Samstag, 26. September 2015

Mein Entbindungstermin ist geschummelt!

Viele von euch haben es gestern sicherlich schon gelesen oder gehört. Die Schiedsstelle hat gestern entschieden und Ausschlußkriterien beschlossen unter denen eine Krankenkasse eine Hausgeburtshebamme NICHT mehr bezahlen muss! Hier könnt ihr alles nachlesen: *klick*

Eine dieser völlig haltlosen, statistisch nicht belegbaren Kriterien ist der Entbindungstermin. Überschreitet man den Entbindungstermin um 3 Tage, ist Frau gezwungen sich von einem Facharzt untersuchen und sich bestätigen zu lassen, dass auch weiterhin eine Hausgeburt möglich ist....

1. Wie kann man sich hier so sehr auf einen errechneten Entbindungstermin fixieren? Ich werde jetzt nicht schnell in Google suchen, das können wir alle selbst. Was wir alle wissen ist, nur die wenigsten Kinder kommen exakt am errechneten Geburtstermin. Hier gibt es Spannen von plus 14 Tage vor und nach dem möglichen errechneten Termin. Ein Plus von 3 Tagen, die einer Frau gegeben werden ihr Kind zu bekommen, kann bei diesen möglichen Spannen immer noch nicht ausreichend sein, ein noch nicht geburtsreifes Kind dazu zubewegen sich auf den Weg zu machen! Was soll das?

2. Welcher Facharzt wird denn wirklich eine positive Bescheinigung ausstellen, dass eine Hausgeburt auch weiterhin möglich ist? Obwohl statistisch gesehen außerklinische Geburten sicherer sind als Klinikgeburten, wird das oft vergessen und Hausgeburten als riskant für Mutter und Kind beschrieben. Gerade von "Fachärzten"! Das Problem ist, dass Fachärzte nicht für einen normalen spontanen Geburtsvorgang ausgebildet wurden. Sie wissen meist garnicht, wie der wirkliche Ablauf der Natur funktioniert. Sie sind gefangen in einer Welt aus Risiken, Komplikationen und der Reaktion darauf. Eine Geburt kann in Kliniken heute kaum noch spontan ablaufen. Ständig wird interveniert und somit weitere Komplikationen hervor gerufen. Schlußendlich heisst es dann, wenn die Schwangere nicht bei uns in der Klinik gewesen wäre, wäre sie und das Kind gestorben... Prost Mahlzeit! Das sind die Ängste die in uns Frauen geschürt werden, das sind die Ängste, die Ärzte haben. Also wer würde mir bescheinigen, dass ich auch 3 Tage über einem fiktiven errechneten Entbindungstermin noch außerklinisch entbinden darf?

3. Heisst das auch, dass ich, wenn ich einen Arzt finden würde, der pro außerklinische Geburt ist und mir dies auch bei gutem Zustand von Mutter und Kind weiterhin erlauben würde, jeden Tag zu diesem müsste? Ich denke nicht, dass die eine Bestandsaufnahme am 3.Tag nach ET ausreichend ist. Es könnte sich ja nun jeden Tag etwas verschlechtern... unser Gesundheitssystem ist ja natürlich um unsere Gesundheit besorgt... ich müsste dann also in dem hochschwangeren Zustand in dem ich mich befinde, jeden Tag zum Arzt fahren, um mir weiterhin bestätigen zu lassen, das alles gut ist? Wielange kann dann noch alles gut sein, wenn Frau so unter Druck gesetzt und gestresst wird? Wir wissen alle sehr genau, dass dies für eine gelingende spontane Geburt absolut kontraproduktiv ist.

