Samstag, 29. November 2014

Min! Min! Min!

.... schallt es in meinen Ohren nach und es sticht in meinem Herz!
Ich habe mein Kind bei der Tagesmutter zurück gelassen! Er will nicht dort bleiben (noch nicht, hoffe ich), er möchte mit (min) der Mama wieder nach Hause! Oder eben mit ihr Arbeiten gehen. Denn das hat er nun verstanden, er muss zur Tagesmutter, weil Mama und Papa beide Arbeiten gehen.

Es fühlt sich alles so verdammt falsch an! Fremdbetreuung! Eigentlich sollte mein Kind mit nicht mal zwei Jahren noch bei mir sein oder innerhalb der Famile betreut werden. Vereinbarkeit von Familie und Beruf! Das ich nicht lache! Bei diesem Wortlaut werde ich derzeit immer aggressiver und frage mich zum wiederholten Mal, wieviele Mamas das wirklich befürworten und toll finden. Wieviele Mamas würden nicht lieber noch einige Jahre bei ihren Kindern Zuhause bleiben wollen, bis diese selbst enscheiden können, ob sie nun bereit dafür sind mit anderen Kindern in den Kindergarten zu gehen?

Zu diesem ganzen Dilemma stellt man dann so ganz nebenbei noch fest, dass der gewünschte Betreuungszeitraum auch garnicht so möglich ist, wie gedacht! Das Amt fördert die Stundenzahlen, die die Mutter arbeiten geht... soweit hatte ich das auch verstanden. Wir als Eltern legen den Rest drauf und wir dachten so naiv, dass wir alles weitere, was wir an Betreuungsstunden noch haben möchten, ebenfalls komplett oben drauf legen.... weit gefehlt, das Geld will das Amt nicht haben... obwohl sie die Arbeit mit dem Überweisen an die Tagesmutter ohnehin schon haben.... Weitere Betreungsstunden müsste ich mit meiner Tagesmutter direkt verrechnen... was sie wiederum nicht will, da sie dann Buch führen müsste usw.

Mein Plan eine etwas längere Betreuungszeit für den Zwerg zu haben, damit ich auch Plusstunden aufbauen kann für Notfälle, platzte plötzlich wie eine Seifenblase! Soviel zu Vereinbarkeit von Familie und Beruf, welches der Politik ihr liebster Leitsatz ist... schon wieder steigen Aggressionen in mir hoch...

Jetzt muss ich planen und umstrukturieren. Mittwochs bleibt der Oma-Opa-Tag. Montags hat mein Mann mit seinen Chefs einen Tag Homeoffice ausgehandelt, so dass er den Zwerg bei der Tagesmutter abholen kann. Zwei Tage an denen ich schon länger arbeiten kann. Meine Mama überlegt noch, ob sie selbst ihre Arbeitszeit um einen halben Tag kürzt, um den Zwerg auch mal abholen zu können usw.... Und so geht es nicht nur uns! Überall hört man dieses Jonglieren mit Betreuungsorten und Zeiten. Niemand in meinem Umfeld ist damit wirklich glücklich und die Mütter sind nicht glücklich ihre Kinder so früh abgeben zu müssen.

Ja, warum will ich denn überhaupt Plusstunden? Tja, was ist wenn die Tagesmutter mal krank ist und meine anderen Betreuungsoptionen nicht greifen? Ich gebe mein Kind sicherlich NICHT zu einer für ihn absolut unbekannten Tagesmutter, welche mir theoretisch bereitgestellt werden kann. Ich sehe schon jetzt welche Umstellung die derzeitige Eingewöhnung für mein Kind ist. Ich werde es nicht in eine fremde Umgebung bringen, zu fremden Menschen, fremden Kindern und ihn sich selbst überlassen! Was macht sowas mit Kinderseelen?

Als ich meinen Zwerg gestern bei der Tagesmutter wieder abholte, holte gerade eine andere Mama ebenfalls ihren Kleinen ab und schaute mich ganz mitfühlend an. Sie sagte, mein Zwerg wartet schon sehnsüchtig auf mich und ihr Kleiner hat auch sehr lange für die Eingewöhnung gebraucht... Prima! Das wollte ich hören und mein Herz wird schon wieder schwer!

