Sonntag, 24. August 2014

Buchvorstellung: Wieso? Weshalb? Warum?

Unser Zwerg ist ein kleiner Bücherwurm. Er betrachtet sehr gerne seine Bücher, alleine oder auch mit uns zusammen. Schauen wir uns die Bücher zusammen an, deutet er immer wieder auf einzelne Tiere, Gegenstände usw. und will sie von uns benannt haben. Das kann sich dann auch zigmal wiederholen. Immerhin möchte er sich diese neuen Wörter und Begriffe auch einprägen. Mit der Zeit kam dann auch immer mehr der zweite Teilschritt der Drei-Stufen-Lektion von Maria Montessori hinzu.
Wir fragen das Herzkind nach einzelnen Tieren, Gegenständen usw. die auf der aktuellen Seite zu finden sind und er deutet dann darauf. Er freut sich wie ein Schneekönig, wenn er den erfragten Begriff gefunden hat.

Bücher, die wir für das Herzkind kaufen, müssen im Grunde ein wichtiges Kriterium erfüllen: Sie müssen real sein! Die Kleinen können jetzt noch nicht unterscheiden, was Realität und was Fiktion ist und speichern alles zusammen in ihrem Köpfchen ab und können so durcheinander geraten. Diese Unterscheidungsgabe folgt erst in einigen Jahren. Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass sie zunächst unsere echte Welt verstehen lernen, mit allen ihren großen und kleinen Wundern darin.

Daher habe ich die Bücher der Reihe "Wieso? Weshalb? Warum?" für das Herzkind entdeckt. Es sind schöne detailreich und reale Zeichnungen, die sogar mit süßen Klappen versehen sind, unter denen die Kinder vieles entdecken können.

Das Herzkind liebt diese Klappen und geht damit auch wirklich sorgsam um. Sie sind auch sehr stabil und können viel aushalten. Wenn natürlich ein Kind daran lange zieht, wird auch solch eine Klappe abreißen.

Wir haben nun 4 Bücher, über Bagger, Fahrzeuge, Tiere und Tierkinder. Natürlich ist das Bagger-Buch der Favorit, aber auch die anderen Bücher werden gerne heraus gezogen und betrachtet. Die Texte interessieren den Zwerg noch garnicht, wir nutzen sie stichpunktartig um die Bilder zu erklären und ich weiß nun auch, was eine Planierraupe ist und das ein Bagger nicht gleich ein Bagger ist. Oh, nein! Da gibts auch noch Unterschiede! Also bitte!

Hier werden sicherlich nach und nach weitere Bücher dieser Buchreihe einziehen, mich haben sie überzeugt.







Samstag, 23. August 2014

Übung des praktischen Lebens: Schütten und Gießen

Übungen des praktischen Lebens sind ein ganz wichtiges Element in der Erziehung nach Maria Montessori. Schon früh führt sie die Kinder mit entsprechenden Lernmaterial an diese Aufgaben heran. Denn es ist nun mal wie es ist, unsere Kinder werden nicht klein bleiben und wollen wachsen. Sie wollen wachsen an Aufgaben, die sie bei uns Erwachsenen tagtäglich beobachten und von denen sie wissen, dass sie diese auch können müssen. 

Übungen des praktischen Lebens beziehen sich also auf Aufgaben, die wir jeden Tag meist mehrfach ausführen. Wir machen uns darüber keine Gedanken mehr, sie fließen in unser tägliches Sein einfach und ohne größere Anstrengung ein. Für unsere Kleinen sind es noch Anstrengungen. Für sie ist jede kleine Aufgabe noch eine große Herausforderung. Mit den Übungen des täglichen Lebens können wir sie gezielt diese einzelnen Aufgabenschritte üben lassen.

Umgießen und Umschütten ist eine Aufgabe, die sich jeden Tag zigmal wiederholt. Wie gießen Blumen, wir schenken uns etwas zu trinken ein, wir messen Flüssigkeiten zum Kochen ab, schütten Auffüllpackungen in Vorratsdosen usw. Die Variationen des Gießens und Schüttens sind extrem vielfältig und genauso vielfältig können wir sie unseren Kindern anbieten.

Das Schüttgut kann aus trockenem Material wie Reis, Erbsen, Linsen usw. bestehen oder dann auch aus Wasser. Alle haben unterschiedliche Fließeigenschaften und müssen anders behandelt werden. Die Gefäße sind meist zunächst gleich groß, so dass die Kinder hin und her schütten können. Sie können unterschiedlich groß werden, mit Trichter oder ohne. Es gibt wahnsinnig viele Möglichkeiten, welche auch genutzt werden sollte. Erkennt man, dass das Kind die Aufgabe beherrscht, sollte z.B. das Schüttgut geändert oder Gefäße getauscht werden.

Neben der Augen-Hand- und der Hand-Hand-Koordination erfährt das Kind auch schon viele physikalische Gesetzmäßigkeiten, die es unbewusst absorbiert und in seinem Köpfchen abspeichert! Das Schüttgut fällt immer nach unten (Schwerkraft). unterschiedliche Gefäße, können unterschiedliche Volumen aufweisen, so dass das Schüttgut überlaufen kann. Die Konzentration und die Reaktion werden ebenfalls dadurch trainiert. Das Kind muss rechtzeitig abstoppen, um kein Schüttgut zu verschütten.

Wie alle Aufgaben, welche Maria Montessori benennt, zeichnen sich auch die Übungen des praktischen Lebens durch die selbstaufzeigende Fehlerkontrolle aus. Das Kind erkennt selbst, dass es etwas verschüttet hat und somit beim nächsten Mal mehr aufpasst, langsamer beim Schütten wird usw. Bei Übungen mit Wasser kann gleichzeitig ein kleines Schwämmchen oder Tuch dazu gelegt werden, damit das Kind verschüttetes Wasser direkt wegwischen kann. Ebenfalls eine weitere Übung des praktischen Lebens.

Wie ihr an den Bildern sehen könnt, hat das Herzkind gleich eine Möglichkeit dieser Übung erkannt. Das selbstständige Einschenken und Trinken von Wasser. Es wird Unabhängigkeit gewonnen!









Dienstag, 19. August 2014

Sonntags-Vergnügen: Geocaching - die morderne Schnitzeljagd

Auch am Sonntag waren wir wieder ganz im Zeichen des Geocachings unterwegs! Wir teilten uns in zwei Gruppen auf. Die Jungs wollten unbedingt Kletter-Caches bewältigen und wir Mädels schnappten uns die Räder, den Anhänger und das Herzkind und suchten alle verbliebenen Caches der Umgebung ab und legten so eine ordentliche Strecke an diesem Tag zurück. Dazwischen suchten wir das Cafè im Nachbarort auf und gönnten uns leckeren Kuchen und Kaffee. Danach führte uns ein Cache zu einem an diesem Wochenende stattfindenden Reitturnier. Das Herzkind sah Pferde und dann sogar Traktoren und einen Kran... er war im siebten Fahrzeug-Himmel und es kostet uns viel Überzeugungsarbeit weiter fahren zu können.
Nach vielen gelösten Caches kamen wir am Nachmittag wieder Zuhause an und machten es uns gemütlich. Etwas später kamen auch die Männer nach Hause und wir aßen noch gemeinsam zu Abend. Danach verabschiedeten wir unsere Freunde. Es war wieder ein wunderschönes gemeinsames Wochenende. Leider ging es auch viel zu schnell zu Ende! Bis zum nächsten Mal, liebe Freunde!

