Dienstag, 31. Dezember 2013

Wie war das Jahr und wie wird das Nächste?

Als werdende Eltern macht man sich so seine Gedanken. Wir wird es mit Kind werden, was wird sich verändern und können bestimmte Wunschvorstellungen auch gehalten werden?
Ohja, man hat so seine Überlegungen.... "So werde ich das niemals tun" - "Mein Kind macht das ganz bestimmt nicht...." - "Und xy werde ich ganz gewiss nicht brauchen".... Ok, ich habe schon etwas vorgebaut und die Sätze immer etwas anders formuliert "Wenn alles klappt, würde ich gerne..." - "Ich stelle es mir so und so vor, schauen wir mal...." Aber innerlich hat man schon so seine Pläne. Meine Pläne und Überlegungen waren folgende:

- Ich will eine Hausgeburt. Ich gehe nicht ins Krankenhaus!
- Ich möchte stillen und das mindestens 6 Monate voll!
- Meinem Kind werde ich keinen Schnuller anbieten!
- So wenig wie möglich vorher kaufen. Erst wenn es wirklich benötigt wird!
- Ich werde das Essen für mein Kind selbst kochen 
- Ich werde kein Fleisch pürieren!
- Kein Blinke-Dudel-Spielzeug
- Ich werde nicht die komplette Wohnung zu Alcatraz umwandeln....
- Unser Kind wird lange im Beistellbett schlafen und auch länger mit in unserem Schlafzimmer
- Ich möchte viel tragen und viel mit dem Kind rausgehen
- Ich werde mit meinem Kind kommunizieren und ihm alles erklären
- .... (ich hätte meine ganzen Vorstellungen mal vorher aufschreiben müssen...)



Wie ist das erste Jahr nun gelaufen?

