Freitag, 28. April 2017

45 wundervolle (montessori-inspirierte) Waschtisch-Ideen!


Vor mehr als 5 Wochen zeigte ich euch ein Bild auf Instagram und Facebook, auf dem ihr meine Tochter an ihrem Waschtisch stehend Zähneputzen, sehen konntet. Ihr wart alle so sehr davon begeistert, dass ich mich direkt daran machte, euch noch weitere Waschtisch-Ideen zu sammeln und vorstellen zu wollen. Denn wie immer gibt es nicht nur eine mögliche Umsetzung, sondern hier spielen immer die vorhandenen Gegebenheiten, Materialien und finanziellen Mittel eine Rolle.

Unseren Waschtisch hatten wir damals für den Sohn gebaut und wurde für die Tochter aufbewahrt, bis sie nun mit ihren 14 Monaten bereit dafür war. Die Artikel die ich über unseren Waschtisch schon geschrieben habe, könnt ihr hier nachlesen:


Die Freude meiner Tochter nun selbst für sich Sorge zu tragen, sich alleine die Hände waschen zu können, sich dabei im Spiegel zu betrachten, sich die Zähne alleine zu putzen, war groß. Man hat es ihr so sehr angesehen, wie stolz sie war und mit wieviel Begeisterung sie ihren Waschtisch angenommen hat. Die ersten Tage zeugten davon, dass sie eigentlich nicht mehr vom Waschtisch wegwollte. Jeder Schritt musste immer und immer wieder geübt und wiederholt werden. Ganz typische Montessori-Momente, die man einfach nur staunend begleiten kann, in dem man sich soweit es geht zurück nimmt.


Wichtig bei der Auswahl des Zubehörs ist immer auch die Größe. Die Seife habe ich z.B. in 4 Teile geschnitten. So ein kleines Stückchen kann nun viel einfacher in den kleinen Kinderhänden gehalten werden.

Trotzdem ist es wichtig dabei zu bleiben, um auch die richtige Vorgehensweise beim Waschen, beim Putzen, beim Umgang mit unserer wichtigsten Ressource Wasser, zu erlernen.
Für uns war und ist es toll unseren Kindern fließendes Wasser durch den Anschluß an die Badewannen-Armatur zu ermöglichen. Es ist ein Stück mehr Selbstständigkeit, ein Teil weniger, den wir als Eltern anfangs übernehmen müssten, wenn wir z.B.einen Krug oder die Schüssel für sie füllen. Sie können direkt lernen wie ein Wasserhahn funktioniert, diesen wieder zu Schließen während des Zähneputzens usw. Ich führe Schüttübungen lieber in der Küche/ im Wohnbereich mit meinen Kindern durch, dort wo sie Alltag eigentlich auch zu finden sind.

Zudem ist unsere Waschtischvariante sehr platzsparend. Da sie auf der Badewanne aufliegt, stellt sie mir keine weitere wichtige Fläche im Bad zu, die wir nicht hätten. Und auch mit Waschtisch können die Kinder beide problemlos baden. Wir müssen ihn also nicht extra herausheben. Wir Eltern duschen sowieso lieber. Und auch wenn wir einzeln baden würden, stört auch hier der Waschtisch nicht. Im Gegenteil, er ist sogar eine prima Ablagefläche während des Badens.

Aber wie ich zu Anfang schon schrieb, jede Familie hat eine andere Ausgangssituation und so habe ich mich für euch einmal im Internet umgeschaut und einige tolle Ideen gesammelt, die euch vielleicht für euren eigenen Kinder-Waschtisch inspirieren könnten.

Alle von mir gefundenen Ideen findet ihr in meinem Pinterest-Board "Kinderwaschtisch" und einige davon möchte ich jetzt nochmal gezielt herausnehmen, da mir die Umsetzung besonders gut gefallen hat:

Vorhandenes Bidet nutzen

Ich weiß nicht, ob Bidets noch wirklich neu verbaut werden, aber sicherlich gibt es diese noch in einigen Altbauwohnungen. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie wir immer zum Zähneputzen um das Bidet herumstanden, wenn wir bei unserer Oma übernachtet haben. Eigentlich logisch, die Höhe und Größe passt. Bei Chroniques d’une globe-têteuse wird ein toller Aufbau um das Bidet herum gezeigt, welcher dann als Waschtisch für das Kind verwendet werden kann. So wird Vorhandenes wunderbar integriert und es muss nicht zusätzlich neuer Platz geschaffen werden.
Hier habe ich ein käufliches Kinderwaschbecken entdeckt, welches man wohl auch auf das Bidet aufsetzen kann. Leider von mir nicht erprobt, aber ich wollte es nicht unerwähnt lassen.

Das zweite Waschbecken niedriger planen

Wer  schon beim Hausbau oder Umbau um seine Kinderwünsche weiß, kann dies vielleicht beim Gestalten des Bades berücksichtigen. Vor allem, wenn ohnehin zwei Waschbeckenplätze geplant sind. Wieso den zweiten Waschplatz also nicht niedriger planen, in Kindergröße. Dieser IKEA-Hack hat mir sehr gut gefallen und kann sicherlich auch mitwachsend gestaltet werden, so dass irgendwann beide Waschbecken wieder gleich hoch sind. Ich finde die Idee wirklich ganz toll und auch hier ist wieder ein Wasseranschluß vorhanden.

Aufklappbarer Hocker

Ganz toll fand ich auch die Idee mit dem verstecken Waschtischbei StinesZuhause. Wird der Waschtisch nicht gebraucht, wird der Deckel herunter geklappt und man hat einen Hocker auf dem man sich Setzen kann bzw. Wäsche, Handtücher usw. ablegen kann. Sinnvoll wären dann kleine Utensilos die man eventuell an der Seite einhängt, um dort alle wichtigen Waschutensilien schon griffbereit zu haben, damit dieser nicht immer erst wieder hingeräumt werden müssen. Eine jedenfalls sehr platzsparende Idee, wie ich finde.

Die Stuhlvariante

Ganz oft nachgebaut wird mittlerweile der Stuhl-Waschtisch. Hier habe ich ganz viele Varianten für euch gefunden. Der Vorteil hierbei ist ganz augenscheinlich, dass ein Grundgerüst schon vorhanden ist und nur noch wenig gebaut werden muss. Ein Loch für die Waschschüssel, einen Spiegel an die Rückenlehne kleben, Hacken an die Seite und was ich auch ganz sinnvoll finde, wenn der Stuhl schon Querstreben an den Beinen hat, kann man hierauf noch ein Brett oder ein Tablett/ kleine Holzkiste (wie bei Mullemuck gesehen) legen und hat so eine zusätzliche Lagerfläche für kleine Handtücher, den Krug usw.

Das IKEA-Regal als Waschtisch

Es gibt einige kleine IKEA-Regale, die sich prima eignen um auch als Waschtisch verwendet zu werden. Diese habe ich bei TigersAbenteuer, Emil und Mathilda und Madame Kunderbunt entdeckt. Hier wurden auch keine Löcher für die Waschschüsseln verwendet, sondern einfach oben drauf gestellt. Hier kommt es sicherlich auf eine gute Standfläche an und wie schwer die Schüsseln sind, damit sie nicht zu einfach kippen können.

Das gekaufte Kinderwaschbecken

Dieses Kinderwaschbecken ist aus Plastik und vielleicht auch nicht sonderlich schön. Aber auch hier sind wir wieder bei vorhandenen Möglichkeiten. Es muss handwerklich nichts gebaut werden und es ist absolut platzsparend. Um eventuell nicht noch mehr neues Plastik in Umlauf zu bringen, kann man dafür Flohmärkte oder auch die Kleinanzeigen durchforsten, hier werden immer wieder welche verkauft.

Getränkespender als Wasserhahn

Auch hier sieht man wieder, viele Eltern, viele Ideen und Lösungswege. Daher möchte ich euch diese unbedingt zeigen. Bei Milk Eyes wurde einfach ein großer Getränkespender zum Waschtisch dazu gestellt und dient somit als Wasserhahn-Ersatz.

