder normal weiterstillen, oft schräg angesehen... für viele ist es eben nicht mehr normal... weil sie es nicht mehr so kennen und sich darüber auch nicht informieren!

Wieso soll ich die Stillbeziehung beenden, weil ich ab dem 2.Geburtstag des Herzkindes wieder arbeiten gehe? Natürlich werde ich zum Mittagsschlaf nicht mehr da sein, aber wie viele andere Kinder auch, wird auch er lernen ohne Mama einzuschlafen, wenn sie nicht da sein wird. Abends werde ich da sein, also werde ich auch solange weiterstillen und auch Stillen, wenn er Trost braucht, wie es uns beiden noch gefallen wird. 

Ich habe keine Probleme mit schrägen Blicken oder anderen Meinungen. Ich habe mich durch sowas noch nie in meiner selbstgefassten Meinung beirren lassen. Ich kenne allerdings viele Mütter, die dies tun. Die sich nicht trauen außerhalb der eigenen Wohung ihr Kleinkind zu stillen. Die sich immer wieder durch "Ratschläge" und sogar Beleidigungen verunsichern lassen! Das ist sehr traurig!

Langzeitstillen ist nicht unnormal! Es ist wichtig, dass dieses alte Wissen um das Stillen wieder bekannter wird und Stillen von Kleinkindern, auch in der Öffentlichkeit, zu einem normalen Bild wird, ohne Verurteilungen und Schlecht-reden!

Wir haben eine wundervolle Stillbeziehung und das wollte ich euch mitteilen! Ich freue mich, dass es sich so entwickelt hat, einfach weil es funktioniert.

Leider habe ich kaum Stillbilder. Hier war das Herzkind 13 Monate alt. Man sieht, wie groß er ist und das verstört viele Leute. Er ist kein Baby mehr und nur Babys brauchen doch Muttermilch, oder? Jedenfalls geistert das noch in vielen Köpfen umher. Wir waren auf einen Geburtstag eingeladen und der Zwerg war absolut nicht gut drauf, wir dachten schon, wie müssen Zuhause bleiben. Also kurzer Stillstop und plötzlich war alles wieder gut und wir hatten danach noch einen entspannten Geburtstag. :)

Dienstag, 13. Mai 2014

Messer oder Wellenschneider?

Schon lange sieht uns das Herzkind begeistert beim Schneiden mit dem Messer zu und möchte es natürlich gerne selbst probieren. Der Umgang mit dem Messer ist für seine kleinen Händchen und die damit verbundene Koordination noch sehr schwierig. Es wird alles, nur nicht geschnitten. Das Versuchsobjekt oder sollte ich eher Opfer schreiben... sieht danach eher zerrupft als geschnitten aus und ist demnach auch kein Erfolgserlebnis für das Herzkind.

In vielen englischsprachigen Blogs sieht man daher als ersten Schritt nicht das Messer, sondern den Wellenschneider. Mit diesem können die Kinder schon recht früh umgehen und auch wirklich schneiden. Zweimal hatte ich den Wellenschneider schon auf der Wunschliste, aber gekauft wurde er von keinem unserer Verwandten... warum? Dabei sind doch gerade "die Dinge des täglichen Lebens" viel interessanter und auch wichtiger für unsere Kinder. Sie identifizieren sich damit, sie wollen ihren Eltern nacheifern. Sie wollen selbstständiger werden und damit auch Selbstvertrauen fassen.

Nun habe ich den Wellenschneider eben selbst bestellt und gestern kam er dann das erste Mal zum Einsatz. Das Herzkind schnitt seine Banane selbst, nach kurzer und knapper Einweisung durch mich und stopfte sich stolz jedes einzelne Stück in den Mund! 

Es hat wunderbar geklappt und er hat sich gefreut seine Banane endlich selbst schneiden zu können, ein Stück mehr Eigenverantwortung, ein Stück mehr Selbstständigkeit! Ich freue mich für ihn!






Dienstag, 4. März 2014

Müsli löffeln

Mittags gibt es immer Müsli. Mit Yogurt oder Milch. Mit wechselndem Obst. Mit Cornflakes oder Haferflocken usw.
Kombinationsmöglichkeiten ohne Ende! Der Ablauf aber bleibt gleich. Das Herzkind will schon lange selbst löffeln und besteht darauf. Es gibt aber auch Tage, da scheint er keine Lust zu haben und hält uns den Löffel hin, da dürfen wir auch mal wieder ran. Aber meist sitzen wir nur dabei und helfen vielleicht gegen Ende etwas mit.

