Freitag, 25. November 2016

Unsere Krippefiguren ohne Gesicht


Schon im letzten Jahr habe ich euch ein wenig von unserer Weihnachtskrippe berichtet. Dort habe ich euch aufgeschrieben, wie ich diese umsetzte und wie sich daraus ein tägliches Ritaul entwickeln sollte.
Dieses tägliche Ritual, Maria und Josef ein Stück auf dem Weg nach Vorne zu stellen, hat dem Sohn wunderbar gefallen und brachte ihm so, die Weihnachtsgeschichte um die Geburt Jesus ein Stück näher.
In diesem Jahr freute sich der Sohn nun schon sehr darauf die Krippe wieder aufzustellen und war  mit Feuereifer dabei. Da das Jesuskind natürlich noch nicht in der Krippe liegen darf, hat er gesagt, ich soll es doch wieder in den Adventskalender (wie im letzten Jahr, als er die ersten Figuren geschenkt bekam) tun. Sehr süß! Mach ich natürlich gerne, so werden wir es auch garantiert nicht vergessen.


Nun wollte ich euch noch von unseren Krippenfiguren berichten und warum ich mich für diese entschieden habe. Ich habe mir wirklich sehr, sehr viele Figuren angesehen, verglichen und überlegt. Im Grunde ist es schlußendlich eine Geschmackfrage. Natürlich auch eine Geldfrage. Da ich mich allerdings dazu entschlossen habe, nicht einen kompletten Figurensatz auf einmal zu kaufen, sondern es Jahr für Jahr ergänzen möchte, verteilen sich die Anschaffungskosten und ich finde das dann auch besser machbar.
Ich habe mich für die Holzfiguren der kleinen deutschen Firma Buntspechte entschieden. Die Figuren sprechen mich durch ihre wunderschöne rundgearbeitete Form und die schlichten und nicht zu kräftigen Farben an, wodurch die Holzmaserung noch sehr gut zur Geltung kommt. Was mich am Anfang etwas verwirrte war das Gesicht... es gab kein Gesicht!


Bei den Buntspechte Holzfiguren sind keine Gesichter vorgemerkt. Es werden keine Augen oder Münder aufgemalt. Zunächst fragte ich mich was das soll, was der Sinn ist, aber ich merkte schnell, ich denke hier wie eine Erwachsene. Ich denke zu sehr ohne Fantasie. Buntspechte selbst schreibt darüber:

Viele Menschen bemerken erst später, dass die Buntspechte-Figuren keine aufgemalten Gesichter haben.
Der Entwurf und Gestaltung will es so. Wir finden diese so ausdrucksstark, dass es dieser Augen nicht bedarf. Der "Augen-Blick" und das Zutun des Betrachters soll gefördert werden, damit er mit seinem Sehen das Gesicht der Figur sucht und finden kann. Welches Gesicht wir sehen, ernst oder freundlich, bestimmen die Fantasie und das innere Auge.  

Ich war sehr gespannt darauf wie die Figuren auf den Sohn wirken würden. Und was soll ich sagen... mein Sohn hat nicht einmal danach gefragt, wo denn bitte die Gesichter sind. Für ihn sind die Figuren so, wie sie sind wunderschön. Und ich kann ihm nur beipflichten.
Sie liegen so wunderschön in der Hand, diese glatte und runde Form. Handschmeichler. So schreiben Buntspechte selbst über ihre Figuren. Ja, sie sind wirklich handschmeichelnd.


Ab 01.Dezember werden sich Maria und Josef mit dem Esel wieder auf den Weg machen und im Laufe der Adventszeit wird der Sohn einige weitere Figuren aus seinem Adventskalender ziehen, die ich für euch schonmal in die Landschaft dekoriert udn fotographiert habe. Ein Hirte und einige Schafe und Lämmchen kommen hinzu, den Ochsen bekommt er von der Oma zu Nikolaus geschenkt und auch eine Katze und ein Mäuschen dürfen in den Stall ziehen. Und wie süß ist denn bitte diese kleine Maus? Ich bin jedenfalls entzückt und bin jetzt schon sehr gespannt darauf was der Sohn sagen wird.

Und jetzt will ich von euch wissen, habt ihr eine Krippe? Und für welche habt ihr euch entschieden bzw. für welche Figuren? Stellt ihr die Krippe komplett auf oder gibt es einen Adventsweg? Schreibt es mir doch, ich bin neugierig :)


Dienstag, 22. November 2016

Ein Blogger-Treffen im Südwesten - Vom Klönen und diskutieren - #ebtsü

Am Sonntag war es soweit. Das erste Blogger-Treffen im Südwesten hat in Speyer stattgefunden und ich war dabei!
Berenice von Phinabelle hat es organisiert und sich richtig viel Mühe gegeben. Zuerst reifte in ihr ein Gedanke. Sie gerne ein Blogger-Treffen in ihrer Nähe. Also "Selbst ist die Frau" und sie begann bei Bloggern in ihrer Umgebung nachzufragen, ob daran überhaupt Interesse besteht. Und natürlich stieß sie damit offene Türen ein. Innerhalb kürzester Zeit fand sie eine passende Location und einige Sponsoren, so dass sie und wir keine Kosten hatten und sogar eine GoodieBag zusammen gestellt werden konnte.

Berenice fand einen passenden Treffpunkt in ihrem Wohnort Speyer. Im Familienzentrum K.E.K.S. war alles was wir brauchten. Einen großen Raum, in dem wir Mamis sitzen und reden konnten und gleichzeitig ein großer Spielbereich, den wir im Blick behalten konnten. Es war dadurch sehr entspannt und angenehm. Ebenso war eine Küche vorhanden und natürlich, wie sollte es auch anders sein in einem Familienzentrum, eine schöne Wickelmöglichkeit.

So sah das gegen Ende unseres Treffens aus.... immerhin die Zwerge waren beschäftigt :)
Ich machte mich also zeitig auf zum Bloggertreffen und wusste ich würde viel zu früh dort ankommen. Da die Tochter aber keinen Mittagsschlaf gehalten hatte, hoffte ich auf due einschläfernde Wirkung der Autofahrt und dass sie noch etwas weiterschläft, wenn wir angekommen sind.... haha... wie immer, wenn man sich einen Plan zurecht legt, klappt es nicht! Kaum waren wir auf dem Parkplatz angekommen, schlug die Tochter auch schon die Augen auf und war wach... bei nun gerade mal 30 Minuten Schlaf, wusste ich schon was auf mich zukommen wird...

Ich war als nun auch viel zu früh dran und klingelte hoffnungsvoll, ob mit denn schon aufgemacht werden würde. Berenice kam dann auch direkt und da sie eine sehr Zeitige ist, war sogar schon eine halbe Stunde vor Beginn alles fertig gerichtet. 
Nach und nach trafen alle Bloggerinnen ein. Einige mit und einige ohne Kinder.... und ja, ich beneidete die Damen ohne Kinder! Man ist einfach konzentrierter und kann sich ungestörter unterhalten. Vor allem, wenn man ein Baby dabei hat, welches im Grunde noch Schlaf benötigt hätte. Sabrina von Babykeks kannte ich schon durch das Rhein-Main Elternbloggercafe und hab mich sehr gefreut, sie wieder zu sehen. Wir haben uns auch viel unterhalten an diesem Tag. 

Schnell entwickelten sich Gespräche unter uns Bloggerinnen. Bloggen verbindet und es gab doch einige Themen, die sich dadurch ergaben. Wie sieht es mit den Sponsored-Posts aus. Darf man die noch auf Facebook teilen? Wer zeigt seine Kinder in Vollansicht und wer nicht? Warum? Was für interessante und skurriele Kooperationsanfragen gingen bei uns schon ein. Wie geht man damit um? Wie strukturiert bloggen wir? Wer hat immer, wieviele Blogartikel im Speicher? *hust* Den Speicher hät ich gerne mal.... Wie habt ihr Zeit zum Bloggen? Und habe ich mein Stil gefunden? Wo fühle ich mich wohl, was liegt mir und was nicht und wieso?


Und natürlich gab es auch viele Mami-Themen, die sich solch einer Runde einfach ergeben. Es wurde uns nicht langweilig und den Kindern auch nicht. Der große Spielbereich mit den vielen Spielsachen wurde ausreichend in Beschlag genommen und auch eine Mal-Ecke die von Berenice aufgebaut wurde und von den Frechen Freunden gesponsored war, wurde gerne genutzt. 


