Sonntag, 19. April 2015

#DailyRoutine - Zähneputzen!


Heute möchte ich über unsere tägliche Zähnputz-Routine - #DailyRoutine schreiben. Es handelt sich hierbei um eine Blogparade, die von Frau Mutter und der Elmex Initiative gestartet wurde. Es sollen Beiträge entstehen, in denen Eltern über das tägliche Zähneputzen, zusammen mit ihren Kindern, berichten. Klappt es gut oder klappt es weniger gut, welche "Tricks" oder "Kniffe" werden angewandt, um den Zwergen das Zähneputzen "schmackhaft" zu machen. Denn oft sehen unsere Kinder die Wichtigkeit des Zähneputzen doch etwas anders, als wir es als Eltern tun. Für so manchen Erwachsenen wirkt diese tägliche Pflicht daher eher wie ein Machtkampf und treibt den Streßlevel nach oben. 
Es ist also kein Wunder, dass ich in den verschiedenen Facebook-Gruppen immer wieder Fragen zum täglichen Zähneputzen lese, in der Hoffnung den EINEN Tip zu erhalten, durch den zukünftig alles problemlos klappen wird. Nur leider sind unsere Kinder alle verschieden und jedes Kind hat andere Prioritäten oder Abneigungen, was es am Zähneputzen nicht mag oder warum es jetzt gerade nicht Zähneputzen will. Dem einen ist langweilig dabei, dem anderen die Zahnbürste zu hart, dann schmeckt ebentuell die Zahnpasta nicht oder aber auch, es fehlt die Selbstständigkeit.

Wir Eltern wissen um die Wichtigkeit des Zähneputzens für gesunde Zähne und wollen daher die Zähne so gründlich wie möglich geputzt wissen und übernehmen diese Aufgabe dabei gerne selbst. Wir müssen dabei aber bedenken, dass unsere Kinder diese Aufgabe irgendwann auch einmal gewissenhaft selbst übernehmen müssen. Sie müssen auch lernen selbst die Zähne zu putzen. Und wir dringen mit der Bürste in den Mund unserer Kinder ein. Tun wir dies wirklich sorgsam genug? Haben wir uns einmal als Elternteile gegenseitig die Zähne geputzt? Empfanden wir dies als angenehm und behutsam oder tat es vielleicht sogar weh? War der Druck auf den Bürstkopf zu hoch, wurde die Bürste zu weit in den Mund geschoben? Ich denke, unsere Kinder empfinden das vielleicht oft ähnlich und fühlen sich diesem Prozedere ausgesetzt. Wenn wir als Eltern bei der Gegenwehr und dem Protest unserer Kinder dann noch in Streß verfallen, wird der Umgang mit der Zahnbürste wahrscheinlich nicht sanfter. 

Wir haben mit den Zähneputzen beim Aufblitzen des ersten Zähnchens begonnen. Das zweite Zähnchen kam schon kurz danach. Der Zwerg war dabei 9 Monate alt. Bei der Auswahl an Zahnbürsten und Zahncremes tat ich mir schwer. Ich finde es auch heute noch ein eher erschlagendes Sortiment, wenn ich in den Drogeriemarkt gehe. Wir begannen dann zunächst auf dem Schoß, die kleinen Hasenzähnchen zu putzen und später dann auf der Badanrichte, neben dem Waschbecken. Die Anfangszeit war recht einfach. Zähneputzen war neu und spannend. Der Zwerg hielt bereitwillig den Mund auf. Bei den wenigen Zähnchen dauerte es auch nicht sehr lange. Danach machten wir den Riechtest und da alles minzfrisch duftete und wir geräuschvoll die Nase hochzogen und "mmmmhhh, lecker" intonierten, war der Zwerg hellauf begeistert und kringelte sich vor Lachen.
Nach wenigen Monaten war Zähneputzen nicht mehr spannend, kannte der Zwerg alles schon und es mussten Liedchen gesunden und Faxen gemacht werden, um das Zähneputzen interessant zu halten. Ich machte mich in dieser Zeit schon im Internet schlau über eigene Waschplätze für Kinder. Einen Platz an dem sie sich selbst die Zähne putzen können, ihre Hände waschen usw. Ich bin dabei auf diverse Plastikmodelle gestoßen, die man in die Badewanne einhängen kann. Eine nette Idee. Mir fehlte dabei aber der Wasseranschluß! Ich suchte also weiter und fand dann eine wundervolle Idee, die mein Mann nachbaute! Wir besitzen nun eine Waschstation, die auf der Badewanne aufliegt und fließend Wasser besitzt! Und sie ist vom Zwerg selbst zu erreichen und zu bedienen.

