Donnerstag, 30. April 2015

Kinder sehen soviel mehr!


Was sehen wir noch in unserem abgestumpften Alltag? Achten wir noch darauf was abseits unserer Wege geschieht? Welche Vielfalt im Moment der Frühling wieder hervorbringt? Welche Blüten wachsen? Welche Insekten um uns herum surren, summen und brummen?
Wir sind so gefangen in unserer Routine, dass wir oft das Leben um uns herum nicht mehr wahr nehmen! Es ist für uns schon zu einer Normalität geworden. Es hat seinen Reiz des Neuen verloren. Wir haben es vor langer Zeit erkundet, in unsere geistigen Schubladen einsortiert und archiviert.
Aber auch wirklich Neues, bleibt uns oft verborgen, da wir so sehr in unserem Alltag leben, das wir es meist einfach nicht mehr wahrnehmen. Wir haben feste Tagesabläufe und arbeiten diese ab, ohne Abweichung!

Dann kommen unsere Kinder! Und sie sind anders! Wir hören plötzlich wieder Flugzeuge am Himmel! Waren das schon immer so viele? Wir hören die vorbeifahrenden Züge? Ist das wirklich so laut? Wir sehen Ameisen den Weg passieren und wunderschöne Blumen am Wegesrand wachsen. Weil unsere Kinder uns darauf aufmerksam machen!

Warum hören und sehen unsere Kinder das? Unsere Kinder kommen auf die Welt und für sie ist alles unbekannt! Alles ist neu und voller Faszination. Sie besitzen den absorbierenden Geist und nehmen alles auf. Ungefiltert und mit jeder einzelnen Kleinigkeit. Sie können noch innehalten und einer kleinen Ameise ewig dabei zusehen, wie sie etwas transportiert. Jegliche Geräusche sind für sie Explosionen in ihrem Kopf und werden beachtet. Wir filtern die meisten Geräusche im Alltagstrubel schon aus, sonst würde unser Kopf wohl platzen.

Unsere Kinder beschäftigt alles, sie lernen und wollen ihr Umfeld und ihre Umwelt verstehen und begreifen. Und so können sie ewig bei jeder Kleinigkeit verharren. Aber sind es wirklich Kleinigkeiten? Für uns mag es so erscheinen, weil wir sie schon kennen. Für unsere Kinder sind es Teile einer großen Welt, die erfasst werden müssen. 

Wir müssen daher aufpassen, dass wir ihnen unseren Alltagstrott nicht überstülpen. Das wir ihre Faszination klein reden und diese nicht wahrnehmen wollen. Nur durch die Betrachtung der kleinsten Dinge, kann das große Ganze verstanden werden. Unser Leben verstanden werden. 

Und verstehen wir dann nicht auch, warum sich unsere Kinder wehren, wenn wir sie zur Eile drängen? Wenn sie gerade tief versunken in ihren Betrachtungen sind? In dem Erfassen von wundervollen Dingen? Ist es nicht verständlich, dass sie dann nicht weitergehen möchten? Das es ihnen schwer fällt zu begreifen, warum es für uns nicht wichtig ist? Nehmen wir uns die Zeit, wann immer es möglich ist. Planen wir vielleicht sogar automatisch mehr Zeit ein.

Denn mal ganz ehrlich: Ist es nicht wunderschön, wieder all diese kleinen Dinge in unserem Leben wahrzunehmen? Das Vogelzwitschern? Das Summen? Die Zuggeräusche? Und der kleine wundervolle Marienkäfer der sich im Gras verbirgt und an einem Stängel empor klettert?





1 Kommentar:

  1. Ja, das stimmt wirklich. Die kleinen Dinge, die für Kinder die großen Dinge sind, die nehmen wir kaum noch wahr.

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