Oder eben selbst gebaut

Natürlich gibt es auch immer wieder die begabten Heimwerker, die sich hieren Waschtisch selbst bauen mit vielen kleinen Variationen und tollen Umsetzungen. Hier wurde auch wieder ein IKEA-Regal als Grundgerüst verwendet, aber noch eine Rückwand ergänzt, um einen großen Spiegel anzubringen. Bei dieser Variante gefällt mir das kleine Ablagebrett und hier mag ich die kleinen Spots die zusätzlich angebracht wurden, so dass das Kind den vollen Durchblick hat. Sehr süß gemacht.



Ihr seht, es gibt wirklich eine Vielfalt an Möglichkeiten, eigenen Interpretationen und Umsetzungen. Es werden vorhandene Möglichkeiten genutzt,es wird selbstgebaut, es werden Möbel als Grundelemente verwendet oder man kauft es eben. Bei Dawanda gibt es auch die Stuhlvariante käuflich zu erwerben, habe ich gesehen. 
Schlußendlich eint uns alle, wir wollen unseren Kindern Möglichkeiten geben selbstständig zu sein. Wichtige Handgriffe der täglichen Körperpflege lernen zu können, um somit zu wachsen. Wachsen an wichtigen Erfahrungen, Handgriffen, Wissen und Selbstwertgefühl. 


























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Dienstag, 25. April 2017

Ein Bollerwagen mit Schiebegriff! Der Fuxtec FX-CT700!

Ein Bollerwagen mit Schiebegriff und Schiebefunktion, Schiebestange Fuxtec, FX-CT700,
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Heute berichte ich euch davon warum wir uns auch für ältere Kinder immer wieder für einen Bollerwagen mit Schiebegriff bzw. entscheiden würden. Die neue Schiebefunktion, die sich Fuxtec ausgedacht hat und von vielen Firmen mittlerweile nachgebaut wird, ist wirklich eine tolle Sache. Darüber und unsere Erfahrung damit, möchte ich euch nun berichten: 

Als ich vor bald 5 Jahren mit meinem Sohn schwanger war, beobachtete ich immer mehr, andere Familien mit Kindern. Dabei bemerkte ich immer mal wieder Kinder die augenscheinlich "zu groß bzw. zu alt" für das Fahren in den Buggys waren und ich schwor mir, ich würde meine Kinder nicht noch mit 3 Jahren durch die Gegend schieben... sie sollen laufen!
Jahre später relativierte sich meine Meinung dann doch... wie so oft, wenn man eigene Erfahrungen sammelt und plötzlich nachvollziehen kann, warum andere Eltern so agieren, wie sie es tun.
Mein Sohn war ein Kind, dass schon immer sehr gerne im Kinderwagen fuhr bzw. getragen wurde. Er lief ein kleines Stück und dann zeigte er auch schon wieder an, dass er in den Kinderwagen wollte. Je interessanter ein Weg, eine Unternehmung war, um so mehr lief er. Aber nicht immer sind Wege spannend und dann wird auch das Laufen langweilig. Daher hatten wir immer den Kinderwagen dabei oder die Kraxe. Diskussionen mit einem Kind, dass nicht laufen möchte/ nicht mehr laufen kann, sind mühsam und würden darin enden, dass alle genervt und unglücklich sind.

Als ich mit der Tochter schwanger wurde, dachte ich lange nach, ob wir nun ein Buggy-Board für den Kinderwagen benötigen würden, auf den sich der Sohn stellen könnte. Aber wirklich warm wurde ich damit nicht, ich stellte mir das Laufen damit umständlich vor. Ich hoffte einfach darauf, dass mein Sohn bis zur Geburt der Tochter beginnen würde gerne zu Laufen....

Nun kam die Tochter in unser Leben und es stellte sich heraus, im Kinderwagen will sie nicht liegen und wurde somit ausschließlich getragen. Somit war es gut, dass wir alles auf uns zukommen ließen. Waren wir im Wald unterwegs waren hatten wir weiterhin die Kraxe für ihn dabei und für unterwegs hatten wir von Freunden einen Holzbollerwagen geschenkt bekommen, den sie nicht mehr brauchten. Auch unseren Fahrradanhänger bauten wir nun immer öfters zum Schieben um, sehr praktisch.

Ja, ich habe festgestellt nun bin ich immer öfters die, die komisch angeschaut wird bzw. der Sohn darauf angesprochen wird, wieso er denn als "großer Junge" geschoben wird, aber daraus mache ich mir nicht viel, denn ich habe schließlich früher nicht anders gedacht. Ich sehe aber auch die anderen Eltern, die zwanghaft versuchen ihre Kinder zum Laufen zu bewegen und wie genervt diese sind. Als wir den Bollerwagen zum St.Martins-Umzug im November mitgenommen haben wurden wir sehr neidisch von vielen Eltern beäugt, deren genauso "großen" Kindern immer wieder danach riefen endlich getragen werden zu wollen. Ja, wieso soll ich es uns schwer machen, wenn es auch einfach geht?

Nun hatten wir aber trotzdem noch nicht DIE perfekte Lösung gefunden. Der Fahrradanhänger war zu groß für meinen Kofferraum, um ihn auch mitnehmen zu können. Und auch wenn er beim Mann ihn den Kofferraum passte, der Auf- und Abbau dauerte einfach zu lange und nahm trotzdem viel zu viel Platz weg. Eine Lösung für den Urlaub war das nicht, man brauchte ja noch Platz für das Gepäck. Und in ein Supermarkt kommt man damit auch nicht, er ist zu breit.

Beim Holz-Bollerwagen verhält es sich ähnlich. Auch dieser lässt sich nicht platzsparend zusammenklappen und das ewige Ziehen mit einem Arm hinter sich, ist nicht sehr ergonomisch und strengt an. Zudem bot er zwar Platz für zwei Kinder, aber weiteres Gepäck passte nicht mehr hinein.

Was nun?

Durch Zufall habe ich bei "Im Herzen grün" einen faltbaren Bollerwagen entdeckt. Mit einem Schiebegriff! Wie bei einem üblichen Kinderwagen! Ich war auf der Stelle begeistert! Ich war hin und weg! Das ist doch die Lösung! Wieso ist da vorher noch niemand drauf gekommen! Das ist doch eigentlich die logische Fortsetzung nach dem Kinderwagen. Ich schrieb Fuxtec sofort an und erzählte ihnen von meinem Problem und das ich dafür bisher noch keine wirklich gute Lösung gefunden habe und ob diese daran interessiert sind, wenn ich den Wagen für sie Testen würde. Ja, das waren sie! Und sobald der Wagen wieder lieferbar war, bekam ich ihn zugeschickt und durfte ihn auf "Herz und Nieren" testen.

Der Bollerwagen FX-CT700 von Fuxtec ist nun bald 2 Monate bei uns und ist seit dem auch nicht mehr wegzudenken. Er ist wirklich sehr klein zusammenfaltbar und benötigt zum Lagern nicht viel Platz und damit natürlich auch nicht im Auto. In meinen kleinen 3-Türer passt der Bollerwagen problemlos. Der Klappmechanismus ist wirklich sehr einfach und mit einem Handgriff auch schon erledigt. 

Ein Bollerwagen mit Schiebegriff und Schiebefunktion, Schiebestange Fuxtec, FX-CT700,
Der Bollerwagen lässt sich sehr einfach schieben, sogar die Tochter schafft das! Da der Schiebegriff sich von unten bis oben in alle Positionen einstellen lässt, kommt die Tochter schon an den Griff und freut sich den Wagen schieben zu dürfen. Der Griff kann durch das Drücken von zwei Knöpfen gleichzeitig verschoben werden. Das ist am Anfang schon etwas schwer und strengt an. Wird mit der Zeit aber leichter.

Ein Bollerwagen mit Schiebegriff und Schiebefunktion, Schiebestange Fuxtec, FX-CT700,

Unter dem Schiebegriff befinden sich ein paar kleine Taschen, in denen man Flaschen und Kleinigkeiten schnell griffbereit hineintun kann. Am Schiebegriff befestigte ich gerne meinen kleinen Organizer von Lässig (bietet wirklich viel Platz!) oder eben direkt meine Wickeltasche, das ist problemlos möglich.

