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Mittwoch, 29. April 2015

Meine Vereinbarkeit passt (im Moment)

Seit Ende Dezember letzten Jahres ist die Elternzeit rum. Ich arbeite wieder und so sehr ich auch etwas Bammel davor hatte, wie diese zusätzliche Belastung noch funktionieren würde, es klappt erstaunlich gut.

Zunächst ging natürlich alles etwas drunter und drüber. Die Eingewöhnung bei der Tagesmutter musste plötzlich abgebrochen werden und wir mussten überlegen, was nun? Zum Glück ist meine Mama ohne zu Zögern eingesprungen und versorgt nun den Zwerg. Von 7.00 -  max. 14.30 Uhr ist er bei den Groß- und Urgroßeltern bestens betreut.

Morgens bringt ihn der Papa zu den Großeltern, damit ich entsprechend früh bei der Arbeit bin, meist um 7 Uhr. An so manchen Tagen, wie auch diese komplette Woche, muss ich den Zwerg morgens auch hinbringen, denn der Papa ist geschäftlich unterwegs. Dann wird es meist erst 7.40 Uhr bis ich endlich bei der Arbeit ankomme.

Bei der Arbeit selbst hat sich nichts wesentliches geändert. Ich kann mich noch genauso einbringen, wie ich es vor 2 Jahren auch getan habe. Der Wiedereinstieg lief problemlos und auch das ich noch stille und somit nicht mit allen Chemiekalien arbeiten kann, wurde kommentarlos akzeptiert (nur einer meiner Kollegen guckte etwas unglaubig) und diese anstehenden Arbeiten werden übernommen. Dafür erledige ich dann andere Dinge und kümmere mich auch wieder um Sicherheitsthemen, Gefährdungsbeurteilungen usw. Wie auch zwei Jahre zuvor schon.
Die Arbeit kann ich mir gut einteilen und sie ist problemlos übertragbar. Muss ich also nach Hause, kann ich mit entsprechender Absprache die noch fertigzustellenden Arbeiten weitergeben an Kollegen. Das geschieht allerdings nur selten. Denn sind wir mal ehrlich, wir Teilzeitkräfte wollen uns nicht nachsagen lassen, wir beenden keine Arbeit!

Ich habe eine 20-Stunden-Woche und den Freitag habe ich frei. Da passe ich dann auf den Zwerg auf, da meine Mama an diesem Tag komplett arbeiten geht. Die anderen Tage der Woche geht sie nachmittags arbeiten und am Samstag arbeitet sie auch weiter, wie zuvor. Montags kann ich meist länger machen und Stunden aufbauen, wenn mein Mann Zuhause ist und einen Home-Office-Tag einplant. Dann holt er den Zwerg ab. Mittwochs hat die Oma komplett frei. Dann bleibt der Zwerg bis 17 Uhr bei ihnen und ich kann länger arbeiten. Einige Stunden aufzubauen, empfinde ich als sehr wichtig, ich weiß nie, wann es notwendig ist wegen dem Kind auch mal früher nach Hause fahren zu müssen. Vielleicht wird er krank, es geht ihm nicht gut usw. Dann sind einige Plusstunden Gold wert!

Diese derzeitige Regelung klappt wirklich sehr gut, wenn natürlich nicht wieder Geschäftsreisen vom Mann dazwischen kommen, die alles durcheinander werfen. Aber auch dann, gebe ich bei der Arbeit Bescheid, dass ich an solchen Tagen etwas später kommen werde, um zuvor den Zwerg selbst zur Oma zu bringen.

Solche Wochen wie diese, an denen ich den Zwerg morgens fertig machen muss, arbeiten gehe und dann noch Abends haushalte, Essen koche und den Zwerg beschäftige, sind zum Glück nur Ausnahmen! Meistens handelt es sich immer nur um 1-2 Tage. Von den vergangenen 4 Wochen an denen der Papa nur am Wochenende Zuhause war, reden wir allerdings nicht... ich hoffe, sowas kommt nie wieder vor. Hut ab, vor allen, die das täglich immer alleine wuppen! Es geht, natürlich. Es muss gehen! Aber schöner ist es, wenn man auch mal abgeben und teilen kann.

Der Haushalt ist mit einer 20-Stunden-Arbeitswoche noch gut zu meistern, aber trotzdem nicht mehr so, wie zuvor. Vieles bleibt dennoch liegen und staut sich an den Wochenenden auf, welches man eigentlich für angenehmere Dinge verwenden möchte. Der Papa kommt durch die langen Fahrstrecken meist erst ab 18 - 18.30 Uhr nach Hause. Dann wird zu Abend gegessen, etwas mit dem Zwerg gespielt, der auch etwas von seinem Papa haben möchte und dann ist schon wieder Bettgeh-Zeit. Was kann der Papa da noch an Arbeitsaufgaben Zuhause unter der Woche leisten? Er ist daher am überlegen, ob noch ein weiterer Home-Office-Tag möglich wäre, so entfiele die Fahrtzeit komplett. Er kann früher beginnen, er kann früher aufhören und hat dann noch etwas vom Tag und um diesen sinnvoll zunutzen. Es sind in den letzten Monaten einige Dinge liegen geblieben im und am Haus, die wir eigentlich auf unserer To-Do-Liste haben...

