Montag, 11. September 2017

Die vorbereitete Umgebung - Die Bücherecke und meine Auswahlkriterien

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Am heutigen MontessoriMontag geht es bei den MontessoriEntdeckern um die LeseEcke im Kinderzimmer. Bei uns gibt es allerdings keine LeseEcke. Jedenfalls kein Bereich in dem sich eines unserer Kinder zum selbstständigen Lesen zurückziehen könnte. Diesen haben wir bei der Umgestaltung des Kinderzimmers aufgelöst und dadurch mehr Platz für unseren LegoTisch und die KreativEcke gewonnen.
Die LeseEcke wurde sowieso nicht genutzt, denn alleine Bilderbücher betrachten war nie ein Interesse meines Sohnes. Wir kuscheln uns gemeinsam auf die Couch und ich lese meinen Kindern dort viel vor oder eben Abends als Einschlafroutine im Bett.

Heute möchte ich dennoch etwas zu unserer kleinen Bücherecke sagen und auf was wir dabei geachtet haben.

Bücher von Anfang an

Bücher sind ein hohes Gut! Sie sind Wissensträger seit vielen, vielen Jahrhunderten und wenn auch das Internet immer häufiger genutzt wird, um dort Antworten zu finden, sind Bücher gerade für unsere Kinder immer noch sehr wichtig!
Bücher können wichtiges Zusatzmaterial bei vielen ihrer Interessen sein und hilft enorm in der Sprachentwicklung und der Wortschatzerweiterung. 
Schon ganz früh, können wir unseren kleinen Kindern Bücher mit hohen Kontrasten geben und dann die unterschiedlichsten Bilder- und Wimmelbücher betrachten, bevor unsere Kinder dann auch längeren Texten und Geschichten folgen können.  Ich weiß es noch wie gestern, wie mein Sohn gefühlt stundenlang immer und immer wieder die Bilderbücher anschauen wollte, auf die Bilder tippte und die Wörter dazu von mir wissen wollte. Später fragte ich ihn, wo den das Tier xy oder Gegenstand z auf der Seite zu finden ist. Es machte uns sehr viel Spaß und die Tochter liebt es ebenfalls.
Schon von Beginn an können wir den richtigen Umgang mit Büchern unseren Kindern vorleben und natürlich ist auch immer die Reife unserer Kinder entscheidend, wann wir welche Bücher anbieten können. Dicke Buchseiten sind am Anfang gut. Die Kinder können sie besser greifen und sie sind  robuster. Aber auch bei dicken Büchern gibt es so Einige die schon Klappen enthalten, die schnell herausgerissen werden können. Hier müssen wir unsere Kinder beobachten, ob sie schon verstehen, wie vorsichtig wir mit Klappen umgehen müssen. Meinem Sohn konnte ich deutlich früher solche Bücher anbieten, als nun meiner Tochter. Sie hätte wohl alles herausgerissen. Aber nachdem ich lieber etwas abgewartet habe, geht sie nun direkt sehr sorgfältig mit allen Klappen um und bis heute habe ich unter unseren Büchern noch keine Verluste zählen müssen.
Und auch wenn ein Buch kaputt gehen sollte, können wir es unseren Kindern erklären, dass wir dies nicht gut finden. Gemeinsam versuchen wir es vielleicht sogar wieder reparieren zu können, um zu zeigen, wie wichtig uns jedes Buch ist und der Wert dahinter.

Hoher Aufforderungscharakter

Gerade für kleine Kinder sind Dinge interessant, welche sie gut sehen und an die sie problemlos heran kommen. Bücher, die nur mit den Buchrücken dicht an dicht im Regal stehen, bieten keinen hohen Aufforderungscharakter und zunächst auch keine Wiedererkennungsmerkmale. 
Schon ganz zu Anfang meiner Internetsuche, bin ich bei vielen montessori-inspirierten Webseiten und Blogs auf Regale gestoßen, die die Möglichkeit bieten die Bücher so hinzustellen, dass man die Vorderseite sieht (z.B.IKEA Bücherleiste*). Selbst mich als Erwachsener spricht das unheimlich an. Dies kennen wir doch auch aus Buchhandlungen. Bücher die offen und ansprechend präsentiert werden, schaut man sich eher durch, als zig Bücher die in den Regalen stehen, von denen ich zunächst nur den Buchrücken sehe und Buchstaben über Buchstaben ineinanderverlaufen.
Unsere Kinder können hier sofort ihre Lieblingsbücher erkennen und danach greifen oder auch direkt ein neues Buch sichten und darin blättern. Wir nutzen die BücherEcke im Spielzimmer des Sohnes daher ausschließlich zur Präsentation neuer Bücher bzw. wenn wir gerade ein spezifisches Thema haben. Die Tochter hat noch ein eigenes kleines Regal im Wohnzimmer. 



