Montag, 16. März 2015

Kleine Helferlein am Frühstückstisch

Für kleine Kinder ist der Alltag oft nicht einfach zu meistern. Alles ist groß, alles ist unhandlich und oft wollen wir Erwachsene auch garnicht, dass sie etwas nutzen, da wir Angst haben es könnte kaputt gehen oder dreckig werden.
Folgende Situation am Frühstückstisch: Unser Kind möchte nun selbst lernen sein Brot zu schmieren. Mit Butter oder Frischkäse... wir wissen, wie das am Anfang enden könnte... unsere Butter würde aussehen, wie nach einem detonierten Granate und der Frischkäse wäre wohl auch überall, nur nicht auf dem Brot.
Für unsere Kinder ist es allerdings sehr frustrierend, würden wir sie diese Erfahrungen nicht machen lassen. Zum einen ist da die Abweisung durch uns als Eltern, mit der Nachricht: Du bist zu klein, du kannst das nicht. Zum Anderen wird das Kind irgendwann kein Interesse mehr verspüren lernen zu wollen, wenn es immer wieder daran gehindert wird.
Also wie kann ich meinem Kind den Zugang zu Butter, Frischkäse, Marmelade usw. gewähren, ohne zu viel Verschwendung an Lebensmittel zu betreiben?

Ich habe mir schon zu Beginn kleine Glasschälchen besorgt, die man aus Hotels oder von Frühstückstischen aus Lokalen kennt. Ebenso kam vor kurzem ein kleines Butterdöschen hinzu. Beides wird vom Zwerg gerne angenommen. Gerade das Butterdöschen fasziniert ihn. Es ist handlich, es hat seine Größe. Es wirkt als wäre dort ein ganzes Butterstück nur für ihn, welches er nutzen kann. Es zeigt ihm, dass ich ihn und seine Bedürfnisse wahrnehme und anerkenne. Für unsere Kinder ist das eine zutiefste innere Befriedung. So wie es dies auch für uns wäre, wenn wir irgendwo fremd sind und alles bis ins Detail für uns vorbereitet wäre, weil an uns gedacht wurde.

Damit Kinder Selbstständigkeit erlernen können, müssen die Dinge ihrer Umgebung ihnen angepasst werden und oft sind viele unserer Alltagsgegenstände auch in ihrer Größe vorhanden. Wir müssen uns einfach nur umschauen!

Anmerkung: Das Butterdöschen habe ich bei Depot gefunden. Dort gibt es auch kleine Schälchen aus Porzellan. Die Glasschälchen habe ich damals in der Metro entdeckt. Auch Unterlegmatten bzw. Tischsets sind gerade für unsere kleinen Zwerge sehr hilfreich. Sie begrenzen den Platz und ordnet diesen für sie.






Sonntag, 15. März 2015

Unser Oster-Tisch


In der Waldorf-Pädagogik gibt es den Jahreszeitentisch. Dieser macht an einer Stelle des Hauses die Jahreszeiten sichtbar und erlebbar, neben den Ausflügen in die Natur. Hier können die gesammelten Schätze des Tages dekoriert werden, Jahreszeiten und Monatsbilder und auch die derzeitigen Szenarien der Natur oder auch kommende Ereignisse, wie Ostern, St.Martin oder Weihnachten dargestellt und vermittelt werden. Ich finde diese Idee wirklich ganz großartig und überlege schon lange wie ich den Jahreszeitentisch auch bei uns umsetzen kann. Denn diese Möglichkeit die Jahreszeiten, das Jahr mit all seiner Vielfalt und den Ereignissen meinem Kind auch Zuhause vermitteln zu können, gefällt mir.

Eigentlich habe ich einen anderen Platz für den Jahreszeitentisch vorgesehen, hier fehlt mir allerdings noch das Grundgerüst, welches ich im Kopf habe. Daher beginnen wir nun an einem anderen Platz, bis mein Mann Zeit hat, meine Idee auch umzusetzen. 

Der Zwerg und ich dekorierten gestern fleissig und stimmen uns nun auf Ostern ein. Das Osternest hätte er am liebsten noch voller gemacht... an Eier darf es nicht fehlen... und der Osterhase passt ja bis Ostern auch darauf auf... hab ich so erklärt bekommen ;)

Nun fehlen mir noch schöne Osterbücher, die Ostern erklären nach unserem christlichen Glauben und auch den Osterhasen. Ich bin nicht sehr gläubig, finde aber, dass wir alle wissen sollten, warum wir in Deutschland Ostern feiern, ob dies nun einen christlichen oder einen alltertümlichen Hintergrund hat.

Wer also Buchtipps für mich hat, gerne!

Wegen der hohen Nachfrage (Affiliate-Link): Den wunderschönen Dauerkalender habe ich mal wieder in den Kleinanzeigen erstanden. Es macht viel Spaß dort zu stöbern und Schnäppchen zu entdecken.
   







Samstag, 14. März 2015

Schlafen benötigt Nähe und Vertrauen

Für unsere kleinen Steinzeit-Babys war das Schlafen nur sicher, wenn sie eng an Mama gekuschelt einschliefen und dies auch die ganze Schlafenszeit so blieb. Merkten sie im Schlaf, dass die Mama nicht mehr da ist, wurden sie wach, schrien und beruhigten sich erst, wenn die Mama wieder da war. Die Mutter war in der gefährlichen Umgebung die Lebensversicherung der Kinder. Ohne diese waren sie schutzlos und jeglicher Gefahr ausgeliefert.

Es ist somit leicht zu erklären, dass auch heute unsere Babys und Kleinkinder so sind, wie sie sind. Sie wissen im ihre Schutzlosigkeit und dass sie bei Mama in Sicherheit sind. Für viele von uns ist das eine radikale Umstellung. Sie stehen plötzlich im Fokus und müssen nonstop für das neue Leben präsent sein. Manches Kind will sich zu keiner Sekunde ablegen lassen und schläft auch nur auf dem Bauch der Mama. Der Schlaf der früher eine Selbstverständlichkeit für uns war, kann nun sehr anstrengend werden.

Wenn wir um den Hintergrund unserer Kinder wissen, kann es den Umgang mit diesem Verhalten für uns einfacher machen. Wir können genau überlegen, ob wir wirklich ein eigenes Zimmer für unsere Kinder als nötig empfinden. Ob wir mehrfach in der Nacht aufstehen wollen oder ob wir unseren ruhigen Schlaf im Familienbett finden.
Jede Familie wird hier ihre ganz eigene Lösung finden und bei dieser Lösung finde ich am wichtigsten, dass sich auch alle wohlfühlen. Und damit meine ich wirklich alle! Keinem Kind sollte durch "Schlaflernprogramme" und Schreienlassen, das Schlafen "beigebracht" werden. Keiner Kinderseele sollte dies angetan werden. Keine Kinderseele sollte dadurch gebrochen werden und damit auch das Vertrauen in die Eltern. Auch wenn es wirkt als wären sie tagsüber trotzdem ausgeglichen... bedenkt, unseren Kindern bleibt nichts anderes übrig... sie sind auf uns angewiesen, sie wissen, sie können nicht weg, sonst wären sie alleine und damit schutzlos... Kinder ertragen daher viel...

Wir Eltern sind dafür da, dass unsere Kinder friedlich und vertrauensvoll in den Schlaf finden und wenn dafür am Anfang die direkte Nähe notwendig ist, dann ist es so. Es ist natürlich, es ist ganz normal! Auch wenn uns die westliche Welt etwas anderes erklären möchte, dem ist nicht so! Babys bleiben Babys und ändern sich nicht einfach, weil sich die Welt weiter entwickelt hat. Sie sind immer noch schutzlos, sie brauchen immer noch Nähe und wissen nicht um sichere abgeschlossene Häuser und Babyphones. Sie wollen die direkte Nähe, sie wollen alles und das volle Programm. Und wenn wir dies akzeptieren lernen, wenn wir die Natur annehmen, dann wird es leicht. Oder sagen wir leichter... denn wir wissen alle wie schrecklich der Schlafentzug ist, wenn die Kleinen doch nicht in den Schlaf finden. Wenn Wachstumsschübe, Zahndurchbruch oder Bauchschmerzen dem Schlaf ein jähes Ende setzen und wir am eigenen Leib erfahren, warum Schlafentzug gerne als Foltermethode verwendet wurde...

Wir haben schon immer versucht unserem Kind das zu geben, was es in seiner derzeitigen Situation brauchte. Als Baby direkt bei uns, an unserer Seite und kein Stück entfernt. Als wir merkten wir weckten den Zwerg bei jeder unserer Drehung oder Husten, quartierten wir ihn aus. Wir gaben ihm ein Floorbed, welches er so wunderbar annahm, dass er sogar das nächtliche Stillen nicht mehr benötigte und wir nahmen ihn immer in unser Bett auf, wenn er danach verlangte. Durch die schlimmen Erfahrungen bei der Tagesmutter will er nun garnicht mehr in seinem Bett schlafen, wenn er Nachts wach wird. Er kommt rüber und legt sich zwischen uns und das ist ok. Wir können damit alle weiterschlafen und bekommen viel Schlaf und das ist das Wichtigste. Gerade wenn beide Elternteile wieder arbeiten gehen. Schlaf wird benötigt, um ausgeglichen zu sein, um einen langen Arbeitstag konzentriert bestehen zu können und auch um Abends für sein Kind noch aufmerksam zu sein. Das wichtigste am Familienschlaf ist, dass alle dadurch soviel Schlaf bekommen, wir irgend möglich!

