Freitag, 9. November 2018

Schulreife bedeutet MÜSSEN und FÜGEN!

  
Heute muss ich mir etwas von der Seele schreiben! Das ich vom deutschen Schulsystem nicht sonderlich begeistert bin, habt ihr sicherlich alle schon mitbekommen. Nun hat sich ein weiteres Steinchen zu meiner Meinung hinzugefügt, welches diese verfestigt:

DIE SCHULUNTERSUCHUNG


Schon als das Schreiben bei uns eintraf und ich das beiliegende Formular durchlas, fragte ich mich was das hier soll. In diesem Formular wurden Dinge abgefragt, natürlich wären es freiwillige Angaben, bei denen ich den Sinn nicht verstand. Also den Sinn, inwiefern diese Antworten einen Rückschluss auf die Schulreife geben soll. Ihr werdet sehen, im Laufe meines Artikels wird das Wort Sinn, noch einige Male fallen. Denn der Sinn scheint mir in einigen Teilen der Schuluntersuchung absolut verloren gegangen zu sein.

Ich will nicht abstreiten, dass einige Fragen dieses Formulars durchaus wichtig sind, für eine gute Einschätzung der Schulreife oder des vielleicht notwendig werdenden Förderbedarfs um die Schulreife bis zur Einschulung zu erreichen. Angaben zu vorhandenen bisherigen Fördermaßnahmen wie Logopädie, Ergotherapie usw. finde ich sinnvoll. Auch ob es schwerwiegende Erkrankungen gibt oder Unfälle, Medikamente eingenommen werden müssen oder ob Störungen in Sprache, Hör- oder Sehfähigkeit vorliegen usw. Dann aber kommen "Persönliche Besonderheiten", die von den Eltern angekreuzt werden sollen, die in meinen Augen einfach völlig subjektiv sind.

Ungeschicklichkeit, ab wann trifft das zu? Oder Ängstlichkeit? Konzentrationsschwäche? Bewegungsunruhe? 

Sind Kinder nicht gerne in Bewegung? Manche würden schon das übliche Gezappel am Tisch als Unruhe bezeichnen oder das "Überhören" der Eltern als Konzentrationsschwäche... "hab ich dir nicht eben etwas gesagt?"... 

Was mich aber wirklich schockiert hat, war der Bereich "Schwangerschaft, Geburt, Entwicklung". Hier sollte ich nun schildern, ob es Probleme bei Schwangerschaft und Geburt gab... das sind in meinen Augen sehr persönliche Angaben und hier stellt sich mir die Frage, was hat dies mit der Schulreife zu tun? Weiter geht es mit genauen Angaben darüber ab wann das Kind frei laufen konnte, ab wann es die ersten Worte sprach und dann die ersten Sätze und das bitte in Angaben von Monaten... auch hier frage ich mich.... was soll das? Hat 1 Monat hin oder her, irgendwelche Einflüsse auf die Schulreife oder ob mein Kind später ein kleiner Überflieger wird? Abgesehen davon hätte ich nicht einmal mehr sagen können, ab wann das erste Wort oder der erste zusammenhängende Satz entstanden ist... ich Rabenmutter. Ob das Kind laufen oder/und sprechen kann, sieht der Schularzt doch dann, wenn das Kind die Tür hereinkommt und dann während der Untersuchung eine Unterhaltung angeregt wird... wenn...

Aber für mich mein persönlich größter Aufreger war dann noch die Angabe, ab wann mein Kind tagsüber ohne Windel war und ab wann Nachts. Was wollen sie damit herausfinden? Wenn die Kinder zur Schuluntersuchung in der Regel über 5 sind, wird der größte Teil keine Windel mehr anhaben und wenn da wirklich noch vereinzelt Kinder mit Windel sind... vielleicht auch nur für die Nacht, ich weiß nicht ob die Eltern das wirklich zugeben, aus Angst vielleicht damit die Schuleignung zu gefährden. Und ob das Kind Nachts noch Windel benötigt, hat auf die Schule, die tagsüber stattfindet nun keinen Einfluss. Vielleicht ist hier jemand der mir das alles aus ärztlicher Sicht erklären kann. Ich jedenfalls habe alles zu einer großen Klammer zusammengefasst und "der Norm entsprechend" eingefügt. 
Um es vorweg zu nehmen, das Formular schien überhaupt nicht richtig durchgelesen worden zu sein, denn während der Untersuchung wurde ich mehrfach Dinge gefragt, die eigentlich darin standen und von der Schulärztin in ihr Formular hätte übernommen werden können. Auch dieser Fakt ärgerte mich. Für was habe ich dieses Formular überhaupt ausgefüllt? Ging es im Grunde nur um irgendwelche statistischen Erhebungen? Wollte jemand auf dem aktuellen Stand sein, über die Entwicklung der Kinder? "Hilfe, sie sind nun erst 2 Monate später tagsüber trocken?"