Und jetzt noch ganz kurz zum Geocaching! Es gibt viele Anhänger dieser tollen Freizeitaktivität. Genauso viele kennen es aber auch noch garnicht. Daher möchte ich euch ganz kurz etwas dazu schreiben. In einigen meiner Ausflugszielen habe ich schon davon berichtet, dass wir wieder cachen waren. 
Geocaching ist eine Art morderne Schnitzeljagd, die man in ganz Europa und eigentlich in fast allen Ländern der Welt durchführen kann. Also auch im Urlaub kann man seinem Hobby weiter frönen. Jeder kann mitmachen, jeder kann Caches (also die Verstecke) suchen oder auch Caches auslegen. Die Caches sind mit Koordinaten versehen und müssen gefunden werden. Meist werden aber nicht einfach nur die Koordinaten bekannt gegeben, sondern verschlüsselt. Durch Rätsel, Fragen usw. Manche sind recht einfach, manche ziemlich knifflig. Hat man dann endlich die Koordinaten, sucht man den Cache. Manche sind in Baumstümpfen, in alten Ruinen, in Löchern von Mauern, Schildern usw. Das Cacher-Völkchen kann da wirklich sehr kreativ und einfallsreich sein. Ich bin immer wieder erstaunt und das macht auch den Spaß aus, diese toll gestalteten und ausgesuchten Verstecke zu finden. Zu sehen, was sich andere Menschen einfallen lassen, Wahnsinn! 
Es gibt Caches, die kann man nur in der Nacht machen, da der Weg mit lichtreflektierenden Schildchen versehen sind oder Rätsel mit UV-Stiften geschrieben wurden, die man dann mit UV-Lampen erst sichtbar machen kann.... cool, oder?
Das ist Schnitzeljagd in einer ganzen anderen Dimension... nicht mit so ollen kleinen Papierfetzen, die wir mit kleinen Rätseln versehen, irgendwo als Kinder versteckt haben... das wird richtig was geboten :)

Suchen wir uns Ausflugsziele aus, schauen wir oft auch, ob schöne Caches in der Nähe sind. Manchmal ist aber auch der Weg das Ziel und wir suchen einfach Gegenden in denen tolle Caches angegeben sind und laufen oder fahren diese ab. Viele Caches werden mit dem Hintergedanken ausgelegt, den Suchern einen schönen Ort zu zeigen und somit bekommt man beim Suchen also oft auch noch schöne Aussichten und viel Natur zu sehen, die man sonst eher nicht aufsuchen würde.

Wir sind übrigens durch unsere Schweizer Freunde zum Geocaching gekommen, gerade deshalb spielt das Cachen bei unseren gegenseitigen Besuchen immer eine große Rolle und macht uns viel Spaß. Probiert es doch auch mal aus! Oder kennt ihr es doch schon?

Unsere Freundin wurde fündig in diesem großen Baumstumpf

Kipplaster und Bagger müssen überall mit...



Wie eine richtige Schatzsuche :)

Mein Mann will hoch hinaus... das waren dann so knapp 18 Meter mit ordentlicher Kletterausrüstung

Montag, 18. August 2014

Ausflug in den Pfälzer Wald

Am Samstag war glücklicherweise trockenes Wetter gemeldet und so konnten wir den geplanten Ausflug auch starten. Wir haben uns eine schöne Wanderstrecke mit möglichem Geocaching ausgesucht. Geocaching macht uns wirklich Spaß und es hilft auch gleichzeitig immer wieder schöne und neue Orte kennenzulernen. Langweilig kann es also nicht werden.... wenn das Wetter mit spielt...

Wir sind also nach Edenkoben und dort bis zum Parkplatz der Rietburgbahn gefahren, von dort sind wir mit der alten Sesselbahn hoch zur Rietburg. Für das Herzkind war es die erste Fahrt mit solch einer offenen Bahn und er saß ganz entspannt auf mir und schaute sich die Umgebung an. Oben angekommen hatten wir auf der großen Terasse der Rietburg einen wundervollen Ausblick auf die umliegenden Orte. 
Dann marschierten wir los. Das Herzkind stapfte tapfer voran und nahm die ganz unterschiedlich gearbeiteten Stufen nach unten und wieder nach oben, zur ersten Station unserer Caching-Tour. Wir besuchten das dortige Dammwild und fütterten dieses. Der Zwerg war natürlich wieder sehr skeptisch und schaute lieber nur zu, während wir uns die Finger vollschlabbern ließen.
Unser Tour führte mitten durch den Wald, wir sahen tolle Sandstein-Formationen, umgestürzte Bäume mussten umrundet werden und verwachsene und urige Bäume... ich liebe den Wald. So schön und ruhig und bei mäßiger Steigung, sogar recht entspannend.

Dazwischen kehrten wir in einem der Waldschenken ein und ich ärgerte mich mal wieder über die Auswahl der Gerichte. Als Vegetarier hat man es manchmal echt nicht leicht. Als warmes Gericht gab es mal wieder nur Nudeln... oder eben Handkäse oder Quark... naja...

Das Herzkind verbrachte die meiste Zeit dann doch in der Kraxe, da er nicht mehr laufen wollte und betrachte alles von ganz oben. Zwischenzeitlich wurde er aber sehr müde, wollte allerdings auch nicht in der Kraxe schlafen, dass war dann doch etwas schwierig und ich trug ihn dann auf dem Arm *uff* Schon echt schwer der Keks!

Am Auto wieder angekommen, fuhren wir weiter zum Weingut Anselmann und machten eine kleine Weinprobe. Davon wurde auch einiges gekauft, um den Weinkeller Zuhause wieder zu füllen. Mit vollem Kofferraum, ging es weiter zu den Schwiegereltern, die ganz in der Nähe wohnen und die zum Essen eingeladen haben. Es wurde lecker gegrillt und wir hatten einen schönen Abend.

Auf der Heimfahrt gaben unsere Schweizer Freunde alles, damit das Herzkind wach blieb und nicht schlief. Hätte er im Auto geschlafen, wäre das noch ein langer Abend geworden.... so war der Zwerg kaum am Stillen und direkt im Träumeland... Wir Großen machten es uns dann noch auf der Couch gemütlich und besprachen den morgigen Tag. Die Männer wollten klettern... mehr dazu im nächsten Bericht!









Sonntag, 17. August 2014

Besuch im Sealife und dem Technikmuseum Speyer

Seit Donnerstagabend sind unsere Freunde aus der Schweiz bei uns zu Besuch. Wir haben natürlich einiges an Programm geplant und heraus gesucht. Leider machte uns das Wetter schon am Freitag einen Strich durch die Rechnung. Denn es war ständiger Regen gemeldet. Also mussten wir kurzfristig unsere Pläne ändern und uns überlegen, was mit Kleinkind ein passendes Indoor-Programm sein könnte und das auch noch für uns Erwachsene interessant ist.

