Samstag, 26. September 2015

Mein Entbindungstermin ist geschummelt!

Viele von euch haben es gestern sicherlich schon gelesen oder gehört. Die Schiedsstelle hat gestern entschieden und Ausschlußkriterien beschlossen unter denen eine Krankenkasse eine Hausgeburtshebamme NICHT mehr bezahlen muss! Hier könnt ihr alles nachlesen: *klick*

Eine dieser völlig haltlosen, statistisch nicht belegbaren Kriterien ist der Entbindungstermin. Überschreitet man den Entbindungstermin um 3 Tage, ist Frau gezwungen sich von einem Facharzt untersuchen und sich bestätigen zu lassen, dass auch weiterhin eine Hausgeburt möglich ist....

1. Wie kann man sich hier so sehr auf einen errechneten Entbindungstermin fixieren? Ich werde jetzt nicht schnell in Google suchen, das können wir alle selbst. Was wir alle wissen ist, nur die wenigsten Kinder kommen exakt am errechneten Geburtstermin. Hier gibt es Spannen von plus 14 Tage vor und nach dem möglichen errechneten Termin. Ein Plus von 3 Tagen, die einer Frau gegeben werden ihr Kind zu bekommen, kann bei diesen möglichen Spannen immer noch nicht ausreichend sein, ein noch nicht geburtsreifes Kind dazu zubewegen sich auf den Weg zu machen! Was soll das?

2. Welcher Facharzt wird denn wirklich eine positive Bescheinigung ausstellen, dass eine Hausgeburt auch weiterhin möglich ist? Obwohl statistisch gesehen außerklinische Geburten sicherer sind als Klinikgeburten, wird das oft vergessen und Hausgeburten als riskant für Mutter und Kind beschrieben. Gerade von "Fachärzten"! Das Problem ist, dass Fachärzte nicht für einen normalen spontanen Geburtsvorgang ausgebildet wurden. Sie wissen meist garnicht, wie der wirkliche Ablauf der Natur funktioniert. Sie sind gefangen in einer Welt aus Risiken, Komplikationen und der Reaktion darauf. Eine Geburt kann in Kliniken heute kaum noch spontan ablaufen. Ständig wird interveniert und somit weitere Komplikationen hervor gerufen. Schlußendlich heisst es dann, wenn die Schwangere nicht bei uns in der Klinik gewesen wäre, wäre sie und das Kind gestorben... Prost Mahlzeit! Das sind die Ängste die in uns Frauen geschürt werden, das sind die Ängste, die Ärzte haben. Also wer würde mir bescheinigen, dass ich auch 3 Tage über einem fiktiven errechneten Entbindungstermin noch außerklinisch entbinden darf?

3. Heisst das auch, dass ich, wenn ich einen Arzt finden würde, der pro außerklinische Geburt ist und mir dies auch bei gutem Zustand von Mutter und Kind weiterhin erlauben würde, jeden Tag zu diesem müsste? Ich denke nicht, dass die eine Bestandsaufnahme am 3.Tag nach ET ausreichend ist. Es könnte sich ja nun jeden Tag etwas verschlechtern... unser Gesundheitssystem ist ja natürlich um unsere Gesundheit besorgt... ich müsste dann also in dem hochschwangeren Zustand in dem ich mich befinde, jeden Tag zum Arzt fahren, um mir weiterhin bestätigen zu lassen, das alles gut ist? Wielange kann dann noch alles gut sein, wenn Frau so unter Druck gesetzt und gestresst wird? Wir wissen alle sehr genau, dass dies für eine gelingende spontane Geburt absolut kontraproduktiv ist.

4. Jetzt mal weg von den außerklinischen Geburten, denn diese stellen leider nur etwa 2% der Geburten in Deutschland da... gehen wir in die Kliniken. Wir sehen doch auch hier, wie sehr sich dort mittlerweile auf den Entbindungstermin versteift wird, anstatt generell das bisherige Wohlergehen von Mutter und Kind zu prüfen und zu beobachten. Da muss eine Frau, nur weil sie eine Schwangerschaftsdiabetes entwickelt hat zum errechneten Entbindungstermin in die Klinik und wird eingeleitet! Wieso denn das? Welche wissenschaftlichen Grundlagen gibt es dafür? Wieso reicht es nicht aus, zu beobachten. Plazentaverkalkung und Fruchtwassermenge im Auge zu behalten und der Natur ihren Lauf zu lassen?
Achso, ich vergass, das liebe Geld natürlich! Je länger eine Frau ein Klinikbett blockiert, um so weniger Geld wird erwirtschaftet... Kaiserschnitte sind lukrativer... und das Risiko eventuell verklagt zu werden gleich null, denn ein Kaiserschnitt wird ja nun als fast sicherste Entbindungsart gehandelt und man kann dem Arzt nicht vorwerfen, er hätte nicht zum Wohle von Mutter und Kind gehandelt... Leider ist es auch meistens so, dass Einleitungen die zu früh angesetzt werden, sehr häufig auch zu Kaiserschnitten führen. Ein geburtsunreifes Kind wird sich nämlich auch von einer Einleitung nicht rauslocken lassen. Irgendwann ist die Mutter erschöpft oder das Baby, dann muss alles ganz schnell gehen, Kaiserschnitt... und es wären ja alle gestorben, wäre man nicht in der Klinik gewesen... 

Sobald man also über den Entbindungstermin hinüber geht, beginnt ein Strudel. Egal ob außerklinisch oder Klinikgeburt. Unser Recht auf Selbstbestimmung können wir als Frau dann an den Nagel hängen und sind dem System ausgeliefert. Wer will sich schon sagen lassen, er würde sein Kind gefährden, wenn er nun nicht genau auf das hört, was die Ärzt sagen?  Welche Frau könnte sich unter der Geburt den ganzen Interventionen erwehren, die oft so unnötig sind?

Ich bin schon sehr lange in Sorge über die geburtshilfliche Entwicklung in Deutschland. Ich war bei vielen Demos dabei, ich habe protestiert, aber was soll sich ändern? Es passiert nichts bzw. es wird nur noch schlimmer, wie jetzt das Schiedsgericht auch entschieden hat. Sieht denn niemand, zu welch schlimmen Folgen dies in anderen Ländern schon geführt hat? In Amerika steigt die Zahl der bei Geburten verstorbenen Frauen und Kindern wieder an!
Kein Wunder bei schließenden Geburtskliniken und Personaleinsparungen! Die Geburten sollen zentralisiert werden, eine optimale Betreuung kann dann, gerade bei dem akuten Personalmangel aber nicht mehr gegeben sein. Diese erst kürzlich ausgestrahlte Sendung des ZDF zeigt, auf was wir uns einstellen müssen. Geburtsschäden bei Kindern werden zunehmen! Und das betrifft nicht die außerklinische Geburt, sondern die Klinikgeburten! Probleme unter dem Geburtsverlauf werden viel zu spät erkannt, weil x Frauen gleichzeitig in den Kreissäalen betreut werden müssen. Das ist jetzt schon ein Problem und es wird sich noch deutlich verschärfen!

Was können wir Frauen dagegen tun? Eigentlich leider nicht wirklich viel! Dadurch das sich so viele Frauen dem System unterwerfen und auf alles hören, was ihnen die Ärzte sagen, sich völlig unnötig einleiten lassen, sieht das System keinen Änderungsbedarf. Wir müssten uns dagegen wehren! Aber hier stehen wir wieder, wollen wir uns Kindswohlgefährdung vorwerfen lassen? Wollen wir nicht alles tun, damit unsere Babys gesund auf die Welt kommen? Und der Arzt müsste ja schließlich auch wissen, von was er spricht.... Ein Teufelskreis.

Als ich im April meinen positiven Schwangerschaftstest in meinen Händen hielt, wusste ich schon von diesen, durch die Krankenkasse eingeleiteten, Diskussionen zum Thema Terminüberschreitung. Es war abzusehen, dass hier etwas auf uns zukommen könnte. Ich bekam einen wirklich guten Tip! Schummel beim Entbindungstermin! Ich habe das Glück, dass sich nach Entbindung und Stillzeit ein relativ kurzer Zyklus bei mir eingestellt hat. Gerade mal 23 Tage.  Ich schummelte meinen Zyklus daher auf 28 Tage hoch. So ergab sich plötzlich ein Puffer von 5 Tagen auf den errechneten Entbindungstermin. 5 Tage! Und nochmal die 3 Tage, die uns das Schiedsgericht gewähren würde. Also 8 Tage die mein Kind Zeit hätte länger im Bauch zu bleiben, bevor ich in den Strudel des Systems rutschen würde...
Ich persönlich hoffe sehr, dass sich Wunschkind 2.0 auch so früh, wie ihr Bruder auf den Weg machen wird. 14 Tage früher kam er nämlich und das ganz ohne ein Hauch von Käseschmiere am Leib. Während der Schwangerschaft wurde immer wieder behauptet, er wäre zu groß für den errechneten Termin. Anstatt den Geburtstermin anzupassen, wurde ich lieber mit Zuckerlösungen gequält, es könnte sich ja um Schwangerschaftsdiabetes handeln. Als diese Ergebnisse negativ ausfielen, kam aber auch niemand auf die Idee, dass der Entbindungstermin einfach falsch sein könnte. Das System sieht nicht vor, Entbindungstermine im späteren Verlauf der Schwangerschaft nochmals anzupassen. Ein Entbindungstermin wird am Anfang der Schwangerschaft gesetzt und fertig! Das ist der Vorteil den wir Frauen nun als Möglichkeit haben. Wir können schummeln. Wir können unsere Zyklen verlängern oder den ersten Tag unserer Periode ein paar Tage später ansetzen...  wir gewinnen so ein paar Tage für uns und unsere Kinder. Zeit, die das Kind vielleicht braucht, um sich selbst entscheiden zu können, dass es nun soweit ist auf die Welt kommen zu wollen.