Abgesehen von unserer nicht kürzer werdenden To-Do-Liste läuft der Alltag gut. Ich fühle mich von der Arbeit nicht gestresst, die Stundenzahl ist derzeit sehr angenehm und habe Nachmittags daher noch genug Zeit für mein Kind und kleinere Hausarbeiten. Die wir oft auch zusammen erledigen.

Ich weiß, dass ich bei vielen Punkten sehr viel Glück habe. Ich habe eine Mama, die ohne zu zögern hilft und den Zwerg Vormittags betreut. Viele Großeltern sind ja meist noch voll berufstätig, haben selbst noch andere Pläne oder wohnen auch viel zu weit weg, als das sie in irgendeiner Art helfen oder einspringen könnten. Ich habe einen guten Arbeitgeber, bei dem ich ohne Probleme meine Vorstellungen an der Wochenarbeitszeit anbringen konnte und genehmigt bekam. Ich habe einen Partner dem es möglich ist auch im Home-Office zu arbeiten.

Trotz all dem, ist Vereinbarkeit eben mehr. Betreuungsplätze der Kinder lassen sich meist nie zu 100% mit unseren Arbeitszeiten unter einen Hut bringen. Zudem ändern sich diese Zeiten auch mit den Jahren (Krippe, Kita, Schule usw.). Wir werden also immer planen und überlegen müssen.  Vereinbarkeit bekommt man nicht einfach in den Schoß gelegt. Damit unsere Vereinbarkeit so möglich ist, bekomme ich logischerweise auch weniger Geld, als vor dem Kind! Immerhin fast 50% weniger, was sich auch in der Rente irgendwann wiederspiegeln wird! Ganz zeitnah gesehen, werden wir auch bei einem nächsten Kind irgendwann mal sehen, dass auch das Elterngeld um fast 50% niedriger sein wird als beim letzten Mal. Diese Dinge müssen auch schon im Auge behalten werden, so dass wichtig ist, dass wir das jetzt erwirtschaftete Geld entsprechend als Reserven für diese irgendwann mal kommende Zeit zur Seite legen.

Jede Vereinbarkeit erfordert Einbußungen in bestimmten Teilen unseres Lebens. Das muss aber nicht gleich negativ sein! Wir müssen auch lernen, dass eben nicht alles so weitergehen kann wie vor dem Kind. Oder gibt es hier wirklich noch Menschen, die denken ein Kind verändert nichts? Das ist dann einfach da und sonst bleibt alles gleich?!?
Wir müssen durch diese Veränderung in uns horchen, was uns wirklich wichtig ist und was nun weniger wichtig ist!

Für mich ist derzeit wichtig, dass ich mich nicht gestresst fühle und der Verdienst in einem Rahmen ist, mit dem wir gut haushalten und auch etwas ansparen können. Diesen Mittelweg haben wir derzeit gefunden und damit bin ich zufrieden. Meine Vereinbarkeit passt... jedenfalls im Moment. Sie wird sich immer wandeln und wir werden immer wieder neu planen müssen. Das gehört nun eben, mehr als bei vorherigen Generationen, zum heutigen Elternsein dazu!


Sonntag, 22. März 2015

Ist Erziehung heute schwieriger?

Gestern Abend stolperte ich über ein Zitat in Facebook, welches ich sehr einleuchtend fand und doch war es mir zu knapp. Kann das Nachdenken und Wählen dürfen, alleine die Kindererziehung soviel schwieriger gestalten, als sie noch zu unserer Kinderzeit war?

Ist Erziehung heute schwieriger ist als früher? Es ist schwieriger, weil wir jetzt nachdenken dürfen und wählen müssen.

- Jesper Juul-

Ich denke, nachdenken durfte der Mensch schon immer, die Zeiten haben sich allerdings geändert. Nachdenken wird nun auch gefördert! Noch zu Großmutterszeiten sollten alle gleich sein, alle sollten eine Linie fahren. Niemand wollte durch Andersartigkeit auffallen und damit zum Gesprächsthema bei den Nachbarn oder gar im ganzen Ort werden. Mit den Jahren verschwamm diese "Gradlinigkeit", immer mehr Menschen zeigten öffentlich was sie von diesem Einheitsbrei hielten und lebten anders. 
Das heisst, heute wird auch gelebt worüber man nachdenkt und man wählt für sich selbst, wie man leben möchte und natürlich auch, wie man erziehen möchte!