Mit 13 Monaten konnte er nun also "selbstständig" seine Zähneputzen. Er kann daran teilnehmen, die Zahnbürste vorzubereiten, sie später mit Wasser zu spülen, den Mund auszuspülen, danach die Hände zu waschen usw. Er hat einen Spiegel auf seiner Höhe, in dem er sich beim Zähneputzen und Waschen beobachten kann. Er kann täglich selbst üben die Zahnpastatube zu öffnen und zu schließen. Ich binde ihn in diese Aufgabe mit ein und somit fühlt er sich nicht ausgeschlossen oder überrumpelt. Er putzt vor, ich putze nach oder auch mal zwischendurch.

Natürlich ist das keine Patentlösung und auch hier gibt es immer wieder Phasen in denen der Zwerg gerne ohne Zähneputzen den Tag abschließen möchte. Jetzt gilt es phantasievoll zu sein und mit viel Drama die Essensreste aus den Zähnen zu putzen. "Boah, was hängt denn da hinten noch alles?!?" oder vor kurzem zog hier eine totschicke Löwenzahnbürste die mit viel Gebrüll die Essensreste vertreibt...
Ich bin allerdings auch der Meinung, dass niemals ein Zwang daraus werden sollte. Haben wir einmal, den passenden Zeitraum zum Zähneputzen verpasst und sie sind einfach schon hundemüde, dann sollten wir sie ins Bett legen/begleiten und nicht noch auf das Putzen bestehen. Von einmal ausfallen lassen, sind noch keine Zähne kaputt gegangen und nein, unsere Kinder werden dadurch nicht gleich generell das Putzen ausfallen lassen wollen. Sie sehen auch an uns, dass wir täglich die Zähne putzen. Das es auch für uns zur #DailyRoutine gehört und wir uns nicht davor drücken. Denn auch beim Zähneputzen gilt, wir sind immer Vorbild!





Freitag, 17. April 2015

Übung für die Handkoordination

Diese Übung hatte ich schon vor einer Weile auf meinem Laptop abgespeichert, damals leider noch ohne Verweis woher diese tolle Idee stammt. Ich hoffe, ich stolpere im Netz irgendwann mal wieder darüber und kann die Quelle ergänzen. 

Für unsere Kinder sind die Übungen des täglichen Lebens eine Vorbereitungen auf den wirklichen Alltag, auf den Umgang mit Gegenständen und Handlungsweisen darin. Schaut man sich also gerade einmal die Küche an, gibt es viel unterschiedliches Zubehör, dessen Umgang erlernt werden muss.

Zum einen haben wir hier die Knoblauch-Presse. Diesen Vorgang des Pressens kann man z.B. mit zurecht geschnittenen Schrubbschwämmchen und Wasser üben. Ich habe das Wasser in unserer Übung rot gefärbt, so dass dieses beim Auspressen deutlicher gesehen werden kann und auch die Menge die schon ausgepresst wurde besser zu erkennen ist.

Das Tablett wird immer so angerichtet, dass die Tätigkeit von links nach rechts ausgeübt werden kann. Also im Grunde wie die spätere Schreib- und Leserichtung. Dies baut somit schon auf spätere Lernfelder auf. Die Presse oder auch bei anderen Übungen der Löffel, Zange usw. wird bei Kindern, die noch keine Lieblingshand, bzw. Nutzhand ausgebildet haben, in die Mitte des Tabletts, zwischen die Schüsseln gelegt. So kann das Kind selbst entscheiden. Wichtig ist dann auch, dass wir beim Vormachen der Übung sinnvollerweise, auch unsere Nutzhand hin und wieder wechseln. So schauen sich die Kinder nicht einfach nur die Nutzung der rechten Hand ab, die meisten von uns sind ja Rechtshänder, sondern es sieht beide Möglichkeiten, was ihm bei der Findung der eigenen bevorzugten Hand hilft.