Ich möchte nochmals darauf hinweisen, es geht mir hier nicht alleine um meinen Wunsch auf eine Hausgeburt oder darum außerklinische Geburten zu stärken. Natürlich bin ich absolut pro außerklinische Geburt und ich möchte wieder eine so wundervolle, selbstbestimmte und geborgene Hausgeburt erleben, wie bei meinem Herzkind.
Die Crux mit dem Entbindungstermin betrifft im Grunde aber nicht nur die außerklinischen Geburten, sondern alle Geburten! Der Veitstanz um den Entbindungstermin und die anschließenden Interventionen wird immer schlimmer, wir sollten versuchen uns solange wie möglich diesem zu entziehen. Ich habe meine Konsequenz daraus gezogen.


Freitag, 25. September 2015

Schwangerschaft mit Hashimoto Thyreoiditis

Einige von euch werden sich jetzt sicherlich fragen, was genau denn dieses Hashimoto sein soll. Für diejenigen ist dieser Blogbeitrag heute sicherlich nicht sehr interessant.
Für alle anderen Leser, die selbst davon betroffen sind, möchte ich heute meine bisher gemachten Erfahrungen niederschreiben. 
Hashimoto Thyreoiditis ist eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse. Es ist eine chronische dauerhafte Entzündung der Schilddrüse, die bei manchen Betroffenen zuerst eine Überfunktion der Schilddrüse bewirkt, auf lange Sicht aber, bildet sich daraus eine Unterfunktion. Mindestens jeder 10. Mensch ist davon betroffen. Die Dunkelziffer ist sicherlich deutlich höher. Denn obwohl offensichtlich soviele Menschen davon betroffen sind, wird die Erkrankung von vielen Ärzten nicht ernst genommen. Da diese Erkrankung auf den Hormonhaushalt des Körpers zielt, gibt es viele begleitende Erkrankungsbilder, viele Nebenbaustellen und auch psychische Probleme können hinzukommen.
Es gibt Menschen, die eine jahrelange Leidensodyssee hinter sich haben, teilweise als psychisch krank abgestempelt und mit Antidepressiva ruhig gestellt wurden. Selbst angebliche Fachärzte nehmen viele Symptome nicht ernst, schauen sich ausschließlich die Schilddrüse an und sehen keine Notwendigkeit darin, weiteren Probleme, welche die Patienten ansprechen, nachzugehen. Es ist erschreckend, frustrierend und stellt für viele Patienten auch eine schlimme Einschränkung in ihrem Leben da. 
Denn, wer nicht gut eingestellt ist, der ist eingeschränkt. Manche Verläufe sind so schlimm, dass dadurch die Arbeitskraft komplett zum Erliegen kommt. 

Ich hatte damals viel Glück. Als ich Veränderungen an mir merkte: Schlappheit, Lustlosigkeit, beginnende Depressionen... konsultierte ich meinen Hausarzt. Kurz davor wurden bei meiner Mutter Knoten an der Schilddrüse festgestellt und dann auch operativ entfernt. Ich erzählte meinem Arzt davon und er veranlasste sofort ein Blutbild. Dies bestätigte meine Vermutung und er verwies mich an einen Nuklearmediziner. Weitere Untersuchungen dort ergaben, dass ich an Hashimoto erkrankt war und nun mit entsprechenden Medikamenten eingestellt werden musste. Dies gelang auch sehr gut und ohne Probleme. Jahrelang musste ich mich mit meiner Erkrankung kaum befassen. Hin und wieder Blut abnehmen, schauen ob alle Werte noch stimmten, eventuell erhöhen, fertig. Ich hatte sonst keine Nebenbaustellen.

Dann kam der Kinderwunsch. Ich wusste das viele Schilddrüsenpatienten, vor allem auch diese mit Hashimoto Probleme mit dem Schwangerwerden hatten und ich ließ zunächst nochmals alle notwendigen Blutwerte prüfen, ob ich auch richtig eingestellt war. Alles passte und *zack* war ich auch schon schwanger. Dies wiederholte sich auch so bei den weiteren Schwangerschaften (1. Schwangerschaft war leider eine Fehlgeburt, die Zweite brachte das Herzkind hervor und nun in der 3. bin ich mit Wunschkind 2.0 schwanger), ich musste meinem Mann sozusagen nur tief in die Augen blicken... ihr wisst was ich meine...

In der Schwangerschaft ist die Kontrolle der Schilddrüsenwerte sehr wichtig, denn bei anhaltenden Fehlfunktionen könnte dies auch die Entwicklung des Kindes beeinträchtigen. Die Werte sollten laut Internet und Fachärzten alle 4 Wochen kontrolliert werden, denn schnell können die Werte in der Schwangerschaft entgleisen. Das musste ich auch feststellen...

In der Schwangerschaft mit dem Herzkind schoßen meine Werte in ungeahnte Höhen und es musste entsprechend dagegen reguliert werden. Mein bisheriges Körpergefühl ließ mich hierbei im Stich, denn wie sollte ich die allgemeine Schwangerschaftsmüdigkeit und die Müdigkeit durch eine schlecht eingestellte Schilddrüse unterscheiden. Ich konnte und kann es auch in dieser Schwangerschaft nicht.

In der Schwangerschaft mit dem Herzkind schafften wir es relativ schnell, die Schilddrüse wieder gut einzustellen, auch weil ich das Jod wegließ, welches immer so sehr als notwendig erachtet wird. Gerade Hashimoto-Patienten haben oft Probleme mit Jod. Dieses heizt die Schilddrüse nur noch mehr an und fördert die Probleme. Bei einer allgemeinen Jodüberversorgung in Deutschland machte ich mir auch wenig Gedanken, dass ich nun zu wenig Jod zu mir nehmen könnte.

In der jetzigen Schwangerschaft ließ ich daher bewusst Jod von Anfang an weg. Meine Schilddrüsenwerte entgleisten trotzdem wieder. Darüber machte ich mir zunächst keine Gedanken, war es doch in der vorherigen Schwangerschaft genauso. Es begann also wieder die Gegensteuerung durch höhere Medikamentengaben.... aber es half nichts. Zig Blutentnahmen und Erhöhungen später, sind die Werte noch erschreckend und zum Glück habe ich einen Schilddrüsenspezialisten in der Nähe gefunden, bei welchem ich gestern war. 

Diesen gefällt das alles garnicht, auch in Hinblick auf die Gesundheit des Kindes und besorgte mir umgehend einen Termin in der Uniklinik Heidelberg zu weiteren Abklärung. Dort muss ich nun also am Dienstag hin... ich kann mir zwar aufgrund der bisherigen unauffälligen Untersuchungen bei meiner Frauenärztin und Hebamme und auch den guten Ergebnissen bei der Feindiagnostik nicht vorstellen, dass etwas nicht mit meinem Wunschkind 2.0 stimmen kann, trotzdem ist solch eine eventuelle Möglichkeit, das etwas sein könnte, nicht angenehm. Und dann muss man auch noch bis Dienstag abwarten, bis es zu einer Klärung kommt und wie die weitere Vorgehensweise bei meiner Schilddrüsenentgleisung sein wird...

Auf jeden Fall bin ich jetzt froh, in wirklich erfahrenen Händen zu sein, die genau wissen, was bei dieser Autoimmunerkrankung zu beachten ist und das auch Nebenbaustellen wichtig sind. Denn auch meine Vitamin D und B12 - Werte sind im Kellerbereich angesiedelt und müssen beachtet werden. Alles hängt im Körper zusammen und so können natürlich auch diese Werte, die Arbeit meiner Schilddrüse beeinflussen und auch umgekehrt. Es ist zum Mäusemelken.

Ich wundere mich also weiterhin nicht, über meine Abgeschlagenheit, über die Müdigkeit und das doch immer mal wieder etwas liegen bleibt, auch das Blogschreiben. Ich schaffe es einfach nicht, ich brauche Ruhepausen und muss mich hinlegen. Auch hier ist es wieder schwierig zu unterscheiden, kommt das alles nur von der Schilddrüse oder auch von der Schwangerschaft. Denn vielen Frauen wird es schwanger mit Kleinkind, Haushalt und Beruf nicht unähnlich ergehen, auch ohne Schilddrüsenerkrankung. Wahrscheinlich könnte ich aber schwanger Bäume ausreißen, wenn ich richtig eingestellt wäre... garnicht mal so schlechte Aussichten.

Nun ja, jetzt warte ich den Dienstag ab und hoffe/erwarte, dass mit dem Wunschkind 2.0 alles in Ordnung ist und mir mit diesen sehr bescheidenen Schilddrüsenwerten geholfen werden kann. 

Wem von euch geht es ähnlich? Was habt ihr für Erfahrungen mit eurer Erkrankung gemacht? Und wer hatte vielleicht eine ähnliche Diagnose in der Schwangerschaft und eine Schilddrüse, die sich nicht einstellen lassen wollte? Was wurde unternommen? 
Ich freue mich schon auf eure Berichte und warte sehr interessiert und neugierig.


Donnerstag, 24. September 2015

Immer wieder diese Phasen! - oder: wie Ebbe und Flut!

Sobald unsere kleinen Wunder in unser Leben treten, beginnt ein völlig neuer Tagesablauf. Er wird zunächst komplett von diesen kleinen Menschlein bestimmt. Sie wissen nicht wann Tag oder Nacht ist, so dass wir uns Nächte hellwach um die Ohren schlagen und zwischendurch einfach mal wegnicken. Oft in den unmöglichsten Stellungen, so dass wir auch noch mit schmerzen Rücken oder Nacken wieder aufwachen.
Wir reiben schmerzende Bäuchlein, wegen böser Koliken. Wir beruhigen unsere Babys immer wieder, wenn die bösen Zähnchen drücken und durchbrechen wollen. 
Wir wachsen mit ihnen zusammen und koordinieren unserer Tagesabläufe immer wieder neu. Mit Kindern ist der Alltag nicht mehr perfekt und durchorganisiert, denn unsere Kinder haben ihren eigenen Kopf. Manchmal funktioniert ein Ablauf eine kleine Weile ganz wunderbar und man fühlt sich wie auf Wolke 7 und im nächsten Moment funktioniert wieder garnichts!
Immer wieder hören wir dann von den berüchtigten "Phasen"! Es ist nur eine Phase! Sie wird vergehen... und dann kommt eben eine andere Phase! Manchmal sogar schlimmer als die vorherige und wir wissen nur eines, irgendwie müssen wir da durch! Und wir müssen uns immer wieder vor Augen halten, auch für unsere kleinen Lieblinge sind diese Zeiten alles andere als einfach. Sie wissen oft selbst nicht, wie ihnen geschieht, warum ihr Körper nun so reagiert, was dieses neue Gefühl im Bauch bedeutet und warum sie nun grundsätzlich anderer Meinung als Mama oder Papa sind. 