Das dies natürlich noch nicht formvollendet ist, viel daneben geht und das Kind danach grundgereinigt werden muss... ein Hoch auf die Ärmellätzchen.... ist klar! Aber nur so können sie das Essen mit Besteck lernen. 

Gleiches gilt natürlich beim Abendessen. Ich habe noch immer die Sätze meines Arbeitskollegen in Ohren: "Freue dich jetzt noch über das warme Abendessen, du wirst lange keines mehr bekommen, da du damit beschäftigt bist die Kinder zu füttern."

Ich habe bis heute noch kein kaltes Abendessen zu mir genommen. Am Anfang hat er als Baby entweder daneben geschlafen, später hing er mir eben stillend an der Brust und schaute zu und dann ging es ja schon los mit dem probieren wollen. Also saß er mit am Tisch und probierte. Wir können also wirklich sehr entspannt und warm zu Abend essen, da wir den Zwerg einfach selbst essen lassen. Danach krieche ich eben wieder auf den Boden und wische alles auf... in dem Moment überlege ich mir doch ob die Anschaffung von Hunden oder Katzen sinnvoll wäre...







Freitag, 24. Januar 2014

Der Löffel kommt zum Einsatz

Seit einigen Tagen bemerke ich nun, dass die Verwendung des Löffels beim Essen immer zielgerichteter wird. Natürlich hat er den Löffel auch schon früher verwendet, in den Brei gesteckt, darin rumgeteigt, aber nie wirklich etwas drauf bekommen und wenn, dann war es Zufall.
Nun versucht der Zwerg wirklich zielgerichtet etwas auf den Löffel zu bekommen und freut sich jedesmal lautstark wenn es geklappt hat. Es ist wirklich ein Schauspiel!
Und danach versucht er nun auch wirklich, den eben aufgeladenen Brei in den Mund zu bekommen. Wirklich schwere Arbeit! 
Es gelingt ihm nun auch immer besser. Die Sauerei drumherum muss man natürlich außer Acht lassen.... es ist eben noch kein Meister vom Himmel gefallen!




Donnerstag, 12. Dezember 2013

Geduld-Seminar? Ich habe ein Kind...

Wer mich kennt und beschreiben würde, würde Geduld nicht zu meinen Stärken dazu zählen. Nein, Geduld besitze ich wirklich nicht. Also zumindest wusste ich nicht, dass ich Geduld besitze. Oder das ich es erlernen kann. 
Maria Montessori beschreibt immer wieder eindringlich, dass wir uns als Erwachsene zurücknehmen müssen! Nur so können Kinder sich entfalten und lernen. Nur so können sie das Rüstzeug erlangen und an ihren Aufgaben wachsen!
Wir Erwachsene können ihnen dabei helfen. Den Weg dazu eben und richten oder auch nicht....

"Aus dem Nichts heraus bricht das kleine Kind in die Famile des Erwachsenen ein. Der ist, mit dem Kind verglichen, groß und mächtig wie ein Gott, und er ist der einzige, der dem Kind das Lebensnotwendige zu verschaffen vermag. Der Erwachsene ist sein Schöpfer, seine Vorsehung, sein Herrscher, sein Richter. Niemand hängt so vollständig und unbedingt von einem anderen ab wie des Kind vom Erwachsenen." - Maria Montessori in Kinder sind anders

Diesen Satz muss man mehrfach lesen! Er ist hart, er wiegt schwer! Er lässt schlucken! Und er ist so wahr! 
Und gerade deshalb verlangt Maria, dass Erwachsene sich zurücknehmen müssen, um nicht auf die zarte Seele des Kindes fälschlich einzuwirken. 