Beim Vormachen der Übung wird regulär der komplette Ablauf gezeigt. Holen des Tabletts, die Übung bis zum Schluß, also wie wird sie beendet, was ist das Ende und auch das Wegbringen des Tabletts. Bei älteren Kindern die schon vieles verinnerlicht haben, reicht auch oft nur ein kurzes Vormachen oder sie möchten sich komplett selbst ausprobieren, so dass ein reines Beobachten von uns zunächst in Ordnung ist. Merken wir dabei, dass eine Handlungsweise nicht korrekt ausgeführt wird und das Kind so ins Stocken gerät, warten wir ab. Wir reden nicht hinein, weil wir das Kind nur ablenken würden. Erst wenn es um Hilfe bittet, führen wir die Tätigkeit vor. Oder wenn es garnicht um Hilfe bittet, werden wir beim nächsten Mal, wenn das Kind die Übungen wieder machen möchte, zunächst aufzeigen, diese selbst vorzumachen, damit es das Kind sehen kann. Wir müssen dabei eigentlich nicht reden, das Kind wird genau zuschauen und erkennen, was wir anders machen als es selbst.

Die Übung des Wasserauspressens ist nicht nur eine gute Schulung der Feinmotorik und der Hand-Augen-Koordination. Es werden dabei auch die Muskeln der Hände gestärkt.






Donnerstag, 16. April 2015

Wildpark Poing bei München - mein Ausflug-Tip!


Der Wildpark liegt ca. 30 Autominuten von München entfernt und somit gerade für Touren mit Kleinkindern noch in einem fahrbaren Rahmen. Alle Wege dort sind kinderwagentauglich, so dass man diesen oder auch den Bollerwagen mitnehmen kann und somit müde Kinder kein Problem darstellen.
Der Wildpark ist wirklich sehr großflächig und großzügig angelegt. Die Tiere haben viel Platz und Freifläche und können sich auch komplett zurückziehen, wenn sie wollen. Manche Gehege sind auch offen, so dass die Tiere auch direkt zu einem kommen könnten, wenn sie denn wollten... dafür sollte man sich aber lieber das Pellet-Futter aus dem Automaten ziehen, das finden sie alle lecker. Das Saatfutter, welches man direkt an der Kasse bekommt wird eher liegen gelassen und die Vögel können es sich später holen...

Der Zwerg war sehr begeistert davon im Wald laufen zu können und gleichzeitig viele Tiere zu sehen. Es gibt einen kleinen Imbiss-Bereich und dort angeschlossen viele Tische und Bänke, die zum Picknicken einladen. Es ist also eher darauf ausgelegt, seine Verpflegung selbst mitzubringen. Hier befindet sich auch der wirklich riesige Spielbereich und mit riesig, meine ich auch riesig! Das kommt auf der Homepage des Wildparks überhaupt nicht in diesem Umfang rüber. Ich denke hier ist für jedes Kind und jede Vorliebe etwas dabei. Neben den normalen Kletterburgen, Schaukeln, Wippen usw. gibt es eine große Rutsche, die sich von einem hohen Baum herab schlängelt und einen großen Wasserplanschpark. Und dann gab es noch das allertollste überhaupt für den Zwerg: Bagger!
Es standen mehrere elektrische Bagger bereit, vor welchen sich Schlangen bildeten. Ich dachte zunächst noch, sie sind kostenpflichtig, so wie ich es bisher immer erlebt habe. Nein! Sie kosten nichts! Man darf sie einfach nutzen, ich fand das unglaublich toll. Hier findet keine Abzocke der Eltern statt. Damit auch mal die anderen Kinder in der Schlange dran kommen, geht nach ca. 5 Minuten der Strom aus und signalisiert damit, dass nun gewechselt werden muss.
Wäre es nach dem Zwerg gegangen, wären wir an diesem Tag wohl nicht mehr von diesen Baggern weg... aber zu diesem Zeitpunkt hatten wir gerade mal den halben Park gesehen.

Die kleinen Bachläufe fand der Zwerg dann aber auch toll und er planschte ausgiebig darin, warf Steinchen und beobachtete, wie diese darin versanken, wie hoch sie dabei spritzten usw.