Wir Eltern könnten hier helfen, schließlich haben wir das selbst als Kind alles auch einmal mitgemacht. Nur leider ist das alles so verdammt lange her und wir können uns kaum daran erinnern und außerdem bringt es unseren Tagesablauf immer wieder so durcheinander und stresst uns zusätzlich, wenn wir vielleicht gerade selbst mehr als erschöpft sind durch viele Doppelbelastungen, die der Alltag in sich birgt. Ein Pulverfass könnte hier also regelmäßig hochgehen und sich zwischen Eltern und Kindern stellen. Unterschiedliche Bedürfnisse und Vorstellungen prallen aufeinander und dazu verfasste "Das gewünschteste Wunschkind" eine ganz tolle Erklärungensreihe. Wieso kooperiert mein Kind nicht? bzw. wie schaffe ich es, dass mein Kind mehr kooperiert?

Ganz wichtig zu wissen ist hierbei, dass unsere Kinder eigentlich so oft am Tag kooperieren und mithelfen, dass wir es garnicht wahrnehmen, sondern es als selbstverständlich hinnehmen und nicht weiter beachten. Dabei ist es so wichtig, dass wir diese ganzen wundervollen Momente sehen und wahrnehmen! Das wir sehen, wie positiv unsere kleinen Kinder eingestellt sind, wie sehr sie uns doch eigentlich helfen und gefallen wollen. 
Wenn wir das verinnerlichen, fällt uns sicherlich so manche schwere Phase auch leichter. Wir können sie einfacher "überstehen" und mit unseren Kindern zusammen gehen, wenn wir wissen, dass sie dies nicht einfach machen, um uns zu ärgern und das unsere Kinder ansonsten den ganzen Tag immer wieder kooperieren und wundervoll sind.

Generell positiv auch über unsere Kinder zu sprechen hilft uns auch positiv zu denken. Wir gehen nicht schon mit einer negativen Grundeinstellung in Situationen hinein, von den wir "wissen" oder vielmehr denken, jetzt könnte es wieder problematisch werden.

Phasen kommen und gehen. So wie Ebbe und Flut. Die Phasen ebben ab, aber wir wissen im Grunde genau, sie werden wieder kommen und wenn es nur eine andere Form sein wird. Wenn wir wissen, es ist eben so, es ist nicht änderbar, können wir auch gelassener damit umgehen.

Wie ihr wisst, habe ich schon oft über das Schlafverhalten des Herzkindes im Blog geschrieben. Schlafen ist doch bei vielen Müttergesprächen immer wieder ein großes Thema, eben gerade deshalb weil uns Schlafmangel so unausgeglichen und auch aggressiv machen kann. Weil Schlafentzug nicht ohne Grund eine Foltermethode ist. Unter Schlafmangel noch einfühlsam und mitfühlend gegenüber dem Kind zu sein, ist verdammt schwierig. Daher sollten wir uns nicht gegen das aktuelle Schlafverhalten unseres Kindes stellen, sondern immer damit mitgehen. Braucht es unsere Nähe, dann ist es nicht schlimm, wenn es bei uns schläft. Schläft es in seinem Bettchen ein und wandert Nachts zu uns herüber, dann ist das nicht schlimm. Schläft es monatelang in seinem Zimmer und will plötzlich nur noch bei Mama und Papa schlafen, hat das oft einen Grund, es muss kein Rückschritt sein und selbst wenn, es braucht unsere Nähe jetzt und in diesem Moment und dann ist es gut, wenn wir unserem Kind geben was es braucht. Das Herzkind hat nach dem gescheiterten Tagesmutter-Versuch viel Nähe in der Nacht gebraucht und nun plötzlich seit wenigen Wochen will er ganz von sich aus, in seinem Bettchen wieder schlafen und er liegt nur noch so selten neben mir Nachts... auch ein komisches Gefühl, wenn das leise Schnarchen in der Nacht fehlt.

Wir wissen tief in uns drinnen, dass dies alles nur Phasen sind. Das unsere Kinder uns irgendwann nicht mehr brauchen werden, nicht mehr die Nähe benötigen, die sie jetzt von uns einfordern. Spätestens dann werden wir uns zurückerinnern, spätestens dann werden die viele harten Phasen, so unwirklich erscheinen, die Meinungsverschiedenheiten so nichtig und klein und wir werden denken: "Die Zeit ist so schnell verflogen"


Mittwoch, 16. September 2015

Die Eingewöhnung: Gefühle besprechen, nicht kleinreden!

Wie ihr sicherlich gelesen habt, befinden wir uns mitten in der Kindergarten-Eingewöhnung. Mittlerweile in der 3.Woche und wie ich schon in einem vorherigen Post ankündigte, geht das bei unserem Herzkind nur in einem sehr langsamen Tempo voran. Dieses Hauruck-Verfahren, welches ich bei manchen Eltern schon beobachten konnte oder von welchem mir auch erzählt wurde: "Was für eine Eingewöhnung? Mein Kind blieb ab dem ersten Tag schon alleine da und das gerne!" - wäre beim Herzkind undenkbar! Ein massiver Vertrauensbruch wäre dies für ihn und würde nur dazu führen, dass ich die "Eingewöhnung" gleich hätte abbrechen können.

Einen Durchbruch haben wir seit Ende letzter Woche: Der Zwerg bleibt für wenige Stunden alleine im Kindergarten und es klappt gut! Also wenn wir weg sind... wollen wir aber gehen, ist der Trennungsschmerz enorm und er möchte uns nicht gehen lassen. Nur viel Trösten und Betüddeln durch seine Bezugserzieherinnen hilft ihm darüber hinweg. Zum Glück dauert dies wohl nur wenige Minuten, danach arrangiert sich der Zwerg mit der Situation und nutzt die vielen Möglichkeiten, die ihm der Kindergarten bietet. Jeden Tag ein Stück mehr, wie mir immer in vielen Einzelheiten von den Erzieherinnen berichtet wird. Und das ohne, dass ich wirklich nachfragen muss, denn obwohl es mich natürlich brennend interessiert, will ich die Erzieherinnen auch nicht aufhalten und muss mich auch selbst davon verabschieden im Leben meines Kindes noch über jede einzelne Kleinigkeit Bescheid zu wissen. Hier fängt es nun eben an, die Selbstständigkeit ohne Eltern - in kleinen Raten... auch für mich als Mutter hat somit eine Art Eingewöhnung begonnen und das ist auch nicht einfach!

Ich fühle mich wie der schlechteste Mensch auf Erden, wenn ich mein weinendes Kind in den Armen der Erzieherin zurücklasse. Mein Herz zieht sich schmerzend zusammen und am ersten Tag, saß ich zunächst weinend im Auto und mir war schlecht bis ich mein Kind wieder abholen konnte, das zu diesem Zeitpunkt ganz vertieft im Spiel war und mir damit zeigte, so schlecht erging es ihm garnicht und er musste wohl nicht ständig an die Trennung denken und konnte sich ablenken.

Ja, man darf nicht vergessen, dass es zunächst nichts anderes als Ablenkung und Arrangieren sein wird. Nur weil ich ein im Spiel vertieftes Kind vorfinde, das vermeindlich auch Spaß hat, heisst es nicht, dass es für das Kind eine wirklich entspannte und angenehme Situation ist. Wer seinem Kind nun aufmerksam zuhört, wird dies auch mitbekommen! Hier ist es nun wichtig, die Gefühle wahrzunehmen, miteinander darüber zu sprechen und sie auch nicht klein zureden! Denn das tun wir gerne als Erwachsene, kleinreden... weil es vielleicht dann auch einfacher für uns ist, weil wir uns dann nicht schlecht fühlen, wenn wir unsere Kinder in für sie zunächst fremde Hände und Situationen zurücklassen.

Wenn ich das Herzkind vom Kindergarten abhole und sehe wie er so vertieft spielt, fröhlich mit der Erzieherin interagiert und auch schon Kontakt zu anderen Kindern aufnimmt, dann könnte ich denken, er hatte einen wunderschönen Vormittag. Wenn ich ihn dann frage, wie sein Tag war, höre ich derzeit noch die Antwort "Nicht gut!" - Jetzt könnte ich das einfach wegwischen und sagen: "Wieso denn das, du hast doch Spaß gehabt, ich hab es gesehen!" oder ich kann ihn fragen: "Was war nicht gut?"
Ich erhalte als Antwort: "Ich hab geweint, du warst nicht da. Es war nicht schön im Kindergarten!" - Wieder ein Stich ins Mamaherz und auch hier könnte man nun wieder leicht das Gespräch beenden und behaupten, dass das nicht stimmen kann. Es muss schön im Kindergarten gewesen sein, sonst hätte das Kind doch nicht gespielt und sich beschäftigt. Dann hätte es doch in der Ecke gehockt und nunstop weinen müssen. Oder etwa nicht?

