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Dienstag, 24. Juni 2014

Greifen heisst Begreifen

Derzeit lese ich das Buch "Kleinkinder fördern mit Maria Montessori" von Claudia Schäfer. Ich finde es bisher sehr interessant geschrieben und es liefert einige tiefere Einblicke in die Entwicklung unserer Kinder in den jüngsten Jahren. Schon mit der Geburt beginnt das Baby alles in sich aufzunehmen, was ihm seine Umwelt bietet. Sie sind wie kleine Schwämme und lernen stetig. Auch wenn es für manche nicht sichtbar ist. Deswegen wurde viele Jahre die "Förderung" von Kleinkindern nicht beachtet. Hier einige Einblicke und kurze Zusammenfassungen aus dem oben genannten Buch:

Wenn wir die große Lernfähigkeit und Lernbereitschaft der Kinder unter drei Jahren nicht fördern und sie nicht genügend anregen, werden die Kinder ihr Leben lang an den Folgen dieser Vernachlässigung leiden.
Erst wenn Kinder aktiv über ihre Bewegungen und alle ihre Sinneskanäle ausreichende und sich häufig wiederholende Reize aufnehmen konnten, bilden sich vielfältige neurolane Verbindungen im Gehirn und das Kind lernt wichtige Basiskompetenzen, auf die es ein Leben lang zurück greifen kann. So erst wird aus einer "Rogintelligenz" umfassende Kompetenz, die in differenziertes Denken, Fühlen, Handeln umgesetzt werden kann

Fehlen jedoch Anregungen für die kindlichen Sinne, bilden sich keine neuen Synapsen, bzw. bestehende werden wieder zurück gebildetet. Ein Kind muss nicht nur Erfahrungen machen, es muss sie auch oft wiederholen, um die Synapsen "haltbar" zu machen, damit sich die Gehirnregionen, die nicht genutzt werden, nicht zurückbilden. Das für uns Erwachsene zum Teil stupide anmutende Wiederholen einer Handbewegung, einer Frage oder einer Übung macht das kleine Kind also "klüger" und "stumpft" es nicht ab.

Am besten lernt ein Kind, wenn ein Angebot aus der Umwelt zu seiner jeweiligen inneren Bereitschaft, seiner Reifung und Entwicklungsphase passt.

Lassen wir kleine Kinder nicht alleine probieren, ziehen sie sich zurück oder reagieren sogar ärgerlich, weinen und wehren sich. Denn wenn wir Erwachsene in die kindliche Aktivität eingreifen, nehmen wir dem Kind wichtige Lernmöglichkeiten und hindern es daran, einen neuen Entwicklungsschritt zu tun. Wir stören dann nicht nur ein Spiel, sondern seine Entwicklungsarbeit.

Das Weinen deuten wir Erwachsene oft als eine Laune und nicht als eine "gesunde" Reaktion darauf, dass man das Kind an seiner Entwicklung hindert, wogegen es sich wehrt.

Über das Greifen erst lernt ein Kind "be-greifen". Deshalb hat es in den ersten Lebensjahren ein besonders großes Bedürfnis, alles anzufassen und mit den Dingen zu hantieren. Es lernt über das Ertasten die Dinge näher kennen und unterscheiden. Über diese differenzierte Wahrnehmung bildet sich die Intelligenz.

Je mehr ein Kind kann, desto mehr Vertrauen entwickelt es in seine eigenen Fähigkeiten und desto selbstbewusster und glücklicher wird es. Durch diese Selbstständigkeit wird sich, über viele Jahre hinweg, seine freie Persönlichkeit entwickeln.

Jetzt sollten wir allerdings nicht in Panik verfallen und die nächsten Fördereinrichtungen stürmen, denn genau das ist in den letzten Jahren geschehen. Wir Eltern wollen unsere Kleinkinder fördern, da die Wissenschaft festgestellt hat, wie wichtig eine optimale Förderung für das zukünftige Leben sein wird. Was die Kinder jetzt nicht lernen, lernen sie vielleicht niemals mehr! (was so natürlich auch nicht stimmt, es wird uns in späteren Jahren allerdings deutlich schwerer fallen)
Wenn wir den obigen Text allerdings nicht nur überfliegen, sondern verstehen, dann steht dort nicht einfach stupide "Förderung", sondern viel mehr und vor allem wichtige Kernaussagen für unser Verhalten als Eltern gegenüber unserer Kinder.

Förderung besteht nicht nur im herkömmlichen Pauken, wie wir es aus unserer Schulzeit kennen. Für die Kinder in diesem Alter geht es um das Erlernen wichtiger Kernkompetenzen und das zeigen sie uns eigentlich sehr deutlich, wenn wir hinhören und hinschauen. Sie wollen im Grunde all das tun, was auch wir Erwachsene täglich tun. Bedeutet eigentlich und auch ganz einfach, wir müssen sie einbinden. Nicht einfach nur irgendwelches "pädagogisch wertvolles" Spielzeug kaufen und meinen damit wäre es nun getan und damit sollen sich die Kinder beschäftigen. 
Unsere Kinder wollen lernen was wir tun, unsere Handgriffe, unsere Sprache, die alltäglichen kleinen Verrichtungen. Binden wir sie also ein, lassen wir sie nicht nur neben uns her leben. Lassen wir ihnen aber auch ihre Freiheiten, dass zu tun, was sie tun möchten. Kinder suchen sich auch ihre Beschäftigungen. Wenn es den ganzen Tag Wasser von einer in die andere Schüssel schütten möchte, dann ist das keine vergeudete Zeit, nur weil es für uns so scheint, als hätte das Kind es schon beim ersten Mal verstanden. Nein, es lernt auch weiterhin. Es festigt seine Bewegungsabläufe, lernt das die Schwerkraft auch immer da sein wird, das Wasser nicht einfach seine Fließrichtung ändert usw.
Schon mit diesen kleinen Veränderungen in unserem Alltag fördern wir unsere Kinder und helfen ihnen diese Welt zu verstehen. 