Am Ende des Tages fanden wir uns dann noch bei der Greifvogel-Show, die zweimal am Tag stattfindet. Sie war wirklich sehr toll gemacht und der Moderator und Tierpfleger waren mit Begeisterung dabei, dass merkte man der ganzen Show auch an. Keiner der Vögel wurde gezwungen, sie konnten sich frei entscheiden, ob sie lieber wieder in ihre Gehege flogen oder auf einem Baum blieben und beobachteten oder in die Mitte des Showbereichs kamen um ihre Runden zu drehen.

Wir waren knapp 7 Stunden im Park. Man kann also wirklich einen ganzen Tag daran verbringen. Wenn die Kinder größer sind und den Spielbereich auch wirklich nutzen, könnte man wohl noch deutlich mehr Zeit verbringen. Durch die größe des Parkes verlaufen sich hohe Besucherzahlen sehr gut, teilweise in manchen Parkbereichen wirkt es dann sogar noch recht leer. Nur auf dem Spiel- und Picknickbereich fallen die hohen Besuchermengen dann auf, was die Kinder sicherlich weniger stört. Für die Eltern könnte es etwas stressig werden, gute Sitzplätze zu finden und die Kinder im Auge zu behalten.

Ich fand diesen Ausflug durch und durch gelungen. Mir hat es im Wildpark Poing sehr gut gefallen und wir werden, bei weiteren München-Touren sicherlich auch mal wieder hingehen.











Mittwoch, 15. April 2015

Es ist nichts passiert... oder doch?

Kinder fallen oft hin. Sie schätzen ihr Körpergefühl noch falsch ein, sie überschätzen sich, sie testen sich und ihre Grenzen aus. Das sie dabei hinfallen, umknicken, sich irgendwo anrennen, den Kopf stoßen usw. gehört eigentlich zum Alltag. Den Satz den unsere Kinder dabei wohl am häufigsten hören müssen ist "Es ist nichts passiert! Alles ist gut!" Eventuell noch mit dem Zusatz "Aufstehen und weitergehen"...

Wieso nehmen wir unseren Kindern eigentlich ihre eigenen Gefühle? Wieso behaupten wir, es wäre nichts passiert?
Ist ein Sturz nichts? Ist ein Hinfallen nichts? Oder gar ein Anstoßen? Sind die Gefühle unserer Kinder nichts? Wieso sollen sie diese unterdrücken und über sie hinweg sehen? Als wäre nichts passiert? Aber es ist doch etwas passiert? Oder nicht?
Möchte ich wirklich das meine Kinder in ihren Gefühlen abstumpfen? Das sie ihre Gefühle und ihre Körperempfinden irgendwann nicht mehr als richtig wahrnehmen und sie vielleicht sogar ignorieren? Weil sie gelernt haben, dass das, was ich empfinde, was mir gerade weh tut, das stimmt garnicht? Das bilde ich mir vielleicht sogar ein? So sagen es jedenfalls die Erwachsenen.... es ist ja nichts passiert...

Wieso kann ich es nicht wahrnehmen, als das, was es ist? Mein Kind ist gestürzt, umgeknickt, hat sich angestoßen usw.... warum ist meine erste Frage, meine erste Reaktion nicht? "Geht es dir gut?" und widme mich meinem Kind, bis ich eine Reaktion oder eine Antwort erhalten habe.

Meist stehen sie dann auf, fühlen sich beachtet und können somit den Schreck, der es in den meisten Situationen erst mal nur war, viel besser verarbeiten. Wenn sie wissen, sie könnten jetzt zu einem kurzen Trösten zu Mama, Papa usw. laufen und ihre Empfindungen werden beachtet. Das hilft ihnen!

Kinder spielen nicht von Anfang an "Schauspiel", wenn es um solche Unfälle geht oder "übertreiben", wie wir es Erwachsene dann gerne sagen. Die meisten Kinder merken nur dann, dass sie bei großen Schreien, Schmerzensschreien, dann die meiste Aufmerksamkeit bekommen... oft gehen viele "Es ist nichts passiert..." vorraus, bei denen das Kind die wichtige Aufmerksamkeit nicht erhalten hat. Aber wenn es viel weint und schreit, dann schon...

"Stell dich nicht so an...." Möchten wir das hören, wenn es uns nicht gut geht? Wenn wir eigentlich über Dinge reden wollen, die uns bewegen? Wenn wir Zuspruch oder Trost brauchen? Stell dich nicht an.... ist doch nichts passiert... dir gehts gut, du hast ein Dach über dem Kopf usw..... anderen geht es schlechter.... ich denke nicht, dass irgendjemand sowas hören möchte, wenn er sich vertrauensvoll an den Partner, die Eltern oder beste Freunde wendet.