DIE EIGENTLICHE UNTERSUCHUNG


Nun rückte der Tage der Schuluntersuchung immer näher und mein Sohn freute sich sehr darauf. Ein weiterer Schritt auf dem Weg zum Schulkind... zum großen Kind sein. Nicht mehr das kleine Kindergartenkind, sondern er will Schulkind sein. Wir liefen also voller Vorfreude dort hin und mussten auch nicht lange warten.
Der erste Teil begann bei einer Dame mit dem Hör- und Sehtest, Mengenwahrnehmung, der Wahrnehmung im Allgemeinen usw. Der Sohn hatte sichtlich Spaß und machte gerne mit. Als dies beendet war, sollten wir im Flur wieder warten, auf die eigentlich Untersuchung bei der Schulärztin.

Das dauerte dann doch etwas und dem Sohn wurde langweilig. Als es dann endlich soweit war, ließ er sich direkt auf die Begrüßung durch die Ärztin ein und marschierte vor mir ins Zimmer hinein. Wer meinen Sohn kennt, weiß, sowas wäre vielleicht noch vor einem Jahr undenkbar gewesen. Unbekannte Menschen, unbekannte Räumlichkeiten, unbekannte Situation...

Jedenfalls legte die Ärztin nach kurzer Einleitung Bilder vor, die der Sohn so genau wie möglich abmalen sollte und als er dies getan hat, fragte sie ihn, ob er auch seinen Namen schreiben kann, was dieser auch direkt tat. Als der Sohn fertig war, nahm die Dame das Blatt ohne weiteren Kommentar und schob es in ihren Stapel und fragte dann, ob mein Sohn denn die Geschichte vom "Faulen Hund" kennt. Mein Sohn schüttelte den Kopf und sie begann:

Der faule Hund ist der Stift und dieser liegt immer gerne faul in der Kuhle zwischen Daumen und Zeigefinger. Damit er da nicht runterfällt muss er vom Daumen und Zeigefinger festgehalten werden. Aber das reicht nicht, zur Unterstützung brauchen Daumen und Zeigefinger noch den Mittelfinger, der den Stift von unten hält.
Aber der Stift ist nicht nur faul, sondern auch ganz verfressen und daher hält er mit Ringfinger und kleinem Finger immer ein Gummibärchen fest, falls er mal Hunger bekommt.

Nachdem sie geendet hat und ich schon gesehen habe, wie mein Sohn immer weiter zurückwich während dieser "wunderschönen" Geschichte, sagte sie ihm, dass sie gesehen hat er hält den Stift nicht, wie sie es gerade in der Geschichte beschrieben hat und ob er ihr mal zeigen könnte, wie es richtig geht... mein Sohn wich gefühlt noch weiter zurück und schüttelte nur den Kopf. Sie löcherte ihn noch, ob er es nicht einfach mal probieren will, schaute mich dabei an und kritzelte dann genervt etwas in ihr Formular. Da musste ich dann zum ersten Mal tief atmen... fauler Hund... was soll das? Faul ist ein sehr negatives Wort! Meint die Ärztin, Kinder lieben doch Geschichten, also erkläre ich die Stifthaltung so? Hätte es nicht einfach gereicht zu erwähnen, ich sehe das und das und damit kannst du bisher auch ganz toll malen und schreiben, aber für die Schule wird es später hilfreich sein, den Stift so und so zu halten und üb das mit deiner Mama dann einfach mal daheim. 
Der Sohn ist nach der Untersuchung, auf dem Heimweg, völlig entrüstet gewesen, so überfahren worden zu sein und wird auf keinem Fall den Stift anders halten und üben. Für ihn ergab das keinen Sinn, er konnte doch alles was sie von ihm wollte, warum daran etwas ändern? Die Argumentationskette mit dem faulen Hund erschloss sich ihm nicht.

