Mittwoch, 30. März 2016

Zweierl-Ei vom Osterhasen

Für den Nachtisch am Ostermontag waren wir zuständig. Etwas besonderes und auch passendes sollte es sein und so suchte ich im Internet nach Ideen und Anregungen. Schließlich wurde ich fündig und weil ich diese Idee so toll fand, möchte ich sie mit euch teilen. Auch wenn es für dieses Jahr zu spät ist, Ostern kommt wieder... und dann schieb ich den Beitrag in einem Jahr einfach wieder für euch rechtzeitig vor Ostern hoch ;)


Es gab Zweierlei vom Osterhasen. Schönes Wortspiel, oder? 

Wir haben noch rechtzeitig angefangen ausreichend Eierschalen aufzuheben. Dafür haben wir ein Loch in die Eier gepickt und dieses vorsichtig ausgeweitet und das Eiweiß und den Eidotter herauslaufen lassen. Die leeren Schalen haben wir dann im heißen Wasser ausgekocht und die Eihäute entfernt.

So konnten die Eier dann mit einer leckeren Frischkäse- und einer Himbeer-Schokoladen-Creme gefüllt werden. Die Frischkäsecreme wurde mit einem Mango-Mirabellen-Topping gekrönt, was dann fast so aussah, wie ein echtes aufgeschlagenes gekochtes Ei. Bei dem ursprünglichen Rezept der Himbeer-Creme, haben wir die Blaubeeren einfach durch die Himbeeren ersetzt. Außerdem haben wir viel mehr der Fruchtmasse hinzugegeben, um mehr Geschmack zu erhalten.

Die Osterhäschen wurden aus einem Quarkteig hergestellt und mit einem süßen Stummelschwänzchen verziert.

Die Eier"becher" haben wir aus einem Biskuit-Teig hergestellt und ausgestochen und konnten daher sogar mitverspeist werden.

Aus diesen Einzelkomponenten bastelten wir einen wundervollen und passenden Osternachtisch, der durch die Eierschalen einfach mal anders und originell zugleich war.

Die Eierkartons eignen sich dann auch prima für den Transport!

Dienstag, 22. März 2016

Exklusiv-Zeit für das große Geschwisterkind

Das Geschwisterkind ist da und plötzlich ändert sich alles! Nicht nur für uns als Eltern, sondern auch für das große Geschwisterkind. Ich kann natürlich nur von zwei Kindern sprechen, denke aber auch, dass die Umstellung für das Erstgeborene immer am Schwierigsten sein wird, denn es hatte als einziges der Geschwisterkinder seine Eltern für eine gewisse Zeit ganz für sich alleine. Niemand war da, dass ihm die Zeit und die Aufmerksamkeit mit seinen Eltern beschränkte.

Diese raumgreifende Veränderung müssen wir als Eltern auffangen bzw. auch viel Verständnis für unsere "Großen" aufbringen, wenn sie sich plötzlich so komplett anders verhalten als bisher. 

Wichtig ist wohl die Exklusiv-Zeit mit ihnen. Zeit, in welcher wir ihnen aufmerksam zuhören, gemeinsam mit ihnen alleine etwas unternehmen bzw. generell aufmerksam sind für sie, wenn das kleine Geschwisterchen beim anderen Elternteil ist oder schläft.

Aber was genau bedeutet "aufmerksam sein" für das Kind? Nicht immer ist es einfach nur kuscheln oder mit dem Elternteil alleine sein. Es gibt ganz viele verschiedene Möglichkeiten des "Aufmerksam seins" und das hat "Das gewünschteste Wunschkind" sehr gut beschrieben. Auch der Artikel "Die Entthronung des Erstgeborenen" finde ich sehr hilfreich.

Beim Sohn spiegeln sich viele Arten der Aufmerksamkeit wieder und es ist wie auch in dem Artikel beschrieben, wichtig, dass diese auch alle wahrgenommen und geachtet werden. 

Zum Einen ist er sehr erzählfreudig und er merkt es sofort, wenn ich nicht mit meiner vollen Aufmerksamkeit bei ihm bin. "Mama, hörst du mir überhaupt zu?!" Es ist gerade zum Ende des Tages schwierig noch wirklich voll dabei zu sein, wenn man sich eigentlich schon vorstellt, wie toll sich so ein Kopfkissen an der Wange anfühlt...
Viel Aufmerksamkeit zum Reden kann ich ihm daher auf dem Heimweg von Kindergarten geben. Er fährt mit seinem Laufrad neben mir her und ich höre zu oder beantworte die gefühlt millionste Frage. Ich bin dann ganz bei ihm und nicht abgelenkt. Kein Hausarbeit die ich sehe und mich unruhig werden lässt, kein Smartphone in meiner Hand, kein Telefonanruf der mich ablenken könnte. Einfach nur er und ich. Da die Maus im Kinderwagen oder der Tragehilfe schläft, bin ich ganz bei ihm.

Was ich lange Zeit nicht verstanden habe, aber auch in oben verlinkten Artikel sehr gut beschrieben wird, ist die Aufmerksamkeit nach Hilfe. Gerade wenn man sein Kind bei seiner Selbstständigkeitsentwicklung helfen möchte und dieses lieber sagt "Ich kann das nicht!", war ich so manches Mal frustriert. Das war schon immer so, hat also nichts mit einer "Rückentwicklung" durch das Geschwisterkind zu tun. Durch den Artikel habe ich verstanden, dass der Sohn durch diese Hilfestellungen Aufmerksamkeit verlangt und auch bekommt. Es ist nämlich nicht so, dass er es nicht kann. Er könnte sich schon wunderbar selbstständig an- und ausziehen und vieles mehr, verlangt aber doch immer wieder nach Hilfe, die wir ihm eben geben. Manchmal finde ich dies anstrengend, gerade jetzt wenn ich die kleine Schwester in der Trage habe und soll dem Sohn dann noch bei allem möglichen helfen, von dem ich weiß, er kann es. Dann heisst es Zähne zusammenbeißen und daran denken, dass es ihm um Aufmerksamkeit geht, die er benötigt. Es gibt auch genügend Tage, in denen er diese Art der Aufmerksamkeit nicht bekommen kann, gerade wenn die Schwester knatschig ist, daher ist die Zuwendung an den anderen Tagen wieder umso wichtiger.