Niemand musste Hunger oder Durst leiden, denn auch daran hat Berenice gedacht und ich denke sie wollte sicherlich noch die doppelte Menge an Bloggerinnen durchfüttern.... hihi...

Leider musste ich mich dann doch schon etwas früher verabschieden, denn alles Tragen und Wiegen hat meine Tochter dann irgendwann nicht mehr interessiert. Klar, sie war einfach müde. Zu wenig Schlaf macht grummelig. Also verabschiedete ich mich mit einem etwas schlechten Gewissen, dass ich nicht mehr mit aufräumen konnte und erhielt von Berenice eine reichlich gefüllte GoodieBag für den Heimweg.
Die Tochter schlief schon bevor wir überhaupt aus Speyer heraus waren und ich hatte dadurch eine angenehme Rückfahrt. Zuhause angekommen nahm sich der Sohn sofort die GoodieBag vor. Das kannte er schon und war sehr neugierig. Ich natürlich auch! Viele tolle Kleinigkeiten waren darin enthalten. Auch Dinge, die ich so noch garnicht kannte. Honig und Schokokekse... mhhhh... der Sohn schnappte sich den HABA-Katalog und zeigte mir direkt was er alles zu Weihnachten haben wollte... bitte einmal alles... 



Ich freue mich wirklich sehr, dass ich einen der wenigen Plätze dieses tollen Bloggertreffens erhalten habe. Es war sehr schön, so viele Bloggerinnen persönlich kennenzulernen und sich über sein Hobby austauschen zu können. Mit dabei waren übrigens:


Und natürlich unsere Gastgeberin Berenice von Phinabelle. Abschließend möchte ich auch nochmal allen Sponsoren danken, die diesen ermöglicht haben. Rabach Kommunikation , Netto Marken-Discount , Brand & Vision , Schwanger in meiner Stadt , HABA, Brigitte MOM, Jean & Len, Alnatura, Weleda, Lambertz, Holle und Hipp.

Danke liebe Berenice für deinen Einsatz, deine Zeit und Mühe. Ich freue mich sehr auf ein Wiedersehen. 

Donnerstag, 10. November 2016

Weitere Besuche bei der Osteopathin und die Entwicklung

Vor über 2 Monaten habe ich euch zum ersten Mal über unseren Besuch bei einer Osteophathin berichtet. Nachdem das Schlafverhalten immer anstregender für mich und die Tochter wurde, sagte mir mein Bauchgefühl etwas stimmt nicht und muss geprüft werden. Ich lag mit meiner Entscheidung zur Osteopathin gehen zu wollen goldrichtig und seit dem geht es stetig bergauf!

Seit wir nun in Behandlung sind, hat sich nun nach und nach ein wundervoller Tagschlaf entwickelt. Zuvor war ein Ablegen kaum möglich gewesen. Entweder die Tochter schlief in der Trage, während ich meine Hausarbeiten erledigte oder sobald sie schlief konnte ich mich vielleicht wenigstens mit ihr zusammen hinlegen. Weggehen war dabei nicht möglich oder tat ich es doch, war meist spätestens nach 20 Minuten der Schlaf beendet und der Rest des Tages weiterhin unruhig. Nun kann ich sie z.B. in den Schlaf tragen, wenn ich merke sie wird müde und sobald sie schläft lege ich sie ins Bett und dann schläft sie! Mindestens 2 Stunden, meist sogar 3 Stunden. Ich bin total erstaunt, wie sich das innerhalb von 2 Monaten entwickeln konnte und es ist eine große Erleichterung für mich. Nun kann ich mich auch mal hinlegen, wenn die Nacht vielleicht nicht so gut war oder eben einfach Dinge erledigen, die gleichzeitig mit Kind nicht so einfach sind... oder auch einfach nur duschen ohne darauf zu achten, dass einem das Baby mit Kleidung in die Dusche reinkrabbelt...

Genau, krabbeln tut sie nun nämlich auch. Ok, ich würde es nicht krabbeln nennen, es sieht eher aus wie ein FreeStyle-Krabbengang, aber immerhin! Sie bewegt sich! Sie kommt vom Fleck und somit wird nun alles deutlich entspannter. Sie ist weniger frustriert, weil es auf der Krabbeldecke zu langweilig wird... nun bewegt sie sich einfach dem Bruder hinterher oder zum Küchenschrank und räumt diesen aus. Und seit dem Wochenende stellt sie sich sogar an kleinen Hockern auf und wackelt mit ihrem süßen Stoffwindel-Popo hin und her und freut sich!

Jetzt mögen die Osteopathie-Gegner wieder sagen, dass ist eben die ganz normale Entwicklung. Sie ist einfach etwas später dran, als vielleicht andere Kinder, aber alles noch im normalen Rahmen. Das wäre auch ohne die Besuche bei der Osteopathin passiert.

Vielleicht.... vielleicht aber auch nicht! Denn wir wissen doch aus eigener Erfahrung, wenn sich bei uns etwas verklemmt hat, dann geht eben nichts mehr! Dann sind unsere Bewegungen eingeschränkt, die Schmerzen und Spannungsgefühle lassen uns schlecht schlafen und machen uns generell auch unleidlich und launisch. Klar, der Osteopath könnte nur behaupten, er würde da Verspannung spüren, damit er was zum Abrechnen hat und das die Eltern dann auch wieder kommen, denn mit einer Behandlung ist es schließlich nicht getan... aber auch hier: Wir Eltern merken doch, wenn etwas nicht passt, wenn das Kind sich unwohl fühlt und ich glaube nicht, dass soviele Eltern falsch liegen, die ihre Erfahrungen schon mit anderen Eltern privat oder im Internet geteilt haben, dass ihnen und ihren Kindern endlich durch die Osteopathie geholfen werden konnte!

Als ich vorgestern wieder bei der Osteopathin mit der Tochter war, berichtete sie mir auch von einer Fachtagung, welche sie am Wochenende besucht hatte und dort waren sogar Kinderzahnärzte, die kausale Zusammenhänge feststellten zwischen Verspannungen im Kopf, Hals, Kieferbereich und späteren Fehlstellungen von Kiefern und Zähnen bei den Kindern. Hier hätten frühe Behandlungen z.B. durch Osteopathie helfen können.
Gerade bei meiner Tochter ist mir in den letzten Wochen vermehrt aufgefallen, dass sie ihr Köpfchen sehr gerne nach links neigt, wenn sie jemanden entzückt anlächelt und anklimmpert... da schmilzt wirklich jeder dahin... aber sie neigte den Kopf dabei niemals nach rechts.
Unsere Osteopathin hat genau hier wieder ganz schlimme Verspannungen und Blockaden entdeckt und hatte viel Arbeit sie während unseres Termins zu lösen. Jetzt sollen wir ganz genau beobachten, ob sie nun das Köpfchen gut zu beiden Seiten neigen kann oder ob wir lieber weitere Behandlungstermine ausmachen. Ansonsten ist sie sehr zufrieden, wie toll sich die Tochter nun entwickelt und sie hat auch während der Behandlung gemerkt, dass sie schon viel ausgeglichener und fröhlicher ist, also die Behandlungen davor.

Das Schlafverhalten in der Nacht ist insoweit besser geworden, dass sie gut in den Schlaf findet. Sie geht zusammen mit dem Bruder ins Bett. Ich stille sie, dem Bruder lese ich vor und dabei schläft sie ein. Vor wenigen Monaten noch undenkbar, da habe ich sie Abends noch lange durch die Wohnung tragen müssen, bis sie irgendwann schlief. Aufwachen tut sie allerdings noch oft und sehr unregelmäßig, aber ok, es waren schließlich immer noch Verspannung da, die sicherlich von einem guten Schlaf abhalten.

Wir werden also weiterhin am Ball bleiben, um der Tochter dauerhaft helfen zu können, so dass sie sich ohne Hindernisse entwickeln kann und für sie auch der Schlaf entspannter wird. Viele kleine Erfolge haben wir schließlich schon erzielt.

Was ich für mich mittlerweile mitgenommen habe: Würde ich nochmals ein Kind bekommen (rein theoretisch!), würde ich wohl direkt nach der Geburt einen Termin bei der Osteopathin ausmachen, um frühzeitig geburtsbedingten Spannungen und Blockaden beheben zu können. Wer weiß was wir uns hätten alles ersparen können, wenn wir dies getan hätten!


Montag, 24. Oktober 2016

Montessori ist für alle da... eigentlich...