Wir stillten seit der Geburt in den Schlaf. Das beste Narkosemittel der Welt! Mit nun über 2 Jahren merken wir, das Narkosemittel verliert so langsam seine Wirkung. So mancher Mittagsschlaf wird durch kuscheln eingeleitet und der Zwerg findet durch direkte Nähe vertrauensvoll in kürztester Zeit in den Schlaf. Auch Abends wird zwar zunächst die Brust verlangt, aber er findet dabei immer mal wieder nicht in den Schlaf. Ich lege ihn dann auf mich, er kuschelt sich zurecht und fällt in den Schlaf. Friedvoll und mit vollem Vertrauen, dass ich da bin. Auch bei seinem Papa klappt das immer öfters, alleine, ohne mich. Und seit kurzem sogar bei der Oma!
Die Oma musste mit ihm zum Schlafen immer mit dem Kinderwagen raus, beim Schaukeln schlief er ruckzuck ein. Wollte sie ihn bisher anders zum Schlafen bringen, war es nicht möglich. Auch wenn er hundemüde war, fand der Zwerg nicht in den Schlaf. Er ruhte dann höchstens an die Oma gelehnt beim Geschichtenerzählen und war dann nach dem Ruhen wieder fitter. Jetzt, wohl auch dadurch das es bei uns oft ohne Stillen nun klappt, schläft er nun beim Geschichtenerzählen neben der Oma ein. Einfach so! Es klappt, weil der Zwerg nun bereit dafür ist. Weil er um seine vertrauensvolle Umgebung weiß und das wir immer schon für ihn da waren. 

Ich bin sehr stolz auf unseren kleinen Sohn, dass er nun auch bei Oma in den Schlaf findet. Das er nun bereit dafür ist. Und ich bin stolz auf uns, dass wir ihm diese Grundlage und Wurzeln dafür gegeben haben. Schlafen benötigt Nähe und Vertrauen. Schlafen ist ganz natürlich und entwickelt sich. Machen wir daraus keine Kunst und auch kein Experiment. Es kommt, wie es kommen wird. Nehmen wir das Schlafverhalten unseres Kindes an, dann nehmen wir auch unser Kind an, so wie es ist!

Kleine Anmerkung: Ich weiß, dass es Kinder gibt die von Anfang an problemlos schlafen, auch in ihren eigenen Zimmern. Liebe Eltern dieser Kinder, ich freue mich für euch! Mit diesem Beitrag möchte ich daher allen anderen Eltern zeigen, die Steinzeit-Kinder haben, es wird besser werden. Die Zeit wird kommen, wenn unsere Kinder dafür reif und bereit sind. Wir müssen solange einfach für sie da sein!


Freitag, 13. März 2015

Ich sehe durch Liebe mein Kind

Hätte mir jemand vor der Schwangerschaft gesagt oder auch während der Schwangerschaft, dass ich mich mal so sehr mit meinem Kind und dem Leben mit Kindern im Allgemeinen beschäftigen werde, hätte ich wohl nur ein müdes Lächeln übrig gehabt.
Natürlich dachte ich, dass ich mich zu dem ein oder anderen Thema einlesen und beschäftigen werde, um mein Kind zu verstehen, aber doch nicht in diesem Umfang.

Kinder spielten lange Zeit in meinem Leben keine Rolle. Ich befasste mich nicht mit ihnen. Ich fühlte mich ehrlich gesagt, sogar sehr unwohl in ihrer Umgebung. Wusste nicht wie ich mit ihnen umgehen sollte, wie ich mit ihnen sprechen konnte, was sie für Bedürfnisse hatten. Ich hätte nicht mal wirklich mit ihnen spielen können. Ich wusste einfach nicht was Kinder wollen! Ich hatte allerdings auch seit meiner Kindheit nie wirklich Umgang mit deutlich kleineren Kindern. Meine Schwester und meine Cousins, wir waren alle in einem ähnlichen Alter und konnten somit alle ähnliche Spiele spielen und hatten ähnliche Interessen.
In meiner direkten Verwandschaft und in meinem Umfeld gab es keine kleinen Kinder oder gar Babys. Ich war also völlig planlos und auf neuen Wegen als ich schwanger wurde und dann mein Baby in Armen hielt. Hätten nicht meine Cousins bzw. deren Frauen ein halbes Jahr bzw. wenige Tage zuvor ihre ersten Babys bekommen, wäre mein Baby sogar das Erste  gewesen, welches ich überhaupt in Händen gehalten hätte.... unglaublich, oder?

Aber so ist es nun in unserer Gesellschaft. Die Geburtenrate sinkt, die Verwandschaft entzerrt sich und zieht auseinander, der Clan ist kaum noch gegeben und vieles an Wissen und dem Umgang mit Kindern geht verloren und muss von den neuen Generationen fast vollständig neu erlernt werden und zwar "Learning by doing" am lebenden Objekt sozusagen. Windelwechseln, Baby baden, Baby tragen, Baby füttern, anziehen.... all diese Dinge sah ich zum ersten Mal und tat sie zum ersten Mal und danach viele weitere Male und lernte und wuchs daran.

Wachsen am Leben mit dem eigenen Kind! Ich lernte und lerne wirklich viel, ich reflektierte viel und ändere mich! Ich sehe nun viele Dinge mit anderen Augen. Mit den Augen meines Kindes und warum es sich so verhält, wie es sich verhält.
Schon in der Schwangerschaft waren viele Aussagen und Erziehungsstile für mich merkwürdig und wenig glaubwürdig. Die kleinen Tyrannen, die mir auf dem Kopf rumtanzen werden, Kinder die nicht mehr in ihrem eigenen Bett schlafen wollen, wenn sie einmal im Familienbett schlafen werden. Das andauernde Loben, das Wegsperren, dieses komische angeblich pädagogisch wertvolle Dudelspielzeug.... 

Ich begann mit Kinderaugen zu sehen und entdeckte soviel Vergessens. Die Bedürfnisse von kleinen Babys nach Nähe, nach Getragen sein, nach Beachtung und einfach nur ganz viel Liebe und Zärtlichkeit. Wo war der Tyrann geblieben, von dem viele berichteten? Von dem Verziehen, wenn man das Baby zuviel verwöhnt und nicht einfach auch mal schreien lässt?

Ich sah mit Kinderaugen, dass es wichtig und richtig war, es so früh wie möglich selbstständig werden zu lassen. Ihm die Möglichkeiten dazu zugeben, damit es daran wachsen kann. Damit es seinem inneren Bauplan folgen kann und selbstzufrieden ist. Das bedeutet Geduld, das bedeutet achtsam sein und viel zu beobachten. Sich Zeit nehmen, die man vorher dachte nie zu haben. Es bedeutet auch einfach mal auszuhalten, die Meinung des Kindes akzeptieren, sich über andere Wege zu informieren, zu überlegen, was man ändern könnte, damit alle glücklich sind. Nicht mehr nur auf die eigenen Bedürfnisse achten und durchsetzen wollen, sondern auch dem Kind seinen Raum in der Familie und seiner Umwelt einzugestehen. Ein Weg der bisher noch nicht so oft bestritten wurde, der oft zu Fragezeichen und Unverständnis bei anderen Eltern oder älteren Menschen führt... auch wenn sie oft kurz davor noch sagten, wie wundervoll sie diesen kleinen Menschen doch finden. Wenn sie hören, wie unser gemeinsamer Alltag aussieht, kommen deren Ängste wieder hoch, sie sehen kleine Tyrannen und verzogene Kinder.

Auf das Kind einzugehen, es mit Liebe zu sehen und es gleichwürdig zu behandeln, das habe ich gelernt und das lerne ich zusammen mit meinem Kind. Jeden Tag! Ich lerne es zu beachten und lerne durch es, wie Kinder eben sind und wie sie gesehen werden wollen. Ich lerne durch mein Kind, dass meine Verhaltensweisen oft nicht die Besten sind, auch nicht im Umgang mit Erwachsenen. Das ich mich mehr in andere hineinfühlen muss, bevor ich handel. Das ich darüber nachdenke, wie jeder einzelne Mensch in seiner Situation behandelt werden möchte. Selbstreflektion! 

Ich sehe durch die Liebe zu meinem Kind, mein Kind. Nicht nur mein Kind wächst täglich, auch ich wachse durch mein Kind. Ich verändere mich und das sicherlich nur zum Guten, wenn ich lerne auf die Bedürfnisse eines kleinen Menschen zu achten, sie zu verstehen und sie mit mir in meinem Herzen und mit Liebe zu tragen und zu sehen.


Mittwoch, 11. März 2015

Kinder können uns Frieden bringen

Werbung:

Ein Punkt der mich bei den Schriften von Maria Montessori immer wieder beeindruckt ist ihr immer wiederkehrender Aspekt zu einer besseren Welt, einer friedvollen Welt durch unsere Kinder. Unsere Kinder sind die Erbauer der Menschheit, sie sind die Erbauer der Erwachsenen und sie sind damit diejenigen die über Krieg und Frieden entscheiden können, über Hass und Freundschaft, über Respekt und Intoleranz.

Unsere Kinder sind diejenigen die alles ändern könnten. Kinder kommen ohne Vorurteile zur Welt, ohne Hass, ohne Tücke oder List. Sie sind noch frei von unseren gesellschaftlichen Zwängen, unseren kulturellen Gegebenheiten. 

Das Kind [...] stellt das wichtigste Element im Leben des Erwachsenen selbst dar: das Element des Aufbaus.
Alles Gute und alles Böse des Menschen im reifen Alter ist eng verknüpft mit der Kindheit, in der es seinen Ursprung hat.
Auf das Kind einwirken heisst, den zartesten und vitalsten Punkt anrühren, an dem alles sich entscheiden und erneuern kann, wo alles von Leben strotzt, wo die Geheimnisse der Seele beschlossen liegen, weil dort sich der Aufbau des Menschen vollzieht.

Der Geist des Kindes kann vielleicht einen wirklichen Fortschritt der Menschen und unter Umständen sogar den Anbruch einer neuen Kultur herbeiführen.