Dann kamen viele weitere Übungen, zur Logik, Wahrnehmung, Sprachgebrauch... alles kein Problem und der Sohn machte gerne mit. Das alles war für ihn auch sehr einfach und er schaute mich auch zwischendurch an, was die einfachen Fragen denn bitte sollen.

QUATSCHWÖRTER OHNE SINN


Nun sollte er Quatschwörter nachsagen. Sie sprach "Lomalu" und mein Sohn schaute die Ärztin an als sähe er einen Geist. Sie wiederholte und wollte das er nachsprach. Ich mischte mich dann ein und sagte meinem Sohn, dass die Wörter überhaupt keinen Sinn ergeben, er darüber nicht nachdenken brauche und die Ärztin nur wissen will, ob er sie gut hört und er das nachsprechen kann. So sprach er als "Lomalu" nach. Das zweite Wort hieß so ähnlich wie "Nametula". Wieder schaute er völlig verständnislos und dann verweigerte er. Lehnte sich zurück und schüttelte den Kopf. Die Ärztin meinte, wie das denn in der Schule funktionieren solle, wenn er nicht mitmacht? Wie soll die Lehrerin wissen, ob er es verstanden hat? Ich hätte gerne eingeworfen, wieso man dann solche zusammenhanglosen Silbenanreihungen verwendet, anstatt wirkliche Quatschwörter, welche die Kinder gerade im Kindergartenalter total gerne selbst kreieren? Wörter ohne Sinn können nicht "verstanden" werden und ich sehe eben nicht, ob damit später ein Inhalt im Unterricht wirklich verstanden wird, sondern nur ob ich alles kopieren kann, was mir gesagt wird.

Ich atmete weiter... Darauf folgte nun die Ansage, dass der Sohn sich bitte auszieht, bis auf die Unterhose, das könne er da vorne tun und auch alleine, denn schließlich wird in einem Jahr auch keine Mama in der Schule mit dabei sein, um ihm helfen zu können. Ich rollte mit den Augen und dachte nur "Tschaka", genau die richtigen Worte gewählt, um meinen Sohn weiter anzuspornen... NICHT! Er trottete dorthin und begann sich im Schneckentempo auszuziehen und schaute flehend zu mir herüber. Als er dann wieder zu mir kam, bin ich einfach mit, stellte mich neben ihm und sagte ihm, dass ich weiß, er schafft das und ich bei ihm bleibe. So klappte dann auch das Ausziehen und die Untersuchung. 

Als allerletzte Übung sollte er dann seitwärts mit geschlossenen Beinen hin- und herhüpfen auf Zeit. Er schüttelte wieder den Kopf und machte nicht mit! Wieder schaute die Ärztin genervt und fragte nach, warum denn nicht. Der Sohn sagte er wäre müde.

MIT DIESER EINSTELLUNG WIRD DAS NICHTS IN DER SCHULE!


Während der Sohn sich dann wieder anzog, füllte sie ihr Formular weiter aus und erklärte, dass sie nun eine Einschätzung für die Schule abgeben wird. Zudem gibt sie uns mit, was sie eigentlich allen Kindern und Eltern mitgibt, weiterhin die Stifthaltung zu üben und viel zu malen. Vor allem Abzumalen. Z.B. das Haus vom Nachbar, so detailreich wie möglich, denn das wäre für die Schule ja wichtig, alles genau aufnehmen zu können und dann aufzuschreiben bzw. abzuschreiben.... ja, ich weiß, dachte ich mir: Abschreiben und Auswendiglernen, ob es verstanden wurde oder nicht...
 
Zum Abschluss schaute sie mich dann direkt an und meinte: "Ihr Kind ist schulreif, aber mit dieser Einstellung wird das in der Schule nichts!"