Wir haben uns für das Sealife und das Technikmuseum in Speyer entschieden und machten uns sehr früh auf den Weg, damit wir kurz nach der Öffnungszeit im Sealife ankommen. Dies war eine sehr weise Entscheidung, auch weil ich schon oft gehört habe, dass es dort sehr voll werden kann. Die Preise sind ordentlich! Für einen Erwachsenen beträgt der Eintritt 15,50 Euro. Kinder unter 3 Jahren sind glücklicherweise noch frei! Wer da etwas sparen möchte, sollte sich Onlinetickets vorab kaufen, die 35% günstiger sind!

Die Öffnungszeit ist ab 10 Uhr und kurz danach sind wir auch eingetroffen. Die Schlange war noch recht kurz, so dass wir nur 10 Minuten warten mussten, bis wir endlich hinein konnten. Mit einem kleinen Filmchen wird man auf die Arbeit des Sealife eingestimmt und dann ging es endlich los. Für den Zwerg begann eine lange Reihe an "Boah´s" und"Ohhha´s". Er fand natürlich die größten und leuchtensten Fische am tollsten, aber bitte nicht zu nah an ihn ranschwimmen, da musste man sich erst mal wieder an Papa kuscheln.
Da derzeit Piraten-Sommer im Sealife als Sommeraktion stattfand, war alles passend dekoriert und es galt Aufgaben zu lösen. In der Regel also Fragen zu beantworten, die in einem kleinen Heftchen gestellt wurden. Wurde die Frage gelöst, welche nie sehr schwer war, konnte man sich an einer Stempelmaschine, einen Druckstempel ins Heftchen stempeln. Diese Pressvariante war wirklich sehr schön und haptisch. Die Becken waren gut eingerichtet, manche wirkten in meinen Augen etwas zu klein. Die Erklärung der Mitarbeiter waren immer sehr informativ und auch nett abgehalten. Insgesamt dauerte der Rundweg 1,5 Stunden. Dann waren wir am Ende angelangt und wurden durch Souvenir-Shop und Restaurant durchgeleitet. Im Shop konnten wir uns mit dem komplett ausgefüllten und gestempelten Heftchen einen Anstecker für den Zwerg abholen.
Als wir dann das Sealife verlassen haben, wartete eine ewiglange Schlange am Eingang, die nun ebenfalls hinein wollten. Ich hätte mich da ehrlicherweise nicht mehr angestellt. Wenn ich das Tempo am Morgen berechne, bis wir in der kurzen Schlange endlich rein konnten, warteten diese Menschen sicherlich bis zu 1,5 Stunden.... danke! Ich stellte mir dann noch die gelangweilten und nörgelnden Kinder dazu vor und war sehr froh, dass wir uns so früh auf den Weg gemacht haben.





Unser Weg führte uns zurück zum Technikmuseum. Dort hatten wir morgens schon unser Auto abgestellt. Eine Tages-Park-Karte kostet gerade mal 2,00 Euro und somit sind wir dann die 10 Minuten zu Fuß zum Sealife hin und wieder zurück gelaufen.
Auch hier sind die Preise nicht gerade günstig. 14 Euro kostet ein Erwachsenen-Ticket ausschließlich für das Museum. Möchte man das IMAXX-Kino noch mitnutzen, was wir nicht in Anspruch genommen haben, wären es schon 19 Euro. Hier sind Kinder sogar bis 5 Jahre gratis, wenn man ausschließlich das Museum benutzen möchte.
Auch hier gab es viel zu sehen für den kleinen Zwerg. Als kleiner Autonarr war er im siebten Himmel und kam aus dem Staunen nicht mehr raus. Er zog seinen Papa überall hin und musste ihm alles zeigen. Zunächst waren wir allerdings im dortigen Restaurant etwas Essen. Denn die Mägen knurrten zur Mittagszeit. Es gab eine schöne Auswahl an verschiedenen Gerichten.... wenn man nicht gerade Vegetarier ist... so wie ich... ein einziges Gericht gab es hier auf der Karte.... hmpf.... Es schmeckte alles sehr gut, preislich war auch nichts überteuert. Nach dem Essen wurde der Zwerg auf einmal sehr müde und wollte unbedingt an die Brust.... dumm nur, dass ich ein unpraktisches Oberteil an hatte. Ich musste also etwas fummeln bis der Zwerg endlich andocken konnte und das mitten im Restaurant. Egal! Das Herzkind schlief ruckzuck ein und wurde von uns in den Kinderwagen befördert, in dem er dann erst mal eine Stunde schlief. Selbst zwei Orgeln und ein weiteres ewiglautes Spielgerät, die plötzlich gleichzeitig spielten, konnten ihn nicht wecken!
Das ist z.B. etwas, dass ich als Abzocke bezeichne! Es gab viele Maschinen welche die typischen Geräusche von sich gaben bzw. Orgeln die spielten, wenn man einen Knopf drückte. Bei dem hohen Eintrittspreis denkt man dies wäre dabei... weit gefehlt... es musste dafür 1 Euro eingeworfen werden... und dies wurde wirklich ständig getan, irgendjemand fand sich immer, der Geld einwarf. Kinder die bettelten usw. Diese Geldmasche finde ich nicht ok!
Dem Herzkind gefiel das Technikmuseum ausgesprochen gut, wie schon geschrieben liebt er Fahrzeuge und daher war er schwer beschäftigt mit betrachten und staunen. 

Es war also ein wirklich gelungenes Indoor-Programm (im Technikmuseum gibt es auch einen Außenbereich, den wir zwischen den Regenfällen gut besuchen konnten). Es kam keine Langeweile auf, das Essen hat geschmeckt und die Anreise war sehr einfach. Perfekt!





Zuhause angekommen, übergaben wir den Zwerg an meine Eltern und wir genoßen einen Abend zu Viert im Restaurant. Auch mal sehr schön, völlig ungestört zu quatschen und zu lachen, ohne ständig ein Auge auf das Kind zu werfen. Eine tolle Auszeit! Und damit war dann schon der Freitag ruckzuck um und im nächsten Beitrag erzähle ich euch über unseren Samstags-Ausflug in den Pfälzerwald und der Fahrt mit der Sesselbahn. 

Welcher Pfälzer weiß da jetzt schon wo wir gewesen sind? :)

Donnerstag, 14. August 2014

Unsere Stoffwindel-Wasch-Routine

Nichts wird in der Facebook-Gruppe Stoffwindel-Chat so heiß und intensiv diskutiert und hinterfragt wie die Waschroutine zu den Stoffwindeln. Wie sollte man die benutzen Stoffwindeln lagern, bis man sie wäscht? Schonmal vorher auswaschen oder lieber nicht? Wielange darf man die feuchten Windel maximal lagern bis man spätestens Waschen sollte? Welches Waschmittel sollte verwendet werden? Oder welches Waschmittel darf für welches Material überhaupt verwendet werden? Welche Wirkstoffe enthält es und wie wirken diese auf die Windeln? Welche Waschmittelprogramme sollten verwendet werden? Vorwaschen, Zusatzspülen, noch Wasser in die Trommel geben? Wie voll sollte die Maschine laufen? Und und und... die Anzahl der Fragen und der unterschiedlichen Antworten ist wirklich endlos!

