Dienstag, 5. Juli 2016

Schon 6 Monate ist mein Baby

Unbegreiflich, aber doch war! Ein Phänomen, welches alle Eltern ab dem zweiten Kind kennen: Die Zeit rast! Verena von "Der Stillzwerg" hat es in ihrem Artikel heute ebenfalls festgestellt. Gerade eben kamen unsere Kinder doch erst auf die Welt! Wo ist die Zeit hin?
Der Alltag mit mehreren Kindern ist einfach so ausgefüllt, so voller Menschen, die alle Bedürfnisse und Wünsche haben, dass am Ende eines Tages viel zu wenig Stunden übrig bleiben und für uns als Eltern derzeit wenig Zeit für eigene Dinge bleibt. Kleine Päckchen packen und so, davon schrieb Susanne von Geborgen Wachsen, das muss ich in der Tat noch üben bzw. eigentlich nehme ich mir wirklich nicht sehr viel pro Tag vor und doch ist es ruckzuck Abend und ich liege schon wieder im Bett und grübel darüber nach, was eigentlich noch alles so auf meiner Agenda steht, wozu ich dann doch wieder nicht gekommen bin. Denn eines gilt immer und ist doch so wichtig: Die Kinder dürfen nicht grundsätzlich hinten an stehen. Vor allem die Bedürfnisse vom Babymädchen sind es, die derzeit meinen Alltag stark bestimmen und bei denen noch kaum Zeitaufschub möglich sind.

Das Babymädchen! Schon mehr als 6 Monate ist sie nun alt und ist wirklich ein sehr vielschichtiger Charakter. Sie ist ein Sonnenschein, ein Gewitter und noch so viel mehr. Wird sie morgens wach, höre ich sie zunächst leise durch das Babyphone glucksen und erzählen. Wenn ich dann nach oben ins Zimmer komme, strahlt sich mit mich an. Sie ist eine morgendliche Frohnatur und ich als bekennender Morgenmuffel starte damit natürlich auch viel fröhlicher in den Tag.

Nachdem Aufstehen, Stillen und Wickeln beschäftigt sie sich gerne eine Weile mit sich selbst und liegt auf ihrer Decke. Oder besser gesagt ihren Decken... ein großer Bereich imWohnzimmer ist mit Decken verhüllt, denn sie seit wenigen Tagen schafft sie es nicht nur vom Rücken auf den Bauch, sondern nun endlich auch wieder zurück und kullert fleissig durch die Gegend. Desweiteren übt sie fleissig den Popo noch oben zu bekommen und die Beine anzuziehen. Den Oberkörper bekommt sie schon weit nach oben. Es ist wundervoll ihr dabei zuzusehen, wie sehr sie jeden Tag übt und weiter kommen möchte. Sie kann sich schon sehr lange mit ihren Spielsachen beschäftigen.
Wenn sie allerdings genug hat, ist die Frustgrenze dann auch sehr schnell erreicht und sie kann dann in höchsten Tönen meckern. 
Meist ist das der Zeitpunkt an dem sie für den Rest des Tages fast nur noch in der Trage Zuhause ist. Die Trage ist auch weiterhin täglich für viele Stunden im Einsatz. Sie fühlt sich darin wohl. Sicher und geborgen, kann sie darin schlafen und kuscheln und alles beobachten. Selten sind Tagesschläfchen außerhalb der Trage. 

Wie ich schon schrieb, isst das Babymädchen auch schon eifrig am Familientisch mit. Und das nicht etwa Brei! Nein, sie zeigte sehr genau, dass Brei nicht das ist, was sie möchte. Sondern was sie möchte, ist dass, was wir haben... wer immer noch behauptet, kleine Babys und Kinder können nicht sagen was sie wollen, der hat sich nie mit Babys und Kindern beschäftigt... 
Sie probiert wirklich alles und es gibt bisher nichts, was ihr nicht schmecken würde. Nur das Chaos am Tisch ist derzeit wirklich groß... Fingerfood in diesem Alter, kenne ich durch den Sohn nicht. Er war begeisterter Breiesser und Fingerfood bot ich ihm erst später an, als seine Fingerfertigkeiten schon deutlich besser ausgeprägt wären. Ich verbringe nach den Essenszeiten derzeit viel Zeit danach mit aufräumen und aufwischen. Wenn also jemand sagt, Fingerfood bzw. BLW ist doch so viel einfacher und leichter.... hm... reden wir in einigen Wochen nochmal darüber, wenn das Babymädchen dann auch kleinere Stücke aufnehmen und essen kann...

Auch beim Nachtschlaf sehe ich, wie unterschiedlich die beiden Geschwister doch sind. War der Sohn eine Nachteule und geht auch heute noch gerne später ins Bett, merke ich bei der Tochter, dass sie ab 19 Uhr anfängt ihre Äuglein zu reiben, sich im Gesicht herumzukneten und die Ohren zu zupfen. Dann heisst es bettfertig zu machen und sie schläft beim Stillen auch sehr schnell ein. Schade ist nur, dass ich dann direkt mit ihr ins Bett muss. Sie hat keinen wirklichen Tiefschlaf in der ersten Stunde und wird bei Geräuschen schnell wieder wach. Ist der Sohn noch nicht eingeschlafen, weckt er sie sonst. Alleine im Schlafzimmer lassen konnte ich sie bisher auch noch nicht lange, da sie hier wohl einen Sensor besitzt und die Umgebung scannt. Ich blieb also bisher meist direkt mit ihm Schlafzimmer. Im Moment probiere ich mich etwas abzuseilen, um auch wieder Abends noch kleine Erledigungen machen zu können bzw. auch wieder mehr Zeit mit dem Mann verbringen zu können. 

Generell ist das Mädchen sehr, sehr auf mich fixiert und hält es nicht lange bei anderen Menschen aus, wenn sie nicht gerade satt, zufrieden und ausgeschlafen ist. Sobald eines diese Bedürfnisse nicht mehr gegeben ist, können sie andere nicht mehr beruhigen, dann geht nur noch die Mama und nicht als die Mama. 

Die Tochter ist ein sehr nähebedürftiges Kind, noch mehr, als es der Bruder schon war und ich bin sehr froh, dass ich diese "Abhängigkeit" durch den Bruder schon lernen konnte. Es fällt mir viel leichter, dies "auszuhalten" und zu wissen, je mehr die Tochter lernen und können wird, um so mehr wird sie auch Dinge alleine tun wollen. In den 6 Monaten die sie nun schon bei uns ist, sehe ich diesen Entwicklungsverlauf schon sehr gut. Die Zeiten, die sie schon alleine mit sich spielend auf ihren Decken verbringt, können sehr lange sein und diese Zeiten werden immer mehr und mehr werden. 

Das Babymädchen und der große Bruder lieben sich wirklich sehr. Sie beobachtet alles, was er macht und für mich ist das eine wunderbare Entlastung. Den Sohn musste ich alleine beschäftigen. Die Tochter hat auch den Bruder und der Bruder spielt gerne direkt neben ihr und zeigt ihr alles. Ich bin sehr verliebt ihn beide und schaue ihnen gerne in ihrem Spiel zu und wie sehr das Mädchen ihren Bruder anhimmelt und lacht, wenn er lacht. Ich glaube, Geschwister sind das größte Geschenk, welches man seinen Kindern machen kann und ich freue mich so sehr darauf, sie weiter aneinander und miteinander wachsen zu sehen.

Wenn das Babymädchen lacht und strahlt geht die Sonne auf. Von meinem Arm aus, also gesichert durch mich und meine Nähe, kann sie wirklich jeden und alles anstrahlen und die Augen leuchten dabei wie Sterne. Und alle Menschen strahlen zurück und sind ganz verzückt von ihr. 

Wie ich schon zu Anfang schrieb, sie ist wirklich ein sehr vielschichtiger Charakter, sehr wissend um ihre Bedürfnisse und ich bin so wahnsinnig gespannt auf die nächsten Monate, auf gemeinsame Entdeckungen und ihre Entwicklung. Es ist derzeit wirklich verdammt anstrengend, aber auch einfach wundervoll. Absolut konfus! Sowas können wohl nur Eltern verstehen, oder?!


Freitag, 17. Juni 2016

Durchhalten! Der Schlaf wird wieder kommen!

Vorbei!
Vorbei sind sie, die Nächte, die ich durchschlafen konnte! Es wurde mir schon prophezeit, aber ich hoffte auf einen Irrtum. Mit einem durchschlafenden Baby gesegnet zu sein, ist wohl seltener als ein 6er im Lotto mit Zusatzzahl! Aber wenn man den Lotto-Gewinn mal hat, wird er einem in der Regel nicht wieder weggenommen... Anders der Schlaf. Mist!
Eigentlich bin ich viel zu müde um diese Zeilen zu schreiben! Die Augen kann ich kaum aufhalten. Die erste Tasse Kaffee des Tages fehlt noch und gleich muss ich auch den Sohn schon wecken, um zu frühstücken. Der Tag beginnt früh, damit ihn der Papa in den Kindergarten bringen kann.