Wir müssen auf Augenhöhe mit unseren Kindern gehen, verstehen was sie nun lernen wollen und ihnen die Möglichkeiten dazu geben und anbieten. Keine teuren Fördermittel sind dazu notwendig, es reichen oft schon die einfachsten Dinge...

Die Bewegungen des Herzkindes werden nun immer filigraner. Das spiegelt sich auch in den Steckübungen wider.





Mittwoch, 18. Juni 2014

Vom Schlafen und Zahnen

Ich glaube es ist mal wieder Zeit für ein kleines Update. Ich muss mich ja auch noch in einigen Jahren genau erinnern, wie denn das Schlafverhalten unseres Herzkindes war. Warum?
Weil ich weiß wie schnell wir Eltern alles nur noch "als halb so schlimm" empfinden und andere Eltern dann denken: Alle Kinder schlafen durch, nur meins nicht... Ist es nicht so? Also ich höre um mich herum fast immer nur von durchschlafenden Kindern.... ja, schon als Baby, von klein auf, haben die alle durchgeschlafen. Da meint man ja teilweise zwangsläufig man macht etwas falsch...
Zum Glück weiß ich, dass dies oft Verschleierungstaktiken sind, auch meist um sich selbst einzureden, alles ist gut, um nicht durchzudrehen... Genau! Denn Schlafentzug ist Folter! Horror! Gerade lässt man sich mit dem Kopf auf sein Kissen fallen, rückt alles zurecht, findet die bequemste Schlafposition, kuschelt sich so richtig dolle ein und dann..... (Intro der Weiße Hai....).... WÄÄÄÄÄHHHHHHHH!

Ich schwöre euch, mein Herzkind hat einen eingebauten Sensor und zwar einen Hochleistungssensor für Bewegung und Akustik. An manchen Tagen genügt es, wenn ich noch etwas im Bett gelesen habe und dann so leise wie möglich meine Nachttischlampe ausknipse... keine zwei Sekunden später... WÄÄÄÄÄHHHHH! Mein Mann glaubt mir nicht! Dabei hat er dieses Phänomen nun schon oft genug mitbekommen... bitte sagt mir, ist das bei euch auch so? 

Ich gehe Nachts grundsätzlich, wenn ich mal Pipi muss... ja, ich hab ein schwaches Bläschen und trink zu dem noch Nachts... auf das Gästeklo ein Stockwerk tiefer... warum? Würde ich oben pinkeln, würde alleine der Strahl in die Porzellanschüssel reichen und der Zwerg wäre wach... glaubt ihr mir nicht? Ist aber so! Ich schwöre!

Muss man sich mal vorstellen, was man sich als Eltern alles einfallen lässt. Welch samtpfotenartige Gangweise man entwickeln kann, wenn man den ersten Stock erreicht hat und Richtung Schlafzimmer schleicht....

Ach ja... und meine Meerschweinchen leben im Dachgeschoss... genau ein eigenes Reich!... Problem die Treppe nach oben... das ist so eine frei eingebaute (und direkt neben dem Zimmer vom Zwerg)... und die knartzt... ich kann euch genau sagen, wo man hintreten darf und wo nicht... Mission Impossible sozusagen (Intro bitte....) Wenn ich da nochmal hochmuss, was ich vermeide wenn das Herzkind schläft, aber manchmal braucht ein Schweinchen doch nochmal Medikamente, dann seht ihr Spiderwoman in Perfektion...

Aber ich will ja garnicht so sein, im Moment haben wir echt ein liebes kleines Herzkind. Und warum? Weil endlich der doofe zweite Eckzahn (oben links) durchgebrochen ist! Jubel! (Intro Engelschöre....) Ich sag euch, solange hat noch kein Zahn gebraucht bis er durch war! Das Herzkind benutzte nun schon seit Wochen seine Hände und Arme als Beißringe, soviel hat er noch nie gesabbert und die Nächte waren für ihn natürlich auch nicht schön.

Den Zahn habe ich am Sonntag ertasten dürfen, wahrscheinlich ist er sogar schon 1-2 Tage länger da und die Nächte sind wieder toll.... also für unsere Verhältnisse. Ihr versteht! Das Herzkind geht wieder ein Stück früher ins Bett (was aber auch meist 21 Uhr ist), er wacht maximal 1-3 mal in der Nacht auf und lässt sich superschnell beruhigen und schläft weiter. So kann es von mir aus bleiben. Ich hab kein Problem mehrfach die Nacht rüberzugehen, mich an ihn zu kuscheln und ihm zu sagen wie lieb ich ihn habe... hauptsache wir bleiben alle ruhig dabei... herrliche Ruhe und ganz viel erholsamen Schlaf für mich. Träum!

Aber ich weiß, es wird nur ein kurzer Frieden sein. Die nächsten Bösewichte sind bereit um uns die Nächte wieder um die Ohren zu hauen... die unteren Eckzähne... (The Imperial March von Star Wars...)


Sonntag, 15. Juni 2014

Blogparade:Mamasünden oder Überlebensstrategie?

Die liebe Janina von 2KindChaos hat eine sehr interessante Blogparade (leider lief die Blogparade noch auf ihre alte Domain) gestartet. Sie soll uns Mamas oder natürlich auch die Papas mal aus ihrem Vorbild-Modus und der perfekten Fassade herauslocken und zeigen, wie es eigentlich wirklich ist... also so im Alltag mit Kind. Janina schreibt dazu:

Mit dieser Blogparade möchte ich alle zum Grinsen bringen und euch eure Geheimnisse entlocken: wie schafft ihr euren Alltag? Mit welchen Strategien müsst ihr euch manchmal helfen, um nicht durchzudrehen? Wo und wie könnt ihr euch mal eine Auszeit nehmen?