Und für einen Neuling absolut verwirrend! Für mich war von Anfang an wichtig, dass das von mir verwendete Waschmittel für alle meine verwendeten Materialen nutzbar ist und das es auch spontan käuflich ist, in einem von mir schnell erreichbaren Drogeriemarkt. Es gibt einige speziell für Stoffwindel produzierte Waschmittel, diese sind aber meist nur in den Stoffwindel-Shops zu bekommen und da ich doch oft recht schusselig bin und vergesse rechtzeitig zu bestellen, hab ich damit lieber garnicht erst angefangen.

Glücklicherweise postete die tolle Stoffwindel-Seite Windelwissen einen Artikel zu ihrem Allround-Waschmittel und da es wirklich so supersimpel ist, testete ich es aus und bin schlichtweg begeistert! Wie schon geschrieben supersimpel anzuwenden und die Windel kommen sauber und frisch duftend (nämlich nach nichts!) wieder aus der Maschine. Ok, bei extremen Stuhlwindeln können auch mal Flecken zurück bleiben, diese verblassen aber bei jedem weiteren Waschen immer mehr oder man legt die gewaschenen Windeln auch mal feucht in die Sonne, diese hilft auch! Weiß ich um extrem dreckige Windelwäsche, dann nehme ich auch mal 1,5 Löffel des Fleckenpulvers und helfe da schonmal etwas nach. Ich kenne Mami´s welche die beiden Pulver (also Antikalk-Pulver und Fleckenpulver) schon direkt 1:1 mischen und sich somit Arbeitsschritte sparen. Clever, stimmts?

Ich für mich habe somit also mein Waschmittel gefunden und kann damit alle meine Windeln und Einlagen zusammen waschen, egal welches Material. PUL, Hanf, Baumwolle, Bambus, Mikrofaser, CBI... alles wandert zusammen in die Maschine und wird bei 60°C, Vorwäsche und Zusatz-Spülgang gewaschen. Fertig!

Da ich meine komplette Windelwäsche nach der Benutzung zum Trocknen aufhänge und durch das Windelsystem Überhose +Saugeinlage wenig Wäsche anfällt, schalte ich frühestens alle 5 Tage eine Maschine voll ein. Der Waschaufwand und die entstehenden zusätzlichen Kosten durch Strom und Wasser halten sich somit wirklich in Grenzen. Warum ich meine benutzen Windel erstmal trockne und nicht feucht in einem Wetbag oder Windeltonne aufbewahre, darüber habe ich schonmal hier berichtet.

Ist die Waschmaschine fertig, hänge ich zunächst die Überhosen und das Einweg-Vlies zum Trocknen auf. Im Stoffwindel-Chat hatte ich auch mal etwas von "Stoffwindel-schonendem Aufhängen" gelesen und fragte mich was denn das schon wieder ist! Etwas später bekam ich meine Antwort. Man sollte die Stoffwindeln besser über die Leine legen und nicht wirklich aufhängen, da so die Gummis der Beinbündchen geschont werden und nicht ausleiern. Bei den Überhosen mit dem geringen Gewicht stellt das sicherlich weniger ein Problem dar. Hat man aber AIO-Systeme, bei welchen die Einlagen an die Überhose genäht sind, dann wird das gerade im nassen Zustand sehr schwer und kann schon zum ausleiern der Beingummis führen, wenn die Stoffwindeln z.B. ausschließlich am Rückenbündchen aufgehängt werden. Seit dem lege ich auch meine Überhosen auf die Leine. Sicher, ist sicher! Ich will ja noch lange etwas von meinem Windeln haben. 

Alle Prefolds und Einlagen wandern zunächst in den Trockner. Natürlich schmälert das den Umweltaspekt etwas, aber ich möchte weiche Einlagen am Popo vom Herzkind haben und einmal im Trockner verziehen sie sich dann nicht mehr beim weiteren Trocknen auf der Leine. Denn nach dem kurzen Trocknen sind die Prefolds und Einlagen leider noch nicht komplett getrocknet und wandern dann für weitere 24h auf die Wäscheleine. Die Überhosen und das Einwegvlies kann ich dann schon zusammenlegen und wegräumen, da diese ruckzuck trocken sind. Ein weiterer Vorteil dieses Windelsystem. Die Trockenzeit ist wirklich kurz und die Windeln schnell wieder einsetzbar.

Und damit bin ich auch schon durch mit meiner Waschroutine. Ich habe dazu zwar einen kleinen Roman verfasst, aber in Echtzeit ist es wirklich nur ein geringer wöchentlicher Mehraufwand, den man bei Stoffwindeln im Gegensatz zu Wegwerfwindeln mehr hat.







Mittwoch, 13. August 2014

Die vorbereitete Umgebung

Schon oft habe ich meinen Texten die vorbereitete Umgebung erwähnt oder bin auch etwas näher darauf eingegangen. Die vorbereitete Umgebung ist wichtig für die Vorstellung der Lernmaterialien und deren Darbietung.

Zur vorbereiteten Umgebung zählt aber nicht nur das Kinder- bzw. Spielzimmer, sondern das gesamte Haus bzw. die Wohnung. Unter der Vorbereitung wird von uns Erwachsenen aber oft anderes verstanden: Türgitter, Laufgitter, Schranksicherungen... überall Schutz damit unsere Kleinen natürlich nicht in Gefahr geraten, oft aber auch, damit sie Dinge nicht in die Hand bekommen, die uns gehören...

Doch dann räumen wir die Dinge weg, die ein Kind zum Lernen braucht. Durch den Umgang mit gefährlichen und zerbrechlichen Dingen tritt ein Kind - ohne sich dessen bewusst zu sein - den Weg der "Vervollkommnung" an. Es übt damit , seine Bewegungen achtsamer auszuführen. Ein Kind will lernen, die Dinge "richtig" zu handhaben und "falsche" Bewegungen zu korrigieren. 
- Claudia Schäfer -

Haben wir uns wirklich auf die Ankunft unserer Kinder vorbereitet? Haben wir uns auf ihre Bedürfnisse vorbereitet?

Nehmen wir an, wir befänden uns unter einem Volk von Giganten mit im Gegensatz zu uns sehr langen Beinen, mit einem enorm großen Körper... Sehr bewegliche und intelligente Menschen im Verglech zu uns. Wir wollen ihre Häuser betreten: Dei Treppen reichen uns bis zu den Knien, aber man muss trotzdem versuchen, sie zu erklimmen; wir wollen uns setzen, doch der Sitz reich uns fast bis zur Schulter. Indem wir sie mit großer Mühe erklettern, gelingt es uns endlich, uns darauf zu hocken... Wenn wir wüssten, dass uns diese Giganten erwartet haben, müssten wir sagen: Sie haben nichts zu unserem Empfang getan und nichts, um uns ein angenehmes Leben zu bereiten.