Wenn ich ihn abhole, riecht der Zwerg nach der Tagesmutter. Er drückt sich ganz fest an sie und kuschelt viel mit ihr. Sie singen und lesen zusammen und er beobachtet alles von ihrem Schoß herab. Ich bin wirklich froh, dass wir 8 Wochen Zeit für die Eingewöhnungszeit haben. Die wird den wenigstens Kindern ermöglicht bzw. ist von Seiten der Eltern machbar, denn der Arbeitgeber und das Geld rufen... 4 Wochen sind schon um...

Ja, das liebe Geld! Wenn ich noch die Generation meiner Eltern (West-Deutschland, das muss ja erwähnt werden) höre... haben nur die wenigsten Mütter "arbeiten" müssen... sie konnten problemlos bis zur Kindergartenzeit daheim bleiben, nebenbei wurde noch ein Haus abbezahlt und dazu reichte ein Gehalt, meist das vom Vater... und Elterngeld gab es damals nicht! Wenn die Kinder dann im Kindergarten waren, überlegten die Mütter ob sie vielleicht nicht doch wieder Halbtags arbeiten gehen. So ein kleines Zubrot, eine kleine Unabhängigkeit, vielleicht auch mal ein Urlaub wäre natürlich nicht schlecht. Aber es war in vielen Fällen kein Muss, kein Zwang, keine Notwendigkeit. Aber ab dieser Zeit begann schon der Wandel seinen Lauf zu nehmen... keinen Guten...

Jetzt werden viele Mütter in eine Rolle hineingedrückt, die sie so nicht wollen! Nicht für sich und nicht für ihre Kinder und ihre Familie. Sie sollen früh, am besten direkt nach dem Mutterschutz wieder arbeiten gehen... Elterngeld Plus, ihr versteht... und nebenbei noch mit Kindern und Haushalt jonglieren... die moderne Frau von heute schafft das ja... und die moderne Frau von heute will das ja... man möchte sich ja nun nichts hinterher sagen lassen oder schlechter abschneiden als die männlichen Kollegen... wörks.... Ganz ehrlich, es gibt eben nun mal Mann und Frau und wir können niemals "gleich sein"... ich würde am liebsten ausbrechen aus diesem schrecklichen System, für mich, mein Kind (zukünftig vielleicht Kinder...) und meine Familie... so recht, weiß ich aber leider noch nicht wie!

Ich beneide alle Frauen, die diese Vereinbarkeit wirklich schaffen, gerade auch die, die in ihrer Elternzeit den Absprung geschafft haben und sich eigene Existenzen aufbauen konnten. Wow! Mich beeindruckt das immer wieder schwer und freue mich sehr darüber! Ja, ich hab so ein paar Gedanken... ob die sich realisieren lassen und wann?

Jetzt bleibt nur das was vor mir liegt und damit muss ich nun das Bestmögliche herausholen. Mein Kind feste knuddeln, wenn ich es wieder von der Tagesmutter abhole, den restlichen Tag schön mit ihm gestalten, Vorkehrungen für die Weihnachtszeit/seinen Geburtstag und den baldigen Wieder-Einstieg in die Berufswelt treffen und darauf hoffen, dass doch alles gut und passend wird...


Kommentare:

  1. Ach... drück dich mal! Ich bin so froh dass ich gerade Beschäftigungsverbot habe, denn mir ist es auch nach einem Dreivierteljahr arbeiten (und das auch nur 15 Wochenstunden) immer noch schwer gefallen morgens zu gehen... und dann zu hören dass zB meine Tochter viel geweint hat usw. Auch wenn nichts vorgefallen ist wusste ich die ganze Zeit, sie ist noch nicht so weit und packt das noch nicht. Wie gemein... und wehe du klagst irgendwem dein Leid, dann hast du es ja so gewollt (mit dem Kind) oder sollst dich nicht so anstellen. Emanzipation und so. ;)

    Liebe Grüße, Janina

    PS. Keine Durchhalteparolen von mir :) du wirst deinen Weg schon finden, aber leicht ist es nicht...