Mein Sohn ist ein großer Kuschler. Ich umarme ihn im Alltag so oft ich kann, manchmal sind es nur wenige Sekunden, manchmal Minuten. Wie es die Zeit zulässt. Ich sage ihm oft, wie lieb ich ihn habe und was er für ein toller Sohn ist. Genauso oft bekomme ich von ihm gesagt, wie sehr er mich liebt und auch seine Schwester wird oft mit Küssen und lieben Worten bedacht. Abends will er Exklusiv-Kuschelzeit mit mir. Er will mit mir in sein Bett, eine Geschichte vorgelesen bekommen und dann an mir gekuschelt einschlafen. Ich genieße dies ebenfalls sehr. An Abenden, an denen das nicht möglich ist, weil der Papa nicht da ist und die Schwester nicht nehmen kann, ist der Zwerg sehr traurig und ich weiß kaum wohin mit meinem schlechten Gewissen. Wir haben es schon oft versucht mit der Schwester dabei, aber sie wird unruhig, sie schläft beim Stillen auch nicht ein, es funktioniert leider nicht. Der Sohn schläft dann also irgendwann neben mir auf der Couch ein. Im Familienbett funktioniert das Geschichteerzählen und Kuscheln mit der Schwester auch nicht, sobald ich etwas abgelenkt bin, meckert sie. Ich hoffe, dass ändert sich alles noch und wir können auch solche Abende gemütlicher gestalten.

Was der Sohn auch sehr einfordert sind seine Zeiten bei den Großeltern. Dort bekommt er wirklich die ungeteilte Aufmerksamkeit von diesen. Alles dreht sich um ihn und als Enkelchen wird man natürlich verwöhnt und betüddelt. So oft er will und es möglich ist, kann er also bei den Großeltern übernachten und seine Exklusivzeit dort genießen. Das ist natürlich nur ein Bonus für ihn, es bedeutet nicht, dass wir ihm als Eltern dann weniger Exklusivzeit geben müssten, denn für den Sohn und für jedes Kind, ist es wichtig, dass gerade die Eltern für es da sind und es weiß, trotz Geschwister, trotz weniger Zeit, haben mich meine Eltern weiterhin genauso lieb und ich sehe, dass sie versuchen viel Zeit mit mir zu verbringen und gerne mit mir zusammen sind.

Ihr lest also, mein Sohn fordert viele der möglichen Aufmerksamkeitsarten ein. Es ist wichtig zu erkennen, welche Art der Aufmerksamkeit mein Kind einfordert, damit ich auch genau dort auf mein Kind eingehen kann. Mit der richtigen Aufmerksamkeit für mein Kind, kann es Kraft für den Tag tanken und für so manche Tage, die eben nicht rund laufen, an denen die Aufmerksamkeit der Eltern vielleicht vermehrt auf das Geschwisterkind gerichtet sind. Und jedes Kind ist anders, kein Kind ist gleich und deswegen können Kinder nicht gleich behandelt werden. Daher ist es oft so schwierig für uns Eltern zu wissen, was unsere Kinder JETZT brauchen. Ich versuche also mein Bestes zu geben, um den Sohn zu zeigen, wie wichtig er mir weiterhin ist, wie sehr ich die Zeit mit ihm genieße und wie sehr ich ihn liebe. ♥


Montag, 21. März 2016

Unser Wochenende in Bildern: Von Toiletten und Flohmärkten

Dieses Wochenende war recht eintönig und wir verbrachten es im Großen und Ganzen auch nur Zuhause. Denn den Sohn quält der Durchfall und ich traute mich keinen Stück zu weit von einer greifbaren Toilette weg. Zwar schien es eine eher leichte Magen-Darm-Geschichte zu sein, denn dem Sohn ging es soweit gut, aber wenn der Bauch dann doch mal grummelte, dann musste es schnell gehen. Kennen sicherlich viele von euch!

Der Samstagmorgen startete für mich mit Ringen unter den Augen. Keine Ahnung was die Tochter quälte, aber sie schaffte es bis 2.30 Uhr nicht in den Schlaf. Ich wanderte irgendwann sogar ins Wohnzimmer aus, damit wenigstens die Männer in Ruhe schlafen konnten. Leider war der Sohn dann auch schon um 7.30 Uhr wieder wach und da ich im Wohnzimmer lag, wurde ich es dann automatisch auch, nachdem die Männer dann runter kamen. 
Der Sohn schnappte sich nach dem Frühstück seine Eisenbahn und spielte ausgiebig. Die Tochter wurde von mir komplett umgezogen, nachdem sie mal wieder gespuckt hat. Kenne ich vom Sohn übrigens garnicht... ich fragte mich damals schon für was ich die Unmengen an Spucktücher gekauft hatte... jetzt brauche ich sie...




Mittags fuhr ich dannmit der Tochter und einer Freundin zu einem Kinderbasar in der Nähe und da diese schwanger ist, durften wir schon früher rein. Welch ein Vorteil und es ist deutlich entspannter, bevor dann der große Ansturm kommt. Kennt ihr, oder? Jedenfalls fand ich ganz viele schöne Sommersachen für die Tochter und einige tolle Wissensbücher für den Sohn. Das war mal wieder eine super Ausbeute und meine Flohmarktsucht wurder ausgiebig befriedigt!


Der Sohn war mit dem Papa währenddessen in der Feuerwehr, da dort der Papa für die Mitgliederversammlung am Abend noch einiges vorbereiten musste. Dort war eine Toilette in der Nähe, also machbar. Wieder Zuhause war der Sohn dann fix und fertig und schlief eine Runde. Magen-Darm schlaucht!

Ich bereitete dann schon alles für das Abendessen vor. Als Mama denkt man ja vor und weiß, je schneller es später beim Abendessen mit Kindern geht, umso besser. Je mehr vorbereitet ist, um so entspannter wird alles. Vor allem, wenn der Papa Abends eben nicht als Unterstützung da ist. Es gab Schupfnudeln mit Brokkoli und Pilzen. Lecker! Der Sohn hatte darauf keinen Hunger und mampfte dafür zwei Bananen. Hauptsache irgendwas, denke ich mir! Die letzten Tage hatte er nicht viel gegessen.