Baby- und Kinderschlaf ändern sich ständig. Immer wieder müssen wir uns als Eltern auf neues Schlafverhalten einlassen, dieses akzeptieren wie es ist, ohne dabei an unseren Kindern herumschrauben zu wollen.  Auch wenn einige Stunden am Stück mehr Schlaf so reizvoll erscheinen, dass man versucht ist. 

Mit dem Sohn habe ich in dieser Hinsicht schon viele Erfahrungen gemacht. Er ist eines dieser Kinder, die viele Schlafphasen durchlaufen haben. Immer wieder habe ich es hier auf dem Blog auch dokumentiert. Maximal 2 Stunden am Stück schlief er über viele, viele Monate... wurde irgendwann bei jeder kleinsten Bewegung wach. Wurde in sein Kinderbett ausquartiert, irgendwann dann auch in sein Zimmer. Wir schlichen auf Zehenspitzen daran vorbei oder ich ging unten auf die Gästetoilette, anstatt oben im Bad, wenn ich Nachts ein Bedürfnis hatte. Nur kein zu lautes Geräusch. Nur nicht wecken.
Mit 14 Monaten stillte er sich Nachts ab. Aber von wegen, er würde dadurch besser schlafen. Immer noch geistert dieser Trugschluß durch das weite WWW und die Muttiwelt. Auch weiterhin kam er alle 2, vielleicht jetzt auch mal 3 Stunden. Das er länger schlief, geschah dann ganz plötzlich und ganz schnell. 
Mit seinen nun 3,5 Jahren wird er vielleicht noch 1-2 mal wach und hat Durst. Manchmal quält ihn aber auch die Blase, was er im Halbschlaf noch nicht immer ganz deuten kann und quält sich erst mal mit hin- und herwälzen, bis wir ihn endlich mal davon überzeugt haben mit uns zur Toilette zu gehen. Immer wieder ist es etwas anderes, was das Schlafverhalten ändert oder beeinflusst. 

Der Nachtschlaf wird gemeinerweise von unserem Gehirn genutzt, um alles was am Tag geschehen ist, zu verarbeiten. Unser Geist arbeitet somit auf Hochtouren und im Unterbewusstsein geschieht einiges. Für unsere Kinder kann somit am Tag Erlebtes, Dinge an denen es knabbert, die es bewegen, auch in der Nacht nachschwingen und den Schlaf negativ beeinflussen. Große Rückschritte hatten wir damals bei dem gescheiterten Tagesmutter-Versuch.

Und so ist es nun eben auch mit der Tochter. Etwas geschieht, verborgen im Hintergrund, warum sich ihr Schlafverhalten verändert hat. Sind es die Zähne? Tagsüber wird schon viel mit den Fingerchen im Mund herumgekaut und gesabbert. Sind es die Eindrücke des Tages, die täglich neuen Entdeckungen, die sie unruhig schlafen lassen? 

Babys können uns nicht sagen, was sie belastet, auch unseren sprechenden Kindern fällt das viele Jahre noch sehr schwer. Wir müssen somit abwarten und aushalten lernen. 

Natürlich gibt es Dinge, die einen Schlaf eventuell negativ beeinflussen können, die man ändern oder abstellen kann. Fernsehen, zuviel Action am Abend, schlimme Erlebnisse (wie oben erwähnt, negativ verlaufende Eingewöhnungen)... hier gilt es zu forschen und zu prüfen. Auch hat jedes Kind andere Bedürfnisse beim Einschlafbegleiten.

Aber haben wir hier negative Einflüsse entfernt, die für das Kind und uns geeignete Einschlafbegleitung gefunden, heisst es einfach nur: Durchhalten! Durchhalten und wissen: Der Schlaf wird irgendwann kommen. Irgendwann gewiss! Solange vertrauen wir auf unser Kind, auf seinen eigenen Rhythmus des "Schlafen-lernens". 

Die durchwachten, kurzen und anstrengenden Nächte sind ein kleiner Teil unseres Lebens mit Kindern. Nach solchen Nächten, an denen wir uns wie Ertrinkende an unseren Kaffeetassen festhalten, müssen wir nur ganz fest daran denken: Es wird besser werden! Vielleicht auch nur anders! ;)


Samstag, 11. Juni 2016

Jedes Kind is(s)t anders - über die Beikostanfänge meiner Kinder

Meiner Tochter befindet sich nun im 6.Lebensmonat und damit in der magischen Zeit der Beikosteinführung. Schon seit geraumer Zeit zeigt sie starkes Interesse daran unser Essverhalten nachahmen zu wollen und wurde regelrecht ungehalten, wenn sie mit uns am Tisch saß und nur zuschauen sollte. Sie wollte auch das, was wir da haben. Sie wollte wissen, was wir da tun und dies genauso in den Mund nehmen, wie wir auch.

Ok, dachte ich mir, du bist genauso schnell, wie dein großer Bruder, der zum ähnlichen Zeitpunkt gleiches Interesse zeigte. Ein Birnenkompett, ungesüßt, welchen wir eines Sonntags zu unseren Waffeln dazu essen wollten, wurde seine erste Mahlzeit. Und es war wirklich eine erste Mahlzeit, denn er aß einen Löffel Brei auf den Anderen. Ruckzuck steigerten wir Breimengen und auch erweiterten den Obstbrei, durch den Gemüsebrei und den Milchbrei. 
Der Sohn war ein problemloses Breibaby. Er aß den Brei von Beginn an stückig, ich machte mir keine Arbeit, da irgendwas tot zu mixen. Er aß alle Geschmacksrichtungen und nie spuckte er irgendwas wieder aus oder verweigerte sich beim Essen. Ihm machte es Spaß. Nach wenigen Monaten der Breieinführung stoß ich damals auf BLW. Baby led Weaning. Baby gesteuerte Beikosteinführung. Und zwar nicht in Form von Brei, sondern von Beginn an mit Fingerfood. Richtigem Essen. Maximal gedünstet. Ok, dachte ich mir. Auch das probieren wir aus, immerhin bekam er schon immer Dinkelstangen o.ä. Zwischendurch. Und auch hier war der Sohn ein begeisterter Esser. Er mampfte erst mal etwas Fingerfood und danach gab ich es noch als Brei. Brei und Fingerfood lief also eine Weile parallel, bis ich den Brei auslaufen ließ. Es war immer einfach, wenn er satt war, zeigte er es mir immer sehr deutlich, auch beim Brei-geben. Für mich war Breifüttern selbst auch sehr angenehm, es war keine Kunst und ich fand daran auch garnichts umständlich.

So dachte ich nun auch, werde die Beikost bei der Tochter einführen. Zunächst Brei und dann langsam auf Fingerfood umsteigen. Da sah die Tochter aber anders! Die Beikostreife zeigte sie noch deutlicher als der Bruder selbst. Alles was ich an den Trinken und Essen in die Hand nahm, wollte sie plötzlich auch und zu sich ziehen. Als es Erdbeeren gab, griff sie zielsicher zu und zog meine Hand samt Erdbeere zu sich und zutzelte das Stück aus und das mit großer Begeisterung! Das Startzeichen war also gelegt.
Wie beim großen Bruder auch, kochte ich nun zuerst Birnenkompott, wir hatten sogar wie damals zur Zeit Birnen Zuhause. Mit dem gekochten Kompott setze ich sie zu mir und ließ sie probieren... dieses Gesicht sprach Bände und die Zunge schob alles wieder nach draußen... was tat ich ihr da an?... schien sie sich zu überlegen. Ich dachte zunächst, vielleicht ist dieses Zungenreflex noch nicht ganz verschwunden und probierte es noch ein paar Tage weiter. Nein, Brei wollte sie nicht! Dann gab ich ihr die gleichen Birnen in handlichen Stücken, gab es kein Haltern mehr. Sie wurden angeknabbert, abgelutscht, zermatscht, eingesaugt! 
Sie ist ein Breifrei-Baby. Ein BLW Kind. Brei ist doof! Selbstessen will sie! Wenn man es nicht besser wüsste, wäre es eines dieser Kinder an denen Breikost-Eltern verzweifeln würden, da sie "mäkelig" wäre und man immer wieder Brei vom Kind "abkratzen" müsste, denn es heraus laufen ließe. Nein, das ist nicht schön! Mein Kind entscheidet selbst. So wie der große Bruder ein begeisterter Breiesser war, ist es die Schwester nun eben nicht.

Sie zeigt mir nun ihren Weg, den ich mit ihr gehen werde. Nicht umgekehrt! 

Meine wichtigste Erkenntnis der letzten Abenteuerjahre lautet nämlich folgendermaßen: Es gibt ihn nicht, den einen, einzigen richtigen Weg für alle.
Aber dafür gibt es die Chance, beschwingt seinen eigenen zu suchen.
Kein Wunder, dass der weltweit renommierteste Zusammenschluss von Kinderärzten, die American Academy of Pediatrics, resignierend feststellte: "Die beste Methode zum Beifüttern ist nicht bekannt."