Ein Bollerwagen mit Schiebegriff und Schiebefunktion, Schiebestange Fuxtec, FX-CT700,
Der Schiebegriff wurde von mir und meinem Mann getestet. Ich bin 1,63m groß oder klein, wie man es nimmt, und für mich ist der Schiebegriff super. Ich kann den Bollerwagen, wie einen Kinderwagen schieben. Das ist einfach so praktisch und bequem. Mein Mann mit 1,83m bemerkte allerdings, dass der Schiebegriff für ihn einfach zu knapp ist und er immer wieder mit den Füßen an der Bremse hängen bleibt. Er nutzt daher viel lieber die Zugstange und zieht den Bollerwagen. Wer also größer ist, kommt leider nicht in den Genuß den tollen Schiebegriff wirklich nutzen zu können,ohne sich immer wieder die Füße am Bollerwagen anzustoßen.

Ein Bollerwagen mit Schiebegriff und Schiebefunktion, Schiebestange Fuxtec, FX-CT700,
Der Schiebegriff und die beweglichen Räder vorne lassen den Bollerwagen wirklich wie ein Kinderwagen wirken und er fährt sich richtig toll. Leider ist der Schwerpunkt sehr weit vorne, klar der Bollerwagen ist länger als ein Kinderwagen, und sobald der Wagen zu voll beladen ist, kann man diesen beim Überqueren von Straßen an einem hohen Bordstein mit dem Schiebegriff nicht wirklich gut anheben. Und man muss ihn an der Schubstange hochheben. Da ich zum Glück nur wenige Bordsteine auf unserem Einkaufsweg habe, stört mich das nicht und der Vorteil des Bollerwagens gegenüber unseres Fahrradanhänger ist der, dass ich mit diesem in den Supermarkt kann und durch die schmalen Gänge hindurch fahren kann.

Ein weiteres tolles Gimmick dieses Bollerwagens ist das Sonnendach mit integriertem Sonnenschutz. Es lässt sich ruckzuck anbringen und die Kinder sind vor direkter Sonne geschützt. Auch gibt es die Möglichkeit die Kinder anzuschnallen, würden sie gerne beim Fahren aufstehen und Gefahr bestünde, dass sie dann herausfallen würden.

Hätte ich den Bollerwagen nicht zum Testen von Fuxtec (Vielen herzlichen Dank!) erhalten, ich hätte ihn defintiv gekauft. Ich bin, bis auf wenige Abstriche, sehr zufrieden mit ihm und er erleichtert mir unseren Alltag mit zwei Kindern. Beide finden problemlos darin Platz, ebenso auch auch Gepäck für Ausflüge oder ein kleiner Einkauf.

Nun ist der Sohn bald 4,5 Jahre und in den letzten Wochen hat sich wieder viel in seiner Entwicklung getan. Plötzlich wandert er mit uns 6 oder 7 km im Wald, über Stock und Stein und die Tochter konnte nun in die Kraxe umziehen. Er läuft und läuft und erst gegen Ende, wenn er dann noch so viel Laufen doch müde wird, dann tragen wir ihn auf den Schultern das letzte Stück. Auch Fahrradfahren kann er nun und wo es geht, nehmen wir es mit und erfährt neben uns her.
So ist das eben mit unseren Kindern. Wir müssen uns ihrer Entwicklung und ihren Schritten anpassen, damit tun wir uns im Alltag leichter, damit werden wir uns alle wohler und entspannter fühlen und wenn wir weg sind von den Gedanken "Kinder müssen ab 3 Jahren laufen" und uns mit  Hilfsmitteln, wie Kraxen, Fahrradanhängern oder Bollerwägen helfen, dann machen Ausflüge von Anfang bis Ende Spaß. Der ganzen Familie!

Anmerkung: Der FX-CT700 wird derzeit noch in kleiner Stückzahl produziert und ist damit immer recht schnell ausverkauft. Man kann sich allerdings per Mail informieren lassen, wenn er wieder lieferbar ist. Auch gibt es mittlerweile eine Erweiterung und zwar eine Hecktasche, wie sie bei den anderen Fuxtec-Modellen auch vorhanden ist. Diese kann an den CT700 ergänzt werden und bietet so noch mehr Stauraum! Auch ein Regenüberzug gibt es. So steht Spaziergängen in allen Wetterlagen nichts im Wege und es gibt keine Überraschungen.

Ein Bollerwagen mit Schiebegriff und Schiebefunktion, Schiebestange Fuxtec, FX-CT700,
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Dies beeinflusst meine eigene Meinung in keinster Weise. Ich stelle euch hier nur Bücher, Spielzeug und andere Materialien vor, die mir und meinen Kindern wirklich gefallen und in denen ich einen Mehrwert sehe, den ich euch unbedingt zeigen möchte. Für euch entstehen dabei keine Mehrkosten!

Mittwoch, 22. März 2017

Von Gemüseresten, die wieder wachsen und weiteren Experimenten mit Pflanzen

Nachdem ich in meinem Instagram-Verlauf so viele tolle Profile verfolge, in denen schon seit geraumer Weile fleissig mit den Vorbereitungen zur diesjährigen Pflanz- und Gartensaison begonnen wurde, packte mich nun auch der Wunsch nach dem Gärtnern. Ich weiß, dass mein grüner Daumen nicht gerade sehr ausgeprägt ist, aber wir wollen es probieren und ich habe hier natürlich noch meine zwei kleinen Gärtner, die mich sicherlich wundervoll unterstützen.

Wir entscheiden uns für die Hochbeet-Variante und ich began mich im Internet darüber zu informieren, was man den darin alles setzen kann. Dabei stieß ich auf etwas ganz Interessantes! Gemüsereste, die wieder wachsen! Da ich an diesem Abend gerade erst Karotten für das Abendessen geschält hatte, holte ich die Karottenstumpen direkt wieder aus dem Abfall und legte sie ins Wasser. Das wiederholte ich ebenso mit Chinakohl und Sellerie. Und siehe da, nach nur wenigen Tagen beginnen nun alle 3 Gemüsearten wieder zu wachsen und können dann auch bald in die Erde umgesetzt werden.


Ich finde das ganz faszinierend und der Sohn natürlich auch. Wir haben alles auf dem Esstisch stehen und können so alle wunderbar das Wachstum mehrmals täglich zu den Mahlzeiten bestaunen und uns darüber unterhalten. Auch Kressesamen haben wie ausgesäat und mehrmals täglich besprüht der Sohn diese mit Wasser (unsere Sprühflasche stammt aus dem Baumarkt oder einfach online kaufen). All das geht so wunderbar schnell, dass es für Kinder einfach spannend bleibt und sie dadurch das Interesse auch nicht verlieren.


Neben diesen kleinen Ideen habe ich auf Pinterest noch nach weiteren tollen Experimente rund um Gemüse und Pflanzen im Allgemeinen gesucht und euch auch eine Pinnwand auf meinem Pinterest-Profil erstellt. Dort findet ihr noch weiteres Gemüse, welches aus seinen Stumpen wieder neu wächst. Auch findet ihr dort ganz tolle Experimente zum den Themen:

- warum brauchen Pflanzen Licht?
- warum wachsen Pflanzen immer zum Licht?
- wie nehmen Pflanzen Wasser auf? Farbexperimente!
- Wie wichtig ist ein pflanzenreicher Boden für sauberes Wasser?
- brauchen Pflanzen Erde?
- Bohnenwachstum in CD-Hüllen verfolgen
- ... (ich werde die Pinnwand, wenn immer ich passende Ideen finde natürlich weiter ergänzen)

Mit diesen vielen anschaulichen, kleinen und schnell umgesetzten Experimenten kann man seinen Kindern viele Abläufe unserer Natur wundervoll erklären. Und wir selbst lernen auch noch etwas dabei! Ich wäre jedenfalls nie auf die Idee gekommen, dass aus Karottenstumpen wieder Karotten wachsen können! Hättet ihr es gewusst?


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Dienstag, 14. März 2017

Mithelfen wollen von Anfang an! (Aktuell mit 14 Monaten)

Letzte Woche erschienen bei Susan von Emil und Mathilda und Susanne von Geboren Wachsen fast zeitgleich Artikel zum Thema "Mithelfen". Also, ab wann Kinder denn im Alltag mithelfen können.
Noch immer ist dies ein großes Thema bei Eltern und die damit verbundene Ratlosigkeit. Zunächst sind die Kinder zu klein, da können sie doch noch nicht mithelfen und irgendwann sind sie groß genug dafür... oder etwa nicht? Was ist zu klein, was ist groß genug?