Neue Wege gehen

Viele von uns waren mit der eigenen Erziehung durch unsere Eltern unzufrieden oder sehen sie in der heutigen Zeit einfach für veraltet an. Wir suchen daher fast alle, wenn wir eigene Kinder bekommen und haben, neue Wege. Einen Weg, den wir für richtig ansehen. Das gab es natürlich schon zu den Zeiten unserer Eltern. Auch diese wollten anders erziehen, als deren Eltern, aber es fehlte eine Komponente. Das Internet und die Vernetzung! Wo es zu Zeiten unserer Eltern vielleicht eine handvoll Ratgeber zum Thema Schwangerschaft und Kindererziehung gab, gibt es heute meterlange Regalreihen, die unter der lasst des "Fachwissens" von ganz vielen verschiedenen Autoren ächzen. Zu jeder Meinung, ob sie nun richtig oder falsch ist, denn das ist oft auch Ansichtssache, wird sich ein Ratgeber finden lassen!
Es ist für uns also unheimlich schwer geworden, aus dieser Vielfalt, den Weg zu finden, den wir als richtig ansehen. Auf unsere Intuition können wir uns leider nur sehr beschränkt einlassen. Denn Intuition erstellt sich aus gemachten Erfahrungswerten. Unser sogenanntes Bauchgefühl ist schon lange nicht mehr dieses des Steinzeitmenschen, sondern sind die Erfahrungen, die wir seit Kindheit gemacht haben. Daher kommt es doch sehr oft vor, dass sich Erziehungsstile unserer Eltern bei uns wieder finden, die wir eigentlich so garnicht anwenden wollten. Wir wenden sie "aus dem Bauch heraus" an. 
Das Problem unserer neuen Wege ist oft, dass wir sie meist alleine gehen und sie vor uns auch noch nie jemand gegangen ist. Wir treten in keine vorhandenen Fußspuren, es gibt niemanden den wir um Rat fragen könnten. Und statt dann Unterstützung zu bekommen, werden wir oft nur belächelt, vielleicht sogar ausgelacht und das wir an unserer Situation selbst schuld sind, wie sie nun ist. Ja, das macht Erziehung bzw. die Beziehung zu unseren Kindern defintiv schwieriger als noch zu vergangenen Zeiten! 

Keinen Clan

Das Sprichtwort "Um ein Kind zu erziehen, benötigt es ein ganzes Dorf" wird immer schwieriger anzuwenden. Viele Familien ziehen durch den Job in weit entfernte Städte und die eigenen Eltern und die Verwandschaft sind in keiner greifbaren Nähe mehr. Auch die Liebe selbst führt heute oft dazu, dass man von seiner Heimat wegzieht. Durch das oben genannte Internet und die Vernetzung finden wir heute zu Partner, die wir früher garnicht gefunden hätten. Früher verblieben alle in direkter Umgebung ihrer Familie, weit schaffte man es auch nich weg, wieso sollte man auch weiter wegziehen? Es gab Jobs in direkter Umgebung, die Familie war in direkter Umgebung und durch die hohen sozialen Interaktionen (die es heute auch aufgrund des Internets kaum noch gibt), fand sich auch ein Lebenspartner im direktem Umfeld.
Ohne Clan allerdings ein Kind zu erziehen, ist oft nicht sehr einfach. Hinzu kommt noch die deutlich höhere Rate der Alleinerziehenden, die es zu Zeiten unserer Eltern in diesem Umfang garnicht gegeben hat. Wer einen Partner hat, der beruflich oft weg ist, kann es sich ansatzweise vorstellen, welche Zusatzbelastung das ist, komplett alleine mit Kindern zu sein. Ja, ich denke auch das kommt hinzu, wenn wir heute davon sprechen das Erziehung schwieriger geworden ist. Ohne Clan und vielleicht auch alleinerziehend macht es den Umgang und den Alltag mit Kindern sicherlich nicht einfacher!

Streß

Es ist niemandem unbekannt, dass der Streßlevel jedes einzelnen sich in den letzten Jahren deutlich erhöht hat. Die hohe Rate der Burnout-Diagnosen spricht auch dafür. Das Arbeitspensum, die Versorgung der Kinder, die tägliche Rotation alles unter einen Hut zu bekommen und vielleicht sogar noch Angehörige die gepflegt werden muss, sind teilweise kaum zu bewältigen und nicht wenige kommen damit täglich an ihre Belastungsgrenzen.
Ist es aber wirklich immer nur Streß der von Außen auf uns hereinbricht oder machen wir uns viel Streß auch selbst? Können wir uns in einigen Bereichen unseres Lebens nicht auch entschleunigen? Können wir versuchen einen Weg zu finden, mit Streß besser umzugehen? 
Wenn wir den Streß der Arbeit mit nach Hause nehmen, fällt es und direkt schwerer bei Konflikten mit unseren Kindern ruhig zu reagieren und ruhig zu bleiben. Der Streß setzt sich dadurch automatisch fort und bauscht sich immer weiter auf. Da wir alle für uns selbst verantwortlich sind, können wir den entstehenden Streß nicht alleine auf Fremdbestimmungen abwälzen. Wir sind für uns alleine verantwortlich und somit müssen wir Sorge tragen, Streß bewältigen zu können und ihn nicht durch unseren kompletten Altag hindurch zu tragen. 
Streß bringt Konflikte. Streß erschwert die Erziehung und die Beziehung zu unseren Kindern. Die Welt dreht sich immer schneller und wir wollen uns im gleichen Tempo mitdrehen... unsere Kinder drehen sich aber immer noch gleich schnell.

