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Samstag, 17. Dezember 2016

Der kleine Milchvampir - ein kindgerechtes Abstill-Buch + Verlosung


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Über das Stillen und Abstillen gibt es die verschiedensten Meinungen. Es gibt die verschiedensten Wege und jeder ist so individuell wie die Mutter und das dazugehörige Kind. Jede Abstill-Erfahrung wird sich anders anhören. Manche Mütter stillen ab, obwohl sie es garnicht wollen. Der gesellschaftliche Druck ist ihnen zu hoch. Manche warten komplett ab, bis das Kind sich dafür bereit fühlt und selbst abstillt. Manche Mütter können aber auch irgendwann nicht mehr, obwohl sie vielleicht gerne die Entscheidung dem Kind überlassen hätten und wollen nun abstillen. Dabei ist diesen Müttern natürlich sehr wichtig, wie sie dies ihren Kindern liebevoll und einfühlsam näher bringen können. 

Ich dachte auch sehr lange, dass ich meinen Sohn selbst darüber entscheiden lassen werde, wann er sich selbst abstillen möchte. Aber oft kommt es eben doch anders und ich war sehr froh, dass ich unseren Weg immer auf uns zukommen ließ und dadurch viel innerliche Freiheit hatte, um entspannt damit umzugehen.
Durch die Schwangerschaft bedingt tat mir das Stillen plötzlich sehr weh und ich konnte und wollte so nicht mehr weiter stillen. Unsere Abstill-Geschichte dazu, könnt ihr in einem früheren Artikel nachlesen.

Und so gab es auch bei der Autorin Sandra Schindler eine Geschichte hinter ihrem Buch "Der kleine Milchvampir ". Auch sie hatte einen ganz eigenen Abstill-Weg, der sie dazu inspirierte dieses Buch zu schreiben. Es ist kein typisches Buch über Stillen für die Mütter, sondern es richtet sich ganz gezielt an die Kinder.

Wunderschöne farbenfrohe Illustrationen von Sandra Seiffart und kleine Vierzeiler in Reimform, erzählen den Kindern die Geschichte des kleinen Milchvampirs. Der in eine sehr liebevollen Familie hineingeboren wird und das sogar Zuhause. Es wird erzählt wie der kleine Junge groß wird und schon so viel kann und auch wie wichtig ihm die Mamamilch noch ist. In der Geschichte wird dann aber auch deutlich, dass die Mama eigentlich nicht mehr stillen möchte und auch der Papa findet es nicht mehr toll.
Der kleine Junge versucht nicht mehr an die wundervolle Mamamilch zu denken und tagsüber scheint es ihm auch ganz gut zu gelingen, aber Abends kommt zum Einschlafen das Bedürfnis nach Mama, nach Nähe und Geborgenheit und damit der Mamamilch wieder. Und dann will der Milchvampir doch auch gerne, wie die große Schwester, bei den Großeltern übernachten, aber ohne Mama?
Die Mutter hat eine Idee und arbeitet mit einem kleinen Trick. Die "Zauberflasche" soll helfen und die Mamamilch bei den Großeltern ersetzen. Und so schafft es der kleine Junge auch ohne Mama bei den Großeltern geborgen einzuschlafen.

Die Geschichte ist natürlich sehr individuell und wird sicherlich von keiner Familie 1:1 übernommen werden können. Gerade auch die der Doppelseite mit dem Badenachmittag am See zeigte mir selbst, wie anders doch unsere Stillbeziehung war. Dort wird nämlich gezeigt, wie der kleine Milchvampir sich nach dem anstrengenden Planschen einfach mal selbst bei der Mama bedient, was diese nicht so toll findet. Wäre für mich auch ein absolutes No-Go in der Stillbeziehung meines Sohnes gewesen und auch jetzt bei meiner Tochter. Mein Körper gehört mir! Meine Kinder signalisieren, wenn sie stillen wollen und ich suche uns dann einen geeigneten Platz dafür. An meiner Kleidung möchte ich dabei nicht gezogen werden, so dass ich vielleicht plötzlich Oben-Ohne da stehe.

