Donnerstag, 1. September 2016

Unser Besuch bei der Osteopathin

Vor knapp einem Monat war ich mit der Tochter bei einer Osteopathin. Irgendwie hatte ich das Gefühl ich muss dort hin. Irgendwie dachte ich, Osteopathie könnte helfen. Obwohl ich auch gleichzeitig dachte, wieso sollte unsere Tochter Verspannungen oder Blockaden haben, immerhin ist sie nun schon 7 Monate alt, wenn, dann hätte das ja nach der Geburt alles auftauchen müssen, oder?

Ich kann euch gleich sagen, auch nach so vielen Monaten können geburtsbedingte Blockaden, Verspannungen oder Traumata nachwirken, ohne das diese zu Anfang wirklich am Verhalten oder dem Bewegungsablauf ersichtlich sind. 
Gerade der Bewegungsablauf der Tochter entwickelte sich zu Anfang genauso zügig, wie bei ihrem Bruder. Mit 4 Monaten drehte sie sich und war auch sonst recht zügig mit der Bewegung ihrer Händchen, dem Greifen usw. 
Erst später merkte ich, sie hing ihrem Bruder etwas hinterher, was eigentlich nichts zu sagen hat, denn eigentlich darf man Kinder untereinander nicht vergleichen. Aber gerade weil die Entwicklung in den ersten Monate von Beiden im Grunde exakt parallel lief, kam ich etwas ins Überlegen und neben dem immer schlechter werdenden Schlafverhalten, reifte der Gedanken nach einem Osteopathen-Besuch in mir.

Diese Überlegungen verkündete ich meinen Instagram-Lesern und eine liebe Mama, welche ich während der Geburtsvorbereitung in der Schwangerschaft mit dem Sohn kennenlernte, empfahl mir eine Osteopathin. Denn auch sie hatte ähnliches bei ihrer Tochter festgestellt, die anfangs gut schlief und dann nicht mehr, ebenfalls immer getragen werden wollte und auch in der Bewegungsentwicklung zurück fiel.

Schaden kann es nicht, dachte ich mir und machte also einen Termin aus. Dort angekommen, sollte ich nur kurz ein paar Eckdaten nennen und was mir an meiner Tochter aufgefallen ist. Die Osteopathin schaute sich unsere Tochter genau an, tastete sie ab, drehte und bewegte sie und fragte dann direkt, wie die Geburt verlaufen wäre. Schnell, sehr schnell, schilderte ich.
Darauf sagte sie, genau das habe sie erwartet. Unsere Tochter hat einige Verspannungen und sie kennt eigentlich kaum ein Kind, welches bei einer schnellen und zügigen Geburt nicht doch irgendetwas davon getragen hat. Gerade bei sehr schnellen Geburten, schilderte sie, kann man es sich fast wie ein kleines Schleudertrauma vorstellen. Warum denn aber am Anfang alles gut war? Sie sogar durchschlief, fragte ich. Leichte Blockaden oder Verspannungen, fallen am Anfang vielleicht durch vermehrtes Spucken (hatten wir!) oder Lieblingsseiten beim Stillen auf (hat sie nicht, sie wechselt im Grunde ständig hin und her, sehr unruhig!) und durch Steifmachen (ja, hatten wir auch). Wenn dann die ersten Wachsstumsschübe kommen, entsteht immer mehr Druck und Spannung auf diese Stellen und jetzt machen sie den Babys so richtig Probleme und aus einem so tollen Durchschlafkind, wie meines es war, können dann Babys werden, die sich kaum noch ablegen lassen, ständig wach werden, vielleicht auch viel weinen, weil sie Schmerzen haben usw. Weinen tut meine Tochter nicht, wenn sie wach wird, ist sie einfach wach und will gestillt werden. Wenn sie nicht einschlafen kann, will sie getragen werden, aber sie weint dabei nicht, sie ist eben einfach wach, bis ihr irgendwann die Augen zu fallen. Es scheinen also bei ihr keine wirklichen Schmerzen zu sein, sondern eben unangenehme Verspannungen oder Druck, der sie am Schlafen hindert oder wieder weckt.
Zudem steht die Hüfte im Hohlkreuz, sie kommt dadurch nicht wirklich in den Vierfüßler, was sie sicherlich stark frustriert. Das merke ich auch, wenn sie auf ihrer Spieldecke ist und sie sich im Grunde nur im Kreis bewegt oder nach hinten. Irgendwann hat sie sich von allen Spielsachen entfernt und meckert frustriert und hat keine Lust mehr.
Die Osteopathin massierte unsere Tochter durch und zeigte mir auch weitere Übungen für Zuhause, die wir nun täglich mehrfach durchführen sollten. Was wir seit dem auch tun. Was sie mir aber auch mitgab... unsere Tochter ist ein kleiner Unruhegeist. Gerade dieses Trinkverhalten, ständiges An- und Abdocken, hin und her wechseln von einer an die andere Brust (kennt das jemand?), hat sie noch nie gesehen und ständig zappelt sie dabei mit Händen oder Füßen. Nur wenn sie hundemüde ist, kommt sie beim Stillen wirklich zur Ruhe und entspannt und schläft irgendwann dabei ein. Sie ist ein Kind mit viel Energie. Das sagte sie mit einem Augenzwinkern und ich weiß was sie meint. Sie hat einen ganz anderen Charakter als der Bruder, das wusste ich auch schon!

