Sonntag, 4. Oktober 2015

Schwangerschaft mit Hashimoto Thyreoiditis - Teil 2

Am Dienstag war es dann soweit. Ich hatte einen Termin in der Uniklinik Heidelberg, um zum einen die Schilddrüse weiter zu kontrollieren und auch zu prüfen, ob es dem Wunschkind 2.0 mit diesen katastrophalen Schilddrüsenwerten auch wirklich gut geht. Den Vorbericht dazu könnt ihr hier nochlesen: *klick*

Grundsätzlich hatte ich daran keinen Zweifel. Mein Körpergefühl sagte mir einfach, alles ist gut. Wunschkind 2.0 ist so ein aktives kleines Menschlein, dass mich zigmal am Tag wissen lässt: "Ich bin hier! Mir geht es gut!" und außerdem war ich schließlich schon bei einem Organscreening, also einer Feindiagnsotik gewesen. Natürlich war dies zu dem Zeitpunkt schon 4 Wochen her und in 4 Wochen kann viel passieren, aber wieso verrückt machen und nicht einfach positiv denken?

Ich war also am Dienstagmorgen pünktlich um 9 Uhr in der Klinik und wartete auf meinen Ultraschall-Termin. Knapp 45 Mintuten später war es dann endlich soweit.... für was werden eigentlich Termine ausgemacht... aber es kommt noch dicker... wartet mal ab... Jedenfalls war alles in Ordnung. Wunschkind 2.0 ist absolut zeitgerecht entwickelt und wog laut Ultraschall um die 930 Gramm... gefühlt würde ich sagen schon deutlich mehr... die kleine Maus tritt wie ein Pferd und ich werde wohl noch einige Stöße einstecken müssen, bis sie endlich in meinen Armen liegen wird.

Nach dem Ultraschall-Termin sollte ich direkt runter in die Schwangerschafts-Ambulanz, so wurde es mir am Donnerstag mitgeteilt. Dort fand man mich nicht in der Terminliste... bzw. der ursprünglich gemachte Termin von 13.30 Uhr stand noch darin. Es war zu diesem Zeitpunkt 10.15 Uhr. Mit Wartezeit sollte ich rechnen. Ich ahnte schon fürchterliches, denn auch andere wartende Schwangere schienen schon einige Zeit zu sitzen und wirkten ungeduldig bis genervt.

Ich saß also auf diesen wunderbar bequemen Stühlen (sie waren am Anfang wirklich noch bequem...) und hatte mir zum Glück etwas zu Lesen eingepackt, ebenso mehrere Bananen und Müsliriegel, ich wäre wohl sonst verhungert. Zur Kantine wollte ich nach einer gewissen Zeit auch nicht mehr los, wer weiß wann ich aufgerufen worden wäre. Es war ein Krampf! Irgendwann hab ich mir dann noch einen Kinderstuhl besorgt und darauf meine Füße gelegt, um diese zu entlasten. Mit den nun beginnenden Wassereinlagerungen macht das wirklich keinen Spaß stundenlang zu sitzen. Hochschwanger konnte ich mir das noch weniger vorstellen! Aber viele die hier waren, waren es! Sie kamen zu Routineuntersuchungen bzw. zum Check ab Entbindungstermin. Ich konnte mir nicht vorstellen hochschwanger stundenlang warten zu müssen... das zeigt doch den eindeutigen Personalmangel in den Kliniken und ich bin froh, dass ich diesen Weg nicht gewählt habe. Ich bleib lieber Zuhause!

Nach 3 Stunden (!!!) kam ich endlich dran. Als die junge Ärztin dann sagt: "Och, wenn wir schon Blut abgenommen hätten, dann hätten wir ja jetzt schon Ergebnisse!", musste ich kurz durchschnaufen um der armen Frau nichts falsches zu antworten. Schließlich kann sie für diesen Personalmangel auch nichts! Sie nahm mir Blut ab und dann konnte ich endlich nach Hause gehen. 3 Stunden später sollte ich mich Zwecks der Ergebnisse telefonisch melden.

Ich saß also 3 Stunden nur wegen einer Blutentnahme rum und war nach diesen insgesamt 5 Stunden Klinikaufenthalt fix und fertig! Nun noch 45 Minuten wieder heimfahren und dort legte ich mich erst einmal hin!

Später rief ich dann in der Klinik an und erfuhr, dass mein TSH-Wert schon um die Hälfte in den 4 Tagen mit der höheren Tablette gesunken ist. Heureka! Es scheint endlich mal etwas zu geschehen! Mit den weiteren Werten sollte ich mich wieder bei meinem Arzt melden und das weitere Vorgehen besprechen. Dies tat ich dann auch am nächsten Tag und er freute sich ebenfalls sehr, dass mit dem Baby alles in Ordnung ist und veranlasste die nächste Blutentnahme in 10 Tagen, so dass wir eine zeitnahe Überprüfung der Schilddrüse haben und sehen können ob sich die Werte nun wirklich normalisieren.

Ich bin wirklich sehr froh, diesen Arzt gefunden zu haben, der sich wirklich mit der Thematik auskennt und auch direkt reagiert hat. Ich bin froh, dass mein Baby von der bisherigen unausreichenden Behandlung keinen Schaden genommen hat und ich bin sehr froh, dass ich nicht in der Klinik bleiben musste.

Schwanger sein mit Hashimoto bedeutet aber nicht unbedingt soviel Aufregung und Extratermine wie ich sie nun hatte. Die Schwangerschaftshormone können dazu führen, dass auch die Schilddrüse mehr Unterstützung durch höhere Tablettendosen benötigt. Das die Schilddrüse aber komplett durcheinander gerät so wie sie es bei mir nun tut, muss nicht sein. Wichtig ist trotzdem die zeitnahe und kontinuirliche Überprüfung der Werte. Bedeutet ab Beginn der Schwangerschaft sollten die Werte zusammen mit einem Facharzt spätestens alle 4 Wochen überprüft und bewertet werden. So entwickelt sich das Kind gut und auch die Schwangere wird sich wohler und weniger müde, schlapp und abgeschlagen fühlen. 



Kommentare:

  1. Ich hab vor kurzem mal gelesen das Hashitomo durch die Aufnahme Gluten verschlechtert wird.

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    1. Hallo,

      ja, das soll wohl vorkommen und bei einigen Hashi-Patienten hilft eine glutenfreie Ernährung auch wirklich bestimmte Symptome in den Griff zu bekommen. Rein vom Gefühl, was ich in bestimmten Erfahrungsgruppen dazu lese, würde ich allerdings sagen, es hält sich die Waage. Also es hilft wohl nicht generell, sondern kann. Man muss es also ausprobieren, wenn man eigentlich gut eingestellt ist und immer noch Symptome besitzt, dann eventuell mal Ernährungsweise usw. betrachten.

      Liebe Grüße, Sabrina

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