Samstag, 3. Dezember 2016

Vorlesen tut Kindern gut... und mir auch!

Lesen war schon immer eines meiner wichtigsten Hobbys. Und dabei habe ich selbst als Kind nicht wirklich vorgelesen bekommen... jedenfalls kann ich mich nicht daran erinnern. Ich kann mich aber an mein allererstes Buch erinnern, welches ich von meiner Mama gekauft bekommen habe, zusammen mit einem Lesezeichen. Es war "Der Trotzkopf ". Ich habe es verschlungen! Ich konnte ewig im Zimmer sitzen und einfach lesen, lesen, lesen... danach folgten viele Bücher, auch von Hanni und Nanni . Ach, wie fand ich diese Internat-Geschichten so toll und stellte mir selbst immer vor, wie das wäre... sowieso diese Vorstellungskraft, sich in die Hauptcharakteren hineinzufühlen.. sich vorzustellen, ob man selbst auch so reagieren und diese nun getroffenen Entscheidungen treffen würde... das macht für mich das Lesen aus. Den Drang bei einem guten und spannenden Buch, dieses nicht weg legen zu können, Seite um Seite weiterzublättern und in dem Buch zu versinken... bis es dann plötzlich fertig ist. Manchmal schwelge ich dann noch einige Zeit und sinne nach. Manchmal bin ich traurig, dass das Buch nun fertig ist und ich nun mehr jeden Tag mit den Charakteren verbringen kann.
Sind wir, noch bevor die Kinder auf der Welt waren, in den Urlaub gefahren, musste ich unzählige Bücher mitnehmen... bzw. ich hoffte darauf, dass es eine Hotelbibliothek gab, damit mein Koffer nicht zu schwer wurde. Später tauschte ich dann die ganzen Bücher durch einen Kindle aus, der es mir erlaubte unzählige Bücher im kleinen Format in den Koffer zu packen und wenn ich nicht genügend drauf geladen habe, dann kaufte ich eben ruckzuck ein Paar nach. Wie praktisch! Trotzdem bin ich dem Papier treu geblieben und bevorzuge im Alltag doch lieber meine Bücherseiten, die ich mir durch die Finger gleiten lassen, den Geruch nach Papier und Druckfarbe... das gehört für mich zum Bücherlesen dazu. Zudem kann ich so mehrere Bücher an zig Orten gleichzeitig deponieren und gleichzeitig lesen. Auf dem Sofa dieses Buch, im Bett Abends noch dieses Buch oder eben auf der Toilette... jep, warum denn nicht!

Leider, leider, rückt das Bücherlesen als Mutter ziemlich in den Hintergrund... gute Romane, Thriller usw. habe ich schon lange nicht mehr gelesen.... wenn ich es zum Lesen noch schaffe, dann sind es Fachbücher, Ratgeber usw. Alles zum Thema Familie und Kinder. Mein Dreh und Angelpunkt!

Dafür steht nun das Vorlesen ganz weit oben und auch das habe ich in Kindertagen schon selbst sehr gerne gemacht. Für meine Schwester. Ich erinnere mich noch gerne an die Weihnachtszeit zurück, in welcher ich ihr jedes Jahr Eine Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens vorgelesen habe. Jeden Tag ein Kapitel. Ich lag im Hochbett oben und sie unten und lauschte. Damit war für mich schon in der Schwangerschaft klar, ich freue mich sehr auch meinem Kind bald vorlesen zu können.

Vorlesen ist am Anfang eher das Betrachten von Bildern, dem Erklären was dort auf den Seiten alles zu sehen ist und dies immer und immer wieder. Der Sohn war darin sehr ausdauerend und tippte immer wieder auf alle Bilder (z.B. Alle meine Tiere ), die er sah und rief "Da!" und "Da!" und ich benannte alles auf was er deutete. Oder ich sagte was ich sah und fragte ihn ob er es auch sehen konnte und er deutete darauf. Auch Hörbücher waren ganz Hoch im Kurs bei ihm und wir haben wirklich ganz, ganz viele davon. Auch die Tochter wird aus dieser Reihe nun zu Weihnachten Bücher geschenkt bekommen. Bücher an Kinder zu verschenken, damit kann man nichts falsch machen, finde ich. Mit Büchern schafft man Gelegenheiten sich zusammenzusetzen, einfach mal alles Liegen zu lassen und sich auf das Buch, die Geschichte darin und das Kind zu konzentrieren. Es ist schlicht nicht möglich dabei nebenher etwas zu tun. Und gerade das tut gut!

Den Kindern und mir! Es wird Nähe geschaffen und die volle Aufmerksamkeit auf die Kinder, welche sonst im Alltag so nicht möglich ist. Gerade das abendliche Vorlesen hat sich dadurch zu einem wichtigen Ritual etabliert.
Nach dem Waschen, Zähneputzen und Umziehen gehen wir gemeinsam ins Bett und der Sohn sucht sich ein Buch aus (im Moment sind es natürlich Weihnachtsgeschichten, ganz besonders mag er hier das Buch von Astrid Lindgren ), welches ich ihm Vorlesen soll. Dort kuscheln wir gemeinsam und während ich die Tochter in den Schlaf stille, lese ich dem Sohn vor. Der dieses Rital sichtlich genießt und ganz dicht bei mir sitzt. Er könnte mir stundenlang beim Lesen zuhören und mit abendlichen 3-Minuten-Geschichten brauche ich ihm jedenfalls nichts kommen. Gerne lese ich ihm daher 10-20 Minuten vor, je nach Länger der Geschichte. Ich genieße diese abendlichen Momente sehr, in dem der Streß des Tages einfach von einem abfällt und man zur Ruhe kommen kann. Ich habe meinen Sohn ganz dicht bei mir, was tagsüber durch die Tochter eher selten möglich ist. Ist die Geschichte zu Ende, wünschen wir uns eine Gute Nacht, wundervolle Träume und einen guten Schlaf. Der Sohn bleibt dicht bei mir und schläft fast immer in einer Minute ein. Die Tochter ist meist schon beim Stillen und bevor die Geschichte zu Ende gelesen ist, eingeschlafen und wird dann von mir abgelegt. Dann bleibe ich meist noch eine Weile zwischen meinen beiden Kindern liegen, lausche dem ruhigen Atem beider und das ist ein Moment, in welchem ich sehr glücklich bin. Genau dann, erkenne ich jeden Abend, welches Glück ich doch eigentlich habe. Hier neben mir, links und rechts von mir, da liegt es. Und diese Momente sauge ich, diese möchte ich für immer in meinem Kopf bewahren, auch wenn die Kinder irgendwann groß sind und nicht mehr vorgelesen haben möchten.

Ja, Vorlesen tut den Kindern gut, das hat Kati in ihrem Blog Kuchen, Kind und Kegel und dem Aufruf zur Blogparade #vorlesentutkinderngut, sehr gut beschrieben. Studien belegen das! Aber Vorlesen ist eben viel mehr als eine Förderung der Kinder, sondern Nähe, Aufmerksamkeit, zur Ruhe kommen und das nicht nur für die Kinder, sondern ganz besonderns auch für mich!


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1 Kommentar:

  1. Liebe Sabrina!

    Bücher an verschiedenen Orten gleichzeitig lesen kenne ich auch ;-)
    Vorlesen ist, wie Du schreibst, nicht nur Vorlesen, sondern auch die gemeinsame Zeit und Nähe. Wenn mal keiner Lust auf Lesen hat, erfinden wir selbst kleine Geschichten: http://ideas4parents.com/blogparade-vorlesen/

    Viele Grüße,
    Gila von ideas4parents

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