Vor mehr als 3 Jahren habe ich diesen Blog gegründet. Ich habe ihn gegründet, weil ich Maria Montessori kennenlernen durfte. Nicht in echt. Natürlich nicht. Diese wunderbare Frau lebt nicht mehr. Aber sie hat ihre Spuren hinterlassen und ihre Sichtweisen. Ihre Lehren werden weitergetragen. Für mich ist ihre Sicht auf die Kinder, der Umgang mit ihnen, den Respekt ihnen gegenüber, eine Offenbarung gewesen. Ich habe einiges, was sie schrieb und wie sie handelte, selbst intuitiv so in das Leben mit meinem Sohn eingebracht. Doch nun bekam ich zusätzlich die Literatur dazu, die Ansätze und das Verständnis, warum es so wichtig ist mit seinen Kindern in einem achtsamen Miteinander zu leben, fern ab von dem Umgang, Regeln, Strafen und Konsequenzen die noch immer Gang und Gäbe sind in vielen Familien.

Durch das viele Lesen im Internet und auch durch Gespräche in meinem direkten Umfeld merkte ich aber auch, dass Maria Montessori hier in Deutschland bzw. in deutschsprachigen Ländern noch lange nicht so bekannt und geläufig war, wie ich dachte bzw. ich dachte, dass es gut wäre, für unsere Kinder und auch für uns Eltern.

Ich wollte ebenso meinen Beitrag dafür leisten und startete auch aus diesem Grund meinen Blog. Ich wollte mit dazu beitragen, dass interessierte Leser etwas mehr über Montessori erfuhren. 

Ich begann meinen Blog und schrieb dort über meinen Alltag mit dem Sohn, seine Entwicklung, über verschiedene Themen, wie das Schlafen (das immer viel Raum bei uns einnahm), über Stoffwindeln, über Beikost und auch natürlich über Montessori (aber auch Juuls, Kohn uvm.). Wie ich ihre Texte interpretierte, wie ich Lernanregungen an meinen Sohn weitergab. Wie wir dies bei uns Zuhause umsetzten.

Lange Zeit war alles in Ordnung und ich sah auch durch den stetigen Wachstum meines Blogs, dass ich richtig lag, es war gut über Montessori zu schreiben! Es gibt viele Leser, hauptsächlich Mütter, die daran interessiert sind. Die ebenfalls abweichen wollen von der üblichen Erziehung, die achtsam mit ihren Kindern umgehen möchten, die ihre Kinder in ihrer Denk- und Lernweise verstehen wollen. 

Und dann... Anfang letzten Jahres ging es los... Ich wurde beschuldigt, ich würde mit meinem Blog kopieren, ich hätte keinen eigenen Stil und da ich keine Montessori-Diplom-Ausbildung besitzen würde, sollte ich am besten auch garnicht darüber schreiben. Ich war sprachlos, ob dieser Aussagen und hinterfragte mich. Ist das wirklich so? Kopiere ich? Was kopiere ich? Habe ich keinen eigenen Stil? Ich fragte LeserInnen aus dem Umfeld und auch aus dem Internet, ich fragte BloggerKolleginnen und alle sagten mir: NEIN, das tust du nicht! Du hast deinen eigenen Stil und der ist genau richtig so! 
Zudem ist es logisch, wenn eigene Kinder kleiner sind, dass man irgendwann Lernanregungen und Themen aufgreift, die andere Blogs mit ihren älteren Kindern schon x-Mal vorher beschrieben haben (und die Quellen habe ich hierbei immer angegeben). Sollte ich deswegen nichts darüber schreiben, welche Anregungen, von der großen Vielfalt im World Wide Web, mein Kind toll findet und wie wir diese in unseren Alltag eingebunden haben?

Muss ich wirklich ein Montessori-Diplom abgeschlossen haben, um über Montessori berichten zu dürfen? Meine eigene Sichtweisen dazu beitragen und wie wir es Zuhause umsetzen? Hier möchte ich gerne Tim Seldin, Präsident der amerikanischen Montessori-Vereinigung, aus seinem Buch "Kinder fördern nach Montessori" zitieren: 

Die Montessori-Methode ist gleichsam ein [...]System, das sich in den vergangenen 100 Jahren bewährt hat und das als Ganzes oder in Teilen übernommen werden kann. Versuchen Sie es - bestimmt stellen Sie fest, dass die Montessori-Methode auch bei Ihnen gute Dienste leistet!
Dazu brauchen Sie weder eine Montessori-Ausbildung noch müssen Sie zu Hause eine Montessori-Schule einrichten. Es genügt möglichst viele Vorschläge aus diesem Buch (im Originaltext steht: as many, as you can - also so viele, wie du kannst) zu übernehmen, um als Eltern kompetenter und wirksamer zu erziehen (im Originaltext steht nichts von erziehen, sondern: becomming more effective as a parent) und zu Hause ein Klima voller Wärme, Liebe, Freundlichkeit und Respekt zu schaffen.

Ich teilte also der betreffenden Person mit, dass ich ihre Sichtweise nicht vertrete und weiterhin fortfahre wie bisher.  Ich wurde gesperrt. Gesperrt in Montessori-Facebook-Gruppen, gesperrt, gesperrt... Anfang des Jahres wurde mir dann noch von einer weiteren Montessori-Pädagogin mitgeteilt, ich würde meine Kinder, allen voran meine neugeborene Tochter zu einem Projekt machen... ich würde nur Likes sammeln wollen... es gehe mir nicht um meine Kinder... Diese ganzen Aussagen waren so unbeschreiblich destruktiv, dass ich sie ignorierte. Und auch wieder wurde mir vorgeworfen, ich hätte keinen Montessori-Diplom und würde somit Halbwissen verbreiten. Ich solle die Finger davon lassen! 
Wie sollte man auf solche Anschuldigungen antworten? Ich antwortete nicht! 

Seit dem erhielt ich keine weiteren Mails... dafür aber eine liebe BloggerKollegin (und wer weiß, wer vielleicht noch?), die sich nun ebenfalls von obigen Personen anhören muss, sie würde kopieren... Geht es hier wirklich noch um Montessori?!? Denn sie hat entsprechendes Fachwissen. Ich bin entsetzt, ich bin wütend! Ja, so ehrlich muss ich meine Gefühle nun benennen!
Ist Montessori nur für einige wenige erlaubt, die darüber schreiben und berichten dürfen? Ist die eine Montessori Vereinigung oder Gesellschaft besser, als die Andere? 

Hier möchte ich gerne Catherine McTamaney, anerkannte Montessori-Pädagogin, aus ihrem Buch "Das Tao von Montessori" zitieren:

Die Vorstellung, dass es EIN Montessori gäbe, eine bestimmte Weise zu reagieren, eine bestimmte Art, unseren Unterricht vorzubereiten, bestimmte Lerninhalte, eine bestimmte Form des Unterrichtstages, eine magische Kombination von Zutaten, die eine Klasse oder eine Schule zu einer "echten" Montessori-Schule macht, schneidet uns von unserer authentischen Arbeit ab. Wenn wir diese Frage stellen, konzentrieren wir uns auf uns selbst und auf unsere Interpretation der Montessori-Philosophie, mehr auf ein abstraktes weites Feld als auf die Kinder. Wir distanzieren uns von anderen Erziehern (dieses Buch wurde nicht nur für Pädagogen geschrieben, sondern die Autorin meint damit ebenso die Eltern, Montessori selbst nennen Eltern auch gleichzeitig Erzieher), von denen wir vielleicht etwas lernen könnten. Wir machen uns selbst zu etwas Elitärem, Einzigartigen, Besonderen. Kurz gesagt, wir machen "Montessori" zu einem Substantiv statt zu einem Verb.

Wenn wir Montessori leben, erkennen wir, dass Montessori-Klasse von Schule zu Schule, von Jahr zu Jahr, tausend verschiedene Formen annehmen. Was Montessori-Erziehung ausmacht, ist jener nicht greifbare, unbenennbare Atem, der die in seiner Fürsorge stehenden Kinder bedingungslos liebt, der annimmt und fördert, ohne zu urteilen, der verbindende Gemeinsamkeiten sucht, anstatt zu trennen. Es ist eine Friedfertigkeit und eine Suche nach Frieden, die über politische Zugehörigkeiten und über anerkannte Schulbezeichnungen hinausgehen.

An junge Erzieher senden wir die Botschaft, dass es EIN anzustrebendes Ziel gäbe, dass sie nach einer genügenden Anzahl von Jahren, genügender Praxis, genügender Lektüre oder nach einer Reihe selbst geschriebener Sätze endlich "Montessori-Lehrer" sein würden. Damit betonen wir jedoch etwas, das wir von unseren Kindern nie zu verlangen versprachen: dass das Resultat wichtiger sei als der Prozess.