Unser hoher Anspruch an uns

Oft führt der hohe Anspruch an uns selbst zu dem entstehenden Streß. Wir wollen besser sein als der Kollege, wir wollen auch als Mutter noch die Leistungen erbringen, die wir vor der Elternzeit erbracht haben. Wir wollen die perfekten Eltern sein! Wir wollen trotz Erkältung oder Grippe alles erledigen können. Wir wollen Arbeit, Kind, Alltag, Hobby, Familie bewältigen können und alle zu gleichen Teilen. Niemand soll zurückstecken, alles soll in seinen gewohnten Bahnen verlaufen, nichts soll sich mit Kind ändern. Das dies so nicht sein wird, sollte eigentlich jedem von uns klar sein. Das der Haushalt dann eventuell nicht mehr so tiptopl blitzen kann, eigentlich auch... wir müssen bei sovielen Doppelbelastungen austarieren, was uns wirklich wichtig ist und was eben zurückstecken kann und damit müssen wir lernen umzugehen. Alles zu schaffen, ist vielleicht eine Weile möglich, aber auf Dauer? Ich erinnere hier gerne an die steigende Rate der Burnouts...

Der richtige Zeitpunkt

Für viele von uns gibt es DEN richtigen Zeitpunkt zum Kinderkriegen. "Wenn wir eine Festanstellung haben", "Wenn wir endlich verheiratet sind", "Wenn wir unser Traumhaus haben", "Wenn ein gewisses Kapital auf dem Konto ist".... Wenn, wenn, wenn... der Zeitpunkt schiebt sich dadurch immer weiter nach hinten, ungewollt, aber unsere hohen Ansprüche hindern uns daran.
Mein Arbeitskollege erklärte mir das schon vor vielen Jahren, denn auch ich hatte diese Ansprüche und erklärte ihm, was ich alles erledigt haben wollte, bevor ich an das Kinderkriegen denken würde, bzw. ich nannte ihm meine Erklärung dafür warum es in Deutschland so wenig Kinder gab: Politik, Kinderfeindlichkeit unseres Landes und und und... Nein, erklärte er mir, es liegt daran, dass es nie einen richtigen Zeitpunkt geben wird!
Ja, er hat recht! Jetzt weiß und verstehe ich es! Wir brauchen nicht zu denken, dass durch den "richtigen Zeitpunkt" alles insgesamt leichter werden wird. Die Erziehung unserer Kinder wird dadurch nicht leichter, dass wir ein Haus haben und verheiratet sind. "Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen" ist ein weiteres Sprichwort, welches uns zeigt, dass wir nichts planen können! Mit Kindern kann man ohnehin nichts planen. Sie werden nie so sein, wie wir uns wünschen. Es sind eigene kleine Persönlichkeiten, mit eigenem Kopf, mit eigenen Wünschen, die wahrgenommen und geachtet werden wollen. Wir werden immer, immer in unserem Leben Kompromisse eingehen müssen! 

Fehlende Einrichtungen und die Politik

Natürlich gibt es Fremdeinwirkungen, die unseren Alltag erschweren. Die Politik hat derzeit defintiv andere Vorstellungen als wir es von einer Familie haben. Die Politik hat schon vor Jahren erkannt, dass Mütter effektive und wertvolle Arbeiter sind und damit die Wirtschaftlichkeit steigern, wenn sie denn früh wieder arbeiten gehen. Dieses Potential soll nicht ungenutzt sein. 
Viele Mütter wollen aber eigentlich garnicht so früh wieder arbeiten gehen und tun es dann doch. Zum einen, weil durch die heutige Schnelllebligkeit der Wiedereinstieg in den Job erschwert wird und zum anderen, weil ein Lohn heute kaum noch ausreichend ist um eine Familie zu ernähren bzw. bestimmte Lebensstile zu erhalten. 
Aber wo sind die Einrichtungen, die die Kinder der früh wieder arbeitenden Mütter betreuuen sollen? Den Streß den sich viele Familien dadurch machen ist enorm. Hinzu kommt das Pendeln, das genaue Planen der Bring- und Abholzeiten, die oft nicht mit den beruflichen Belangen konform laufen. In meiner Kindheit konnten viele Mütter problemlos (jedenfalls hier im Westen) noch zu Hause bleiben bzw. der Clan war vorhanden. Die Kinder wurden von der Mutter oder den Großeltern zu Hause betreut, vor 3 Jahren ging kein Kind in den Kindergarten bzw. vor 3 Jahren gab es überhaupt keine Fremdbetreuung. Über solche Dinge, wie Fremdbetreuung und die Organisation dahinter musste sich zu meiner Kindheit kaum eine Familie Gedanken machen.