4. Jetzt mal weg von den außerklinischen Geburten, denn diese stellen leider nur etwa 2% der Geburten in Deutschland da... gehen wir in die Kliniken. Wir sehen doch auch hier, wie sehr sich dort mittlerweile auf den Entbindungstermin versteift wird, anstatt generell das bisherige Wohlergehen von Mutter und Kind zu prüfen und zu beobachten. Da muss eine Frau, nur weil sie eine Schwangerschaftsdiabetes entwickelt hat zum errechneten Entbindungstermin in die Klinik und wird eingeleitet! Wieso denn das? Welche wissenschaftlichen Grundlagen gibt es dafür? Wieso reicht es nicht aus, zu beobachten. Plazentaverkalkung und Fruchtwassermenge im Auge zu behalten und der Natur ihren Lauf zu lassen?
Achso, ich vergass, das liebe Geld natürlich! Je länger eine Frau ein Klinikbett blockiert, um so weniger Geld wird erwirtschaftet... Kaiserschnitte sind lukrativer... und das Risiko eventuell verklagt zu werden gleich null, denn ein Kaiserschnitt wird ja nun als fast sicherste Entbindungsart gehandelt und man kann dem Arzt nicht vorwerfen, er hätte nicht zum Wohle von Mutter und Kind gehandelt... Leider ist es auch meistens so, dass Einleitungen die zu früh angesetzt werden, sehr häufig auch zu Kaiserschnitten führen. Ein geburtsunreifes Kind wird sich nämlich auch von einer Einleitung nicht rauslocken lassen. Irgendwann ist die Mutter erschöpft oder das Baby, dann muss alles ganz schnell gehen, Kaiserschnitt... und es wären ja alle gestorben, wäre man nicht in der Klinik gewesen... 

Sobald man also über den Entbindungstermin hinüber geht, beginnt ein Strudel. Egal ob außerklinisch oder Klinikgeburt. Unser Recht auf Selbstbestimmung können wir als Frau dann an den Nagel hängen und sind dem System ausgeliefert. Wer will sich schon sagen lassen, er würde sein Kind gefährden, wenn er nun nicht genau auf das hört, was die Ärzt sagen?  Welche Frau könnte sich unter der Geburt den ganzen Interventionen erwehren, die oft so unnötig sind?

Ich bin schon sehr lange in Sorge über die geburtshilfliche Entwicklung in Deutschland. Ich war bei vielen Demos dabei, ich habe protestiert, aber was soll sich ändern? Es passiert nichts bzw. es wird nur noch schlimmer, wie jetzt das Schiedsgericht auch entschieden hat. Sieht denn niemand, zu welch schlimmen Folgen dies in anderen Ländern schon geführt hat? In Amerika steigt die Zahl der bei Geburten verstorbenen Frauen und Kindern wieder an!
Kein Wunder bei schließenden Geburtskliniken und Personaleinsparungen! Die Geburten sollen zentralisiert werden, eine optimale Betreuung kann dann, gerade bei dem akuten Personalmangel aber nicht mehr gegeben sein. Diese erst kürzlich ausgestrahlte Sendung des ZDF zeigt, auf was wir uns einstellen müssen. Geburtsschäden bei Kindern werden zunehmen! Und das betrifft nicht die außerklinische Geburt, sondern die Klinikgeburten! Probleme unter dem Geburtsverlauf werden viel zu spät erkannt, weil x Frauen gleichzeitig in den Kreissäalen betreut werden müssen. Das ist jetzt schon ein Problem und es wird sich noch deutlich verschärfen!

Was können wir Frauen dagegen tun? Eigentlich leider nicht wirklich viel! Dadurch das sich so viele Frauen dem System unterwerfen und auf alles hören, was ihnen die Ärzte sagen, sich völlig unnötig einleiten lassen, sieht das System keinen Änderungsbedarf. Wir müssten uns dagegen wehren! Aber hier stehen wir wieder, wollen wir uns Kindswohlgefährdung vorwerfen lassen? Wollen wir nicht alles tun, damit unsere Babys gesund auf die Welt kommen? Und der Arzt müsste ja schließlich auch wissen, von was er spricht.... Ein Teufelskreis.