Ich freue mich, wenn ich so viele Sünden und Strategien wie möglich lesen kann. Es kann doch nicht sein, daß alle Eltern mega vorbildlich sind und den ganzen Tag über pädagogisch und politisch korrekt sind?! Wie kommt ihr über den Tag und was sind eure finsteren Geheimnisse?

Diese Blogparade soll zur Erheiterung beitragen und zeigen: wir sind nicht alleine! Niemand ist perfekt und das ist auch gut so...
 

Janina hat damit wie so oft direkt in ein Nest gestoßen und viele begeisterte Bloggerinnen haben sich schon an der Blogparade beteiligt und über ihre Sünden und Überlebensstrategien gebeichtet! Es sprudelt bei manchen sicherlich nur so raus. Endlich! Endlich, kann man einfach mal schreiben, was man sich sonst nicht wagt zu sagen, weil man eventuell schräg angeschaut wird, immer mit dem Hintergedanken, dass man "versagt" haben könnte.
Tja und auch ich fühle mich  ertappt, natürlich läuft auch hier nicht alles rund und bei so manchen Thema würde ich am liebsten auch weiterhin den Mantel des Schweigens darüber breiten... als Mutter möchte man doch so gerne alles richtig machen und sagen können "Ich mache das toll!" Irgendwie definiert man sich ja schon etwas darüber, gerade in der Elternzeit, wenn es die Hauptaufgabe ist. Man meint zu erkennen: An der Anzahl der begangenen Sünden, sieht man ob die Erziehung gut oder schlecht ist.... natürlich ist das Kokolores! Ein Kind wird wegen der einen oder anderen Erziehungssünde kein schlechter Mensch oder ein kleiner Tyrann! Doch trotzdem steckt dieses Denken so tief in uns drin, wie ein dicker Stachel mit vielen kleinen Widerhacken! Sich davon zu lösen wird nicht einfach sein, denn wir alle bewerten und tragen somit dazu bei, dass wir Mütter fast alle nicht ehrlich untereinander sind und vieles beschönigen bzw. nicht erwähnen.... solange wir nicht explizit danach gefragt werden *hüstel* Kennt ihr, stimmts?
Ich erinnere mich ganz genau an eine Situation in unserem letzten gemeinsamen Urlaub als Paar ohne Kind. Ich war in der 22.Woche schwanger und wir erlebten jeden Abend in dem Buffet-Resaurant des Hotels das gleiche Bild. Tablets an den Tischen, mit den unterschiedlichsten Kindersendungen bestückt. Die Kinder davor geparkt, damit die Eltern in Ruhe essen konnten. Es war ein absolut verstörendes Bild für uns. Wir konnten das nicht verstehen und schwörten uns, dass wir das niemals machen würden. Wie können die Eltern ihre Kinder, teilweise noch so jung, mit kunterbuntem Geflimmer "betäuben" damit sie ihr Abendessen genießen können? Sie machen doch gemeinsamen Familienurlaub? Mit etwas Abstand und nun selbst Eltern gewinnt dieses Schauspiel eine neue Perspektive und man denkt etwas anders darüber... gerade wenn man selbst lernen musste, dass eben nicht immer alles so funktioniert wie man es sich so rosarot in der Schwangerschaft ausgemalt hat. 

Kommen wir als nun zu meinen Sünden oder Überlebensstrategien. Hier möchte ich aber beide Punkte ganz klar voneinander trennen. Denn eine Überlebensstrategie muss in meinen Augen nicht gleich eine Erziehungssünde sein. Und eine Sünde? Ab wann wird denn eine Erziehungssünde zu einer Erziehungssünde? Ganz klar! Wir machen sie selbst dazu! Sobald wir uns nicht trauen, sie anderen zu erzählen, weil wir denken, die anderen Mamas könnten schlecht über uns denken. Und eine Sünde wird es für mich auch dann, wenn ich denke ich könnte meinem Kind damit schaden, auch dann, wenn wie oben schon geschrieben, eine kleine Sünde keinen Tyrannen aus einem Kind macht oder in der Regel auch die Häufigkeit der Sünde zu einem Problem werden könnte. 
Überlebensstrategien sind für mich in der Regel Streßvermeider. Also Dinge die ich bewusst tue, damit es zu gewissen Situationen erst garnicht kommen kann. 

Also hier meine Überlebensstrategien und Sünden im Alltag mit meinem kleinen Herzkind:

- Überlebenstrategie 1: Bevor das Herzkind morgens seine Äuglein öffnet werden die Räume geprüft, liegt noch irgendetwas rum, dass seine Aufmerksamkeit erhaschen würde, aber das er eigentlich nicht anfassen sollte? Dann räume ich es weg! Was soll ich mit dem kleinen Keks, der es ohnehin noch nicht richtig verstehen kann, Diskussionen anfangen, die damit enden, dass er weinen muss? Eine absolute Streßvermeidungs-Strategie, welche ich schon von Anfang an so anwende und gut damit fahre.

- Überlebenstrategie 2: Was das Kind nicht umbringt oder schadet damit kann er meiner Meinung auch spielen. Wenn eben so manches in dem Moment nicht weg geräumt wurde, ob von mir oder meinem Mann und der Zwerg hat es in die Finger bekommen, dann lasse ich es ihm eben auch. Bedeutet, wird die Fernbedienung wieder mal auseinander genommen und akribisch untersucht, dann sage ich nix. Mein Mann findet das nicht so prickelnd. Mir egal, ich bin den ganzen Tag mit dem Keks daheim und vermeide da lieber unnötiges diskutieren, wieso auch?

- Überlebensstrategie 3: Das Kind morgens länger schlafen lassen, obwohl man weiß, dass es dadurch Abends wieder länger auf bleibt. Ja, ein Teufelskreis! Ich genieße morgens meine Herzkind-freie Zeit. Eine Tasse Kaffee und mein Laptop. Morgens entstehen die meisten meiner Blogartikel und ich lese mich durch die neusten Themen in Facebook und die neusten Artikel meiner Bloglieblinge. Ich bin ein extremer Morgenmuffel und werde innerhalb dieser Zeit dann auch erst mal langsam wach. Wenn das Herzkind dann doch früher als erwartet aus dem Babyphone kräht bekomme ich schon Puls. Zum Glück kommt das nicht häufig vor. Damit ich diese Zeit morgens genießen darf, muss ich aber auch einen Preis bezahlen. Je nach Tagesauslastung bleibt das Herzkind dann Abends länger wach und da kommt dann eine meiner Sünden zum Tragen...