Solche Sätze helfen mir dabei! Sie helfen mir mich zurückzunehmen und durchzuatmen, wenn mein bisheriges Ich eigentlich am liebsten schreien würde und die Aufgabe dann doch lieber selbst übernehmen möchte. Wenn mein Ordnungssinn rebelliert und sich schon ausmalt, was nun alles geputzt werden muss.
In meinem Beruf habe ich oft von Kollegen gehört, welche auch Eltern sind, dass ich spätestens, wenn ich eigene Kinder habe, ruhiger werden würde. Das ich lernen würde geduldig zu sein. Das habe ich nicht verstanden! Schließlich ist das doch mein Charakter. So bin ich! Und so möchte ich bleiben! Ich bin damit schon viele Jahre gut durch alle Lebenssituationen gekommen!

"Das erwachsene Lebewesen, dem es zukommt, das junge Leben zu beschützen, ändert also seine eigenen Charakterzüge und verwandelt sich, als sei der Augenblick gekommen, in dem das gewohnte Lebensgesetz durchbrochen wird in Erwartung eines großen Ereignisses der Natur" - Maria Montessori in Kinder sind anders

Maria und auch meine Kollegen hatten recht... ich geb es ja nicht gerne zu... und es ist auch nicht einfach! Wer jahrelang niemals viel Geduld aufbrachte, der kann seinen Charakter nicht von heute auf morgen ändern! Aber das Herzkind hilft mir dabei! Der sich entstehende Wille rückt immer weiter in den Mittelpunkt und zeigt mir ganz genau, dass ich nicht einfach "mein Ding durchziehen" kann, nicht einfach "schnell, schnell" machen kann und damit alles gut ist! Nein, das Herzkind möchte die Dinge im wahrsten Sinne "selbst in die Hand" nehmen. Begreifen lernen und das in seinem Tempo. Er ist kein Baby mehr, welches brav in der Wiege liegt und für welches man noch alles selbst tun muss. Nein, er wird zum Kleinkind, nur noch 15 Tage bis dahin... und er WILL selbstständig sein... soweit er es eben schon kann!

Also nehme ich mich zurück, beobachte und atme in so manchen Momenten einfach ganz, ganz, ganz tief durch....






P.S.: Wer sich wunderte, wo wir gewesen sind. Wir waren beide ziemlich erkältet und neben der Hausarbeit und dem Kind konnte ich mich nicht wirklich zum Blogschreiben aufraffen. Auch läuft der Countdown zum großen Tag und die Vorbereitungen dafür werden nicht weniger! Ich denke, daher, dass ich Dezember leider nicht mehr wirklich viel im Blog schreiben kann.

Dienstag, 12. November 2013

Manchmal ist weniger mehr!

Wie gerne würde ich euch neue Lernanregungen vorstellen, denn ich selbst habe mir schon soviele abgespeichert und überlegt. Da möchte ich auch gerne wissen, wie diese bei dem Herzkind ankommen würden.
Das Herzkind ist allerdings im Bewegungs-Flow. Komplett in dieser sensiblen Phase versunken und nur dies ist derzeit wirklich interessant. Mit nur wenigen Dingen, wie seine Stapelbecher kann ich ihn locken. Mehrmals täglich beschäftigt er sich auch mit dem Ausräumen der Küchenschränke und dann muss wieder gekrabbelt, geklettert und gelaufen werden.
Gestern schreibe ich noch, dass ich gespannt bin wann er das Prinzip "Füße zuerst!" verstanden hat, heute sehe ich es ihn mehrfach wie selbstverständlich machen, wenn er vom Sofa wieder runter möchte. Einfach so und ohne Worte von mir! Ich bin wie immer fasziniert! Ja, wir trauen unseren Kindern oft einfach zu wenig zu! Auch das Loslassen muss erst gelernt werden, wenn man eigentlich nur das Übervorsichtige aus seiner Umgebung miterlebt.

Das Herzkind auch jeden Tag mit seinem Lauflernwagen flitzen zu sehen, ist fantastisch! Es geht von Mal zu Mal schneller, die Schritte werden präziser, immer weniger steif und fließend. Als ich mir die Fotos gestern angeschaut habe, konnte ich erst mal so richtig sehen, wie toll das schon aussieht:


Und auch das Umgreifen am Wagen funktioniert mittlerweile so toll. Wir müssen selbst kaum noch helfen und schon kommt er uns wieder entgegen gefahren. Und wo man überall mit dem Wagen hinkommt und erkunden kann.