So einfach ist das aber nicht! Sich wirklich wohlfühlen und sich mit einer Situation arrangieren, sind zwei ganz unterschiedliche Gefühlswelten. Und hier den Unterschied als Außenstehender zu erkennen, ist nicht immer einfach. Wir müssen genau hinhören und unsere Kinder ausreden lassen. Wir müssen ihren Gefühlen Raum geben. Wir müssen unseren Kindern diese Gefühle zugestehen! Wir müssen ihnen erklären, dass diese Gefühle alle ihre Berechtigung haben und das wir sie verstehen.
Eingewöhnung braucht Zeit. Das finden von neuen Bezugspersonen ebenso. Nur so kann es für unsere kleinen Zwerge funktionieren, nur so können sie sich im neuen ungewohntem Umfeld wirklich wohlfühlen und sich auch entspannen. Und sie müssen darüber reden können, wenn ihnen danach ist.
Wir reden derzeit jeden Tag über die Kindergarten-Zeit. Was der Zwerg dort macht, was ihm gefällt und warum er dennoch traurig ist. Wir besprechen schon am Tag vorher neue Tagesabläufe. Also z.B. das ihn der Papa diese Woche nun immer schon morgens hinbringt. Das er vor dem Morgenkreis gehen wird. Wer ihn abholen wird und wann ungefähr, damit er sich darauf einstellen kann. Diese Vorab-Informationen sind für ihn enorm wichtig, gerade als extremes Routine-Kind, das sehr auf seine konstanten Tagesabläufe besteht. 

Wichtig ist genau zu schauen, wie verhält sich mein Kind nun auch außerhalb des Kindergartens. Was muss er Zuhause verarbeiten, kann er seine vielleicht aufgestauten Gefühle Zuhause ausleben oder will ich es unterbinden, weil es mir zu anstregend ist? Ist mein Kind in einigen Situationen plötzlich aufbrausender als sonst? Stören ihn Dinge, die ihn sonst nie gestört haben? Bleibt sein Schlafverhalten gleich oder wird es unruhiger? Überall hier kann ich auch sehen, ob die Eingewöhnung für mein Kind gut läuft oder etwas nicht passt. Gerade aufgrund der damals gescheiterten Eingewöhnung bei der Tagesmutter, bin ich hier sensibilisiert und achte sehr darauf. 

Ich weiß, dass neue Lebensabschnitte nie leicht sind. Ich bin selbst ein Mensch für den Neuerungen nicht einfach sind. Daher fühle ich sehr mit meinem Kind. Wir als Eltern können aber unseren Kindern helfen, diese neuen Lebensabschnitte gut zu meistern. Wir sind da, wir sind feste Anker und nehmen sie war. Wir akzeptieren ihre Gefühle, wir lassen sie zu und helfen unseren Kindern sie aufzuarbeiten. Denn Gefühle sind für solch kleine Menschen noch ein ganz schwieriger, kaum greifbarer Zustand, der ihnen auch Angst macht, weil sie damit  nicht umzugehen wissen. Wir dürfen sie also keinesfalls kleinreden, das trägt sonst bis ins Erwachsenenalter. Wir können unseren Kindern bei ihrem neuen Lebensabschnitt beistehen. Wurzeln haben wir ihnen schon gegeben (natürlich auch weiterhin!), jetzt müssen die Flügelchen langsam wachsen!


Dienstag, 15. September 2015

Unser Bauchzwerg hat einen Namen

Während der Schwangerschaft gibt es für alle werdenden Eltern eine entscheidende Frage: Wie soll unser Kind heißen? Die Frage stellt sich für die meisten Mütter oft deutlich früher als für die werdenden Väter... ich kann mich da noch sehr genau an die Schwangerschaft mit dem Herzkind erinnern und wie früh ich damit begann die Namenslisten im Internet zu durchwühlen und immer grummeliger wurde, weil der Mann so noch garkeine Interesse daran zeigte, ebenfalls noch passenden Namen zu suchen. Erst als das Geschlecht wirklich feststand, klinkte er sich ein und auch hier wurde es nicht einfacher. Doch plötzlich flog mir der Name des Herzkindes zu und auch der Mann war einverstanden. Ich war überglücklich, dass mein Bauchzwerg endlich einen Namen hatte.

Diesmal ging ich das Thema entspannter an. Ich verstand meinen Mann und warum er damals einfach gewartet hat. Wieso Namen aussuchen, wenn das Geschlecht noch garnicht feststand? Wir warteten also gemeinsam ab, wann sich Wunschkind 2.0 zu erkennen gab und uns zeigte, ob es ein Mädchen oder ein Junge werden wird. Nachdem wir erfuhren, dass es ein Mädchen wird, durchwühlte ich wieder das Internet und sammelte Mädchennamen, die ich immer wieder meinem Mann vorschlug. Ich stieß auf allgemeine Ablehnung oder Achselzucken.... argh... Männer! Eines Morgen stolperte ich über einen Mädchennamen, bei dem mir ganz warm wurde und ich mich kribbelig fühlte. Das war der Name und da kann der Mann jetzt sagen was er möchte! So!
Ich schrieb meinen Mann per WhatsApp an und er bestätigte, dass er den Namen gut finden würde. Ich nagelte ihn direkt fest, dass es nur dieser eine Name sein kann und er stimmte seiner hormongeladenen schwangeren Frau zu. Hach! Damit steht nun also auch der Name von Wunschkind 2.0!

Ich kann mein Kind mit Namen ansprechen und das schon Wochen bevor es auf die Welt kommen wird. Ich finde dies wunderschön und ich fühle mich noch tiefer mit meinem Kind verbunden. Natürlich könnte auch bei der Geburt eine kleine Überraschung auf uns warten, wer weiß das schon. Aber wenn die Kinder beim Ultraschall sehr offenherzig sind, kann man sich mittlerweile doch sehr sicher sein. Selbst ich als Laie konnte bei beiden Zwergen sehr genau sehen, ob es sich um ein Mädchen oder ein Junge handelt.

Als nächste Frage stellen sich die werdenden Eltern: Wollen wir den Namen schon vorher verraten oder nicht? 
Auch wir haben uns diese Frage gestellt und waren uns direkt einig, dass wir den Namen sofort bekannt geben werden. Wir hatten keine Sorge, dass wir über unsere Namensfindung diskutieren müssten oder das es Menschen geben würde, die uns diese sogar ausreden wollten. Wir wollten, dass unsere Familie genau so wie wir unsere Bauchzwerge schon früh mit Namen ansprechen konnten. Und das freute auch unsere Familie. Die Bauchzwerge waren/sind im Bauch nicht sichtbar, durch den Namen werden sie aber realer und greifbarer für die Familie. Sie sehen den Bauch zwar wachsen, sie sehen wie das Baby im Bauch immer größer wird, sie sehen es vielleicht auch strampeln und fühlen es vielleicht, aber sie haben nicht annährend den Kontakt wie es die werdende Mutter natürlich hat. Das Enkelchen, den Neffen oder die Nichte schon mit Namen ansprechen zu können, kann helfen eine Verbindung aufzubauen bzw. diese zu vertiefen.

Auch für den Sohn finde ich es schöner, dass er seine Schwester schon mit Namen ansprechen kann und er tut es gerne. Er fragt, ob seine Schwester wieder strampelt und ob er fühlen darf. Er fragt ob sie schläft und ruhig ist oder wie es ihr denn im Moment geht. Auch für Kleinkinder wird damit alles greifbarer und verständlicher. So empfinde ich es jedenfalls.

Es gibt ganz viele Vorgehensweisen zu diesem Thema. Alle werdenden Eltern haben dazu andere Meinungen oder auch andere Erfahrungen bei vorangegangenen Schwangerschaften gemacht. Alle Varianten sind von der Familie und Außenstehenden zu akzeptieren. Welche Erfahrungen habt ihr gemacht und wann gebt ihr den Namen eurer kleinen Wunder bekannt?

Mir persönlich geht das Herz auf, wenn mein Sohn und meine Familie, das werdende Menschlein mit seinem zukünftigen Namen ansprechen. Das Wunschkind 2.0 wird jetzt schon von allen einbezogen und wir freuen uns sehr, es endlich in unseren Armen willkommen zu heißen! ♥


Sonntag, 6. September 2015

Fremdbetreuung 2.0

Wiebke von Verflixter Alltag läd zur Linkparty auf und fragt nach, wie denn das Thema Fremdbetreuung in den verschiedenen Familien gehandhabt wird. Jeder von uns hat dazu sicherlich andere Vorstellungen und Erfahrungen gemacht, die in dazu veranlasst haben, das eine oder auch andere Modell zu wählen. Und oft kommt es auch anders als man denkt, davon konnte ich selbst hier schon berichten.

Also wie war das bei uns mit den Überlegungen zur Fremdbetreuung?
Schon während der Schwangerschaft mit dem Herzkind war mir schnell klar, dass ich mindestens zwei Jahre Zuhause bleiben möchte. Ich konnte mir von Anfang an nicht vorstellen mein Kind früher in fremde Hände abzugeben. So ein kleines Würmchen und weg von der Mama und der gewohnten Umgebung. Das war für mich undenkbar. 
Die zwei Jahre Elternzeit mit meinem Zwerg genoß ich also sehr und es war und ist auch immer noch für mich die richtige Entscheidung gewesen. Auch bei Wunschkind 2.0 werde ich es wieder so handhaben. 2 Jahre Elternzeit werde ich einreichen. Ganz bewusst!

Wie sollte es aber nach den 2 Jahren Elternzeit weitergehen? 
Ich sah mich zunächst nach Kindergartenplätzen um und stellte dabei fest, der einzig mögliche Kindergarten nimmt neue Kinder immer erst zum neuen Schuljahr, also wenn Plätze durch neue Schulkinder frei werden, auf. Bedeutet, mein Zwerg ist im Dezember geboren und bekäme erst im September einen Platz. 9 Monate, für die ich eine weitere Betreuung benötigte. So kompliziert hatte ich mir das nicht vorgestellt und musste mich nach einer Zwischen-Betreuungsstelle umschauen. Ich forstete also die Umgebung nach Tagesmütter ab und wurde ziemlich enttäuscht. Viel war da nicht zu finden und dachte irgendwann doch noch, ich hätte die passende Kandidatin gefunden. Leider war das ein Trugschluß und die Eingewöhnung ging schief und musste abgebrochen werden. Es war schrecklich! Es war schrecklich mein Kind so leiden zu sehen und zu erkennen, dass er dort nicht gut aufgehoben war! Eine weiterer Versuch der Fremdbetreuung, wäre zu diesem Zeitpunkt unmöglich gewesen.