Das Zitat und der Satz "Jedes Kind is(s)t anders" stammen aus dem Buch "Einmal breifrei, bitte!" von Loretta Stern und Eva Nagy*.
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Sonntag, 5. Juni 2016

In 10 Jahren ist es egal, wie lange das Kind gebraucht hat!

Im Baby- und Kleinkindalter und auch darüber hinaus, gibt es viele MUSS und SOLLTE, die ein Kind zu erfüllen hat. So sagen es uns Statistiken bei den Kinderärzten, vielleicht auch die Tagesmutter, die Erzieherin oder später der Lehrer. Auch die Nachbarn mischen sich gerne ein oder der Sitznachbar im Bus. Ständig hört man sie, diese MUSS und SOLLs.

Das Baby MUSS durchschlafen.
Mit 12 Monaten SOLLTE das Kind laufen können.
Mit 3 Jahren MUSS dem Kind aber die Windel abgewöhnt worden sein.
Das Kind MUSS jetzt aber langsam mal in seinem eigenen Zimmer schlafen.
Den Schnuller SOLLTE nun aber auch endlich mal weg.
Das Kind MUSS in den Kindergarten.

Jeder kennt sie, die MUSS und SOLLs unserer Gesellschaft und ich glaube alle, haben sich von diesen schon mal bedrängt gefühlt. Auch wenn wir versuchen uns frei davon zu machen, von diesem Zwangskorsett, irgendwo werden wir dann doch wieder ins Grübeln kommen. Sollte unser Kind schon? Muss unser Kind schon? Hätte es nicht längst schon? 

Gestern hörte ich einen ganz wundervollen Satz. In einer kleinen Runde unter Mütter kam das Schnuller-Thema auf. Bis wann denn der Schnuller abgewöhnt werden sollte oder eben nicht. Und dann sprach eine Mutter, eine Mutter eines 12jährigen Sohnes. Sie schmunzelte etwas dabei und stellte fest:

"In 10 Jahren wird es so egal sein, ob das Kind noch mit 2, 3, 4 oder länger geschnullert hat!"

Und ich dachte nur "Wow! Sie hat recht!" und diesen Satz kann man auf so viele dieser MUSS und SOLLs anwenden! Wen interessiert es noch in 10 Jahren, wann mein Kind endlich gelaufen ist? Wann es im eigenen Zimmer geschlafen hat? Wielange es gestillt wurde? Oder wann es keine Windel mehr wollte?

All diese Fragen und Zwangsvorstellungen sind dann nichtig! Diese ganzen Zeitpunkte machen nicht das spätere Leben aus. Sie werden nicht in den Bewerbungsunterlagen stehen, wenn wir nach einem Ausbildungsplatz suchen oder nach einer neuen Anstellung.

All diese MUSS und SOLLs können aber das späteres ICH unserer Kinder beeinflussen. Sie beeinflussen ganz aktuell unsere Beziehung zu unseren Kindern und wie wir mit ihnen in Kontakt stehen. Wertschätzen wir sie, in dem wir ihnen die Zeit geben, die sie für ihre eigenen Schritte benötigen oder wollen wir sie zwingen? Wollen wir ihnen damit zu verstehen geben, dass sie nicht ok sind, so wie sie sind? Wollen wir ihnen mit unseren Wunschvorstellungen, ein perfektes Kind aufzeigen, welches sie niemals sein können? Was vermitteln wir unseren Kindern damit?

In 10 Jahren werden unsere Babys und Kleinkinder in der nächsten Umbruchphase ihres Lebens sein. Teenager! Da werden es wieder andere MUSS und SOLLs sein, die uns einzwängen wollen. Die die Beziehung und das Vertrauen zu unseren Kindern in Frage stellen wollen. 

Wir müssen uns zu jeder Zeit fragen, wie wollen wir mit unseren Kindern zusammen leben? MUSS und SOLLs werden vergehen! Sie werden sich verändern. Es werden immer neue MUSS und SOLLs kommen. Wir werden nicht glücklich damit werden, unsere Kinder in eine Schablone pressen zu wollen. Es wird nicht funktionieren und unsere Beziehung wird darunter leiden. Unsere Kinder werden darunter leiden. Sie werden vielleicht für immer Selbstzweifel dadurch erleben.

Ein wertschätzender, gleichwürdiger Umgang zu unserem Kindern ist wichtig. Wird sie tragen und Kraft geben, für all ihre Lebensabschnitte. 

"So wie du bist, so bist du richtig!"

Solch ein Satz ist wichtig für unser Leben! Solch ein Satz ist nicht egal! Diese Einstellung ist nicht egal! Nicht jetzt! Nicht in 5 Jahren! Nicht in 10 Jahren!  MUSS und SOLLS sind egal! Aber nicht die Beziehung zu unsere Kinder!


Freitag, 3. Juni 2016

Projekt: Marienkäfer-Aufzucht für Zuhause - Teil 1

Vor Kurzem habe ich euch unseren "Infotisch" zum Thema Frosch vorgestellt. Die Verwandung von der Kaulquappe zum Frosch ist ein wahres Wunder der Natur und für unsere Kinder und auch uns Erwachsene immer wieder interessant zu beobachten.
Ein weiterer Verwandlungskünstler stellt auch der Marienkäfer dar. Und ich könnte wetten, dass einige von euch garnicht wissen, wie hier genau die Verwandlung abläuft oder das der Marienkäfer jemals anders aussieht, als das er schlußendlich aussieht, oder?
Also ich gebe zu, ich wusste es nicht! Hätte mir jemand eine Marienkäferlarve gezeigt und mich gefragt, was da später mal draus wird, ich hätte es nicht gewusst. Und ich muss auch schwer überlegen, ob ich jemals zuvor solch eine Larve überhaupt gesehen habe. Marienkäfer, ja, die habe ich schon oft gesehen, oft auf der Hand gehabt und mich über sie erfreut. Aber die Larven? Sie sind so anders, als ihr späteres Ich. Sie sehen aus, wie kleine vollbepanzerte Soldaten, nicht wie die süßen Marienkäfer selbst.

Gerade dieser enorme Unterschied macht die Aufzucht von Marienkäfer so spannend und ich versuchte im Internet an Informationen heranzukommen. Leider fand ich nicht viel dazu und versuchte mir aus diversen Quellen alles nötige zusammen zu suchen. Um aber überhaupt dieses Projekt starten zu können, brauchte ich natürlich Marienkäferlarven. Aber woher nehmen? Es gibt diverse Internetanbieter, welche die Marienkäferlarven verkaufen und verschicken, damit man diese direkt im eigenen Garten als Schädlingsbekämpfer aussetzen kann. Denn, wie wir wissen, sind Marienkäfer und ihre Larven wunderbare Blattlaus-Vernichtungsmaschinen.

Woher nehme ich die Larven?

Bevor ich diesen Schritt gehen wollte, versuchte ich zunächst selbst Larven zu finden. Und suchte und suchte überall dort, wo ich auch Blattläuse fand... aber ich fand nichts... An einem Tag, an dem ich nicht suchte und so nach den Johannisbeeren im Garten meiner Eltern schaute, lief plötzlich einfach eine über ein Blatt und in mein Sichtfeld. Schnell organisierte ich Gläser und sammelte ein. Wichtig dabei ist, nehmt nur die Größten. Also die Larven die schon viele orangene Flecken bzw. Streifen auf dem Rücken haben. Denn diese sind schon fast ausgewachsen und werden nicht mehr lange zum Verpuppen brauchen. Das Larvenstadium insgesamt dauert nämlich knapp 4 Wochen.

Einrichten der Aufzuchtsbox

Ich habe mich für eine kleine Insekten-Aufzuchtsbox (auch Faunabox genannt) entschieden. Aber selbst dort sind die Lüftungsschlitze so groß, dass die Larven hindurch kämen. Also habe ich noch ein Tüllstoff unter den Deckel geklemmt, damit mir die Larven nicht ausbrechen können. Zu kleine Larven kommen aber auch da hindurch. 
In die Box habe ich als Grund normale Erde getan, und ein kleines Glas mit Wasser, um dort tägliche frisches Gründ mit Blattlausbefall hinein tun zu können. Das Glas habe ich mit Steinen umrandet, damit es nicht umfallen kann. Zudem habe ich aber auch Blätter so hineingelegt. So gibt es viele Stellen zum Fressen und auch Verstecken. Zusätzlich habe ich im Internet gelesen, dass auch Honig von den Tieren gerne angenommen wird. Also habe ich einen kleinen Flaschendeckel genommen und dort ein Stück Küchenrolle mit Wasser nassgetränkt hinein gelegt und darauf noch Honigtropfen verteilt. Ich sehe die Larven mehrmals täglich diese Stelle ansteuern und sich auf das Küchentuch setzen und trinken. Wasser für die Tiere ist auch dadurch gewährleistet, wenn man die Blätter direkt nach Regen draußen herein holt oder sie vor dem Einsetzen in die Box noch etwas mit Wasser bespritzt.


