Samstag, 7. Februar 2015

Ultraflexible Teilzeitkräfte

In meinem Arbeitsvertrag steht eine Wochenarbeitszeit von 20 Stunden! Vor meiner Elternzeit, bevor ich noch für mich alleine verantwortlich war und meinen Tag ausschließlich nach meinen Bedürfnissen gestalten konnte betrug meine Wochenarbeitszeit 37,5 Stunden. Ich arbeitete also Minimum 7,5 Stunden täglich plus natürlich die Pausenzeiten.

Jetzt arbeite ich minimum 5 Stunden täglich plus Pausenzeiten und habe dann den Freitag frei! Theoretisch! Denn auch ich wurde schon gefragt, ob hier Flexibilität möglich wäre! Ich arbeite mit einem weiteren Teilzeitkraft in meinem Team zusammen, sie hat ebenfalls Freitags frei! Freitags wäre dann unser vollzeitarbeitender Kollege alleine! 

Ich dachte sogar kurzfristig darüber nach. Meine Kollegin und ich überlegten, ob wir dann abwechselnd Montags bzw. Freitags frei haben, so dass wir die ganze Woche abdecken. Nachdem sich für unser Kind die Betreuungsumstände allerdings geändert haben, brauche ich den Freitag defintiv frei um ihn selbst betreuen zu können. Weitere Überlegungen fielen also weg! Die letzte Woche zeigte, auch ohne die Flexibilitätsfrage von oben, können sich Teilzeitkräfte sehr wohl flexibel planen und alleine eine arbeitsreiche Woche bestehen!

Denn letzte Woche gab es so einen kleinen Notfall: Der vollzeitarbeitende Kollege meldete sich mit einer Krankmeldung für die ganze Woche, der Teamleiter meldete sich für Montags ebenfalls krank und im Probeneingang sammelte sich plötzlich eine abzuarbeitende Probenmenge, die ich so die ganzen letzten Wochen nicht gesehen habe.... Murphys Gesetz eben, oder?

Ich schnappte mir die Azubine aus dem Nachbarteam und einen weiteren Kollegen, der die Proben bearbeitet, welche unsere Azubine und ich als stillende Mutter, nicht bearbeiten durften. Und so routierten wir den ganzen Tag, ich verteilte alle Proben auf die entsprechenden Geräte, verteilte die Arbeiten und schaffte es auch Proben zu bearbeiten, welche ich zuletzt vor über 2 Jahren mal in der Hand hatte. Hier sieht man wieder wie wichtig wiedereinsteigende Mütter sind! Eine neue Arbeitskraft, die den gleichen Einarbeitungszeitraum wie ich seit dem Wiedereinstieg gehabt hätte, wäre nun hoffnungslos verloren gewesen. 

Meine ebenso teilzeitarbeitende Kollegin kam an diesem Tag etwas später und so ergänzten wir uns optimal. Trotzdem blieb ich mehr als 7,5 h plus Pausen an diesem Tag im Labor, bis ich endlich zufrieden war, alle Proben auf den Geräten standen und wir somit das Möglichste an diesem Tag ausgeschöpft hatten. Zum Glück hat der Papa Montags immer Home-Office und so war diese Flexibilität problemlos möglich!
Auch am Dienstag warteten wieder Unmengen an Proben auf uns und diesmal war es meine Kollegin die dafür länger blieb, da ich spätestens um 14 Uhr weg musste, um den Zwerg bei meinen Eltern abzuholen. Zuvor besprach ich mich mit meiner Kollegin, die Mittwochs eigentlich dringend frei bräuchte, wegen ihrer Mutter. Wir einigten uns, dass wir das hinbekommen und sie sagte zu, dass sie dafür dann den Freitag reinkommen würde. Mittwochsabends hatte ich dann mein eigentliches Wochensoll mit mehr als 21 Stunden schon erfüllt... am Donnerstag machte ich dann also reine Plusstunden....

So haben zwei Teilzeitkräfte problemlos eine ganze Woche abgedeckt und das auch ohne einen Wink von oben bezüglich der Flexibilität! Denn das sind wir! Wir sind flexibel, wenn es notwendig ist und können auch mal in solch Ausnahmewochen mehr Stunden leisten, als vereinbart wurde! Wir wählen allerdings nicht aus Spaß unsere freien Tage, so wie sie sind! Freitags ist eben ein guter Tag um schon alle Hausarbeiten abzuarbeiten, um auch wirklich ein freies Wochenende zu haben, welches man mit seiner Familie genießen möchte!


1 Kommentar:

  1. Das Problem habe ich bisher nicht. Meine Kleinste ist jetzt 14 monate alt. Wir haben keine Kinderbetreuung. Eine Freundin kann sie aber ab März 2x die Woche nehmen, als Babysitter. Ich arbeite selbstständig, von Zuhause aus. Allerdings geht das bisher nur Abends oder die wenigen Momente, wo meine Kleine tagsüber schläft. Das ist sehr kräftezehrend. Ich bin mein eigener Chef und kann meine Arbeitszeiten selbst bestimmen. Allerdings hängt mein Leben nicht an meinem Verdienst ab. Ich verdiene etwas nebenbei, weil die kommende Ausbildung im Herbst, keinen Lohn abwirft und ich schon "ein wenig" zum Haushalt beitragen möchte. Wir haben das Glück, dass wir nicht auf jeden cent achten müssen und ich mir diese "Freiheit" leisten kann.

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