Sobald die Kleinen mobiler werden und auch die motorischen Fähigkeiten zunehmen, beginnt die magische Anziehung. Das Mithelfen wollen. Sie sehen uns Erwachsenen genau zu und beginnen zu verstehen. Schon früh, reichte mir die Tochter Kleidung aus den Wäschekörben, da konnte sie gerade mal gut sitzen und etwas krabbeln. Als sie sich Hochstellen konnte, wollte sie beim Trockner Ein- und Ausräumen helfen.
Mit ihren 14 Monaten kann sie nun endlich laufen. Für sie eine absolute Erleichterung, so scheint mir, denn es wirkt, als hätte sie nur darauf gewartet. Sie will noch mehr helfen, noch mehr lernen und verstehen. 
Noch bevor ich selbst Kinder bekommen habe, hätte ich es nicht für möglich gehalten, dass ein 14 Monate altes Kind mithelfen will bzw. auch mithelfen kann. Erst als ich die Lehren von Maria Montessori entdeckte, stellte ich fest, wie wichtig dieses "Helfen wollen" für die Kinder eigentlich ist. Für ihre Entwicklung. Körperlich, geistig. Für das Selbstbewusstsein.

Aber was kann denn ein 14 Monate altes Kind wirklich tun? Wo kann es mithelfen? Für uns Erwachsene fällt es da schwer umzudenken. Nicht nur, darin passende Möglickeiten/Teilaufgaben zu sehen, sondern auch Zurückzuschrauben. Wir wollen alles zack-zack erledigen, zur nächsten Aufgabe übergehen und einfach "fertig werden". So ist das mit Kindern natürlich nicht möglich. Wir müssen lernen uns viel mehr Zeit zu lassen und auch zu akzeptieren, dass das Ergebnis am Ende gerade am Anfang des Lernens, nicht so aussehen wird, wie wir uns das Wünschen würden. Wir müssen dann auch lernen, dieses Ergebnis zu lassen, nicht ständig zu korrigieren. Das würde einfach demotivierend sein.

Wo hilft mir meine kleine Tochter als nun? Welche Aufgaben kann ich sie übernehmen lassen? Wichtig dabei ist, zu beobachten! Wo sehe ich, dass meine Tochter etwas tun möchte? Kann ich sie das übernehmen lassen? Lasse ich sie es einfach mal probieren und warte ab! Braucht sie beim nächsten Versuch vielleicht eine Hilfe, ein Zwischenschritt? Ich sehe, was meine Tochter tun möchte und gebe ihr den Raum dafür. Schon alleine dadurch werde ich erkennen, was mein Kind tun kann. Egal in welchem Alter!

Hilfe bei der Wäsche

Wie schon geschrieben, ich bekomme von meiner Tochter Hilfe beim Wäsche waschen. Sie hilft beim Einräumen in die Waschmaschine oder dem Trockner, ebenso beim Ausräumen. Sie möchte auch die Maschinen starten bzw. vorher die Türen selbst schließen. Sie hat durch den niedrigen Wäscheturm die Möglichkeit das Aufhängen von kleinen Kleidungsstücken zu üben oder reicht mir diese. Das Reichen geht später beim Wäsche-Zusammenlegen weiter. Ich stelle den Korb auf den Boden, so dass meine Tochter die Wäsche erreichen kann. Sie nimmt die Wäschestücke einzeln und bringt mir diese damit ich sie dann Zusammenlegen kann.  

Hilfe in der Küche

Sie hilft mir schon seit vielen Monaten beim Ausräumen der Spülmaschine. Beim Öffnen entnehme ich zügig alle scharfen Messer oder Küchenhelfer und dann kann sie loslegen. Meistens reicht sie mir noch alles. Hin und wieder weiß sie schon wohin etwas geräumt werden muss und bringt es selbst dort hin.
Nach dem Essen wird Tisch, Hochstuhl und dann der Boden darunter feucht abgewischt. Vor wenigen Tagen signalisierte sie, dass sie mithelfen möchte. Sie streckte mir ihre kleinen Händchen entgegen und fixierte das Tuch in meiner Hand. Also gebe ich ihr seit dem, ihr eigenes Tuch und sie "wischt" mit. Auch hier sieht sie, dass ich das Tuch mehrfach ausspüle und möchte das dies mit ihrem Tuch auch gemacht wird. Noch reicht sie es mir dafür. Ich denke hier werde ich irgendwann eine Schüssel in ihrer Höhe anbieten müssen, damit sie die Schritte alleine tun kann, auch das Auswringen des Tuches. Das kommt alles nach und nach, wie ihre Entwicklung dies erlaubt.
Sie möchte beim Zubereiten des Essens helfen. Hier kann ich ihr die geschälten und in Stücke geschnittenen Möhren reichen, die sie dann selbst in den Topf gibt. Auch schon abgemessene Zutaten können so von ihr in die Schüsseln getan werden. Gehen wir zusammen an die Gefriertruhe, möchte sie die schweren Packungen selbst wieder nach oben tragen. Töpfe aus den Schränken möchte sie mit mir zum Herd bringen.
Gemüse und Obst können von ihr abgewaschen werden. Hier verweise ich wieder auf den wunderschönen Blogbeitrag von Emil und Mathilda.

Hilfe bei den Haustieren

Irgendwann wollte ich darüber mal einen eigenen Blohbeitrag schreiben, denn ich finde Haustiere passen sehr gut zu den Lehren von Maria Montessori und dem Wachsen an Aufgaben. Immer mehr können die Kinder hier helfen und übernehmen und durch die Versorgung bedürftiger Lebewesen lernen fürsorglich und bedacht zu sein.
Meine Tochter hilft hier schon beim Ausmisten der Meerschweinchen, mehr oder weniger.... jedenfalls möchte sie mit ihrer kleinen Schippe auch helfen. Sie verteilt das frische Einstreu und das Heu. Sie hilft beim täglichen Füttern von Gemüse und Kräutern. Sie trägt die Schüsseln danach wieder in die Küche und macht auf meine Bitte die Kühlschranktür wieder zu, wenn ich alles darin verstaut habe. Sie schnalzt schon ganz wunderbar mit der Zunge, um die Meerschweinchen anzulocken und zu Signalisieren, es gibt Essen. Gerade beim Ausmisten muss man sich bewusst sein, dass man selbst und das eigene Kind am Ende paniert ist mit Sägespänen und dass das Aufräumen und Aufsaugen natürlich deutlicher länger dauern wird, aber das wird mit dem Lernen und Trainieren der Fähigkeiten immer besser werden. Wie soll es auch sonst, wenn man nicht üben könnte?

Hilfe im Haushalt

Findet die Tochter irgenwelche Fusseln oder Stückchen auf dem Boden hebt sie diese auf. Zu Anfang drückte sie diese uns in die Hand. Nun weiß sie, wohin Abfall gehört und läuft schnurgerade zum Mülleimer. Da sie die Tür aber noch nicht aufbekommt, müssen wir dies für sie tun. Tropft beim Ausräumen der Spülmaschne oder beim Trinken Wasser auf den Boden holt sie das Handtuch und wischt es auf. Hier habe ich dies zunächst immer wieder gezeigt und ihr auch durch das Reichen des Handtuches angeboten es selbst zu tun. Irgendwann macht es klick und unsere Kinder verstehen die Zusammenhänge. Es Bedarf der Wiederholung. Gerade die Wiederholung wird auch manchmal schwer für uns sein. Es ist frustrierend wenn die Wäsche komplett im Trockner und die Aufgabe damit "fertig" ist. Wenn die Mama nicht will, das der Boden mit Wasser geflutet wird, um immer und immer wieder Aufzuwischen. Wiederholung ist wichtig für unsere Kinder, so festigen sich die Handgriffe und das Verstehen der Zusammenhänge. Das ist wichtig für uns zu wissen, so könnne wir mit diesen Situationen gelassener umgehen. Und es zeigt auch warum uns die Kinder immer und immer wieder helfen wollen. 