Buchinhalte 

Wie Maria Montessori sind auch mir die realistischen Inhalte der Bücher sehr wichtig. Ich möche meinen Kindern zunächst die echte Welt in den Büchern zeigen. Dinge, die sie im Alltag und ihrer Umwelt wiedererkennen werden und ihnen dabei helfen noch besser zu verstehen. Tiere die sprechen und verkleidet sind, entsprechen nicht der Realität und erst als der Sohn mir deutlich sagen konnte, das ist doch nicht echt, wenn wir doch mal solch ein Märchenbuch in der Hand hatten, zogen auch hier wenige solcher Bücher ein. Wie z.B. der kleine Drache Kokosnuss*, denn der Sohn wirklich gerne vorgelesen bekommt.
Ich merke auch einfach, dass beide Kinder garnicht nach irgendwelchen erfundenen Geschichten fragen oder sie ihnen in den ersten Jahren wichtig sind. Wieso auch, sie kennen sie doch garnicht. Wir Erwachsene entscheiden, was unsere Kinder in den ersten Jahren kennenlernen, mit was sie Kontakt haben werden und alle realistischen Bücher, die wir hier haben, werden vom Sohn verschlungen und aufgesaugt. Unsere Kinder sind dazu bereit, sie wollen alles wissen, was auf unserer Erde vor sich geht, was wichtig für ihr Wachsen sein kann. Es ist in ihnen drin angelegt und ich selbst lerne mit meinen beiden Kindern so viel Neues dazu. Ich liebe es daher sehr vorzulesen. Auch wenn die Zeit mit zwei Kindern deutlich knapper bemessen ist, als es zuvor mit einem Kind war.

Wechselndes Angebot

Schon weiter oben habe ich erwähnt, dass wir in der BücherEcke ein wechselndes Angebot haben. Es gibt einfach zu viele wunderschöne Bücher, die gelesen werden wollen. Gerade durch die gute Sichtbarkeit werden neue Bücher direkt erkannt und fordern zum vorgelesen werden auf. Auch um gerade wichtige Themen aufzugreifen ist das wechselnde Angebot sinnig. Nahen wichtige Feste, we Weihnachten oder Ostern, kann dies thematisch in den Büchern aufgegriffen werden. Hat eine bestimmte Jahreszeit gerade begonnen, kann dies mit den passenden Büchern unterstrichen werden. Hat das Kind selbst von sich aus bestimmte Interessen, können diese dort aufgestellt werden oder direkt zu dem passenden Thementisch, wie wir es z.B. bei den Walen und Delfinen gemacht haben, die der Sohn so spannend findet.
Durch das wechselnde Angebot lernen unsere Kinder immer wieder Neues kennen und entwickeln dadurch vielleicht auch eigene Interessen, die sie dann vertiefen möchten. Es können sogar Hobbys dadurch entstehen. Findet meine Tochter in Büchern ein Pferd ist sie immer ganz aufgeregt, ich seh mich jetzt schon auf dem Reitplatz stehen... naja, etwas übertrieben, aber ich denke, ihr wisst was ich meine. Bücher können uns die Welt zeigen und die Welt passt eben nicht nur in ein Buch! Wenn ihr also Bibliotheken in eurer Nähe habt, nutzt sie! Auch durch die Rückgabefristen ergibt sich ein wechselndes Angebot, dass auf solchen Regalen gut ihren Platz findet.

Unsere aktuellen Bücher

Abschließend möchte ich noch unsere Bücher zeigen, welche der Sohn aktuell in seiner BückerEcke sichtbar stehen hat, da sie gerade vom Thema passen oder ganz neu bei uns sind.