Nahrung für die Marienkäferlarven

Täglich werden frische mit Blattläusen befallene Blätter und Zweige ins Gehege gesetzt und alte Blätter und Zweige an denen sich keine Läuse mehr befinden, herausgenommen. Auch der Flaschendeckel mit Wasser und Honig wird täglich erneuert.

Alles in allem ist die Aufzucht der Tiere recht unkompliziert und die kleinen Larven wachsen schnell und sind sehr munter und flink. Man kann sie den ganzen Tag beobachten, wie sie die Box rauf und runter krabbeln, die Zweige und Blätter ablaufen und Läuse fressen. Ist auch nicht verwunderlich, denn täglich müssen bis zu 50 Läuse vertilgt werden, um den großen Hunger der Tiere zu stillen. Hier hilft auch die Höniglösung, um eventuellen Läusemangel etwas zu überbrücken. Hauptnahrungsmittel sind und bleiben aber die Läuse.

Schon nach 4 Tagen hat sich nun die erste Larve verpuppt. Dieses Stadium soll nun 6-9 Tage dauern und dann soll ein kleiner Marienkäfer entstehen. Wir sind wirklich schon sehr gespannt und ich werde euch weiter berichten, wie sich unsere Marienkäfer-Aufzucht entwickelt.

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Mittwoch, 1. Juni 2016

Zur Geburtsvorbereitung und Danach: Das Geburtsbuch von Nora Imlau + Verlosung

Als ich zum ersten Mal schwanger wurde, war da sofort die Angst in mir! Ich muss für die Geburt ins Krankenhaus. Ich hasse Krankenhäuser! Es ist eine Abneigung, die ich in meiner Kindheit entwickelt habe, als wir dort meinen Uropa immer wieder besuchten. Es steht für mich für Krankheit, Tod, alleine im Bett liegen. Kein Ort der Vertrautheit, kein Ort der Geborgenheit. Kein Ort an dem ich mein Kind zur Welt bringen wollte. Aber es gibt ja nur diese Möglichkeit! So dachte ich jedenfalls vor den Schwangerschaften immer!
In der Schwangerschaft begann ich im Internet zu recherchieren. Wie läuft eine Schwangerschaft ab, wie die Geburt. Und plötzlich las ich etwas: außerklinische Geburten! Sowas gibt es? Ich war Feuer und Flamme und saugte alles zu diesem Thema auf, bestellte mir dann gezielt Bücher dazu und hatte schlußendlich zwei wundervolle selbstbestimmte Geburten in meinem vertrauten Zuhause, von welchen ich hier im Blog auch berichtet habe.

Aber was will ich damit nun sagen? In vielen bisher erschienenen allgemeinen Büchern zum Thema Schwangerschaft und Geburt sind außerklinische Geburten komplett ausgeklammert  oder werden maximal am Rand erwähnt, dann auch noch mit dem Hinweis, dass diese natürlich nicht so sicher wären. Wer also nicht gezielt nach außerklinischen Geburten sucht oder zufällig, wie ich, darüber stolpert, wird bei der bisherigen Literatur weiterhin im Glauben darüber gelassen, nur im Krankenhaus werden Babys geboren.

Ich finde "Das Geburtsbuch " von Nora Imlau daher alleine deswegen so großartig, da hier wirklich ALLE Geburtsvarianten beschrieben werden. Außerklinsche, wie klinische Geburten und dabei dann auch noch viele Variationen.
Was ich ebenfalls sehr schön finde ist die grundsätzlich neutrale Herangehensweise an die Beschreibung aller Geburtsvarianten. Es werden die Intentionen der Frauen beschrieben, warum sie sich eine außerklinische oder klinsche Geburt wünschen und wie diese gewählte Geburtsweise laufen könnte. Dieser Teil des Buches wird beschrieben als "10 Wege, ein Kind zur Welt zu bringen" und reicht von der Alleingeburt über die Hausgeburt, hinüber zur natürlichen Geburt im Krankenhaus, über die Wassergeburt, geplante und ungeplante Kaiserschnitte und auch besondere Geburten wie Zwillinge, Beckenentlage, Frühgeburten und auch stille Geburten werden beschrieben. Gerade die Geburt eines toten Babys ist sehr emotional und beim Lesen der Zeilen kullerten mir die Tränen. Sowas sollte niemand erleben müssen und doch gehört es zu den möglichen Geburtsverläufen und ich finde es gut, dass auch dies aufgegriffen wurde. 


Wer, wie ich, sehr von der außerklinischen Geburt überzeugt ist, der liest natürlich auch die dafür passenden Argumente aus dem ganzen Buch heraus. Die Autorin fragt nämlich im ersten Teil des Buches "Geburt verstehen" ganz bewusst, ob wir Frauen in der heutigen Zeit das Gebären verlernt hätten? Eine völlig interventionsfreie Geburt dürfen nämlich nur noch 5% der Frauen bzw. deren Babys in Deutschland erleben. Bei allen anderen Geburten, also 95% (!!!), wird in den Geburtsverlauf eingegriffen. Nur etwa 2% der Klinikgeburten laufen ohne medizinische Interventionen ab. Hier stellt sich mir die Frage, wie der Wunsch der Frauen nach einer interventionsfreien klinischen Geburt da überhaupt möglich sein soll?
All diese medizinischen Eingriffe in den Geburtsverlauf haben eins gemeinsam: Sie können, mit Bedacht und massvoll eingesetzt, die Geburt enorm erleichtern und sogar Leben retten. Sie werden aber häufig vorschnell und ohne triftigen medizinischen Grund angewandt, oftmals schlicht wegen "Angst im Raum", und leiten dann schnell eine so genannte Interventionskaskade ein, bei der Eingriff auf Eingriff folgt und der natürliche Geburtsverlauf immer mehr aus dem Gleichgewicht gerät.

Das frühe Eingreifen durch die Kliniken bzw. der Ärzte geht wohl auf deren Ausbildung/Studium zurück. Sie lernen Geburten als medizinisches Ereignis kennen und da nur 2% der klinischen Geburten ohne Intervention spontan geboren werden, fühlen sich die Ärzte in ihrer Einstellung bestätigt! Es ist natürlich nur eine subjektive Wahrnehmung der Ärzte, aber dies verdeutlicht die mittlerweile sehr hohen Interventions- und Kaiserschnittzahlen in den Kliniken.

Für Schwangere wichtig zu wissen ist jedoch, dass nur etwa 10 Prozent aller aus medizinischen Gründen vorgenommenen Kaiserschnitte auf einere absoluten Kaiserschnittindikation basieren. Das heisst, 90 Prozent aller von Medizinern empfohlenen, geplanten und durchgeführten Kaiserschnitte werden aufgrund so genannter relativer Kaiserschnittindikationen durchgeführt, also bei Befunden, die ein erhöhtes Risiko für eine natürliche Geburt darstellen können, aber nicht müssen.

Darunter fallen Geburten, die eine gewisse Erfahrung bedürfen. Zwillinge, BEL, Babys mit hohen Geburtsgewichten usw. Nichts was einen Kaiserschnitt zwingend erfordert, aber da Ärzte Geburten als klinisch sehen, sehen sie natürlich im Hauptgrund auch die Risiken dahinter und lernen selbst auch nicht wie eine natürliche Geburt begleitet werden könnte. Und da immer weniger Ärzte solche Geburten natürlich begleiten, wird das Wissen darum immer weniger werden. Eine Spirale...

Wissenschaftliche Untersuchungen belegen auch: Mindestens jeder zweite Kaiserschnitt, der heute in Deutschland vorgenommen wird, wäre vermeidbar gewesen, wenn die Frau unter der Geburt besser betreut worden wäre.
  
Im Grunde möchten fast alle schwangeren Frauen eine natürlich, selbstbestimmte und spontane Geburt erleben. Nur etwa 1,5% der Frauen wünschen sich wirklich von Beginn an, ohne medizinische Indikation, einen Kaiserschnitt. Die meisten Frauen werden daher von einem Kaiserschnitt überrascht. Und nicht häufig wirken diese Geburtsverläufe, ob durch viele Interventionen oder dem ungeplanten Kaiserschnitt stark nach und müssen verarbeitet werden. Auch dies hat Nora Imlau in ihrem Buch aufgegriffen im 3.Teil mit der Überschrift "Verarbeiten".



Ihr seht, ich habe diese Buchrezension sehr stark nach meinen eigenen Erfahrungen zur Geburt aufgebaut. Und hätte ich das Buch vor meinen Geburten gelesen, hätte es mich in meinem Entschluß zur Hausgeburt auch sehr bestärkt. Wie ich aber schon geschrieben habe, Nora Imlau geht sehr neutral an alle Geburtsverläufe heran und stellt auch klar fest, dass "eine nicht natürliche Geburt" sicherlich keine Geburt zweiter Klasse ist, sondern es eben wichtig und richtig ist, bei nicht gesunden Geburtsverläufen entschlossen einzugreifen, um Mutter und Kind zu schützen. 