Die Nacht auf den Sonntag, war recht unentspannt. Dreimal musste der Sohn schnell auf die Toilette. Der Durchfall quälte ihn. Dafür schlief die Tochter durch! Jawohl! Ich schwöre es euch! 10 Stunden! Und meine Brüste platzten, ich musste also schnell mal abpumpen.
Nachdem alle erwacht waren, schauten die Männer fern. Formel 1 hat wieder angefangen. Was kann man diesem Gebrumme eigentlich abgewinnen? Der Sohn kuschelte dabei eine Runde mit seiner Schwester und danach lachte die Maus bei ihrem Papa. Einfach zum dahinschmelzen! 


Auch am Sonntag gab es einen Kinderbasar in der Nähe. Wieder bin ich mit der Freundin dort hin. Diesmal ohne Tochter. Der Basar war winzig und so fand ich nur zwei Teile für die Tochter. Für den Sohn war mal wieder nichts dabei... 


Wieder Zuhause ging es weiterhin recht gemütlich zu. Der Sohn hatte kein Bauchweh mehr. Vielleicht war die Nacht das letzte Aufbäumen des Infekts gewesen. Zur Sicherheit, denke ich mir, bleibt er am Montag trotzdem nochmal daheim von Kindergarten. 
Irgendwann konnte ich mich dann auch etwas zurückziehen und hörte beim Stillen einen Vortrag des wundervollen Bildungskongresses, der derzeit Online jeden Abend läuft. Leider schaffe ich garnicht soviel zu hören, wie ich gerne möchte. Mit zwei Kindern aber eben kaum möglich.


Papa und Sohn bereiten derweil das Abendessen vor. Es gibt Crepé gefüllt mir verschiedensten Leckereien. Danach wird noch gebadet und die Kinder bettfertig gemacht.Ich merke, dass die nächste süße Hose bald zu klein wird. Wie schnell die Tochter doch wächst. Der Sohn ist ruckzuck eingeschlafen, der Körper braucht den Schlaf nach dem schlauchenden Infekt. Wir sehen noch etwas fern und gehen auch recht früh ins Bett. 



So schnell war das Wochenende wieder rum, auch wenn man nicht viel macht... Ich hoffe, dem Sohn geht es nun wieder besser, so dass das Oster-Wochenende ruckzuck kommen kann. Darauf freut er sich schon sehr!

Wer noch weitere Wochenend-Berichte lesen und bestaunen möchte, der schaut am besten bei Susanne von Geborgen Wachsen vorbei, welche die Aktion Wochenende in Bildern gestartet hat.

Donnerstag, 17. März 2016

Kinder(-Routinen) ändern sich!

Tagesgestaltungen und Abläufe, die heute noch gut funktioniert haben, können morgen schon zu großen Dramen bei unseren Kindern führen und wir Eltern, vorallem wenn wir dies zum ersten Mal erleben, stehen zunächst ratlos vor dieser neuen Situation.
Fast alle Menschen lieben ihre Routinen. Liebgewonne Rituale und Tagesabläufe werden immer wieder gerne abgespult, weil sie uns mittlerweile so leicht von der Hand gehen und unseren Tag strukturieren und erleichtern.
Auch unseren Kinder oder im Speziellen unseren Kinder, sind strukturierte Abläufe wichtig. Durch diese gestaltet sich ihre Welt und sie finden sich darin wieder und wissen in der Abfolge was auf sie zukommen wird. Es erleichtert ihnen ebenso vieles und sie fühlen sich nicht uns Erwachsenen komplett ausgeliefert, sondern integriert und teilhabend.

Nun wachsen unsere Kinder stetig, nicht nur körperlich, sondern auch geistig. Sie werden immer selbstständiger und so verändert sich natürlich auch ihr Blickwinkel auf bisherige Routinen. Nach und nach wollen sie vieles alleine machen, sie wollen gerade was die eigene Pflege betrifft keine Übergriffigkeiten, sie wollen wahrgenommen werden und sich sicher sein, dass sie mitentscheiden können.

Von heute auf morgen scheint es uns, ändern sich unsere Kinder und protestieren plötzlich lautstark. Es liegt an uns Erwachsenen hier flexibel zu bleiben. Natürlich lieben auch wir unsere Routinen und es fällt uns oft schwer daran etwas ändern zu wollen. So toll war doch diese bisherige Komfortzone. Hat doch bisher alles wunderbar geklappt, wieso soll man daran nun etwas ändern? Ich bin doch der Erwachsene, ich habe doch die Entscheidungen zu treffen! Wenn ich jetzt nun nachgebe, wenn ich nun andere Wege suche, wenn ich meinem Kind Entscheidungen überlasse.... wird ist dies dann immer verlangen? Werde ich dann noch die "Kontrolle" haben? Werde ich zukünftig immer diskutieren müssen?

Ja, es wird so sein! Natürlich werden wir mit unseren Kindern immer mehr diskutieren müssen! Sie werden älter, sie werden bisherige Regeln und Abläufe hinterfragen. Sie werden wissen wollen, warum und wieso. Und wir müssen uns dann auch immer wieder fragen, wie würde ich mit einem Erwachsenen in dieser Situation umgehen? Hier diskutieren wir auch, hier zählen auch beide Meinungen und hier müssen wir auch gerade in einer Partnerschaft/ in einer Beziehung zu gemeinsame Entscheidungen und Lösungswegen finden.
Nicht anders ist es auch bei unseren Kindern. Zunächst übernehmen wir noch viele Entscheidungen und Abläufe selbst und müssen diese nach und nach abgeben. Manchmal ist das nicht so einfach, denn unsere Kleinen können entweder sprachlich noch nicht sagen, was sie nun möchten oder sie wissen, etwas passt nicht, können es aber noch nicht ausdrücken. 
Gerade diese Zeit ist besonderns schwierig für uns als Eltern, aber auch für die Kinder selbst. Es kann sehr frustrierend sein und manchmal auch viel Zeit und Ausprobieren benötigen, bis neue passende Abläufe gefunden wurden.

Wer kennt das nicht: Plötzlich ist Zähneputzen doof. Sobald das Kind das bisherige Zu-Bett-geh-Ritual erkennt, wird sich verweigert. Morgens wollen sie nicht mehr aufstehen und in den Kindergarten. Das Wechseln der Windeln findet nur unter Protest statt. Haarewaschen wirkt auf die Nachbarn als würden wir das Kind quälen, in der Süßigkeitsabteilung passiert der Supergau, wir wollen heim und das Kind will bleiben und und und.... jeder von uns kann hier sicherlich gefühlt hunderte solcher Szenen beschreiben.