Es gibt sicherlich noch viele weitere Faktoren, die Erziehung heute "schwieriger" machen als dies "früher" vielleicht der Fall war. Wie ich schon geschrieben haben, machen wir uns einige Schwierigkeiten selbst, manche Streßfaktoren haben sich aber durch unsere globalisierte Lebensweise erst entwickelt. Das Zitat von Jesper Juuls ist insofern nicht inkorrekt, es spiegelt auch viele Punkte im groben wieder die ich hier vertieft habe. Es spiegelt aber noch lange nicht alles wieder. Es liest sich, als wären nur die Familien selbst schuld, wenn der Umgang mit ihrem Kindern schwieriger würde. Dem ist allerdings nicht so! Trotzdem sind wir immer für uns alleine verantwortlich. Auch wenn die Vorraussetzungen sind wie sie sind, sie werden sich nicht von heute auf morgen ändern. Es werden nicht plötzlich Einrichtungen aus dem Boden gestampft werden, es werden nicht plötzlich Entschleunigungen am Arbeitsplatz stattfinden, die Verwandschaft wird nicht in unsere Nähe ziehen... wir müssen daher für uns entscheiden, was uns wichtig ist. Wir müssen für uns, unseren Alltag entschleunigen, so weit es möglich ist. Wir müssen unseren Arbeitsstreß bei der Arbeit lassen und unsere Ansprüche generell übedenken. Wir müssen lernen Nein zu sagen, wenn wir an Grenzen stoßen. Nur wir selbst, können für uns einstehen. Die Umgebung wird sich nicht plötzlich ändern! 

Wir können es uns daher schwer machen oder auch nicht.... was wollen wir?


Samstag, 7. Februar 2015

Ultraflexible Teilzeitkräfte

In meinem Arbeitsvertrag steht eine Wochenarbeitszeit von 20 Stunden! Vor meiner Elternzeit, bevor ich noch für mich alleine verantwortlich war und meinen Tag ausschließlich nach meinen Bedürfnissen gestalten konnte betrug meine Wochenarbeitszeit 37,5 Stunden. Ich arbeitete also Minimum 7,5 Stunden täglich plus natürlich die Pausenzeiten.

Jetzt arbeite ich minimum 5 Stunden täglich plus Pausenzeiten und habe dann den Freitag frei! Theoretisch! Denn auch ich wurde schon gefragt, ob hier Flexibilität möglich wäre! Ich arbeite mit einem weiteren Teilzeitkraft in meinem Team zusammen, sie hat ebenfalls Freitags frei! Freitags wäre dann unser vollzeitarbeitender Kollege alleine! 

Ich dachte sogar kurzfristig darüber nach. Meine Kollegin und ich überlegten, ob wir dann abwechselnd Montags bzw. Freitags frei haben, so dass wir die ganze Woche abdecken. Nachdem sich für unser Kind die Betreuungsumstände allerdings geändert haben, brauche ich den Freitag defintiv frei um ihn selbst betreuen zu können. Weitere Überlegungen fielen also weg! Die letzte Woche zeigte, auch ohne die Flexibilitätsfrage von oben, können sich Teilzeitkräfte sehr wohl flexibel planen und alleine eine arbeitsreiche Woche bestehen!

Denn letzte Woche gab es so einen kleinen Notfall: Der vollzeitarbeitende Kollege meldete sich mit einer Krankmeldung für die ganze Woche, der Teamleiter meldete sich für Montags ebenfalls krank und im Probeneingang sammelte sich plötzlich eine abzuarbeitende Probenmenge, die ich so die ganzen letzten Wochen nicht gesehen habe.... Murphys Gesetz eben, oder?

Ich schnappte mir die Azubine aus dem Nachbarteam und einen weiteren Kollegen, der die Proben bearbeitet, welche unsere Azubine und ich als stillende Mutter, nicht bearbeiten durften. Und so routierten wir den ganzen Tag, ich verteilte alle Proben auf die entsprechenden Geräte, verteilte die Arbeiten und schaffte es auch Proben zu bearbeiten, welche ich zuletzt vor über 2 Jahren mal in der Hand hatte. Hier sieht man wieder wie wichtig wiedereinsteigende Mütter sind! Eine neue Arbeitskraft, die den gleichen Einarbeitungszeitraum wie ich seit dem Wiedereinstieg gehabt hätte, wäre nun hoffnungslos verloren gewesen. 

Meine ebenso teilzeitarbeitende Kollegin kam an diesem Tag etwas später und so ergänzten wir uns optimal. Trotzdem blieb ich mehr als 7,5 h plus Pausen an diesem Tag im Labor, bis ich endlich zufrieden war, alle Proben auf den Geräten standen und wir somit das Möglichste an diesem Tag ausgeschöpft hatten. Zum Glück hat der Papa Montags immer Home-Office und so war diese Flexibilität problemlos möglich!
Auch am Dienstag warteten wieder Unmengen an Proben auf uns und diesmal war es meine Kollegin die dafür länger blieb, da ich spätestens um 14 Uhr weg musste, um den Zwerg bei meinen Eltern abzuholen. Zuvor besprach ich mich mit meiner Kollegin, die Mittwochs eigentlich dringend frei bräuchte, wegen ihrer Mutter. Wir einigten uns, dass wir das hinbekommen und sie sagte zu, dass sie dafür dann den Freitag reinkommen würde. Mittwochsabends hatte ich dann mein eigentliches Wochensoll mit mehr als 21 Stunden schon erfüllt... am Donnerstag machte ich dann also reine Plusstunden....