Ein wundervolles Buch, welches ich jeder Schwangeren empfehle, die sich darüber informieren möchte, welche möglichen Geburtsverläufe es geben kann. Die für sich eine Entscheidung treffen will, welche Geburtsweise sie in Betracht zieht und welche Vorbereitungen sie dafür treffen sollte. Natürlich ist fast nichts so unvorhersehbar, wie eine Geburt und unter der Geburt kann sich plötzlich alles ändern, doch es ist bewiesen, je klarer Frauen ihre Wünsche formulieren und sich positiv auf die Geburt einstimmen, desto schöner und zufriedener werden sie ihre Geburt später erleben.

Wünschen wir uns starke, selbstbewusste Mütter, müssen wir also bereits an diesem frühen Punkt ansetzen und die Bedingungen für gute, stärkende Geburten schaffen, aus der Frauen körperlich und seelisch möglichst unverletzt hervorgehen. Denn es ist nicht nur nicht egal, wie wir geboren werden. Es ist auch nicht egal, wie wir gebären. Jede Geburt bringt auch eine veränderte Frau zur Welt.

Ich bedanke mich vielmals beim Beltz-Verlag für mein erhaltenes Rezensionsexemplar "Das Geburtsbuch " und für das weitere Buch zur Verlosung unter meinen Lesern. Die Verlosung wird auf meiner Facebook-Seite stattfinden. Schaut dort vorbei. Viel Glück!
 
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Samstag, 28. Mai 2016

Kleine Frosch-Lern-Welt für Zuhause

Der Frühling ist eine wundervolle Zeit. Alles erwacht wieder zum Leben. Aus kleinen Knospen wachsen zarte Blättchen, Blüten und später dann auch Früchte. Überall summt und surrt es und die Vögel fangen schon wieder früh Morgens an zu zwitschen und sind den ganzen Tag beschäftigt damit. Ich liebe diese Hintergrundgeräusche.
Und nicht nur die Flora, auch die Fauna ist wieder schwer beschäftigt mit der Erschaffung neuen Lebens und fasziniert immer wieder aufs Neue. Gerade die Tierarten, welche nicht einfach nur fertige Babys zur Welt bringen, sondern welche viele Verwandlungen durchmachen sind für Kinder sehr anziehend. Was geschieht da, wieso und warum. So viele Fragen, die beantwortet werden wollen. Kindliche Neugier ist grenzenlos und will Antworten. Viele Antworten und/ oder Möglichkeiten sich selbst mit dem Thema zu beschäftigen.


Da bei meinen Eltern im Garten ein großer Teich mit Flachwasserzone vorhanden ist, ist das Schauspiel der Froschlaichung und das Heranwachsen von Kaulquappe zu kleinen Fröschleins jedes Jahr aufs neue zu Bestaunen.

Dieses Jahr habe ich mir dazu neben den üblichen Sachbüchern eine kleine Lernwelt ausgedacht und diese gestaltet. Aus Naturmaterialien, dem Lebenszyklus und vielen Informationen zu Fröschen und auch Kröten habe ich dem Sohn einen "Infotisch" erstellt.

Toll findet er die kleine Froschwelt, mit welcher er spielen kann und damit auch den Zyklus und Ablauf selbst darstellen kann. Auch einen der Fressfeinde, den Storch, haben wir in dieses Szenario eingebunden.


Die tollen Lernkarten vom Naturverlag Wawra kommen wieder zum Einsatz und aus dem Internet habe ich mir noch schöne Legekarten ausgedruckt, welche die Reihenfolge der Verwandlung vom Laich zum Frosch darstellen und nachgelegt werden können.

Neben dem wichtigen Bestaunen der Tiere und der Verwandlung draußen in der Natur, kann der Sohn nun auch Zuhause mit Hilfe von Büchern, Legekarten und dem Nachspielen seinen Fragen auf den Grund gehen und vieles zu den Fröschen und ihrer Verwandlungsfähigkeit erfahren.

Hier sollte sich nun noch ein Amazon-Fenster öffnen, in dem ich euch meine Einkäufe verlinkt habe:


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Freitag, 27. Mai 2016

BABYWELT Frankfurt: Interessantes, Nützliches und wo sind die Stoffwindeln?

Letztes Wochenende fand zum ersten mal die sehr bekannte BABYWELT Messe in Frankfurt statt. Ich erhielt als Bloggerin einen Pressezugang und damit freien Eintritt, um mir zusammen mit meinem Mann einen Eindruck von der Messe zu machen und im Anschluß auf meinem Blog darüber zu berichten.

Wir sind amSonntag schon früh aufgestanden, um direkt zum Beginn um 10 Uhr dort sein zu können. Die Anfahrt war um diese Uhrzeit noch problemlos möglich und auch das Parkhaus war noch angenehm leer. Leider kostet die Parkgebühr 9 Euro, was ein sehr stolzer Preis ist, für welchen allerdings die Messeveranstalter nichts können. 

Diese Messe selbst fand in einer der kleineren Hallen auf dem Frankfurter Messegelände statt und etwas von der Halle war zusätzlich auch noch abgeteilt. Es gab wirklich viel zu sehen, viele bekannte und namenhafte Hersteller und Shops waren vertreten, aber auch kleine Dawanda-Shops mit viel süßer und bunter Kinderkleidung und Lederpuschen waren vertreten.

Es gab vieles was ich schon kannte, aber auch ein paar wenige Dinge, die mir bisher völlig unbekannt waren. Oder kennt ihr z.B. das Mammut Zahnungsgel, welches völlig ohne Zucker, Betäubungsmittel und Alkohol auskommt? Ich fragte die Vorführdamen noch, ob das denn neu auf dem Markt wäre, aber das gibt es schon einige Jahre. Ich werde, es auf alle Fälle testen, wenn bei der Tochter die Zähnchen einschießen und ich sie vielleicht damit unterstützen kann. Ich bin sehr gespannt darauf, ob und wie es wirkt. 

Sport mit Baby war viel vertreten, sei es Kanga oder unterwegs mit dem Buggy. Mutti soll schließlich wieder fit werden. Leider ist es oft nur in den größeren Städten der Umgebung anzutreffen und die lange Anfahrt mit Baby ist da eher nicht möglich.

Reboarder sind mittlerweile überall anzutreffen, es waren einige Autositze-Hersteller vertreten und auch Geschäfte, wie Amanel, von welchem wir und auch die Großeltern unsere Reboarder gekauft haben. Nach einem netten Gespräch, hat uns der Geschäftsinhaber Rabatte versprochen, wenn wir für die Tochter auch wieder Reboarder bei ihm kaufen werden. *hihi*

Dann suchten wir die Stoffwindeln! Ich wusste, dass diese auch auf der Messe angeboten werden und wir waren schon einmal komplett durch die Messe gelaufen und fanden sie nicht! 
Nachdem ich noch einmal über die komplette Messe lief und nun genau darauf achtete, wo sie zu finden sein sollten, dann sah ich sie auch endlich. Bei den Kindersitzprofis war auch Isabel Baby- und Kinderladen Mamelinu aus Michelstadt. Ganz hinten in der Ecke, in den kleinen Regalen lagen die Stoffwindeln. Schade! Ich würde mir für die kommende Messe wünschen, dass Stoffwindeln weiter in den Vordergrund rücken. Denn wer nicht expliziet wie ich danach sucht, dem sind diese auf der Messe sicherlich nicht aufgefallen.
Und so ist es doch mit vielen. Messen sind da wirklich sehr praktisch, man kann tolle neue Produkte sehen, die man bisher noch nicht kannte. Und durch die Messerabatte dann auch noch deutlich Geld beim Kauf sparen.

Auf der Messe gab es dann auch noch eine Still-Lounge, welche sehr bequem eingerichtet war mit Sofas und Sesseln, auch Stillkissen und Getränke wurden angeboten. Zutritt hatten nur Frauen und Kinder, damit konnten sich diese zurück ziehen, wenn die Kinder bei dem Trubel unruhig wurden. Ebenso gab es einen abgetrennten Wickelbereich, wo wohl auch Windeln zur Verfügung gestellt wurden. Für Breikinder gab es auch eine Essensecke mit kostenlosen Babybrei-Gläschen. Es wurde wirklich an vieles gedacht. Ein Staubsauger-Hersteller stellte sein extraleises Modell vor und zeigte wieder, was sich da eigentlich alles auf so einer Babymesse vorstellen kann, was man im ersten Moment garnicht erwarten würde. Aber klar, mit Baby und Kind fällt doch deutlich mehr Schmutz in der Wohnung an, das kenne ich...

Mit den bisherigen Ausstellern würde ich die Messe speziell für Schwangere sehr empfehlen, welche sich nicht schon komplett mit allem ausgestattet haben und noch vieles kaufen müssen. Mit den Messerabatten lohnt sich dann auch der Eintritt. Wer Folgesitze für das Auto kaufen möchte oder Buggys für das Kleinkind, der wird sicherlich ebenfalls fündig werden. 
Spielzeug für Babys und Kleinkinder suchte man leider vergeblich, das fehlte mir auf der Messe und würde wohl auch Anreiz für weitere Besucher mit Kleinkindern bieten. Ebenso sollte man als Eltern an die eigene Verpflegung denken, um nicht völlig überzogene Messepreise für Fast Food bezahlen zu müssen.