Und auch unsere Kinder wollen nicht hören "Das nichts passiert ist!" Sie wollen sich und ihre Gefühle, ihren derzeitigen Zustand geachtet und beachtet wissen. Sie werden mit der Zeit, dann ihre eigenen Gefühle einschätzen können. War das nur der Schreck, der mir in die Knochen gefahren ist und renne ich gleich weiter oder geht es mir wirklich schlecht? Wenn ich meinen Kindern aber ihre Gefühle abnehme, können sie das nicht lernen. Es wird schwerer sein ein gesundes Körpergefühl zu entwickeln, wenn ich meine Gefühle "weggeredet bekomme".

Worte können fiel ausrichten und auch diese für uns belanglosen, dahin gesprochenen Sätzchen. Mit denen wir denken, dass wir unseren Kindern helfen, die Situation einzuschätzen... aber wie können wir einschätzen, ob ihnen wirklich nichts passiert ist? Ob ihnen nichts weh tut, ob sie Trost brauchen?

Einschätzen kann das nur ganz alleine mein Kind! Lassen wir unser Kind reagieren und uns sagen, ob wirklich nichts passiert ist oder vielleicht auch doch?!

Klettern - Grenzen austesten - den eigenen Körper und das Körpergefühl kennen lernen und erlernen. Das ist Alltag, das geschieht jeden Tag und oft kommt es auch zu Schrammen und blauen Flecken... dann ist etwas passiert!

Montag, 13. April 2015

Unser München-Wochenende in Bildern

Schon mal kurz vorweg, die vergangene Woche in München war einfach traumhaft gewesen! Wir hatten mal wieder unbeschreibliches Glück und durften bei wundervollen Sonnen-Frühlingswetter München und Umgebung erleben. Leider sind 6 Tage (wovon An- und Abreisetag natürlich nicht ganz genutzt werden können) einfach zu kurz! Wie immer! Ich könnte mich gefühlt ewig in München aufhalten und würde wohl doch nie alles gesehen haben. Ja, ihr merkt es schon, ich liebe München einfach. Diese Stadt übt einfach ein Wohlfühlen bei mir aus, was ich von Städten im Allgemeinen garnicht kenne. Obwohl es voll ist und an manchen Stellen in der Urlaubszeit auch wirklich recht überfüllt, bietet München soviele Oasen der Ruhe und mich fasziniert auch einfach die Historie. München ist so alt und hat schon soviel erlebt, es beeindruckt mich einfach. Dieser Besuch war nicht unser Erster, aber der Erste mit Kind und gerade mit Kleinkind mussten wir unsere Ausflüge entsprechend gestalten. Es gibt noch viel zu sehen für unseren Zwerg, wenn wir wieder mal nach München kommen werden. Und das tun wir ganz bestimmt!

Da wie soviel erleben und sehen durften in diesen wenigen Tagen, werde ich diesen Blogbericht auch wirklich nur auf das Wochenende beziehen und über die weiteren Tage gesondert berichten. Ich würde euch sonst mit Bildern erschlagen... aber das werde ich auch in den einzelnen Blogberichtenzu München tun *hüstel*

Am Samstag waren wir zunächst auf Schloß Nymphenburg oder eher gesagt im Nymphenburger Schloßpark. Das Schloß und die kleinen Burgen besichtigen wir nicht, dies wäre für den Zwerg einfach noch zuviel, in seinem Alter ist Natur und die Naturereignisse einfach wichtiger und davon kann man im Park ganz viel erleben. Dieser ist zu den Öffnungszeiten kostenlos zugänglich und ist sehr weitläufig angelegt. Ich stelle mir dann immer vor, wie schon Könige, Kaiser, Fürste und die Hofdamen hier spazieren gingen.... wow......
Die großen Teiche werden von vielen Enten und Gänsen bewohnt, die kleinen Bachläufe laden herrlich zum Spielen und Bootchenfahren ein. Der Zwerg nutzt einen kleinen Sprudellauf auch dazu um zu sehen, wie Ästchen und Holzstücken mitgerissen werden, unter der Brücke verschwanden und an der anderen Seite auftauchten und mit dem Wasser weiter mitgetrieben werden. Das war sehr faszinierend für ihn und er beschäftigte sich eine ganze Weile damit, bis er zufrieden weiterlief. 