Wir sind darum reich, weil wir die Erben des Kindes sind, das alle Grundlagen unseres Daseins aus dem Nichts hervorgebracht hat. Das Kind vollzieht den ungeheuren ersten Schritt - den Schritt vom Nichts zum Anfang. So nahe ist es den Urquellen des Lebens, dass es handelt, um zu handeln, und so geschieht, was es nach dem Schöpfungsplan vollbringen soll, ohne Aufhebens davon zu machen, ja ohne dass auch nur eine Erinnerung daran im Gehirn des Erwachsenen verbliebe.

Bei dieser seine Verwirklichung der Schöpfung aber sucht der Instinkt Liebe zu wecken. So kommt es, dass das Bewusstsein des Kindes von Liebe erfüllt ist, ja dass das Kind erst durch die Liebe zur Selbstverwirklichung findet. 
Man versteht darunter in der Regel ein Gefühl; doch die kindliche Liebe kommt aus der Intelligenz, und sie baut auf, indem sie liebevoll sieht und beobachtet.
Im Kinde ist die Liebe noch frei von Wiedersprüchen. Es liebt, weil es die Welt in sich aufnimmt, weil die Natur ihm dies gebietet. Und es absorbiert alles, was es aufnimmt, um es dem eigenen Leben, der eigenen Persönlichkeit einzuverleiben.
Innerhalb der kindlichen Umgebung bilder der Erwachsene den wichtigsten Gegenstand der Liebe; von ihm erhält das Kind die materiellen Hilfen, von ihm nimmt es, mit intensive Liebe, das, was es zur eigenen Formung benötigt.

Das Kind steht dieser menschlichen Gesellschaft völlig fremd gegenüber, und man könnte seine Stellung mit dem Bibelwort kennzeichnen: "Mein Reich ist nicht von dieser Welt." Es ist also ein Wesen, das völlig außerhalb der von den Menschen geschaffenen sozialen Organisation lebt, ein Fremdling in der künstlichen Welt, die der Mensch neben der Natur und von ihr getrennt sich aufgebaut hat.*

Wir haben im und durch das Kind eine Chance! Wir haben die Möglichkeit eine bessere Welt durch es zu erschaffen. Aber das Kind orientiert sich an uns, an seiner Umwelt und an der Welt, wie sie derzeit ist. Wir müssen vorleben, wie eine bessere Welt aussehen könnte. Frei von Vorurteilen, Hass, Lügen, Intrigen, Respektlosigkeit, .... es fängt bei uns selbst an. Wie oft lassen wie unbedarft Sätze fallen, in denen wir über andere lästern, in denen wir respektlos sind. Wie oft urteilen wie über Äußerlichkeiten und wollen doch selbst daran nicht beurteilt werden. Wie oft zeigen wir doch Vorurteile gegen Andersartigkeit (Aussehen, Kultur, Religion, Glaube). 
Nicht nur das was wir sagen zählt, auch das was wir tun. Wie verhalten wir uns? Kinder können unsere Mimik sehr gut deuten. Auch wenn wir sagen würden, dass alles gut ist, verzogene Mundwinkel, sind leicht zu durchschauen. Auch Körpersprache kann abwerten und urteilen! 
Wie wollen wir selbst behandelt werden? Wollen wir angeschrien, herumgeschubst oder kleingehalten werden? Nein! Auch unsere Kinder wollen das nicht! Sie wollen gehört werden, sie wollen beachtet sein und gleichwürdig behandelt werden. Kinder werden zu Erwachsenen und nehmen alles was sie in ihrer Kindheit erfahren durften oder mussten mit. Sie werden zu dem, was sie in ihrer Kindheit erlebten.

 So müssen wir denn das Kind als schicksalhaft für unsere Zukunftsleben ansehen. Wer immer für die menschliche Gesellschaft einen echten Vorteil erreichen will, der muss beim Kinde ansetzen, nicht nur, um es vor Abwegen zu bewahren, sondern auch, um das wirkliche Geheimnis unseres Lebens kennenzulernen. Von diesem Gesichtspunkt aus betrachtet, stellt sich die Gestalt des Kindes machtvoll und geheimnisreich dar, und wir müssen über sie nachsinnen, auf dass das Kind, welches das Geheimnis unserer Natür in sich birgt, unser Lehrmeister werde.*

So viele Kinder schon waren die Chance auf eine bessere Zukunft.... sie führen nun Kriege, haben Angst vor Andersartigkeit, sie schreien fremdenfeindliche Parolen heraus. Sehen durch ihren Hass nicht mehr das Wesentliche. Sie haben sich verrannt! Mitgefühl und Respekt vor dem Leben ist verloren gegangen und jeder ist sich selbst der Nächste.... wo sind diese Kinder geblieben, die mal frei von all diesem Bösen waren? Sie "lernten" von ihren Eltern, von ihrem Umfeld und wurden zu diesen Erwachsenen...

Wir müssen an uns arbeiten! Jeden Tag! Wir müssen Dinge an uns erkennen, die wir nicht mögen, die wir ändern möchten. Es können nicht immer nur die anderen Schuld sein! Es kann nicht sein, dass sich nur andere ändern müssen! Auch wir selbst müssen uns ändern! Haben wir Vorurteile, sollten wir überlegen, warum wir diese wirklich haben. Schreien wir, müssen wir uns in Achtsamkeit und einem respektvollen Umgang miteinander üben. Wir müssen uns immer wieder daran erinnern, was wir unseren Kindern mitgeben möchten, was wir für eine Zukunft für sie möchten. Wir können natürlich die Zukunft nicht vorhersehen. Wir können nicht wissen, wie sie wird. Aber wir wissen, wie wir sie gerne sehen würden und was dafür nötig ist. Und jedes Kind könnte zu dieser Zukunft beitragen.

Jedes Kind ist "das Kind". Jedes Kind besitzt das unbekannte, unvorhersagbare großartige Potential. Jedes Kind verspricht eine "Erlösung" von der Kultur, die wir geschaffen haben, von dem Hass und der Wut, dem Krieg und den Verletzungen, die uns Erwachsene umgeben. Wenn wir jedes Kind als "das Kind" sehen können, können wir dem Kind vielleicht in größerem Maße dienen.**

Die wundervollen Sätze von Maria Montessori, sie sind so wahr und sie sind so aktuell! Sie erlebte Weltkriege! Sie weiß um die schwärzesten Schattenseiten unserer Menschheit und unserer Geschichte. Sie weiß, wie es nicht mehr sein sollte und wer uns helfen kann, dass sich dies nicht wiederholt, dass es eine bessere, friedliche und achtsame Welt geben kann. Das Kind kann uns helfen!

Das Kind ersteht immer wieder und kehrt immer wieder, frisch und lächelnd, um unter den Menschen zu leben. Wie Emerson sagt: das Kind ist der ewige Messias, der immer wieder unter die gefallenen Menschen zurückkehrt, um sie ins Himmelreich zu führen.*
 
Jedes neue Leben bietet unserer Menschlichkeit eine neue Chance. **

Die Zitate stammen aus den Büchern "Kinder sind anders"* von Maria Montessori und "Das Tao von Montessori"** von Catherine Mc Tamaney. 

Mich würde jetzt im Anschluß noch interessieren, wie denkt ihr darüber? Sind diese Ansätze, die schon vor vielen Jahrzehnten von Maria Montessori genannt wurden, für euch auch heute noch gültig und richtig?


Links, die zu Amazon führen, sind Affiliate-Links und damit Werbung. Artikel, in denen ich diese Links verwende, muss ich daher mit "Werbung" zu Anfang des Blogartikels kennzeichnen. Klickt ihr auf diese Links und kauft innerhalb von 24 Stunden bei Amazon ein, erhalte ich eine kleine Provision, die mich in meiner Blogarbeit unterstützt.
Dies beeinflusst meine eigene Meinung in keinster Weise. Ich stelle euch hier nur Bücher, Spielzeug und andere Materialien vor, die mir und meinen Kindern wirklich gefallen und in denen ich einen Mehrwert sehe, den ich euch unbedingt zeigen möchte. Für euch entstehen dabei keine Mehrkosten!

Freitag, 6. März 2015

Meine Geburt - Meine Entscheidung - Mit meiner Hebamme!

Für mich ist das ein sehr emotionales Thema! Immer wieder, wenn ich an die mögliche Zukunft denke, habe ich einen Kloß im Hals und es fällt mir schwer ihn hinunter zuschlucken. Eine Zukunft ohne Hebammen, ohne selbstbestimmte Geburt, ohne Wissen das über Jahrhunderte angesammelt wurde... ich kann sie mir nicht vorstellen! 

Ich kann mir nicht vorstellen, eine weiteres Kind ohne meine Hebamme zu bekommen.

Der Gedanke daran ist so tiefgreifend, dass mir schon öfters der Gedanke kam: Will ich dann noch ein zweites Kind haben? Will ich, wenn die Option Krankenhaus wäre, mit all den möglichen Interventionen, die man dort ausgesetzt ist? Mit all den Risiken und dem Fachpersonal, welches eigentlich keines ist? Nicht für Geburten, nicht für die während und nach einer Geburt auftretenden Gefühle, Fragen und Ängste einer Frau.

Ich will nicht zu "Fachpersonal", die Wehenpausen nicht als das anerkennen was sie sind. Nämlich Pausen! Pausen die der Körper sich nimmt, um Kraft zu tanken, um einen weiteren Schritt der Geburt meistern zu können. Eine Geburt ist keine Krankheit, nichts an dem man herumdoktern muss, wenn es nicht wirklich Anzeichen dafür gibt. Wobei diese ja im stressigen Krankenhaus-Alltag oft viel zu spät erkannt werden... viele Hebammen müssen sich dort auf mehrere Geburten verteilen. Eine 1:1-Betreuung ist oft garnicht gegeben.