Bähm! Das hat gesessen und das vor meinem Kind, welches sich gerade neben mir anzog. Ich war völligst vor den Kopf gestoßen. Was für eine empathielose Frau! Vielleicht meinte sie es in ihrer Funktion als Rädchen im Schulsystem wirklich nur gut, denn es ist leider so. Es geht in der Schule um das Fügen und Müssen. Wer hier verweigert, wird sich schwer tun und anstoßen. Aber dies ist genau das was ich so sehr bemängele daran! Alles was mein Sohn im Grunde während der Untersuchung an toller Leistung gezeigt hat, wie einfach er sich mit den anderen Übungen tat und wie kooperativ er dabei war, zählte nichts, da er bei drei Kleinigkeiten, deren Sinn sich für ihn nicht erschloss, nicht mitmachte! Das ist unser Schulssystem!

WENN KINDERN SCHON DIE FREUDE GENOMMEN WIRD!


Mein Sohn, der sich auf die Schuluntersuchung freute, ging völlig außer sich nach Hause. Schimpfte auf die Schulärztin, sah selbst nicht mehr, wie toll er alles andere gemacht hatte, obwohl ich ihn immer wieder daran erinnerte und ihm beipflichtete, dass die Quatschwörter völlig bescheurt waren. Er wurde so sehr auf seine "Fehler" hingewiesen, dass das was er konnte, an Wert verloren hatte. Er konnte sich in dem Moment nicht mal darüber freuen, dass er doch als schulreif eingestuft worden ist, also das was er schließlich erreichen wollte.

Er sagte dann zu mir: "Weisst du Mama, die erste Frau, die war charmant und nett, dort durfte ich mitmachen. Bei der Schulärztin MUSSTE ich mitmachen, darauf hatte ich keine Lust."

Der Sohn hat also sehr schnell diesen kleinen und feinen, aber sehr entscheidenden Unterschied erkannt. Diesen Unterschied, der unsere Schulpflicht so sehr prägt! MÜSSEN! MÜSSEN! Ohne unsere Kinder wirklich miteinzubeziehen, ohne deren Talente und Interessen wirklich wahrzunehmen. Sie MÜSSEN in die Schule und sie MÜSSEN den Lernstoff dann lernen, wenn er nun so im Lehrplan steht. Punkt!

Wir sind nun also mittendrin angekommen im deutschen Schulsystem-Hamsterrad und MÜSSEN uns FÜGEN!

Kommentare:

  1. Super Post :-) Da wir im Montessori-Kindergarten waren (einer privaten Einrichtung) mussten wir auch als externe zum Gesundheitsamt. Schuluntersuchung lief vergleichbar ab - die "freiwilligen" Angaben habe ich ALLE nicht beantwortet...Mein Sohn meinte auch bei den Quatschwörtern: "Das ist doch Babysprache - das sag ich nicht - ich gehe bald in Schule" BAM 1:0 würde ich sagen.
    Nur war unser Resümee klar: wir wurden darin bestärkt unseren Sohn AUF GAR KEINEN FALL an der Regelschule anzumelden.
    Lieber Gruß und viel Erfolg. Vielleicht findet sich ja auch für euch eine private Schule in der die Kinder eingeladen werden mitzumachen und sich freuen dabei zu sein :-)

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    1. Hallo Lavinia,

      leider sind alle freien Schulen zu weit weg. Die Fahrtzeiten würden viel Zeit am Tag schlucken, das möchte ich für uns nicht :(

      Dein Sohn hat richtig wunderbar gekontert :)

      Liebe Grüße,
      Sabrina

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  2. Also, ich verstehe Deinen Unmut total und bin ganz bei Dir, was die Haltung zu unserem Schulsystem angeht und die Äußerung der Ärztin am Schluss geht gar nicht. Es tut mir sehr leid, dass ihr das heute erlebt habt. So einen diagnostischen Fragebogen kenne ich aus meiner Tätigkeit als Kinder- Und Jugendlichenpsychotherapeutin, ist meist standardisiert. Manchmal ergeben sich aus der früheren Entwicklungsgeschichte Hinweise auf aktuelle „Auffälligkeiten“. So kann(!) z.B. bei der Geburt eine Komplikation zu einem berinträchtigten Gehör gefügt haben, dann wurden später Paukenröhrchen eingesetzte und die Sprachentwicklung hat vielleicht später eingesetzt - in der Summe können (!!) dies Hinweise auf eine sich entwickelnde Lese Rechtschreibstörung sein. Ist dann vielleicht für den Schulpsychologen wichtig. Die Fantasiewörter sind so genannte Pseudowörter, damit wird die Lautsprache erfasst, also ob das Kind wirklich gehörte Laute nachspricht. Bei „echten“ Wörtern könnten die Kinder es auch einfach aus der Erinnerung nachsprechen, also weil sie es geübt haben. Aber das kann man auch anders erläutern bzw. da transparent sein. Ach, das tut mir leid. Ich hoffe Dein Sohn findet seine (Vor-) Freude auf die Schule wieder.