Was ich damit schreiben möchte, diese Geschichte kann, soll und muss nicht so übernommen werden. Sie dient aber als Anregung um mit dem eigenen Kind ins Gespräch zu kommen. Ihm zu verdeutlichen das Mama vielleicht nicht mehr stillen möchte oder das eben der gewünschte Besuch der Großeltern nur dann funktionieren kann, wenn das Kind weiß, dort ist keine Mama, dort kann es nicht gestillt werden. Dann kann man darüber sprechen, vielleicht auch mit Ideen vom Kind, wie das Abstillen nun gelingen könnte. 
Jede Familie muss da ihren eignen Weg finden. Und am Ende der Geschichte kommt auch noch ein ganz persönlicher Brief von der Autorin an uns Mütter hinzu, in welchem sie auf das Abstillen nochmals eingeht.
Wollen wir als Mutter wirklich abstillen, weil wir es wollen oder weil es die Gesellschaft um uns herum will. Sie zeigt auf, dass wir es auch selbst wollen müssen. Versuchen wir nur halbherzig abzustillen, weil wir es eigentlich selbst nicht wollen, weil wir Bedenken haben, dann wird es wahrscheinlich auch nicht gelingen. Auch die Autorin verdeutlicht nochmals, wie einzigartig jeder einzelne Abstillweg ist und das Fehlversuche nicht schlimm sind und gibt uns noch einige Ideen mit auf den Weg.

Ich finde dieses kleine Büchlein gelungen. Es hat eine Sache aufgegriffen, die so noch nicht als Buch behandelt wurde. Nämlich dem Kind das Abstillen kindgerecht näher zu bringen. Es kann ein Hilfsmittel beim eigenen Abstillweg sein. 
Meine Tochter wird bald 1 Jahr werden und sicherlich werden wir noch eine ganze Weile weiter stillen und das irgendwann kommende Abstillen, lass ich auch diesmal wieder entspannt auf mich zu kommen. Auf jeden Fall habe ich diesmal dieses Büchlein im Regal stehen. Vielleicht wird es uns beim Abstillen begleiten. Wir werden sehen.

Ich bedanke mich vielmals bei der Autorin Sandra Schindler und dem GrünerSinn-Verlag, dass sie mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Wenn ihr nun auch an dem kleinen Milchvampir interessiert seid, nehmt doch an meiner Verlosung teil. Denn netterweise hat mir der Verlag ein weiteres Buch und ein Milchvampir-T-Shirt für euer Kind in Wunschgröße zur Verlosung bereitgestellt. Ist das nicht toll? Die Verlosung wird auf meiner Facebook-Seite stattfinden. Schaut dort vorbei. Viel Glück!

*Dieser Beitrag enthält einen Affiliate-Link

Freitag, 14. August 2015

Verständnisvoll abgestillt

Als ich mit dem Herzkind schwanger wurde machte ich mir über viele Dinge meine Gedanken. Was möchte ich tun, was möchte ich auf keinen Fall tun.
Stillen wollte ich auf alle Fälle! Ich nahm es mir fest vor und kaufte mir nichts, was mich davon ablenken könnte, wie z.B. eine Dose Milchpulver zur Sicherheit. Da der Zwerg Donnerstags zur Welt kam und somit das Wochenende bevor stand und genau dort hin der berüchtigte Milcheinschuss fallen würde, besorgte mein Mann lediglich ein paar Packungen Quark.
Der Quark wurde dann ungenutzt in einen großen Käsekuchen verarbeitet. Stillen klappte also von Anfang an sehr gut, bis auf die wunden und leicht offenen Brustwarzen mal abgesehen. Das tat wirklich irre weh und ich kämpfte die ersten 8 Wochen damit, aber es war für mich nie ein Grund das Stillen zu beenden.
Zu Anfang wurde ich immer gefragt, wie lange ich denn Stillen möchte und ich antwortete immer mit dem üblichen Zeitraum, den sich viele Mütter setzten: Mindestens 6 Monate... dann beginne ich mit der Beikost und dann mal sehen.
Natürlich kann man sich viele Gedanken vorher machen. Wie es dann nun kommt, weiß man nie. 

Der Zwerg entschied sich mit 4 Monaten starkes Interesse an Nahrung zu zeigen und wir boten ihm nach und nach kleine Mengen an. Er entwickelte sich zu einem sehr guten Esser und relativ schnell konnten viele Stillmahlzeiten entfallen, einfach so. Ich dachte schon, ich würde wohl ruckzuck in diesem Tempo abgestillt haben, aber ich vergass dabei, dass Stillen nicht nur Nahrung ist, sondern auch Seelenfutter. Der Zwerg brauchte das Stillen zum Einschlafen und in vielen unbekannten und für ihn stressigen Situationen um sich zu beruhigen. Auch wenn er sich mal weh getan hat, war Stillen immer das Wundermittel. Einen Schnuller nahm er schon ab dem 6. Monat nicht mehr.