Als ich im April meinen positiven Schwangerschaftstest in meinen Händen hielt, wusste ich schon von diesen, durch die Krankenkasse eingeleiteten, Diskussionen zum Thema Terminüberschreitung. Es war abzusehen, dass hier etwas auf uns zukommen könnte. Ich bekam einen wirklich guten Tip! Schummel beim Entbindungstermin! Ich habe das Glück, dass sich nach Entbindung und Stillzeit ein relativ kurzer Zyklus bei mir eingestellt hat. Gerade mal 23 Tage.  Ich schummelte meinen Zyklus daher auf 28 Tage hoch. So ergab sich plötzlich ein Puffer von 5 Tagen auf den errechneten Entbindungstermin. 5 Tage! Und nochmal die 3 Tage, die uns das Schiedsgericht gewähren würde. Also 8 Tage die mein Kind Zeit hätte länger im Bauch zu bleiben, bevor ich in den Strudel des Systems rutschen würde...
Ich persönlich hoffe sehr, dass sich Wunschkind 2.0 auch so früh, wie ihr Bruder auf den Weg machen wird. 14 Tage früher kam er nämlich und das ganz ohne ein Hauch von Käseschmiere am Leib. Während der Schwangerschaft wurde immer wieder behauptet, er wäre zu groß für den errechneten Termin. Anstatt den Geburtstermin anzupassen, wurde ich lieber mit Zuckerlösungen gequält, es könnte sich ja um Schwangerschaftsdiabetes handeln. Als diese Ergebnisse negativ ausfielen, kam aber auch niemand auf die Idee, dass der Entbindungstermin einfach falsch sein könnte. Das System sieht nicht vor, Entbindungstermine im späteren Verlauf der Schwangerschaft nochmals anzupassen. Ein Entbindungstermin wird am Anfang der Schwangerschaft gesetzt und fertig! Das ist der Vorteil den wir Frauen nun als Möglichkeit haben. Wir können schummeln. Wir können unsere Zyklen verlängern oder den ersten Tag unserer Periode ein paar Tage später ansetzen...  wir gewinnen so ein paar Tage für uns und unsere Kinder. Zeit, die das Kind vielleicht braucht, um sich selbst entscheiden zu können, dass es nun soweit ist auf die Welt kommen zu wollen.

Ich möchte nochmals darauf hinweisen, es geht mir hier nicht alleine um meinen Wunsch auf eine Hausgeburt oder darum außerklinische Geburten zu stärken. Natürlich bin ich absolut pro außerklinische Geburt und ich möchte wieder eine so wundervolle, selbstbestimmte und geborgene Hausgeburt erleben, wie bei meinem Herzkind.
Die Crux mit dem Entbindungstermin betrifft im Grunde aber nicht nur die außerklinischen Geburten, sondern alle Geburten! Der Veitstanz um den Entbindungstermin und die anschließenden Interventionen wird immer schlimmer, wir sollten versuchen uns solange wie möglich diesem zu entziehen. Ich habe meine Konsequenz daraus gezogen.


Kommentare:

  1. Ich bin auch sehr schockiert über den Schiedsgerichtentscheid. Mir war zum Heulen zumute. Seit gestern reift bei mir deshalb ein ähnlicher Plan. Ich versuche gerade schwanger zu werden (1. Kind) und will eine Hausgeburt. Ich kann mir nicht vorstellen in ein Krankenhaus zu gehen, außer es liegt ein wirklicher Notfall vor. Da ich eine Temparaturkurve führe werde ich auch relativ genau wissen wann die Konzeption war. Nun bin ich auch am überlegen absichtilich eine falsche Angabe zu machen um ab ET+3 nicht in die Klinik zu müssen. Meine Bedenken sind allerdings, dass das ja auch nach hinten losgehen kann, falls das Kind früher kommt. Es kann ja dann sein, dass es als Frühgeburt gilt und man deshalb in die Klinik muss, obwohl in Wahrheit die Schwangerschaft ja schon weiter fortgeschritten ist. Könnte man dann sagen: "Upps ich hab mich vertan, die letzte Periode war doch schon früher." Ich fürchte das glaubt einem dann doch keiner.
    Es ist zum kotzen. Ich habe jetzt schon Angst vor der Angst die ich bei Näherrücken des ET haben werde.
    Viele Grüße, Julia

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    1. Hallo Julia,

      die Rufbereitschaft beginnt in der Regel drei Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin, daher hat man eigentlich gerade nach vorne ausreichend Puffer. Nach hinten, dass ist das Problem. Jedenfalls das Problem unseres System, daher werden ja die Einleitungen immer häufer...

      Liebe Grüße, Sabrina

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  2. Du sprichst mir aus der Seele. Ich sehe es schon kommen, dass in einigen Jahren gleich alle natürlichen Geburten verboten werden und nur noch Kaiserschnitte zum Standard werden. Warum mittlerweile so viele Geburten eingeleitet werden, ist mir a ein Rätsel. Warum hinterfragt niemand dieses überflüssige Eingreifen in die Natur? Abwarten scheint zur Ausnahme zu werden, das Vertrauen in die Frauen und die Ungeborenen ist praktisch nicht mehr vorhanden. Das ist wirklich sehr schade.