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  2. Ich verstehe dich so gut! Auch bei uns dauerte die Eingewöhnung in die Kita recht lange und ich zweifelte immer wieder, ob das, was ich da tat, das Richtige ist. Inzwischen geht meine Tochter so gern in die Kita, dass es mir Leid tut, sie bald rauszunehmen, da das 2. Kind unterwegs ist und sich die Fahrtzeit nicht mehr lohnt.

    Ich lasse dir noch einen Buchtipp da:
    http://www.amazon.de/Die-Alles-ist-m%C3%B6glich-L%C3%BCge-vereinbaren/dp/3570552527/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1417254993&sr=8-1&keywords=alles+ist+m%C3%B6glich+l%C3%BCge

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  3. Ich teile mit dir dein Leid! Auch bei uns in Ö sieht die Sache nicht besser aus.
    Ich geh in drei Tagen wieder arbeiten, dann bleibt mein mann daheim. Für drei Monate. Danach? Keine Ahnung. Verschiedene Pläne stehen parat, aber dazwischen kommen darf nix.
    Und mein ganz persönliches Problem: ich will unbedingt wieder arbeiten gehen. Ich freue mich darauf schon wie auf Weihnachten. Und schon kommt das schlechte Gewissen angerannt, und flüstert mir ins Ohr: "wenn du doch so gerne arbeiten gehst, warum schaffst du die dann ein Kind an?"

    LG von einer Leid Gewissen ;)

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    1. Leidensgenossin, .... Blöde auto-korrektur am Handy. :D

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  4. Oh ich verstehe Dich sehr sehr gut... unser Kindlein geht seit sie 14 Monate in einen Naturkindergarten. Also rein theoretisch. Nach nun fast drei Monaten Eingewöhnung bleibt sie dort für 2 1/2 Stunden. An alles andere - insbesondere das Übernachten - ist noch lange nicht zu denken.

    Ich bin das aktuelle zweite Jahr noch zu hause, bin aber sehr froh, dass sie jetzt schon geht und sich gaaaanz langsam daran gewöhnen kann. Nicht auszumalen wenn wir einen Druck von 4 Wochen oder Ähnlichem gehabt hätten. Nun konnte ich ihr die Zeit geben, die sie braucht. Aber sie ist ja auch viel kleiner als dein Bub.

    Wie ich danach in den Job einsteige steht auch noch in den Sternen... ich habe allein über eine Stunde Fahrzeit für eine Strecke *seufz*

    Und hier gibt es keine Oma und Opa, die einspringen können - die müssen nämlich selbst alle noch Vollzeit arbeiten. Eigentlich hast Du damit schon echt großes Glück... und ich schaue wehmütig zu meiner Mama, die sich gerne mehr Zeit nehmen würde, es aber nicht kann.

    *hach*

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    1. Also mit Übernachten meinte ich natürlich Mittagsschlaf... meine Güte... mein Stillhirn... *gähn*

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  5. Liebe Sabrina, ich drück dich auch mal virtuell. Das ist sicher schwer, schwer, schwer. Ich habe den "Luxus" (so nenne ich es seit Beginn), dass wir genug auf unserer hohen Kante haben, um 2 Jahre Vollzeit-Mamasein zu überbrücken und danach erstmal halbtags wieder einzusteigen. Ich konnte und kann mir nicht vorstellen, mein Kleines deutlich früher fremd betreuen zu lassen. Da hätte ich im Zweifelfall lieber einen Kredit aufgenommen (was andere für ein neues Auto, die Einbauküche etc tun, würde ich lieber an Lebenszeit mit meinem Kind investieren) als es früher in einen Kinderladen zu geben. Auch 24 Monate, die er dann haben wird, sind sicher noch früh, aus evolutionär-hormoneller Bindungssicht zumindest, aber das ist für uns der Zeitpunkt, wo ich ihm zutraue, dass er das packen wird und auch von den anderen Kindern profitieren wird. Ich habe jetzt schon schiß vor solchen herz-zerreißenden Szenen, wie du beschreibst. Aber wenn es eher die Ausnahme als die Regel ist, man an sich mit Konzept und Betreuungspersonen einverstanden ist, dann muss man da wahrscheinlich auch ein Stück weit durch und darauf hoffen, dass es bald ausgestanden ist. Dafür drücke ich euch ganz fest die Daumen. Und als kleines Trösterchen: Nur wer seine Mama mal richtig doll vermisst, spürt die Erleichterung und Wiedersehensfreude, die darauf folgt UND lernt. dass die Mama IMMER wieder kommt!

