Sonntag, 13. April 2014

Jede Windel zählt!

Stoffwindeln, sagen euch was, oder? Mehr oder weniger... Manche werden jetzt sicherlich noch die alten Mullwindel, mit Klammern, mit umständlichen Auswaschen usw. im Kopf haben. Das hatte ich bisher auch! Und damit war das Thema schon für mich erledigt und ich beschäftigte mich damit nicht weiter. Punkt. Fertig. Erledigt!

Nun wusste ich natürlich, dass Wegwerfwindel für unsere Umwelt nicht gerade die Besten sind und das man Stoffwindel einiges für diese tun könnte, aber so richtig aufraffen konnte ich mich nicht. Das Herzkind vertrug Wegwerfwindel, egal welcher Marke großartig und somit ergab es sich nicht, sich weiter mit diesem Thema beschäftigen zu müssen. Bis vor Kurzem! Da stolperte ich über diesen Artikel und das große Rattern in meinem Kopf setzte wieder ein... ähnlich damals meiner Umstellung zur Vegetarierin. Lange hatte ich den Gedanken schon im Kopf, aber an der Umsetzung haperte es und irgendwann auch durch schlimem Artikel im Netz angeregt, änderte ich meine Essenseinstellung und ich stellte komplett um.
Tja, nun fand ich damals die Ernährungsumstellung noch recht einfach, im Gegensatz zur Umstellung auf Stoffwindel. Wenn man sich anfängt mit dem Thema wirklich zu befassen wird man erschlagen von gefühlten 1000 Systemen und Möglichkeiten. Hinzu kommt noch das Mysterium des richtigen Waschmittels, der Lagerung, des Saugmaterials usw. HILFE!!! Ganz ehrlich, ich glaube für viele ist nicht mal der Gedanken des großen Mehraufwandes ausschlaggebend, sondern die absolute Überforderung! Da ist man kurz davor wieder abzuschalten und einfach schön weiter mit den Wegwerfwindel zu wickeln.

Dann ergab es sich, dass in meiner Umgebung zu einem Stoffwindel-Workshop eingeladen wurde. Jawohl! Sowas kommt gerade richtig und brauche ich jetzt unbedingt! Also habe ich mich direkt mal angemeldet und bin gestern dorthin gefahren. Fast 1,5 h Fahrtzeit... ich hasse Autofahren!
Dort angekommen, erwartete mich genau das, was ich schon geschrieben habe, ausgebreitet vor mir lagen die gefühlten 1000 Systeme!
Im Workshop bekamen wir alle Systeme erklärt, wie sie angewendet werden, durften auch selbst anfassen und wickeln und erhielten so einen sehr guten Überblick. Auch die Anwendung der verschiedenen Saugeinlagen ergab dann für mich langsam einen Sinn! Ich war schlussendlich sehr froh, dass ich daran teilgenommen habe und danke den Leiterinnen Nicole und Kathrin.




Jetzt ergibt sich für mich langsam ein Bild, welches System ich ausprobieren möchte und werde mich in nächster Zeit damit eindecken und anfangen das Phänomen Stoffwindel an unserem Herzkind zu testen. Natürlich runzelt mein Mann die Stirn und ist von dieser Idee nicht wirklich begeistert. Warum wechseln und vielleicht mehr Arbeit haben, wenn bisher alles wunderbar funktioniert. Ich verstehe ihn natürlich und weiß ja auch selbst noch nicht ob es funktionieren wird. Da die meiste Zeit aber ich wickel und auch die Wäsche wasche, habe sowieso ich die Hauptarbeit. Zudem war er damals von dem Gedanken der Hausgeburt genauso wenig angetan und hat sich überzeugen lassen. Also mal sehen, ob Stoffwindel wirklich solch ein Aufwand sind. Und wenn es doch ein wenig mehr Arbeit wäre, alleine der Gedanke welche Mengen wir an Restmüll sparen (wir haben im letzten Jahr jede!! Leerung nutzen müssen und deutliche Mehrkosten gehabt), welche Mengen an Müll dadurch weniger produziert werden, macht einen kleinen Mehraufwand wett. So denke ich... im Moment noch... ihr werdet jedenfalls bald wieder etwas zu diesem Thema lesen und wenn ihr selbst schon dazu Erfahrungen habt und Systeme empfehlen könnt, gerne her damit! Gute Seiten zum Einlesen mit weiterführenden Links fand ich hier und hier und hier.



Natürlich wäre dem Herzkind der Workshop zu langweilig geworden und so ist er zusammen mit dem Papa zu den Schwieger-Großeltern gefahren und hatte einen wundervollen Tag mit viel Wasser und Sand. Er war am Grab seiner Uroma, goß dort die Blumen und mampfte seine ersten Erdbeeren für dieses Jahr. Volles Programm und ganz viel Spaß! So soll es sein!


Kommentare:

  1. Wir haben anfangs die GroVia Hybridwindeln mit Klettverschluss benutzt. Ich habe mich für das System entschieden, weil es einfach anzuwenden ist und man, wenn die Überhose nicht nass/dreckig geworden ist, nur die Einlage wechseln muss (= unterwegs weniger mitzuschleppen).