Dann entdeckten wir einen Frosch und plötzlich entdeckten wir überall Frösche! Wenn man danach suchte, fand man sie überall im seichten Uferwasser und da wir Frühling haben waren sie natürlich nur mit einem beschäftigt! Sie paarten sich! Es war ein sehr fazinierendes Schauspiel, selbst für uns Erwachsene, denn in dieser großen Anzahl habe ich sie noch nie gesehen und auch die großen Laichtrauben und Fäden die sich überall im Wasser spannten waren beeindruckend. Trauriges Schauspiel war der Tod einiger Weibchen. Wir wunderten uns über große Froschaufläufe. Viele Männchen die sich an ein Weibchen klammerten und wir stellten fest, diese Weibchen müssen Tod sein. Die Männchen waren so blind vor Liebe, dass sie den Weibchen die Chance zum Luft holen verwehrten und sie starben... und obwohl die Weibchen schon tot waren, klammerten sich diese ganzen Männchen weiterhin an diese, geblendet durch die Hormone und den Wunsch nach Fortpflanzung. Ein trauriges und dennoch eindrucksvolles Naturschauspiel.












Nach dem langen und lehrreichen Spaziergang im Schloßpark gingen wir hinüber zum Botanischen Garten, der direkt nebenan liegt. Dort kostet es einen kleinen Eintritt für Erwachsene. Kinder hingegen sind bis 12 Jahre vom Eintritt befreit, was ich wirklich sehr toll finde.
Im Außenbereich blühte noch nicht sehr viel. Trotzdem gab es schon einiges zu schauen und zu bestaunen und die vorwitzigen kleinen Eichhörnchen war einfach allerliebst anzusehen. Danach gingen wir in die Ausstellungsräume. Der Zwerg war fasziniert von den großen Palmen und Farnen, denn dort wandelten früher Dinosaurier... er erfasste das sofort, weil dort eine Infotafel mit Dinosaurier darauf abgebildet war... und die freilaufenden Wasserschildkröten fesselten natürlich seine Aufmerksamkeit... wie groß die doch waren... und dann flatterte noch ein großer Schmetterling über uns hinweg und nahe an uns vorbei. Wunderschön!

Neben den vielen aufregenden Ausflügen war für den Zwerg natürlich auch das S-Bahn, U-Bahn und Tramfahren ein Erlebnis. Wir sicherten uns Anfangs der Woche ein Isar-Ticket mit dem wir m Grund überall hinfahren und alle Verkehrsmittel nutzen konnten. Die Tickets haben sich wirklich gelohnt und so musste man nur einmal bezahlen und musste sich die restliche Woche um nichts mehr kümmern. Das war sehr entspannt und einfach.

Abends gingen wir italienisch essen und auch dort, wie so ziemlich überall, war es kinderfreundlich. Der Extrawunsch (Soße bitte in ein Schälchen, nicht oben drauf) wurde wie immer erfüllt und der Zwerg fühlte sich wohl, mit ein paar Malsachen bestückt, konnte er sich die Zeit auch gut vertreiben und wie eigentlich überall in München kam auch hier das Essen wirklich superschnell. Da können sich Restaurants in unserer Nähe wirklich mal eine Scheibe abschneiden! Gerade für Kinder kommen hier keine unnötig langen Wartezeiten auf und als Eltern kann man das Essen dann auch wirklich genießen.

Der Sonntag war dann leider schon Abreisetag. Wir schliefen aus, denn im Hotel gibt es Sonntags immer bis 13 Uhr Frühstück.... wer schläft denn soooo lange? Jedenfalls keine Eltern mit Kindern... Nach dem Frühstück packten wir gemütlich zusammen, verstauten alles im Auto und fuhren um 11 Uhr wieder Richtung Heimat. Schade, so schell gingen die letzten Tage vorbei! Und sogleich packt mich wieder die Sehnsucht, hoffentlich sind wir bald mal wieder in München!