Was also tun? Die Familie!
Ich war sehr froh, dass meine Mama einspringen konnte und die Betreuung ihres Enkels an den Vormittagen übernehmen würde. Der Zwerg wurde zwar fremdbetreut, aber von Menschen die er kannte. Er vertraute ihnen und die Umgebung war nicht neu. Es gab daher im Grunde keine Eingewöhnungszeit und wir als Eltern konnte beruhigt und ohne Sorgen arbeiten gehen. Der Zwerg regenerierte und lernte, dass er ohne Mama und Papa klar kommt und auch ohne Mama einschlafen kann. Auch das er plötzlich selbst entschied bei der Oma übernachten zu wollen, war ein großer Schritt zur Selbstständigkeit und es zeigte mir, wie er in seinem Tempo wachsen kann.
Ich habe für mich daher nun schon entschieden, dass ich diese Art der Betreuung auch gerne bei Wunschkind 2.0 haben möchte. Natürlich, wenn die Oma wieder bereit dafür ist. Es ist für mich als Elternteil beruhigend zu wissen, dass durch diese Einzelbetreuung wirklich genau auf die Bedürfnisse meines Kindes eingegangen werden kann und er zu nichts gezwungen werden muss. Ich möchte Wunschkind 2.0 solch ein Erlebnis, wie es das Herzkind bei dem Versuch der Tagesmutter-Eingewöhnung erleben musste, ersparen. 

Nächster Schritt: Eingewöhnung in der Kindergarten - Jedes Kind ist anders!
Nun sind wir den nächsten Schritt gegangen. Am 01.September hat die Eingewöhnung in den Kindergarten begonnen und durch die gemachten Erfahrungen, muss ich zugeben, ich war sehr angespannt. 
Auch habe ich in den letzten Wochen stark reflektiert und feststellen müssen, wie ähnlich das Herzkind und ich doch sind. Mir wurde vor Augen geführt, wie sehr ich selbst neue und vielleicht mögliche unangenehme Situationen meide und Kontakt zu neuen Menschen nur bedingt suche bzw. sehr genau beobachte, mustere und urteile. Ich reflektierte viele Situationen mit dem Herzkind und stellte fest, er war schon immer so! Während in Pekip alle Kinder wild, ungehemmt und neugierig alles im Raum erkundigten und die Mütter sich bequem zurück lehnen konnte, hatte ich ein Klebekind an mir hängen, dass sich keinen Zentimeter von mir weg bewegen würde. Ich war also diejenige die immer wieder ihren Platz im Raum wechselte und den Zwerg dadurch motivierte, mir zu folgen und den Raum dadurch zu entdecken und zu erkunden. 
Das sind natürlich wunderbare Voraussetzungen für eine Kindergarten-Eingewöhnung.... neue Umgebung, neue (laute) Menschen, unbekannte Situationen... wunderbar! Ich besprach mich daher mit diesen Reflektionen mit der Bezugserzieherin des Herzkindes. Ich hatte Bedenken, dass wir etwas zu abrupt angehen könnten, dass wir durch zu schnelle Versuche, das Vertrauen vom Herzkind langfristig erschüttern könnten und dann wäre meiner Meinung die Eingewöhnung schon gescheitert! Die Erzieherin, selbst noch recht jung, verstand mich sehr gut und beruhigte mich, dass sie hier ganz nach den Bedürfnissen der Kinder gehen und jedes Kind die Zeit bekommt, die es benötigt.

Die erste Woche begann also und mein Kind klebte wie ein angeluschtes Bonbon an mir. Ich musste überall mit ihm hin, obwohl er den Kindergarten durch die wöchentlich darin stattfindende Krabbelgruppe schon sehr gut kannte. Aber natürlich nicht zu dieser Uhrzeit. Morgens ist es voll, laut, überall rennen Kinder, überall ist etwas los. Ein absolutes Überangebot an Reizen und Eindrücken. Ich muss zugeben, auch mich machte das völlig kirre und am Ende des ersten Tages war ich selbst sehr erschöpft! Wie soll sich da also mein Kind fühlen, das doch recht ähnlich wie ich in diesen Situationen reagiert?
Die ersten Tage änderte sich also nicht viel. Ich musste überall mit hin und ihn begleiten. Ab und zu begann er sich anderen Kindern schon zu nähern, mit den Erzieherinnen zu kommunizieren und auch mal kurz ohne mich den Ort zu wechseln. Winzige Fortschritte, die ich wahrnahm. 
Und hier merkte ich dann doch einen gewissen Frust und wie sehr die Umwelt einen doch immer wieder zu beeinflussen versucht. Denn die Elternecke wurde immer lichter. Schon am zweiten Tag konnten viele Mütter nach Hause gehen, die Kinder beschäftigten sich vollkommend alleine und es gab auch kein Abschiedsschmerz. Ich war so verblüfft. Am dritten Tag waren kaum noch Mütter da und obwohl ich wusste, wie sehr mein Kind mich noch brauchte, fragte ich mich, warum das so gut bei anderen funktionierte? Ich war wirklich neidisch! Ja, so war das. Die Erzieherinnen vom Herzkind bemerkten meine Verunsicherungen und waren ganz toll! Sie bestätigten mich, dass ich genau richtig handelte und das Herzkind genau diesen Weg der Eingewöhnung braucht. Langsam und behutsam und  das alles wunderbar läuft und wir doch sehen, wie er sich ganz langsam öffnet. Puh, mit Kloß im Hals, war ich berührt, dass die Erzieherinnen ganz bei mir und vor allem dem Herzkind sind. Und habe mich geschämt, dass ich solche Gedanken hegte, obwohl ich es doch selbst eigentlich besser wusste!

Am Freitag dann ein plötzlicher Durchbruch. Nach dem Morgenkreis, bei welchem ich noch dabei sein musste, wollte das Herzkind in den Garten und dort beschäftigte er sich komplett alleine bzw. mit den dortigen Erzieherinnen. Ich konnte mich komplett in die Elternecke zurückziehen und wartete. Hin und wieder kam mein kleiner Schatz kurz vorbei, versicherte sich somit, dass ich noch da bin und lief recht zügig dann wieder in den Garten zurück. Ich war einfach sprachlos, was für ein großer Entwicklungsschritt sich von einem auf den anderen Tag plötzlich einstellte. 
Was dem Herzkind wohl sehr hilft, ist das Konzept der Einrichtung. Es handelt sich um offene Gruppen. Er kann sich nach der Morgeninfo völlig frei bewegen. Er kann das tun, was er möchte. Die Kinder haben jederzeit Zugang in den Garten, ob Sonne, Regen oder Schnee. Es gibt ein Frühstücksbereich, an dem sie sich selbstständig bedienen dürfen, zu dem Zeitpunkt an dem sie Hunger haben. Es gibt viele Räume, mit unterschiedlichen Interessensbereichen. Basteln, Bauen, Lesen, Rollenspiele usw. Es gibt Rückzugsräume, Rückzugsverstecke usw. Und überall sind Erzieherinnen, die helfen, wenn Hilfe erwünscht ist und zur Stelle sind. 

Gerade jetzt sehe ich also wieder, wie unterschiedlich Kinder sind. Und wie wichtig es ist, dass wir genau schauen, welche Bedürfnisse unsere Kinder auch haben. Es läuft nicht immer so, wie wir es gerne als Eltern hätten und ein schnelles Umdenken ist wichtig. Gerade bei der Eingewöhnung kann so viel falsch laufen und auch langfristige Folgen haben. Nicht umsonst, ist das Thema Fremdbetreuung, wie Wiebke geschrieben hat, auch so ein heißdiskutiertes Thema unter Müttern, Eltern, Betreuungsstellen, Wissenschaft und auch Staat. Es ist nicht einfach, es gibt kein Schema F. Es ist sehr individuell und auch nicht immer schlagen wir direkt den richtigen Weg ein, denn wir zunächst als richtig ansahen.

Wir sind nun also mitten in der Eingewöhnung zur Fremdbetreuung 2.0 und ich wünsche mir für das Herzkind sehr, dass es in der nächsten Woche in großen Schritten weitergeht. Das er Vertrauen in seine Erzieherinnen gewinnt und die Kindergarten-Vormittage zu wunderschönen Erlebnissen für ihn werden. 



Freitag, 21. August 2015

#‎MeinBriefAnMich‬ - Das Wunschgeschlecht ist nicht wichtig!

Jana vom Hebammenblog ruft zur Blogparade auf und wie ich persönlich finde, zu einer sehr spannenden und tollen Blogparade. Es geht darum, was ich meinem früheren Ich sagen bzw. schreiben würde, wenn ich die Möglichkeit dazu hätte. Ganz gezielt zu Themen, der Schwangerschaft, Erziehung und der Familie, die wir heute eigentlich ganz anders angehen würden, wenn wir könnten.

Ich bin tief in mich gegagngen und habe mir zu diesem Thema Gedanken gemacht. Was würde ich meinem früheren Ich schreiben? Würde ich etwas anders machen, wenn ich es ändern könnte? Dabei fiel mir dann ein Punkt auf, über den ich mir auch in dieser Schwangerschaft wieder Gedanken machte, auch weil es ein Punkt ist, in den sich die Umwelt doch sehr gerne einmischt und eine Meinung hat.

Das Wunschgeschlecht!

Kaum gibt man bekannt, dass man schwanger ist, gehen die Fragen los: "Was wird es denn?" - "Weisst du es schon?" - "Was soll es denn werden?" - "Was wünscht ihr euch denn?" - "Sicherlich ein Mädchen, oder?" - "Ein Junge, oder? Der Papa wünscht sich bestimmt einen Jungen!"

Diese Sätze könnten endlos weiter geführt werden. Und vor allem auch die Kommentare, warum es denn ein bestimmtes Geschlecht werden soll...

