Sonntag, 10. August 2014

Wir stillen! Ende nicht in Sicht!

Gerade eben habe ich das Herzkind zum Mittagsschlaf hingelegt! Und zwar stillend! Immer noch und auch zukünftig!

Aufgrund der vergangenen Welt-Stillwoche an denen sich viele Blogs beteiligt haben, möchte auch ich noch meine Erfahrungen dazu schreiben. Ich möchte und werde jetzt nicht darüber schreiben warum länger stillen als üblich gut ist, dass hat Kathrin von Nestling schon wunderbar beschrieben. Und auch diesen Artikel von Wege ins Goldene Zeitalter finde ich sehr schön!

Ich möchte schreiben, wie es bei uns dazu gekommen ist, dass wir nun schon 19 Monate stillen und auch kein Ende in Sicht ist. Auch ich gehörte zu den vielen Frauen, die sich während der Schwangerschaft mit diesem Thema auseinander gesetzt haben. Möchte ich stillen? Wielange möchte ich stillen? Ja, ich wollte es definitiv probieren und mich auf das Stillen einlassen und ich wollte es mindestens 6 Monate tun, so wie es die WHO als Mindest-Stilldauer empfiehlt. Weiter habe ich da zunächst nicht gedacht und alles andere wird sich eben ergeben...

Stillen klappte von Anfang an problemlos und ich denke, das hat auch viel zu unserer anhaltenden Stillbeziehung beigetragen. Natürlich hatte ich am Anfang mit wunden und auch offenen Brustwarzen zu kämpfen und zog so manches mal beim Andocken die Luft an und veratmete den Schmerz. Aber mit viel Geduld, Schwarztee-Pads und Salbe verging dieses Anfangsproblem und dann war es einfach nur noch schön... bis auf so manche Nacht...

Wenn das Kind nuckelt und nuckelt und nuckelt und dich mit weiten offenen Augen anstarrt, denkt man so manches mal ans Abstillen und hat die Nase gestrichen voll. Aber das ist eben eine Phase, wie so vieles nur eine Phase ist... Ich kann aber auch jede Mutter verstehen, die dann irgendwann entnervt die Stillbeziehung beendet. Denn wichtig ist immer: Die Stillbeziehung muss für Kind und Mutter schön und angenehm sein. Frust hat da auf Dauer nichts zu suchen und würde nur Streß verursachen, der niemandem gut tut.

Das nächtliche Dauerstillen löste sich bei uns mit dem Einführen des Floor Beds (ich berichtete) plötzlich in Luft auf. Das Herzkind stillte sich Nachts selbst ab und ich muss gestehen, es war wirklich eine absolute Erleichterung. Ich trauerte dem nächtlichen Stillen nicht hinterher! Dafür liebe ich weiterhin das Stillen zum Einschlafen und auch sonst, wenn das Herzkind es benötigt.
Dieses enge Kuscheln, diese Verbundenheit dabei, ist einfach wunderschön. Ich kann meinem Sohn die Nähe geben, die er in diesem Moment brauche und sogar viele wichtige Nährstoffe, die mein Körper extra für mein Kind produziert. 

Hat sich mein Kind weh getan, kann ich ihn ruckzuck trösten und binnen ein paar Schlückchen zuckersüßer Milch ist die Welt schon wieder in Ordnung. Natürlich hilft das gleichzeitige Kuscheln mit Mama ebenso. Hat mein Kind wieder Tage an denen es "sich selbst nicht leiden kann", nur am nörgeln ist und nicht weiß, was es tun soll... dann machen wir es uns auf der Couch gemütlich und stillen, stillen, stillen... er kann dadurch wunderbar runterkommen, entspannen und er weiß, Mama ist für mich da, Mama tröstet mich, wenn es mir nicht gut geht und meine Bedürfnisse werden befriedigt.

Stillen ist nicht nur Ernährung, obwohl (lest dazu die verlinkten Artikel) auch später noch genügend wichtige Nährstoffe enthalten sind. Vielmehr ist es Trost. Und das liebe ich so sehr an dem Stillen. Geht an manchen Tagen garnichts mehr, weiß ich, ich hab immer noch ein Ass im Top *hihi* Und das hab ich definitiv immer dabei und am Mann... ähm, natürlich an der Frau!
Egal wo wir sind, egal was passiert, ich kann meinem Herzkind sofort den Trost geben, den er in diesem Moment braucht. 
Genau! Wir stillen auch in der Öffentlichkeit, wenn es nötig sein sollte. Mit mittlerweile 19 Monaten ist das recht selten, aber ich verwehre es nicht. Gerade erst letzte Woche bei einem Geburtstag von Freunden war es dann so. Das Herzkind wurde von einem anderen Kind geschubst und verstand die Welt nicht mehr. Er war verunsichert und brauchte Trost und die Rückversicherung von Mama, dass mit ihm alles gut ist. Ich setzte mich dann zu der älteren Generation und stillte und unterhielt mich nebenbei mit allen. Nach 15 Minuten dockte das Herzkind ab, strahlte mich an und alles war wieder gut.