Unser persönliches Highlight war der Traumschwinger Stand. Wunderschöne Liege- und Hängesessel in verschiedenen Größen luden förmlich zum entspannen und Seelebaumeln lassen ein. Schon die Babys können sich darin in den Schlaf schaukeln lassen und die größte Variante geht bis 150 kg, so dass man sogar mit seinen Kindern darin liegen kann. Wir haben uns fest vorgenommen, sobald wir im Garten weiter kommen und die Terasse frei wird, solch einen großen Traumschwinger aufzuhängen. Was freuen wir uns schon darauf!

Für unentschlossene und Erstlings-Eltern kann ich die Messe wirklich sehr empfehlen und hoffe darauf, dass diese in den nächsten Jahren weiter ausgebaut und mit vielen weiteren tollen Austellern und noch mehr Angebot vergrößert wird. Mir hat es dort sehr gefallen und bin schon sehr gespannt auf die BABYWELT MESSE 2017 in Frankfurt. Vielen Dank, dass ich euch besuchen durfte!


Montag, 16. Mai 2016

Ich trage dich in die Welt!

Du kamst auf die Welt und seit dem lebst du auf und an mir! 

Du zeigst mir von der ersten Sekunde an, wie sehr du mich brauchst. Meine Nähe, meinen Duft! Die Geborgenheit, die ich dir schenken kann. Die Geborgenheit die du bereits seit 9 Monaten kanntest. In meinem Bauch. Mein Herzschlag beruhigt dich. Meine Wärme, wärmt dich. Meine Bewegung, wiegt dich in den Schlaf und gibt dir die Sicherheit das alles gut ist.

Ganz dicht an mir, entdeckst du die Welt. Ich trage dich in die Welt und zeige dir dabei alles. An mir, schaust du dir alles genau an und kannst dich auch wegdrehen, wenn es dir zuviel werden sollte. Zu mir kannst du dich drehen und an mir versinken, neue Kraft für weitere Entdeckungen und Errungenschaften tanken.

Ganz dicht an mir, siehst du die Natur. Wie Bäume sich bewegen, du hörst Vögel zwitschern und lässt dich von der Sonne kitzeln. Du schaust deinem Bruder beim Spielen zu, ganz genau! Du saugst die Bewegungen in dich auf und lernst beim Zuschauen.

Du bist ein kleines Tragebaby! Durch und Durch! Und immer wenn dir etwas zuviel wird, wenn du Ruhe benötigst, wenn du Schlafen willst, dann willst du mich! Nur mich! Deine Mama! Die du von Beginn an kennst. 

Ich bin entspannt. Ich bin entspannt dabei, dir diese Bedürfnisse nach Sicherheit, Geborgenheit und Vertrautheit zu geben. Es ist einfacher für mich geworden, dir dies zu geben, ohne darüber nachdenken zu müssen, ob dies richtig ist, ob ich dich damit verwöhnen würde. Dein Bruder hat es vorgelebt. Er hat die Hürden genommen und mir gezeigt, was kleine Babys wollen. Und du bist nun die kleine Steigerung. Das Premium-Paket sozusagen, mit allem was unsere Evolution an Sicherheitsnetzen für kleine Babys mitgegeben hat.

Ich bin entspannt, weil ich weiß, dass diese Zeit auch ein Ende haben wird. Diese Zeit der tiefsten Nähe, der uneingeschränkten Begleitung. Diese Zeit wird irgendwann abgelöst von deinem Drang alles alleine entdecken und tun zu wollen. Irgendwann wirst du dich lösen können. So wie du jetzt schon damit beginnst. Zunächst winzig klein, kurze Momente ohne mich. Diese Momente werden immer mehr und immer länger werden. Du wirst in dieser Zeit immer wieder zu mir kommen, bei mir und am mir Kraft tanken. Sicherheit und Vertrauen für deine weiteren Entdeckungen. Ich weiß all das, weil es mir dein Bruder schon gezeigt hast. Du profitierst enorm von ihm. Ich hoffe, du wirst ihm irgendwann so dankbar sein, wie ich es bin. 

Natürlich wünsche ich mir, auch mal wieder für mich sein zu dürfen. Dinge auch alleine tun zu können, ohne dich als meine ständige Begleitung. Manches geht im Moment nicht oder nur eingeschränkt. Manches musste ich auch einfach lernen mit dir zusammen zu tun. Es geht so vieles, auch mit einem kleinen Tragebaby zusammen. Manchmal ist mir die Nähe zuviel. Ich würde dich dann gerne auch mal abgeben können. Aber du weisst wo dein Platz ist, wo du dich am sichersten und geborgensten fühlst. Und dann denke ich wieder daran: Ja, es ist nicht für immer. Es ist nur diese eine kurze Zeit in deinem Leben, die du mich so sehr, so nahe brauchst. Und dann kann ich wieder entspannen.

Solange, wie du mich brauchst, werde ich dich tragen. Ich trage dich in die Welt!

Weitere Texte zu Themen die mich sehr bewegen, findet ihr hier:

Dienstag, 10. Mai 2016

Schlaf gut, Baby! Der sanfte Weg zu ruhigen Nächten!

Mit diesem Buch "Schlaf gut, Baby! " haben Herbert Renz-Polster und Nora Imlau ein Buch geschrieben, welches wirklich unglaublich wichtig und nötig ist. Es ist eines dieser Bücher von denen man sagen würde, es sollte zur "grundlegenden Leselektüre in der Schwangerschaft" gehören, um wirklich zu wissen, was Babys brauchen und wie zukünftig unsere Nächte werden können und das dies vollkommend normal sein wird!

Auch für mich, wäre dieses Buch vor der Geburt meines Sohnes hilfreich gewesen! Es hätte alles soviel leichter gemacht und mir und meinem Sohn viele Tränen erspart!

Nirgendwo begegnen sich Eltern und Kind direkter, persönlicher und auch ungeschützter als beim Schlafen - und das in einer für beide wohl einmaligen Umbruchphase. Auf dieser Rüttelstrecke werden Beziehungen geknüpft, gestärkt und auf die Probe gestellt.

Die beiden Autoren erklären genau den kindlichen Schlaf, wie er schon seit jeher ist und das sich bei unseren Babys in den vielen Jahrtausenden unserer Evolution nichts geändert hat. Sie brauchen unsere Hilfe beim Einschlafen, beim Schlafen, beim Weiterschlafen. Manche etwas mehr, manche etwas weniger. Die Kinder die unsere Hilfe etwas weniger brauchen, sind nicht die Regel. Dessen müssen wir uns bewusst sein. Ob ein Kind nun von Beginn an ein "Gutschläfer" ist, ist auch kein Verdienst von uns Eltern und rühmen müssen wir uns daher auch nicht. Es gibt natürlich einige Tipps und Ratschläge, die für ein eventuell besseres Ein- und Durchschlafen hilfreich sein können. Aber die Autoren geben auch ganz klar an, es sind keine der üblichen Methoden, die von sich behaupten, dass die Kinder das Schlafen lernen. Nein, die Tipps, welche die Autoren in ihrem Buch aufführen, sind lediglich Erfahrungen, die helfen können, es aber nicht müssen. Denn so individuell wie unsere Kinder sind, so individuell sind auch ihre Schlafbedürfnisse. Als Eltern gilt es nun, diese genauen Bedürfnisse zu erkennen, anzunehmen und zu erfüllen.

Wir glauben, dass Kinder mit angeborenen Grundbedürfnissen auf die Welt kommen, die seit vielen tausend Jahren das Überleben unserer Art sichern und die sich durch moderne Erziehungstricks nicht einfach ausschalten lassen. Zu diesen Bedürfnissen gehört auch das nach Nähe und Zuwendung am Abend und in der Nacht. Liebevolles Elternsein bedeutet für uns, nicht an diesem angeborenen Grundbedürfnis unserer Kinder herumzuschrauben, als sei an ihnen irgendetwas kaputt. Sondern nach Wegen zu suchen, unsere eigenen Bedürfnisse mit denen unserer Kinder in Einklang zu bringen. Am Tag und in der Nacht.

Wir werden es gewiss nicht immer so machen können, wie die Kinder es sich wünschen. Kompromisse gehören dazu. In einer nicht perfekten Welt sind Enttäuschungen unvermeidlich - auf beiden Seiten. Darauf sind wir und auch die Kinder eingestellt. 
Aber die Kompromisse dürfen nicht zulasten der kindlichen Entwicklung gehen. In allem, was wir als Eltern tun, gilt es, das "Entwicklungskapital" der Kinder zu schützen, ihr Urvertrauen, ihr Gefühl von Sicherheit, Zugehörigkeit und Heimat. 