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    1. Hallo Anne,

      vielen lieben Dank für deine ausführlichen Erklärungen.
      Natürlich ist mir bewusst, dass man durch die vielen Angaben vielleicht etwas erfahren kann, wenn etwas entdeckt wird. Aber schlußendlich ist es doch egal bzw. kann dann weiter nachfragen, wenn wirklich ein Problem vorliegt. Im Grunde nimmst du nun auch wieder das Beispiel mit dem Gehör, aber was hat das ganz ehrlich mit dem Trockenwerden zu tun, was ist da wichtig zu wissen?

      Zu den Lauten: Sollten Tests nicht immer dem wirklichen Leben entsprechen? Wann werden nur Laute gesprochen? Es sind doch Wörter, welche der Leher/ die Lehrerin spricht und dann gehts im Grunde doch eher darum, können die Kinder diese erfassen, oder?

      Liebe Grüße,
      Sabrina

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  3. Unsere erste Schuluntersuchung lief fast genau so ab, bis auf das die Sekretärin schon am Anfang den Satz sagte, " die Mama ist auch nicht dabei, wenn du dann nächstes Jahr in der Schule gehst.." Mein Sohn war auch sehr schüchtern und wollte auf meinen Schoß sitzen. Nach dem Satz ging nichts mehr...
    Wir wollte unsere Kind zurückstellen lassen, weil ich ihn mit knapp 6 Jahren nicht in dieses Schulsystem geben wollte. Die Ärztin kreuzte dann auch nicht schulreif zum jetzigen Moment an. Sie konnte ja auch nichts beurteilen und ich bin sehr froh, dass er nicht nochmal hin musste, um vielleicht doch noch ihn einschulen zu müssen.
    Im September war nun die zweite Schuluntersuchung für nächstes Jahr. Mein Sohn ist nun auch schon selbstbewusster als noch vor einem Jahr. Es war 100% besser, aufgrund der sehr freundlichen Sekretärin, die meinem Sohn auf Augenhöhe begegnete und wirklich sehr freundlich und interessiert mit ihm die Aufgaben und Tests durchging. Von der Sekretärin würden wir sogar bestätigt, dass richtige gemacht zu haben, mit der Rückstellung... Wir mussten nicht lange auf den Arzt warten. Dort war dann jedoch eine Sache die überhaupt nicht gut war. Dazu kann ich aber nichts schreiben. An sich war der Arzt auch freundlicher als die Ärztin letztes Jahr. Jedoch kenne ich wirklich wenig Ärzte, bei denen ich mich wohl fühle.
    Ich hoffe, dass mein Sohn nächstes Jahr in der Regelschule gute Lehrer/innen bekommen wird, die ihn als Mensch sehen und nicht in eine Schublade stecken, wie es im deutschen Schulsystem üblich ist, leider.
    Montessori Schule haben wir auch, doch leider ist diese jedes Jahr mit Bewerbungen überhäuft, dass man wirklich Glück braucht, angenommen zu werden.

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    1. Hallo du,

      das klingt ja richtig schrecklich, ich spüre genau, wie dein Sohn dicht gemacht hat, denn wie geschrieben, ich kenne das von meinem Sohn auch. :(

      Es kommt ganz stark auf das Menschliche an. Unsere Kinder von heute sind keine gedrillten kleinen Menschleins mehr, sondern mit eignem Kopf, eigener Meinung und da wird nicht einfach alles gemacht, was da gesagt wird.... das hat das Schulsystem und eben auch dieser Ärzte, immer noch nicht verstanden und so kann es eben nicht funktionieren. Nicht mehr! Es muss dringend etwas passieren.