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    1. Liebe Jitka, danke für deine Sicht der "Investition". Ich wünschte, so würden mehr Eltern denken. :)

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  6. Oje. Unser Sohn geht seit er 14 Monate ist zur Krippe und wir haben keinen Tag bereut. Er liebt es mit anderen Kindern den mehr oder weniger ganzen Tag zu verbringen, während Papa arbeitet und Mama fertig studiert. Wir kommen aus dem Osten und sind das sozusagen so gewöhnt. Auch wir hatten alle Zweifel der Welt. Unsere Eingwöhnung hat ohne Tränen so gut geklappt, dass wir früher fertig waren als erwartet. 3 Wochen war ich jeden Tag mit dort, um mit ihm die Krippe/Gruppe kennenzulernen. Dann übernahm die Erzieherin immer mehr Aufgaben bis wir ihn ihr ganz überlassen konnten. Die Trennzeit wurde dann täglich ( vom Kind abhängig)verlängert. Von ANfang an wusste er irgendwie, dass Mama/Papa IMMER wiederkommen. Holen wir ihn ab, nutzen wir die Zeit anders und irgendwie intensiver als zuvor. Die Wochenenden sind uns heilig. Ohne Verwandtschaft in der Nähe grübeln auch wir, wie das gehen soll, zum Glück schafft das Studium Freiheiten. Wenn uns danach ist, bleibe ich auch einfach mal so einen Tag mit ihm zu Hause. Auch die Krippe/Tagesmutter/Kita ist ein Lernprozess. Die Eingewöhnung ist manchmal wichtiger für die Mamas als für die Kinder. Ich wünsche euch, dass ihr die Zeit gut rumkriegt und schon bald die Vorteile der Fremdbetreuung sehen könnt.

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  7. Von Herzen fühl ich mit dir und kann deine Worte hundertprozentig unterschreiben. Vereinbarkeit? Work-Life-Balance? -Pah. Der Tag hat nunmal nur 24 Stunden. Und jede Familie ist anders. Ich möchte mir nicht von der Politik vorschreiben lassen, dass ich nach spätestens einem Jahr mein Kind "fremdbetreuen" lassen muss!
    Es drückt dich Jasmin
    Und du bist eine großartige Mama!

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  8. Ah Mensch, warum geht es blos nicht so wie man es gerne hätte. Unsere Kleine (11 Monate) wird derzeit von Papa betreut. Weil der Papa in Karenz ist, arbeite ich Vollzeit, unser Gesetz will es so und zwar obwohl unsere Kleine noch gestillt wird. Ich finde es toll, wenn sich die Männer auch um ihre Kinder kümmern und wollte Papa/Tochter Zeit unterstützen und es tut ihnen beiden gut. Aber in einem Monat fängt für sie die Eingewöhnung im Kindergarten. Langsam, denn der Papa ist bis sie 14 Monate ist daheim. Und als ich meinem Chef sagte, dass ich danach in die Elternteilzeit möchte, fragte er nur, wie er das verhindern kann?!? Er soll froh sein, dass ich überhaupt arbeite. Mein Mann hat mit seinem Chef weniger Probleme... So viel zu Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Unsere Firma ist hier wirklich sehr entgegenkommend, aber wenn man einen Chef wie meinen hat, geht es trotzdem nicht glatt.