Der Herbst ist da! Der derzeitige Wetterumschwung, die deutliche kühlere Luft zeigt es uns ganz eindeutig. Da braucht es keinen Kalender dazu! Sehr passend zu jeder Jahreszeit sind die Wimmelbücher von Rotraut Susanne Berner*. Ich habe sie erst jetzt entdeckt und meine Tochter liebt diese Wimmelbücher, aber auch mein Sohn ist ganz angetan davon, denn diese Wimmelbücher erzählen über alle Jahreszeiten hinweg Geschichten von den Bewohnern des abgebildeten Ortes. Es werden Geschichten innerhalb des Buches bildlich dargestellt z.B. das der Papagei schon wieder verschwunden ist und auf jeder Doppelseite muss man ihn suchen oder man erlebt die Kennenlerngeschichte eines Paares und wie sich diese über die Jahreszeiten weiter entwickelt. Ich selbst blättere wirklich sehr gerne mit meinen Kindern darin und man entdeckt so viel Neues, immer wieder. Es gibt sogar ein Nacht-Buch* zu dieser Serie, was uns ebenfalls sehr gefällt.
Ein wunderschönes Buch, welches die Jahreszeiten darstellt, habe ich als Rezensionsexemplar von der Random Verlags Gruppe erhalten. Die vier Jahreszeiten* ist ein Musik-Bilderbuch, welches das weltberühmte Stück von Antonio Vivaldi in vielen kurzen Sequenzen anreißt. Es zeigt, wie verschiedene Instrumente  die Jahreszeiten und Wetterlagen wie Gewitter oder Schnee darstellen können. Ich finde es wirklich sehr gelungen. In dem Buch verfolgt man ein Mädchen auf dem Weg durch die Jahreszeiten und kann dabei das Stück von Vivaldi anhören. Ich finde die Umsetzung sehr gelungen, auch wenn ich mir gewünscht hätte das die einzelnen Hör-Sequenzen etwas länger dauern würden. Man erhält aber einen guten Eindruck und es macht Lust, sich das ganze Stück anzuhören.

Auch wenn viele Insekten bald nicht mehr zu sehen sind, im Sommer und durch den eigenen Garten, waren die vielen kleinen Tierchen sehr interessant für den Sohn. Und das Insektenbuch* ist wirklich sehr ansprechend aufgemacht. Mit Viele Klappen, Pop-up-Seiten, Kärtchen zum herausnehmen usw. Leider ist es nur noch gebraucht zu bekommen. 
Das Bienen-Buch* ist wirklich der Wahnsinn. Es ist großformatig und macht es zu einer imposanten Erscheinung. Darin ist soviel Wissen über Bienen enthalten, dass wir es garnicht auf einmal lesen können. Häppchenweise haben wir bisher immer wieder darin geblättert und gelesen und dies ist wieder eines der Bücher, aus dem auch ich selbst wieder viel Neues erfahre und es macht Spaß, zusammen mit dem Sohn dies zu entdecken.



Die Kinder aus aller Welt* gibt es endlich in einer Neuauflage! Lange war es nur noch gebraucht zu bekommen. Dabei ist es ein Schatz! Wie der Titel schon sagt, zeigt es Kinder aus alle Welt. Wie sie leben, mit ihren Familien, ihr Lieblingsessen, was sie werden wollen, Traditionen usw. Für Kinder ist es sehr spannend zu sehen, das nicht alle Kinder genauso leben, wie sie selbst.
Passend zu diesem Buch haben wir von "Was ist Was" das Ting-Buch Entdecke die Welt*. Neben den Menschen gibt es schließlich noch die Tiere,die Bauwerke, die unterschiedlichen kontinentalen Gegebenheiten. Das Buch kann man entweder gemeinsam lesen oder die Kinder können es sich vom Ting-Stift vorlesen lassen und auch kleine Aufgaben lösen.



Bei LesenmitKindern habe ich das wundervolle Buch Der Eisbär* entdeckt und musste es mir sofort bestellen, denn schon das Vorgängerbuch Der Blauwal hat mir und dem Sohn sehr gut gefallen. Ich wurde nicht enttäuscht! In diesem Buch wird anschaulich und mit wunderschönen Bildern alles über Eisbären erklärt. Wie gut sie riechen, dass die Haare hohl sind und wielange sie ohne Nahrung auskommen können und vieles mehr. Dieses Buch ist gerade erst erschienen und ist wirklich ein sehr passendes Buch für den kommenden Winter.
Neben dem Eisbären-Buch steht noch eines von vielen unserer Wieso?Weshalb?Warum-Bücher*. Eine wirklich gelungene Buchreihe und immer wieder finde ich neue Bücher auf Flohmärkten. Es lohnt sich nach ihnen Ausschau zu halten.

Wenn ihr noch weitere schöne Lese- und Bücherecken sehen wollt, schaut doch einfach auf der Facebook-Seite der MontessoriEntdecker vorbei. Und wenn ihr selbst eine schöne Leseecke besitzt, dann zeigt sie uns gerne. Und was mich auch sehr interessiert: Was sind eure Lieblingsbücher?


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