      Hier sind die freien Schulen alle auch viel zu weit weg :(

      Liebe Grüße,
      Sabrina

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    2. Hallo, danke für deine Antwort. :)
      Das stimmt. Ich hoffe nun wirklich auf die Schule in die er kommt. Der Direktor macht einen sehr freundlichen Eindruck. Mit ihm haben wir ja auch die Rückstellung besprochen. Er meinte, dass bei einer solch wichtigen Entscheidungen die Eltern immer das letzte Wort hätten. Anscheinend ist das nicht in jeder Region so üblich. Deswegen waren wir sehr glücklich, um dieses eine Jahr mehr, die unser Sohn hat sich zu entwickeln, um in diesem System das nötige Selbstbewusstsein zu besitzen...
      Ich habe zu diesem Thema viel vorher gelesen, und mir blieb ein Zitat aus einem Forum im Gedächtnis was es sehr gut beschreibt. "Schulreife bedeutet, dass ein Kind genug Wurzeln schlagen konnte, um nicht gleich beim ersten Sturm umzufallen".
      Wolltest du nicht einen freie Schule gründen? Weil die in deiner Region so weit entfernt sind?
      Danke noch für deine tollen Texte, ich lese bei dir hier im Blog schon sehr lange( 5 Jahre oder so, kann das sein?...)und sehr gerne. :)
      Liebe Grüße Janine

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    3. Hallo Janina,

      ja, das Zitat trifft es wirklich sehr gut. Und ist auch nicht nur auf die Schulreife zu beschränken. Jedes Kind entwickelt sich zeitlich eben anders und viele sind in meinen Augen emotional noch lange nicht so weit, den Schulalltag, wie er nun mal heute ist, so zu bewältigen. Vor allem, wenn sie ganz anders haben aufwachsen dürfen.
      Ja, wir wollen eine Schule gründen. Leider wurden wir stark ausgebremst durch das Schulamt, welches uns schon sagte, dass sie mindestens 1 Jahr zur Prüfung der Genehmigung benötigen werden... das geht in anderen Regionen deutlich schnellerm, wohl auch da dort freie Schulen schon weit häufiger vorkommen und die dortigen Schulämter mehr Erfahrung haben. So müssen wir also den Weg der Regelschule zunächst gehen.

      Ja, mein Blog hat im August 2013 gestartet, also etwas mehr als 5 Jahre gibt es ihn. Also bist du eine meiner ersten Leserinnen. Ich freue mich sehr, dass dir der Blog so lange schon gefällt ♥

      Liebe Grüße,
      Sabrina

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  4. Bei uns ist die "Ärztin" keine, sondern "nur" eine Dame vom Gesundheitsamt.
    Mein Sohn hatte auch Probleme, und auch ich durfte nicht dabei sein...
    Jetzt geht er in die 1. Klasse, nimmt den Stift immernoch "falsch" und er möchte die Schule seit der ersten Woche nicht. Regelmäßig spielen sich Dramen bei den HA ab....ein Hoch auf unser Schulsystem!😐

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    1. Hallo Simone,

      du durftest garnicht dabei sein???
      Das wäre hier schon mal garnicht gegangen, dann hätte mein Sohn komplett verweigert. Was soll das denn? Wie schrecklich! :(
      Das tut mir sehr leid für euch.

      Liebe Grüße,
      Sabrina

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  5. Unsere Schuluntersuchungen waren beide ähnlich. Genervte und ungeduldige Ärzte mit meiner Meinung nach null pädagogischer Eignung oder Feingefühl. Beim Großen bemängelte die ohnehin durchweg gereizte Ärztin, dass dieser ihr beim Sprechen nicht in die Augen sehen würde. Der meinte daraufhin nur: "Ich war ja hier noch nie. Da muss ich mich doch wohl erst mal umgucken!" :-) Ich fand das lustig, die Ärztin so gar nicht. Da gibt es meiner Meinung nach noch viel Luft nach oben was die Schulung der Mitarbeiter dort angeht. Und wenn man mit Kindern nichts am Hut hat, Augen auf bei der Berufswahl! ;-)

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    1. Hallo Barbara,

      ich kann dir da wirklich nur beipflichten. Ich war einfach entsetzt über so wenig Empathie Kindern gegenüber, die in eine völlig neue Situation kommen und dann der Fokus dabei noch auf ihnen liegt. Wie vielen Erwachsenen würde da ähnlich mulmig sein und dadurch vorhandenen Potentiale nicht abrufen können! Aber he, die Kinder müssen funktionieren, denen wird nichts zugestanden...

      Traurige Grüße,
      Sabrina

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