Weiterhin schreibt die Autorin:

Keine Verbindung zwischen unvollkommenen Menschen, die sich auf ihren eigenen, nicht vorgegebenen Wegen vorantasten, wird frei von Fehltritten sein. Manchmal ist es leichter für uns, uns auf die Fehler unserer Kollegen zu konzentrieren, als die Balken aus unseren eigenen Augen zu ziehen. Es geht uns besser mit unseren eigenen Fehlern, wenn wir zuerst die vermeintlich größeren der anderen feststellen.
Aber wie hilft uns das? Wir kritisieren einander. Wir zeigen mit dem Finger aufeinander und nehmen uns gegenseitig auseinander.
Wir stärken einander wieder, wenn wir annehmen, dass selbst diejenigen Lehrer, mit denen wir nicht einer Meinung sind, glauben, dass auch sie den Kindern gut dienen. Wir gewinnen wieder an Stärke, wenn wir mangelndes Vertrauen aufgeben und mit den anderen Erwachsenen in unseren Gemeinschaften zusammenarbeiten, anstatt gegen sie.

Ich bin keine Montessori-Pädagogin, dies habe ich nie behauptet und ich werde auch niemals eine werden. Ich bin eine Mutter. Eine Mutter, die ihren Kindern helfen will, die sie bedingungslos liebt, annimmt und ihnen das anbieten möchte, was sie in ihrer Entwicklung benötigen. Maria Montessori ist für mich ein Leitfaden und sie ist auch für viele andere Eltern ein Leitfaden geworden. Ich möchte meine Erfahrungen weitergeben, auch andere BloggerKolleginnen möchten ihre Erfahrungen weitergeben, auch ohne Ausbildung, nur mit dem was sie lesen und gleichzeitig selbst lernen. Denn auch wir Erwachsene lernen stetig. Montessori kann nicht kopiert werden, sie ist einzigartig und hat uns ihre Sichtweisen, ihre Materialien hinterlassen, die immer wieder und wieder ihre Anwendung finden. Exakt oder angepasst, immer auf das Kind. Das Kind steht im Mittelpunkt und nicht wir Erwachsene....
Niemals wollte ich solch einen Blogbeitrag schreiben, aber ich sehe nicht ein, wieso es nur EIN Montessori geben soll. Montessori ist für alle da, die Liebe zu unseren Kindern ist in uns. Gegen den Vorwurf des Kopierens können wir nichts ausrichten, wir haben es versucht zu erklären.
Aber zusammen mit Manuela von der Wunderwerkstatt habe ich mir etwas überlegt:

Wir mögen vielleicht keine Montessori-Pädagogen sein, aber wir sind Montessori-Entdecker! Egal ob Mutter, Vater, Oma, Opa, ErzieherIN, Tante, Onkel...Wir werden weiterhin über unser Erlebtes und über unsere Erfahrungen schreiben. Möchten aber auch aufzeigen, wir sind nicht gelehrt und wollen uns in unserem Lernen und Entdecken nicht vorwerfen lassen, dass wir es doch besser lassen sollten. Dies soll der wunderschöne Montessori-Entdecker-Button für uns aufzeigen.

Und daher rufe ich euch auf, zeigt uns doch, wie sehr Montessori bei euch gewirkt hat. Wie ihr Montessori Zuhause lebt. Was hat sich verändert, in euren Köpfen, in eurem Umgang mit den Kindern. Vielleicht auch in der Gestaltung eurer Wohnungen? 
Wir wollen sehen und lesen, was Montessori bewirkt, jetzt, aktuell, bei euch! Schreibt doch eigene Blogartikel darüber, wenn ihr Blogger seid und verwendet den Hashtag #MontessoriEntdecker und verweist auf diesen Artikel. Schreibt uns doch eure Erfahrungen, ich fasse sie gerne hier auf dem Blog zusammen oder schreibt einen Gastartikel, ich biete euch hier die Plattform. Außerdem wollen wir alle eure wundervollen Blogs und Homepages auf der Seite www.montessorientdecker.de sammeln, um ein Gemeinschaft zu bilden, von montessori-interessierten Menschen ohne Ausbildung, aber auch jeder mit Ausbildung und Erfahrung ist natürlich willkommen.

Ich weiß nicht, ob dieser Artikel bei manchen gerne gesehen ist, sicherlich nicht, ich bin ja keine Diplom-Pädagogin. Ich/Wir könnten falsches Halbwissen verbreiten, aber selbst Maria Montessori schrieb schon, dass es nicht nur um Wissen geht. Es geht um unsere komplette Sichtweise auf das Kind und das tägliche respektvolle Miteinander. Das sollte IMMER an oberster Stelle stehen!

Wenn Erziehung (damit meinte Maria Montessori selbst:
Hierbei wird das Wort Erziehung natürlich nicht im Sinne von Unterricht verstanden, sondern im Sinne einer Unterstützung der seelischen Entwicklung des Kindes) immer im antiquierten Sinne einer bloßen Wissensvermittlung verstanden werden soll, ist wenig davon für die Verbesserung der Zukunft des Menschen zu erhoffen.

Maria Montessori 

Donnerstag, 13. Oktober 2016

Die Jahreszeit im Mini-Format


Sehr schön für Kinder um auch Zuhause den Wandel der Jahreszeit immer im Blick zu haben, ist der Jahreszeitentisch. Über diesen habe ich hier schon einige Male geschrieben. Wir haben dazu ein kleines Schränkchen, welches ich günstig bei den Kleinanzeigen entdeckt hat.
Das immer wieder neue Gestalten zusammen mit den Kindern ist eine schöne Beschäftigung. Die mitgebrachten Schätze können so wunderbar in Szene gesetzt und wertgeschätzt werden. Wir können auch so mit den Kindern ins Gespräch kommen über die verschiedenen jahreszeitlichen Gegebenheiten, was da denn nun gesammelt wurde und was damit vielleicht noch gemacht werden kann.

Nur hat man natürlich nicht immer den Raum und Platz einen ganzen Tisch oder ein Schräncken wie wir für die Gestaltung der Jahreszeiten zu haben. Die Größe spielt dabei allerdings keine Rolle, man kann diese wundervolle Idee auch im Kleinen zusammen umsetzen. Egal ob auf einer Ecke der Fensterbank oder wie wir nun an einem Ende unseres großen Esstisches. Denn bei uns war es diesmal die wenige Zeit, die mir meine Tochter lässt, mich gegen die Gestaltung des ganzen Schränkchens zu entscheiden und die kleinere Alternative zu wählen.

Mein Sohn und ich sammelten bei Spaziergängen also ganz viele wunderschöne Herbstschätze und schnitten passende Blumen dazu auf dem Blumenfeld. Es gibt jetzt auch noch viele Wildblumen, die man noch pflücken kann. Das machen wir auch gerne, aber diesmal wollte mein Sohn zum Blumenfeld und schneidet mittlerweile völlig selbstständig alle Blumen ab, die er zum dekorieren haben möchte. 

Um dann alles Zuhause schön ins Szene zu setzen, eignen sich eine große Vase oder viele kleine Vasen . Am schönsten ist dann noch eine Art Holztablett , flache Schale oder Baumscheibe um alles darauf zu trapieren und so dem ganzen eine Begrenzung zu geben und auch optisch sichtbar zu machen, dies alles gehört zusammen und kann genau dort auch noch weiter ergänzt und umgestaltet werden. Ich habe noch einige passende Wald-Schleichtiere (z.B. Fuchs , Hirsch , Igel ) dazu gestellt, welche zu diesem herbstlichen Thema wunderbar passen. Uns gefällt unsere kleine Variante des Jahreszeiten-Tischleins sehr und das kleine Teelicht dabei gibt ein schönes Licht, gerade beim Frühstück am Morgen und zum Abendessen, wenn es beginnt dunkel zu werden. Unser Sohn zündet die Kerze immer zu den Essenszeiten an, was ihm ebenso ein liebgewonnenes Ritual geworden ist.

Jetzt würde mich natürlich interessieren, wo sammelt ihr die Herbstschätze eurer Kinder?

* Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links.

Donnerstag, 6. Oktober 2016

Über das Gitterbettchen... über Gitter in unseren Köpfen.