Was sollen wir nun tun? Bei unserem Standpunkt bleiben? Unser Kind zwingen? Eventuell sogar Gewalt anwenden müssen? Wie oben schon geschrieben, wir sollten uns dabei fragen: Würden wir auch mit einem Erwachsenen so umgehen? Gerade körperliche Übergriffigkeiten sind im Grunde nur so lange möglich, wie unsere Kinder klein sind... und dann? Wie wollen wir dann irgendwann mit unseren Teenagern umgehen? Ist ein Umgang/ eine vertraure Beziehung zu ihnen dann noch möglich?

Ich weiß wie schwierig ein Umdenken ist. Vor allem, wenn wir in diesen Stress-Situationen stecken und es einfach keinen Ausweg zu geben scheint. Wir stecken in dieser Abwärtsspirale und wenn wir nur daran denken, dass wir jetzt dies oder jenes wieder tun müssen und das Kind ganz sicherlich verweigern wird, bricht uns schon der Schweiß aus. Ich habe selbst schon einige Routinen mit dem Sohn überdenken müssen. Einige Male musste der Frust bei mir selbst so groß werden, dass ich eine Veränderung suchte und andere Male fand ich die Hilfe durch Tipps von Anderen, ich selbst wäre wohl nie auf die oft simple Lösung gestoßem. Immer wieder klappte, nach teilweise kleinen Änderungen, das Zusammenleben aller wieder viel besser. So plötzlich der Sturm gekommen war, ist dann wieder eine wundervolle Harmonie entstanden. Eben darum, weil ich mein Kind ernstgenommen habe, weil ich den Hintergrund seines Verhaltens wissen wollte. 

Es gibt keine Patentlösungen für bestimmte Abläufe oder Rituale. So unterschiedlich jeder einzelne von uns ist, so unterschiedlich sind die Lösungen die jede einzelne Familie für sich finden muss. Jedes Ratgeber-Buch, jedes Elternforum kann nur Tipps geben, die vielleicht für unsere eigene Situation helfen können, vielleicht auch nicht. Weil vielleicht doch noch ein anderer Beweggrund hinter dem Verhalten unserer Kinder steckt, als wir denken.

Unsere Beispiele:

Bei unserem Sohn belastete mich das morgendliche Wecken und Anziehen für den Kindergarten sehr. Er wollte nicht aufstehen, verweigerte sich, wollte sich nicht anziehen lassen, verweigerte sich. Der Streß von unserer Seite wurde immer größer, je weiter der Zeiger der Uhr wanderte und wir irgendwann wussten, kommen wir nun nicht aus dem Haus, kommen wir zu spät zur Arbeit. Es war eine Abwärtsspirale und konnte nur schlimmer werden, wenn sich nicht etwas änderte. Denn Tip bekam ich dann aus einer Kommunikationsgruppe. Morgens noch mehr Zeit einplanen und auch Zuhause frühstücken, obwohl es ein supertolles Frückstucksbuffet im Kindergarten gibt. Der Zwerg brauchte diese Zeit und vor allem die gemeinsame Zeit morgens, um sich streßfrei auf den Kindergarten vorbereiten zu können. Auch wenn sich in mir zunächst alles sträubte noch früher aufstehen zu müssen, wenn es doch Frühstück im Kindergarten gibt, hat die Veränderung durch mich bewirkt, dass Morgens nun alles sehr harmonisch abläuft. 
Man kann als Eltern hier auf seinen Schlaf bestehen, aber gewonnen hätte man dadurch nichts, außer Streß, Streit und schlechte Laune auf beiden Seiten und einem Kind, welches sich in seinen Gefühlen nicht gesehen und übergangen fühlt. Was zwangsläufig dazu führen wird, dass es auch in anderen Situationen zukünftig nicht kooperativ sein wird, weil es wenigstens irgendwo gesehen werden möchte.

Andere Situation: Das Zähneputzen. Auch hier gab es zwischenzeitlich Protest. Der Zwerg wollte nicht mehr Zähneputzen und ich verfiel zunächst in die elterliche Fürsorgepflicht für gute Zähne verantwortlich zu sein und das die Zähne geputzt werden MÜSSEN. Aber auch hier, Zwang bringt nichts und verschlimmert die Situation nur. Was hat also geholfen? 
Der Hintergrund für das Kind ist wie so oft, gesehen und geachtet zu werden und gerade bei der eigenen Pflege selbst entscheiden zu können. Immerhin bekommt es hier in seinem Mund herumgeschrubbt. Es hilft also allen, auch mal das Zähneputzen sein zu lassen, wenn das Kind wirklich überhaupt nicht will. Oft ist das Kind auch einfach schon hundemüde und wir müssen unseren Tag umstrukturieren, das Zu-Bett-gehen früher einleiten. Es sieht, dass seine Entscheidung respektiert wird. Es hilft, dem Kind zu erklären, warum wir putzen wollen und müssen. Bei manchen Kindern helfen Zahnputzliedern, bei manchen das gegenseitige Putzen, bei manchen einfach nur der veränderte Ablauf an sich. Ich wollte gerne vor dem Umziehen Zähneputzen, damit nicht der Schlafanzug mit Zahnpasta beschmutzt wird bzw. das Tagesoutfit. Der Zwerg wollte sich unbedingt erst umziehen, alles Erklären half da nichts. Ich musste also seinen Weg akzeptieren, wenn ich wollte das er seine Zähne ohne Zwang putzt. Ich werfe seit dem ein Handtuch über ihn und somit wird die Kleidung auch nicht dreckig. Zähneputzen funktioniert seit dem wunderbar! 

Unsere Kinder geben uns immer wieder sehr deutliche Signale, wenn sie etwas geändert haben möchten, wenn sie andere Meinung sind und wenn sie sich unwohl fühlen. Das ist nicht einfach nur "Trotz und Willen durchsetzen wollen". Sie wollen als Mensch wahrgenommen und gesehen werden, sie wollen auch sich und ihre Meinung in das Familienleben einbringen können und das auch sie gleichwürdig sind. Für uns Eltern bedeutet dies oft ein langer Weg des Lernens, denn zu oft steckt in uns noch dieses unwürdige Bild des "kleinen Tyrannen, der alles an sich reißen will". Das ist verdammt noch mal nicht einfach, sich davon zu lösen und wirklich zu verstehen, was sich hinter dem Verhalten unserer Kinder verbirgt. Wir stehen in den betreffenden Situationen oft vor Wänden und finden keinen Ausweg. Auswege gibt es aber immer, nur finden und zulassen müssen wir sie. Wir müssen mit jeder neuen veränderten Situation auch daran denken, dass unsere Kinder täglich wachsen, sich täglich ändern und dadurch eine Änderung von Routinen völlig normal sind. Wir müssen in unserem Denken daher flexibel bleiben und nicht festfahren. Wir werden sehen, dass dann oft vieles einfacher und leichter im Alltag werden wird. 