Nun hat der erste Besuch und auch die Übungen für Zuhause noch nicht so viel gebracht, langsam merke ich nun, die Schlafintervalle werden etwas länger, im Bewegungsablauf tut sich allerdings auch weiterhin nichts. Wir werden also einen weiteren Termin wahrnehmen, denn auch die Mama, die mir den Tip gegeben hatte, musste einige Sitzungen mit ihrer Tochter wahrnehmen, bis wirklich alle Verspannungen und Blockaden beseitigt waren. Und auch die liebe Sabrina von Holzhütteneinblicke, war mit ihrem Sohn schon einige Mal bei ihrer Osteopathin, denn das gemeine sind immer wieder die Wachsstumsschübe. Wenn Verspannungen und Blockaden noch nicht komplett beseitigt sind, gibt es mit dem nächsten Schub direkt wieder Probleme. Das ist schon sehr gemein und frustrierend für unsere kleinen Lieblinge.
Ich hoffe sehr, dass wir der Tochter damit bald helfen können. Natürlich hoffe ich es auch irgendwie für mich, gerade was den großen Frust und das Schlafverhalten anbelangt, denn hier leidet schließlich nicht nur die Tochter, auch ich muss es aushalten können und die Tochter dabei begleiten. Ich werde auf jedenfall weiter berichten!


Kommentare:

  1. Ein weiterer Industriezweig, der Geld aus Ängsten von Leuten herauszieht ohne jeglichen wissenschaftlichen Beweis.

    Deine Ärztin (wenn sie überhaupt eine ist) ist keine gute Ärztin, sondern eine gute Verkäuferin.

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    1. Ehrlich gesagt dachte ich genau das auch gerade.
      Ich weiß, dass Osteopathie wirken kann, bei meinen Rückenschmerzen hat sie wunder gebracht (aber das ging auch mit ordentlich einrenken einher), sie hilft auch sicherlich vielen Kindern, aber das was ich hier lese kommt mir eher so vor als würde man in normales kindliches Verhalten etwas rein diagnostizieren.
      Wir wissen doch eigentlich alle, dass sich das kindliche Verhalten was schlafen, trinken und so weiter angeht immer wieder ändert, vermutlich wächst sie gerade oder lernt was neues was ihr Aufmerksamkeit beansprucht.
      Versuch das doch einfach etwas gelassenr zu sehen und pack das Geld für den nächsten Besuch lieber auf ihr Sparbuch, in ein paar Wochen wird sie von sich aus so weit sein, dass sich etwas ändert egal ob ihr bei der Osteopathin wart oder nicht.

      "Hab Geduld meine Wege zu begreifen.
      Sie sind vielleicht länger, vielleicht brauche
      ich mehr Zeit, weil ich mehrere Versuche
      machen will.
      Mute mir Fehler und Anstrengung zu
      denn daraus kann ich lernen. "

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  2. Nein, das stimmt nicht. Unser Osteopath hat innerhalb von zwei Sitzungen aus einem Schrei- ein Nichtschreikind gemacht. Wenn du einmal in den Genuss ersteren gekommen bist, wird der Erfolg auch überzeugen.

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  3. An- und abdocken kann auch ein Zeichen von "muss pullern" sein (windelfrei).
    Ich lese deinen Blog echt gerne!
    LG Julia

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    1. Hallo Julia,

      ja, das stimmt. Wenn sie mehr als Pipi muss, erkenne ich die Zeichen schon ganz gut und meist klappt das da mit dem abhalten. Mit dem Pipi irgendwie nicht so. Bin wohl auch nicht der gute Zeichenleser...
      Das ist wirklich schon immer so gewesen, von Anfang an, dieses An- und Abdocken... bis sie zur Ruhe kommt... ich spüre der Sache mal nach :)

      Liebe Grüße, Sabrina

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