Aber trotzdem heisst es vollen allen Seiten immer wieder, Kliniken und Krankenhäuser sind sicherer. Dort ist man während der Geburt gut aufgehoben. Man hört oft Stimmen, die meinen "wir leben doch nicht mehr im Mittelalter und die Wäsche würden wir doch auch nicht mehr im Bach waschen, also wieso Zuhause bleiben für die Geburt. Wieso gehst du dieses Risiko bewusst ein?" oder "Wäre ich nicht in der Klinik gewesen, wäre ich und/oder das Kind gestorben!"

Ist das wirklich so? Sind außerklinische Geburten wirklich risikoreicher? Wären diese Situationen, die man von Krankenhäusern oft liest, auch bei einer außerklinischen Geburt entstanden? 
Ich bin ein Mensch, der Entscheidungen nicht aus dem Bauch heraus macht. Ich bin sehr kopflastig, was gut und was auch schlecht sein kann und habe mich sehr genau zu diesem Thema informiert. Ich werde hier jetzt keine Statistiken, Prozente und Tabellen auflisten und erörtern. Dies sollte jeder selbst tun und diese ehrlich bewerten! Eine außerklinische Geburt ist nicht risikoreicher, in vielen Fällen vermeide ich sogar entstehende Risiken, da in einer außerklinischen Geburt deutlich weniger Intervention statt findet, sondern der Geburt ihren natürlichen Ablauf zugestanden wird! Ich hatte durch meine Hausgeburt eine 1:1-Betreuung, eigentlich hatte ich sogar zwei Hebammen. Meine Hebamme hatte den Geburtsverlauf zu jeder Sekunde im Blick und hätte durch ihre langjährige Erfahrung frühzeitig erkennen können, ob im Ablauf etwas nicht stimmt, ob sie wirklich hätte intervenieren müssen, ob eventuell wirklich eine Fahrt in ein Krankenhaus notwendig gewesen wäre. Ich konnte meinen Hebammen zu 100% vertrauen, sie waren zu jedem Zeitpunkt da und greifbar! Ich war mir nicht alleine überlassen, wie es oft durch die Mehrgeburtsbetreuung in Krankenhäusern der Fall ist. Meine Hebamme hat jede kleinste Veränderung an mir und der Geburt registriert und konnte sie dokumentieren. Diese plötzlich auftauchenden schlimmen Probleme, wie sie in Krankenhäuser aufkommen, die einen Notkaiserschnitt notwendig machen... die kommen nämlich in den meisten Fällen garnicht so plötzlich...

Und dann ist da noch ein Punkt! Das Risiko, sein Baby im Krankenhaus erst mal weggenommen zu bekommen! Angeblich aus zwingend notwendigen (Routine)maßnahmen! Bei meiner Geburt und den Tagen danach, gab es sogar zwei Fälle in denen mir mein Kind in einem Krankenhaus wohl weggenommen worden wäre!
Der Zwerg hatte wohl durch die schnelle Geburt (siehe mein Geburtsbericht) Fruchtwasser geschluckt und kam etwas blau zur Welt und atmete dadurch nicht sofort. Meine Hebamme saugte routiniert Fruchtwasser ab und beobachtete! Sie beobachtete einfach nur, saugte wenn nötig, nochmal etwas ab und beobachtete. Sie hätte jederzeit reagiert, wenn etwas auffällig gewesen wäre. Im Krankenhaus wäre das damit nicht erledigt gewesen, es hätte genau geprüft werden müssen, ob auch wirklich alles in Ordnung ist. Mein Kind hätte in dem Moment seine Mutter nicht gehabt, nicht die Wärme und Geborgenheit die es gebraucht hätte. Es wäre für "Routineuntersuchungen" von mir weggekommen, wo Beobachten einfach gereicht hätte.
Mein Zwerg bekam in den Tagen nach der Geburt eine richtig schöne karottengelbe Farbe am Körper. Gelbsucht! Und zwar nicht nur ein bisschen. Was wäre im Krankenhaus passiert? Ihr wisst es, oder? Ich will garnicht dran denken!
Meine Hebamme beobachtete! Sie beobachtete und fragte nach seinem Befinden. Hatte er ausreichend Wachphasen, trank er genug, nahm er zu... und beobachtete weiter! Sie sagte mir, auf was ich achten soll und wann wir reagieren müssten. Die Gelbsucht verflog und es musste nichts unternommen werden, außer zu beobachten.

Mein Kind hatte dadurch einen geborgenen und liebevollen Start ins Leben. Er durfte dort bleiben, wo er auch bleiben sollte, bei seinen Eltern, in einem vertrauen, ruhigen und gewohnten Umfeld. Er musste in seinem frischen Leben keine unnötigen Untersuchungen von fremden Menschen über sich ergehen lassen, keine kalten Geräte an seinem Körper spüren, keine Nadel in seinem Körper oder gar alleine unter blauem Licht liegen....

Es wäre alles nicht notwendig gewesen! Es reicht eine erfahrene Hebamme, mit dem Wissen von Jahrhunderten, mit der Gabe zu Beobachten und zu Warten und da zu sein, wenn man sie braucht.

Ich will nicht auf meine Hebammen verzichten! Ich will sie auch bei einer zweiten Schwangerschaft, bei einer zweiten Geburt und bei einem weiteren Wochenbett um mich wissen und auf sie zurückgreifen können. Ich weiß, wie wichtig Hebammen sind, für mich und mein Kind. Ich weiß, welch wunderbare Berufung sie haben, welch wundervolle Aufgabe! Neues Leben willkommen zu heißen.

Hebammen sind nicht einfach nur da, weil das Gesetz dies so vorsieht! Hebammen leisten wundervolles. Ich konnte mich zu jederzeit auf meine Hebammen verlassen, ihnen unter der Geburt vertrauen, mich fallen lassen und dabei wissen, ich bin in den besten Händen!

Ich will sie nicht vermissen müssen! Ich will nicht, dass es sie nicht mehr gibt und ich mir Gedanken darüber machen muss, ob ich eine zweite Schwangerschaft ohne Hebammen überhaupt riskieren möchte...

Keine Versicherung und keine Krankenkasse hat das Recht über mich, meinen Körper und meine Bedürfnisse zu entscheiden!

Geborgen wachsen ruft auf: "Klinik, Geburtshaus, Hausgeburt? Egal, was es ist: An welcher Stelle warst Du froh, dass Du eine Hebamme bei Dir hattest" Macht mit!


Freitag, 27. Februar 2015

Kaizen und Montessori - Veränderung zum Besseren

Wem von euch sagt das Wort Kaizen etwas? Und in welchem Zusammenhang hattet ihr damit vielleicht schon etwas zu tun?
Ich denke, die meisten von uns, denen dieser Begriff etwas sagt, haben ihn durch ihre Firma kennengelernt. Es geht um den kontinuierlichen Verbesserungsprozess. Um das "schlank machen" von Arbeitseinheiten und Abläufen, um so das Arbeiten zu erleichtern, es effizienter zu gestalten und Störungen und unnötige Ausgaben zu vermeiden. Es geht aber auch darum, vielleicht bisher gemachte "Fehler", Anpassungen die nichts bewirkten, Prozesse vielleicht sogar verlangsamten, zu erkennen, sie zuzugeben und zu ändern.

Sucht man in Google nach dem Begriff "Kaizen", steht dort, dass dieser kontinuierliche und unendliche Verbesserungsprozess von der Firma Toyota in Japan nach dem zweiten Weltkrieg entwickelt wurde.

Und nun fragt ihr euch: Was hat Kaizen nun mit Maria Montessori zu tun und was verändert sich zum Besseren?

Kaizen ist nicht nur eine Arbeitsphilosophie, sondern begann ursprünglich als Lebensphilosophie der Japaner. Nur leider findet man dazu recht wenig im deutschsprachigem Web und muss schon etwas suchen. 
Diese Lebensphilosophie besagt, dass auch kleine Schritte das Leben nach und nach verändern können und das man sowieso immer mit kleinen Schritten beginnen sollte, um diese Veränderungen auch wirklich zu übernehmen und dauerhaft umzusetzen. Muten wir uns anfänglichst zuviel zu, erwarten wir von einer schnellen Veränderung, dass diese sofort wirkt, dann fallen wir meist nach kurzer Zeit in alte Gewohnheiten zurück und suchen Ausreden!
Diese Veränderung passt nicht zu mir.... es funktioniert nicht... sind als Begründungen schnell gefunden. Aber ist es wirklich so?

Maria Montessori strebte danach, den Kindern zu helfen und den Erwachsenen zu erklären, dass es nicht das Kind ist, welches sich ändern müsste, sondern der Erwachsene. Das der Erwachsene eine andere Sicht entwickeln muss, um zu verstehen, warum Kinder anders sind. Sie strebte danach, die Sicht auf die Kinder zu verändern und dadurch eine bessere Welt zu erschaffen. Eine Veränderung zum Besseren!

Auch Montessori wusste schon damals, dass dies nicht von heute auf morgen gelingen wird, dass dies ein kontinuierlicher Prozess sein wird und es viele Hürden zu überwinden gilt. Aber man beginnt, man beginnt mit einem einzigen Schritt und geht immer weiter!

Als Montessorianer vertrauen wir darauf, dass die Kinder, denen wir gedient haben, dazu beitragen werden, die Welt zu verbesseren, wenn sie erwachsen sind. Das ist kein kurzfristiger Prozess! Eine Generation von Kindern wirkt sich auf die nächste aus. Eine kleine Gruppe von Kindern beeinflusst schließlich eine größere. 
Wir wissen, dass auf der Welt Frieden herrschen könnte, wenn da nicht die Begrenzungen des Erwachsenen wären.