- Überlebensstrategie 4: Das Herzkind hasst Autofahrten im Dunklen! Wenn er nichts mehr sehen kann von dem was außerhalb des Autos geschieht, dann geht die Sirene los und es kann passieren, dass er je nach der Länge der Autofahrt die ganze Zeit schreit. Da kann ich neben ihm sitzen oder auch nicht, auch Beruhigungsversuche oder Licht... bringt alles nichts und meine Nerven liegen blank! Bedeutet wir müssen von Feiern frühzeitig los, also ein gutes Stück bevor die Sonne untergeht. Aber auch das alleine scheint nicht zu reichen. Nachdem wir gestern frühzeitig von einem Geburtstag los sind, war es zwar noch hell, aber der Zwerg war so hundemüde, dass er schlafen wollte, allerdings nicht im Autositz, womit er sonst tagsüber keine Probleme hätte.... bedeutet also als weitere Konsequenz, wir müssen also so früh los, dass es hell ist und der Zwerg noch nicht so müde und überdreht ist, dass die Heimfahrt keine Nervensache wird... 

- Überlebensstrategie 5: Bequemlichkeit! Manche Dinge nimmt man dem Kind ab, weil es einfach schneller geht, obwohl man weiß, so kann es diese Dinge auch nicht lernen. Grundsätzlich halte ich mich auch daran, das Herzkind darf vieles selbst probieren und ich wische hinterher und mache gerne danach wieder sauber. Es gibt wenige Dinge, die ich bisher schleifen ließ. Zum Beispiel aus dem Glas trinken, dass können unsere Kinder eigentlich schon recht früh selbst, wenn man sie lässt. Nur Dreck wegmachen ist das Eine... ein nasses Kind bei den ersten Übungsversuchen immer wieder umziehen, das Andere... ich habe die Versuche also recht schnell wieder eingestellt und jetzt erst wieder damit begonnen und es klappt nun sogar schon recht gut!

- Überlebensstragie 5: Kind abgeben! Nachdem es in der Babyzeit aufgrund des Stillens kaum möglich war, hat es sich nach und nach eingebürgert. Mittwochs ist nun Oma- und Opa-Tag und ab 11 Uhr ist der Zwerg mit seinen Großeltern (meinen Eltern) unterwegs. Meist kommen sie dann alle erst ab 18 Uhr wieder.... Zeit für mich! Yeah! Oder auch nicht! Meist wird Liegengebliebenes abgearbeitet. An manchen Tagen, wenn ich dann mal so garkeine Lust habe, mache ich aber auch rein garnichts und genieße das! Wann hat man das schon, dass man völlig abschalten kann?

- Überlebensstrategie 6: Wenn das Herzkind und ich unser Nachmittagstief erreicht haben, er nur noch am Nörgeln ist und ich mir nicht mehr zu helfen weiß, weil alle Spiele und Ideen doof sind, dann schnapp ich ihn mir und wir machen es uns auf der Couch gemütlich. Stillen ist die Strategie Nummer 1, wenn garnichts mehr geht. Dabei kommen wir immer runter! Wenn es allerdings blöd kommt, schlafen wir beide dabei ein und ich habe Abends ein waches Kind, welches erst wieder zu Unzeiten ins Bett möchte.... grummel...

- Überlebensstrategie 7: Meine Kochkünste sind... hm... naja... also richtig schlecht sind sie nicht, aber auch nicht wirklich gut. Meine Künste beschränken sich auf wenige Gerichte und es gibt z.B. Mittags schonmal garnichts Warmes... was soll ich mir da einen Streß machen, wieso muss ein Kind zweimal täglich warmes Essen bekommen? Daher bekommt das Herzkind Mittags leckeres frisches Müsli mit Obst und er freut sich, dass er mit dem Löffel üben kann und ihm schmeckts. Abends haben wir den Papa, der dann frisch und warm für uns kocht! Blöd ist, wenn der Papa mal wieder auf Geschäftsreise muss, was alle paar Wochen vorkommt und dann? Ja, dann muss auch ich Abends mal ran und *pssst* Tiefkühltruhe ist dann gut gefüllt. Diverses Kühlgemüse und Fischstäbchen stehen bereit, aber auch Nudeln- und verschiedene Soßen und Aufläufe bekomme ich noch gezaubert. Bloß nix Kompliziertes. Alles muss schnell gehen, damit ich meinen Streßlevel niedrig halte und meine vorhandenen Kochkünste nicht überstrapaziere... *hust*

- Überlebensstrategie 8: Bügeln als Auszeit! Wär hätte gedacht, dass ich das Bügeln mal für mich entdecken werde? Ich jedenfalls nicht! Aus welchen unerfindlichen Gründen auch immer, lässt mich das Herzkind beim Bügeln vollkommend in Ruhe und beschäftigt sich plötzlich ganz alleine, was kurz vorher angeblich nicht möglich war... ich kann zwei Körbe Wäsche sortieren, zusammenlegen, bügeln und wegräumen und er spielt direkt neben mir. Herrlich!

- Überlebensstrategie 9: Mitschlafen! Klappt nicht immer, weil man will ja dann noch schnell das und das und das erledigen, wenn das Herzkind Mittagsschlaf hält. Nach manchen schlechten Nächten fall ich aber direkt selbst ins Bett, wenn auch der Zwerg endlich schläft. Solange das geht, sollte man es auch nutzen! Lese oft genug, dass man sich ab dem zweiten Kind nach diesen Auszeiten sehr sehnt...