So haben zwei Teilzeitkräfte problemlos eine ganze Woche abgedeckt und das auch ohne einen Wink von oben bezüglich der Flexibilität! Denn das sind wir! Wir sind flexibel, wenn es notwendig ist und können auch mal in solch Ausnahmewochen mehr Stunden leisten, als vereinbart wurde! Wir wählen allerdings nicht aus Spaß unsere freien Tage, so wie sie sind! Freitags ist eben ein guter Tag um schon alle Hausarbeiten abzuarbeiten, um auch wirklich ein freies Wochenende zu haben, welches man mit seiner Familie genießen möchte!


Dienstag, 3. Februar 2015

Stillen im chemischen Beruf - Pro Langzeitstillen!

Langzeitstillen ist für viele in unserer Gesellschaft garnicht bekannt. Viele Mütter und Elternpaare entscheiden sich zwar während der Schwangerschaft für das Stillen, da sie wissen wie gut die natürlich gegebene Milch für das eigene Kind ist. Viele können durch die verschiedensten Gründe allerdings nicht lange stillen oder werden durch falsche Beratungen und Äußerungen zu einem verfrühten Abstillen gezwungen. Sätze wie "Ich hatte nicht mehr genügend Milch!" sind keine Seltenheit und zeugen leider noch oft von falschen bzw. keinen Beratungen durch so manchen Arzt oder auch Hebamme. Auch der gesellschaftliche Druck, welcher bei Stillkindern über 6 Monate schon beginnt (oft sogar noch früher!), ist nicht zu verdenken. Viele Mitmenschen können nicht mehr den Mund halten und meinen ihr "Fachwissen" zum Besten zu geben und bauen damit Druck auf. Schon die 1jährigen Stillkinder sind in unserer Gesellschaft extrem selten. 

2jährige Stillkinder sind eine absolute Minderheit und viele Stillmütter tragen das schon lange nicht mehr bewusst in die Öffentlichkeit. Viele dieser wenigen älteren Stillkinder werden sowieso nur noch zum Trösten oder Einschlafen gestillt. Wenn die Mütter nicht gezielt danach gefragt werden, wissen oft sogar engste Verwandte nicht, dass sie in ihrem Familienkreis ein Langzeit-Stillkind haben. Diese Mütter möchten Diskussionen vermeiden und legen den Mantel des Schweigens über das was sie für richtig halten und noch weiterhin tun. Das ist sehr schade, denn somit wird es auch in Zukunft schwierig werden, einen Status "normal" auch für das Langzeitstillen zu erreichen.

Ja, auch ich trug es nicht in die breite Öffentlichkeit und trug auch kein Schild um den Hals "Seht her, wir stillen noch". Es fragt aber auch keiner wirklich danach, denn jeder geht davon aus, dass man schon längst abgestillt haben müsste... 

Nun arbeite ich in einem chemischen Beruf und dort hätte ich den vollen Kontakt zu kompletten Bandbreite an chemischen Stoffen. Toxisch, krebserregend, mutagen, reproduktionstoxisch usw. Also viele Dinge, mit denen man nicht in Kontakt als stillende Mütter treten möchte. Was ist nun also zu tun?

Ich bin sofort zu meinem zuständigen Teamleiter und meiner Sicherheitsbeauftragten und habe ihnen gesagt, dass ich noch stille und ich somit nicht mit allen Stoffen arbeiten kann. Meine Kollegin informierte sich sogleich bei der zuständigen Betriebsärztin, mit was ich überhaupt arbeiten darf und für meinen Teamleiter war das ok. Niemand verlor ein Wort darüber, dass ich noch stille. Auch mein junger direkter Kollege und meine Kollegin (Mutter von drei Kindern), ebenfalls nicht. 

Gestern kam dann allerdings die erste Reaktion! Denn eine Art Supergau fand statt. Alle waren krank! Mir fehlten also meine direkten Kollegen, die mir die Stoffe einwiegen und vorbereiten konnten, mit welchen ich nicht arbeiten durfte. Ich musste mich somit an weitere Kollegen wenden. Diese dachten wohl zunächst alle, dass ich hierbei Hilfe benötigte, weil ich generell noch nicht komplett eingearbeitet bin und der eine Kollege wollte mich dann direkt unterweisen... ich berichtigte ihn dann sofort, dass ich dies alles wüsste, aber trotzdem nicht damit arbeiten würde, da ich noch stille. Im ersten Moment sagte er "Aha, ok, das wusste ich nicht. Ist in Ordnung." und dann im nächsten Moment drehte er sich nochmal zu mir um, schaute mich erstaunt an und fragte "Wie alt ist dein Kind?" - "Er ist nun 2 Jahre!" - "Und du stillst noch?" - "Ja, natürlich! Zum Einschlafen, als Trost und wenn er es eben braucht." - Die Augenbraue meines Kollegens wandert nach oben "Aha!" - "Ja, genau. Da gibt es natürlich viele Meinungen und das ist meine!" - Augenbraue meines Kollegens wanderte noch weiter nach oben... "In der Tat!" Damit war die Unterhaltung zunächst beendet.