Für unser Kinder ist Hausarbeit nicht langweilig. Wir müssen kein schlechtes Gewissen haben, wenn es Tage gibt an denen wir gefühlt nur mit Haushalt beschäftigt sind und unsere Kinder uns dabei helfen. Meine Tochter ist jedenfalls sehr glücklich und ausgeglichen, wenn sie mir wirklich nonstop helfen kann. Andere Dinge interessieren sie ohnehin kaum bis garnicht. Bei mir zu sein, zu lernen, zu beobachten, zu verstehen, zu helfen, zu tun. Das ist die innere Aufgabe der Kinder, das ist ihr Sein. Für uns mag Spielen im ersten Moment etwas völlig Anderes sein, davon lebt schließlich die Spielzeugindustrie. Aber kennen wir unsere Kinder, dann wissen wir, Arbeit ist für sie keine Arbeit, wie wir sie kennen. Arbeit ist Spielen und im Spielen lernen sie. Im Spielen wachsen sie. Unser Alltag ist ihre Kindheit. Und das müssen wir nicht als Ansporn sehen, den Kindern immer etwas zu bieten, an Ausflügen, neustem Spielzeug usw. Nein, es ist wirklich unser ganz normaler Alltag, der wichtig ist für unsere Kinder. Solange sie dabei sind, solange sie integriert sind, sich wichtig und gesehen fühlen. Und das, von Anfang an!

P.S.: Leider habe ich nur wenige Bilder von meiner kleinen Hilfe. Sie ist so schnell abgelenkt und ist dann mehr an der Kamera interessiert. Einige Schnappschüsse und Videos habe ich aber schon auf meiner Instagram-Seite gezeigt, vielleicht schaut ihr dort einfach mal vorbei.


Donnerstag, 2. März 2017

Oma sein ist toll - Uroma sein, noch viel mehr!

Vor Kurzem war ich mit beiden Kindern bei meinem Eltern bzw. meinen Großeltern. Sie wohnen alle in einem Haus.
Plötzlich fuhr der Sohn mit seinem Roller durch das Esszimmer meiner Großeltern und meine Oma sagte lachend: "Na, fährst du mit deinem Roller schon wieder bei uns im Haus rum?" Wie, schon wieder? Ich schaute meine Oma etwas entgeistert an. Und fragte sie dann auch direkt, wieso ihr Urenkel denn mit dem Roller in der Wohnung herumfahren darf. Sie schaute mich an und sagte, sie könne doch nicht nein sagen, dann wäre er doch traurig!
Daraufhin fragte ich sie, was sie gemacht hätte, wenn ich das als ihre Enkelin damals getan hätte oder meine Mama, als ihre Tochter? Meine Mama hätte sicher noch mit dem Teppichklopfer ihre Antwort bekommen und auch ich wäre nie auf die Idee gekommen, dies zu tun, da ich wusste, sowas wäre mir nicht erlaubt worden. Und das es ihr bei uns sicherlich egal gewesen wären, ob wir traurig sind oder nicht, weil "das macht man eben nicht". Selbst bei ihren Enkelchen. 
Sie schaute darauf etwas verlegen und sagte, das würde stimmen und sie weiß ja auch nicht, warum sie hier jetzt nachgibt und ich hätte recht, ihren Kindern oder auch uns Enkeln hätte sie das nicht "durchgehen" lassen.

Aber ich weiß es! Ich verstehe, warum ihr Urenkel so viel mehr darf, als es die eigenen Kinder und Enkel durften.
Mehr als 80 Lebensjahre liegen zwischen Uroma und Urenkel. Ein großer Krieg, eine harte Nachkriegszeit, ein schwerer Unfall. Sie hat zwei eigene Kinder geboren und groß gezogen, mit meinem Opa zusammen. Sie hat 4 Enkel und davon mich und meine Schwester, da wir alle in einem Haus wohnten, natürlich auch viel betreut und mit großgezogen. Da war noch viel zu tun, da war noch viel mit "müssen" und "sollen" verbunden.
Jetzt sind viele Lebensjahre vergangen, jetzt sind meine Großeltern im letzten Lebensabschnitt angelangt und ob man darüber sprechen möchte oder nicht, jeder weiß, nur die wenigsten Urgroßeltern sehen ihre Urenkel auch erwachsen werden. Es bleibt also nicht viel Zeit. Keine Zeit sich mit unnötigen Dingen und Regeln aufzuhalten. Die Zeit wird genutzt alles in sich aufzusaugen, die Urenkel so oft wie möglich zu sehen und mit ihnen zu spielen und ihnen jeden Wunsch von den Augen abzulesen. Und sie natürlich zu lieben. Denn Liebe ist noch genug vorhanden. Auch wenn die Knochen nicht mehr so mitmachen mögen, wenn die Urenkel da sind, ist vieles möglich. Da legt man sich doch nochmal mit dazu auf den Teppich. Da läuft man mit zum Faschingsumzug, den man jahrelang schon nicht mehr besucht hat, weil doch der Weg zu weit ist und die Gelenke so schmerzen. 

Meine Großeltern sind unheimlich stolz, wenn sie alleine auf meinen Sohn aufpassen dürfen und sie machen dann wirklich alles für ihn. Urenkel zu haben scheint auch fit zu halten. Da ist jemand den man wachsen sehen möchte, dem man keine Bitte abschlagen will. Jeden Mittwoch sind die Ur-Großeltern Feuer und Flamme, wenn ihr Urenkel wieder Oma-Opa-Tag hat und zu ihnen kommt. Also er übernachtet bei meinen Eltern im Stockwerk darüber, aber er ist natürlich auch bei seinen Ur-Großeltern. Ab Januar nächsten Jahres wird meine Tochter vormittags von meiner Mama betreut werden, bis sie in den Kindergarten gehen wird. Meine Großeltern freuen sich sehr. Jeden Tag die Urenkelin um sie herum.

Ja, ich verstehe meine Oma, die Uroma meiner Kinder, warum ihre Urenkel so viele Dinge dürfen, die früher undenkbar gewesen wären. Einfach genießen, einfach im Moment mit den Urenkeln leben, in der Zeit die einem noch bleibt. Und ich freue mich sehr, dass meine Kinder ihre Urgroßeltern, wenigstens diese beiden, noch so bewusst erleben können. Sie profitieren alle davon und haben wundervolle gemeinsame Momente, die für immer in ihren Erinnerungen bleiben werden.

Mehr als 84 Jahre Leben liegt hier dazwischen ♥

Donnerstag, 16. Februar 2017

Unsere liebsten Vorlese-Bücher mit 4 Jahren

Wir lesen jeden Tag! Der Sohn mag es sehr vorgelesen zu bekommen und auch ich liebe es vorzulesen. Das vorlesen auch gut tut, habe ich schon in einem früheren Artikel beschrieben. Sind die Kinder noch kleiner sind es eher Bilderbücher, die man gemeinsam betrachtet oder sie enthalten maximal noch kleine Zweizeiler, die man vorlesen kann.
Nach und nach nimmt der Text zu und auch die Vorlesezeit, immer gepaart mit der höher werdenden Aufmerksamkeitsspanne der Kinder.
Mein Sohn war schon immer sehr ausdauernd beim Bilderbuch betrachten und später auch beim Durchschauen und Lesen von Sachbüchern.
Irgendwann mit drei Jahren bemerkte ich, dass diese Bücher für das abendliche Vorlesen nicht mehr geeignet waren. Sie laden noch zum Nachfragen ein. Klappen wollen nochmal geöffnet werden. Plötzlich ist das Ziel des Vorlesen, dass zur Nacht das Kind ruhiger wird und dann gemeinsam in den Schlaf gekuschelt wird, irgendwie verloren gegangen.
Andere Bücher mussten hier. Bücher mit Geschichten, denen man genau zuhört und lauscht, um nichts zu verpassen. Und der Sohn liebt es ganz dicht bei mir zu sein, die Bilder während des Vorlesens zu betrachten und darauf zu warten, was in der Geschichte als Nächstes passiert.

Im letzten Jahr haben sich so einige Vorlese-Bücher bei uns angesammelt, die wir gerne vor dem Schlafen zusammen lesen. Die Geschichten sind darin mal mehr, mal weniger lange. Manchmal lese ich eine Geschichte, manchmal mehrere hintereinander. Manchmal unterbreche ich auch in der Hälfte einer Geschichte und lese am nächsten Abend weiter. Der Sohn könnte gefühlt ewig zuhören, er schläft auch wirklich ganz, ganz selten beim Vorlesen ein. Deswegen muss ich auch irgendwann selbst den Schlußpunkt setzen und wünsche ihm dann eine Gute Nacht, knuddel und küsse ihn und wir legen uns zur Ruhe. Meist ist er dann innerhalb Minuten eingeschlafen. 
Ich liebe diese ruhigen und schönen Abendstunden, es ist ein schöner Ausklang des Tages, nochmal so nah beinander zu sein und gemeinsam den Tag zu beenden.