- Überlebensstrategie 10: Die wirklich "bösen" Süßigkeiten sind weg... also halt weg fürs Kind... nicht da... nicht gekauft... höhö... denkste... sie lagern nun im Keller und werden meist vom Papa Abends beim Fernsehen (falls das Kind dann im Bett ist) hervor geholt und vernichtet... hier kommen wir dann wieder zu ÜS 1... ich muss morgens schauen, dass die Reste dann auch weg sind... denn der Herzmann lässt Abends grundsätzlich alles Stehen und Liegen. Männer...

- Erziehungssünde 1: So jetzt kommen wir ans Eingemachte! Ich gebe das wirklich nur sehr ungern zu, denn ich fühle mich als mache ich etwas falsch und würde nicht auf das Kind eingehen. Denn sonst würde ich doch wissen, warum das nicht klappt, oder?! Ich meine das Wickeln! Seit Dezember ist Wickeln unser höchstpersönlicher Horror. Das Herzkind hasst es, ruhig liegen bleiben müssen oder auch mal kurz stehen bleiben, um an sich rumfummeln lassen zu müsssen... ein No Go! Wir haben schon wirklich alles probiert. Interessante neue Dinge anbieten, dass war am Anfang noch möglich und hielt einige Wickelgänge, dann irgendwann nur noch einen Wickelgang und irgendwann gingen mir auch die Ideen aus... im Stehen wickeln, Wickelstation auf dem Boden, alles genau mit ihm besprechen, ankündigen. Nicht aus Spielen und Beschäftigen herausreißen, sondern alles langsam mit Ruhe usw.... Nichts, aber auch wirklich nichts half. Alle Ideen und Erfahrungen anderer Mütter, die ich befragt habe... beim Herzkind war nichts zu machen. Wickeln ist doof! Es war nur noch Streß und Tränen für uns alle! Also habe ich im Mai zähneknirschend mit etwas begonnen, dass ich nie wollte! Ich nahm mein Handy, öffnete Youtube und suchte Kindersendungen... seit dem ist Ruhe. Wir können den Zwerg problemlos wickeln, er arbeitet sogar mit, was ich nicht dachte und mittlerweile klappt es sogar immer öfters ohne das doofe Handy. Am liebsten schaut er übrigens Bagger-Dokumentationen beim Wickeln...

- Erziehungssünde 2: Bleiben wir doch beim Filme schauen! Wie oben schon erwähnt, ist unser Zwerg ein Langschläfer, wenn wir ihn nicht entsprechend wecken und somit dann auch Abends länger wach... Tja und da sind wir nun, eigentlich wollen wir gerne mal unsere Ruhe und nun? Mittlerweile schauen wir also trotzdem unsere Serien oder einen Film während des Herzkind noch wach und bei uns ist. Todsünde, ich weiß! Zum Glück schaut er fast nie mit (noch... irgendwann müssen wir uns da was einfallen lassen, irgendwann....), sondern beschäftigt sich dann mit seinen Spielsachen (Abends kann er sich grundsätzlich alleine beschäftigen und das sehr intensiv.... Nachtmensch!) und kommt irgendwann zu mir auf das Sofa gekrabbelt und verlangt seine Milch und dann ab ins Bett!

So, sie sind raus meine Sünden... meine gut gehüteten Geheimnisse... die niemand wissen sollte... weil, wir uns selbst das Leben schwer machen und immer alles richtig und perfekt machen wollen.

Danke Janina für diese Blogparade. Es ist Zeit für etwas mehr Entspannung und Gelassenheit. Niemand ist perfekt!


Donnerstag, 12. Juni 2014

100 mal neu gewickelt!

Da ich selbst sehr neugierig bin, führe ich über mein Experiment Stoffwindeln eine kleine Statistik. Ich notiere mir, wieviele Stoffwindeln ich schon benutzt habe und somit wieviele Wegwerfwindeln ich damit schon sparen konnte. Ich habe bisher alle getätigten Einkäufe notiert und somit wieviel Geld ich bisher für Stoffwindeln ausgegeben habe. Auch wieviele Maschinen zusätzliche Wäsche ich durch das Waschen der Stoffwindeln hatte, habe ich bisher notiert. Somit könnte ich berechnen was pro benutzte Stoffwindeln nun mehr an Strom und Wasser fließt. Ebenso notiere ich die Anzahl der speziell für die Stoffwindeln gekauften Waschmittel und Entkalker.

Daher weiß ich nun, dass ich schon über 100 mal mit Stoff gewickelt habe! Genau genommen mit gestern 108. Mal! Ich bin sehr froh, dieses Experiment gestartet zu haben.

Ich durfte für mich erkennen:

- Der Anfang ist schwierig! Ein Dschungel an neuen Wörtern, Windelsystemen, Waschgewohnheiten usw. schreckt sicherlich viele erst mal ab! Alleine wäre ich nicht hindurch gestiegen. Ich kann daher jedem empfehlen sich in der Facebook-Gruppe Stoffwindel-Chat anzumelden und wenn möglich, sogar einen Stoffwindel-Workshop zu besuchen. Da man dort auch alle Systeme einfach mal in die Hände nehmen kann.

-  Einfach probieren! Man kann verschiedene Windelsysteme am Kind austesten, teilweise muss man es auch. Jeder Kinderkörper ist anders geformt. Jedem Kind passen andere Windeln gut oder man selbst kommt mit dem ein oder anderen System besser zurecht. Ich gestehe, ich bin bisher bei dem System geblieben, welches ich mir selbst zu Anfang ausgesucht habe. Überhose mit Einlagen sind für mich ein tolles System, einfach anzulegen, kostengünstig. Nicht nur bei der Anschaffung, sondern auch bei den Waschintervallen. Es entsteht deutlich weniger Wäsche als bei anderen Windelsystemen und die Trocknungsdauer ist ebenfalls wesentlich geringer als bei All-in-One-Systemen. 