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  9. Ohje, das wäre mein Alptraum gewesen, Mein Kind in fremde Hände zu geben.
    Wir stellen uns zwar auch auf den Kopf, damit wir alles unter einen Hut bekommen, aber wir sind binne wenigen Monaten richtig gut darin geworden - darauf sind wir stolz.

    Nicht jeder hat das Glück aus dem Homeoffice arbeiten zu dürfen, ... und das klingt jetzt so himmlisch - es ist anstrengend! ... Ich arbeite viel nachts oder ganz ganz früh (ca. 3 Uhr). So komme ich auch zu meinem Schlaf.

    Meine Tochter (jetzt drei) darf irgendwann dann, wenn sie bereit dafür ist, in den KiGA. Momentan will sie bei Mama bleiben und freut sich mit uns auf das kleine Geschwisterchen, das sie nun kennen lernen darf - so richtig.

    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft! ... und vielleicht - manchmal glaubt man es nicht - kommt Dir und Deinem Mann noch eine Idee, wie man es anders lösen kann. Ich drücke Dir die Daumen!

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  10. Ich verstehe deinen Herzschmerz. Ich bin Tagesmutter und habe in meinem Konzept verankert, dass ich nur Kinder betreue, die wenigstens 12 Monate jung sind. Und dennoch bekomme ich Anfragen von Eltern (meist Müttern), ob wir nicht schon einen Monat vorher beginnen können. Bei dem Gedanken bekomme ich Bauchschmerzen. Ich überlege viel lieber, ob ich in Zukunft nur Kinder nehme, die wenigstens 18 Monate jung sind.
    Ehrlich gesagt habe ich auch nur wenig Bewunderung für Mütter mit solch kleinen Kindern, die Beruf, Kinder und Haushalt zusammen jonglieren. Meiner Meinung nach kann kein Mensch das über längere Zeit durchhalten und dabei gesund bleiben. Und wer leidet denn wieder am meisten, wenn die Mama krank wird - emotional, seelisch oder körperlich, weil der Körper einfach "Stop" sagt?
    Ich bewundere viel mehr die Frauen - die Familien! - die es hinbekommen, dass das Kind in den ersten zwei Lebensjahren auch von der Familie betreut wird. Von Mama und Papa, vielleicht unterstützt von Omas und Opas oder Tanten und Onkel. Ich bewundere die Familien, denen das Zusammensein mit den Kinder so wichtig ist, dass sie dafür finanzielle Einbußen oder sogar ALG in Kauf nehmen. Und das sage ich, obwohl ich als hauptberufliche Tagesmutter von der Betreuung "fremder" Kinder lebe.

    Eines möchte ich dir aber noch mit auf dem Weg geben, was dich vielleicht beruhigt. Auch bei mir gibt es immer mal wieder tränenreiche Abschiedsszenen. Doch die Kinder weinen bei mir selten länger als 2 oder 3 Minuten. In den allermeisten Fällen sind die Augen schon wieder trocken, wenn das Auto der Eltern vom Parkplatz rollt.