Viele, die sich anfänglichst mit Montessori beschäftigen, verharren bei den von ihr gestalteten Materialien und der Zimmergestaltung. Sie halten dort an und denken, sie haben alles getan. Eine schnelle Veränderung und wollen nun Resultate sehen. Aber das wird nicht gelingen! Das ist nicht Montessori! Montessori besteht nicht alleine aus Materialien, Kindermöbeln und Lernanregungen. Es ist viel mehr! Es ist eine Lebensphilosophie! Genau wie Kaizen! Und sie lebt! Sie wächst mit dem Kind und seinen Bedürfnissen! Wir müssen stetig beobachten und uns und die Umgebung anpassen. Wir müssen ihre Philosophie selbst leben. Wir müssen erkennen, dass wir es sind, die uns ändern müssen, wenn wir unseren Kindern helfen wollen sich nach ihrer Natur voll zu entfalten und zu entwickeln. 

Unsere Praxis ist so schwierig und wir sind so ungeduldig. Wir wünschen uns, dass diese "Montessori-Sache" schon längst gewirkt hätte. Wir hätten die Kinder gerne nur ein bisschen weniher kompliziert, nur ein bisschen voraussagbarer. Wenn das Rad nicht schnell genug rollt, versuchen wir es von neuem zu erfinden.
Wir sind so ungeduldig. Wir möchten, dass dieses "Montessori-Ding" jetzt sofort funktiniert.
Wenn man versucht, Marmor mit einem Presslufthammer zu meißeln, zerspringt er. Kinder sind kompliziert. Sie zu verstehen, auf sie einzugehen, ihnen die dienen erfordert Zeit. Weil die Montessori-Methode darauf Rücksicht nimmt, erfordert sie Zeit.

Zeit ist etwas in unserer heutigen Gesellschaft, die wir nicht haben. Die wir meinen, nicht zu haben! Und daher werden wir schnell ungeduldig! Wir meinen, dass wir keine Zeit haben darauf zu warten, dass unser Kind nun endlich bereit dazu ist, sich alleine anzuziehen, sich die Zähne zu putzen, weiter zu laufen, damit wir an unserem Ziel ankommen. Wir drängen und bedrängen das Kind und setzen uns oft über es hinweg. Es treten Konflikte auf, es bedeutet Streß für uns alle. Wir wollen etwas ändern, doch finden wir keinen Weg. Weil der von uns angedachte Weg immer sofort funktionieren muss. Wir sind ungeduldig! Wir müssen zurückfinden, zu kleinen Schritten. Zu kleinen Dingen, die wir nach und nach verändern, um somit unseren Alltag zu "entschlacken", leichter zu machen, um somit mehr auf unser Kind eingehen zu können. Mehr Zeit einplanen! Unsere Kinder mehr einbinden! Unseren Kindern Dinge zutrauen! Zeit! Zeit! Zeit!

Aber sich auch eingestehen, dass bisher funktionierende Situationen, nun vielleicht nicht mehr funktionieren und Konfliktpotentiale bieten. Unsere Kinder wachsen stetig, sie verändern sich stetig, haben stetig neue Bedürfnisse. Wir müssen uns darauf einstellen und bisher funktionierende Alltagskonstrukte überdenken und neu planen. Ein stetiger, ein kontinuierlicher und ewig währender Verbesserungsprozess! Wir dürfen niemals stehen bleiben und denken nun haben wir es erreicht! Das Ziel! Nun ist alles perfekt und es gibt nichts mehr zu verbessern und zu verändern! Dann werden wir enttäuscht sein, wenn wir merken, dass es nicht so ist! Dann werden wir vielleicht in alte Gewohnheiten zurückfallen, ob der Enttäuschung!

Kleine Schritte, immer wieder kleine Schritte. Ein Schritt zu gehen ist fast mühelos. 1.000.000 Schritte sofort zu gehen schon eher und wir zweifeln eventuell daran, ob es funktionieren wird. Wir werden auf der Hälfte der Strecke vielleicht zu ungeduldig. Kleine Schritte! Jede kleinste Veränderung, ist eine Veränderung zum Besseren!

* Die hier aufgeführten Zitate stammen von Catherine McTamaney aus dem Buch "Das Tao von Montessori"



Samstag, 21. Februar 2015

Die wundersame Vermehrung der Staubmäuse

Eines der unerklärlichen Phänomene seit der Anwesenheit eines Kindes in meinem Haushalt ist die wundersame Vermehrung der Staubmäuse... also besser bekannt unter Staub. Nicht nur die feine Staubschicht auf Möbeln oder Böden. Nein, dass sind riesige Ungetümer an aufgeschichtetem Staub, die sich bevorzugt in den Ecken der Zimmer und unter Sofa und Betten ansammeln.

Es ist mir ein Rätsel. Wieso sind die ständig da? Kaum habe ich sie entfernt, sind sie schon wieder da! Ich schaue in die nächste Ecke und entdeckte Neue. Wirbeln kleine Kinder den Staub deutlich mehr auf und bringen ihn zum Vorschein? Bewirkt ein Kind eine Verschiebung des Raum-Zeit-Kontinuums? Vermehrt sich Staub dadurch proportional schneller? Oder denke ich nur, ich sauge regelmäßig und komme doch nicht so häufig dazu, wie früher... vor dem Kind? Oder.... vielleicht krabbeln sie auch einfach wieder aus dem Staubsauger heraus? Besteht diese Möglichkeit?

Was kann ich dagegen tun?

Ich lasse sie leben! Sie dürfen sich in meinem Haus weiter vermehren, wachsen und gedeihen. Ich könnte sie sogar grüßen und ihnen Namen geben, so oft wie ich täglich an ihnen vorbei laufe... naja, so innig will ich mit meinen Untermietern dann doch nicht werden...

Jedenfalls werde ich meine Reinigungsintervalle nicht steigern. Denn dann würde mir die Zeit irgendwo anders fehlen. Und wo würde sie dann zwangsläufig fehlen? Meine beruflichen Arbeitszeiten sind fix, zu kürzen würde finanzielle Einbußungen mit sich bringen. Will ich das? Ich könnte mich auch streßen und jeden Tag soviele Hausarbeiten hineinpacken wie nur möglich. Will ich das? Streß würde bedeuten, dass ich eventuell gereizt sein werde, wo ich es normalerweise nicht bin und nicht sein will.

Schon die Leiterin des Wiedereinsteigerseminars meiner Firma merkte an, dass wir nun beginnen müssen vermehrt Prioritäten zu setzen. Was ist uns wichtig? Ein gepflegter Vorgarten oder Zeit mit der Familie? Ein aufgeräumtes Haus oder Zeit mit der Familie? Streß, weil ich es jedem Recht machen möchte? Dem Arbeitgeber, der Familie und meinem Sinn für Ordnung? Oder weil ich mir Gedanken mache, was andere sagen könnten, die uns besuchen?

Ich möchte weder Streß haben, damit ich alles unter einen Hut bekomme, noch möchte ich wichtige Zeit mit meiner Familie kürzen, ebenso möchte ich meine Arbeitszeiten nicht verringern, denn auch diese ist für unser Familienleben wichtig. Kommt Besuch, kann mir immer noch Gedanken darüber machen, ob ich dafür schnell noch Staubsauger, Putzlappen usw. schwinge.

Daher dürfen die Staubmäuse eben in unserem Haus etwas länger leben und sich vermehren, bis es wieder Zeit ist, sie zu vertreiben... bis dahin: "Hallo, Staubmäuschen. Na, bist du schon wieder etwas gewachsen?!"


Freitag, 20. Februar 2015

Montessori - inspiriert: Fell, Haut und Federn

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Auf unserer Welt gibt es ganz viele unterschiedliche Tiere, mit ganz vielen unterschiedlichen Fellzeichnungen. Manche haben nicht mal ein Fell. Manche haben Panzer, Federn, Stacheln oder Schuppen. Manche haben Muster oder Streifen im Fell. Manche eine schillernd bunte Farbenpracht.

Für unsere Kinder gilt es jeden Tag aufs Neue, die Dinge dieser Welt zu verstehen und zuzuordnen. Sie lernen Zusammenhänge und neue Wörter.

Ich habe in diesem Kartendeck das Thema der "Fellvariationen" etwas aufgegriffen und zusammengetragen. Hier können Tiernamen und Begriffe zusammen besprochen und erlernt werden.

Die Karten habe ich für die längere Haltbarkeit wieder laminiert (mit diesem Gerät, da sind auch schon erste Folien enthalten) und die Ecken können mit dem Eckenknipser abgerundet, dass kann scharfen Ecken stehen bleiben.
Die Karten musste ich komplett überarbeiten und sie sehen daher etwas anders aus, als auf den hier abgebildeten Bildern. Ihr könnt sie kostenlos hier herunterladen. (Ihr werdet auf die neue Homepage umgeleitet, da ich dort für die vielen Downloads mehr Speicherkapazitäten besitze)
   
  
Mit dem Herzkind zusammen habe ich erst die Tierbilder ausgelegt und ihn dann die Schleichtiere zuordnen lassen. Danach haben wir uns die Bilder mit den Fellausschnitten, Stacheln usw. angeschaut und diese zusammen zugeordnet. Manche wie die Stacheln des Igels, die Wellensittichfedern, die Zebrasteifen usw. hat er schon alleine ruckzuck zugeordnet. 








Links, die zu Amazon führen, sind Affiliate-Links und damit Werbung. Artikel, in denen ich diese Links verwende, muss ich daher mit "Werbung" zu Anfang des Blogartikels kennzeichnen. Klickt ihr auf diese Links und kauft innerhalb von 24 Stunden bei Amazon ein, erhalte ich eine kleine Provision, die mich in meiner Blogarbeit unterstützt.
Dies beeinflusst meine eigene Meinung in keinster Weise. Ich stelle euch hier nur Bücher, Spielzeug und andere Materialien vor, die mir und meinen Kindern wirklich gefallen und in denen ich einen Mehrwert sehe, den ich euch unbedingt zeigen möchte. Für euch entstehen dabei keine Mehrkosten!