Habt ihr auch schon solche Situationen erlebt? Ging euch dann auch irgendwann ein Licht auf, was ihr ändern müsst? Habt verstanden was eure Kinder wirklich wollten? Und plötzlich war alles wieder harmonisch?


Dienstag, 15. März 2016

Unser Stoffwindel-Wickelplatz


Wer von Wegwerfwindeln auf Stoffwindeln umgestiegen ist, der kennt den Unterschied. Plötzlich braucht man doch deutlich mehr Platz als zuvor. Neben den üblichen Utensilien am Wickelplatz müssen nun alle Arten Stoffwindeln und Einlagen Platz finden. Ebenso Platz für die benutzten Windeln und Feuchttücher.
Vor der Geburt der Tochter habe ich daher den Wickeplatz nochmals komplett neu organisiert. Die Windeln hatte ich beim Sohn noch in einem Teil des Kleiderschrankes, den ich jetzt für die Tochter benötigte. So sieht nun der neu entstandene Wickelplatz aus:


Mein Wickeplatz-System ist von verschiedenen Möbel-Herstellern zusammen gebastelt. Vorgefertigte Kinderzimmer haben mich nicht angesprochen, da gerade der dabei vorhandene Kleiderschrank in meinen Augen immer zu klein ist. Am Wickelplatz selbst befinden sich eine kleine Rassel und ein Schnuller, falls es mal wieder länger dauert... bzw. wir uns eben einfach Zeit lassen und erzählen und spielen. Was dort an Beschäftigung liegt, wird sich natürlich immer mal wieder ändern.


Die Schublade direkt unter dem Wickelplatz ist groß genug um alle benötigten Stoffwindeln, Einlagen, Überhosen, Nachtwindeln usw. zu verstauen. Von links nach rechts: Fleece von Little Lamb, Bambuseinlagen von Little Lamb, diverse Überhosen von Max und Menos und Petit Lulu, dann Baumwoll-Prefolds von Blümchen und ganz rechts Blueberry Simplex. Vorne habe ich die Nachtwindeln hinein gelegt. Um alles besser strukturieren zu können, verwende ich die Schubladenfächer von IKEA.

Im Regal (auch von IKEA) über dem Wickelplatz befindet sich alles weitere, was ich zum Wickeln benötigen könnte. Links in den Kistchen diverse Pröbchen, Fieberthermometer, Zäpfchen usw. Dann zum Cremen und Pflegen meine Weleda-Kollektion (bin sehr begeistert davon!) und das Vitamin D-Öl, gut sichtbar damit ich jeden Tag daran denke. Auf der rechten Seite befinden sich ein Vorrats-Kistchen mit vorgeschnitten Tüchern, dann in der mittleren Box  die angesetzte Feuchttücher und rechts eine Box, in welcher ich benutzte Windeln und Feuchttücher zwischenlagere bis ich sie dann in den Wäschekorb auf den Balkon bringe. Wenn der Wäschekorb voll ist, wird gewaschen.

Über dem Wickelplatz befindet sich noch eine Art Mobile an einem geweisselten Ast, welches ich problemlos immer wieder austauschen kann.

Mit dieser Strukturierung komme ich gut zu recht und alles ist problemlos erreichbar. 

Wie sieht denn euer Wickelplatz aus?

Die wunderhübsch gehäckelten Maustiere stammen von der Tante meines Mannes.

Montag, 14. März 2016

Unser Wochenende: Schlechte Laune und Sonnenschein

11 Monate ist es her! Fast 11 Monate habe ich kein einziges "Wochenende in Bildern" mehr verbloggt!. Davei liebe ich diese Serie so sehr und schaue mir selbst immer wieder gerne die vielen Blogbeiträge anderer BloggerInnen dazu an, da sie auch viel Inspiration für die eigenen kommenden Wochenenden bieten. Daher freue ich mich total, endlich wieder selbst an dieser tollen Aktion von Susanne teilnehmen zu können.

Der Samstag startete nicht gut! Ich war noch von Freitag sehr müde und hatte mich darauf gefreut ausschlafen zu können... war leider nicht... nun werden wohl einige von euch denken, wie kann man als Mama ans ausschlafen denken? Eigentlich, ja eigentlich, habe ich Langschläferkinder... aber wie Kinder nun mal so sind, machen sie einem genau dann einen Strich durch die Planung, wenn man wirklich mal plant...
Also musste ich viel zu früh aufstehen und meine Müdigkeit manifestierte sich zu einer handfesten schlechten Laune, die an diesem Tag so überhaupt nicht von mir weichen wollte. Das spürte dann wohl auch die kleine Tochter und klebte somit noch mehr als sonst an mir. Sie wusste dann auch nicht, will sie getragen werden, will sie lieber an mir kuscheln, will sie beim Stillen einschlafen oder doch lieber in der Trage... hmpf... nur auf dem Wickelplatz war wirklich Ruhe und die kleine Maus strahlte mich an. Hach, dieses Lächeln ist zum immer wieder neu verlieben gemacht.


Der Sohn schnappte sich seine Arbeitskleidung und half seinem Papa im Garten. Er schaufelte Sand auf die Fugen, kehrte den Sand mit dem Papa ein, mischte Beton an, brauchte ihn mit seiner Schubkarre zum Papa und verfugte damit einige Unebenheiten. Die Beiden waren lange beschäftigt und kamen erst am Nachmittag wieder rein. Der Papa ging dann noch einkaufen und danach wanderten alle noch in die Badewanne. Außer ich. Ich nahm mir das Duschen für den Sonntag vor. Alleine!