Wie ihr alle schon lesen durfte, wurde mir mein Wunsch nach einer Hausgeburt erfüllt. Sie war wunderschön und wie ich sie mir vorgestellt habe. Auch das Stillen klappte von Anfang an wunderbar, ich hatte nie Problem. Den Milcheinschuß habe ich eigentlich nicht bemerkt und aus dem vorsorglich gekauften Quark wurde ein Käsekuchen... 6 Monate habe ich dann aber doch nicht voll gestillt. Das Herzkind zeigte relativ früh Interesse am Essen und knabberte schon mit 4,5 Monaten an Nudeln, Kartoffen, Gurken usw. So starteten wir mit der Beikost früher als gedacht! Stillen tun wir nun mit über einem Jahr immer noch. Zum Einschlafen, zum Kuscheln und Trösten. Ein Ende ist noch nicht in Sicht und nur manchmal wünsche ich es mir anders. Manchmal würde ich Nachts auch gerne mal liegen bleiben, wenn er ruft oder auch mal Abends weg gehen können. Aber die Zeit wird kommen! Ich bin der Überzeugung, dass ihm die Muttermilch weiterhin sehr gut tut und sehe es nun auch nicht mehr ein auf Kunstmilch umzusteigen.
Obwohl ich kochen nicht leiden kann, ich habe darin keine großen Talente, habe ich mir fest vorgenommen, die Breie für mein Kind selbst herzustellen. Und mit viel einlesen und probieren habe ich es auch geschafft! Und mit viel Stolz kann ich auch sagen, dem Keks hat es bisher immer geschmeckt! Und schon seit geraumer Zeit gibt es eben nicht mehr nur Brei, sondern auch feste Nahrung. Ich taste mich heran. Ich werde sicherlich keine Sterneköchin, aber so wächst man eben mit dem Kind zusammen in seine Aufgaben hinein! Fleisch habe ich übrigens wirklich nie püriert!
Obwohl ich stillte und das am Anfang sehr oft, hätte der kleine Zwerg am liebsten nonstop an meiner Brust gehangen. Er hatte ein enorm hohes Saugbedürfnis. Eine unvergessene Erinnerung daran ist auch, dass ich Nachts während dem Stillen eingeschlafen bin und 1 Stunde später dadurch aufwachte, dass der Keks immer noch an mir nuckelte... zusammen mit meiner Hebamme entschied ich mich dann also wenige Tage nach der Geburt doch für einen Schnuller... so ist es eben, so kommt es dann doch... 6 Monate später wollte das Herzkind den Schnuller dann nicht mehr! Es zeigt sich, man muss doch oft nur abwarten.
Die ersten 6 Monate hat das Herzkind direkt neben mir im Beistellbett geschlafen. Danach merkten wir, dass er sehr unruhig im Schlaf wurde und bei jeder Drehung von mir aufwachte. Er wanderte daher in sein eigenes Bettchen am anderen Ende unseres Zimmers. Aber auch dies brachte nur kurzzeitige Besserung und wenige Wochen später zog er komplett in sein eigenes Zimmer um. Dies bedeutet allerdings nicht, dass er nun der perfekte Superschläfer ist.... das hätten wir vielleicht gerne! Er kann sehr hellhörig sein, wenn er nicht fest schläft und schreckt dadurch hoch und ist wach. Es gibt Nächte in denen muss ich alle 2 Stunden zu ihm. Manchmal kann ich ihn zu uns ins Bett legen und er schläft weiter, oft will er aber auch garnicht zwischen uns liegen. Das Thema Schlaf habe ich mir definitiv anders vorgestellt. Natürlich weiß man von schlechten Nächten, wenig Schlaf und viel Geduld, aber eben nur in der Theorie. In der Praxis kann es schon sehr kräftezehrend sein und die Geduld ist Nachts auch nicht gerade in Hochform.... Schlafen wird also auch ein Thema in 2014 sein, dass es eigentlich gilt nicht zu thematisieren, denn ändern kann sich nur das Kind, wenn es dazu bereit ist!
Gekauft haben wir wirklich nur das Nötigste vorher und konnten somit viele Fehlkäufe vermeiden. Natürlich ist es nicht ganz zu vermeiden. Jedes Kind ist individuell und manche Dinge werden von einem Kind benötigt und von dem Anderen eben nicht! Auch Kleidung ist solch ein Thema. Kleine Größen habe ich garnicht erst gekauft. Ich habe erst mit Größe 62/68 aus Prinzip begonnen. Ärmel und Hosenbeinchen kann man jederzeit umkrempeln! Trotzdem passiert es immer wieder, dass man plötzlich zuviele Kleidung hat und manches Kleidungsstück fast ungetragen wieder in Kisten landet. Wirklich schade. Mein Fazit ist: Gerade Ausgehkleidung braucht man pro Größe maximal 2-3 Outfits. So oft geht man mit dem Kind nicht schick weg und bis dahin ist die Kleidung auch wieder gewaschen!
Spielzeug wird hier ebenfalls nur in kleinem Rahmen gekauft und dann auch mit viel Überlegung, welchen Zweck es erfüllen soll. Schon in der Schwangerschaft habe ich auf Absprache gepocht! Dies wird auch akzeptiert. Ein überladenes Zimmer bringt Unruhe und ist damit auch für das Kind überfrachtend und führt zu mehr Unruhe!
Unsere Wohnung ist wirklich keine Gummizelle. Die Ecken bleiben Ecken, die Steckdosen sind nicht gesichert und Kabel liegen teilweise frei, weil es eben nicht anders möglich ist! Schränke sind nicht gesichert und können somit geöffnet werden. Ein Kind versteht schon sehr früh, sehr viel und manche Dinge sollte man einfach in höhere Schrankfächer räumen... Nur ein einziges Türgitter wird wirklich verwendet, damit das Herzkind nicht alleine ins Treppenhaus kann. Ansonsten kann er sich vollkommend frei bewegen.
In der Schwangerschaft habe ich gelesen wie wichtig und gut es ist für die Kinder getragen zu werden. Ich habe mir direkt zwei schöne Tücher ersteigert. Gerade am Anfang waren sie auch viel in Benutzung, wenn der Keks nicht schlafen konnte oder im Schub steckte. Das Tuch war sehr praktisch. Leider trotz gutem Binden nicht für meinen Rücken geeignet und wir stiegen später auf den Bondolino um, der uns bisher viele gute Dienste leistete und es noch immer tut. Wird das Kind unterwegs unruhig, rein mit ihm und alles ist gut! Das tägliche Rausgehen zum Spazieren hat sich bei mir allerdings nicht erfüllt. Dieser Vorsatz gelang mir nicht, manchmal komme ich mir vor als hätte der Tag nur wenige Stunden und schon ist wieder Abend. Ein Vorsatz den ich mir nun auch für 2014 vornehme, gerade jetzt, wo der Keks doch mit dem Laufen beginnt ist es so wichtig für ihn!
Die Kommunikation und das Verständnis für den Kind lehrt mich Maria Montessori. Ich bin so froh, in den letzten Monaten im Internet auf sie gestoßen zu sein. Davor war ich führungslos und wusste nicht wirklich wie ich meine Erziehungsziele verwirklichen sollte. Wie ich mit dem Kind zusammen erreichen konnte, dass es ein "guter" Erwachsener wird. Es macht Spaß zu entdecken, was Maria schon vor vielen Jahren entdeckt hat und sie lehrt mich so vieles. Maria wird mich auch 2014 begleiten und darauf freue ich mich sehr!

"Folge dem Kind, achte auf seine Zeichen, die dir seinen Weg zeigen!" - Maria Montessori

Ein wichtiger Satz, den ich nun im Tao von Montessori gelesen habe! Ein wichtiger Leitsatz für 2014.
Habe ich alle meine Überlegungen und Vorsätze erreichen können, die ich mir mit dem Zusammenleben mit Kind vorgenommen habe? Ich würde sagen ja und ich würde sagen, mein Herzkind hat mir den Weg gezeigt, der für uns als Familie der Richtige ist. So hoffe ich, dass es auch 2014 weiter gehen wird. Gemeinsam mit dem Kind!

Das wird somit mein letzter Post in 2013 sein. Ich wünsche euch somit einen guten Start ins neue Jahr! Ich wünsche euch ein wunderschönes kommendes Jahr 2014. Ein glückliches Jahr mit vielen tollen Überraschungen. Und ich hoffe, wir lesen uns auch im nächsten Jahr wieder und tauschen uns weiterhin aus, es hat mir sehr viel Spaß gemacht meine Gedanken mit euch zu teilen!


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