- Unsere Müllberge haben sich deutlich reduziert. Man erkennt erst, wieviel Müll man mit Wegwerfwindeln produziert, wenn diese nicht mehr da sind! Es ist erschreckend! Normalerweise mussten wir unsere Restmülltonne zu jeder Leerung nach draußen stellen und leeren lassen. Sie war voll, bis oben hin! Nun konnten wir unglaubliche zwei Leerungen ausfallen lassen und benutzen unsere Restmülltonne 6 Wochen lang!!! Ist das nicht toll? Toll und erschreckend! Bisher benutzen wir auch Nachts noch Wegwerfwindeln, wenn wir auch diese Umstellung auf Stoff noch schaffen, schaffen wir sicherlich noch zwei weitere Wochen mit unserer Restmülltonne.

- Jede Stoffi-Mama entwickelt ihre eigenen Vorgehensweisen. Ich habe für mich z.B. erkannt das ich benutzte Stoffwindeln nicht in einem Wet Bag lagern möchte. Zum einen soll man diese nicht länger als 3-4 Tage darin lagern. Ich bekomme durch das sparsame Überhosen-System allerdings nur alle 5 Tage eine Waschladung zusammen. Zum anderen stört mich der beißende Ammoniak-Geruch der darin entsteht! Andere benutzen Oskar-Tonnen, dort entsteht geschlossen ebenfalls Ammoniak. Wieder andere lagern offen in großen Körben z.B. in der Badewanne.... ist auch nicht so meins... ich hänge alle benutzen Einlagen zum Trocknen auf und kann sie somit so lange lagern wie ich will! Dies ist sowieso empfehlenswert, wenn man z.B. über mehrere Tage verreist, was macht man mit den benutzten Windeln, die bis dahin zusammen gekommen sind? Pipifeucht lagern? Zulange ist auch nicht gut für die Windeln und es können sich auch mal Schimmel oder Stockflecken bilden (gelesen im Stoffwindel-Chat), meherer Tage feucht in der Waschmaschine, die man noch schnell eingeschaltet hat? Jeder weiß, wie vergessene feuchte Wäsche in der Waschmaschine riecht... Ich finde daher meine Vorgehensweise persönlich sehr gut, ich muss mich nicht mit Ammoniakgestank quälen und meine Windeln werden davon auch nicht angegriffen. Man darf nicht vergessen Ammoniak ist ätzend und greift somit vorhandene Gummis in Stoffwindeln an und lässt sie sicherlich früher spröde werden. Dafür gibt es allerdings meines Wissens keine Belege und sind nur eine rein hypothetische Schlußfolgerung von mir.

- Stoffwindeln können süchtig machen... bedeutet: Man könnte mit Stoffwindeln eine Menge Geld sparen...könnte... wenn man nicht unbedingt noch dieses Muster haben möchte, diese Windel noch ausprobieren will und die nächste Saugeinlage testen möchte... zum Glück ist der Wiederverkaufswert bei Systemen die einem nicht so zusagen sehr gut. Verluste macht man somit kaum. Und selbst wenn man sich die teuersten Windelsystem für sich ausgesucht hat, der wichtige weitere Aspekt ist der Umweltschutz. Der Müll wird auch weiterhin vermieden, ob mit einem günstigen Stoffwindelsystem oder einem Teureren... andere haben eben die Modelbahn als Hobby...

- Sparen kann man aber trotzdem dann, wenn man schon beim ersten Kind auf die Stoffwindeln gekommen ist. Für das zweite Kind sind dann die Stoffwindeln schon da und können natürlich auch benutzt werden. Aber auch hier schlägt die Stoffisucht bei so manche Frau unbarmherzig zu...

- Ich habe einen Vielpinkler! Bei Wegwerfwindeln fällt das nicht so sehr auf, wie bei Stoffwindeln. Eine Wegwerfwindel kann verdammt viel Urin durch die enthaltenen Superabsorber aufnehmen. Stoffwindeln eben nicht, die Sauggrenzen sind viel früher erreicht. Somit muss man etwas testen und probieren bis man gute Saugeinlagen für sich bzw. das Kind gefunden hat und man muss die Uhr leider etwas genauer im Blick behalten. Mit schon länger getragenen Wegwerfwindel legt man das Kind noch schnell in den Mittagsschlaf, mit einer länger getragenen Stoffwindel riskiert man das lieber nicht. Wobei ich feststellen durfte, beim Mittagsschlaf schläft das Herzkind tief und fest und pinkelt zum Glück nicht! Wie schon geschrieben, man muss sich mit Stoffwindeln mehr mit den Gepflogenheiten seines Kindes beschäftigen (was eigentlich auch gut ist!) und darauf reagieren. Die Wegwerfwindeln verzeihen vergessene Windelwechselintervalle gerne, eine Stoffwindel tut das nicht...

- Ich finde es nicht schlimm eine volle Stuhlwindel zu reinigen. Natürlich denkt man im ersten Moment, es gibt Schöneres. Mit Wegwerfwindel ist das natürlich leichter. Jedenfalls in Deutschland! Schaut man über die Ländergrenzen muss man feststellen, dass eigentlich auch bei Wegwerfwindeln, der Stuhl in die Toilette gegeben werden muss! Wir in Deutschland haben allerdings den Vorteil, dass der Restmüll in Verbrennungsanlagen kommt. Zu beachten ist aber: Bis der Müll in die Anlage kommt, kann es auch hier passieren das dieser vom Regen usw. ausgewaschen wird und ins Grundwasser gelangt...

- Jeder kann stoffwickeln! Auch Papas, Omas, Opas usw. Ausreden gibt es nicht, es verlangt eben Übung und man sollte sie einfach herantasten lassen. Der Herzpapa wickelt hier mittlerweile genauso souverän Stoffwindeln, wie vorher mit Wegwerfwindeln und meine Mama hat gestern zum ersten Mal selbst eine Stoffwindel an ihren Enkel angelegt! 