Hin und wieder höre ich einige Sätze, wie "da kommt noch etwas raus?" oder "wenn du wieder arbeiten gehst, dann war es das ja mit dem stillen?"... Erster Satz zeigt einfach die Unwissenheit die mittlerweile zum Thema Stillen herrscht. Wieso soll denn plötzlich die Milch weg sein? Die allgemeine Empfehlung der WHO lautet sogar: Stillen bis das Kind 2 Jahre alt ist, gerade im zweiten Lebensjahr bietet Stillen viele Antikörper zum Schutz vor allgemeinen Erkrankungen. Weltweit gesehen stillen Mütter ihre Kinder 3 - 4 Jahre... nur in den westlichen industriellen Ländern hat sich die Stilldauer immer weiter reduziert... auch weil wir es uns erlauben können, weil es die Möglichkeit der Pulvermilch gibt (was im Ernstfall auch gut ist!). Und durch diese ermöglichte Reduktion werden Mütter, die ihre Kinder normal weiterstillen, oft schräg angesehen... für viele ist es eben nicht mehr normal... weil sie es nicht mehr so kennen und sich darüber auch nicht informieren!

Wieso soll ich die Stillbeziehung beenden, weil ich ab dem 2.Geburtstag des Herzkindes wieder arbeiten gehe? Natürlich werde ich zum Mittagsschlaf nicht mehr da sein, aber wie viele andere Kinder auch, wird auch er lernen ohne Mama einzuschlafen, wenn sie nicht da sein wird. Abends werde ich da sein, also werde ich auch solange weiterstillen und auch Stillen, wenn er Trost braucht, wie es uns beiden noch gefallen wird. 

Ich habe keine Probleme mit schrägen Blicken oder anderen Meinungen. Ich habe mich durch sowas noch nie in meiner selbstgefassten Meinung beirren lassen. Ich kenne allerdings viele Mütter, die dies tun. Die sich nicht trauen außerhalb der eigenen Wohung ihr Kleinkind zu stillen. Die sich immer wieder durch "Ratschläge" und sogar Beleidigungen verunsichern lassen! Das ist sehr traurig!

Langzeitstillen ist nicht unnormal! Es ist wichtig, dass dieses alte Wissen um das Stillen wieder bekannter wird und Stillen von Kleinkindern, auch in der Öffentlichkeit, zu einem normalen Bild wird, ohne Verurteilungen und Schlecht-reden!

Wir haben eine wundervolle Stillbeziehung und das wollte ich euch mitteilen! Ich freue mich, dass es sich so entwickelt hat, einfach weil es funktioniert.

Leider habe ich kaum Stillbilder. Hier war das Herzkind 13 Monate alt. Man sieht, wie groß er ist und das verstört viele Leute. Er ist kein Baby mehr und nur Babys brauchen doch Muttermilch, oder? Jedenfalls geistert das noch in vielen Köpfen umher. Wir waren auf einen Geburtstag eingeladen und der Zwerg war absolut nicht gut drauf, wir dachten schon, wie müssen Zuhause bleiben. Also kurzer Stillstop und plötzlich war alles wieder gut und wir hatten danach noch einen entspannten Geburtstag. :)

Kommentare:

  1. Liebe Sabrina,

    ich schätze deine Artikel sehr, aber an einem Punkt zuckte ich zusammen: "wenn der Kleine sich weh getan hat" oder "von einem anderen Kind geschubst wurde" gibst du ihm Muttermilch. Natürlich tröstet man sein kind, aber irgendwie hat das eine ganz andere Qualität. Sollte ein Kind mit 19 Monaten nicht lernen, Frustrationen ohne MuMi auszuhalten? Kann man ihn nicht auf den Arm nehmen und es ihm erklären? Bindung geht auch ohne Brust. Das da ist für mich verwöhnen.

    Ich hab übrigens nicht gestillt.