"Mit einer Tochter hat man eine viel innigere Beziehung!" - "Mit einem Sohn/Enkel werde ich viel besser spielen können! Mit Autos, Fußball, Legotechnik...."! - "Für eine Tochter kann man doch viel schönere Kleidung kaufen. Schau doch mal die süßen Kleidchen!" - "Bei einer Tochter, weiß man doch wenigstens zu 100%, dass die späteren Enkel auch wirklich die Eigenen sind..."

Bei all diesen Kommentaren frage ich mich mittlerweile, geht es wirklich um das Kind? Geht es wirklich darum, ein neues Leben in die Welt zu bringen und es zu lieben, wie es eben auch immer sein wird?

Einer der bekanntesten Sätze zu diesem Thema, wenn es denn nicht das Wunschgeschlecht wird, ist: "Hauptsache gesund!" ... hauptsache gesund.... solltest das nicht sowieso der wichtigste Wunsch für unser zukünftiges Kind sein, den wir haben? 

Ja, auch ich hatte ein Wunschgeschlecht und mein Mann hatte ebenfalls ein Wunschgeschlecht. Ich wollte ein Mädchen, er wollte einen Jungen. Auch wir hatten diese Wünsche aus ganz materiellen und egoistischen Ansichten heraus. Ohne zu wissen, wie denn unser Kind wirklich mal sein wird. Sein Charakter, seine Lebensfreude,  seine Liebe zu uns und zur Umwelt. Ich dachte an Mädchenträume in Zartrosa und Tüll und wundervollen Puppenmama-Rollenspielen. Mein Mann sah sich mit seinem zukünftigen Sohn in seiner Werkstatt und beim Legotechnik-Bauen.

Aber können diese Wünsche nicht grundsätzlich mit jedem Geschlecht umgesetzt werden? Wieso denken wir denn oft immer noch so in Schubläden und lassen uns davon beeinflussen? 

Irgendwie wusste ich sehr früh, dass es ein Junge werden würde und nicht das ersehnte und gewünschte Mädchen. Ich war also "sehr gefasst", als wir dann endlich das werdene Geschlecht erfahren durften. Aus der Mädchen-Traum, willkommen kleiner Junge!
Bei vielen Paaren löst das "falsche" Geschlecht Tränen und große Enttäuschungen aus. Als würde deswegen wirklich eine Welt untergehen. Aber wieso denn? Es wird ein Kind geboren, ein Geschenk. Es wird ein Teil von uns sein, egal welches Geschlecht es hat und es wird uns lieben. Wir werden es auch lieben!

Liebe Sabrina aus der Vergangenheit, mach dir wegen dem Geschlecht keinen Kopf! Natürlich ist die Jungenabteilung in den Kaufhäusern ein Witz! Jungenkleidung zu finden, die nicht mit riesigen Prints und hässlichen Figuren verseucht sind, grenzt an Lottospielen, aber darauf wird es nicht ankommen. Ja, du wirst bei so manchen xten Rollenspielen mit Autos, Kran und Abkipper dein Gähnen kaum unterdrücken können... damit kannst du wirklich nichts anfangen... aber auch darauf wird es nicht ankommen. Das Wunschgeschlecht ist nicht wichtig! Wichtig ist das was dann kommen wird, wenn das Kind da ist. Euer gemeinsames Leben!

Denn du wirst einem wundervollen kleinen Jungen das Leben schenken. Ein Junge so voller Lebensfreude und Einfühlungsvermögen, dass du selbst immer wieder staunen wirst. Ein Junge, der dir die Welt neu zeigen wird und durch denn du auch dich mehr kennen lernen wirst. Ein kleiner rotblonder Wirbelwind, der auch gleichzeitig ein wundervoller Puppenpapa ist und auch seine Spielküche sehr liebt. 
Es ist also total egal, welches Geschlecht du erwartest. Dein zukünftiges Kind kann alles tun, was es möchte und wozu es Interesse hat. Es kann ein Mädchen sein, dass Autos liebt und in der Werkstatt mit dem Papa stehen wird und es kann auch ein Junge sein, der das Kochen liebt und am liebsten Kuchen mit seiner Tante backen wird.
Was es auch werden wird, welches Geschlecht, es wird dein Kind sein! Und du wirst es lieben. Ihr werdet gemeinsam wachsen und euch kennenlernen. Es wird Seiten an euch geben, die werdet ihr lieben und es wird Dinge und Verhaltensarten geben, die euch gegenseitig zum Verzweifeln bringen. So ist es mit Menschen! So unterschiedlich sind sie! Und das ist nicht an einem Geschlecht festzumachen.

Liebes Vergangenheits-Ich, lass dich also nicht von solchen unwichtigen Gedanken leiten. Warte einfach ab. Lass dir aber auch gesagt sein, selbst in deiner zweiten Schwangerschaft wirst du dir wieder die Frage stellen! Was würde ich mir wünschen, wenn ich es könnt? Diesmal dachte ich, ich bin schlauer! Hab ich doch eigentlich dazu gelernt, oder? Aus meinem Mädchen-Wunsch, wurde ein Junge heraus geboren, den ich über alles liebe und niemals gegen ein Mädchen eintauschen würde. Und trotzdem gab ich mich wieder den Wünschen hin. Praktischerweise dachte ich, ein Junge wäre super. Ein Bruder für das Herzkind. Ich weiß ja nun, wie das mit den Jungs ist und Kleidung hätte ich auch ausreichend da.... jetzt scheint es also ein Mädchen zu werden... wieder das, was ich mir eigentlich nicht gewünscht habe... aber ist das schlimm?

Nein! Ganz und garnicht! Es ist ein Wunschkind! Es ist willkommen in unserer kleinen Familie und wir freuen uns schon so unendlich auf dieses kleine Wunder! Soll es ein Junge sein, soll es ein Mädchen sein? Es ist mir egal. Denn es wird seinen ganz eigenen Charakter mitbringen, seine ganz eigenen Wünsche und Vorstellungen von seiner Welt. Ganz egal, ob Junge oder Mädchen.

Ja, liebe Sabrina aus der Vergangenheit, wenn ich dir eines schreiben könnte zu der letzten Schwangerschaft, was ich anders gemacht hätte, dann sicherlich keine Gedanken über ein Wunschgeschlecht. Denn das gibt es nicht! Wie soll ich mir etwas wünschen, wie soll ich Vorstellungen von etwas haben, dass ich eigentlich garnicht kenne? Woher soll ich wissen ob ich eine "Jungen-Mama" oder eine "Mädchen-Mama" bin, wenn ich es zuvor nie war? 

Lass es auf dich zukommen! Denn wie alles was das Leben mit Kindern betrifft: Es wird kommen, wie es kommt und planbar ist das Leben sowieso kaum!
 


Freitag, 14. August 2015

Verständnisvoll abgestillt

Als ich mit dem Herzkind schwanger wurde machte ich mir über viele Dinge meine Gedanken. Was möchte ich tun, was möchte ich auf keinen Fall tun.
Stillen wollte ich auf alle Fälle! Ich nahm es mir fest vor und kaufte mir nichts, was mich davon ablenken könnte, wie z.B. eine Dose Milchpulver zur Sicherheit. Da der Zwerg Donnerstags zur Welt kam und somit das Wochenende bevor stand und genau dort hin der berüchtigte Milcheinschuss fallen würde, besorgte mein Mann lediglich ein paar Packungen Quark.
Der Quark wurde dann ungenutzt in einen großen Käsekuchen verarbeitet. Stillen klappte also von Anfang an sehr gut, bis auf die wunden und leicht offenen Brustwarzen mal abgesehen. Das tat wirklich irre weh und ich kämpfte die ersten 8 Wochen damit, aber es war für mich nie ein Grund das Stillen zu beenden.
Zu Anfang wurde ich immer gefragt, wie lange ich denn Stillen möchte und ich antwortete immer mit dem üblichen Zeitraum, den sich viele Mütter setzten: Mindestens 6 Monate... dann beginne ich mit der Beikost und dann mal sehen.
Natürlich kann man sich viele Gedanken vorher machen. Wie es dann nun kommt, weiß man nie. 

Der Zwerg entschied sich mit 4 Monaten starkes Interesse an Nahrung zu zeigen und wir boten ihm nach und nach kleine Mengen an. Er entwickelte sich zu einem sehr guten Esser und relativ schnell konnten viele Stillmahlzeiten entfallen, einfach so. Ich dachte schon, ich würde wohl ruckzuck in diesem Tempo abgestillt haben, aber ich vergass dabei, dass Stillen nicht nur Nahrung ist, sondern auch Seelenfutter. Der Zwerg brauchte das Stillen zum Einschlafen und in vielen unbekannten und für ihn stressigen Situationen um sich zu beruhigen. Auch wenn er sich mal weh getan hat, war Stillen immer das Wundermittel. Einen Schnuller nahm er schon ab dem 6. Monat nicht mehr.

Wir stillten also weiter, ohne darüber nachzudenken, was nun die "übliche Norm" ist, ob wir schräg angeschaut wurden oder ob Kommentare dazu erfolgen würden. Für uns und vor allem für das Herzkind war Stillen wichtig und richtig. 
Und hier muss ich sagen, ein selbstbewusstes Auftreten und ein normaler Umgang mit dem was man tut, erleichtern einem viel. Wirklich negative Kommentare habe ich nie erhalten. Ich denke, viele haben es sich auch einfach verkniffen, da sie wissen, mit mir braucht man über Dinge, von denen ich wirklich überzeugt bin, nicht zu diskutieren. 

So verging also die Zeit. Der Zwerg wurde 1 Jahr, wir stillten. Der Zwerg wurde 2 Jahre, wir stillten weiterhin. AB diesem Zeitpunkt dann aber so gut wie nie in der Öffentlichkeit, maximal bei schlimmen tränenreichem Aua. Er verlangte die Brust eigentlich nur noch zum Einschlafen und auch hier merkte ich langsam eine Veränderung. Hin und wieder schlief er auch einfach so ein und vor allem brauchte er mich nicht mehr dazu. War ich nicht da, war es auch ok.
Auch weiterhin machte ich mir keine Gedanken darüber, wielange wir denn schlußendlich wirklich stillen würden. Denn wie bei so vielem, worüber man sich zunächst Gedanken und Vorstellungen macht, es kommt sowieso anders als man denkt!