Die Autobahnen waren frei und so waren wir mit kurzer Mittagspause um 16 Uhr bei meinen Eltern, holten dort noch unsere Meerschweinchen ab und fuhren dann heim. Dort verabschiedete sich der Zwerg an seinen Sandkasten, nahm den Papa mit und ich widmete mich dem Ausräumen. Wäscheberge! Das Ausräumen war schnell erledigt, die erste Maschine angeworfen und wir sahen nach der Post. Mein neues iPhone ist endlich angekommen. Wie schick! Und auch die gesponsorten schwarzen Luftballons für die nächste Hebammendemo (ich werde brichten!) sind angekommen. 

Ruckzuck, war dann auch dieser Tag zu Ende. Der Abend war dann noch etwas anstregend, denn für den Zwerg war das nun schon wieder eine große Umstellung und auf Veränderungen reagiert er sehr empfindlich. Der Abendrythmus muss sich wieder finden und es verlangte schon viel Ausdauer und Ruhe bis er dann zum Zähneputzen und Umziehen kam. Nach einer Runde Creme überall im Gesicht verreiben, war die Welt dann auch für ihn wieder in Ordnung. Ans Einschlafen war allerdings nicht zu denken, zur Ruhe kam er, obwohl er wirklich hundemüde war. Erst als wir mit ihm zusammen ins Bett sind, schlief er binnen Sekunden ein.

Wer noch weitere Oster-Wochenend-Berichte lesen und bestaunen möchte, der schaut am besten bei Susanne von Geborgen Wachsen vorbei, welche die Aktion Wochenende in Bildern gestartet hat.  
 










 

Samstag, 4. April 2015

Übung des täglichen Lebens - Heute: Sieben

Die Übungen des täglichen Lebens nach Maria Montessori helfen den Kindern die vielen Handlungsweisen des Alltags in kleine Bereiche heruntergebrochen zu erlernen, zu wiederholen und zu üben. 

Neben den Schüttübungen die auch der Zwerg sehr gerne macht, haben wir heute mit dem Sieben begonnen. Denn dies ist natürlich eine mögliche Aufgabe in der Küche die erlernt werden muss. Neben der Verfeinerung der Motorik, sind natürlich auch physikalische Eigenschaften vorhanden, die dabei festgestellt werden können. So haben die einzelnen Komponenten unterschiedliche Dichten und Größen und können so mit dem Sieb voneinander getrennt werden.

Ich habe also ein Tablett vorbereitet, in dem in einer Schüssel die Mischung aus Linsen und Sand vorbereitet wurde. Dazu stellte ich eine weitere Schüssel, in welche später die Komponenten getrennt voneinander gefüllt werden können. Das Sieb und ein Löffel vollenden die Tablettarbeit.

Ich zeige meinem Sohn die Übung einmal vollständig. In dem ich zwei Löffel von der Mischung in das Sieb fülle, dass ich zuvor über die erste Schüssel halte. Dann nehme ich den Löffel und reibe durch das Sieb, bis kein Sand unten mehr herausrieselt. Nun kann ich die Linsen in die zweite Schüssel schütten. Dies wiederholt sich bis die Schüssel mit dem Gemisch leer ist. 
Bevor das Tablett wieder ins Regal kommt, werden die Komponenten in der großen Schüssel wieder vermischt.





 

Freitag, 3. April 2015

Mein wundervolles Kind

Ich habe ein wundervolles Kind. Ich habe einen Sohn mit einem eigenen Willen, mit einem eigenen Charakter und eigenen Vorstellungen von seinem Leben.
Groß ist er geworden in den letzten Monaten, nicht nur körperlich, sondern auch in seinem Geist. Es ist so wahnsinnig interessant dieses Wachsen an seinem eigenen Kind zu beobachten und zu erfassen. Immer wieder zu lernen, was das eigenen Kind nun für neue heranwachsende Bedürfnisse hat und wie er wahrgenommen werden möchte. 

Unsere Tage sind wunderschön, denn ich nehme mein Kind so an, wie er ist. Ich akzeptiere seine freie Meinung und das diese als vollwertiges Familienmitglied auch gehört werden muss. Wir haben daher wenig Konfliktpotential, weil wir ehrlich zueinander sind und wir uns nicht gegenseitig unter- oder erdrücken. Ich kann es als Elternteil aushalten, wenn wir auch mal nicht einer Meinung sind und mein Kind deswegen tobt. Ich bin dann für ihn da, bis die Welt wieder in Ordnung ist. Ich weiß, dass mein Kind noch lernen muss seine Gefühle regulieren zu können und das es lernen muss, dass man nicht immer alles bekommen kann oder alles möglich ist.
Ich weiß darum, dass Kinder vor allem in der Familie lernen, wie man sich im Umgang mit anderen Menschen verhält, wie man lernen wird zu diskutieren, zu streiten, zu verzeihen, auszuhalten, abzuwarten, zu lieben und zu helfen, sich gemeinsam zu freuen und gemeinsam zu lachen.