Die meisten unserer Bücher versuche ich vom Inhalt nicht zu abstrakt zu halten. Sie sollen einen Realitätsbezug haben, so dass es für den Sohn einfacher ist, den Inhalt der Geschichten auf das eigene Leben und Handeln zu beziehen und darüber nachzudenken zu können.
Ganz toll finde ich hier die Geschichten von Astrid Lindgren. Ich selbst habe sie als Kind nie gelesen und kannte sie nicht, außer das was ich im Fernsehen gesehen habe. Michel aus Lönneberga und Pippi Langstrumpf. Man kann sich sehr gut mit den Personen der Geschichten identifizieren bzw. sich fragen, wie hätte ich reagiert?

Zurzeit lesen wir Wir Kinder aus Bullerbü und Immer lustig in Bullerbü , die kleinen Geschichten sind wirklich sehr schön, aus Sicht von Lisa, eines der Kinder von Bullerbü geschrieben und erzählt im Grunde von Alltagsgeschehen. Nichts Ungewöhnliches, nichts Megaaufregendes. Aber ich glaube, dass macht diese Bücher aus, dass sie das beschreiben, was jedes Kind mit seinen Freunden oder Geschwistern erleben könnte.

Auch von Astrid Lingren sind die Geschichten von Lotta. Von Lotta, die alles kann. Behauptet sie jedenfalls... auch wenn sie weiß, sie kann es nicht. Aber sie will alles können. Wie auch ihre großen Geschwister und sie lässt sich dafür immer etwas einfallen. Sie lässt sich nicht entmutigen und will es können. Wir hatten dazu schon eine Geschichte in dem großen Weihnachtsbuch von Lindgren gelesen und nun das Buch Lotta kann Rad fahren .


Ebenfalls sehr gerne lesen wir Die kleine Birke . Es handelt hier von einer großen Buche, die ganz alleine da steht und sich einen weiteren Baum in ihrer Nähe wünscht. Irgendwann ist da die kleine Birke, die in ihrer Nähe wächst. Und die Buche erzählt ihr alles. Über die Jahreszeiten, über die Tiere in der Umgebung, über Naturereignisse, über die Menschen. Es ist eine schöne Geschichte, mit viel Sachwissen. Sowas mag ich gerne. Sie ist noch etwas lang, sie auf einmal zu lesen. Daher teile ich sie gerne auf zwei Abende auf. Nicht unerwähnt, möchte ich die wunderschönen Illustrationen in diesem Buch lassen. Traumhaft schön!


Hilfe für Mario wird sogar als Montessori-Bilderbuch beschrieben und verkörpert die Grundgedanken von Mario Montessori. Hilfe zur Selbsthilfe, Nächstenliebe, Vervollkommnung. Es wurde von dem Montessori Arbeitskreis Koblenz entwickelt und die Einnahmen werden komplett in die Förderung der Montessori-Pädagogik genutzt. Ich finde das Büchlein wirklich sehr gelungen und die Emotionen darin finde ich sehr gut beschrieben, der Sohn fiebert richtig mit dem kleinen Schildkröten mit.



Am Ende habe ich ein eher ungewöhnliche Buchempfehlung, die nicht so ganz zu den anderen Empfehlungen passt. Es geht um den kleine Drache Kokosnuss . Durch Zufall lasen wir einmal eine der Geschichten und seit dem liebt der Sohn die Abenteuer des kleinen Drachen. Er weiß, dass diese Geschichten nicht echt sind und das es eben auch keine Dracheninsel gibt. Aber ich glaube, genau das gefällt dem Sohn auch so sehr dabei. Drachen. Eine Fantasiewelt und trotzdem ist da Freundschaft, Familie und Werte die vermittelt werden. Der kleine Drache Kokosnuss ist immer offen und freundlich zu allen, er ist aufgeschlossen und gibt nicht viel auf Vorurteile oder Ängste von Anderen. Er will alles lieber selbst erfahren, entdecken und sich ein eigenes Bild machen. Das finde ich sehr schön an diesen Geschichten. Vom kleinen Drachen sind schon wahnsinnig viele Geschichten und Bücher veröffentlicht worden, ich denke wir werden hier noch einiges zu lesen haben. Derzeit lesen wir: Der kleine Drache Kokosnuss kommt in die Schule

Und grundsätzlich wird der Sohn auch nicht müde, die Geschichten immer und immer wieder zu lesen. Sind wir am Ende angekommen, beginnen wir wieder von vorne. Er kann die Geschichten viele Male vorgelesen bekommen und liest sie immer wieder gerne. Von oben genannten Büchern hat er keine speziellen Vorlieben, er holt sie alle immer wieder hervor. So bleibt es abwechslungsreich. 

Und was sind eure liebsten Vorlesebücher?

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Samstag, 11. Februar 2017

Braucht mein Kind einen Lernturm?


Seit wir den Lernturm im Internet entdeckt und nachgebaut haben, ist er für uns nicht mehr aus dem täglichen Leben und Arbeiten wegzudenken. Schon früh konnte uns unser Sohn bei den Essensvorbereitungen zuschauen und dann auch mithelfen. Es war ein großer Schritt für seine Selbstständigkeit. Der Lernturm wurde nun an unsere Tochter weiter gereicht und auch hier sehen wir, wie gerne er angenommen wird und wie entspannt es schon jetzt in der Küche zugeht. Sie beobachtet sehr genau und schon bald wird auch sie mithelfen können.

Nun kommen immer wieder Fragen auf, die ich selbst gestellt bekomme oder die ich im Internet dazu lese: Braucht man das wirklich? Lohnt sich die Anschaffung, wenn das Kind doch auch direkt auf einen Hocker könnte? Wäre ein Hocker nicht besser, da die Kinder achtsamer sind? Ist das Helfen in der Höhe überhaupt sinnvoll, wenn sie es vielleicht noch garnicht einschätzen können? Wem hilft der Lernturm mehr? Den Kindern oder den Eltern? Ist der Lernturm wirklich sicher?

Ich versuche heute einige Fragen, auch in Anlehnung an Montessori, zu beantworten und euch damit die Entscheidung zu erleichtern, ob ein Lerntum bzw. die Anschaffung sinnvoll ist oder nicht.

Enorme Erleichterung für uns Eltern

Wie ich in den damaligen Blogbeiträgen zu diesem Thema schrieb, ist der Lernturm plötzlich eine enorme Erleichterung für uns Eltern. Unsere Kinder wollen dabei sein, sie wollen tun was wir tun, sie wollen beobachten können, wollen begreifen, wollen lernen. Ihnen ist es daher wichtig bei uns zu sein, nur so können sie sich entwickeln. Für uns Eltern kann dieses Bedürfnis nach Nähe und Aufmerksamkeit bei den Essensvorbereitungen anstrengend sein. Kind auf dem Arm und einhändig kochen ist nicht immer so einfach. Auch die Alternative das Kind in die Trage/das Tuch zu nehmen, ist nicht immer praktikabel oder angenehm. Alleine meine Tochter wiegt mit etwas über einem Jahr schon mehr als 12 kg. Ich trage sie wirklich gerne, aber wenn ich andere Möglichkeiten sehe, versuche ich diese auch zu nutzen.

Beim Sohn  und nun auch bei der Tochter kam daher die "Rettung" in Form des Lernturms daher. Der Sohn war nun dabei, konnte alles genau sehen, beobachten und erfassen und war glücklich. Er war zu diesem Zeitpunkt, knapp über 1 Jahr alt und konnte direkt alleine hochklettern, wenige Tage später wusste er auch schon, wie er alleine wieder herunter kam. Er konnte also selbst entscheiden, ob er beim Kochen dabei sein möchter oder nicht.

So entsteht dem Kind die Möglichkeit, selber zu handeln. Und die eigene Handlung wird Willensäußerung. Ohne den Vollzug einer Handlung ist keine Willensäußerung möglich. Das Willensleben ist das Leben der Tat.