Ich wurde im April wieder schwanger. Mit dem positiven Test machte ich mir dann doch Gedanken. Könnte ich mir Tandemstillen vorstellen? Zwei Kinder gleichzeitig an meinen Brüsten? Aber bevor ich mich weiteren Überlegungen hingab, ließ ich es bleiben. Es würde alles so kommen, wie es kommt.

Womit ich allerdings garnicht rechnete, waren schmerzende Brustwarzen. Das kannte ich aus meiner ersten Schwangerschaft garnicht und das abendliche Stillen wurde zunehmend unangenehmer. Langes Nuckeln ertrug ich nicht mehr und ich dockte den Zwerg daher immer schneller ab, sobald er die Äuglein schloß. Manchmal merkte er das natürlich und wollte sofort wieder an die Brust, um wieder einschlafen zu können. Ich musste mir also etwas überlegen und sprach mit dem Zwerg an den nächsten Abenden immer wieder darüber.

Ich erklärte ihm, dass mir die Brustwarzen beim Stillen weh tun, wegen der Schwangerschaft (was er zu diesem Zeitpunkt sicherlich noch nicht im ganzen Umfang verstehen konnte) und er daher nur kurz stillen kann. Danach können wir ein Buch lesen und kuscheln und zusammen einschlafen. Er verstand es wirklich sehr schnell. Natürlich fragte er auch nochmal nach, wenn ich ihn dann abdockte. Ich erklärte ihm immer wieder, dass es mir weh tut und wir daher nun kuscheln. Die Milch versiegte dann sehr schnell und auch das stellte der Zwerg dann fest und fragte mich, ob ich die Brust nicht wieder auffüllen könnte... auch das erklärte ich ihm dann. Und ohne darüber nachzudenken, schlichen sich die Tage ein, an denen wir garnicht mehr stillten. Plötzlich war eine ganze Woche ohne Stillen vergangen und nur kurz kam es dann zu einem kleinen "Rückschlag", als er Abends doch wieder nach der Brust fragte und als ich verneinte, anfing zu weinen. Ich tröstete und kuschelte und bot im die Brust sogar nochmal an. Aber er wollte nicht, er wusste es tut mir weh und nach kurzem Trösten beruhigte er sich auch wieder und schlief dann ein.
Auch wenn er tagsüber nun hinfällt und sich weh tut, fragt er seit diesem Zeitpunkt nicht mehr nach der Brust, er würde sie auch nicht mehr wollen. Trösten, Pusten und Küsschen auf die wunde Stelle, das möchte er haben und das braucht er. Dann ist wieder alles gut.

Nach nicht ganz 2,5 Jahren geht nun eine wundervolle Stillbeziehung zu Ende und das völlig unkompliziert und schleichend. So habe ich es mir immer gewünscht. Ich konnte meinem Kind zwar nicht die alleinige Entscheidung überlassen, wann für ihn der perfekte Zeitpunkt gekommen wäre, aber ich bezog ihn ein und er hatte Verständnis. Wir konnten uns somit beide in der neuen Situation zurecht finden und neue Wege der Schlafbegleitung und des Tröstens entdecken. 

Ich bin froh, dass ich zwar ungefähre Vorstellungen von der Stilldauer meines Kindes hatte, es aber doch immer auf mich zukommen ließ und dabei auf meine Bedürfnisse und auch die meines Kindes geachtet habe. Wir hatten eine wundervolle Stillbeziehung und ich hoffe sehr, dass sich dies beim nächsten Kind so oder so ähnlich wiederholen wird.


Sonntag, 9. August 2015

Was ist nur los?

"Liebe Sabrina, wie geht es dir? Wo bist du den bloß? Wir haben solange nichts mehr von dir gehört? Hoffentlich ist alles ok."

Viele solcher Kommentare, Nachrichten und Mails sind hier im Laufe der letzten Monate eingetrudelt und mein schlechtes Gewissen wurde von Mal zu Mal schlimmer, dass ich euch und meinen Blog so vernachlässigte. 

Was ist also passiert, dass ich nun seit mehr als 2,5 Monaten keine weiteren Beiträge mehr geschrieben habe und sich eine Staubschicht auf dem Blog niederlegte? Die Facebook-Leser wissen hier schon mehr, denn dort habe ich versucht immer mal wieder ein kleines Lebenszeichen von mir zu geben. Geht dort auch recht schnell. Kurz etwas geschrieben, Bildchen dazu, klick und fertig. Im Blog möchte man Texte schreiben, sich Gedanken machen, seine Erfahrungen teilen und Werte weitergeben. Das braucht Zeit, das benötigt Ruhe und auch Ideen im Kopf, die sich zu Texten zusammenformen.

Die Ideen hatte ich natürlich auch weiterhin, auch die Zeit und sogar die Ruhe, aber ich konnte mich nicht aufraffen. Etwas zog und zieht mir auch weiterhin einfach die Energie aus mir heraus, um mich an den Laptop zu setzen und Blogbeiträge schreiben zu können.

Wisst ihr schon, was ich meine?

Im April schlich sich ein weiteres Münchner Wunder zu uns und möchte mal ein kleines Winterkind werden ♥ Wir sind sehr glücklich und freuen uns wahnsinnig darauf. Auch der große Bruder kann es kaum abwarten und weiß jetzt schon, dass er bei der Geburt dabei sein möchte. Bei einer geplanten Hausgeburt, wie wir es vorhaben, ist das auch sicherlich möglich. Mal schauen, wie es kommen wird.

Nun wisst ihr vielleicht auch, dass ich an einer Autoimmunerkrankung leide. Hashimoto Thyreoiditis. Eine Erkrankung der Schilddrüse, welche sich auf viele Prozesse im Körper auswirkt und diese beeinflusst. Schon in der letzten Schwangerschaft wirbelte mein ganzer Hormonhaushalt durcheinander. Diesmal noch viel mehr und gerade die ersten Wochen und Monate konnte ich mich kaum zu etwas aufraffen und wäre am liebsten im Stehen eingeschlafen. Langsam kommen wir nun mit der Erhöhung der Tabletten hin, aber es dauert. Auch mein Vitamine D und B12 sind im Keller und müssen aufgefüllt werden. Alles Dinge, die dazu führen, sich nicht gerade sehr erfrischt, fit und voller Tatendrang zu fühlen.
Irgendwas bleibt daher auf der Strecke. Und da es nicht der Beruf sein kann, auch nicht das Kind und nicht die Familie und auch nicht der Tierschutzverein, bleibt nur der Blog übrig, der nun darunter leidet und in ein Dornröschen-Schlaf gefallen ist.

Ich hoffe wirklich sehr, dass ich bald wieder mehr im Blog schreiben werde, dass der Antrieb zurück kommt und ich meine Gedanken, Ideen und Erfahrungen wieder in Texte verwandeln kann. Es fehlt mir, es fehlt mir mich mit euch auszutauschen und mir fehlt es einfach schreiben zu können. 

Darum hoffe ich auf ein - Bis Bald - und ein Ende des langen Blogschläfchens.

Dieses Ultraschall-Bild stammt aus der 14.Schwangerschaftswoche. Mittlerweile bin ich nun schon in der 19.Woche - wie die Zeit doch rennt in der zweiten Schwangerschaft....

Freitag, 8. Mai 2015

Übernachten bei den Großeltern: Mein Kind entscheidet!

Am Mittwoch war es soweit, mein Sohn entschied sich dafür bei seiner Oma übernachten zu wollen. Einfach so! Es kam wie so vieles im Leben mit Kind, überraschend und plötzlich. Und doch musste ich also Mama sofort reagieren und für mich war klar, dass ich mein Kind in seinem Wunsch unterstützen werde. Wenn er dies selbst möchte, dann wird er auch bereit dazu sein!

Aber zunächst etwas zurück. Das Übernachten bei Großeltern keimt bei diesen in der Regel relativ früh auf. Ständig wird erwähnt "Willst du bei uns schlafen?", "Wenn du dann mal bei uns schläfst...", "Wir würden uns wirklich sehr freuen...." Es wird immer wieder eingestreut und uns Eltern dabei beipflichtend angeschaut. Wir bestätigten nichts, wir entgegeneten höchstens zu Anfang, als er noch nicht selbst antworten konnte, dass es noch zu früh ist. Bis zu seinem 14.Lebensmonat wurde er auch Nachts gestillt, da stellte sich für mich nie die Überlegung das er auswärts übernachten sollte oder möchte. Auch als er nicht mehr stillte, dachte ich darüber nicht nach. Er schlief ja zu diesem Zeitpunkt nicht einmal beim Papa im Arm kuschelnd ein, wieso sollte er es bei den Großeltern tun?
Als der Zwerg kommunizieren und verständlich sprechen lernte, wurden die Übernachtungsfragen natürlich an ihn direkt gestellt. Wenn die Großeltern sich verabschiedeten wollte er gerne mit, sie sollten noch nicht gehen. Wurde dann aber festgestellt, dass er dort übernachten würde, ohne Mama... dann wollte er doch nicht mit. Ich war froh, als er das endlich selbst klarstellen konnte. Und die Großeltern somit wussten, dass ist nicht meine Meinung, wenn ich eine Übernachtung verneinte, sondern die meines Kindes!

Nun wurde der Zwerg 2 Jahre alt im Dezember und die Zeit der Fremdbetreuung begann. Nachdem die Betreuung durch die Tagesmutter fehlschlug, übernahm meine Mama diesen Part und auch dort schlief er zunächst nicht einfach an. Meine Mutter schob zur Mittagszeit fleissig den Kinderwagen durch die Straßen, bis er einschlief. So war das Ritual. Bis zu einem gewissen Tag im März, als er plötzlich sagte, er ist müde und bei der Oma im Arm einschlief... mal wieder plötzlich und überraschend und wie immer vom Kind aus. Er hat selbst entschieden!