Am Sonntagmorgen konnte ich dann endlich ausschlafen. Papa und Sohn stiegen um 8 Uhr auf, spielten eine Runde und bereiteten das Frühstück vor. Die Tochter und ich kuschelten noch bis 9 Uhr bevor wir ebenfalls aufstanden. Die Sonne strahlte herrlich und wir planten während dem Frühstück unseren Tag.
Der Papa wollte unbedingt mal wieder Cachen gehen und suchte eine schöne Strecke aus. Da diese Strecke in der Nähe meiner Eltern war, planten wir nach der Tour noch dort vorbei zu kommen und ich fragte, ob meine Oma Waffeln zum Kaffee machen könnte? Oh ja! Ich freute mich schon drauf!
Nach dem Duschen (Alleine!), starteten wir also unsere Caching-Tour und packten dafür den Fahrradanhänger ein.
Das Laufrad des Sohnes wurde ebenfalls mitgenommen und am Startpunkt wurde alles aus dem Auto geholt, zusammengebaut und los ging es. Ich liebe wirklich unserenAnhänger von Leggero Vento und mit dem neu dazu gekauften Jogger-Set kann man ihn auch prima als Kinderwagen-Ersatz verwenden und somit zwei müde Kinder und viel Gepäck problemlos transportieren.



Der Sohn wechselte zwischen Laufrad-Fahren und Laufen hin und her und half dem Papa oder mir ganz eifrig dabei die Verstecke ausfindig zu machen und die Caches hervor zu holen. Er krabbelte dafür ins Gebüsch, suchte unter Wurzeln oder in Bäumen danach. Es machte ihm sichtlich Spaß. Geocaching kann ich wirklich jeder Familie nur empfehlen, so finden sich immer wieder neue spannenende Touren durch Feld, Wiese oder Wald.





Wir waren fast 8 Kilometer und mehr als 3 Stunden unterweg. Der Sohn konnte sich plötzlich kaum noch auf dem Laufrad halten und setze sich zu seiner Schwester in den Anhänger, die wirklich den kompletten Ausflug darin verschlafen hatte. Zur Sicherheit hatte ich extra die Trage mitgenommen, war aber wirklich sehr froh, sie auch mal nicht tragen zu müssen und meinen Rücken etwas Entspannung zu gönnen. Die letzte halbe Stunde Fußmarsch verschlief der Sohn also im Hänger und wir waren mal wieder sehr froh über unsere Investition. So können auch lange Strecken geplant und bewältigt werden. 
Nachdem alles wieder eingeladen war, führen wir zu meinen Eltern und Großeltern und genossen unseren Kaffee und leckere Waffeln mit heißen Kirschen.
Wieder Zuhause spielten wir etwas mit dem Sohn, dekorierten den heute gefundenen Weidekätzchen-Ast und bereiteten dann zusammen das Abendessen vor. Es gab griechischen Tortellini-Salat und gleich danach ging es auch schon ins Bett mit dem Sohn. Er war so hundemüde von dem Tag, dass er zunächst total überdrehte und schrie und blockierte. Mit viel Ruhe, Kuscheln und Liebe bekamen wir die Kurve und ich kuschelte mich mit ihm ins Bett. Das liebe ich sehr, denn er hat mich dann ganz alleine für sich, wir können uns noch unterhalten, lesen noch etwas in seinen Büchern und er schläft dann ruckzuck ein. 

So schnell war das Wochenende dann wieder rum.  Der Samstag startete mies, dafür war der Sonntag wunderschön! Wer noch weitere Wochenend-Berichte lesen und bestaunen möchte, der schaut am besten bei Susanne von Geborgen Wachsen vorbei, welche die Aktion Wochenende in Bildern gestartet hat.




Donnerstag, 10. März 2016

Newborn-Stoffwindeln - Ja oder Nein?

 
Wer sein Baby von Geburt an mit Stoffwindeln wickeln möchte, kommt schlußendlich zu der Frage: Benötige ich Newborn-Stoffwindeln oder nicht?
Viele Hersteller bewerben ihre Standard-Stoffwindeln mit dem Satz "von Geburt an bis zum Trocken werden". Schaut man sich dann aber doch die Gewichtsangabe an, ab wann die Windeln ungefähr genutzt werden können, findet man da oft ein Gewicht von 4 kg... welches "Standard"-Baby hat ein Gewicht von 4 kg? Manche Windel können aber auch bereits 3-4 kg verwendet und doch liest man in einschlägigen Stoffwindel-Gruppen, dass diese Windeln noch nicht richtig passen. 
Was ist nun also zu tun und lohnen sich Newborn-Stoffwindeln wirklich, um sie nur wenige Wochen zu nutzen und dann doch schon die Standard-Größe kaufen zu müssen?

Wenn ihr wirklich von Beginn an mit Stoff wickeln möchtet, werdet ihr in der Regel nicht um die Nutzung von Newborn-Windeln herum kommen. Die meisten Babys erreichen kein 4kg Geburtsbericht und oft sind auch selbst dann die Beinchen noch nicht so speckig, dass die Windel gut abschließt und dicht hält. Diese zeige ich euch auch am Beispiel einiger Bilder.
Ebenso auf den Bildern gut zu erkennen ist die Breite der Windel im Schritt. Newborn-Windeln sind dort noch deutlich schmäler und spreizen die Beine nicht zu stark. Spreizhaltung ist an sich nicht falsch und hilft auch der Ausbildung der Hüfte, allerdings sehr beweglich kann das Baby dabei nicht sein.

Hier kann man den Größenunterschied sehr gut erkennen. Links ist die Standardgröße und ich habe sie extra auf die kleinste Einstellung geknöpft und immer noch ist sie deutlich größer und würde bei einem Neugeborenen unheimlich auftragen. Bei der Newbornwindel kann man in der Mitte das Knopfpaar erkennen, welches zur Ausparung des Bauchnabels zusammen geknöpft werden kann.

Deutlich zu sehene, die unterschiedliche Breite im Schritt.

Auch eine schöne Sache ist bei vieln Newborn-Windeln, die Möglichkeit den Bauchnabel auszusparen. Hier kann man ein Knopfpaar zusammendrücken und der Bauchnabel bleibt außerhalb der Windel. Gerade am Anfang wenn die restliche Nabelschnur abtrocknen und abfallen muss ist dies sinnvoll. Auch bis der Bauchnabel dann komplett abgeheilt ist, ist es besser, wenn dieser nicht im feuchtwarmen Klima der Windeln sein muss.