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    1. Hallo,

      ja, warum hinterfragt wirklich niemand, was mit ihm bzw. ihr geschieht? Es wird eben die große Angst der Kindesgefährdung sein, welche die meisten Frazen veranlasst, nichts zu hinterfragen und alles mitzumachen, um sich nicht nachsagen zu lassen, sie hätten nicht alles getan was nötig gewesen wäre.

      Liebe Grüße, Sabrina

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  3. Ich finde Selbstbestimmung absolut wichtig. Dabei ist es egal ob sich die Frau eine Hausgeburt, eine Klinikgeburt, Einleitung oder einen Kaiserschnitt "wünscht".
    Der Druck den man Frauen heute macht ist einfach immens, allerdings in jegliche Richtung. Nicht nur von Ärzten, sondern auch von Müttern. Ich finde es nicht verwerflich, wenn sich eine Frau einen Kaiserschnitt wünscht. Genauso verstehe ich Mütter, die gerne spontan und natürlich zuhause gebären wollen.
    Ich finde man sollte die Wünsche der Mutter unterstützen. Ich kenne auch genug Frauen, die sich mehrere Tage nach vET eine Einleitung wünschten und sie nicht bekommen haben. Genauso kenne ich Frauen, die zuhause gbären wollten und dafür von Ärzten angegangen wurden. Ich finde beides nicht richtig.

    Ich persönlich würde mich allerdings auch eher etwas zurück - statt vordatieren lassen. Wenn Frauen teilweise 7 Tage und mehr vordatiert werden, finde ich das schon sehr bedenklich...

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    1. Hallo Lin,

      du hast absolut recht, mit dem was du schreibst.
      Wenn du dich zurückdatieren lässt, kommt der ET aber noch früher oder sprechen wir gerade aneinander vorbei? :) Das Hauptproblem ist ja, die Terminüberschreitung bei Ärzten und Krankenkassen.

      Liebe Grüße, Sabrina

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    2. Upsi... wir sprechen aneinander vorbei. :D Unser vET war der 18.03.15. (Den hab ich mir selbst bestimmt mit der symptotermalen Methode und die Ärzte haben ihn einfach so übernommen :D). Heute hätte ich ihn vermutlich noch weiter "nach hinten" geschoben... also zb. der 22.03.15... dann bin ich doch zurückdatiert oder? Vordatiert wäre ich doch bei 13.03.15 gewesen zb.? Oh wei... wie peinlich. :D

      Wir mussten nämlich an +7 ins Krankenhaus zur Kontrolle... und du kannst dir vermutlich vorstellen, wie das geendet ist... :/ Wenn ich mir vorstelle, dass das ganze schon bei +3 passiert... ohje...

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  4. Bei deinem Post wird mir persönlich ganz mulmig zumute. Dass es so krass ist, wusste ich garnicht. Ich selbst habe noch kein Kind, möchte aber mindestens 2 Kinder haben und das eins davon auch schon im nächsten Jahr nach Möglichkeit, aber wenn ich das so höre, da krieg ich wirklich ne Gänsehaut.
    Zwar konnte ich mir derzeit keine Hausgeburt, aber auch keine Klinikgeburt vorstellen. Ich habe innerhalb meiner Erzieherausbildung mal so eine Art Geburtshaus besucht, was für mich persönlich auch ansprechend ist, weil man ja schon im vorraus weiß 'Ich weiß, wo mein Kind zur Welt kommt, wer mir hilft und was passiert. Ich kenne die Leute, die mir helfen.'
    Da bekomm ich grad ehrlich gesagt schon Angst o_O so wie dus geschrieben hast.