Mittwoch, 18. Februar 2015

Respekt vor den Kindern

Gestern las ich in Facebook ein englisches Zitat von Maria Montessori:

Children are human beings to whom respect is due, superior tu use by reason of their innocence and of the greater possibilities of their future.

Ich habe es mir wie folgt übersetzt:

Kinder sind die Menschen denen Respekt gebührt. Sie sind uns aufgrund ihrer Unschuld und der größeren Möglichkeiten ihrer Zukunft überlegen.

Immer wieder lesen wir "Kindern gehört die Zukunft!" oder "Kinder sind unsere Zukunft!", auch Maria Montessori schrieb dazu schon sehr viele weise Worte:


Das Kind wird zum Entdecker der Welt und hat den Wunsch, immer tiefer einzudringen und seine Entdeckungen zu verwerten. Und was ist die Geschichte der Kultur anders als die Geschichte der Entdeckungen. Das Gut dieser Kultur dem Kind durch das Wort zu übermitteln, ist bedeutungslos, wesentlich, dass es dieses Kulturgut erlebt.*

Die Größe eines Volkes, die Vervollkommnung der Menschheit, der Friede unter den Menschen: alles liegt in der Seele des Kindes beschlossen. Wir alle blicken auf das Kind, weil wir erkannt haben, dass bei ihm noch alles werden kann, dass in ihm noch alle Möglichkeiten vorhanden sind.*


Wir blicken also auf unsere Kinder, wir wissen um deren Potential unsere Welt zu Vervollkommnen und auch Frieden bringen zu können. Wie nutzen wir dies? Wie helfen wir unseren Kindern dabei?

Leider sehe ich oft noch sehr wenig Respekt unseren Kindern gegenüber. Der Umgang ist nicht gleichwürdig, nicht am Kind orientiert und manchmal wenig liebevoll. 

"Das kannst du nicht! Lass das!"
"Hör auf, du machst es kaputt!"
"Du bleibst jetzt im Kinderwagen sitzen, sonst kommen wir nie an!"
"Komm jetzt endlich mit oder ich geh und du bleibst hier alleine zurück!"

Ist das Respekt? Wir sprechen unseren Kindern jegliches Selbstständigwerden ab, jede Möglichkeit zu lernen und zu entdecken wird unterbunden. Wir denken garnicht daran, was unsere Kinder schon leisten könnten, wenn wir ihrer Natur gerecht werden würden. Wir sehen nicht, was schon die kleinsten Händchen wundervolles tun können. Wir sehen nur klebrige Händchen, die unsere Deko, unsere Besitztümer zerstören könnten.

Wir sehen keine kleinen Weltentdecker, wenn wir in Eile sind. Wir wollen schnell von A nach B. Wir haben keine Zeit uns nach dem Bauplan der Kinder zu richten. Wir wundern uns über Gegenwehr und halten doch nicht ein, sondern zwingen unsere Kinder, dass zu tun was wir wollen.

Wir sehen Potentiale in ihrer späteren Arbeitskraft. Wir sehen wie sie unserer Wirtschaft als Erwachsene nutzen können. Wir gestalten die ganze Kindheit danach um. Wir fördern, fördern, fördern, fördern. Wir erstellen Lehrpläne, die auf unsere Wirtschaft ausgerichtet ist. Auf den momentanen Anspruch unserer Gesellschaft. Wir vergessen die Kinder! Wir achten nicht auf deren Bedürfnisse, auf deren unbegrenztes Potential und deren Möglichkeiten unsere Welt zu verbessern, wenn ihnen Türen offen stehen würden, wenn sie weitgefächert lernen und verstehen dürften. Keine festen Konstrukte, durch uns Erwachsene erstellt, werden unseren Kindern gerecht. 

Wir ärgern uns über Vorurteile, über Mobbing, Verspottung und Hohn. Wir wollen geachtet und respektiert werden, aber sind oft selbst nicht so. Wir verspotten unser Kind, wenn es etwas fallen lässt und etwas dreckig macht. Wir verspotten vor unseren Kinder den Nachbar, der vielleicht lieber seine Zeit mit seinen Kindern verbringt und dafür eben keinen gepflegten Vorgarten besitzt. Wir lästern über dicke Menschen, obwohl wir selbst nicht wollen, dass über unseren Körper geurteilt wird. Wir tragen jedes Vorurteil, welches wir haben, an unsere Kinder weiter!

Kinder kommen weder fremdenfeindlich noch vorturteilsbelastet auf unsere Welt. Sie sind rein, sie sind unschuldig und offen für alles was ihnen die Welt bietet. Wir, als Eltern, als Gesellschaft, machen sie erst dazu... fremdenfeindlich, fanatisch, verrannt.... wir löschen jegliches Potential aus ihnen, wenn wir nicht selbst über festgefahrene Schienen springen und nachdenken. Reflektieren. Uns besinnen, auf das wirklich Wichtige!

Wo ist der Respekt vor unseren Kindern? Wo ist die Gleichwürdigkeit? Wo ist die Achtung vor dem Kind, mit seinen unendlichen Möglichkeiten? Wo ist das Wissen, um das Potential? Aus einem Kind, wird ein Erwachsener! Der Erwachsene kann nur aus dem Kind geformt werden und niemand von uns kann ein Kind daran hindern zu wachsen! Wir können ihm allerdings Steine in den Weg legen, wir können versuchen in zu Formen und dadurch zu verdrehen. Alles was wir sagen, wird von unseren Kindern absorbiert und noch viel mehr was wir tun und wer wir sind! 

Kinder reflektieren uns und werden Teil der Gesellschaft! Nur, wie wollen wir, das unsere Gesellschaft wird? Freundlich, mitfühlend, wachsend und friedlich? Ohne Vorurteile, ohne Fremdenhass? Menschen die miteinander leben und nicht gegeneinander arbeiten?

Wenn wir das wollen, dann müssen wir uns ändern! Wir müssen zunächst uns ändern! Unsere Einstellungen, uns selbst reflektieren und überdenken! Und damit können wir auch unsere Kinder als die sehen, die sie sind. Als Teil von uns! Als Quelle unserer Zukunft!

 P.S.: Der Text ist sehr überspritzt geschrieben! Und soll ausschließlich zum Nachdenken und Selbstreflektieren anregen. Denn wie immer: In jedem Text steckt auch ein Fünkchen Wahrheit...

* Diese Zitate stammen aus dem Buch "Grundlagen meiner Pädagogik" von Maria Montessori.


Freitag, 13. Februar 2015

Das Überhosen-System und warum ich dieses nutze!


Wer versucht in die Welt der Stoffwindeln einzutauchen kann ganz leicht einen Schreck bekommen und es passiert sicherlich so einigen, dass sie es erst mal weiterhin sein lassen. Die Vielfalt an Möglichkeiten ist so groß, es werden soviele neue Begriffe in den Raum geworfen, dass man als Neuling einfach nur überfordert sein muss. Die Begriffe werden dann auch noch munter abgekürzt, so dass man dann nur noch Bahnhof versteht. 

ÜH, AiO, CBI, PUL, Pocket, Höwi, WaMi, WMW.... usw.

Für mich war dieses Eintauchen wirklich wie eine neue Welt! Ich kam mit Stoffwindeln nur ein einziges mal durch eine Bekannte in Berührung und da konnte ich es mir zu diesem Zeitpunkt absolut nicht vorstellen! Was für ein Mehraufwand, nein danke!
Nun versuchte ich mich also einzulesen und herauszufinden, welche Windeln ich nun kaufen wollte. Welches System geeignet sein könnte. Wo gab es viele positive Erfahrungsberichte, wo waren die Meinungen eher geteilt. Aber je mehr ich las, um so mehr merkte ich, so einfach war das nicht. Es kommt viel mehr auf jedes Kind, dessen Körperbau und Pinkelverhalten an, welche Windeln nun geeignet sein könnten. Während die einen Mami´s auf diese Windel schwören und ihnen sonst nichts ins Haus kommt, laufen die Windeln bei den anderen Mami´s grundsätzlich aus und halten nicht. Mittlerweile muss ich schmunzeln, wenn Neulinge die berühmte Frage stellen: "Welche Windel soll ich testen, welche sind die Besten?". Es werden 100 Antworten auf diese Frage kommen und es werden zig verschiedene Windelsysteme, mit zig verschiedenen Windelmarken genannt. Die
Möglichkeiten diese Windeln noch mit den unterschiedlichsten Saugeinlagen, der vielen verschiedenen Herstellern zu kombinieren gehen gegen unendlich! Die arme Fragestellerin! Sie wird mit den Antworten, daher genauso schlau sein, wie vor ihrer Frage...

Als Jemand der eigentlich "genau prüft, bevor er sich bindet" ist das, als würde man sich in ein unbekanntes Gewässer begeben, ohne das man weiß, was darin lebt und möchte es durchqueren... schwimmend... ohne Sicherheitsvorkehrung! Sowas mag ich nicht! Ich will wissen, was mich erwartet, ich will Testberichte, auf die ich mich verlassen kann und durch die ich erfahre, ob eine Anschaffung etwas für mich ist oder nicht! Ich musste also durch Ausschlußverfahren mein Windelsystem finden, mit dem das Projekt Stoffwindeln beginnen sollte. Die Kriterien waren folgende: Es sollte zunächst nicht zuviel kosten, damit ich mich nicht ärgern würde, wenn Stoffwindeln doch nichts für uns wären. Das System sollte wenig Wäsche produzieren und kombinierbar sein. Ich landete so schnell bei dem Überhosen-System und ein Stoffwindel-Workshop der passenderweise gerade in meiner Umgebung angeboten wurde, bestätigte meine Überlegungen. Ich begann mich als mit Überhosen verschiedener Hersteller einzudecken und dazu kamen dann nach und nach diverse Saugmaterialien hinzu. Nach vielen Monaten bin ich nun immer noch bei dem Überhosen-System geblieben (außer die Windeln für die Großeltern bzw. damals für die Tagesmutter) und bin zufrieden damit. Warum dies also unser System ist, möchte ich euch heute schildern. Aber vergesst bitte nicht, es ist das für uns passende System. Eventuell stellt ihr ganz andere Ansprüche an eure Stoffwindeln und müsst ebenso das für euch passende System finden.