Hat Maria Montessori nicht recht? Steckt da nicht ein Funken Wahrheit in dieser Annahme? 

Wir müssen dem Kinde eine Umgebung geben, die ihm gehört: einen richtigen kleinen Waschtisch, Stühlchen, ein kleines Geschirrschränkchen mit Schubfächern, die es selbst öffnen kann und die Gebrauchsgegenstände enthalten, die es handhaben kann, ein kleines Bett, in welchem es schläft unter einer hübschen Decke, die es selbst auseinander breiten und zusammenlegen kann.

Einige dieser von Maria Montessori angesprochenen Dinge haben wir für das Herzkind schon umgesetzt und mussten dabei immer wieder feststellen: Danke, Maria Montessori! Immer nahm das Herzkind diese Hilfestellungen dankbar an und freute sich, ein Stück weit, selbstständiger sein zu können.

Nun merkte ich schon lange, in der Küche muss sich auch noch einiges verändern. Das Herzkind möchte zwar beim Ausräumen der Spülmaschine helfen, aber eigentlich kann er nichts in die Schränke einräumen. Alles ist außerhalb seiner direkten Reichweite. Er kann nicht selbstständig Tischdecken, da ich ihm alles reichen müsste. Was kann ich also tun? Ich überlegte, räumte um und räumte weiter um und habe nun eine untere Schublade frei bekommen, in welcher ich alles wichtige an Besteck, Gläser und Geschirr für eine Mahlzeit hinein getan habe.

Die ersten Tage nahm das Herzkind diese neu eingeräumte Schublade nicht wirklich an. Augenscheinlich... Er beobachtete. Er beobachtete vor allem seine "fluchenden" Eltern, die sich nun auch umstellen mussten. Jedesmal werden alte Schubladen geöffnet und festgestellt, da findet sich das Gewünschte nicht mehr...
Seit wenigen Tagen greift das Herzkind gerade zur Frühstückszeit zielgerichtet zu. Da muss man ja nun nicht mehr auf die Mama warten! Noch ist viel Anleitung und Mithilfe notwendig. Ich freue mich allerdings sehr, den Zwerg bei einem weiteren Stück gewonnener Selbstständigkeit beobachten zu können und das auch diese Anpassung der Umgebung ein voller Erfolg ist!




Sonntag, 10. August 2014

Wir stillen! Ende nicht in Sicht!

Gerade eben habe ich das Herzkind zum Mittagsschlaf hingelegt! Und zwar stillend! Immer noch und auch zukünftig!

Aufgrund der vergangenen Welt-Stillwoche an denen sich viele Blogs beteiligt haben, möchte auch ich noch meine Erfahrungen dazu schreiben. Ich möchte und werde jetzt nicht darüber schreiben warum länger stillen als üblich gut ist, dass hat Kathrin von Nestling schon wunderbar beschrieben. Und auch diesen Artikel von Wege ins Goldene Zeitalter finde ich sehr schön!

Ich möchte schreiben, wie es bei uns dazu gekommen ist, dass wir nun schon 19 Monate stillen und auch kein Ende in Sicht ist. Auch ich gehörte zu den vielen Frauen, die sich während der Schwangerschaft mit diesem Thema auseinander gesetzt haben. Möchte ich stillen? Wielange möchte ich stillen? Ja, ich wollte es definitiv probieren und mich auf das Stillen einlassen und ich wollte es mindestens 6 Monate tun, so wie es die WHO als Mindest-Stilldauer empfiehlt. Weiter habe ich da zunächst nicht gedacht und alles andere wird sich eben ergeben...

Stillen klappte von Anfang an problemlos und ich denke, das hat auch viel zu unserer anhaltenden Stillbeziehung beigetragen. Natürlich hatte ich am Anfang mit wunden und auch offenen Brustwarzen zu kämpfen und zog so manches mal beim Andocken die Luft an und veratmete den Schmerz. Aber mit viel Geduld, Schwarztee-Pads und Salbe verging dieses Anfangsproblem und dann war es einfach nur noch schön... bis auf so manche Nacht...

Wenn das Kind nuckelt und nuckelt und nuckelt und dich mit weiten offenen Augen anstarrt, denkt man so manches mal ans Abstillen und hat die Nase gestrichen voll. Aber das ist eben eine Phase, wie so vieles nur eine Phase ist... Ich kann aber auch jede Mutter verstehen, die dann irgendwann entnervt die Stillbeziehung beendet. Denn wichtig ist immer: Die Stillbeziehung muss für Kind und Mutter schön und angenehm sein. Frust hat da auf Dauer nichts zu suchen und würde nur Streß verursachen, der niemandem gut tut.

Das nächtliche Dauerstillen löste sich bei uns mit dem Einführen des Floor Beds (ich berichtete) plötzlich in Luft auf. Das Herzkind stillte sich Nachts selbst ab und ich muss gestehen, es war wirklich eine absolute Erleichterung. Ich trauerte dem nächtlichen Stillen nicht hinterher! Dafür liebe ich weiterhin das Stillen zum Einschlafen und auch sonst, wenn das Herzkind es benötigt.
Dieses enge Kuscheln, diese Verbundenheit dabei, ist einfach wunderschön. Ich kann meinem Sohn die Nähe geben, die er in diesem Moment brauche und sogar viele wichtige Nährstoffe, die mein Körper extra für mein Kind produziert. 

Hat sich mein Kind weh getan, kann ich ihn ruckzuck trösten und binnen ein paar Schlückchen zuckersüßer Milch ist die Welt schon wieder in Ordnung. Natürlich hilft das gleichzeitige Kuscheln mit Mama ebenso. Hat mein Kind wieder Tage an denen es "sich selbst nicht leiden kann", nur am nörgeln ist und nicht weiß, was es tun soll... dann machen wir es uns auf der Couch gemütlich und stillen, stillen, stillen... er kann dadurch wunderbar runterkommen, entspannen und er weiß, Mama ist für mich da, Mama tröstet mich, wenn es mir nicht gut geht und meine Bedürfnisse werden befriedigt.

Stillen ist nicht nur Ernährung, obwohl (lest dazu die verlinkten Artikel) auch später noch genügend wichtige Nährstoffe enthalten sind. Vielmehr ist es Trost. Und das liebe ich so sehr an dem Stillen. Geht an manchen Tagen garnichts mehr, weiß ich, ich hab immer noch ein Ass im Top *hihi* Und das hab ich definitiv immer dabei und am Mann... ähm, natürlich an der Frau!
Egal wo wir sind, egal was passiert, ich kann meinem Herzkind sofort den Trost geben, den er in diesem Moment braucht. 
Genau! Wir stillen auch in der Öffentlichkeit, wenn es nötig sein sollte. Mit mittlerweile 19 Monaten ist das recht selten, aber ich verwehre es nicht. Gerade erst letzte Woche bei einem Geburtstag von Freunden war es dann so. Das Herzkind wurde von einem anderen Kind geschubst und verstand die Welt nicht mehr. Er war verunsichert und brauchte Trost und die Rückversicherung von Mama, dass mit ihm alles gut ist. Ich setzte mich dann zu der älteren Generation und stillte und unterhielt mich nebenbei mit allen. Nach 15 Minuten dockte das Herzkind ab, strahlte mich an und alles war wieder gut.