Ich kann also zu meinem Experiment Stoffwindeln auch weiterhin sagen, dass ich mich ärgere erst jetzt damit begonnen zu haben. Ich hätte viel mehr Müll sparen und viel mehr für die Umwelt tun können. Das Thema Stoffwindel sollte meiner Meinung in jeden Geburtsvorbereitungskurs aufgenommen und als Wickelmöglichkeit aufgezeigt und an Beispielen erklärt werden. Denn die Windel zu zeigen und zu erklären, dass ist sehr wichtig! Einfach nur drüber reden, da denken viele einfach immer noch an veraltete Mull- und Bindewindeln, die nur Arbeit und Mühe machen! Schade, denn so ist es eben nicht mehr! Stoffwindeln sind simple in der Handhabung und superschön anzuschauen!

Hier ist mein kleines Stoffwindel-Lager. Zu sehen ist nur ein kleiner Teil meiner Überhosen, einige sind schon wieder in der Wäsche oder eben auch am Kind. Und natürlich meine Prefolds und Einlagen als Saugkern für die Überhosen.

Stoffwindeln: Wunderschön bunt und toll anzuschauen! Da kann keine Wegwerfwindel mithalten!

Die Prefolds falte ich nach dem Waschen und Trocken direkt und lege eine weitere Saugeinlage hinein. Somit muss ich zum Windelwechseln nur noch die Überhose mit einer Prefold bestücken und ran ans Kind. Ihr seht das ich deutlich mehr Prefolds als Überhosen habe. Das ist der Vorteil dieses Systems: Überhosen kann man mehrfach benutzen, nur die Saugeinlage muss nach dem Windelwechseln direkt gewaschen werden. Das spart Wäsche!

Hier meine Trockenstation. Nachdem die Windel benutzt wurde. Hänge ich das benutzte Vlies, die Prefolds und die Überhosen auf die Leine. Die wieder trockenen Überhosen benutze ich dann wieder und die trockenen Vlies und Einlagen kommen dann auf den Wäschstapel bis genug zusammen gekommen ist für eine Waschladung.

Mittwoch, 11. Juni 2014

Nach Bälle fischen

Gestern pustete ich das kleine Schwimmbecken auf... dort passte das Herzkind im letzten Jahr als Baby noch im Liegen hinein....
Füllte das Becken mit Wasser auf, legte Plastikbälle hinein und gab dem Herzkind ein kleines Fischernetz, welches ich im 1-Euro-Laden entdeckt habe.
Ganz schnell vorbereitet und es bietet ganz viel Spaß und Beschäftigung für die Kleinen. Es ist garnicht so einfach so einen langen Stock zu koordinieren und zu verstehen, dass man mit kürzerem Greifen auch die Bälle aus dem Netz holen kann oder das Netz ablegen muss, um an die Bälle zu kommen. 

Weitere Wasserspaß-Ideen habe ich schon hier beschrieben:







Mittwoch, 4. Juni 2014

Grovia Shell

Heute möchte ich euch die Grovia Shell Überhose vorstellen, welche bei uns ebenfalls zum Stoffwindel-Einsatz kommt.
Sie gehört zu den schlankeren Stoffwindeln, ist schmaler geschnitten und passt somit auch unter normalweite Hosen, bei denen man sonst mit dem dicken Stoffwindelpopo schon seine Probleme bekommen kann.

Ich berichte heute über die Grovia Shell als Klettversion. Der Klett begeistert mich wirklich sehr und die Überhose ist damit supereinfach anzulegen (gerade für die Männer *hihi*). Als Gegenklett fungiert der komplette obere Stoffbereich (also wie bei einer Wegwerfwindel auch), so dass eine breite Fläche gegeben ist um gegenzukletten. Ebenso können die Kletts auch übereinander gelegt werden, so dass auch bei schmalen Kindern ein guter Abschluß zustande ist. Ebenso ist die Hose auf drei möglichen Einstellung vergrößer bzw. verkleinerbar und kann somit über eine lange Windelzeit getragen werden.

Die Kletts können zum Waschen unter Schlaufen gelegt werden, was ich ehrlicherweise nicht mache. Ich klette sie einfach gegen den vorhandenen Stoff und dies hält ebenso beim Waschen. Somit spare ich mir dieses Gefummel.

Der Stoff der als Gegenklett fungiert soll nach einer Zeit zum Pilling neigen. Dies kann man aus anderen Berichten herauslesen. Bisher kann ich das noch nicht bestätigen. Allerdings ist die Grovia bei uns auch noch nicht solange im Einsatz.

In der Überhose selbst ist ein Netzstoff eingenäht, welcher vermeiden soll, das die Babyhaut mit dem PUL in Berührung kommt. Bzw. es gibt wohl Einwegeinlagen, welche wie Damenbinden auf diesen Netzstoff geklebt werden, auf dem PUL würden sie nicht halten. Der Netzstoff hat leider den Nachteil, dass er bei einer gut vollgesaugten Prefold auch feucht bzw. naß wird und die Grovia somit nicht so häufig wieder verwendet werden kann als andere Überhosen. Sie muss öfters gewaschen werden.

Eine weitere Besonderheit sind die einknöpfbaren Einlagen von Grovia selbst, diese sind ebenfalls sehr schmal geschnitten und begünstigen natürlich das schmale Windelpaket. Mehr kann ich dazu nicht schreiben, da ich diese Einlagen nicht habe und die Grovia mit meinem vorhandenen Prefolds bestücke. Dies ist problemlos möglich, ich kann sie sogar im vorderen Bereich etwas einschlagen und auch damit bleibt das Windelpaket schmaler als z.B. mit der Capri Überhose. Diese haben im Schrittbereich schon einen deutlich breiteren Schnitt und tragen somit mehr auf. (Siehe Vergleichsfoto)

Da unser Herzkind viel trinkt, reicht eine einzelne Prefold manchmal nur 2,5 h bei großem Durst. Daher legen wir meist noch eine weitere Einlage hinein. Dies ist bei der Grovia nicht möglich. Die einfachen Beinbündchen würden sonst abstehen und nicht dicht halten. Bedeutet also, man muss abwägen. Möchte man einen schmalen Windelpopo muss man dann auch öfters die Windel wechseln um Auslaufen zu vermeiden. 