Und auch das Thema Essen. Ich hatte doch schon mehrfach berichtet, dass ich mich meist öfters unter dem Tisch sehe als darüber. Soviel Essen landet unten, muss wieder hochgeholt bzw. nach dem Essen auch Boden und Co. wieder gereinigt werden. Mittlerweile fällt kaum noch was nach unten. Der Keks ist so gut im Moment und gestern wollte er zum ersten Mal auch die Tomatensoße probieren. Bisher war im Gewürztes doch eher zuwider... Also durfte ich ihm die Nudeln auf die Gabel picken und einzeln darreichen... er war ganz entzückt! Dieses strahlende selbstbewusste Lachen musste ich festhalten und den Tisch auch...




Vor dem Essen waren wir noch auf dem Martins-Umzug. Es war sehr schön, auch das Lagerfeuer am Ende. Leider konnten wir nicht lange bleiben, da mein Mann noch Termine hatte. Aber es war der erste Umzug und die erste Laterne für das Herzkind und wird uns in schöner Erinnerung bleiben! Der Keks auf Papa´s Arm, er schaut so gebannt und fasziniert ins Feuer!


Donnerstag, 10. Oktober 2013

Frischkäsemund...

... tut Wahrheit kund? Oder so ähnlich...

Jedenfalls gehört es zu unserem morgentlichen Ritual zusammen zu frühstücken. Also ich und das Herzkind... unter der Woche ist der Papa schon längst bei der Arbeit. Am Wochenende frühstücken wir alle zusammen.
Am liebsten isst das Herzkind seine Frischkäsebrote... kein Wunder warum meine Wäscheberge rasant ansteigen. Selbstessen ist eine Kunst und es verlangt soviele Zusammenspiele im menschlichen Körper: Augen, Hände, Finger, Mund.... als Erwachsener ist es einfach nicht mehr vorstellbar, wie schwierig dies zu Anfang alles ist. Und gerade darum kann es schnell passieren, dass wir ungeduldig werden. Schon wieder ist etwas auf dem Boden gelandet und jetzt schmiert er es sich in die Haare, der nächste Body und die Hose und die Socken können in die Wäsche... und dann grinst der auch noch so frech dabei.... das macht der absichtlich?! Jedenfalls so oder so ähnlich hört und liest man das oft bei verzweifelten Müttern...
Dabei gilt das Motto "Keep cool!" und "Kein Meister ist vom Himmel gefallen". Wir verlangen von unseren Kleinen, wenn wir denn auf Selbstständigkeit pochen, dass sie es zügig umsetzen und darin liegt das Problem. Hierzu ein kleiner Auszug aus "Montessori von Anfang an":

"Es existiert also ein Konfliktpotential zwischen den Bedürfnissen des Kindes und den realen, wenn auch unausgesprochenen Wünschen des Erwachsenen. [...] Bei der Sorge für die Person handelt es sich um eine Thematik, bei der Eltern dazu neigen, von einem zu geringen Erwartungshorizont zu übertriebenen Anforderungen zu wechseln. Wir haben wenig Geduld für den Lernprozess eines Kindes bis zum Erwerb neuen Wissens oder neuer Fertigkeiten [...] Folgt es unseren Anweisungen nicht sofort bereitwillig [...], sind wir geneigt, den leichtesten Weg aus der aktuellen Situation zu nehmen. Wir folgern, dass wir das Kind zu früh an das Ausprobieren einer neuen Aufgabe heranführen wollten - etwa, selbstständig zu essen [...] - und kehren zu der Gewohnheit zurück, ihm alles abzunehmen."

Je nach Streßlevel merke auch ich, ob ich nun für kindliche Selbstversuche mehr oder weniger Geduld aufbringe. Aber wer möchte schon alles abgenommen bekommen? Würden wir uns wünschen, dass immer jemand zu uns kommt und sagt "das kannst du noch nicht, ich mach das mal" und nimmt dir ab, an was du auch gerade immer arbeitest? Nein, wir alle streben zur Selbstständigkeit und das müssen wir unseren Kindern auch eingestehen. Auch wenn es manchmal heisst: Tief durchatmen und nach den Essversuchen ordentlich putzen zu müssen.




So und nun genug vom Essen. Gestern kam dann auch noch die Post und brachte mir diese schicken Winterschuhe. Sind sie nicht schön? Und so kuschelig innen! Schade, dass diese wohl aus der letztjährigen Kollektion sind, vielleicht finde ich sie in den Kleinanzeigen auch noch in einer größeren Größe...