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  11. Liebe Sabrina, ich verfolge deinen Blog noch nicht so lange, aber dafür jetzt mit viel Begeisterung. Zum einem lasse ich mich gerne von deinem Ideen inspirieren, zum anderen erinnert mich dein Kind oft so sehr an meinem Räuber.
    So fand ich es auch ganz spannend, dass wir zum gleichen Zeitpunkt mit der Eingewöhnung bei der Tagesmutter begonnen haben. Allerdings ist mein Kind erst 15 Monate alt. Er ist sehr sensibel und schüchtern. Er tut sich mit fremden Menschen und Situationen sehr schwer und möchte am liebsten, dass ich immer an seiner Seite bin. Wir stillen auch noch viel.
    In meinem Umfeld gingen alle Kinder mit ca. 12 Monaten in eine Fremdbetreuung und ich habe nur positives darüber gehört. Alle waren immer total begeistert und erzählten, wie gut es ihren Kindern gefällt. Zwar hatte ich schon gemischte Gefühle, da der Räuber doch sehr anhänglich ist, aber zum einen dachte ich, dass es ihm vielleicht gerade deswegen gut tun würde und zum anderen ist da die Stimme, die sagt, dass man schnell wieder den Einstieg in die Berufswelt finden muss.
    Also haben wir im November mit der Eingewöhnung angefangen. Und es lief die erste Zeit sogar gar nicht so schlecht. Er weinte ganz kurz, wenn ich ging, aber ließ sich schnell beruhigen. Doch in der dritten Woche funktionierte gar nichts mehr. Es wurde von Tag zu Tag schlimmer, so dass er zuletzt schon vor dem Treppenhaus zu weinen anfing und bei der Übergabe panisch brüllte. Die Tagesmutter konnte ihn nicht beruhigen oder ablenken. Ich stand da dann vor der Tür und hörte mein Kind schreien...es war furchtbar. Ich dachte nur 'was mach ich denn da!? das ist nicht richtig!'. Nach einem langen Gespräch haben wir entschieden, erst mal zu unterbrechen und es im neuen Jahr noch mal zu versuchen.
    Mein Glück ist, dass ich im Sommer mein Studium beendet habe und jetzt erst mit der Jobsuche loslegen wollte. Ich habe also theoretisch kein Datum, bis dahin alles zu laufen hat. Ich bin ehrlich, ich wüsste auch nicht, wie das gehen sollte bei uns.
    Trotzdem bereitet mir das alles ganz schöne Bauchschmerzen. Ich fühle mich so in der Zwickmühle. Mein Kind signalisiert mir ganz klar, dass es bei mir bleiben will, nur bei mir. Und eigentlich hat es doch auch ein Recht darauf mit seinen nicht mal 1 1/2 Jahren. Doch wenn ich nicht arbeiten gehe, dann kommen wir kaum längerfristig über die Runden und ich habe auch wirklich Angst, dass ich niemals mehr einen richtigen Jobeinstieg schaffe. Ich bin schon 33, habe mit Ende 20 nochmal ein Studium gewagt und fange jetzt beruflich wieder bei Null an. Das allein ist schon ein Wagnis, aber mit Kind und langer Elternzeit wohl der Genickbruch. Zumal wir auch irgendwann noch ein zweites Kind wollen.

    Innerlich stelle ich mich schon darauf ein, dass auch der zweite Eingewöhnungsversuch nicht klappen wird bzw. ich nicht bereit sein werde mein Kind dort untröstlich zurückzulassen. Da würde in ihm etwas zerbrechen. Doch was dann kommt, macht mir Sorgen...die Tagesmutter würde uns den Platz auch länger freihalten, aber wie sollen wir das bezahlen? Geben wir den Platz auf, ist erst wieder 2016 was frei. die Kita's in der Umgebung sind ebenfalls überfüllt ohne Ende und ich glaube auch nicht, dass sich unser sehr schüchternes Kind in einer Gruppe mit 15 anderen Kindern wohl fühlen wird.

    Ich habe das Gefühl, egal, wie wir es machen, es ist falsch! Aber es tut unendlich gut, zu lesen, dass es auch anderen so geht. In meinem Umfeld scheinen alle prima zurecht zu kommen oder es spricht niemand darüber. Für alle ist es selbstverständlich, dass man sein Kind bald abgibt. Tja, wir passen wohl aber nicht in dieses Schema.

    Danke für deinen Artikel und deine Ehrlichkeit! Und ich wünsche euch alles Gute und dass ihr für euch alle eine Lösung findet!

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  12. Wen es interessiert...
    http://www.psychoanalyse-aktuell.de/321+M5c4f2b0148e.0.html?&tx_ttnews[day]=01&tx_ttnews[month]=12&tx_ttnews[year]=2012
    http://www.fuerkinder.org/kinder-brauchen-bindung/experten-meinen/404-fruehkindlicher-stress-in-der-fremdbetreuung-und-seine-langfristigen-folgen

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  13. http://www.psychoanalyse-aktuell.de/322+M5f4c0c2a507.0.html?&L=0&no_cache=1&sword_list[0]=krippe&tx_ttnews[day]=12&tx_ttnews[month]=12&tx_ttnews[year]=2007

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