Wir Eltern müssen von Anfang an wissen, dass wir unser Schlafverhalten mit Kindern so nicht mehr beibehalten können. Wir müssen es nun um ein oder mehrere kleine Menschlein, mit teilweise völlig anderem Schlafverhalten und Schlafbedürfnissen herumbauen und für uns alle gemeinsam eine möglich entspannte und schlaffördernde Lösung finden. Die beiden Autoren geben dabei auch völlig undogmatische Lösungen und helfen uns Lesern dabei alles etwas lockerer zu sehen und uns dabei auch einfach die Bedürfnisse unserer Kinder zu nutze zu machen.
Wieso sollen wir unsere kleinen Babys nicht während des abendlichen Fernsehprogramms in den Schlaf stillen? Sie schlafen beim Stillen ein und wir müssen nicht nervös und gelangweilt dabei im Bett liegen, wenn wir doch selbst noch garnicht schlafen wollen? Oder wieso müssen die Kinder im Bett einschlafen? Ist es doch aus evolutionärer Sicht da am Sichersten wo alle sind? Also kann es gerne auch neben uns auf der Couch einschlafen. Wieso kein Familienbett, wenn es für alle passt? Oder wieso feste Schlafenszeiten? Der immer währende Kampf jeden Abend? Wieso sollten wir uns das antun? Gehen wir jeden Abend zur gleichen Zeit ins Bett? Sind wir immer zu selben Uhrzeit müde?

Wann ein Kind leicht einschläft, bestimmt seine eigene innere Uhr. Feste Schlafenszeiten, die sich nicht an den angeborenen Bedürfnissen des Kindes orientieren, bedeuten deshalb nur Stress und lassen die Schlafenszeit zum Machtkampf werden. 
Lassen Eltern zu, dass ihr Kind ihnen selbst zeigt, wann es müde ist, entspannt sich die Situation. Und wenn Mütter und Väter den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus ihres Kindes erst kennen, können sie auch ganz behutsam darauf einwirken, dass er sich etwas nach vorne oder nach hinten verschiebt.

Ich mag dieses Buch wirklich sehr, es spiegelt unseren so hart erarbeiteten und eigenen Weg der Schlafbegleitung wieder. Ich habe mir noch alles aus vielen Artikeln im Internet zusammenlesen müssen und auch mein Sohn hat mir immer wieder seine Bedürfnisse aufzeigen müssen, bis ich verstand. Manches taten wir auch intuitiv, weil es einfach passte und wir uns damit wohlfühlten. Aber oft auch mit einem schlechten Gewissen, da wir dachten wir würden unser Kind verwöhnen, so wie es oft zu hören oder zu lesen ist. Hier holen uns die Autoren ebenfalls ab und beruhigen uns. Kinder kann man durch die Erfüllung wichtiger Bedürfnisse nicht verwöhnen! Wir starken ihr Urvertrauen! Und eines habe ich in meiner 3,5jährigen Elternzeit auch gelernt: Das Schlafverhalten ist in einem ständigen Wandel. Was heute noch passt, kann morgen schon wieder ganz anders laufen! Darauf müssen wir uns einstellen lernen und flexibel bleiben!

Bitte liebe werdende Eltern und auch liebe Eltern, die mit der derzeitigen Schlafsituation nicht zufrieden seid, kauft euch dieses wundervolle Buch "Schlaf gut, Baby!". Es kann wirklich zu ruhigeren und erholsameren Nächten führen! Nicht weil wir unsere Kinder verändern, sondern weil wir Eltern ein besseres Verständnis für unsere Kinder bekommen werden!

Die Natur zwingt dem Kind ein bestimmtes Schlafverhalten auf. Es ist bekannt, es ist beschrieben: Babys und kleine KInder wachen nachts auf und brauchen den Trost ihrer Eltern. Das ist normal. Damit müssen wir leben.
Es ist nicht Aufgabe des Kindes, dass es seine elementaren Bedürfnisse an die Wünsche seiner Erwachsenen anpasst. Die Eltern sorgen für ihre Kinder, nicht umgekehrt. Die Verantwortung liegt bei uns. Kein Programm der Welt kann sie uns abnehmen. 

* Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links

Sonntag, 8. Mai 2016

Zum Muttertag: Mein Dorf ist meine Mama!

Es gibt ein sehr weit verbreitetes altes afrikanisches Sprichwort! "Um ein Kind großzuziehen, braucht es ein ganzes Dorf!" Den vollen Umfang dieses Sprichwortes wird man selbst erst erkennen, wenn man eigene Kinder hat! Vorher klingt es wie so eine verstaubte Redensart, die eben die alten Leute sagen... ähnlich dem Spruch "An den Kindern sieht man, wie alt man schon ist" Was habe ich als Kind bei diesem Spruch die Augen gerollt... nun weiß ich was er bedeutet!

Dieses Dorf im eigentlichen Sinne, gibt leider nicht mehr so häufig. Wir wollen als junge Menschen mittlerweile so unabhängig sein, dass es für uns normal ist ein Stück von unserer Familie entfernt zu wohnen. Viele Berufswünsche machen einen Umzug nötig und natürlich auch die Liebe. Durch die große weltweite Vernetzung die in den letzten Jahrzehnten stattgefunden hat, können wir nun überall unsere Herzensmenschen finden. Zu Zeiten unserer Großeltern verliebte man sich in den Nachbarsjungen oder eventuell noch jemandem aus dem Nachbardorf. Die dörfliche und familiäre Vernetzung war also immer und zu jederzeit gegeben. Nun nicht mehr!

Wir leben mittlerweile also völlig unnatürlich, wie auch Herbert Renz-Polster und Nora Imlau in ihrem aktuellen Buch festgestellt haben:

Mit unserer modernen Lebenswirklichkeit hat dieses evolutionäre Erbe (unserer Kinder) nur noch wenig zu tun. Nur wenige junge Eltern haben in ihrem Alltag Menschen um sich, die sich für die Versorgung der Kinder und die Entlastung ihrer Eltern verantwortlich fühlen.
Menscheneltern waren noch nie dafür gemacht, alles alleine zu stemmen. Sie brauchen immer andere, um zu arbeiten, aber auch um sich auszuruhen. Denn die Mutter, die ihr Baby versorgt, und die Mutter, die arbeitet, waren in der Geschichte unserer Art immer ein und dieselbe Person. 

Uns fehlen also die vielen Tanten, Cousinen, größere Kinder und weitere Verwandte, die uns bei der Versorgung unserer Kinder helfen können. Viele Mütter leben heute ab Geburt ihrer Kinder völlig isoliert, weil ein soziales Netz einfach fehlt. Die Elternzeit wird damit oft eher zum Tal der Langeweile, als zu einer wundervollen Zeit voller Wunder mit dem neuen Erdenkind. Der Online-Clan bzw. das Online-Dorf, den Susanne von Geborgen Wachsen sehr treffend definiert hat, schafft hier etwas Abhilfe und Vernetzung der Mütter. Aber im wirklichen Alltag, wenn weitere helfende Hände benötigt werden, da kann auch dieser nicht helfen! 

So wurde ich Mutter und mir wurde die Bedeutung dieses kleinen afrikanischen Sprichwortes mit voller Breitseite bewusst! Ist man alleine, ist man zu 100% vollverantwortlich für ein kleines Baby und dieses ist oft auch noch das erste Baby, welches man überhaupt in Händen hält.
Wir erleben eine völlig neue Welt, die uns bei vielen durchwachten Nächten und weinendem Baby schnell an unsere Grenzen führen kann. Stützende Hände sind hier so wichtig!

Zum Glück bin ich nie alleine! Ich habe ein kleines Dorf um mich herum, Verwandschaft die immer hilft oder versucht zu helfen, wenn ich nach Hilfe frage. Leider wohnen sie nicht alle sofort "griffbereit". Und ich hab meine Mama!

Erst wenn man selbst Mama wird, erschließen sich so einige Dinge, die die eigene Mutter in der Kindheit getan hat, von denen man damals den Sinn nicht verstand. Man weiß nun auch, wie "hart" es sein kann Eltern und Mutter zu sein und wie man sich als Mutter in vielen Situationen fühlt. Auch meine Mama hat zwei Kinder und ich lerne nun selbst die Zerissenheit als Mutter kennen, wenn man beiden Kindern gerecht werden möchte. Wie es ist mit den eigenen Kindern mitzuleiden und wie es ist, wenn die eigenen Kinder die Beweggründe der Eltern nicht verstehen und sauer und wütend auf einen sind.

"Wenn du mal selbst Mutter bist, wirst du mich verstehen!"

Ja, auch diesen Satz werden viele von uns als Kinder gehört und die Augen gerollt haben. Als Kind kann man diesen Satz einfach nicht verstehen, es geht nicht! Wir haben all diese Erfahrungen noch nicht gemacht, wir können uns in diesem Umfang nicht in unsere Mütter hineinversetzen. Wir verstehen es wirklich erst, wenn wir selbst zu Müttern werden. 