Hätte Frida von 2KindChaos mich nicht darauf aufmerksam gemacht, hätte ich mir diese Sendung wohl erst garnicht angeschaut. So aber war ich neugierig. Ich wollte wissen was sie und weitere Blogger-Kolleginnen in dieser Sendung zu sagen haben und natürlich war ich gespannt, wie RTL das Thema Schlafen aufarbeiten wird. In ihrer Sendung "Das große Erziehungsexperiment"...

Das mich alleine schon das Wort Experiment störte, könnt ihr euch sicherlich denken! Unsere Kinder sind kein Experiment! Wir leben mit ihnen zusammen und sollten tagtäglich in einer gemeinsamen Beziehung leben, in welcher sich alle wohlfühlen, geachtet und verstanden werden.

In dieser Sendung war der Schwerpunkt auf das Schlafen gelegt, was ich sehr gut verstehen kann. Nichts nimmt so viel Raum ein, wie das Schlafen. Gerade dann, wenn es augenscheinlich "nicht funktioniert". Wir Eltern sind dann sehr empfänglich für jegliche Ratschläge, Tipps und machen dann auch gerne "Experimente", um irgendwie an unseren erholsamen Schlaf zu kommen.

3 Familien wurden in dieser Sendung vorgestellt, bei welchen das allabendliche Zubettbringen sehr viel Raum einnahm und mit viel Streß, Tränen und Kummer verbunden war. Ihnen sollte unter der Zuhilfenahme von Experten geholfen werden.

Bei 2 Familien fiel mir eines sofort auf! Gitterbettchen! Im eigenen Zimmer! Und der Drang der Kinder daraus so schnell wie möglich entkommen zu können. Sich mit aller Macht dagegen zu wehren, um wieder zu den Eltern zu kommen. Ich musste gerade bei dem kleinen Mädchen, welches herzzereißend weinte und schrie fast mitweinen und verstand die Mutter nicht. Wieso musste dieses noch so kleine Kind in ihrem Gitterbett, im eigenen Zimmer schlafen? Die Mutter legte sich vor das Bettchen, auf einem improvisierten Schlaflager, auf den harten Boden und versuchte es durch die Gitterstäbe immer wieder zu beruhigen. Was überhaupt nicht gelang.

Zusammen mit der Expertin führte die Mutter Rituale ein. Schöne Rituale, mit Vorlesen, Stofftiere ins Bettchen bringen, Schlafsand verteilen usw. Schlußendlich sollte das Mädchen aber dann wieder in ihr Gitterbettchen, was augenscheinlich gelang, sie schlief dort wirklich ein, ohne Geschrei, ohne weinen... zumindestens für diesen einen Abend, dieser Sendung... wie es weiter geht, wenn das Mädchen diese Umstellung wirklich realisiert, das sieht man nicht.

Warum müssen unsere Kinder in ihre eigenen Zimmer, warum müssen sie dort schlafen? Wo sie alleine und hilflos allem ausgeliefert sind? Denn genau das ist wider die Natur. Wider der Evolution. Genau deswegen wollen im Grunde alle Kinder bei ihren Eltern schlafen und in großen Teilen der Welt ist dies auch vollkommend normal und wird von den Eltern nicht in Frage gestellt. Nur in den westlichen Ländern, da scheint dies für uns Eltern undenkbar. Da haben wir Angst um unser Privatleben als Eltern oder das die Kinder unser Bett niemalsmehr verlassen wollen. 

Die Gesellschaft prägt uns und viele von uns kämen daher garnicht darauf, die Kinder einfach ins Ehebett mit hinüber zunehmen, da es für sie garnicht als mögliche Lösung im Fokus steht. Kinder müssen im Kinderzimmer schlafen. Punkt. Die Aussagen viele Facebook-Leser auf der RTL-Seite, dass diese Eltern so egoistisch wären, weil sie ihre Abende ohne die Kinder verbringen wollen, kann ich so nicht stehen lassen. Man hat gesehen, dass es sehr lange gedauert hat bis die Kinder endlich schliefen. Abend für Abend, immer wieder. Die Eltern hatten keine Abende für sich, kein Abschalten, keine Zweisamkeit. Alle Abende bestanden aus Streß, oft über viele Stunden. Das hat nichts mit Egoismus zu tun, daran etwas ändern zu wollen, denn es geht eben auch anders. Nicht unbedingt, wie es dann in der Sendung durchgeführt wurde, obwohl es augenscheinlich Erfolg hatte... aber auch hier gilt, jede Familie ist anders, jedes Kind ist anders und somit auch jedes Schlafverhalten und damit muss auch jede Einschlafbegleitung indviduell passend für Kind und Eltern sein. Wichtig ist hierbei zu wissen und da stimme ich den Lesern zu, Ziel sollte nicht sein, so früh wie möglich die Kinder am Abend "los zu sein", sondern sie wirklich dem Alter und den Bedürfnissen entsprechend zu begleiten. Wenn es hier Kinder gibt, die da ihr Bettchen, in ihrem Zimmer akzeptieren und dabei gut schlafen, dann ist das auch ok.

Nur sollten Eltern wissen, dass dies nicht der Regelfall ist und das sie sich nicht schämen müssen zu sagen, meine Kinder schlafen bei uns, im Ehebett. Wir alle gemeinsam! Denn so ist der Schlaf für uns alle am erholsamsten. Denn das ist doch das Wichtigste. Das ALLE Abends zur Ruhe kommen, entspannen, regenerieren vom erlebten Tag. 

Es ist schwierig von gesellschaftlichen Normen abzuweichen, gerade wenn es über viele, viele Jahrzehnte so suggeriert wird. Kinder schlafen im eignen Bett. Kinder ins Familienbett zu holen, ist kein Lösungsweg! Doch das ist es! Und das hat mir gestern in der Sendung gefehlt. Für alle Eltern! Zu wissen, es ist ok, es ist natürlich, es ist eine Möglichkeit. Das Familienbett.

Auch dies haben mir nämlich viele Kommentare unter dem RTL-Facebook-Post gezeigt. Es ist für viele Familien nämlich schon gelebter Alltag, gelebtes abendliches Ritual, die Kinder bei den Eltern im Bett schlafen zu lassen, weil es so passt, weil sie so am besten schlafen. Uns Eltern muss dieser Lösungsweg an die Hand gelegt werden, auch mit dem Hinweis, dass es der Partnerschaft sicherlich nicht schaden wird/muss. Das ein Familienbett nicht nur aus dem Elternbett bestehen muss, sondern auch angebaut werden kann, damit genug Platz für jeden da ist. Das Kuscheln kein Muss ist, aber die Nähe zueinander. Das dies alles nur ein kurzer Zeitraum sein wird, in dem die Kinder das so sehr benötigen und sie defintiv irgendwann in ihr Bett, in ihr Zimmer wollen, ihre eigene Privatsphäre brauchen. 

Mir haben all diese Infos gestern gefehlt und diese Gitterbettchen (in der Sendung) waren symbolisch für mich. Sie zeigen immer noch das, was die Gesellschaft für richtig findet. Die Trennung von Kindern und Eltern. Kinder haben alleine zu schlafen, egal was die Evolution sagt oder nicht. Diese Gitter sind noch in unseren Köpfen zu finden und müssen endlich weg! Familienbett ist nicht alternativ oder irgendein neuer Firlefanz, den es nicht geben sollte. Wir versuchen damit unserer Natur zu widersprechen! Wir kämpfen dadurch abendliche "Kämpfe", die nicht sein müssten. 

Das Gitterbettchen, im eigenen Zimmer, muss nicht sein. Vielleicht für einige Familien, die Kinder haben, die problemlos überalls schlafen würden. Das Gitterbettchen kann aber ein prima Anbau für das Familienbett sein und kann dort einer wirklich sinnvollen Bestimmung nachgehen: Erholsamer/Besserer Schlaf für Alle!


Samstag, 1. Oktober 2016

Wann bist du so groß geworden...

Manchmal schaue ich meine Kinder an und denke mir, wann seid ihr so groß geworden? Kennt ihr das auch? Man sieht sie doch jeden Tag an, immer wieder und wieder und doch gibt es manche Tage, an denen fällt es einem plötzlich wie Schuppen von den Augen: Es ist etwas passiert! Etwas hat sich verändert!

Unsere Kinder verändern sich jeden Tag, sie wachsen körperlich und geistig. Jeden Tag ein kleines Stückchen. Sie lernen neue Dinge, können sich besser verständigen, können plötzlich einen Handgriff, den sie doch bisher noch nicht konnten.

Es ist so faszinierend und wir beobachten unsere Kinder täglich bei all diesen großen und kleinen Veränderungen und dem Wachsen und doch denke ich an manchen Tagen: "Huch! Was ist denn nun passiert?"