    Liebe Grüße
    Fine

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    1. Hallo Fine,

      und hier sind wir wieder bei Verständnis und Toleranz.
      Stillen ist nicht nur Ernährung, sondern auch Nähe, Trost, Kuscheln, Bindung. Alles in Einem.
      Stillen ist bedürfnisorientiert und das Kind lernt das seine grundlegende Bedürfnisse gestillt werden und wächst daran. Das hat nichts mit Verwöhnen zu tun.
      Leider hat sich das im Laufe der letzten Jahre als Verwöhnen "eingebürgert", bzw. wurde so interpretiert, eben weil normales Stillen kaum noch anzutreffen ist. Schade!

      Liebe Grüße, Sabrina

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  2. Hallo Sabrina und Fine,

    Stillen ist so viel mehr als nur Nahrung, genau wie Sabrina das schon geschrieben hat. Es spendet unter anderem auch Trost, Geborgenheit, Nähe, Vertrauen und wirkt besänftigend.
    Verwöhnen bedeutet für mich, Kinder mit Dingen zu überschütten, die es nicht braucht, aber alle genannten Punkte sind für ein gesundes Wachstum sogar Lebensnotwendig.
    Natürlich gibt es andere Wege diese Bedürfnisse zu befriedigen , aber Stillen ist schlichtweg eine der einfachsten und warum man bei sowas natürlichem zusammenzuckt bleibt mir wohl immer ein Rätsel.
    Jeder soll es so machen wie er mag, solange Mutter und Kind zufrieden sind ist doch alles super!
    Ganz liebe Grüße
    Melanie

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    1. Hallo Melanie,

      wunderschön geschrieben! Habe es gelesen, nachdem ich endlich meine Antwort an Fine beendet habe, da ich zwischendurch mein Kind aufgrund des heftigsten Donnerns gestillt und bekuschelt habe. ;)

      Liebe Grüße, Sabrina

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  3. hach wie schön... da find ichs auf einmal echt schade, dass meine Kleene nach gut 9 Monaten auf einmal keine Lust mehr drauf hatte obwohl ich die neu gewonnene Freiheit meist genieße! Ich dachte immer, Babys geben Mamas Brust nie freiwillig auf... Irgendwie war ich da fast ein bisschen beleidigt. Hast du nicht Angst, dass du, wenn du irgendwann mal aufhörst, die "böse" Mama sein wirst? Wie aktuell bei ner Freundin von mir, die ihre 3-jährige Tochter abgestillt hat und jetzt lautstark und abgrundtief "gehasst" wird..
    Liebe Grüße von einer bisher stillen Leserin
    Clara

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    1. Hallo Clara,

      schön von dir zu lesen :)
      Ich denke, es wird mit Kindern viele Situationen geben, in denen wie die "doofen" Eltern sein werden und sie uns auch mal "hassen". Gerade bei den kleinern Kindern, wissen wir im Grunde, dass sie damit nur versuchen ihren Frust irgendwie auszudrücken. Was die Worte genau bedeuten, dass sie uns in dem Moment verletzen, können sie so noch nicht begreifen.
      Natürlich wäre ich traurig und auch verletzt, wenn mein Zwerg irgendwann mal solche Worte zu mir sagen würde. Aber ich werde es aushalten müssen und meinem Kind über diese Frustration hinweg helfen. Der Umgang mit Frust muss auch erst gelernt werden. Ich weiß jetzt schon, dass ich da wieder viele Nerven brauchen werde, so wie in jeder anderen Phase auch ;)

      Vielleicht habe ich auch Glück, dass wir es irgendwann mal gemeinschaftlich entscheiden, davon habe ich auch schon oft gelesen.

      In jedem Fall werde ich dann davon berichten :)

      Liebe Grüße, Sabrina

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  4. Hallo Sabrina,
    danke für den schönen Beitrag! In "freier Wildbahn" trifft man ja leider nicht so häufig auf Langzeitstillende...

    Meine Tochter ist 9 Monate alt und ich sehe bei den meisten den Ausdruck von Ungläubigkeit, wenn ich erzähle, dass ich sie "immer noch" stille. Gerade Leute, die keine Kinder haben oder Flasche geben, sind da wenig verständnisvoll. Oft kommt dann auch das Verwöhnthema auf.

    Wir betreiben nach häufiger Kritik das ganze Verwöhnprogramm: Stillen, Tragen und Familienbett. Komischerweise ist meine Tochter, wenn wir irgendwo anders sind, immer super lieb und ausgeglichen. Wenn es ihr zuviel wird, dann stille ich sie kurz und alles ist wieder gut. :)

    Meine Tochter war schon von Geburt an ein Baby mit großem Nähebedürfnis. Warum sollte ich ihr also das verwehren, was sie doch so sehr braucht!? Es ist wunderbar, zu sehen wie sie sich über Mamas Brust immer freut und wie sie unsere Stillzeit genießt. Andererseits ist es natürlich schon traurig, dass man oft deshalb wie eine Außenseiterin behandelt wird...