    XO Samy

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    1. Hallo Samy,

      vielen von uns, die sich Selbstbestimmung wünschen und Vorgehensweisen hinterfragen, wird es ganz mulmig bei diesem Thema. Nicht nur wir sind betroffen, sondern auch unsere Kinder und späteren Enkel.
      Auch für meine Tochter wünsche ich mir, dass sie Selbstbestimmung und Vertrauen in der Schwangerschaft und bei der Geburt erleben wird. Danach sieht es momentan nicht aus :(

      Liebe Grüße, Sabrina

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  5. Was für ein Post. Fachärzten und Hebammen vorzuwerfen, sie wüssten gar nicht mehr, wie eine normale Geburt läuft, finde ich... vorsichtig gesagt ziemlich frech. Ich habe zwar erst drei Geburten Erfahrung (meine eigene mal außer Acht gelassen, daran erinnere ich mich nicht mehr so ganz), aber bei Deinem Post fehlen mir die Worte. Du wirfst so sehr mit Halb- und Nichtwahrheiten um Dich, dass es schwer fällt zu glauben, dass Du die Realität schon mal erlebt hast. Vielleicht hast Du auch nur eine "schlechte" Klinik erlebt.
    Ganz nebenbei vergisst Du auch, dass gerade diese Entscheidung den Hebammen ein Stück Risiko abnimmt und sich damit positiv auf die immer verfluchten Versicherungsbeiträge auswirken kann.
    @Samy: Es ist nicht "so krass", ganz und gar nicht. Schau Dir die Realität und die Möglichkeiten in Deiner Umgebung an, unterhalte Dich mit verschiedenen Hebammen - und triff dann Deine Entscheidung.

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    1. Hallo Sebastian,

      nenne mir meine Halbwahrheiten oder sogar Nichtwahrheiten, wie du sie nennst? Und wo habe ich den Hebammen vorgeworfen, dass sie nicht wüssten was sie tun?
      Wenn du siehst, wieviele Hebammen gerade aus ihrem Beruf wechseln, denke ich nicht, dass die meisten Hebammen damit zufrieden sind, dass sie gerade so in ihrer eigenen Entscheidungsfreiheit beschnitten werden und ihnen somit auch gleichzeitig vermittelt wird, ihr Fachwissen wäre nichtig! Da ich selbst bei einer Demoplanung schon mit dabei war und wie geschrieben auch bei vielen Demos mitgelaufen bin, kenne ich die Meinungen der Hebammen zu diesem Thema. Und nein, sie finden das nicht positiv!

      Liebe Grüße, Sabrina

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  6. Danke, dass du auf deinem Blog immer so schnell und aktuell informierst!
    Ich hab noch 4 Wochen zum VET, Hausgeburt ist geplant und ich bin auch privat versichert. Ich hoffe, dass wir die Geburt unseres dritten Kindes jetzt noch ohne Stress über die Bühne kriegen. Meine ersten beiden waren ET+7 und ET+2.
    Diese Entwicklung ist einfach schlimm, entwürdigend und entspricht auch für mich nicht mehr der gesetzlichen Garantie der freien Wahl des Geburtsortes.
    Viele Frauen lassen sich während der ganzen Schwangerschaft nur von Hebammen und nicht von Gyns betreuen, und dann soll ein Fremder, der die Frau überhaupt nicht kennt solche Prognosen abgeben - das kann kein Mensch verstehen.....
    Viele Grüße Martina

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    1. Hallo Martina,

      ich wünsche dir alles, alles Gute für deine baldige Geburt und ich denke, dass du sicherlich noch Glück haben wirst, dass bin dahin noch nichts wirklich komplett entschieden und fest verankert sein wird. Noch kann gegen den Schiedsspruch Einspruch erhoben werden, was hoffentlich auch getan wird.
      Was danach passieren wird, ich glaube mittlerweile kaum noch, dass das sinkende Schiff aufzuhalten ist :(

      Liebe Grüße, Sabrina

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  7. Liebe Sabrina,

    Neues oder zumindest eine etwas andere Darstellung zum Schiedsspruch gibt es hier: http://www.geburtshaus-jena.de/uploads/images/downloads/2015-September-NL.pdf

    Auch wenn die eingschlagene Richtung weiterhin unsympatisch ist und, ja, man sich nochmal (oder überhaupt) bei ET+3 zum Frauenarzt schleppen soll, klingt das doch etwas weniger katastrophal, als anfangs befürchtet.

    Dir alles Gute für die Schwangerschaft und hoffentlich eine Hausgeburt ohne ungewollte Einmischung!