Hin und wieder höre ich einige Sätze, wie "da kommt noch etwas raus?" oder "wenn du wieder arbeiten gehst, dann war es das ja mit dem stillen?"... Erster Satz zeigt einfach die Unwissenheit die mittlerweile zum Thema Stillen herrscht. Wieso soll denn plötzlich die Milch weg sein? Die allgemeine Empfehlung der WHO lautet sogar: Stillen bis das Kind 2 Jahre alt ist, gerade im zweiten Lebensjahr bietet Stillen viele Antikörper zum Schutz vor allgemeinen Erkrankungen. Weltweit gesehen stillen Mütter ihre Kinder 3 - 4 Jahre... nur in den westlichen industriellen Ländern hat sich die Stilldauer immer weiter reduziert... auch weil wir es uns erlauben können, weil es die Möglichkeit der Pulvermilch gibt (was im Ernstfall auch gut ist!). Und durch diese ermöglichte Reduktion werden Mütter, die ihre Kinder normal weiterstillen, oft schräg angesehen... für viele ist es eben nicht mehr normal... weil sie es nicht mehr so kennen und sich darüber auch nicht informieren!

Wieso soll ich die Stillbeziehung beenden, weil ich ab dem 2.Geburtstag des Herzkindes wieder arbeiten gehe? Natürlich werde ich zum Mittagsschlaf nicht mehr da sein, aber wie viele andere Kinder auch, wird auch er lernen ohne Mama einzuschlafen, wenn sie nicht da sein wird. Abends werde ich da sein, also werde ich auch solange weiterstillen und auch Stillen, wenn er Trost braucht, wie es uns beiden noch gefallen wird. 

Ich habe keine Probleme mit schrägen Blicken oder anderen Meinungen. Ich habe mich durch sowas noch nie in meiner selbstgefassten Meinung beirren lassen. Ich kenne allerdings viele Mütter, die dies tun. Die sich nicht trauen außerhalb der eigenen Wohung ihr Kleinkind zu stillen. Die sich immer wieder durch "Ratschläge" und sogar Beleidigungen verunsichern lassen! Das ist sehr traurig!

Langzeitstillen ist nicht unnormal! Es ist wichtig, dass dieses alte Wissen um das Stillen wieder bekannter wird und Stillen von Kleinkindern, auch in der Öffentlichkeit, zu einem normalen Bild wird, ohne Verurteilungen und Schlecht-reden!

Wir haben eine wundervolle Stillbeziehung und das wollte ich euch mitteilen! Ich freue mich, dass es sich so entwickelt hat, einfach weil es funktioniert.

Leider habe ich kaum Stillbilder. Hier war das Herzkind 13 Monate alt. Man sieht, wie groß er ist und das verstört viele Leute. Er ist kein Baby mehr und nur Babys brauchen doch Muttermilch, oder? Jedenfalls geistert das noch in vielen Köpfen umher. Wir waren auf einen Geburtstag eingeladen und der Zwerg war absolut nicht gut drauf, wir dachten schon, wie müssen Zuhause bleiben. Also kurzer Stillstop und plötzlich war alles wieder gut und wir hatten danach noch einen entspannten Geburtstag. :)

Donnerstag, 7. August 2014

Eine Galerie für kleine Künstler

Schon lange schwebte mir eine kleine Galerie für die Kunstwerke des Herzkindes vor. Die schönsten Bilder sollten für alle sichtbar sein und in Szene gesetzt werden. Später stelle ich mir dann vor, wie ich mit dem Herzkind immer wieder zusammen entscheide, welche seiner aktuellen Bilder in die Galerie aufgenommen werden sollen, welche wir in einer Mappe sammeln werden bzw. archivieren. Für das Archivieren gibt es einige tolle Ideen im Internet: Abfotographieren ist schon mal ganz toll, dann bleiben sie immer erhalten. Einige machen daraus dann sogar Bildbände, was ich auch eine ganz wundervolle Idee finde.

Vorgestern war es dann soweit und der Herzmann hatte Zeit die Bilderleisten vom Möbelschweden an die Wand zu montieren. Das war zunächst ein großes Drama für das Herzkind, denn die Wand in der Küche war bisher immer leer. Immer! Und das störte gewältig sein Ordnungsempfinden. Er war entsetzt! Die Tränen kullerten und er verstand das alles nicht! Nachdem er sah, wie seine Kunstwerke dort ihren Platz fanden, beruhigte er sich langsam, beäugte diese Neuheit den restlichen Abend trotzdem noch kritisch. 

Ich freue mich jedenfalls sehr über die tolle Bilderwand und weiß jetzt schon, dass diese noch nicht ausreichend ist. Leider ist diese kleine Wand nicht breit genug und ich konnte nur die kleinen Leisten vom Möbelschweden verwende... grrrrr.... ärgerlich! Mal sehen, wie wir nach oben oder unten noch erweitern können. 

Ich bin jedenfalls jetzt schon voller Vorfreude, wie sich diese Wand im Laufe der Zeit verändern und wachsen wird. Denn das ist Gewissheit!





Mittwoch, 6. August 2014

Selbstständigkeit fördern

Oft unterschätzen wir unsere Kindere. Wir trauen ihnen vieles nicht zu und sind dann meist überrascht, wenn sie es doch können. Und wir sind meist deshalb überrascht, weil wir sie es vorher nie probieren ließen, meist aus Angst sie könnten sich verletzen oder oft auch, weil es uns zu lange dauert und wir uns im Streß fühlen. Zum Thema Zeit hatte ich vor einiger Zeit schon etwas geschrieben. 

Die Angst, dass unseren kleinen Lieblingen irgendetwas passieren könnte, steckt tief in uns drin und dies ist auch gut so. Das ist unser natürlicher Instinkt, der sich zum Glück auch nicht abschalten lässt. Allerdings ist er ausgeprägter denn je und wir wissen nicht, dass wir unseren Kindern damit auch schaden können, obwohl wir doch versuchen sie vor Schaden zu bewahren...