    Liebe Grüße,
    Ngoc

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    1. Hallo Ngoc,

      es ist manchmal wirklich schwer. Vor allem, weil Übergangsobjekte: Wie Schnuller, Kuscheltücher, Lieblingskuscheltiere (ohne die nichts geht), Milchflasche auch bei Kindergartenkindern zur Nacht gesellschaftlich vollkommend akzeptiert werden. Diese ganzen Übergangsobjekte sind bei Langzeitstillkindern fast garnicht aufzufinden oder nur in geringer Zahl.... darüber denkt aber die Gesellschaft nicht nach, hauptsache die Brust wird nicht mehr ausgepackt...

      Wie du schreibst, es ist mehr als traurig, über so manche Intoleranz, ohne dass sich diese Personen mal wirklich mit dem Thema befasst haben.

      Liebe Grüße, Sabrina

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  5. Hi Sabrina,
    ich habe meine zweite Tochter sage und schreibe 26 Monate lang gestillt. Sie hatte schon alle Zähne und hat alles gegessen und getrunken und ich stille sie immer noch.Warum kann ich dir heute nicht mehr sagen. Ich weiß nur, es hat mir nichts ausgemacht und ihr gefallen.Wir genossen beide die Nähe und die Auszeit! Irgendwann wurde es dann immer weniger, bis sie sich von selber abstillte.Es hat einfach alles gepasst! Heute ist sie 12 und ein ausgeglichenes, braves, sehr herzliches und soziales Kind. Lass dir von niemanden einreden so oder solange soll oder darf man stillen. Jede Mutter hat ein Bauchgefühl! Hör drauf! Es sagt dir immer das Richtige! Alles Liebe Euch Beiden! Karen

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    1. Hallo Karen,

      das klingt nach einer wirklich sehr harmonischen und schönen Stillbeziehung und auch das Langzeitstillkinder sehr ausgeglichene Kinder sind, das höre und lese ich auch sehr oft :) Danke für deine geteilten Erfahrungen :)

      Liebe Grüße, Sabrina

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  6. Hallo Sabrina,
    sehr schön geschrieben :-)
    Mein Sohn Ian ist 18 Monate und ich stille ihn immer noch.
    Letzte Woche hatte er Magen/Darm, ihm ging es nicht gut und er wollte weder essen noch trinken.
    Das einzige was er genommen und auch vertragen hat, war Muttermilch, ganz abgesehen davon hat er an der Brust Trost und Geborgenheit gesucht und gefunden.

    Meine Tochter habe ich zweieinhalb Jahre gestillt.

    Viele Grüße
    Heike

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    1. Hallo Heike,

      da hast du so recht! Es ist wirklich schön, dass wir unseren Kindern in solchen Situationen, wenn sie krank sind, alles geben können, was sie brauchen und sogar noch jedemenge natürliche Antikörper mithelfen, die dem Kind genau dann auch noch helfen.

      Liebe Grüße, Sabrina

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  7. Hallo Sabrina, danke für den schönen Artikel. Ich habe 42 Monate gestillt, ich musste dann von einem Moment abstillen, weil ich einen Unfall hatte und die Medikamente die folgten meinem Zwerg nicht antun wollte. Ohne stillen wären wir wohl in den 42 Monaten zugrunde gegangen. Mein Sohn war ein Schreikind, ließ sich aufgrund der schweren Geburt nicht ablegen und war immer sehr unruhig. Flasche, Schnuller, Daumen, nichts ging, er wollte Brust. Oft Clusterstillen. Aber durch das Stillen fand er die so wichtige Ruhe. Inzwischen ist er 45 Monate alt und ich merke täglich, wie gut ihm diese lange besonders innige Zeit getan hat. Ich bin sein Fels in der Brandung. Er weiß, egal was, er ist mir das wichtigste und ich bin da. Ist seine kleine Welt in Aufruhr, kommt er zu Mama und irgendwie ist dann alles besser. Mittlerweile auch ohne Brust. Ich würde immer wieder Bedürfnisorientiert stillen. Auch gegen die vielen vielen nicht endenden Widerstände. Liebe Grüße und noch viele schöne StillMomente Steffi

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    1. Hallo Steffi,

      da haben sich die anstrengenden Zeiten mit deinem kleinen Schreikind wirklich ausgezahlt. Es liest sich wirklich schön, dass ihr so ein tolles Verhältnis habt und das ist ja auch schlußendlich das Wichtigste! Da müssen wir alle unsere eigenen Wege finden und andere Menschen müssen das auch zulassen und nicht einfach immer dazwischen reden wollen.
      Danke für deine Erfahrungen :)

      Liebe Grüße, Sabrina

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  8. Hm ... ich finde Langzeitstillen schon gut, aber bei manchen Frauen denke ich (wirklich nur ein sehr geringer Teil, aber es gibt sie!), es ist eine Ersatzbefriedigung für etwas, was ihnen fehlt. Nähe des Partners, fehlende Nähe in der eigenen Kindheit, es wird geklammert etc.