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  8. die Ärzte haben überhaupt keine Ahnung was sieden Müttern und Kindern mit ner Einleitung antun!! Ich wurde leider eingeleitet beim ersten bei ET+10 und es war fürchterlich!!! Keine Geburt sondern Tortur. Wehen ohne ende, Saugglocke, Geburtszange, Vergiftung durchs Fruchtwasser wegen stress im Bauch, anschließende 10 Tägige Behandlung mit mehreren Antibiotika auf der Intensivstation, Depressionen bei mir, Saugschwäche beim Kind und Stillschwierigkeiten ohne Ende. Das zweite Kind kam ohne jegliche Probleme zuhause auf die Welt und wurde 19 Monate gestillt,.. Kind 3 kommt im Sommer mit zwei Hebammen, die mich beim letzten Kind schon begleitet haben, und ich bin soooooooooooooooooooo froh das sie weiter machen dürfen!!! am 3 Tage nach ET eigeleitet werden zu müssen?? ne nie nicht mit mir! dann lieber ne Alleingeburt!

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  9. Wenn ich die Kommentare so lese, sträuben sich bei mir die Nackenhaare. Einleitung nach 3 Tagen ist Unsinn. Die Richtlinien für Kontrolluntersuchungen bei Überschreitung des Entbindungstermin wurden gelockert, nämlich in der ersten Woche von zwei- auf dreitägig! Regeln für Hausgeburten finde ich mehr als sinnvoll um den Egoismus einiger Mamis zu bremsen. Denn bei allem Respekt, viel passiert nicht zum Wohle des Kindes, sondern aus Egoismus der Mutter! Ja, Entspannung und schöne Atmosphäre bei der Geburt sind wichtig, aber die helfen dem Würmchen nicht, wenn irgendwas schief geht. Und da kann die Schwangerschaft so unkompliziert sein wie sie will, es kann immer etwas schief gehen.
    Mittlerweile ist es in einigen Kliniken möglich eine Hebammengeleitete Geburt ohne jegliches ärztliches Zutun zu erleben und auch danach direkt nach Hause zu gehen, sofern es keine Komplikationen gab. Die Sicherheit für das Würmchen ist dann dennoch gegeben. Denn im Gegensatz zu einer Hausgeburt ist in der Klinik bei Notkaiserschnitt das Kind nach 7 Minuten da. Da ist im Zweifelsfall noch nicht mal der Krankenwagen eingetroffen.
    Man kann immer mit der Natürlichkeit einer Geburt argumentieren und dass es früher die Regel war, jedoch möchte ich die Mami sehen, die es sich verzeiht, wenn dadurch das Würmchen stirbt!

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    1. Hallo Anonymus,

      ich würde eher sagen, mittlerweile werden leider immer mehr wieder die hebammengeleiteten Kreissäale wieder abgeschafft, weil einfach nicht genügend Hebammen da sind!
      Immer mehr Geburtshäuser schließen und auch immer mehr kleine Geburtskliniken. Die Geburten werden mehr und mehr zentralisiert, die Hebammen in Krankenhäusern müssen sich immer mehr um zig Geburten gleichzeitig kümmern, was diese total überfordert und dadurch werden Probleme übersehen bzw. zu spät gesehen, dann erfolgt wieder das typische "wären sie nicht in der Klinik gewesen, wären sie oder das Kind jtzt tot...."
      Hätte ich allerdings eine 1:1 Betreuung gehabt, was in vielen Kliniken allerdings nicht gewähleistet ist, auch die Beleghebammen, die dies möglich machen würden, streichen immer mehr die Segel, dann wäre es soweit vielleicht garnicht gekommen.
      Bei Hausgeburten werden im Schnitt 10% der Frauen ohne Eile in die Klinik verlegt, die Hebammen konnten frühzeitig erkennen, dass hier eine Verlegung notwendig ist. Die meisten Babys kommen dort sogar noch ohne KS zur Welt. Die Totgeburtrate bei Hausgeburten ist nicht höher als bei Klinikgeburten. Das zeigt doch, wie hoch die Qualität einer Hausgeburt ist.
      Wer auf lange Sicht wirklich Sicherheit für sich und sein Baby will, muss wirklich genau schauen, wo er hingeht, denn auch die Kliniken sind nicht so sicher, wie es auf den ersten Blick vielleicht scheint, durch die Überforderung der dortigen Hebammen und die immer höheren Überbelegungen wird es auf lange Sicht leider mehr Geburtsfehler in Kliniken geben...

      Liebe Grüße, Sabrina

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