Plötzlich schaut der Sohn über den Küchentresen hervor, öffnet die oberste Schublade und schaut hinein, um etwas herauszuholen, als wäre das immer schon so gewesen. Da muss ich kurz innehalten und staunen.

Plötzlich sind Arztbesuche kein Weltuntergang mehr und der Sohn hält sogar ein Schwätzchen mit der Ärztin, die er zuvor nicht einmal ansehen wollte. Selbst die Ärztin sieht mich staunend an. Ich tue es auch.

Im letzten Monat hat der Sohn zwei große Wachstumsschübe hinter sich gebracht. Mit viel Schmerzen und Fieber. Danach waren die Füße zu groß für die aktuellen Schuhe und auch einige Hosen trugen plötzlich Hochwasser. Ich staunte!

Laut ist er geworden der Sohn. Der Kindergarten hat da einiges mitgebracht. Als er und die Tochter gestern während und nach dem Abendessen in voller Intonation anfingen zu spielen, drohten meine Gehörgänge zu kollabieren. Ok, manche Veränderungen braucht man nicht unbedingt... aber auch hier stellte ich fest, aus meinem sehr ruhigen, sehr überlegten kleinen Zwerg, ist ein Junge geworden, der, wenn er jemanden Neues eingeschätzt hat, auch sehr schnell dazu übergeht diese Personen einzunehmen und ihnen seine ganze Lebensgeschichte erzählen möchte... auch hier staune ich und schmunzeln muss ich auch.

Ich beobachte meine Kinder sehr gerne und gerade jetzt auch den Sohn, wenn er versunken die verschiedensten Lego-Fahrzeuge erfindet. Wenn er alle möglichen Materialien zum Basteln zusammen trägt und munter loslegt. Wenn er wie selbstverständlich dem Papa beim Abladen des Holzes mit der Schubkarre hilft und ungefragt schon beginnt das Netz vom Anhänger zu entknoten. 

Ich stehe staunend daneben und fragte mich: Wann bist du so groß geworden?

Ich glaube, die Frage werde ich mir noch sehr sehr oft stellen und manches Mal werde ich mir noch wünschen, dass sich die Zeit doch etwas langsamer drehen mag, um nichts zu verpassen. Keinen Moment an dem wieder eine Veränderung, ein Wachsen stattfinden wird, soll uns entgehen. Es geht so schnell bei unseren Kindern. Wir können einfach nur zusehen und staunen und uns freuen, über all diese wundervollen Veränderungen.


Montag, 12. September 2016

Wenn der Leidensdruck groß wird...

Letzte Woche war ich zu einer Zwischenuntersuchung bei meiner Kinderärztin. Also eigentlich war ich bei meiner Kinderärztin... herein kam dann der alte Kinderarzt, der eigentlich schon in Rente ist und wohl trotzdem gerne noch ab und an aushelfen möchte.

Bisher hatte ich mit ihm keine Probleme. Bisher hatte ich aber auch keine Probleme, die ich mit ihm hätte besprechen müssen. Also keine Auffälligkeiten, keine schlimmen Krankheiten... ich musste einfach nur zu den U-Untersuchungen kommen, mir die Bestätigung abholen, dass alles gut ist und konnte wieder mit den Kindern nach Hause gehen.

Nun ist das Schlafverhalten der Tochter nicht das Beste. Tagsüber schläft sie schlecht, bis wenig, bis kaum und auch Nachts ist sie meist stündlich wach, schläft schlecht wieder ein, kann auch mal zwischendrin ein paar Stunden wach sein usw. Gefühlt komme ich hier also an eine Grenze und mit dem Besuch bei der Osteophathin bestätigte es sich, dass bei der Tochter Blockaden und Verspannungen das schlechte Schlafverhalten begünstigten.

Ich erzählte dies auch dem Kinderarzt, der daraufhin nur abwinkte und meinte ich solle die Kleine doch einfach mal bei den Großeltern abgeben und ein Wochenende mal ausschlafen. Ich erklärte ihm, dass sie sich nicht von den Großeltern beruhigen lässt, in keinster Weise. Selbst mein Mann kann sie kaum beruhigen, Abends schon garnicht. Auch hier winkte der Kinderarzt nur ab, das würde schon funktionieren... aha... 
Und ob ich denn das Buch "Jedes Kind kann schlafen lernen" kennen würde? Das würde er mir empfehlen. Damit disqualifizierte er sich entgültig bei mir und ich baute mich vor ihm auf und erklärte ihm, dass ich mein Kind sicherlich nicht schreien lassen werde, wenn es mich braucht!

Dann wäre mein Leidensdruck noch nicht groß genug, entgegnete er mir. Ich musste mich nun wirklich zurück halten (denn mein Sohn war auch dabei) und sagte ihm, dass schließlich Blockaden und Verspannungen gefunden wurden und wir meiner Tochter nun helfen wollen und das mein Leidensdruck hierbei so groß nicht werden kann, dass ich dieses Buch zu Rate ziehen würde. Ich verabschiedete mich, ging zur Anmeldung und forderte dort, dass für die Zukunft vermerkt ist, dass ich nur noch zur Kinderärztin möchte, die immerhin diese Praxis auch übernommen hat. Mein Sohn will sowieso nur noch zu ihr. Er hat wohl schon viel früher verstanden, was er von diesem Mann zu halten hat, als ich selbst.

Wenn ich daran zurück denke, werde ich immer noch so sauer. Zum Einen, da ich im Grunde keine Hilfe für meiner Tochter bekommen hatte. Den Erkenntnissen meiner Osteophathin wurden garkeine Beachtung geschenkt, also das hier eben wirklich Schmerzen und Unwohlsein, das Schlafverhalten beeinflussen könnten und zum Anderen werden mit uralten und überholten "Weissheiten" um sich geschmissen, die nachweislich den Kindern schaden und verzweifelte Eltern noch mehr verzweifeln lassen, da sie ihre Kinder schreien lassen sollen. 
Hier werden Bindungen zwischen Eltern und Kindern zerstört. Das kindliche Vertrauen in die Eltern. Das Wissen des Kindes, wenn ich rufe, wenn es mir nicht gut geht, dann kommen meine Eltern, dann sind sie für mich da. Das wird mit Schreienlassen, mit dem Ignorieren der kindlichen Bedürfnisse zerstört.

Dieser Kinderarzt ist in Rente und da ist er auch genau richtig! Es macht mich sehr traurig, da ich im Grunde weiß, diese Situation ist kein Einzelfall. Sie steht symbolisch für viele Eltern, die Hilfe suchen bei Fachpersonen und diese Hilfe dort aber nicht bekommen werden. Dort ist oft noch das Kind der Tyrann und das Kind hat zu funktionieren. Deren Bedürfnisse wird dabei wenig bis keine Beachtung geschenkt. Ich will damit sagen, wir Eltern müssen auch auf uns hören, vielleicht andere Wege gehen, nach DER geeigneten Hilfe für uns und unsere Kinder suchen, wenn wir sie brauchen. Manchmal kann die Suche auch länger dauern. Die erste Hilfe oder Meinung, muss jedenfalls nicht die Richtige sein.


Samstag, 3. September 2016

Wenn Blogger sich treffen.... das 2.RMEB

Huch! Nun ist es auch schon wieder 2 Wochen her, dass wir uns zum zweiten Mal zum Rhein-Main Elternbloggercafe getroffen haben und weil es so schön war, möchte ich jetzt noch, auch wenn ich hier total verspätet bin, darüber schreiben!
Wie ihr lieben LeserInnen ja wisst, mit der kleinen Tochter komme ich gefühlt zu nichts und daher liegt zeitweise auch immer mein Blog etwas auf dem Abstellgleis... irgendwann werden sich die Zeiten wieder ändern... ganz bestimmt... ich weiß das... alles nur eine Phase... ihr wisst...

Ich freute mich jedenfalls sehr auf das zweite Treffen und das ich einen der wenigen Plätze ergattert habe. Denn, viele wollten kommen, aber zu groß wollten es Frida und Marsha auch nicht werden lassen, damit es seine Gemütlichkeit behält und die Chance besteht auch mit jedem der anwesenden BloggerInnen ins Gespräch zu kommen.

