Dienstag, 5. Juli 2016

Schon 6 Monate ist mein Baby

Unbegreiflich, aber doch war! Ein Phänomen, welches alle Eltern ab dem zweiten Kind kennen: Die Zeit rast! Verena von "Der Stillzwerg" hat es in ihrem Artikel heute ebenfalls festgestellt. Gerade eben kamen unsere Kinder doch erst auf die Welt! Wo ist die Zeit hin?
Der Alltag mit mehreren Kindern ist einfach so ausgefüllt, so voller Menschen, die alle Bedürfnisse und Wünsche haben, dass am Ende eines Tages viel zu wenig Stunden übrig bleiben und für uns als Eltern derzeit wenig Zeit für eigene Dinge bleibt. Kleine Päckchen packen und so, davon schrieb Susanne von Geborgen Wachsen, das muss ich in der Tat noch üben bzw. eigentlich nehme ich mir wirklich nicht sehr viel pro Tag vor und doch ist es ruckzuck Abend und ich liege schon wieder im Bett und grübel darüber nach, was eigentlich noch alles so auf meiner Agenda steht, wozu ich dann doch wieder nicht gekommen bin. Denn eines gilt immer und ist doch so wichtig: Die Kinder dürfen nicht grundsätzlich hinten an stehen. Vor allem die Bedürfnisse vom Babymädchen sind es, die derzeit meinen Alltag stark bestimmen und bei denen noch kaum Zeitaufschub möglich sind.

Das Babymädchen! Schon mehr als 6 Monate ist sie nun alt und ist wirklich ein sehr vielschichtiger Charakter. Sie ist ein Sonnenschein, ein Gewitter und noch so viel mehr. Wird sie morgens wach, höre ich sie zunächst leise durch das Babyphone glucksen und erzählen. Wenn ich dann nach oben ins Zimmer komme, strahlt sich mit mich an. Sie ist eine morgendliche Frohnatur und ich als bekennender Morgenmuffel starte damit natürlich auch viel fröhlicher in den Tag.

Nachdem Aufstehen, Stillen und Wickeln beschäftigt sie sich gerne eine Weile mit sich selbst und liegt auf ihrer Decke. Oder besser gesagt ihren Decken... ein großer Bereich imWohnzimmer ist mit Decken verhüllt, denn sie seit wenigen Tagen schafft sie es nicht nur vom Rücken auf den Bauch, sondern nun endlich auch wieder zurück und kullert fleissig durch die Gegend. Desweiteren übt sie fleissig den Popo noch oben zu bekommen und die Beine anzuziehen. Den Oberkörper bekommt sie schon weit nach oben. Es ist wundervoll ihr dabei zuzusehen, wie sehr sie jeden Tag übt und weiter kommen möchte. Sie kann sich schon sehr lange mit ihren Spielsachen beschäftigen.
Wenn sie allerdings genug hat, ist die Frustgrenze dann auch sehr schnell erreicht und sie kann dann in höchsten Tönen meckern. 
Meist ist das der Zeitpunkt an dem sie für den Rest des Tages fast nur noch in der Trage Zuhause ist. Die Trage ist auch weiterhin täglich für viele Stunden im Einsatz. Sie fühlt sich darin wohl. Sicher und geborgen, kann sie darin schlafen und kuscheln und alles beobachten. Selten sind Tagesschläfchen außerhalb der Trage. 

Wie ich schon schrieb, isst das Babymädchen auch schon eifrig am Familientisch mit. Und das nicht etwa Brei! Nein, sie zeigte sehr genau, dass Brei nicht das ist, was sie möchte. Sondern was sie möchte, ist dass, was wir haben... wer immer noch behauptet, kleine Babys und Kinder können nicht sagen was sie wollen, der hat sich nie mit Babys und Kindern beschäftigt... 
Sie probiert wirklich alles und es gibt bisher nichts, was ihr nicht schmecken würde. Nur das Chaos am Tisch ist derzeit wirklich groß... Fingerfood in diesem Alter, kenne ich durch den Sohn nicht. Er war begeisterter Breiesser und Fingerfood bot ich ihm erst später an, als seine Fingerfertigkeiten schon deutlich besser ausgeprägt wären. Ich verbringe nach den Essenszeiten derzeit viel Zeit danach mit aufräumen und aufwischen. Wenn also jemand sagt, Fingerfood bzw. BLW ist doch so viel einfacher und leichter.... hm... reden wir in einigen Wochen nochmal darüber, wenn das Babymädchen dann auch kleinere Stücke aufnehmen und essen kann...