Ich selbst wusste vor meinem eigenen Kind nicht wirklich viel über Babys, Kleinkinder und Kinder im Allgemeinen. In meinem familären Umfeld waren wir immer die Jüngsten, die heranwachsenden Kindern und schließlich selbst Erwachsene, aber immer noch die Kinder und Enkel der Familie. Es gab keine jüngeren Familienangehörige, die wir beim Wachsen begleiten konnten. Auch sonst kam ich mit Kindern recht wenig in Kontakt und vermied es aus Unsicherheit auch. Wie hält man Kinder, was finden sie toll? Das bedeutete, mit der Geburt des eigenen Kindes, dass ich schlichtweg ins kalte Wasser geschmissen wurde und ich mir alles selbst erarbeiten musste. Ich wusste nicht, ab wann ein Kind was können müsste und auch die vielen Ratgeber helfen mir dabei nicht wirklich, auch die Spielzeugindustrie bietet zwar angeblich tolles pädagogisch wertvolles Spielzeug an... aber wenig was dem Kind wirklich in seiner Entwicklung hilft. Durch Zufall bin ich über Maria Montessori gestolpert und staunte nicht schlecht, was die Babys und Kleinkinder der verschiedenen Blogautoren alles konnten. Wie früh ihnen bei vielen alltäglichen Dingen schon geholfen und dies auch gefördert wurde. Nicht damit sich die Eltern rühmen können, "schaut was mein Kind schon alles kann!", sondern weil es die Kinder einforderten. Diese Familien schauten genau auf die Bedürfnisse ihrer Kinder, diskutierten sie nicht weg oder vermieden bestimmte Situationen aus Angst es könnte etwas passieren. Ich war und bin es auch heute noch, sehr beeindruckt!

Sogleich begann ich nach und nach alles in unserem Alltag umzusetzen (tue ich auch heute noch!) und staunte darüber was unser Herzkind alles schon konnte oder plötzlich konnte. Ich habe zwar schon vorher vieles unbewusst nach Montessori umgesetzt, aber manches lernte ich dann auch erst zu verstehen, nachdem ich es gelesen habe. 

"Nicht jede Hilfe ist eine Hilfe!" schreibt Heidi Maier-Hauser in ihrem Buch Lieben, ermutigen, loslassen und sie hat recht! Wir halten unsere Kinder oft klein, weil wir denken sie sind eben noch zu klein, sie können das noch nicht! Damit fördern wir allerdings keine Selbstständigkeit, wir vermitteln das Gegenteil! Wir vermitteln unseren Kindern, dass wir ihnen nichts zutrauen, dass sie es sowieso falsch machen und wir hinterher doch wieder alles selbst machen müssen. Die ersten Lebensjahre sind wichtig für das gesamte Erwachsenenleben (so die Fachwelt und die Studien!), solche Erlebnisse verankern sich im Unterbewusstsein und können dazu führen, dass das Kind auch als Erwachsener unsicher und unselbstständig bleiben wird!

In dem oben genannten Buch wird als Beispiel ein 15 Monate altes Mädchen beschrieben, welches fleissig die Treppen im Treppenhaus hoch und runtersteigt. Schon alleine bei der Vorstellung wird es einigen Lesern sicher heiß und kalt und sie möchten das kleine Mädchen an die Hand nehmen und von der Treppe wegholen... aber warum? Die Mutter in diesem Beispiel sagt folgendes: "Habe ich denn das Recht, sie wegen meiner eigenen Angst von ihren Abenteuern abzuhalten? Ich denke nicht, oder?"

"Ich denke nicht"... genau! Wir müssen Loslassen und unseren Kindern zutrauen solche Aufgaben meistern zu können. Natürlich würden wir unsere Kleinen zunächst nicht komplett alleine lassen. Wir wären am Anfang des Treppenkrabbelns und Steigens direkt hinter oder vor ihnen, um sie bei Unsicherheiten abfangen zu können. Nach und nach müssen wir aber unsere Verantwortung immer mehr in die Hände der Kinder geben, sie zu ihrer eigenen Verantwortung machen, wo sie auch hin gehört. Kinder haben schon recht früh ein sehr gutes Empfinden dafür, was sie können und was nicht. Wenn man sie lässt! Wir sollten daher ruhig daneben stehen und einfach nur beobachten. Panische Ausrufe "Pass auf! - Gleich fällst du!" usw. bewirken eher, dass wir das Kind von seinem Tun ablenken und natürlich kann dann genau das passieren, was wir vorher gesehen haben... 
Die erste Zeit kann solch ein Treppenauf- oder Abstieg ewiglang werden und dauern und natürlich kann sich das Kind auch mal in einer Treppe vertun und unsicher sein, aber diese Zeit müssen wir dem Kind geben und es wird von Mal zu Mal besser und sicherer werden.

Kinder in ihre Selbstständigkeit zu begleiten ist nicht immer bequem und verlangt hin und wieder etwas Zeit und Verzicht auf unser gewohntes Arbeitstempo. Bald aber wird die ganze Familie die ersten Früchte unserer Geduld ernten können. Die Kinder werden weniger oft an unserem Rockzipfel hängen, was allen mehr Raum und Atem für entspannte Stunden gibt.
- Heidi Maier-Hauser -

Mit seinen 19 Monaten läuft das Herzkind schon seit vielen Monaten (schade, dass ich es mir nicht genau notiert habe) frei im Haus umher. Er darf alleine die Treppen steigen und ich bin schon lange nicht mehr dabei, wenn er dies tut. Ich war lange genug neben ihm gestanden und habe mich versichert, dass er in seinem Tun sicher und beständig ist. Ich habe ihm Selbstverantwortung übergeben, an welcher er stetig wachsen durfte. Er konnte Selbstvertrauen tanken und sein Selbstwertgefühl steigern. "Seht her, was ich schon kann! Ganz alleine! Und ich kann selbst entscheiden wohin ich im Haus möchte!" 
Ich muss ihn aus keinem Spiel mehr heraus nehmen, weil ich in ein anderes Stockwerk muss und ihn nicht alleine lassen kann oder weil er sich durch das Türschutzgitter zurückgelassen und weggesperrt fühlte. Heute weiß er, er kann direkt mit- oder später hinterherkommen, wenn er möchte. Er kann entscheiden. Und selbst Entscheidungen zu treffen, ist ein großer und wichtiger Schritt zur Autonomie und zum Erwachsen werden.

Anbei noch ein kleines Video und ein erklärender Text zum Treppenkrabbeln mit Kleinkindern: *klick*


* dieser Beitrag enthält einen Affilliate-Link

Sonntag, 3. August 2014

Natürliche Grenzen

Maria Montessori wird gerne missverstanden, gerade im Bezug auf das "Grenzen-setzen". Viele denken, Grenzen gäbe es bei Montessori nicht, denn sie möchte ja den freien Willen, die freie Entscheidungsmöglichkeit unterstützen und fördern. Da könne es keine Grenzen geben.

Dies ist allerdings zu oberflächlich betrachtet, viel mehr muss man die Texte verinnerlichen und verstehen lernen und erfährt dann, dass es Grenzen gibt, die einfach da sind. Natürliche und persönliche Grenzen sind da und nicht einfach gemacht. Viel mehr sind es die unnötigen und entwicklungsbehinderten Grenzen, welche Montessori verurteilt und versucht aufzuheben.

Was sind natürliche und persönliche Grenzen?

Die Umwelt gibt uns viele Grenzen vor, aufgrund derer die eigenen Möglichkeiten beschnitten werden. Eine viel befahrene Straße kann nicht einfach überquert werden, auch wenn man dies zu gerne möchte. Man muss nach Zebrastreifen oder Ampelüberquerungen suchen. Das Wetter ist eine ganz große natürliche Grenze. Nicht alle Unternehmungen können bei jedem Wetter durchgeführt werden. Manches kann durch geeignete Kleidung kompensiert werden. Wenn aber Außenbereiche aufgrund heftigster Stürme geschlossen werden, dann sind sie geschlossen und können nicht bespielt werden.
Auf Spielplätzen kommen viele Spielgeräte nur einmal vor. Somit können diese nicht nach Belieben und sofort bespielt werden, wenn diese gerade ein anderes Kind nutzt. Kinder müssen sich hier in Geduld und Warten üben und wie man aufkommenden Frust bewältigen kann. Ähnlich hat dies Maria Montessori auch in ihren Kinderhäusern und Schulen übernommen, alle Lernanregungen sind im Klassenraum nur einmal vorhanden, sogar jede einzelne Buntstiftfarbe ist nur einmal vorhanden. Schon hier ist zu erkennen, das Maria Montessori sehr wohl etwas von Grenzen weiß und diese garnicht wegdiskutieren oder entfernen möchte. Sie setzt sie gezielt dort ein, wo sie sinnvoll sind und in natürlicherweise einfach vorhanden sind.

Persönliche Grenzen sind meist auch schnell gefunden. Ich möchte nicht als Trampolin verwendet werden, ebenso mag ich beim Schlafen nicht die Füße meines Kindes in Gesicht oder Rippen haben. Abends ab 20 Uhr möchte ich das der Tag nun ruhig ausklingt und möchte keine wilden Spiele mehr spielen. Da muss das Herzkind nun akzeptieren, dass es Zeit für Bücher oder ruhige Aktivitäten ist.
Generell sind überall dort persönliche Grenzen, wo die Integrität des Einzelnen verletzt werden würde. Das muss ein Kleinkind natürlich alles erst verstehen lernen und verstehen lernen, ist nicht immer einfach und oft auch mit ganz viel Frustration verbunden.

Diese Frustration gilt es als Erwachsener auszuhalten und zu verstehen. Sie sollte nicht wegdiskutiert oder geschmälert werden. Die Kinder müssen in ihrem Frust ernst genommen und begleitet werden. Das Herzkind braucht dann ganz viel Trost und stillen wirkt dann noch wahre Wunder und danach ist meist alles wieder gut. Andere Kinder möchten zunächst alleine gelassen werden in ihrer Ohnmacht, die sie selbst empfinden, weil sie nicht tun dürfen, was sie jetzt gerne möchten. Auch dann sollten wir dies so akzeptieren.

Kinder kommen täglich sehr oft an natürliche und persönliche Grenzen. Erfahrungen die verarbeitet werden müssen, aber auch von Kindern recht schnell verstanden und akzeptiert werden können. Weil sie merken, dass die Eltern selbst daran nichts ändern können oder weil die Eltern in diesen Punkten einfach immer wieder gleich bleiben und standhaft sind.

Anders sieht es aus mit den Grenzen, welche einfach nur gesetzt werden um das Kind zu unterdrücken... auch wenn wir es als Eltern in diesem Moment vielleicht nicht so sehen... die meisten Grenzen im Alltag, tun aber genau dies. Natürlich wollen wir unsere Kinder nicht klein halten, unbewusst tun wir es allerdings. Jede Möglichkeit die wir unserem Kind verwehren, etwas zu tun, zu erhalten und damit zu üben, ist eine genommene Möglichkeit erwachsen zu werden. Kinder streben danach erwachsen zu werden, das ist ihr innerer Bauplan. Sie wollen genauso werden, wie wir auch und somit natürlich auch alles tun, was wir tun. 

Der Frust und der oft beschrieben Trotz entsteht dadurch, das den Kindern diese Lernmöglichkeiten verwehrt werden. Wir können natürliche und persönliche Grenzen nicht ändern, diese sind da, diese können wie nicht entfernen. Aber alles andere schon! Wir als Erwachsener können gerade Zuhause die Umgebung vorbereiten und auf unsere Kinder anpassen. Unsere Kinder zeigen uns jeden Tag, wobei sie uns helfen und uns nachahmen möchten und hier müssen wir ansetzen. 

 Man sollte bedenken, dass alles, was ein Kind tut, eine rationele Ursache hat, die entzifferbar ist. Es gibt kein Phänomen, das nicht seine Motive, seine Daseinsberechtigung besäße. Es ist sehr einfach zu, über jede unverständliche Reaktion, jedes schwierige Betragen des Kindes mit der Erklärung hinwegzusehen: "Laune!" Diese Laune sollte für uns die Wichtigkeit einer zu lösenden Aufgabe, eines zu entziffernden Rätsels annehmen.

Hinter jeder Kundgebung des Kindes, die wir als Laune bezeichnen, muss also eine wirkliche Ursache gesucht werden. Diese kann uns, einmal erkannt, dahin führen, tiefer in die geheimnisvollen Gründe der Kinderseele einzudringen und kann so zur Schaffung eines friedlichen Vertrauensverhältnisses zwischen uns und dem Kinde beitragen.
- Maria Montessori -

Was können wir tun und anbieten, damit die Kinder ihrem inneren Bauplan gemäß handeln können? Wir können Möbel kaufen und anfertigen, die der Höhe unserer Kinder entsprechen. Wir können die Küche so einrichten, dass das Kind in unteren Schubladen und Kühlschrankfächern selbstständig an das Essen und das Geschirr gelangen kann. Wir können Laufställe, Gitterbetten und Hochstühle verbannen, aus denen die Kinder nicht selbstständig heraus können. Wir können schauen, was jeden Tag zu Frustrationen und "Machtkämpfen" führt. Müssen diese wirklich sein, sind diese wirklich nötig? Wie ich schon geschrieben habe, es gibt jeden Tag genügend Situationen, die so sind, an denen nichts gerüttelt werden kann, da die Grenzen natürlicherweise einfach da sind. Es gibt aber genügend unnötige und unterdrückende Grenzen, die wir entfernen sollten. Die das Kind in seinem Bestreben behindern und die uns generell das Miteinander und das Vetrauensverhältnis mit unserem Kind unnötig erschweren. 

Lassen wir uns also ein, auf ein Miteinander und nicht auf ein Gegeneinander. Grenzen sind da, schon immer. Damit müssen Kinder umgehen lernen und wir müssen sie begleiten, nicht behindern!

Aus dem Nichts heraus bricht das kleine Kind in die Familie des Erwachsenen ein. Der ist, mit dem Kind verglichen, groß und mächtig wie ein Gott, und er ist der einzige, der dem KInd das Lebensnotwendige zu verschaffen vermag. Der Erwachsene ist sein Schöpfer, seine Vorsehung, sein Herrscher, sein Richter. Niemand hängt so vollständig und unbedingt von einem anderen ab wie das Kind vom Erwachsenen. 
- Maria Montessori -

Eine Grenze! Die wir zügig entfernten, nachdem wir durch die dauerhafte Beobachtung merkten, wie sicher das Herzkind Treppen steigen kann. Er kann sich nun schon seit Monaten ohne Hindernisse im kompletten Haus auf und ab bewegen.