Gekommen sind an diesem Sonntag vor zwei Wochen:

Dani von Glucke und so
Carina von Nordhessenmami
Anke von Gemüsebaby
Christina von Rabaukenmami
Mara von Erdbeerlila
Martina von Jolinas Welt
Sabrina von Babykeks
Jenny von Kind und Studium

und die Gastgeber:

Marsha von Mutter & Söhnchen
Sepp und Frida von 2KindChaos 

Getroffen haben wir uns im Hofgut Oberfeld. Ein sehr gemütliches Fleckchen am Rande Darmstadts mit viel freier Fläche, Rutschfahrzeugen und Heuscheune für die Kinder und einem tollen Hofladen, mit Frühstück, Kaffee, Kuchen und auch kleinen warmen Mahlzeiten. Alles in Bio- und sogar Demeter-Qualität. Also es ist empfehlenswert und diese Location war von unseren GastgeberInnen wirklich gut gewählt worden. 


Da wir uns fast alle schon vom 1.Treffen her kannten, ging das wilde Quatschen und Schnacken auch direkt los und natürlich drehte es sich vorwiegend um das Bloggen. Wieso bin ich schon so viele Jahre Blogger und habe nur so wenige Leser? Was könnte ich ändern? Habt ihr auch von dem und dem eine Kooperationsanfrage erhalten? Wie geht ihr mit bestimmten Angeboten um? Habt ihr ein Gewerbe angemeldet? Wie muss ich das alles verrechnen? Welchen Wert gebe ich an? Einen möglichen Einkaufspreis des Kooperationspartners oder den Verkaufspreis? Was ist wenn ich die erhaltende Sache irgendwann verkaufe oder doch behalte? 
Wieviel Seitenaufrufe hast du oder du im Monat? Wer von euch macht Kooperaionen? Und wer nicht? Wie kennzeichnet ihr das auf eurem Blog? 

Ich sag euch, am Ende schwirrte mir schon etwas der Kopf. Da kam doch nochmal einiges an neuem Input zusammen und so ging es nicht nur mir! Wir baten, ja bettelten fast, dass Frida und Marsha Menschen finden, die über Themen wie Gewerbe, Verrechnung usw. doch einige Vorträge bei dem oder den nächsten Treffen halten könnten. 

Der Vormittag ging viel zu schnell vorbei und Frida und Marsha richteten Goodie-Bags für alle! Hallo? Wer hätte denn bitte damit gerechnet? Immerhin wollten wir uns doch eigentlich nur zum gemütlichen Plauschen treffen! Ich hab mich wirklich sehr darüber gefreut und es waren wieder sooo viele tolle Dinge darin enthalten. Vielen lieben Dank ihr Beiden!

Es waren zwei Spiele von Amigo enthalten. Die Regenbogenschlange haben wir schon ausgetestet und zum kurzen Zeitvertreib ist diese wirklich richtig klasse! Die tollen Stabilo Woody Stifte hab ich direkt zurückgehalten und werden dann in den Besitz der Tochter übergehen, wenn sie dann soweit sein wird. Diese Stifte sind ebenfalls richtig super und vielseitig! Und die duftigen Shampoo&Shower Gels von Bübchen wurden direkt vom Sohn abgegriffen. Wenn er mit Papa zusammen duschen geht, heisst es nun "Papa, was möchtest du heute sein? Ein Paraiesvogel oder ein Apfelbäckchen?" Hihi!
Alles zusammen war in einer sehr stabilen und schicken Tasche von Brigitte MOM gepackt und dazu gab es noch eine Ausgabe der Brigitte MOM. 
Danke, liebe Sponsoren für eure Zusammenarbeit mit Frida und Marsha!

Nach und nach gingen nun alle Blogger, schade, dass es immer so schnell zu Ende geht. Es hat wieder richtig viel Spaß gemacht, mit Gleichgesinnten zu quatschen und sich auszutauschen. Die Tochter war auch wunderbar entspannt (hat den größten Teil auch verschlafen) und so bleibt am Ende nur zu sagen:

Liebe Marsha, liebe Frida: Danke für einen wundervollen Vormittag. Danke, dass ihr diese tollen Treffen auf die Beine stellt und hoffentlich: Bis zum nächsten Mal!


Donnerstag, 1. September 2016

Unser Besuch bei der Osteopathin

Vor knapp einem Monat war ich mit der Tochter bei einer Osteopathin. Irgendwie hatte ich das Gefühl ich muss dort hin. Irgendwie dachte ich, Osteopathie könnte helfen. Obwohl ich auch gleichzeitig dachte, wieso sollte unsere Tochter Verspannungen oder Blockaden haben, immerhin ist sie nun schon 7 Monate alt, wenn, dann hätte das ja nach der Geburt alles auftauchen müssen, oder?

Ich kann euch gleich sagen, auch nach so vielen Monaten können geburtsbedingte Blockaden, Verspannungen oder Traumata nachwirken, ohne das diese zu Anfang wirklich am Verhalten oder dem Bewegungsablauf ersichtlich sind. 
Gerade der Bewegungsablauf der Tochter entwickelte sich zu Anfang genauso zügig, wie bei ihrem Bruder. Mit 4 Monaten drehte sie sich und war auch sonst recht zügig mit der Bewegung ihrer Händchen, dem Greifen usw. 
Erst später merkte ich, sie hing ihrem Bruder etwas hinterher, was eigentlich nichts zu sagen hat, denn eigentlich darf man Kinder untereinander nicht vergleichen. Aber gerade weil die Entwicklung in den ersten Monate von Beiden im Grunde exakt parallel lief, kam ich etwas ins Überlegen und neben dem immer schlechter werdenden Schlafverhalten, reifte der Gedanken nach einem Osteopathen-Besuch in mir.

Diese Überlegungen verkündete ich meinen Instagram-Lesern und eine liebe Mama, welche ich während der Geburtsvorbereitung in der Schwangerschaft mit dem Sohn kennenlernte, empfahl mir eine Osteopathin. Denn auch sie hatte ähnliches bei ihrer Tochter festgestellt, die anfangs gut schlief und dann nicht mehr, ebenfalls immer getragen werden wollte und auch in der Bewegungsentwicklung zurück fiel.

Schaden kann es nicht, dachte ich mir und machte also einen Termin aus. Dort angekommen, sollte ich nur kurz ein paar Eckdaten nennen und was mir an meiner Tochter aufgefallen ist. Die Osteopathin schaute sich unsere Tochter genau an, tastete sie ab, drehte und bewegte sie und fragte dann direkt, wie die Geburt verlaufen wäre. Schnell, sehr schnell, schilderte ich.
Darauf sagte sie, genau das habe sie erwartet. Unsere Tochter hat einige Verspannungen und sie kennt eigentlich kaum ein Kind, welches bei einer schnellen und zügigen Geburt nicht doch irgendetwas davon getragen hat. Gerade bei sehr schnellen Geburten, schilderte sie, kann man es sich fast wie ein kleines Schleudertrauma vorstellen. Warum denn aber am Anfang alles gut war? Sie sogar durchschlief, fragte ich. Leichte Blockaden oder Verspannungen, fallen am Anfang vielleicht durch vermehrtes Spucken (hatten wir!) oder Lieblingsseiten beim Stillen auf (hat sie nicht, sie wechselt im Grunde ständig hin und her, sehr unruhig!) und durch Steifmachen (ja, hatten wir auch). Wenn dann die ersten Wachsstumsschübe kommen, entsteht immer mehr Druck und Spannung auf diese Stellen und jetzt machen sie den Babys so richtig Probleme und aus einem so tollen Durchschlafkind, wie meines es war, können dann Babys werden, die sich kaum noch ablegen lassen, ständig wach werden, vielleicht auch viel weinen, weil sie Schmerzen haben usw. Weinen tut meine Tochter nicht, wenn sie wach wird, ist sie einfach wach und will gestillt werden. Wenn sie nicht einschlafen kann, will sie getragen werden, aber sie weint dabei nicht, sie ist eben einfach wach, bis ihr irgendwann die Augen zu fallen. Es scheinen also bei ihr keine wirklichen Schmerzen zu sein, sondern eben unangenehme Verspannungen oder Druck, der sie am Schlafen hindert oder wieder weckt.
Zudem steht die Hüfte im Hohlkreuz, sie kommt dadurch nicht wirklich in den Vierfüßler, was sie sicherlich stark frustriert. Das merke ich auch, wenn sie auf ihrer Spieldecke ist und sie sich im Grunde nur im Kreis bewegt oder nach hinten. Irgendwann hat sie sich von allen Spielsachen entfernt und meckert frustriert und hat keine Lust mehr.
Die Osteopathin massierte unsere Tochter durch und zeigte mir auch weitere Übungen für Zuhause, die wir nun täglich mehrfach durchführen sollten. Was wir seit dem auch tun. Was sie mir aber auch mitgab... unsere Tochter ist ein kleiner Unruhegeist. Gerade dieses Trinkverhalten, ständiges An- und Abdocken, hin und her wechseln von einer an die andere Brust (kennt das jemand?), hat sie noch nie gesehen und ständig zappelt sie dabei mit Händen oder Füßen. Nur wenn sie hundemüde ist, kommt sie beim Stillen wirklich zur Ruhe und entspannt und schläft irgendwann dabei ein. Sie ist ein Kind mit viel Energie. Das sagte sie mit einem Augenzwinkern und ich weiß was sie meint. Sie hat einen ganz anderen Charakter als der Bruder, das wusste ich auch schon!

