Freitag, 18. Dezember 2015

Mit Großeltern gesegnet!

Wir dürfen uns glücklich schätzen! Wir, dass heisst mein Mann, mein Sohn, auch bald unser zweites Kind und ich. Wir haben etwas, dass viele Eltern so nicht haben. Oder nicht in diesem Ausmaß, vielleicht teilweise, manche garnicht, manche nicht in der Nähe und manchmal haben es Eltern theoretisch und können es dennoch nicht nutzen.

Ich rede von Großeltern! Ich rede von "dem ganzen Dorf, welches man braucht, um ein Kind großzuziehen".

Leider ist dieses Dorf in nur wenigen Jahren stark ausgedünnt worden oder sogar gänzlich verschwunden. Viele meiner Freunde oder Bekannten haben die Möglichkeit der Großeltern nicht und stehen oft vor großen organisatorischen Problemen und Hindernissen.

Als ich Anfang des Jahres davon schrieb, dass meine Mutter die Betreuung des Zwerges übernehmen wird, da es mit der Tagesmutter nicht klappt, las ich sehr oft Sätze, wie: "Hast du ein Glück!" Es wurde aber auch immer wieder gefragt, ob wie ähnliche Ansätze haben, mit Kindern umzugehen, denn dies ist wohl ein häufiger Grund junger Eltern, den Kontakt zu den Großeltern zu meiden.

Man muss eigentlich fast schreiben: Natürlich, gibt es unterschiedliche Ansichten! Immerhin ist es bei vielen Großeltern meist 25 - 35 Jahre her, dass sie selbst eigene kleine Kinder hatten. Sie selbst haben damals meist schon einiges anders gemacht als ihre Eltern. Und trotzdem sind 25 - 35 Jahre zurück, andere Zeiten gewesen, als sie es jetzt sind. Es gab andere Erkenntnisse als sie es jetzt gibt und es gab damals weniger Möglichkeiten sich zu informieren, als es jetzt möglich ist. 

Es sind daher natürlich unterschiedliche Ansichten da, die immer mal wieder auch aufeinander knallen oder gar kollidieren können. Die Frage ist dann, wie gehe ich damit um oder kann ich damit umgehen? Gibt es Punkte, bei denen ich kein Stück zur Seite weichen werden und werden diese dann auch von den Großeltern akzeptiert? Gibt es Punkte, die mir zwar Zuhause wichtig sind, aber bei denen ich auch ein oder beide Augen zudrücken kann, wenn sie bei den Großeltern anders ablaufen? Und immer wieder wichtig dabei ist das Gespräch. Wie sollen Großeltern wissen, was uns als Eltern stört, wenn wir es nicht ansprechen bzw. sie nicht erkennen können, wie wichtig uns bestimmte Standpunkte sind?

Ich weiß, wie froh mein Mann und ich sein können, dass wir zu beiden Seiten Großeltern haben, die ihren Enkel unheimlich lieben, die bereit sind auch in einigen Punkten umzudenken, die uns unterstützen, wann immer es ihnen möglich ist und die auch einfach glücklich sind, Großeltern sein zu dürfen und ihren Enkel gerne auf Händen tragen.

Meine Eltern wohnen einige Ortschaften weiter, binnen 15 Minuten sind sie im Notfall bei mir oder ich bei ihnen. Wie häufig konnte ich den Zwerg schon kurzfristig zur Betreuung zu ihnen bringen, wenn der Papa es nicht rechtzeitig nach Hause schaffte, ich aber auch einen Termin hatte. Meine Mama kann den Zwerg, falls alle Stricke reißen sogar mit ins Geschäft nehmen, eine Zoohandlung, und der Zwerg hilft mit beim Bedienen. Der Chef meiner Mama hat nichts dagegen. Wie toll ist das denn?
Meine Schwiegereltern wohnen 45 Minuten weg, unter der Woche sind sie daher weniger greifbar, aber auch sie würden im Ernstfall alles stehen und liegen lassen und ihren Enkel betreuuen und mithelfen. Da meine Schwiegermama gesundheitlich manchmal Tage hat, an denen sie nicht so gut beweglich ist, gibt es noch die Lieblingscousine, die dann meist auch helfen kann. Also eigentlich die jüngste Cousine meines Mannes, aber auch sie hilft gerne mit. Und meine Schwester darf ich auch nicht vergessen. Ebenfalls ein möglicher Rettungsanker, wenn ich Hilfe brauche.

Wie ihr lesen könnt, haben wir ein tolles Rettungsnetz, welches vor einiger Zeit noch ganz normal überall zu finden war. Leider reißen Globalisierung und Entfremdung viele Familien auseinander. Sie machen einfache Hilfestellungen oft unmöglich. Eltern stehen alleine da und dies kann sehr überfordernd sein. So war das Großziehen von Kindern eigentlich evolutionsbedingt nie gedacht!

Ja, auf eure bisher gestellten Fragen im Blog abschließend zu antworten: Ja, ich weiß wie sehr wir gesegnet sind. Gesegnet mit wundervollen Großeltern für das Herzkind, auf die man sich verlassen kann. 

Liebe Großeltern, ich danke euch so sehr, dass es euch gibt! Ihr seid unersetzbar für uns Eltern und unersetzbar für euren Enkel! ♥ 

Selbst Ur-Großeltern gibt es noch! Diese können mit ihren über 80 Jahren natürlich keine großen Aufpasser-Dienste mehr erfüllen. Freuen sich aber dennoch sehr, ihren Urenkel sehen zu dürfen und auch mal kurz mit ihm alleine zu sein, wenn meine Mama, also ihre Tochter, schnell etwas im Haus zu erledigen hat. Da sind sie dann natürlich ganz stolz, den Urenkel "zu betreuen".

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