Auch beim Nachtschlaf sehe ich, wie unterschiedlich die beiden Geschwister doch sind. War der Sohn eine Nachteule und geht auch heute noch gerne später ins Bett, merke ich bei der Tochter, dass sie ab 19 Uhr anfängt ihre Äuglein zu reiben, sich im Gesicht herumzukneten und die Ohren zu zupfen. Dann heisst es bettfertig zu machen und sie schläft beim Stillen auch sehr schnell ein. Schade ist nur, dass ich dann direkt mit ihr ins Bett muss. Sie hat keinen wirklichen Tiefschlaf in der ersten Stunde und wird bei Geräuschen schnell wieder wach. Ist der Sohn noch nicht eingeschlafen, weckt er sie sonst. Alleine im Schlafzimmer lassen konnte ich sie bisher auch noch nicht lange, da sie hier wohl einen Sensor besitzt und die Umgebung scannt. Ich blieb also bisher meist direkt mit ihm Schlafzimmer. Im Moment probiere ich mich etwas abzuseilen, um auch wieder Abends noch kleine Erledigungen machen zu können bzw. auch wieder mehr Zeit mit dem Mann verbringen zu können. 

Generell ist das Mädchen sehr, sehr auf mich fixiert und hält es nicht lange bei anderen Menschen aus, wenn sie nicht gerade satt, zufrieden und ausgeschlafen ist. Sobald eines diese Bedürfnisse nicht mehr gegeben ist, können sie andere nicht mehr beruhigen, dann geht nur noch die Mama und nicht als die Mama. 

Die Tochter ist ein sehr nähebedürftiges Kind, noch mehr, als es der Bruder schon war und ich bin sehr froh, dass ich diese "Abhängigkeit" durch den Bruder schon lernen konnte. Es fällt mir viel leichter, dies "auszuhalten" und zu wissen, je mehr die Tochter lernen und können wird, um so mehr wird sie auch Dinge alleine tun wollen. In den 6 Monaten die sie nun schon bei uns ist, sehe ich diesen Entwicklungsverlauf schon sehr gut. Die Zeiten, die sie schon alleine mit sich spielend auf ihren Decken verbringt, können sehr lange sein und diese Zeiten werden immer mehr und mehr werden. 

Das Babymädchen und der große Bruder lieben sich wirklich sehr. Sie beobachtet alles, was er macht und für mich ist das eine wunderbare Entlastung. Den Sohn musste ich alleine beschäftigen. Die Tochter hat auch den Bruder und der Bruder spielt gerne direkt neben ihr und zeigt ihr alles. Ich bin sehr verliebt ihn beide und schaue ihnen gerne in ihrem Spiel zu und wie sehr das Mädchen ihren Bruder anhimmelt und lacht, wenn er lacht. Ich glaube, Geschwister sind das größte Geschenk, welches man seinen Kindern machen kann und ich freue mich so sehr darauf, sie weiter aneinander und miteinander wachsen zu sehen.

Wenn das Babymädchen lacht und strahlt geht die Sonne auf. Von meinem Arm aus, also gesichert durch mich und meine Nähe, kann sie wirklich jeden und alles anstrahlen und die Augen leuchten dabei wie Sterne. Und alle Menschen strahlen zurück und sind ganz verzückt von ihr. 

Wie ich schon zu Anfang schrieb, sie ist wirklich ein sehr vielschichtiger Charakter, sehr wissend um ihre Bedürfnisse und ich bin so wahnsinnig gespannt auf die nächsten Monate, auf gemeinsame Entdeckungen und ihre Entwicklung. Es ist derzeit wirklich verdammt anstrengend, aber auch einfach wundervoll. Absolut konfus! Sowas können wohl nur Eltern verstehen, oder?!


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