Nun hat der erste Besuch und auch die Übungen für Zuhause noch nicht so viel gebracht, langsam merke ich nun, die Schlafintervalle werden etwas länger, im Bewegungsablauf tut sich allerdings auch weiterhin nichts. Wir werden also einen weiteren Termin wahrnehmen, denn auch die Mama, die mir den Tip gegeben hatte, musste einige Sitzungen mit ihrer Tochter wahrnehmen, bis wirklich alle Verspannungen und Blockaden beseitigt waren. Und auch die liebe Sabrina von Holzhütteneinblicke, war mit ihrem Sohn schon einige Mal bei ihrer Osteopathin, denn das gemeine sind immer wieder die Wachsstumsschübe. Wenn Verspannungen und Blockaden noch nicht komplett beseitigt sind, gibt es mit dem nächsten Schub direkt wieder Probleme. Das ist schon sehr gemein und frustrierend für unsere kleinen Lieblinge.
Ich hoffe sehr, dass wir der Tochter damit bald helfen können. Natürlich hoffe ich es auch irgendwie für mich, gerade was den großen Frust und das Schlafverhalten anbelangt, denn hier leidet schließlich nicht nur die Tochter, auch ich muss es aushalten können und die Tochter dabei begleiten. Ich werde auf jedenfall weiter berichten!


Mittwoch, 31. August 2016

Die Praktische - Schlupfüberhosen von Little Clouds




Unsere Tochter wird mit Stoffwindeln gewickelt. Das haben mein Mann und ich zusammen entschieden. Beim Sohn habe ich es damals getestet und wurde für meine Entscheidung vom Mann eher kritisch beäugt. Mein Mann ist allerdings jemand, der keine Probleme damit hat Neues auszuprobieren und wenn dies auch sinnvoll ist und funktioniert, dann ist er schnell überzeugt. 
So war dies auch damals mit unseren Stoffwindel-Anfängen und schnell wechselte der Mann genauso überzeugt wie ich die Windeln.
Beim Sohn allerdings fanden wir nie das richtige Nachtwindel-System. Er pinkelte einfach zuviel und wir sind daher nach einigen Versuchen doch bedauerlicherweise bei Wegwerfwindeln geblieben.

Bei der Tochter wollte ich es nun wissen und probierte es wieder mit Nachtwindeln. Hier verließ ich mich auf die aktuellsten Nachtwindeln-Lieblinge unter den Stoffwindel-Mamis. Und testete bei den Neugeborenen-Nachtwindeln die Marken Petit Lulu und Anavy aus. Beide sind wirklich super und haben sich bewährt und werden ihrem guten Ruf gerecht. 
Für beide Nachtwindel-Marken gibt es auch die passenden Überhosen dazu und hier kommen wir nun zu einem kleinen Problem meines Mannes. Nachtwindeln sind grundsätzlich größer und mit mehr Saugmaterial ausgestattet. Logisch, denn sie müssen einiges an Flüssigkeit über Nacht aufnehmen können. Die Überhosen, welche z.B. Petit Lulu zu seinen Nachtwindeln anbietet, sind sehr knapp kalkuliert, wie ich persönlich finde. Mit etwas Übung, weiß man genau, wie man sie anlegen muss, aber wie geschrieben, viel Spielraum bleibt nicht.

Wenn mein Mann die Nachtwindel und Überhose anlegt, kam es schon vor, dass diese nicht ganz passte und ein Stück Nachtwindel hervorschaute. Ärgerlich, denn damit ist natürlich eine Feuchtigkeitsbrücke geschaffen und der Schlafanzug kann dann morgens auch schon etwas nass sein, zum Glück gab es noch keine Überschwemmungen hier.

Ich überlegte also, wie ich es meinem Mann leichter machen könnte und stieß dabei auf Schlupfüberhosen. Also PUL-Überhosen, die nicht zum drumrumlegen und zuknöpfen oder kletten gemacht sind, sondern eben wie eine Art Hose zum drüberziehen oder eben reinschlüpfen. Damit ist also eigentlich jegliche Fehlerquelle beim Anziehen ausgeschlossen.

Auf dem Markt gibt es wirklich unzählige Marken, die Schlupfüberhosen anbieten. Hängen geblieben, bin ich dann allerdings bei den Überhosen von Little Clouds. Diese Marke ist ganz neu auf dem Stoffwindel-Markt und ein deutsches Produkt. Diese Tatsache, die Verwendung von Eco-PUL und die schönen Designs brachten mich dazu den Hersteller zu fragen, ob dies nicht die ideale Überhose für mein Mann wäre, um unsere Tochter Abends zu wickeln.
Mit freundlicher Genehmigung von die-besten-Stoffwindeln, erhielt ich also eine der Schlupfüberhosen der Eigenmarke Little Clouds und mein Mann und ich testeten die schöne Überhose ausgiebig.

Der PUL ist wirklich sehr weich und anschmiegsam, wie in der Produktbeschreibung genannt. Auch die Fleecebündchen sind sehr flauschig und nicht zu kurz. Es entstehen so keinerlei Druckstellen, was gerade für kleine Bauchschläfer angenehm ist.

Nach der Größentabelle der Schlupfüberhose haben wir uns für die Größe M entschieden, welche laut Hersteller für Babys von  6 - 10 kg reichen sollte. Größe L beginnt ab 9 kg. Unsere Tochter hat zum Testzeitpunkt 8 kg. 

Die Nachtwindel verspricht, dass die Überhose so geschnitten ist, dass auch noch das größte Nachtwindelpaket darunter passt. Ich muss allerdings sagen, dass mein Mann und ich schon von Anfang an, beim Hochziehen der Hose etwas ziehen mussten, damit sie es über den Nachtwindel-Popo schaffte. Ist die Überhose dann angezogen, sitzt sie wirklich gut und nicht zu eng, es ist im Schritt noch viel Luft, so dass unsere Tochter genügend Beinfreiheit zum Strampeln besitzt. Die Passform der Überhose ist im angezogenen Zustand wirklich top und wie ich schon vermutet habe, eine wirkliche Alternative für meinen Mann. So muss er nicht zig mal eine der üblichen Überhosen nachrichten und zurecht zupfen, bis es wirklich passt. Einfach Hochziehen, fertig. Leichter kann es nicht sein. Und in den heißen Sommermonaten, ersetzen die längeren Beinchen der Überhose auch direkt die Schlafanzughose.


Allerdings glaube ich nicht, dass die Überhose wirklich bis 10 kg hält. Mit nun knapp 9 kg ist sie schon kaum noch über den Popo zu bekommen und ich denke, bei 8 kg Lebendgewicht wäre es vielleicht doch schon besser gewesen die Größe L zu nehmen.

Was sich noch sagen lässt, die Überhose hält dicht! Selbst wenn der obere Rand der Nachtwindel das Fleecebündchen der Überhose berührt, saugen sich diese nicht schnell voll und wir hatten bisher noch immer trockene Nächte.



Mein Mann und ich sind beide sehr zufrieden mit der Schlupfüberhose von Little Clouds, nur eventuell bei der Größe muss man etwas schauen. Hier kommt es sicherlich auch auf die Statur der Kinder an und für die Hersteller ist es somit immer etwas schwierig genaue Größenangaben vorzugeben. Bei Stoffwindeln ist es daher immer noch ein Probieren, welche Marken und deren Passformen zu einem bzw. dem Kind passen. Wer ein deutsches Produkt, mit schönem Design und einfacher Handhabung den Vorzug geben möchte, der ist bei Little Clouds jedenfalls nicht verkehrt und hat bei Fragen und Problemen in Andreas Wolk, dem Betreiber von die-besten-Stoffwindel und Eigentümer der Marke Little Clouds, einen guten Berater. Ich danke ihm jedenfalls sehr, dass ich seine Eigenmarke testen und für gut und praxistauglich befinden durfte.