Kurze Zeit später kam dieser Kollege nochmals zu mir und meinte "Das stimmt doch nicht, oder? Du stillst doch nicht wirklich noch?" Ich erwiderte sehr trocken und mit der vollsten Überzeugung "Soll ich meine Brüste auspacken und es dir zeigen? Ich kann das gerne so machen, wie damals Jürgen Drews Ehefrau in der Talkshow, in welche sie mit der Milch umher spritzte...." Mein Kollege lief rot an, stammelte und sagte "Ähm, nein, ich glaub dir ja, ist ok" Und damit war das ganze Thema dann erledigt. Ich muss jetzt noch schmunzeln, wenn ich an diese Szene gestern denke.

Ich hätte meinem Kollegen sicherlich noch viele Statistiken aufzeigen können. Wielange das durchschnittliche Stillalter der Welt überhaupt liegt oder wieviele wundervolle Nährstoffe und Immunglobuline auch jetzt noch in der Muttermilch enthalten sind und die meinem Kind helfen gesund und vital zu bleiben. Aber ich denke nicht, dass dies wirklich etwas ändern würde, denn Langzeitstillen ist gesellschaftlich noch lange nicht anerkannt und wird einfach nicht verstanden... denn Kinder können mit 2 Jahren schon lange alleine essen und auch sonst gibt es doch Ersatznahrung... da muss sich die Mutter doch nicht "aufopfern". Das Verständnis fehlt, weil es eben nicht gängige Praxis ist. Weil viele Mütter die aus gesellschaftlichen Druck abgestillt haben, es oft auch nicht zugeben wollen.

Wichtig für alle Langzeit-Stillmamis ist daher zu dem zu stehen, was sie tun! Und das mit voller Überzeugung. Ich stelle dies egal bei welchen Kontroversen immer wieder fest. Stehe ich hinter meiner Meinung und kann diese im Ernstfall bei Diskussionen auch noch untermauern, geht meinem Diskussionsgegenüber schnell die Luft aus oder lässt es erst garnicht zu einer Diskussion kommen, da sie sehen, ich stehe dazu! Ich bin überzeugt vom Langzeitstillen und das es meinem Kind weiterhin gut tut. Diese Haltung müssen Langzeitstillende haben, denn nur so fehlt es der Gesellschaft an jeglichen Möglichkeiten Kerben zu schlagen. 

Auch wenn es hier um Langzeitstillen geht, gilt dies grundsätzliche für jegliche Überzeugungen, die abseits der "Norm" unserer Gesellschaft liegen. Und was mir hier auch wichtig war zu benennen, denn oft ist auch dies ein Grund zum Abstillen: Der Einstieg ins Berufsleben ist niemals ein Grund um Abzustillen (wenn man es nicht selbst möchte)! Der Beruf ist kein Hindernis und niemand darf einen zum Abstillen zwingen! Das musste mal gesagt (geschrieben) sein!

Gemütliches und kuscheliges Einschlafstillen am Abend. Keine Zu-Bett-geh-Diskussionen. Der Zwerg darf bei mir sein, bis er müde ist und ich kann ihn schlafend in sein Bettchen legen. Ich erspare mir jeglichen Streß.

Freitag, 9. Januar 2015

Zurück im Beruf! Warum wir Mütter ein Zugewinn sind!

Heureka, die Arbeitswelt hat mich wieder!

Die zwei Jahre sind schneller verflogen als ich dachte und auch meine ganzen Kollegen spiegeln dies wieder. "Wie zwei Jahre warst du nun weg? Wow, vergeht die Zeit so schnell...."

Ich hatte vor Arbeitsbeginn etwas Bauchweh ob ich nicht einfach alles vergessen hatte. Die Arbeitsschritte, die Benutzung der Programme und Softwares und einfach die ganzen Abläufe in einem großen Chemieunternehmen. Natürlich hat sich hier und da etwas geändert, aber deutlich weniger als man nach 2 Jahren annehmen mag. 
Keine neuen Kollegen, dort ist alles beim Alten geblieben. Der Kaffee schmeckt noch wie früher und die Software für die Benutzung der Geräte war auch schnell erklärt. Also konnte es gleich losgehen.

Im Wiedereinsteigerseminar, welches meine Firma für Mitarbeiter anbietet, die längere Zeit abwesend waren, wurde es uns schon gesagt. Wiedereinsteigende Mütter sind ein Zugewinn für jede Firma! Und mit Zugewinn meine ich wirklich Gewinn! Wo Neulinge komplett in allen Bereichen und Arbeitsschritten angelernt werden müssen, was Zeit und Geld kostet, wissen die Mütter, sofern sie wieder auf den gleichen Arbeitsplatz, wie vor der Elternzeit kommen, was sie tun müssen. Kurze Ansagen und Erklärungen reichen und schon ist man wieder drin... in der Arbeitswelt und dem beruflichen Alltag! Es entstehen der Firma keine Eingliederungskosten!