    Das System an sich hat mich auch nach einigen Monaten noch überzeugt. Es ist einfach - einen Unterschied zu Wegwerfwindeln sehe ich kaum. Wir hatten nachts Pampers, weil die Stoffwindeln häufiger gewechselt werden müssen.
    Mehr Waschaufwand hatten wir nicht - wir haben einen 7kg fassenden Wäschetrockner, dem es egal ist, ob bei der Weißwäsche noch Windeleinlagen dabei sind oder nicht. Das war für mich auch ein wichtiger Punkt, schließlich wäre es unsinnig, erst wegen des Umweltschutzes auf Stoffwindeln umzusteigen und dann durch Wasser-, Strom- und Waschmittelverbrauch alles wieder zunichte zu machen.

    Was mich letztendlich beim ganz kleinen Baby störte, war der riesengroße Windelpo. Wenn sie auf dem Rücken lag, war der Rücken richtig im Hohlkreuz. Sie ging dann auch früh in die Kita, und so lieb die Betreuer und Betreuerinnen waren (sie haben sich für sie sogar eine Manduca angeschafft!) - Stoffwindeln wechseln wollten sie dann doch nicht. Und irgendwie sind wir dann komplett wieder in Wegwerfwindeln gerutscht, nur ab und zu benutzen wir die Stoffwindeln noch. Mal sehen, ob es bei Kind 2 anders wird, das soll nämlich deutlich später erst in die Kita.

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  2. Eine schöne Sache.
    Ich hatte diese Gedanken auch,wollte es versuchen, besorgte mir ein gebrauchtes Stoffwindel-Set, das ganz toll wirkte.
    Als ich es Mimi erstmals anzog sahe es einfch schrecklich aus, sowas von mächtig, dick angezogen und sie kam mir vor als hätte sie viel weniger Bewegungsfreiheit dadurch und als sie einnässte war es fürchterlich nass und wirkte auf mich als müsste das schrecklich unangenehm sein, sodass ich es nach diesem einen Versuch sofort aufgab. Ich hatte weder jemanden mit Erfahrung nochs onstwas im Umkreis, auch keinen solchen Workshop.
    Tolle Sache, ich hoffe es hat dir geholfen und das es bei euch besser klappt!
    Bin gespannnt...
    P.s. Ich muss mal gucken, irgendwo hab ich dieses Foto von ihr mit dieser meeeegadicken Stoffwindel, das sah so lustig aus. Muss ich dann mal posten auf meinem Blog. hihi
    GLG, MamaMia

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  3. Amberlight eine Dresdner Nähbloggerin benutzt bei ihrem zweiten Kind auch Stoffwindeln und schreibt dazu auch Testberichte zu den verschiedenen getesteten Windelsystemen.

    http://amberlight-label.blogspot.de/search/label/Stoffwindeln

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  4. Ich bin durch die Blog von Isa Menschenskinder und A Lovley Journey auf Stoffwindeln aufmerksam geworden und hat mich wahnsinnig neugierig gemacht. Denn mich haben die Müllberge an Windeln nach einem Jahr sehr genervt. Zum Glück musste ich meinen Mann nicht großartig überzeugen, obwohl er das Wickeln fast komplett übernimmt, sobald er Zuhause ist. Also habe ich aufgrund der Erfahrungsberichte der beiden Blog oben ein paar Testwindeln von zwei verschiedenen Windelherstellern bestellt. Ein Monat später waren wir so überzeugt, dass wir unseren Sohn Zuhause (bis auf Nachts) mit Stoffwindeln wickeln wollten und es wurden am Ende 16 Windeln (je 8 BumGenius und Blueberry) für den Tag und 4 Windeln für den Mittagschlaf (TotsBots Bamboozle) plus einiges an Bambus- und Hanfeinlagen, die noch zusätzlich in die Windeln reinkommen.
    Mein Fazit nach über 5 Monaten: erst nach etwa 2 Monaten Dauereinsatz sind die Windeln und Einlagen soweit eingewaschen, dass sie ihre volle Saugkraft haben, sprich am Anfang haben wir tatsächlich alle 2-3 Stunden gewickelt. An sich finden wir wickeln halt auch nicht schlimm, mein Mann zB albert ganz viel mit unserem Sohn am Wickeltisch herum (schon von Anfang an) und auch finde, wenn die Windel nass ist, wird sie gewechselt, egal wie lange er sie erst bzw. schon an hat. Mittlerweile halten die Windeln auch viel länger. Allerdings finde ich, entwickelt man auch ein gutes Gefühl, wann wie das eigene Kind in die Windel macht und gleichzeitig kommt bei uns hinzu, dass unser Sohn auf seine Windel zweigt, wenn was drin ist (er ist nun 18 Monate alt).
    Nachts und die 3 Stunden, die er im Minikindergarten ist, hat er Pampers an. Und wen er arg dünnen Stuhlgang hat (meist wenn Zähnchen bekommt), wickeln wir auch mit Pampers.
    Zu den Wäscheberg: ich wasche etwa alle 4-5 Tage und sie sind innerhalb von max 24 Stunden trocken ohne Trockner. Hin und wieder wasche ich nur ein paar Windeln mit anderer Wäsche zusammen, allerdings gibt's eine Art Vorwäsche nur für die Windeln und die restliche Wäsche kommt hinzu.
    Mir hat damals noch die Michelle von stoffywelt.de sehr geholfen und ich konnte sie mit Fragen löchern.

    Ich bin gespannt, wie ihr euch entscheidet.

    Bis dahin liebe Grüße einer sonst sehr stillen Leserin
    Karin

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