- Maria Montessori - 

Einige kritische Stimmen schreiben, dass sie es nicht gut finden, dass Kinder in den Lernturm gehoben werden und ihnen somit diese Entscheidung abgenommen wird. Zudem sind die Kinder dann auch in der eigenen Bewegungsentwicklung noch nicht soweit. Sie können die Höhe nicht einschätzen, sie konnten dies noch nicht ausreichend üben.

Höhen können eventuell nicht eingeschätzt werden

Ich kann diese Beweggründe sehr gut verstehen und nachvollziehen und gebe ihnen grundsätzlich recht. Ich finde es persönlich auch viel besser, wenn das Kind von Anfang an alleine den Lernturm hinauf- und hinunter steigen kann. Beim Sohn hat dies auch wunderbar funktioniert. Also hätte ich ihm doch auch gleich einen Hocker anbieten können, oder? Wieso den Lernturm?
Der Lernturm bietet für mich die Sicherheit des Geländers. Gerade für die Kleinsten ist es sicherlich sehr schwierig sich auf so viele Dinge gleichzeitig zu konzentrieren. Beobachten, mithelfen und dann noch die Bewegung und den Stand zu koordinieren, damit man nicht einen falschen Schritt macht und runterfällt. Auch als Eltern ist es leichter. Denn wenn man gerade kräftig am Rühren ist, damit nichts anbrennt, ist man abgelenkt. 
Nun könnte man wieder sagen, dann ist das Kind noch nicht soweit in dieser Höhe zu arbeiten. Mag sein, aber sagt nicht schon Montessori, wir sollen die Umgebung dem Kind in seiner jeweiligen Entwicklung anpassen und ihm helfen und unterstützen. Wenn uns nun das Kind helfen möchte, es aber noch zu klein ist, um genau auf seinen Stand zu achten, wieso soll ich ihm und uns nicht diese Sicherheit durch den Lernturm geben?
Das Einschätzen von Höhe kann auch anderweitig geübt werden. Auf dem Spielplatz oder einem Kletterbogen oder Pikler-Dreieck Zuhause oder z.B. auch Hocker an anderen Stellen der Wohnung, z.b. im Bad. Hier kann man sich komplett auf das Kind konzentrieren und ist durch Kochen nicht abgelenkt.

Win-Win-Situation

Sollten die Kinder einfach in den Lernturm gehoben werden, wenn sie den Auf- und Abstieg noch nicht alleine schaffen? Das ist eine schwierige Frage und noch vor Monaten hätte ich gesagt, nein! Wir sollten den Kindern diesen wichtigen Schritt nicht vorweg nehmen. Wir nehmen ihnen diesen Lernerfolg, die Motivation und werfen sie vielleicht auch mit Selbstentwicklung ein Stück weit nach hinten. 
Nun ist hier aber meine Tochter... 12kg schwer und auf dem Rücken möchte sie sich nicht tragen lassen. Vorne in der Trage zu kochen, das geht nicht mehr. Gerade zur Abendzeit wird die Tochter aber so anhänglich, dass ich sie nicht absetzen kann, der Protest wäre groß. Bisher warteten wir also immer bis der Papa von der Arbeit nach Hause kam und er dann kochte. 
Wir entschieden uns nun doch die Tochter in den Lernturm zu stellen und siehe da: Glücklich, ausgeglichen und wenn sie keine Lust mehr hat darin zu stehen, bekomme ich das auch direkt signalisiert und helfe ihr heraus. Eine Win-Win-Situation für Eltern und Kind. Ich werde sehen, wie hier die weitere Entwicklung ist.

Ich möchte kurz anmerken: Die Kinder sollten sich schon selbst aufrichten und selbst längere Zeit fest stehen können. Diese körperliche Entwicklung muss gegeben sein, da man die Kinder sonst wirklich in eine Situation bringt, die ihre kleinen Körper noch nicht schaffen und es somit zu Belastungen kommt.
Ich sehe schon täglich, wie meine Tochter versucht den Lernturm heraufzukommen. Die Knie sind schon auf der ersten Stufe. Sie will es von sich aus lernen. Wichtig ist in meinen Augen daher, unsere Kinder nicht grundsätzlich dieser Hürde zu nehmen, wenn wir sehen, sie wollen in den Lernturm oder hinaus. Sondern wir warten ab und beobachten. Oder versuchen zu einem späteren Zeitpunkt Hilfe anzubieten. Dem Sohn habe ich z.B. damals den Abstieg mit wenigen Worten aufgezeigt, als ich merkte,  er verlangte nach Hilfe. So bleibt die Motivation erhalten, es selbst zu lernen und zu schaffen. Ich unterstütze es und nehme ihm nicht alles ab.
Was ich allerdings garnicht schön und auch einschränkend finde, sind diese Art Lerntürme, die komplett geschlossen sind. Die Kinder können diese Türme niemals alleine nutzen und werden in ihrer Selbstständigkeit dauerhaft eingeschränkt.

Lernturm als Klettergerüst?

Wie sicher sind Lerntürme, gerade die Selbstgebauten? Kein Lernturm bietet 100%ige Sicherheit vor dem Kippeln und Umfallen. Hier sind wir als Eltern gefragt und sollten unsere Kinder damit nicht alleine lassen bzw. auch hier gilt zu Beobachten und nach und nach die Verantwortung an unsere Kinder zu übergeben. So wie es auch in allen Lebensbereichen ist. Haben wir einen Stockdosenschutz oder Türgitter? Wann nehmen wir es weg? Wann lassen wir unsere Kinder ohne Aufsicht die Treppen laufen? Irgendwann gibt es immer ein Punkt an dem wir uns entscheiden unsere Kinder zu vertrauen. Bis dahin bleiben wir dabei. Bis dahin stellen wir vielleicht Regeln auf und achten auf die Einhaltung. Wie z.B. der Turm wird nur genutzt wenn wir Eltern dabei sind, auf die Arbeitsplatte wird nicht geklettert oder der Lernturm grundsätzlich nicht zum Klettern genutzt wird oder das sich nicht über die Seiten hinaus gelehnt wird, wegen der Kippgefahr. Das kann je nach Kind gleich verstanden werden oder auch einen längeren Lernzeitraum benötigen. Ich habe von manchen Eltern gelesen, die den Lernturm, sobald sie den Raum verließen, immer umgelegt haben. Natürlich beschneide ich meine Kinder in diesem Moment, aber das tue ich zur Sicherheit auch bei der Verwendung von Türgittern.

Lerntürme bieten nur einen kleinen Arbeitsbereich

Sollte ich mein Kind grundsätzlich in der Höhe helfen lassen oder besser einen eigenen Arbeitsplatz schaffen?
Zunächst einmal können die ganz Kleinen noch nicht viel mithelfen. Daher ist hier ein eigener Arbeitsplatz wenig sinnig und wird wohl auch nicht genutzt werden, da man nicht direkt bei Mama und Papa ist und nicht sieht, was diese tun. 
Später sobald eigene Arbeiten erledigt werden können. Putzen, schneiden, schälen usw. wäre das natürlich sehr schön. Die Kinder sind nicht begrenzt auf die kleine Stellfläche des Lernturms. Müssen nicht ständig hinabsteigen, wenn sie etwas aus Schränken holen müssen oder etwas mehr Arbeitsfläche benötigen. Wer den Platz in der Küche also hat, der sollte dem Kind diese Möglichkeit gerne bieten. Wir sehen schließlich selbst wieviel wir uns in der eigenen Küche bewegen und hin. und herlaufen. Leider kenne ich selbst viele Küchen, die diesen Platz nicht bieten. Der Lernturm bietet daher die Lösung, dass die Kinder trotzdem mithelfen können und sie wissen sich damit auch zu helfen und beginnen schon früh den Turm überall dahin zu schieben, wo sie ihn benötigen. Es dauert eben alles etwas länger und diese Geduld müssen dann auch wir Eltern aufbringen.

Lernturm ist in vielen Bereichen einsetzbar

Der Turm wird ohnehin gerne von den Kindern auch außerhalb der Küche genutzt. Lichtschalter können damit aus- und eingeschaltet werden und durch die gewonnene Höhe können plötzlich Dinge erreicht werden, die bisher nicht erreichbar waren. Das bedeutet natürlich auch für uns Eltern wieder ein Umdenken und vielleicht Umräumen, um hier den Kindern die Freiheit zu lassen und sie nicht durch Verbote zu hemmen. Neben den vielen positiven Rückmeldungen ist das nämlich einer der häufigsten Kritikpunkte des Lernturmes: die deutlich erhöhte Reichweite der Kinder. Hier gilt es nach Montessori, die Umgebung dem Kinde anzupassen und Konfliktpotential, wo immer möglich, zu reduzieren. 