Newborn-Windeln werden in der Regel nicht lange genutzt. Einige der Windel musste ich bereits nach wenigen Wochen aussortieren, manche nach 6 Wochen, nur meine Newborn-Überhosen und die Höschenwindeln sind mit nun knapp 10 Wochen noch im Einsatz. Das bedeutet, die meisten Newborn-Windeln werden nicht lange genutzt und kommen oft fast neuwertig, aber zu einem günstigeren Preis wieder in den Flohmarkt (hier und hier) zum Verkauf. Das bedeutet auch, wenn man diese selbst wieder verkauft, macht man kaum Verlust. Wirklich kostenintensiv ist der Kauf von Newborn-Windeln also nicht unbedingt.

Natürlich kann man auch überlegen ob man die Zeit, bis die Standard-Winden wirklich passen mit Wegwerfwindeln wickeln möchte oder bis der Bauchnabel komplett abgeheilt ist oder bis das Kindspech komplett herausgekommen ist. Ich habe auch die ersten Tage mit Wegwerfwindeln gewickelt bis das Kindspech heraus war und die restliche Nabelschnut abgefallen ist. Am Tag 5 nach der Geburt habe ich dann die erste Stoffwindel angelegt. Theoretisch ist Stoffwindeln aber ab der Geburt möglich und auch das Kindspech lässt sich aus den Windeln herauswaschen. Es ist also für jeden eine ganz individuelle Entscheidung. 
Schlußendlich lässt sich nur sagen: Newborn-Windeln sind in meinen Augen eine gute Entscheidung für das Wickeln ab Geburt und jede nicht genutzte Wegwerfwindel ist ein guter Beitrag für unsere Umwelt.

Für meine Vergleichswindeln habe ich meine absoluten Lieblings All-in-One Windeln verwendet. Es sind die Blueberry Simplex über welche ich schon berichtet habe und auch mit der Newborn-Variante bin ich wirklich sehr zufrieden. Sie sind ebenso auslaufsicher und haben am Anfang ohne irgendwelche zusätzlichen Einlagen auch problemlos 3 Stunden gehalten. 
Als Model durfte meine heißgeliebte "Zapfi" herhalten, welche nun in den Besitz des Sohnes übergegangen ist. 

Liegt sehr schön an, der Bauchnabel ist wunderbar ausgespart und die Windel knautscht im Schritt gut zusammen.

Die Standard-Windel trägt unheimlich auf, sitzt noch sehr hoch und am Beinchen erkennt man, dass noch viel Luft und Platz ist und somit Muttermilch-Stuhl problemlos heraustritt und die Windel nicht dicht halten würde.

Dienstag, 8. März 2016

Kunterbunt über dem Wickelplatz


Der Wickelplatz ist ein Ort, der in den ersten Jahren mit Kind mehrmals täglich aufgesucht wird, wenn man nicht gerade Windelfrei bzw. Ausscheidungskommunikation mit seinem Kind lebt. Und auch dann verwendet man meist Windeln als Backup.
Natürlich können sich die Wickeplätze im Laufe der Zeit auch örtlich verändern, man wickelt dort, wo es das Kind möchte, wickelt im Stehen usw. Wichtig ist immer, dass das Wickeln angenehm für das Kind ist.
Ein Wickeltisch ist gerade für die Anfangszeit sehr schön... für die Eltern. Hier gibt es eine angenehme Höhe zum Wickeln und der Rücken wird entlastet. Ich möchte meinen Wickeplatz daher nicht missen und habe ihn schon beim Sohn recht lange nutzen können, bis wir das Wickeln auf den Boden verlegt haben.
Da Wickeln viel Zeit des Tages in Anspruch nimmt, sollte der Wickelplatz auch schön gestaltet sein. Die Kinder müssen sich beim Wickeln wohl fühlen. Dies wird zum einen mit viel Ansprache und Achtsamkeit durch die Eltern geschafft und auch mit einer schönen Umgebung. Zur achtsamen Körperpflege hat Susanne von Geborgen Wachsen einen schönen Beitrag geschrieben.

Den Wickelplatz wollte ich bunter gestalten und entschied mich für Filzkugel -Girlanden, welche ich an einem geweißelten Ast über dem Wickelplatz anbrachte. Sie sind nicht zu grell in der Farbgebung und doch unterschiedlich um Kontraste zu ermöglichen. Sie sind schön anzuschauen und sind leicht in Bewegung zu versetzen. Die erste Wickeplatzgestaltung für meine Tochter, die sicherlich nicht für immer bleiben wird, denn mit den Bedürfnissen unserer Kindern verändert sich auch immer die Umgebung.



 
*Der Beitrag enthält einen Afilliate-Link.

Freitag, 4. März 2016

Schlaf gut - oder nicht?

Heute Nacht, irgendwann kurz vor 4 Uhr...

"Papa, ich hab Durst"
"Papa, wo ist mein Dino (Stofftier)?"
"Mama, ich bin müde. Aber der Schlaf kommt nicht!" 

Der letzte Satz wiederholte sich gefühlte 100 Mal und dann wollte der Sohn auch noch runter ins Wohnzimmer, weil er nicht einschlafen konnte... mit uns... dass er gerne alleine runter gehen kann, wollte er nicht so ganz verstehen... Nachts um  nach 4 Uhr... Mir kam dann der Geistesblitz.... "Musst du Pipi?"..... jaaaaaaa..... also raus aus dem warmen Bett, rüber ins Bad, dann wieder ins Bett.... nach gefühlt weiteren 100 Mal "Der Schlaf kommt nich!" schlief der Sohn endlich ein. 
Zwischendurch wurde die Tochter immer mal wieder unruhig, wachte aber nicht auf... mittlerweile habe ich noch gefühlt 20cm Platz... links der Sohn, rechts die Tochter, die es geschafft hat nun quer im Bett zu legen... auf MEINER Bettseite, weil sie mit hinterher rutschte... es ist kurz vor 5 Uhr.... moment, sie schläft schon 6,5 Stunden! Mir platzen gleich die Brüste.... ob ich sie wecken soll? Lieber nicht!.... Ich kann nicht mehr einschlafen, meine Brüste stören.... ob ich abpumpen gehen soll?... Aber wenn sie jetzt doch plötzlich wach wird?... Ich liege jedenfalls wach.... oh, sie wird unruhig... um 5.10 Uhr schnapp ich sie mir doch... Erleichterung.... die Tochter schläft direkt weiter... 5.30 Uhr... der Wecker klingelt... ächz... Ich stehe heute so früh auf, damit ich noch zum Duschen komme, bevor der Mann weg ist, später kann ich nicht duschen, da sich die Tochter nicht ablegen lässt. Was ein "wundervoller" Start in den Tag... Wo ist mein Kaffee?!?

