Donnerstag, 10. März 2016

Newborn-Stoffwindeln - Ja oder Nein?

 
Wer sein Baby von Geburt an mit Stoffwindeln wickeln möchte, kommt schlußendlich zu der Frage: Benötige ich Newborn-Stoffwindeln oder nicht?
Viele Hersteller bewerben ihre Standard-Stoffwindeln mit dem Satz "von Geburt an bis zum Trocken werden". Schaut man sich dann aber doch die Gewichtsangabe an, ab wann die Windeln ungefähr genutzt werden können, findet man da oft ein Gewicht von 4 kg... welches "Standard"-Baby hat ein Gewicht von 4 kg? Manche Windel können aber auch bereits 3-4 kg verwendet und doch liest man in einschlägigen Stoffwindel-Gruppen, dass diese Windeln noch nicht richtig passen. 
Was ist nun also zu tun und lohnen sich Newborn-Stoffwindeln wirklich, um sie nur wenige Wochen zu nutzen und dann doch schon die Standard-Größe kaufen zu müssen?

Wenn ihr wirklich von Beginn an mit Stoff wickeln möchtet, werdet ihr in der Regel nicht um die Nutzung von Newborn-Windeln herum kommen. Die meisten Babys erreichen kein 4kg Geburtsbericht und oft sind auch selbst dann die Beinchen noch nicht so speckig, dass die Windel gut abschließt und dicht hält. Diese zeige ich euch auch am Beispiel einiger Bilder.
Ebenso auf den Bildern gut zu erkennen ist die Breite der Windel im Schritt. Newborn-Windeln sind dort noch deutlich schmäler und spreizen die Beine nicht zu stark. Spreizhaltung ist an sich nicht falsch und hilft auch der Ausbildung der Hüfte, allerdings sehr beweglich kann das Baby dabei nicht sein.

Hier kann man den Größenunterschied sehr gut erkennen. Links ist die Standardgröße und ich habe sie extra auf die kleinste Einstellung geknöpft und immer noch ist sie deutlich größer und würde bei einem Neugeborenen unheimlich auftragen. Bei der Newbornwindel kann man in der Mitte das Knopfpaar erkennen, welches zur Ausparung des Bauchnabels zusammen geknöpft werden kann.

Deutlich zu sehene, die unterschiedliche Breite im Schritt.

Auch eine schöne Sache ist bei vieln Newborn-Windeln, die Möglichkeit den Bauchnabel auszusparen. Hier kann man ein Knopfpaar zusammendrücken und der Bauchnabel bleibt außerhalb der Windel. Gerade am Anfang wenn die restliche Nabelschnur abtrocknen und abfallen muss ist dies sinnvoll. Auch bis der Bauchnabel dann komplett abgeheilt ist, ist es besser, wenn dieser nicht im feuchtwarmen Klima der Windeln sein muss.

Newborn-Windeln werden in der Regel nicht lange genutzt. Einige der Windel musste ich bereits nach wenigen Wochen aussortieren, manche nach 6 Wochen, nur meine Newborn-Überhosen und die Höschenwindeln sind mit nun knapp 10 Wochen noch im Einsatz. Das bedeutet, die meisten Newborn-Windeln werden nicht lange genutzt und kommen oft fast neuwertig, aber zu einem günstigeren Preis wieder in den Flohmarkt (hier und hier) zum Verkauf. Das bedeutet auch, wenn man diese selbst wieder verkauft, macht man kaum Verlust. Wirklich kostenintensiv ist der Kauf von Newborn-Windeln also nicht unbedingt.

Natürlich kann man auch überlegen ob man die Zeit, bis die Standard-Winden wirklich passen mit Wegwerfwindeln wickeln möchte oder bis der Bauchnabel komplett abgeheilt ist oder bis das Kindspech komplett herausgekommen ist. Ich habe auch die ersten Tage mit Wegwerfwindeln gewickelt bis das Kindspech heraus war und die restliche Nabelschnut abgefallen ist. Am Tag 5 nach der Geburt habe ich dann die erste Stoffwindel angelegt. Theoretisch ist Stoffwindeln aber ab der Geburt möglich und auch das Kindspech lässt sich aus den Windeln herauswaschen. Es ist also für jeden eine ganz individuelle Entscheidung. 
Schlußendlich lässt sich nur sagen: Newborn-Windeln sind in meinen Augen eine gute Entscheidung für das Wickeln ab Geburt und jede nicht genutzte Wegwerfwindel ist ein guter Beitrag für unsere Umwelt.

Für meine Vergleichswindeln habe ich meine absoluten Lieblings All-in-One Windeln verwendet. Es sind die Blueberry Simplex über welche ich schon berichtet habe und auch mit der Newborn-Variante bin ich wirklich sehr zufrieden. Sie sind ebenso auslaufsicher und haben am Anfang ohne irgendwelche zusätzlichen Einlagen auch problemlos 3 Stunden gehalten. 
Als Model durfte meine heißgeliebte "Zapfi" herhalten, welche nun in den Besitz des Sohnes übergegangen ist. 

Liegt sehr schön an, der Bauchnabel ist wunderbar ausgespart und die Windel knautscht im Schritt gut zusammen.

Die Standard-Windel trägt unheimlich auf, sitzt noch sehr hoch und am Beinchen erkennt man, dass noch viel Luft und Platz ist und somit Muttermilch-Stuhl problemlos heraustritt und die Windel nicht dicht halten würde.

Kommentare:

  1. Toller Beitrag :)
    Ich selbst wickel leider erst seit ca. eine Monat mit Stoffwindeln und bin wirklich traurig, dass ich damit nicht schon viel früher begonnen habe (meine Kleine ist nun auch schon 15 Monate alt).

    Liebe Grüße, Anna

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    1. Hallo Anna,

      bei meinem Sohn bin ich leider auch erst recht spät zum Stoffwickeln gekommen, da war er sogar schon 16 Monate alt. Es ist so ärgerlich, dass man während der Schwnagerschaft damit doch noch nicht wirklich in Kontakt kommt und niemand einem dazu etwas erzählt oder erklärt. Ich finde das gehört in die Geburtsvorbereitungskurse. :)

      Liebe Grüße, Sabrina

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  2. Ich würde auch für ein Neugeborenes kleine Windeln kaufen. Wir hatten zwar ein paar, aber die meisten onesize haben hier auch erst mit etwa 8 Wochen gepasst... (leider bin ich erst beim 3. Kind auf Stoffis gekommen)
    LG Hanna

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  3. Liebe Sabrina!
    Danke für den tollen Beitrag! Wir sind auch gerade so am Überlegen - Newborn Variante ja oder nein... Unser Tiger ist mit 3,5kg auf die Welt gekommen und mit einem Monat hatte er bereits 5kg - daher dachte ich mir, dass ich es beim zweiten Baby mit der kleinsten Einstellung der One-Size probieren möchte. Aber nach deinen Fotos, wo man deutlich die Größenunterschiede sieht, bin ich doch wieder am Überlegen... Wenn ich nicht sooo ein Wiederverkaufsmuffel wäre..
    Vielen Dank nochmal!
    Sonnige Grüße,
    Ricarda

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  4. Wir haben ab Geburt die normalen totsbots genommen (bamboozle) und das war perfekt! Kann ich empfehlen!

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