Donnerstag, 6. November 2014

Die ersten Tage bei der Tagesmama

Seit Montag geht es los, die Eingewöhnungszeit bei der Tagesmutter und damit beginnt eine kleiner Abnabelungsprozess für das Herzkind und natürlich auch für mich. In spätestens zwei Monaten werden wir unsere Tage getrennt verbringen, jedenfalls große Teile davon. 

Das Herzkind steht dieser neuen Situation erst mal sehr kritisch gegenüber. Er ist ein Beobachter, er schaut sich neue Situationen genau an, direkt neben seiner Bezugsperson und bewegt sich da zunächst auch nicht weit weg. Er beginnt sich zwar schon recht früh für die Umgebung zu interessieren, nimmt sich auch direkt etwas von den angebotenen Spielanregungen, aber immer in direkter Mamanähe.

Schwierig ist für ihn auch der direkte Kontakt zu anderen Kindern. Bisher mied er diese doch sehr. In der Krabbelgruppe und auch der Turnstunde gibt es viel Fläche, um ausweichen zu können. Bei der Tagesmutter nicht. Hier steht zunächst ein großer Raum zur Verfügung, den sich die 5 Tageskinder teilen.Die drei jüngeren Kinder sind richtig erzählfreudig, was einen entsprechenden Geräuschpegel ergibt, den das Herzkind so nicht kennt. Ich glaube dies strengt ihn noch am meisten an.

Am ersten Tag war er daher nach 2,5 Stunden fix und alle und wollte nur noch an die Brust und wir verabschiedeten uns.

Der zweite Tage war komplett anders, er wirkte viel offener, die Tagesmama konnte ihm einige Dinge reichen bzw. er brachte ihr auch welche, sie nahmen Kontakt auf. Das Herzkind wollte eigentlich garnicht heim und nur die Erklärung, dass wir doch noch das Päppelschweinchen haben, um welches wir uns kümmern mussten, brachte ihn dazu mit mir zugehen.

Gestern war diese Offenheit wieder wie weg geblassen und er suchte wieder viel Körperkontakt zu mir... ich denke seine doofen Backenzähne die unten gerade beide durchbrechen sind schuld! Das gestern angeboteten Piklerdreieck hat ihn dafür begeistert und er nutzte es stetig. Er hat binnen Minuten den Dreh heraus und kletterte über die Spitze und auf der anderen Seite wieder herunter. Ich war superstolz und die Tagesmama sichtlich überrascht.
Auch sonst stellte sie fest, dass das Herzkind ein sehr selbstbestimmtes Kind ist, welches man nicht so einfach mit ein bisserl Spielzeug aus der Reserve locken kann. Er wird selbst entscheiden, wann er der Tagesmutter Beachtung und Vertrauen schenken möchte. Auch das sie seine Wünsche und Grenzen akzeptieren muss, die er deutlich benennt. Zum Beispiel sind ihm die Hosen etwas herunter gerutscht und die Tagesmama fragte ihn, ob sie ihm diese hochziehen soll... sie wartete allerdings nicht wirklich auf eine Reaktion ab, sondern wollte dann schon direkt zur Tat schreiten... den Blick des Herzkindes hättet ihr sehen müssen.... zu recht schwer entrüstet und ein stark betontes "Iiiiiiiii" gab an, dass er das durchaus alleine kann und robbte an seiner Hose und zog sie wieder richtig! Ich denke mal, so viele selbstbestimmte Kinder wird die Tagesmama auch noch nicht gehabt haben und sie beobachtet derzeit sehr genau, wie ich mit dem Herzkind umgehe.

Gestern Mittag haben sie dann zusammen das Zuordnungsspiel "Tierkinder zu Tiermama" gespielt und das Herzkind war sehr versunken und spielte mit der Tagesmama. Ich zog mich komplett zurück und beobachtete aus der Ferne. Es war sehr schön anzusehen. 
Aufgrund der doofen Zähne wurde das Herzkind dann recht schnell müde und wir verabschiedeten uns nach dem kurzen Mittagessen.

Ich bin wirklich sehr, sehr froh, dass wir 2 Monate für die Eingewöhnung Zeit haben und die Tagesmama, dies auch so vorgeschlagen hatte. Wir müssen den Zwerg in keinster Weise zu etwas drängen, was er vielleicht nicht möchte. Wir können uns ganz auf ihn einlassen und ihn helfen die Tagesmutter als weitere Bezugsperson aufzunehmen und auch ihr Vertrauen zu schenken.

 

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