Und nun ist meine Mama eine Oma. Oma von zwei wundervollen kleinen Menschlein, die sie unendlich liebt und gerade beim Sohn sieht man, wie sehr er auch seine Oma liebt. Ich habe eine wundervolle Mama, die ich jederzeit um Hilfe bitten und auf die ich mich immer verlassen kann. Sie lebt vor! Sie lebte mir als Kind vor, wie man in der Gesellschaft lebt! Sie lebte mir vor, wie man als Mutter sein kann! Und nun lebt sie mir vor, wie man eine Oma ist. 
Vorleben ist ein wichtiges Gut! Es weisst unseren Kindern den Weg und auch wir Erwachsene brauchen weiterhin Vorbilder. 
Ich will irgendwann auch mal solch eine tolle Oma sein, wie es meine Mama nun ist. Ich will für meine Kinder da sein, wenn sie eigene Kinder bekommen und sie unterstützen, wo immer ich es kann. Da auch ich nun auch weiß, wie anstrengend auch mal alles sein kann, wie wichtig Unterstützung und wundervolle aufbauende Worte und offene Ohren sind und sein können. 

Meine Mama macht das toll! Sie ist gleichzeitig eine wundervolle Oma für meine Kinder und weiterhin für mich eine wichtige Stütze in meinem Alltag mit Kindern. Danke Mama, dass du immer da bist! Jetzt verstehe ich dich! 

P.S.: Liebe Schwiegermama, auch du darfst dich bei diesen Sätzen angesprochen fühlen. Denn auch du bist eine ganz wundervolle Mama und Oma! Ich weiß, wenn du näher wohnen würdest, könnte auch ich mich täglich auf deine Stütze verlassen. Auch dir wünsche ich einen wundervollen Muttertag!

Diesen Bilderrahmen mit dem wunderschönen Satz, schenkten wir letztes Jahr meiner Mutter. Nun hat sie zwei Enkel ♥

Montag, 2. Mai 2016

Montessori - inspiriert: Die Zahlen und das erste Zählen

Inspiriert durch den Spindelkasten nach Montessori, habe ich ein ähnliches Material erstellt, um den Zahlenraum 0 - 0 begreifbar zu machen. Zusätzlich habe ich kostenlose Kontrollkarten entworfen. Zahlen - Mengen - Zählen

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Irgendwann wird sie interessant für unsere Kinder. Die Welt der Zahlen und des Zählens. Sie wollen die Treppen zählen, die sie täglich hoch und runter steigen. Sie wollen von uns wissen, wie die Zahl heisst, die sie auf Schildern in der Stadt entdecken oder einem Buch vorfinden.
Sie wollen Aufgaben von uns erhalten, bei denen sie kleine Mengen abzählen müssen. Zwei Stück Zucker in die Kaffeetasse geben oder die Anzahl an Teller pro Familienmitglied für das Abendessen auf den Tisch stellen. 
Gerade das Lernen von Zahlen und das Abzählen lässt sich ganz wunderbar in den täglichen Ablauf einbauen ohne das wir groß darüber nachdenken müssen. Denn Zahlen und das Zählen gehören einfach zu unserem Alltag.

Unseren Kindern macht es aber auch neben den alltäglichen Dingen Freude, wenn sie Materialien haben, bei denen sie sich gezielt mit einem bestimmten Thema beschäftigen können, welches sie gerade sehr interessiert. Das können eben auch die Zahlen sein. Mathilda von "Emil und Mathilda" hat da schon eine ganze Anzahl an wunderschönen Ideen rund um das Thema Zahlen zusammen gefasst.

Mein Sohn legt sehr gerne Mengen nach und ich habe mir daher überlegt, was ich ihm hier bereit legen könnte, um sein Interesse zu unterstützen.

Von Maria Montessori gibt es den Spindelkasten, denn ich mir dafür als Inspiration heraussuchte und abwandelte, mit den Materialien die ich Zuhause hatte. Ich nahm ein langes Brett und 10 gleiche Teelichtgläser, die ich darauf befestigte. Davor klebte ich die Zahlen von 0 bis 9 und legte in einem weiteren Schälchen exakt die Menge an gleichfarbiger Muggelsteine (45 Stück), die zum Auffüllen benötigt werden. Nicht mehr! Dies kann sonst zur Verwirrung führen. Wieso bleiben da Steine übrig? Wo müssen die Steine noch hin? Es dient somit auch zur Überprüfung, ob die Mengen richtig zugeordnet wurden.

Neben der exakten Anzahl an Muggelsteinen, habe ich zur weiteren Überprüfung und zum Nachlegen für den Sohn, passende Kärtchen gebastelt. Hier sind die Muggelsteine als Punkte definiert und die Steine können darauf abgelegt werden. Wenn er möchte, kann er so ganz alleine und ohne mich arbeiten und nachprüfen, ob er überall die richtigen Mengen zugeordnet hat. 

Als ich ihm das Zählbrett zum ersten Mal gezeigt habe, habe ich ihm vorgeführt, wie es funktioniert. Ich habe mir die Schale mit den Muggelsteinen genommen und die Kärtchen. Zunächst habe ich die Kärtchen passend zugeordnet und die Zahlen dabei laut benannt. Nachdem ich diese abgelegt habe, habe ich die Muggelsteine auf die Kärtchen gelegt und dabei laut abgezählt. War ein  Kärtchen belegt, habe ich die Steine (dabei wieder abzählen) und das Kärtchen in das passende Glas einsortiert. 

Das Zählbrett hat eine Besonderheit, die ich ebenfalls vom Spindelkasten übernommen habe. Die 0. Die Zahl 0 hat die Besonderheit, dass darin kein Muggelstein gelegt wird. Die Zahl 0 steht für einen Wert, der besagt, da ist nichts. Hier es neben der Verdeutlichung durch das Kärtchen, auf dem auch kein Punkt abgebildet ist, auch wichtig in das Glas hineinzugreifen und ebenfalls anzuzeigen, darin ist nichts und auch das Kind hineinfassen zu lassen. Somit wird die Zahl 0 be"greif"bar! 

Inspiriert durch den Spindelkasten nach Montessori, habe ich ein ähnliches Material erstellt, um den Zahlenraum 0 - 0 begreifbar zu machen. Zusätzlich habe ich kostenlose Kontrollkarten entworfen. Zahlen - Mengen - Zählen

Inspiriert durch den Spindelkasten nach Montessori, habe ich ein ähnliches Material erstellt, um den Zahlenraum 0 - 0 begreifbar zu machen. Zusätzlich habe ich kostenlose Kontrollkarten entworfen. Zahlen - Mengen - Zählen

Inspiriert durch den Spindelkasten nach Montessori, habe ich ein ähnliches Material erstellt, um den Zahlenraum 0 - 0 begreifbar zu machen. Zusätzlich habe ich kostenlose Kontrollkarten entworfen. Zahlen - Mengen - Zählen


Da das Material so wunderbar selbsterklärend ist, arbeitet der Sohn gerne alleine damit und ordnet zu. Ich sehe das meist daran, dass die Kärtchen wieder in den Gläsern sind oder/und die Muggelsteine ebenfalls. Am Anfang habe ich einen kleinen Fehler gemacht und die 7 ohne einen Strich gezeichnet. Was mittlerweile die übliche Schreibweise ist. Leider ist für die Kinder die 7 und die 1 damit schwer zu unterscheiden. Auch Mathilda von "Emil und Mathilda" hat das festgestellt. So habe ich ebenfalls den Strich ergänzt und der Sohn hat sich direkt gefreut, dass der Unterschied der beiden Zahlen für ihn nun deutlich zu erkennen ist.
  
Inspiriert durch den Spindelkasten nach Montessori, habe ich ein ähnliches Material erstellt, um den Zahlenraum 0 - 0 begreifbar zu machen. Zusätzlich habe ich kostenlose Kontrollkarten entworfen. Zahlen - Mengen - Zählen

Für euch habe ich nun die Zahlkärtchen in der neuen Version und mit einem Strich an der 7 ergänzt und zum freien Download zur Verfügung gestellt, wenn ihr an diesem Material ebenfalls Interesse für eure Kinder habt. Ich wünsche euch viel Spaß damit.

Links, die zu Amazon führen, sind Affiliate-Links und damit Werbung. Artikel, in denen ich diese Links verwende, muss ich daher mit "Werbung" zu Anfang des Blogartikels kennzeichnen. Klickt ihr auf diese Links und kauft innerhalb von 24 Stunden bei Amazon ein, erhalte ich eine kleine Provision, die mich in meiner Blogarbeit unterstützt.
Dies beeinflusst meine eigene Meinung in keinster Weise. Ich stelle euch hier nur Bücher, Spielzeug und andere Materialien vor, die mir und meinen Kindern wirklich gefallen und in denen ich einen Mehrwert sehe, den ich euch unbedingt zeigen möchte. Für euch entstehen dabei keine Mehrkosten!

Weitere montessori-inspirierte Ideen findet ihr auf meinem Pinterest-Profil oder hier: