Samstag, 23. August 2014

Übung des praktischen Lebens: Schütten und Gießen

Übungen des praktischen Lebens sind ein ganz wichtiges Element in der Erziehung nach Maria Montessori. Schon früh führt sie die Kinder mit entsprechenden Lernmaterial an diese Aufgaben heran. Denn es ist nun mal wie es ist, unsere Kinder werden nicht klein bleiben und wollen wachsen. Sie wollen wachsen an Aufgaben, die sie bei uns Erwachsenen tagtäglich beobachten und von denen sie wissen, dass sie diese auch können müssen. 

Übungen des praktischen Lebens beziehen sich also auf Aufgaben, die wir jeden Tag meist mehrfach ausführen. Wir machen uns darüber keine Gedanken mehr, sie fließen in unser tägliches Sein einfach und ohne größere Anstrengung ein. Für unsere Kleinen sind es noch Anstrengungen. Für sie ist jede kleine Aufgabe noch eine große Herausforderung. Mit den Übungen des täglichen Lebens können wir sie gezielt diese einzelnen Aufgabenschritte üben lassen.

Umgießen und Umschütten ist eine Aufgabe, die sich jeden Tag zigmal wiederholt. Wie gießen Blumen, wir schenken uns etwas zu trinken ein, wir messen Flüssigkeiten zum Kochen ab, schütten Auffüllpackungen in Vorratsdosen usw. Die Variationen des Gießens und Schüttens sind extrem vielfältig und genauso vielfältig können wir sie unseren Kindern anbieten.

Das Schüttgut kann aus trockenem Material wie Reis, Erbsen, Linsen usw. bestehen oder dann auch aus Wasser. Alle haben unterschiedliche Fließeigenschaften und müssen anders behandelt werden. Die Gefäße sind meist zunächst gleich groß, so dass die Kinder hin und her schütten können. Sie können unterschiedlich groß werden, mit Trichter oder ohne. Es gibt wahnsinnig viele Möglichkeiten, welche auch genutzt werden sollte. Erkennt man, dass das Kind die Aufgabe beherrscht, sollte z.B. das Schüttgut geändert oder Gefäße getauscht werden.

Neben der Augen-Hand- und der Hand-Hand-Koordination erfährt das Kind auch schon viele physikalische Gesetzmäßigkeiten, die es unbewusst absorbiert und in seinem Köpfchen abspeichert! Das Schüttgut fällt immer nach unten (Schwerkraft). unterschiedliche Gefäße, können unterschiedliche Volumen aufweisen, so dass das Schüttgut überlaufen kann. Die Konzentration und die Reaktion werden ebenfalls dadurch trainiert. Das Kind muss rechtzeitig abstoppen, um kein Schüttgut zu verschütten.

Wie alle Aufgaben, welche Maria Montessori benennt, zeichnen sich auch die Übungen des praktischen Lebens durch die selbstaufzeigende Fehlerkontrolle aus. Das Kind erkennt selbst, dass es etwas verschüttet hat und somit beim nächsten Mal mehr aufpasst, langsamer beim Schütten wird usw. Bei Übungen mit Wasser kann gleichzeitig ein kleines Schwämmchen oder Tuch dazu gelegt werden, damit das Kind verschüttetes Wasser direkt wegwischen kann. Ebenfalls eine weitere Übung des praktischen Lebens.

Wie ihr an den Bildern sehen könnt, hat das Herzkind gleich eine Möglichkeit dieser Übung erkannt. Das selbstständige Einschenken und Trinken von Wasser. Es wird Unabhängigkeit gewonnen!









Kommentare:

  1. Noch keine zwei Jahre, und schon so geschickt <3

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    1. Hallo Ave-Maria,

      auf dem letzten Bild siehst du ja, auch hier geht noch einiges daneben. ;)

      Liebe Grüße, Sabrina

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    2. Danke danke danke, du hast mir verdammt viel bei meiner praktischen Kinderpflege Prüfung weitergeholfen!!!!!!

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    3. Unbekannterweise: Da freu ich mich aber :)

      Liebe Grüße, Sabrina

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