Kein Thema rund um unsere Kinder wird unter Mamis, Eltern, der Verwandtschaft, eigentlich jeden den es betrifft oder auch nicht, häufiger hinterfragt, diskutiert und geklagt. 

Schlaf! Jeder Mensch braucht Schlaf! Ohne Schlaf ist unser Körper nicht leistungsfähig, ohne ausgeruhten Körper fallen uns die täglichen Handlungen nicht leicht und wir sind erschöpft. Je mehr Schlafmangel hinzu kommt, umso schwieriger wird der Alltag. Sogar Erkrankungen können durch einen erschöpften, schlafmangelgeplagten Körper entstehen. 
Gerade wenn wir Kinder haben, die nicht "durchschlafen", versuchen wir Eltern oft allerhand um diesen Zustand zu ändern, um unsere Kinder zum Durchschlafen zu bewegen, um selbst schlafen zu können.

Was ich nach 3 Jahren gelernt habe, ist nicht das Kind zum "Durchschlafen" zu bewegen oder gar zu zwingen (Schlaflern-Bücher gibt es in großer Zahl zu kaufen, mit vielen Versprechungen...), sondern dem Kind die vertrauensvolle Umgebung und Geborgenheit zu geben, die es benötigt um gut schlafen zu können bzw. wieder schneller in den Schlaf zurück zu finden, wenn es wach geworden ist. Gelernt habe ich auch, dass nichts bleibt wie es ist. Der aktuelle Schlafzustand hat keine Beständigkeit. Ständig kann sich etwas ändern und wir als Eltern müssen darauf reagieren, um die Schlafenszeit wieder so angenehm wie möglich für alle zu machen und damit jeder soviel Schlaf wie möglich bekommt, um für den nächsten Tag auch fit zu sein.

Bei unserem Sohn haben wir da viele Schritte durchwandert: Beistellbett, Gitterbett bei uns, Gitterbett im eigenen Zimmer, Floorbed, dann Familienbett, dann wieder Floorbed und nun ist es schon seit einer geraumen Weile eine Mischung aus selbstständigem Einschlafen in seinem Floorbed und Familienbett. Manchmal schläft er in seinem Bett bis zum Morgen und öfters kommt er noch irgendwann in der Nacht zu uns ins Bett und kuschelt sich ganz intensiv an seinen Papa. Diese Nähe braucht er und würden wir ihm auch niemals verwehren. Wir schlafen damit alle gut und viel. So ist es ok für uns.

Nun kam die kleine Schwester auf die Welt und wirft unsere Schlaf-Routine natürlich wieder durcheinander. Ein neuer Mensch, ein neues Schlafverhalten und alle müssen sich wieder umstellen und auf neue Gegebenheiten einlassen. 
Wo der Sohn im Beistellbett schlief, erledigte sich das bei der Tochter recht schnell. Beistellbett, nein Danke! Ganz dicht an der Mama muss es sein. Rücke ich ein Stück zur Seite, rutscht sie hinterher... man mag es bei so einem kleinen Würmchen kaum für möglich halten, aber genau das tut sie!
Auch wenn dieses enge Gekuschel eine Umstellung für mich war... mein Sohn meidet mich Nachts beim Schlafen, da ich so unruhig bin und Platz brauche... meine Tochter hat mir diesen Umstand erleichtert in dem sie lange Schlafzyklen hat. Schlafzeiten von 5 Stunden sind keine Seltenheit. Ich stille sie also meist nur 1 Mal in der Nacht. Kaum zu glauben! Beim Sohn waren es alle 2 Stunden. Rechnet man dann noch die Stilldauer dazu, bekam ich Nachts kaum Schlaf.

Wir betreiben also so etwas ähnliches wie ein Familienbett in unserem üblichen 1,80m Bett. Oft denke ich, ich brauche mehr Platz. Das Bett müsste größer werden... ob ich meinen Mann nach einem Umbau fragen sollte? Das wäre noch das Einzige, was ich gerne optimieren würde. Mehr Platz für jeden von uns, damit ich mich beim Schlafen strecken kann.

Beim Schlafen bin ich mit der Zeit und der Erfahrung entspannter geworden. Unsere Kinder sind nicht lange klein und werden nicht für immer diese Nähe benötigen, wie in ihren ersten Lebensjahren. Sie werden immer selbstständiger werden, was sich auch in ihrem Schlafverhalten widerspiegeln wird. Irgendwann kommen die Nächte, die sie in ihrem Zimmern durchschlafen, in denen sie nicht zu uns kommen, sich nicht an uns kuscheln. Manche Nächte sind verdammt anstrengend. Krankheiten, Zähne oder Alpträume. Aber auch diese gehen immer wieder vorbei. Ich weiß jetzt schon, dass ich mich irgendwann freuen werde, mein Bett wieder für mich zu haben, mich strecken und recken zu können, wie ich es will, ohne das ein Kinderkörper in meinem Rücken liegt oder Füße auf meinem Bauch. Ich weiß aber auch, dass ich vermissen werde, wenn meine Kinder irgendwann nicht mehr in unserem Bett schlafe werden. Gerade das Kuscheln am Morgen ist besonders schön.

Dies ist ein Blobeitrag für die neue Blogrubrik "Leben mit Kindern" von Tanja  und ihrem Blog Tafjora - Einmal Frankreich und zurück -. Im März sammelt sie nun unter dem Hashtag #schlafgut Blobeiträge und Erfahrungen zu m Thema Schlaf. Zum Thema Schlaf habe ich auch schon einige Blogbeiträge geschrieben, die ihr alle *hier* nachlesen könnt. Denn, wie ich schon geschrieben habe, nichts wandelt sich so oft, wie das Schlafverhalten unserer Kinder. Und nichts ist unwichtiger als die Meinungen und Tipps von Außenstehenden. Denn nur wir selbst können mit unserem Kindern für uns selbst passende Schlafroutinen finden. Und das ist auch ok, hauptsache wie schlafen gut!

So sah es dann heute aus, nachdem ich aus dem Bad zurück kam...