Günstig in der Anschaffung

Wie schon oben erwähnt, war eines meiner ersten Kriterien an eine Stoffwindel, die Anschaffungskosten. Es gibt AIO-Windeln (All-in-one), diese sind im Grunde fix und fertig, wie Wegwerfwindeln. Allerdings kosten diese gerne mal, je nach Hersteller, zwischen 20 - 30 Euro und nach einmaliger Nutzung wandern diese direkt in die Waschmaschine. Rechnet man dann hoch, dass man je nach Waschintervall mindestens 20 Stück benötigt... das war mir zum Testen defintiv zu viel! Das Überhosen-System sprach mich daher an. Die Überhosen selbst kosten meist zwischen 10 - 15 Euro. Dazu müssen Saugeinlagen gekauft werden, welche in die Überhosen gelegt werden. Wurde nur gepinkelt, kommt die Saugeinlage in die Wäsche, die Überhose wird gelüftet und kann noch einige Male verwendet werden, bis auch diese irgendwann mal in die Wäsche wandert. Damit benötigt man zwar ausreichend Saugeinlagen (hier kann man immer wieder günstig in den Kleinanzeigen zuschlagen, gerade wenn Windeldienste schließen und ihre Bestände verkaufen), aber von den Überhosen reichen vielleicht 5 Stück. Somit deutlich weniger als bei dem AIO-System.

Wenig zusätzliche Wäsche

Das Überhosen-System produziert im Vergleich zu anderen Windelsystem deutlich weniger Wäsche! Wie oben schon erwähnt, müssen bei den meisten anderen Systemen, die Windel nach einmaliger Nutzung direkt in die Wäsche. Beim Überhosen-System meist nur die Saugeinlage. Je nach Menge an Überhosen und Saugeinlagen kann der Waschintervall herausgezögert werden. Ich wasche meine Windeln nicht mit anderer Wäsche zusammen. Um eine Waschmaschine ausschließlich mit Saugeinlagen und Überhosen voll zu bekommen, sammel ich also 7 Tage daran! Also gerade mal eine Maschine in der Woche mehr an Wäsche! (Meine Waschroutine könnt ihr übrigens hier nachlesen)
Brauche ich doch wieder dringend Überhosen, weil diese alle schmutzig sind, können sie auch problemlos mit der Buntwäsche mitgewaschen werden oder sind auch mal ruckzuck mit der Hand ausgewaschen!

Trocknergeeignet und schnell wieder einsatzbereit

Grundsätzlich sollte aus Umweltaspekten der Trockner gemieden werden, denn dieser schmälert den ökologischen Vorteil zu Wegwerfwindeln wieder ein wenig. Allerdings werden die Windeln durch das Lufttrocknen auch gerne etwas steif und wer möchte steifen und und bequemen Stoff an seinem Popo haben? Daher werfe ich alle Saugeinlagen hin und wieder ins Trocknerkurzprogramm. Durch das Hin- und Herwälzen wird der Stoff schön weich und kann danach auf der Wäscheleine fertig trocknen. Aber auch ohne Trockner sind die Einlagen und Prefolds schnell wieder einsatzbereit, da sie insgesamt dünn sind und von allen Seiten gleichzeitig trocknen können. Es dauert nicht mal einen Tag! Andere Systeme, an denen das Saugmaterial mit der PUL-Schicht vernäht sind können leider nicht in den Trockner, da dieser das PUL beschädigen könnte. Somit benötigen sie oft deutlich länger zum Trocknen. Die Überhosen sind binnen weniger Stunden auf der Leine getrocknet und ruckzuck wieder einsatzbereit. 
Im Sommer können die Saugeinlagen problemlos in die pralle Sonne gehängt werden. Bei Windeln mit angenähtem PUL muss man immer Sorge tragen, ob die Sonne diesen entfärben oder schaden könnte, pralle Sonne sollte daher vermieden werden.

Das Vorbereiten der Windel ist auch bestechend einfach. Ich lege entweder einfach die Einlagen oder gefaltete Prefolds hinein und dann ran ans Kind. Umständliches Bestücken von Pocketwindeln, in denen die Einlagen durch kleine Taschenöffnungen gefädelt werden müssen, entfällt komplett.

Platzsparend

Wie oben schon erwähnt, können die Überhosen mehrfach verwendet werden, wenn diese nicht beschmutzt wurden. Sind wir also unterwegs, reicht es in der Regel neben der Überhose am Popo des Kindes, eine weitere Überhose mitzunehmen + einer entsprechenden Anzahl an Saugeinlagen. Meine Wickeltasche wird also nicht überbeansprucht. Wer somit am Wickelplatz auch wenig Platz zur Verfügung hat, ist mit dem Überhosen-System gut beraten.

Geeignet für Urlaubsreisen

Immer wieder wird im Stoffwindel-Chat auch die Frage nach der passenden Urlaubswindel gestellt. Auch wenn sonst viele unterschiedliche Windeln genutzt werden, bei den Urlaubswindeln sind sich fast alle einig. Das Überhosen-System ist hierfür bestens geeignet. Weil es platzsparend und schnell wieder einsatzbereit ist. Ich muss also bei weitem nicht soviele Windeln mitnehmen, wie ich es bei einem anderen System tun müsste. Zudem sind die einzelnen Saugeinlagen deutlich einfacher auch mal per Hand auszuwaschen als All-in-one-Windeln. Und sie trocknen sehr schnell. Viele Pluspunkte für eine perfekte Urlaubswindel.

Ein System für Tag und Nacht

Ich kann die Überhose nicht nur tagsüber verwenden, sondern auch für die Nacht und generell ist die Überhose meist sowieso das System für die Nacht. Für Nachts werden in der Regel Höschenwindeln verwendet, diese bestehen ausschließlich aus Saugmaterial, meistens aus Hanf oder Bambus und sind somit sehr saugstark. Höschenwindeln alleine haben allerdings keine PUL-Beschichtung und benötigen daher eine Überhose. Überhosen benötigt ihr als gerade für Nachts sowieso, also wieso nicht auch tagsüber verwenden? Die meisten Überhosen sind Mehrgrößenwindeln und können somit passend auf das Kind und die Menge an verwendetem Saugmaterial angepasst werden. Für Nachts mit den Höschenwindeln darunter stellt man sie weiter, für tagsüber mit weniger Saugmaterial und kleinerem Windelpopo dann wieder etwas enger. Man ist mit Überhosen also sehr flexibel in der Einsetzung.

Flexibel bestückbar

Ich kann in Überhosen wirklich alle Varianten an Saugmaterialien kombinieren. Ich kann auch die Saugstärke wählen und somit ob ich ein eher dünnes oder eher dickes Windelpaket benötige. Das bedeutet, dass ich mit dem Überhosen-System die dünnsten Windelpopos schaffen kann (dann ist natürlich der Wickelintervall kürzer) und damit ist es auch möglich die bisher getragene Kleidergröße beizubehalten.. Ich musste jedenfalls durch den nun etwas größeren Windelpopo die bisherige Kleidergröße meines Kindes nicht aussortieren. Ich kann alte Handtücher, die ich sonst nicht mehr verwenden würde zuschneiden und als Saugmaterial verwenden. Ich kann die Mullwindeln, die wir heutzutage meist nur noch als Spucktücher benutzen, für ihren ursprünglichen Zweck verwenden, sobald mein Baby aus der Spuckzeit heraus ist. Alles was saugt ist somit eine mögliche Saugeinlage! Ich liebe diese Kombiniermöglichkeit!

Nachteile? Ich wüsste keine! Wenn man die Überhosen fertig bestückt und vorbereitet, können eigentlich sogar die Großeltern, die Tagesmutter oder der Kindergarten das Überhosen-System verwenden. Dann braucht man allerdings ein paar mehr Überhosen (wenn das Einlagenwechseln in den jeweiligen Einrichtungen nicht möglich ist), was bei der bekannten Stoffwindelsucht (Vorsicht!) meist kein Problem darstellt *hust*

Ihr lest also, dieses System ist wirklich sehr flexibel, kostengünstig, platzsparend und schnell einsatzbereit und angelegt. Ganz viele Pluspunkte und absolut unkompliziert! Vielleicht ist das Überhosen-System daher auch etwas für euch!

Einige Überhosen habe ich in meinem Blog auch schon vorgestellt: Grovia Shell, Milovia, Blueberry Capri, Max & Menos

Dies könnte ein Tagesbedarf darstellen. 4* Saugeinlagen für den Tag + eine Nacht-Höschenwindel. Dazu zwei Überhosen. Im Wechsel genutzt und passend für Saugeinlagen und Nachts für über die Höschenwindel.

Mittwoch, 11. Februar 2015

Windelfrei?