Die Frage, wie mein Kind ist, ist denkbar einfach: Ich habe ein wundervolles Kind. Weil ich ihn mit allem was er ist akzeptiere. 

Ich mag es nicht, wenn sich Eltern ausschweifend negativ über ihre Kinder unterhalten und ihnen auch noch hässliche Namen geben. Ich mag es noch viel weniger, wenn sich Eltern dann noch unterhalten, wenn ihre Kinder in direkter Umgebung spielen. Ja, als Babys haben sie noch nicht verstanden, was wir genau reden, über was wir uns als Eltern austauschen, aber jetzt schon. Kleinkinder verstehen auch schon sehr viel, wenn sie selbst noch nicht sprechen können. Wollten wir das sich Menschen über uns negativ unterhalten und wir es sogar nocht mitbekommen. Das wir trotzig wären, nie hören würden, frech sind oder immer noch nicht dies oder jenes könnten oder tun würden? Was kann das mit kleinen Kinderseelen machen, die das mitbekommen? Kann es nicht dazu führen, dass sie sich unzulänglich fühlen? Minderwertig und ungeliebt?

Wieso unterhalten wir uns immer nur über die negativen Dinge unserer Kinder? Wieso reden wir nicht einfach nur positiv über sie? Was macht unsere Kinder wirklich aus? Ihre angeblichen negativen Eigenschaften? Sind sie wirklich negativ? Sind es nicht meist sogar normale Entwicklungsschritte unserer Kinder, die wir als Eltern aushalten müssen? Die wir zusammen mit ihnen steuern können? Sollten wir uns als Eltern nicht eher sogar selbst in einigen Dingen auch ändern und nicht nur unsere Kinder? 

Wir sollten ein positives Bild von unserem Kind haben, denn so stimmen wir uns auch positiv auf unser Miteinander ein und können viel entspannter an kleine Spannung und Unstimmigkeiten zwischen uns herangehen und diese überwinden bzw. zusammen überdenken. Negative Bilder lassen uns negativ denken, von vorne heran. Positive Bilder lassen uns fröhlich und glücklich sein.

Ich will lieber fröhlich und glücklich sein. Ich habe ein wundervolles Kind und das sehe ich auch in schwierigen Situationen vor mir, um diese meistern zu können. Manchmal ist das nicht immer einfach und es gehört viel Selbstdisziplin dazu! Diese muss man nicht selten sogar erst während seiner Elternzeit erlernen. So auch ich! Mit einem Kind nützt es nichts zu streiten oder durchweg auf sein Recht zu pochen. Es kann dann nur Verlierer geben! Es müssen neue Wege erlernt werden, wenn man diese nicht schon längst beherrscht oder aus seiner eigenen Kindheit schon im Herzen trägt. Was wir unseren Kindern auf den Weg mitgeben, wird sie in ihrem Leben tragen oder belasten. Daran sollten wir immer im Umgang mit ihnen denken.

Wächst ein Kind mit Kritik auf - lernt es zu verurteilen!
Wächst ein Kind mit Hass auf - lernt es zu kämpfen!
Wächst ein Kind mit Spott auf - lernt es, scheu zu sein!
Wächst ein Kind mit Schmach auf - lernt es, sich schuldig zu fühlen!
Wächst ein Kind mit Toleranz auf - lernt es, geduldig zu sein!
Wächst ein Kind mit Ermutigung auf - lernt es, selbstsicher zu sein!
Wächst ein Kind mit Lob auf - lernt es, dankbar zu sein!
Wächst ein Kind mit Aufrichtigkeit auf - lernt es, gerecht zu sein!
Wächst ein Kind mit Sicherheit auf - lernt es, zuversichtlich zu sein!
Wächst ein Kind mit Anerkennung auf - lernt es, sich selbst zu schätzen!
Wächst ein Kind mit Güte und Freundlichkeit auf - lernt es, die Welt zu lieben!

- Adolf Timm -