Samstag, 4. Oktober 2014

Aus Floorbed wird Familienbett?

Eine kleine Stimme ruft und Mama kommt. Müde und aus einer Tiefschlafphase gerissen geht sie hinüber ins Kinderzimmer. Dort wartet der kleine Sohn schon ungeduldig hinter der Tür. Seine Decke unter die Arme geklemmt. Die Tür öffnet sich und der Sohn läuft an der Mama vorbei, zielstrebig zum elterlichen Bett und möchte mit seiner Decke hineingehoben werden. Er wird von seiner Mama, mit seiner Decke zugedeckt und er schläft glücklich direkt wieder ein. Er schläft die restliche Nacht komplett durch, wie ein Stein. 

Tja, jetzt also doch ein Familienbett? 

Vor vielen Monaten haben wir den Zwerg in sein Zimmer ausquartiert, da er bei jedem unserer Geräusche, auch wenn wir uns nur im Bett herumdrehten, wach wurden. In seinem Zimmer schlief er viel besser, auch gerade dann, als wir das Floorbed damals einführten.
Nun passiert es in den letzten Wochen immer öfters, dass der Zwerg Nachts umzieht. In unser Bett. Gerade in der letzten Woche eigentlich jede Nacht. Nur eine schlief er komplett in seinem Zimmer. 

Ich muss ehrlich gestehen, ich bin kein Familienbettler... ich will keine Nähe beim Einschlafen und auch Nachts bitte nicht. Ich brauch Platz, ganz viel Platz! Ich drehe und wende mich zig mal in der Nacht, ich bin ein sehr unruhiger Schläfer und wenn mir dann noch jemand Platz oder meine Decke klaut kann ich nicht schlafen!

Ich beneide alle die das Familienbett mit viel Überzeugung und Liebe betreiben. Ich mag die wunderschönnen Bilder, die die Familie zusammenliegend im Familienbett zeigen... aber ich kann das nicht!

Ich kann aber auch nicht mein kleines Kind aus unserem Bett vertreiben, wenn er die Nähe aktuell so dringend benötigt. Wenn er in seinem Zimmer nicht mehr schlafen kann, dann nehmen wir ihn zu uns rüber... auch wenn ich so manche Nacht selbst kaum schlafen kann, weil er das unruhige Schlafen wohl von seiner Mama übernommen hat...

Der Zwerg hat aber selbst schnell gemerkt, wo er im Bett am besten aufgehoben ist und kuschelt sich sehr gerne zu seinem Papa auf die Bettseite. Dort teilen sich beide ein Kopfkissen und kleben aneinander... mein Mann stöhnt dann zwar morgens auch gerne mal... aber ich weiß ganz sicher, er genießt es auch, dass sein Sohn so gerne bei ihm liegt.

Wenn der Kleine, wie heute Nacht auch, einfach komatös exakt in der Mitte liegt und sich garnicht bewegt, dann ist das für mich natürlich herrlich. Ich kann mich ausbreiten, ich hab mein Platz, ich hab meine Decke. Wunderbar! Dann ist auch für mich Familienbett kein Problem.

Wo der Zwerg früher Probleme mit Geräuschen hatte, können nun die Wecker klingen, Lichter angehen. Man kann sich umziehen, rein und raus gehen, er schläft einfach weiter. 

Wenn man dann irgendwann wieder ins Zimmer kommt, um ihn zu wecken, ist es nicht unüblich, dass er sich durch das Bett gewühlt hat und dann quer darin liegt und schläft und schläft und schläft. Er fühlt sich hier sichtlich wohl.

Wir werden es wohl weiterhin so machen, dass wir ihn Abends in seinem Zimmer zunächst schlafen lassen. Da wir noch Einschlafstillen betreiben, ist das auch kein Problem. Will er dann irgendwann im Laufe der Nacht garnicht mehr in seinem Zimmer schlafen, dann kann er rüber kommen. So ist es derzeit wohl für alle am Besten und wir bekommen am meisten Schlaf. Auch das Trinkverhalten hat sich dadurch merklich geändert. Wo er in seinem Zimmer bei jedem Wachwerden etwas trinken muss, kann er im Familienbett, die komplette Nacht durchschlafen und verlangt nur seltenst mal nach etwas zu trinken.

Wir lassen es nun einfach weiter auf uns zukommen, etwas erzwingen, ist beim Schlafverhalten nicht möglich. Ich kann ihn verstehen, dass er nicht alleine schlafen will, tun wir als Eltern ja auch nicht. Nur meinen Platz, den mag ich nicht teilen... dafür hat er dann ja den Papa ;)


Kommentare:

  1. ...das ist auf jeden Fall ein Kompromiss!!! Meine Zwillinge teilen sich auf...die Eine schläft beim Papa, die Andere bei mir...so kommt jeder auf seine Kosten ;o))

    Sei lieb gegrüßt
    Bianca

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  2. Bei uns war es mit dem 15. Monat rum das er in seinem Zimmer geschlafen hat, ich bin ähnlich wie du ich brauche meinen Platz und möchte auch nachts nicht von kleinen Füßen getreten werden, deshalb haben wir sein bettchen an unseres rangestellt und einen Hocker vor unser Bett so kann er alleine raus und rein

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  3. oh ich liebe es auch platz im bett zu haben und ich habe immer gesagt: Mein Kind pennt im eigenen Bett (auch wenn dieses dann bei uns direkt am Bett steht - aber im eigenen!) Haha.. Das erste Jahr war ich tapfer =D (Kindstod Risiko etc.) dann irgendwann kam es schleichend, die Kröte kam leise rüber gekrabbelt - gequetschte sich zwischen uns.. Nun ja.. Seitdem haben wir (unfreiwillig) ein Familien Bett, seit heute (sind grad Umgezogen) versuchen wir es aber wieder, das sie im eigenen Bett pennt, "natürlich" noch bei uns im Zimmer..
    Ich frage mich nur, wer jetzt mehr leidet - das Kindchen oder ich =D hihi..
    Aber ja, ich versteh dich, diese Freiheit Nachts hab ich auch immer gebraucht und ich hab irgendwann es mehr und mehr genossen, diese Nähe, das leise Schnarchen im Ohr, die Patschehändchen im Gesicht, die Stinkfüße im Magen =D
    Hoffe das sich Eure Nächte bald wieder normalisieren

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