So um den ersten Geburtstag herum fing es an, dass sich der Zwerg nicht mehr gerne wickeln ließ. Egal was ich ausprobierte, auf dem Boden wickeln, mit einbeziehen, alles erklären und beschreiben, ablenken durch interessante Dinge.... es half nichts oder nur sehr kurz und dann war das Wickeln schon wieder eine Quälerei. Versuchte ich es dann windelfrei, schaffte ich es im Grunde nie wirklich in seinem Verhalten zu lesen, wann er auf das Töpfchen müsste, er sagte auch nichts. Daher legte ich dann doch immer wieder die Windel an. Klare Ansagen halfen, aber auch hier merkte ich in letzter Zeit, dass der Zwerg immer weniger Lust auf diese Wickelunterbrechungen hatte. 

Vorletztes Wochenende hatte ich dann selbst genug davon und nachdem ich ihn eigentlich wieder hätte wickeln müssen, ließ ich die Windel einfach weg. Wieso nicht wieder einmal versuchen? Zunächst war der Zwerg irritiert und verlangte nach einer neuen Windel. Ich erklärte ihm, dass ich ihm keine anziehen werde, da er dies eigentlich sowieso nicht will und/oder er spätestens beim nächsten Wickelstop wieder protestieren würde und weder er noch ich darauf Lust haben. Ich holte sein Töpfchen, zeigte ihm wo es steht und das er mich gerne rufen kann, wenn er Hilfe braucht.

Der Zwerg begann dann wieder zu spielen und ein Aufschrei kurze Zeit später kündigte den ersten Pipiunfall an. Er pinkelte sich ein, stand stocksteif da und wusste nicht wie ihm geschieht. Ich beruhigte ihn, erklärte ihm, dass er doch keine Windel an hat und zeigte ihm nochmal das Töpfchen und setzte ihn kurz darauf. Es kam natürlich kein Pipi mehr. Beim Zwerg schien es allerdings direkt Klick zu machen.

Die Pipiunfälle wurden ruckzuck weniger, die Menge die daneben ging, minimierte sich immer weiter. Innerhalb weniger Tage lernte er die Pipi zurückzuhalten, bis er auf dem Töpfchen saß und ließ es dann erst laufen. Der Stolz in seinen Augen war unbeschreiblich!

Ich ließ ihn die ersten Tage unten ohne laufen, aber im Grunde ist es eigentlich noch zu kalt dafür und wir haben leider keine Bodenheizung. Lange Socken alleine reichten nicht und ich beschloß ihm doch eine Jogginghose darüber zu ziehen. Nun konnte er natürlich nicht mehr einfach direkt auf das Töpfchen, die Hose musste zunächst nach unten gezogen werden, was er bisher noch nicht konnte und auch nie selbst üben oder ausprobieren wollte. Ich musste jetzt also immer in unmittelbarer Hörweite sein, um schnell reagieren zu können. Zunächst pinkelte er sich ein, weil er wohl dachte die Hose müsste ähnlich einer Windel sein. Nach wenigen Unfällen merkte er aber schnell, die Hose hält eben garnichts und er eilte direkt zu mir, meldete Pipi an und wir spurteten zum Töpfchen. 

Selbst wenn er von Oma mit einer Windel heim kam oder schon die Nachtwindel an hatte, meldete er nun, wenn er Pipi muss und ich kann mit ihm aufs Töpfchen gehen. Ich bin derzeit wirklich sprachlos, wie sich das in 1,5 Wochen entwickelt hat. Heute gab es keinen einzigen Unfall, auch Stuhl ging zweimal ins Töpfchen..

Er ist mächtig stolz, wenn er danach den Einsatz zur Toilette tragen kann, ihn ausleert und dann die Spülung drücken darf. Er versichert sich danach auch genau, ob wirklich alles weg gespült wurde und trägt den sauberen Einsatz wieder zum Töpfchen.

Neben das Töpfchen habe ich frische Anziehsachen und Toilettenpapier gestellt. Ging bisher etwas daneben, wurde dies nie thematisiert. Während er dann auf dem Töpfchen saß, zog ich ihm die nassen Sachen aus und half ihm dann in frische Hosen und Strümpfe. War er traurig über das Missgeschick, tröstete ich ihn.

Vorgestern habe ich dann nun Unterwäsche bestellt. Die Oma hat nun seit gestern auch begonnen das Töpfchen bei sich bereit zustellen. Unterwegs und Nachts benutzen wir noch Windeln. Da muss ich sagen, traute ich mich bisher noch nicht weiter ran. Mir geht das gerade alles sehr schnell. Sicherlich war mein Herzkind schon lange bereit dazu, er signalisierte es ja immer wieder das Wickeln doof ist, aber ich war nicht bereit. 

Ich war nicht bereit und ich merke mal wieder, wie sehr mein Kind schon seinen eigenen selbstdenkenden Kopf hat und sehr wohl schon weiß, was er möchte und schnell lernt, wenn er das will. Er hat seine Motivation! Er will nicht mehr gewickelt werden, er will selbstständig sein und über seine Ausscheidungen eigenständig entscheiden können. Es ist so wunderbar entspannt nicht wickeln zu müssen! Und ich sehe ein stolzes und glückliches Kind vor mir, der sich so sehr freut ernst genommen worden zu sein. 

Mal wieder ist es nicht das Kind, das lernen muss, sondern der Erwachsene! Ich musste einen Punkt erreichen, an dem ich merkte, ich habe darauf keine Lust! Es muss sich etwas ändern! Ich will nicht gegen mein Kind arbeiten, sondern mit ihm. Oft sind doch wir Erwachsene es, die unsere Kinder an den nächsten Entwicklungsschritten hindern.

Der erste Schritt ist getan!


Samstag, 7. Februar 2015

Ultraflexible Teilzeitkräfte

In meinem Arbeitsvertrag steht eine Wochenarbeitszeit von 20 Stunden! Vor meiner Elternzeit, bevor ich noch für mich alleine verantwortlich war und meinen Tag ausschließlich nach meinen Bedürfnissen gestalten konnte betrug meine Wochenarbeitszeit 37,5 Stunden. Ich arbeitete also Minimum 7,5 Stunden täglich plus natürlich die Pausenzeiten.

Jetzt arbeite ich minimum 5 Stunden täglich plus Pausenzeiten und habe dann den Freitag frei! Theoretisch! Denn auch ich wurde schon gefragt, ob hier Flexibilität möglich wäre! Ich arbeite mit einem weiteren Teilzeitkraft in meinem Team zusammen, sie hat ebenfalls Freitags frei! Freitags wäre dann unser vollzeitarbeitender Kollege alleine! 

Ich dachte sogar kurzfristig darüber nach. Meine Kollegin und ich überlegten, ob wir dann abwechselnd Montags bzw. Freitags frei haben, so dass wir die ganze Woche abdecken. Nachdem sich für unser Kind die Betreuungsumstände allerdings geändert haben, brauche ich den Freitag defintiv frei um ihn selbst betreuen zu können. Weitere Überlegungen fielen also weg! Die letzte Woche zeigte, auch ohne die Flexibilitätsfrage von oben, können sich Teilzeitkräfte sehr wohl flexibel planen und alleine eine arbeitsreiche Woche bestehen!

Denn letzte Woche gab es so einen kleinen Notfall: Der vollzeitarbeitende Kollege meldete sich mit einer Krankmeldung für die ganze Woche, der Teamleiter meldete sich für Montags ebenfalls krank und im Probeneingang sammelte sich plötzlich eine abzuarbeitende Probenmenge, die ich so die ganzen letzten Wochen nicht gesehen habe.... Murphys Gesetz eben, oder?

Ich schnappte mir die Azubine aus dem Nachbarteam und einen weiteren Kollegen, der die Proben bearbeitet, welche unsere Azubine und ich als stillende Mutter, nicht bearbeiten durften. Und so routierten wir den ganzen Tag, ich verteilte alle Proben auf die entsprechenden Geräte, verteilte die Arbeiten und schaffte es auch Proben zu bearbeiten, welche ich zuletzt vor über 2 Jahren mal in der Hand hatte. Hier sieht man wieder wie wichtig wiedereinsteigende Mütter sind! Eine neue Arbeitskraft, die den gleichen Einarbeitungszeitraum wie ich seit dem Wiedereinstieg gehabt hätte, wäre nun hoffnungslos verloren gewesen. 

Meine ebenso teilzeitarbeitende Kollegin kam an diesem Tag etwas später und so ergänzten wir uns optimal. Trotzdem blieb ich mehr als 7,5 h plus Pausen an diesem Tag im Labor, bis ich endlich zufrieden war, alle Proben auf den Geräten standen und wir somit das Möglichste an diesem Tag ausgeschöpft hatten. Zum Glück hat der Papa Montags immer Home-Office und so war diese Flexibilität problemlos möglich!
Auch am Dienstag warteten wieder Unmengen an Proben auf uns und diesmal war es meine Kollegin die dafür länger blieb, da ich spätestens um 14 Uhr weg musste, um den Zwerg bei meinen Eltern abzuholen. Zuvor besprach ich mich mit meiner Kollegin, die Mittwochs eigentlich dringend frei bräuchte, wegen ihrer Mutter. Wir einigten uns, dass wir das hinbekommen und sie sagte zu, dass sie dafür dann den Freitag reinkommen würde. Mittwochsabends hatte ich dann mein eigentliches Wochensoll mit mehr als 21 Stunden schon erfüllt... am Donnerstag machte ich dann also reine Plusstunden....

So haben zwei Teilzeitkräfte problemlos eine ganze Woche abgedeckt und das auch ohne einen Wink von oben bezüglich der Flexibilität! Denn das sind wir! Wir sind flexibel, wenn es notwendig ist und können auch mal in solch Ausnahmewochen mehr Stunden leisten, als vereinbart wurde! Wir wählen allerdings nicht aus Spaß unsere freien Tage, so wie sie sind! Freitags ist eben ein guter Tag um schon alle Hausarbeiten abzuarbeiten, um auch wirklich ein freies Wochenende zu haben, welches man mit seiner Familie genießen möchte!