Seit dem legt sich meine Mama mittags mit ihm hin, wenn er müde wird. Liest ihm ein paar Bücher vor und schon schläft er.

Als meine Mama nun das Thema Übernachtung wieder ansprach, war ich nicht mehr grundsätzlich dagegen. Aber nur für den Ernstfall zu proben, wenn mal etwas wäre und er das Schlafen bei Oma und Opa schon kennen sollte... das stand für mich nicht zur Diskussion. Es klappt alles, wenn es nötig wird, vorher "proben", wenn das Kind nicht bereit dazu ist, darin sah ich keinen Sinn. Es kann sogar höchstens dazu führen, dass das Kind es also schlechte Erfahrung abspeichert, da es darüber nicht mitentscheiden durfte und so schlechte Gedanken an Übernachtungen knüpft.

Als mein Zwerg nun also selbst sagte, er möchte bei Oma übernachten und dies auf Nachfrage auch bestätigte, dann war für mich klar, jetzt ist der Zeitpunkt gekommen und er hat sich selbst dafür entschieden!

Ich packte also sein Köfferlein, mit allem wichtigen für eine Übernachtung. Er packte ein, was er noch benötigte und dann ging es los. Mama wurde alleine zurück gelassen, denn der Papa war geschäftlich unterwegs... dieser glaubte ohnehin nicht das es klappen würde. Aber wieso nicht? Unser Kind hat es selbst entschieden!

Ich hatte also wenig Sorge, dass es nicht klappen würde. Trotzdem starrte ich ständig auf das Handy und erwartete Meldung! Endlich kam sie. Wie von mir erwartet, schlief er nicht früh ein. Ist ja alles neu und dann kam zufällig auch noch die Tante vorbei, die von nichts wusste und er drehte nochmal auf. Um 21.30 Uhr schlief er ein und schlief bis auf einen Trinkstop durch. Um 7 Uhr schlug er die Äuglein auf. 
Als ich ihn Mittags abholen wollte, war ich uninteressant. Er wollte weiterhin bei Oma bleiben und es bestätigte mir, er hat sich auch über Nacht sichtlich wohl gefühlt und es hat ihm Spaß gemacht. Das Mamaherz zog sich kurz zusammen... so ist das also, wenn das eigene Kind nach und nach unabhängig wird und einen nicht mehr braucht? Ein erster Vorgeschmack lässt das Kommende in den nächsten vielen Jahren erahnen.

Mein Zwerg wird immer mehr entscheiden, immer selbstständiger werden und auf seinen eigenen Beinen im Leben stehen.
Dies war nicht seine erste eigene Entscheidung. Eigene Entscheidungen darf er jeden Tag treffen. Aber es war eine erste sehr weitreichende Entscheidung, die einen großen Schritt zur werdenden Unabhängigkeit zeigte. Es war mir immer schon wichtig, dass er diesen Schritt des Übernachten-wollens alleine entscheiden wird. Mit 2 Jahren und 4,5 Monaten war es nun soweit. 

Mein Baby ist schon lange ein Kleinkind und geht weiterhin zielstrebig seinen Weg. Erwachsen werden! Unabhängig! Selbstständig!


Mittwoch, 6. Mai 2015

Schöner Wohnen - Gemeinsam Blumen pflücken und arrangieren

  
Blumen und Pflanzen machen eine Wohnung oder Haus lebendiger. Das Grün und die Farben der Blüten vermitteln Leben und Lebensfreude. Blumen und Pflanzen lassen es wohnlicher wirken und peppen so manchen Einrichtungsstil noch auf. 
Vorausgesetzt man hat auch einen grünen Daumen *hust* Ich gebe zu, den habe ich nur sehr schwach von meiner Mutter geerbt. Diese besitzt wirklich einen. Wahrscheinlich sogar eher zwei. Das Haus meiner Eltern gleicht einem lebenden Gewächshaus... meine Mama kann bei interessanten neuen Blumen- und Pflanzensorten einfach nicht nein sagen. Ich kann mich noch an Nordsee-Urlaube erinnen, die wir voll bepackt mit Blumen im Auto wieder heim gefahren sind, da meine Mutter die Ferienwohnung heimelig mit dort gekauften Pflanzen einrichten musste und die konnten natürlich nicht dort bleiben... jaja, Kindheitserinnerungen.

Also, irgendwas muss also von diesem grünen Daumen doch auch zu mir durchgedrungen sein, denn ich versuche mein Glück immer wieder und einige Pflanenarten scheinen sich doch wirklich bei mir wohl zu fühlen und finden es ganz nett, zeitweise sehr trocken und dann mal wieder überfeucht zu leben... Ich versuche mein Bestes zu geben, vor allem weil ich dem Zwerg eine gute Pflege der Pflanzen vorleben möchte. Er ist hierbei auch sehr eifrig und kümmert sich sehr liebevoll um seine Erdbeeren, Tomaten und Blumen in seinem Außenbereich auf der Terasse. Das möchte ich euch gerne noch in einem anderen Post vorstellen.

Neben dem Pflanzen gießen, gibt es zum "Schöner Wohnen" natürlich auch die Möglichkeit Schnittblumen in Vasen zu stellen und damit die Wohnung zu dekorieren. Gerade jetzt im Frühjahr sind Schnitblumen wieder überall zu bekommen und noch schöner ist es jetzt, wenn man auf den Schnittblumenfeldern, selbst Blumen schneiden darf.

Dies haben wir am vergangenen Wochenende getan. Zwischen den Regenschauern suchten wir uns eine trockene Lücke und marschierten zum Blumenfeld in unserer Nähe. Der Zwerg und ich waren mit Körbchen und Scheren ausgestattet und ich ließ ihn die Blumen seiner Wahl aussuchen und auch abschneiden.
  



  
Wieder Zuhause angekommen, suchten wir uns passende kleine Vasen. Der Zwerg füllte dieser mit Wasser auf (Vorbereitung dazu: Schüttübungen) und steckte nach Herzenslust die Blumen in die Vasen hinein. Zwischendurch roch er immer wieder an ihnen und sog den wundervollen Duft in sich auf. Holen wir uns hin und wieder geschnittene Blumen im Geschäft, schneiden wir diese vorher auch noch ein Stück ab. Damit der trocken gewordene Stiel auch wieder ordentlich Wasser aufnehmen kann. 

Blumen arrangieren mit allem was dazu gehört, also auch das Selbstschneiden, macht dem Zwerg sehr viel Spaß und es ist eine wundervolle Übung des täglichen Lebens nach Maria Montessori. Es bindet die Kinder im Alltag ein. Sie können aktiv helfen das Heim wohnlich mitzugestalten und festigen ihre Fingerfertigkeiten beim Schneiden und Stecken und ihr Gefühl für das Dekorieren und Herrichten. 

Die Tulpen auf den Feldern blühen nun aus. Die nächsten Blumen tragen schon ihre Knospen und wir freuen uns schon darauf auch diese in unser Haus zu holen und es somit bunter und lebendiger zu machen.






Montag, 4. Mai 2015

Über 50 Vogelarten und Vogelstimmen


Einige Facebook-Leser haben das Foto damals sicherlich gesehen. Während unseres Münchenurlaubs, habe ich natürlich auch die Buchhandlungen durchstöbert und bin auf ein ganz tolles Buch gestoßen: "Leyo - Alle Vögel sind schon da!". Dieses möchte ich euch heute vorstellen.

Ich las zunächst, dass es sich über ein Buch handelt, mit mehr als 50 darin aufgelisteten heimischen Vogelarten . Schon alleine diese Tatsache machte mich neugierig. Solche Bücher suche ich immer. Bücher in denen viele Tiere vorgestellt und illustriert sind. Als ich weiter las, entdeckte ich, dass es zu diesem Buch eine App gibt. Diese kann man sich kostenlos herunterladen.

Diese App bietet zu allen Vogelarten die passenden Vogelstimmen. Auch noch weitere Informationen und kleine Spiele soll die App bieten, die man alleine durch das Lesen und Betrachten des Buches nicht erhalten würde. Die Vogelstimmen an sich, veranlassten mich dazu das Buch zu kaufen und ich wurde nicht enttäuscht!
 


 
Die Vogelstimmen sind realistisch und nicht zu kurz gehalten. Neben den Texten im Buch, die der Sprecher vorlesen kann, kann er zu den Vogelarten noch weitere Informationen liefern. Auch zu anderen abgebildeten Tieren im Buch oder Fakten zu abgebildeten Eiern oder Nestern kann er nennen. Manchmal sieht man durch die App auch noch mehr Inhalte, als im Buch gezeigt. Unter einem Blatterhaufen, den man im Buch erkennt, sieht man durch die App plötzlich, dass sich dirt Marienkäfer verbergen (siehe Bild unten).

Für ein zweijähriges Kind alleine ist die App noch nicht zu bedienen. Alleine den richtigen Abstand von Handy zu Buch ist mit den Ärmchen noch nicht möglich. Für dieses Alter ist das Buch eigentlich auch nicht ausgelegt worden. Als Altersempfehlung ist 4 - 6 Jahre angegeben.

Uns reicht es im Moment die Vogelstimmen (deswegen habe ich es auch gekauft) gemeinsam zu entdecken und auch ohne die App, gibt es viel Text zu lesen und auf den wundervoll illustrierten Seiten viel zu entdecken.

Das Buch gehört zur Leyo-Reihe vom Carlsen-Verlag und es gibt somit noch einige weitere Bücher, zu denen ich allerdings nicht sagen kann, wie gut diese vom Inhalt sind. Interessieren würde mich  noch das Atlas-Buch und den Zwerg sicherlich das Buch über Fahrzeuge . Diese Bücher werden daher noch auf meine Wunschliste wandern (aber sicherlich erst für in einigen Jahren) und für das Vogelbuch gebe ich hier eine klare Kaufempfehlung!

Hinweis: Daily Pia hatte for kurzem das Bauernhof-Buch, dieser Buchreihe vorgestellt und ihre Meinung dazu niedergeschrieben.




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