Wie die wundervolle Referentin also richtigerweise anmerkte, wie müssen uns als Mütter nicht dankbar auf die Knie werfen, dass wir wieder da sein und arbeiten dürfen! Es ist gesetzlich geregelt! Die Wiedereinarbeitungszeit ist gering und erfolgt in der Regel sowieso direkt beim Tun und zusätzlich, dass ist ebenfalls statistisch belegt, arbeiten Teilzeitmütter (nur wenige steigen sofort wieder Vollzeit in den Beruf ein) mehr in der gleichen Zeit ab, wie manch ein Kollege, welcher in Vollzeit arbeitet. Mütter wollen ihre Arbeiten fertig bekommen, bevor sie ihren Arbeitsplatz verlassen und den Kollegen keine "Arbeit zurücklassen". Ein Punkt an dem wir defintiv arbeiten müssen, sagte auch die Referentin. Denn auch uns stehen die gesetzlichen Pausenzeiten zu und wir sollten sie auch einhalten, da wir nach Feierabend nicht nach Hause gehen und die Füße hochlegen. Da geht es mit Kind/er und Haushalt meist direkt weiter!
Aber auch ich stellte in meiner ersten Arbeitswoche schon fest, dass die Umsetzung doch meist nicht so einfach ist. Da möchte man Gespräche auch in Ruhe beenden und nicht den Kollegen nötigen sich kurz zu fassen, da man eigentlich noch schnell etwas essen möchte, bevor man dann das Kind bei der Tagesmutter abholen muss. 
Arbeiten kann ich hingegen problemlos übergeben, da diese durch unseren täglichen Ablauf sowieso auch nicht früher fertig werden würden. Ich kann das Gerät nicht dazu bewegen schneller zu arbeiten, als es eben kann. Es wird erst fertig werden, wenn ich schon Zuhause bin und meine Kollegen müssen dann die Auswertungen vornehmen. Ist eben so! Und auch sonst ist Kommunikation wichtig, damit die Kollegen problemlos begonnene Arbeiten weiterführen kann. Und mal ehrlich: Es gehört zum Job dazu und die Kollegen können froh sein, wenn wir Mütter große Teile davon schon abgearbeitet haben.

Ein weiterer Vorteil von wiedereinsteigenden Mütter ist die Objektivität. Sie waren nun einige Zeit weg und sehen die Arbeitsroutine in einem anderen Blickwinkel. Sie können sehen ob sich Dinge eingeschlichen haben, die eventuell unnötig sind, zusätzliche Arbeit hervorrufen oder vielleicht sogar die Arbeitssicherheit gefährden. Wer jeden Tag die gleichen Arbeiten verrichtet, weiß was ich meine, irgendwann entwickeln viele eine Art Tunnelblick und sehen wichtige oder falsche Veränderungen garnicht. Neue Kollegen oder eben wiedereinsteigende Mütter, können hier sehr hilfreich sein, solche Zustände zu erkennen und geringfühig auch zu beheben... auch hier konnte ich in meiner ersten Woche schon einige Dinge anpassen... meine Kollegen meinten daraufhin "Wie früher... als wär sie nicht weg gewesen..." Man muss natürlich seinen Mund aufmachen können und sich trauen. Auch als wiedereinsteigende Mutter ist man ein Teammitglied und hat nun genauso viel Mitspracherecht, wie alle anderen auch. Man muss sich nicht erst mal zurückhalten, wenn die Abläufe an sich klar und unverändert sind. Ok, die ersten 2 - 3 Tage habe ich auch nur beobachtet und die besprochenen Arbeiten verrichtet. Etwas Orientierung ist schon wichtig.

Und damit geht meine erste Arbeitswoche auch schon zu Ende, Freitags habe ich nämlich frei! Und auch dafür brauch ich mich nicht zu schämen oder mir Sprüche gefallen zu lassen ala "Oh, ein verlängertes Wochenende, dann leg mal die Beine hoch!"... würd ich mir sowieso nicht gefallen lassen... denn eines ist sicher, nur weil die eine Arbeit endet, haben wir kein verlängertes Wochenende... körbeweise Wäsche, dreckige Bäder und Co. warten auf uns! Also Ladys denkt dran, wir sind ein Zugewinn! Wir sind wichtige Arbeitskräfte für unsere Firmen! Wir arbeiten durchschnittlich mehr pro Stunde als vollzeitarbeitende Kollegen! Und wir schmeißen noch Haushalt und Familie! Ein Zugewinn für die Firma und den Staat. Den Staar dürfen wir nicht vergessen, der freut sich ebenfalls über jede wiedereinsteigende Mutter! Bares Geld! Bling!

Wir müssen uns also niemals als Arbeitskräfte zweiter Wahl ansehen oder auch behandeln lassen! Wir sind Powerfrauen! Tschaka!

Seht ihr das auch so?