Nun habe ich versucht einige Blickrichtungen auf den Lernturm zu beleuchten und am Ende muss ich natürlich sagen, es wird immer Familien mit positiven und negativen Erfahrungen geben, Befürworter und auch Kritiker, doch schlußendlich müsst ihr euch als Familie entscheiden und wohlfühlen. Es muss aber auch den Bedürfnissen der Kinder angepasst sein. Unsere Kinder müssen mit den Hilfen, die wir ihnen bieten, wachsen und zum "Meister ihrer Selbst" werden können, wie es Maria Montessori, beschreibt. Hilfen, sollen nicht behindern und nicht demotivieren. Sie müssen vielleicht auch immer wieder angepasst werden, mit der Entwicklung und den Fähigkeiten unserer Kinder, um ihnen damit eine Umgebung zu geben, die sie in ihrem Lernwillen unterstützt. Ein Lernturm kann daher für eine gewisse Zeit eine sinnvolle Hilfestellung sein, die uns und unsere Kinder ein kleines Stück Weg begleitet.

Das Kind weiß nicht, wie es sich diese Umgebung selbst schaffen soll. Nur der Erwachsene kann es tun, und das ist die einzige tatsächliche Hilfe, die man dem Kind geben kann.

- Maria Montessori -


Mittwoch, 11. Januar 2017

Basteln, Experimentieren und Lernen mit Schnee - 5 Ideen!


Endlich kommt er, der Schnee! Ich weiß noch wie ich mich als Kind immer darauf gefreut habe. Ich liebte die geschlossene Schneedecke. Wenn der Schnee noch völlig unberührt war. Ich traute mich kaum, dieses Bild zu zerstören. Das lautlose Fallen des Schnees, wenn jedes Geräusch irgendwie gedämpft wirkte. Das Knirschen des Schnees unter den Schuhen. Schneemänner bauen und Schneekugeln, die immer mehr vereisten, je länger die Kälte andauerte. Ich baute Höhlen hinein und spielte mit Pinguinfiguren darin.

Als Erwachsener ist das Verhältnis zu Schnee oft gespalten. So schön Schnee auch ist, dieser muss von der Straße geräumt werden, man muss vielleicht im Schneegestöber und Glatteis zur Arbeit kommen und wir sind diejenigen, die unseren kleinen Kindern in ihre Winterkluft hineinhelfen müssen und wieder hinaus und das kann wirklich schweißtreibend sein, wenn man selbst schon dick angezogen ist.

An diesem Wochenende hat es geschneit und nach einem ausgiebigen Schneespaziergang mummelten wir uns Zuhause ein. Damit solch ein kalter Winterttag Zuhause nicht zu lange wird, kann man den Schnee vielleicht auch einfach mal zum Thema machen:

"Wieso streut der Papa Salz auf den Gehweg?" fragte der Sohn und schon starteten wir ein kleines Experiment. Ich füllte zwei Gläser bis an den Rand voll mit Schnee. Und zeigte diese dem Sohn. Eines stellten wir zur Seite und eines durfte der Sohn nun mit Salz bestreuen.Was stellten wir dabei fest? Der Schnee schmolz viel schneller als im anderen Glas, es entstand dabei viel schneller Flüssigkeit, im anderen rutschte der Schnee erst einmal nur zusammen. Das Glas mit dem Salz-Schnee-Gemisch fühlte sich kälter an. Und was blieb denn da am Ende wirklich noch an Wasser im Glas übrig, was zu Anfang bis zum Rand mit Schnee gefüllt war? Das sind wirklich viele interessante Entdeckungen und Fragen, die sich aus zwei Gläser voll mit Schnee, entwickeln und beantwortet werden wollen.

Nachdem nun alles geschmolzen war, war der Sohn etwas traurig. Das hatte ihm gerade richtig viel Spaß gemacht. Also überlegte ich mir noch etwas. Ich nahm mir eine kleine Schüssel und füllte auch dort wieder Schnee hinein und presste ihn richtig fest. Danach stülpte ich die Schüssel in eine Auflaufform und es entstand eine wundervolle Schneekuppel. Nun sagte ich dem Sohn er soll sich seine Wassermalfarben schnappen und loslegen. Das ließ er sich nicht zweimal sagen und malte drauf los. Er stellte sofort fest, dass die Wasserfarben mehr verliefen als auf Papier und nachdem er die Kuppel bemalte hatte, schnitten wir diese auf und so konnten wir sehen, wie weit die Farbe eingedrungen ist. Ich erklärte, dass Schnee ganz locker ist und viele Lufteinschlüsse enthält, wodurch die Farbe, wie durch viele kleine Poren und Löcher in die Kuppel gelangen konnte. Der Sohn malte also weiter und schnitt die Stücke weiter ein. Später brachte ich ihm noch Pipetten, mit denen er die Wasserfarben auftropfte.

Die vielen Lufteinschlüsse im Schnee entstehen durch die einzelnen Schneeflocken, die hier zusammen kommen. Jede Schneeflocke ist einzigartig. Ist das nicht faszinierend? Und jede Schneeflocke entsteht durch kleinste Schneekristalle, die eben durch die immer anderen Wetterbedingungen, verschieden wachsen. Dies fand Mr.Bentley heraus und machte davon sogar Aufnahmen unter dem Mikroskop.
Dazu habe ich ein ganz wundervolles Zuordnungsspiel im Netz gefunden und nachgebastelt. Ich sammelte mikroskopische Aufnahmen aus dem Internet und bildete Paare. Diese konnte der Sohn durch das Verwenden der Lupe zusammenfügen. Für euch habe ich dieses kleine Spiel als zusammen gestellt (wird überarbeitet). Und was ich wirklich ganz witzig finde: Manu von der Wunderwerkstatt hatte die gleiche Idee und bastelte dieses Spiel ebenfalls für ihre Wunderpost, welche die nächsten Tage per Mail verteilt wird. Es ist ähnlich und doch wieder ganz anders und individuell geworden. Wundervoll! Ihr solltet euch unbedingt dort anmelden. Jeden Monat verschickt Manu ganz tolle Spielideen an euch. Durch Manu habe ich übrigens den tollen Eckenknipser kennen gelernt. Jetzt sehen meine Karten wirklich sehr schick aus, oder?



Wir haben also gelernt das jede Schneeflocke einzigartig ist. Wieso also nicht nachbauen? Dafür gibt es auf Pinterest ganz viele wundervolle Ideen und sehr gut haben mir hier auch die Bügelperlen -Schneeflocken gefallen. Welche wir dann auch auf passenden Stiftplatten nachgebastelt haben. Ganz toll findet der Sohn dabei das Bügeln. Er hat ein kleines Bügelbrett und auch ein kleines echtes Reise-Bügeleisen . Wenn wir genug zusammen haben, kann ich sie mir ganz wundervoll als Fensterbilder, an einem Ast hängend als Winterdeko, vorstellen.

Der Sohn bastelt wirklich sehr gerne. Mittlerweile hat er einen Schreibtisch in seinem Zimmer, welches er "sein Büro" nennt. Dort zieht er sich gerne zurück und verwendet viele verschiedene Materialien zum Malen, Kleben und Basteln. Als Idee habe ich nun Materialien für eine "Verschneite Nacht" bereitgelegt. Da er gerade mit dem Flüssigkleber gerne arbeitet passt es sehr gut. Die Wattebälle ergeben die dicken schneegefüllten Wolken und die Schneeflocken werden mit einem passenden Motivlocher ausgestanzt und mit dem Kleber auf das schwarze Tonpapier aufgeklebt. das ergibt ein schönes Bild und basteln ist einfach wunderbar für die feinmotorische Entwicklung.

So vergeht neben Schnee-Spaziergängen, Schneemännern, leckeren warmen Waffeln und Kuschelstunden ein Winter-Wochenende wie im Flug.

Nachtrag: Wie abgesprochen, hat heute auch Wheelymum einen tollen Beitrag zum Experimentieren mit Schnee und Eis verbloggt. Da solltet ihr auch mal vorbeischauen.


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