Mittwoch, 25. September 2013

Wie halte ich den Löffel?

Auch beim Essen wollen unsere kleinen Zwerge immer selbstständiger werden und das ist manchmal garnicht so einfach und wir Mamis und Papis müssen uns in Geduld üben. Auf schöne saubere Fußböden sollten wir verzichten lernen bzw. Zeit einplanen nach einer Mahlzeit diese auch wieder zu säubern. Mich sieht man nun öfters unter dem Tisch wischen, als über dem Tisch... *hüstel*

Auch wenn es wirklich mehr Arbeit macht, wir werden nicht drum herum kommen. Jedes Kind möchte irgendwann selbst essen und lernen mit Besteck umzugehen. Möchte wissen wie sich die Nahrungsmittel anfühlen... klebrig, warm, kalt, fest, flüssig usw. Es wird schauen, wie es sich verhält, wenn es dieses vom Tisch wirft, wird es in den Mund stecken, wieder herausholen, begutachten und wieder hineinstecken.

Nicht immer habe ich natürlich Lust und auch Zeit dazu direkt danach alles wieder aufzuräumen und wegzuwischen, dann gibt es ja auch weiterhin noch den heißgeliebten Brei. Aber wir halten uns dazu an, die Nahrung auch immer wieder in der ursprünglichen Form anzubieten.

Ein Beispiel welches ich mit Bildern festhalten konnte. Es gab Nudelpfanne, mit Gemüse, Ei und Käse. Das Herzkind erhielt seine eigene Nudelpfanne ohne Gewürze und durfte sich nun erst mal selbst probieren. Wir haben ihm Gabel und Löffel angeboten. Der Löffel wurde präferiert!





Garnicht so einfach! Es war sehr schön zu beobachten, wie er versuchte den Löffel einzusetzen. Welche Seite soll ich wohl benutzen? Und wie bekomme ich das Essen da auch noch drauf? Draufbekommen hatte er an dem Tag jedenfalls noch nichts, aber es war auch das erste Mal, dass er den Löffel so bewusst eingesetzt hat, statt nur in der Hand zu halten und damit zu klopfen! Nach dem die Lust am Selbstessen vorbei war, haben wir den Rest kurz püriert und ihn gefüttert. Denn Hunger hatte der kleine Keks schon noch.


Danach durfte das Herzkind mit dem Papa im Wohnzimmer spielen und ich tauchte mal wieder unter dem Tisch ab....

Freitag, 13. September 2013

Brei vorkochen

Gestern habe ich von unserer Pfirsichernte berichtet. So große Mengen auf einmal müssen natürlich auch verarbeitet werden. Neben dem Waschen, Schneiden und einfrieren wird auch ein Teil direkt zu Brei verarbeitet. Dabei muss ich platzsparend arbeiten und kann nicht alles in Becher einfrieren. Erstens will ich soviele Becher garnicht kaufen, was mach ich mit denen allen, wenn ich sie nicht mehr brauche? Und zweitens weiß ich ja beim Breikochen noch nicht, was ich dem Herzkind in welcher Mischung geben möchte.

Eine ganz tolle Idee, welche ich im Internet gefunden habe, ist das portionsweise einfrieren in Eiswürfelbehälter. Ich verwende diesen hier: *klick*

Nachdem ich das Gemüse oder Obst zubereitet und püriert habe (mit einem Stabmixer und auch nicht zu fein) fühle ich den Brei in die Eiswürfelbehälter. Dieser hat auch einen Deckel, so dass ich mehrere aufeinander stapeln und so in die Gefriertruhe stellen kann. Am nächsten Tag ist alles durchgefroren und ich kann die nun entstandenen Würfelchen in eine Tüte umfüllen und wieder in die Gefriertruhe packen. 




Morgens überlege ich dann, was ich meinem Herzkind an diesem Tag zu Essen geben möchte und kann mir passend die Würfel herausholen und so auch verschiedene Obst- und Gemüsesorten kombinieren. Das macht wir sehr viel Spaß! Zu sehen, was meinem Kind alles schmeckt und ihn immer wieder Neues kennenlernen zu lassen.