    Andererseits gibt es Mütter, bei denen das Stillen einfach nicht klappt. Und die müssen sich dann Kommentare von "Langzeitstillenden" anhören und schiefe Blicke ertragen. Langzeitstillende Mütter hoffen auf Toleranz von den "anderen Müttern", aber die "anderen Mütter" würden sich auch mehr Toleranz wünschen. Denn sie würden vielleicht gerne stillen und Kommentare wie "Du stillst nicht? Findest Du das gut? Stillen ist sooo wichtig!" setzen einfach nur unter Druck und machen diese Mütter, bei denen es nicht klappt, einfach traurig und zum Teil wütend. Ich würde mir wünschen, dass man sich nicht gegenseitig "verurteilt/beurteilt" und dem Thema mit mehr Sensibilität begegnet.

    Manche Mütter setzen sich dann so unter Druck und pumpen bis zu blutigen Brustwarzen ab (weil sie ja ihrem Kind nur das Beste geben möchten und die Gesellschaft es so vorgibt), alle 3 Stunden und wenn sie danach endlich mal eingeschlafen sind (also ich spreche jetzt von der Nacht), wird das Kind wach und möchte Milch.

    Ich finde es gut, wenn das Kind auf lange Zeit gestillt wird, aber verurteilt nicht die, die es einfach nicht können, obwohl sie es gerne möchten. Habt auch diese Mütter im Blick!

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    1. Hallo,

      ich musste jetzt meinen Text oben nochmal durchlesen, ob ich irgendwo nichstillende Mütter verurteilt habe... ich denke meines Wissens nicht! Ich schrieb sogar, dass es wichtig ist, dass beide, Mutter und Kind, glücklich und zufrieden mit der Stillbeziehung sind.
      Wenn es nicht klappt, wie du auch schreibst, sollte man sich nicht schuldig und schlecht fühlen. Hier können wir, wie ich auch geschrieben haben, froh sein, dass es die Ersatznahrung gibt und dann auch genutzt werden kann.

      Schlimm finde ich daher eher diejenigen die falsch beraten. Die den Müttern falsche Ratschläge geben oder schnell zum Abstillen raten. Die absolut veraltetes Wissen wieder und wieder vorkauen und den Müttern damit nicht helfen. Und das wird leider nicht besser, sondern eher noch schlimmer werden, wenn die Hebammenproblematik nicht bald zu Gunsten der Hebammen eine Lösung findet. Wer soll dann altes Wissen noch weitertragen? Die Ärzte? Die meinen ja sowieso wir Frauen könnten mit unserer Muttermilch niemals ein Baby ausreichend ernähren... da fragt man sich was die Frauen früher so gemacht haben, mit ihrer Milch.... egal...

      Ich bin froh, dass bei mir alles so einfach und problemlos klappte und wollte dies auch einfach nur mitteilen :)

      Liebe Grüße, Sabrina

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  9. Hallo Sabrina,

    Danke dir für den tollen Artikel und Blog. Lese mich gerade warm :-)

    Bist du während der Stillzeit auch mal länger von deinem Kind getrennt gewesen? Ich würde schon gern mal ein zwei Nächte am Wochenende unterwegs sein und mein Mann kümmert sich. Hab nur Bedenken, ob ohne Pumpen nicht die Milch weg bleibt?!
    Butz ist 10 Monate und isst auch schon viel (BLW).

    LG Claudia

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    1. Hallo liebe Claudia,

      danke schön :)
      Ich war bisher noch keine Nacht vom Herzkind getrennt, es hat sich bisher nie ergeben und ich hätte die gleichen Bedenken gehabt, wie du jetzt auch. Gerade weil das Abpumpen bei mir nie wirklich gut funktioniert hat, wäre das keine Option gewesen.
      Tut mir leid, dass ich dir da nicht helfen kann. In Facebook gibt es allerdings ganz tolle Gruppen zum Thema Langzeitstillen und die können dir sicherlich einige Tipps geben :)

      Liebe Grüße, Sabrina

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