Wir stillten also weiter, ohne darüber nachzudenken, was nun die "übliche Norm" ist, ob wir schräg angeschaut wurden oder ob Kommentare dazu erfolgen würden. Für uns und vor allem für das Herzkind war Stillen wichtig und richtig. 
Und hier muss ich sagen, ein selbstbewusstes Auftreten und ein normaler Umgang mit dem was man tut, erleichtern einem viel. Wirklich negative Kommentare habe ich nie erhalten. Ich denke, viele haben es sich auch einfach verkniffen, da sie wissen, mit mir braucht man über Dinge, von denen ich wirklich überzeugt bin, nicht zu diskutieren. 

So verging also die Zeit. Der Zwerg wurde 1 Jahr, wir stillten. Der Zwerg wurde 2 Jahre, wir stillten weiterhin. AB diesem Zeitpunkt dann aber so gut wie nie in der Öffentlichkeit, maximal bei schlimmen tränenreichem Aua. Er verlangte die Brust eigentlich nur noch zum Einschlafen und auch hier merkte ich langsam eine Veränderung. Hin und wieder schlief er auch einfach so ein und vor allem brauchte er mich nicht mehr dazu. War ich nicht da, war es auch ok.
Auch weiterhin machte ich mir keine Gedanken darüber, wielange wir denn schlußendlich wirklich stillen würden. Denn wie bei so vielem, worüber man sich zunächst Gedanken und Vorstellungen macht, es kommt sowieso anders als man denkt!

Ich wurde im April wieder schwanger. Mit dem positiven Test machte ich mir dann doch Gedanken. Könnte ich mir Tandemstillen vorstellen? Zwei Kinder gleichzeitig an meinen Brüsten? Aber bevor ich mich weiteren Überlegungen hingab, ließ ich es bleiben. Es würde alles so kommen, wie es kommt.

Womit ich allerdings garnicht rechnete, waren schmerzende Brustwarzen. Das kannte ich aus meiner ersten Schwangerschaft garnicht und das abendliche Stillen wurde zunehmend unangenehmer. Langes Nuckeln ertrug ich nicht mehr und ich dockte den Zwerg daher immer schneller ab, sobald er die Äuglein schloß. Manchmal merkte er das natürlich und wollte sofort wieder an die Brust, um wieder einschlafen zu können. Ich musste mir also etwas überlegen und sprach mit dem Zwerg an den nächsten Abenden immer wieder darüber.

Ich erklärte ihm, dass mir die Brustwarzen beim Stillen weh tun, wegen der Schwangerschaft (was er zu diesem Zeitpunkt sicherlich noch nicht im ganzen Umfang verstehen konnte) und er daher nur kurz stillen kann. Danach können wir ein Buch lesen und kuscheln und zusammen einschlafen. Er verstand es wirklich sehr schnell. Natürlich fragte er auch nochmal nach, wenn ich ihn dann abdockte. Ich erklärte ihm immer wieder, dass es mir weh tut und wir daher nun kuscheln. Die Milch versiegte dann sehr schnell und auch das stellte der Zwerg dann fest und fragte mich, ob ich die Brust nicht wieder auffüllen könnte... auch das erklärte ich ihm dann. Und ohne darüber nachzudenken, schlichen sich die Tage ein, an denen wir garnicht mehr stillten. Plötzlich war eine ganze Woche ohne Stillen vergangen und nur kurz kam es dann zu einem kleinen "Rückschlag", als er Abends doch wieder nach der Brust fragte und als ich verneinte, anfing zu weinen. Ich tröstete und kuschelte und bot im die Brust sogar nochmal an. Aber er wollte nicht, er wusste es tut mir weh und nach kurzem Trösten beruhigte er sich auch wieder und schlief dann ein.
Auch wenn er tagsüber nun hinfällt und sich weh tut, fragt er seit diesem Zeitpunkt nicht mehr nach der Brust, er würde sie auch nicht mehr wollen. Trösten, Pusten und Küsschen auf die wunde Stelle, das möchte er haben und das braucht er. Dann ist wieder alles gut.

Nach nicht ganz 2,5 Jahren geht nun eine wundervolle Stillbeziehung zu Ende und das völlig unkompliziert und schleichend. So habe ich es mir immer gewünscht. Ich konnte meinem Kind zwar nicht die alleinige Entscheidung überlassen, wann für ihn der perfekte Zeitpunkt gekommen wäre, aber ich bezog ihn ein und er hatte Verständnis. Wir konnten uns somit beide in der neuen Situation zurecht finden und neue Wege der Schlafbegleitung und des Tröstens entdecken. 

Ich bin froh, dass ich zwar ungefähre Vorstellungen von der Stilldauer meines Kindes hatte, es aber doch immer auf mich zukommen ließ und dabei auf meine Bedürfnisse und auch die meines Kindes geachtet habe. Wir hatten eine wundervolle Stillbeziehung und ich hoffe sehr, dass sich dies beim nächsten Kind so oder so ähnlich wiederholen wird.