Generell hält die Grovia trotz einfacher Beinbündchen dicht. Natürlich nur bis die Prefold klatschnaß ist, dann sucht sich auch bei der Grovia die Feuchtigkeit den Weg nach außen. Auch Stuhl bleibt in der Überhose. Die Erfahrung habe ich nun schon mehrfach machen müssen. Meine schönen Stoffwindeln!

Zum Abschluß möchte ich natürlich noch die tollen Designs der Grovia erwähnen. Das wunderschöne Blättermotiv, dass wir schon besitzen macht einfach Spaß und Freude und ich liebäugel auch schon mit der nächsten Grovia Shell *hüstel* Wie war das mit der Stoffisucht...





Mittwoch, 28. Mai 2014

Mein Herzkind

17 Monate! Seit gestern! Einfach so... zack... schon wieder ein Monat rum! 

Gerade im letzten Monat hat sich wahnsinnig viel getan. Der kleine Zwerg hat unheimlich viel an Verständnis hinzugewonnen. Zusammenhänge erkennt er noch klarer, als ohnehin schon. Er kann soviele Teilschritte nun zusammenfassen und kombinieren. Er will soviel helfen und mit anpacken. Kein Gegenstand ist ihm zu schwer. Er möchte zeigen, was er kann und ist doch manchmal so schnell frustriert, wenn es noch nicht klappt. Mein kleiner Schatz! Dann muss ich trösten und Mut zu sprechen. Es wird schon noch klappen. Keine Angst!

Kommt der Papa Abends heim, steht das Herzkind schon parat und möchte helfen. Schuhe ausziehen, in den Schrank räumen, Hausschuhe reichen. Beim Wäscheaufhängen bekomme ich die Stücke gereicht. Oft so schnell, dass sich ein Berg Wäsche neben mir türmt und ich im Akkord aufhänge... ich will den Zwerg nicht unterbrechen in seiner Begeisterung. 

Er erkennt sich wirklich im Spiegel, er lacht mit sich und küsst sich. Er zeigt schon viele Körperteile auf Zusprache an und liebt diese Abfrage. Zähne zeigen und Zunge rausstrecken machen ihm Spaß. Füße in die Luft ebenfalls.

Muss er pupsen oder hat in die Windel gedrückt, hält er die Hand an den Popo und zeigt an, dass da was passiert ist. Er wird sich seinen Körperfunktionen somit bewusster. Mehrfach wollte er nun schon von ganz alleine nach dem Aufstehen auf den Topf.

Aufstehen... ja, du bist auch weiterhin ein kleiner Langschläfer! Morgens muss ich dich fast immer um 9 Uhr wecken, damit wir in den Tag starten können. Ich genieße es! So kann auch ich morgens ruhig mit einer Tasse Kaffee beginnen und wach werden. Unsere Nächte.... weiterhin seeeeehr durchwachsen! Auch wenn ich weiß, es ist normal... ich wünsche mir trotzdem soooo sehr Durchschlaf-Nächte! Irgendwann.... ich weiß! 

Er drückt uns nun so bewusst an sich. Nimmt mein Gesicht in seine kleinen Patschehändchen und zieht es zu sich heran und gibt mir einen dicken Kuss. Drückt sein Köpfchen auf meine Schulter und weiß, ich bin da. Er weiß, er ist bei uns sicher und geborgen. Ich LIEBE diese Beweise, wie sehr er uns auch liebt.

Unser Herzkind ist einfach so herrlich toll. Seine Art, sein Lachen. Er ist ein Sonnenschein durch und durch und jeder liebt ihn. Ein Charmeur wird er immer wieder genannt. Er wickelt sie alle um den Finger! Er lächelt sie an, nimmt sie an der Hand und zieht sie fort, wohin er auch möchte und sie gehen mit ihm... er zieht an der Hand, möchte sich hinsetzen und der Erwachsene dann bitte auch. Er weiß was er will!

Dabei ist er trotzdem nicht aufdringlich. In vielen Situationen ist er auch einfach zurückhaltend und beobachtet. Er beobachtet sehr viel und intensiv. Ist ihm etwas zuviel, zieht er sich aus der Situation zurück, in eine ruhigere Ecke. Ganz oft beobachte ich das, in Verbindung mit vielen Kindern. Mit anderen Kindern nimmt er sich zurück, ist niemand der vorprescht und lässt sich viel wegnehmen. Er lässt sie gewähren und nimmt sich dann eben etwas anderes.

Leider weiß ich nicht immer was er will. Nicht immer kann ich aus seiner Mimik und Intonation seines DAAAA´s entnehmen, was er möchte. Frustrierend für den Keks! Ich verspreche ihm, mich zu bessern!

Und sovieles können wir noch mit Stillen einfach ausblenden. Ist mal ein mieser Tag, ein Nachmittags-Tief oder braucht der Zwerg Trost, dann kuscheln wir uns auf das Sofa und alles wird gut. Ich bin so froh, dass wir auch noch mit 17 Monaten stillen und somit viele Situationen meistern können. Es ist Zeit zum Auftanken und runterkommen. Geht mal garnichts mehr, dann wird mit Stillen alles wieder gut. Stillen ist eben viel mehr als nur körperliche Nahrung. Es ist Seelenfutter für die Kleinen. Geborgenheit und ganz viel Liebe! ♥

17 Monate! Seit mein Leben einen neuen Mittelpunkt hat, um den sich alles dreht. Um den sich alles herum aufbaut und nachdem ich mich richte! Es ist so verdammt anstrengend! Und es ist so verdammt toll Mama zu sein!

Ich liebe dich mein Herzkind! ♥