Dienstag, 9. September 2014

Zum Mond ohne Rückfahrschein...

Es gibt Tage, an denen kann man sich noch so viel vornehmen und planen... spätestens wenn du dann dein Kind aus dem Bett holst, weisst du, die gemachten Pläne kannst du vergessen.
Das sind so Tage an denen das Kind mit sich und der Welt absolut unszufrieden ist, nicht weiß was es nun möchte und nur am meckern ist.

Wir hatten solch einen Tag am Sonntag. Wir hatten auch schon viele Pläne für diesen Tag, das Wetter hätte auch gepasst. Nach dem Frühstück war aber plötzlich alles vorbei. Der Zwerg wollte sich weder um- noch anziehen lassen. Auch alleine wollte er es nicht versuchen. Er tobte und schrie und war nicht zu beruhigen. Er lief dann nur in einem T-Shirt umher, wenigstens das konnte ich ihm doch noch anziehen. Keine Windel.

Er hing mir dauerstillend an der Brust. Dachte ich, er hat sich nun beruhigt und wollte ihn zum Spielen animieren, ging das Geschrei und Jammern wieder von vorne los. Natürlich ging ohne Windel dann auch mal was daneben. Wenn ich merkte er musste und versuchte ihn auf das Töpfchen zu bewegen... wieder großes Geschrei, er lief wild im Raum auf und ab... bis es dann seinen Beinen entlang lief und er noch frustrierter wurde.

Ich legte eine Matratzenauflage in sein Bett und bekam ihn dann um 13.30 Uhr soweit, dass er endlich schlief. Mittlerweile komplett nackig, denn auch das Shirt ist doof. Ich legte mich dann direkt ebenfalls hin, vollkommend erledigt und hoffte nur, dass ich nach dem Mittagsschlaf keinen See beseitigen musste.
Als er aufwachte, tobte er direkt weiter. Er musste dringend auf die Toilette und tat es dann auch. Es hat alles geklappt. Wirklich glücklicher wurde er deswegen nicht. Wir wollten versuchen, ihn nach draußen zu bewegen, etwas frische Luft, etwas Laufen. Dazu musste er aber endlich mal etwas anziehen.... mit viel Engelsgeduld schafften wir es. Das er sich dann unbedingt die dicken Schuhe, statts die offenen Sandalen anziehen musste... ok, soll er eben qualmende Füße bekommen. 

Wir nahmen das Puky Wutsch und fuhren Richtung Eisdiele. Der Weg dauert normalerweise 20 Minuten. Wir brauchten 1 Stunde. Er wollte alles mit dem Wutsch fahren oder laufen. Wir waren sehr überrascht, solange Strecken lief er noch nie am Stück, da wollte er bisher auf den Arm oder in den Kinderwagen. Auf dem Rückweg genauso. Wir brauchten wieder 1 Stunde, er lief und fuhr mit dem Wutsch. Faszinierend und zeigte uns, in dem Köpfchen tut sich wieder etwas.

Obwohl er eigentlich schlagskaputt hätte sein müssen. Turnte er wieder bis nach 22 Uhr um uns herum, bis wir ihn ins Bett bekamen. Er konnte nicht abschalten. Wir waren ebenfalls kaputt und fielen daher direkt ins Bett, als auch der Zwerg endlich schlief.

Solch einen wirklich anstregenden Tag, hatten wir schon eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr. An solchen Tagen wünschte ich mir mein Kind kurzfristig auf den Mond und nicht mehr zurück! Allerdings sind es gerade diese Tage, an denen uns unsere Kinder am meisten brauchen. Der Zwerg war selbst komplett überfordert mit seinen Gefühlen und auch wenn er tobte und schrie, merkte man auch, er war verzweifelt. Kuscheln und Stillen mit der Mama brachten Ruhe und Geborgenheit.

Und es sind dann eben solche Tage, an denen man am besten alle Termine, die man sich vorgenommen hatte streicht und sie nimmt, wie sie eben sind. Die Kinder wollen uns damit nicht ärgern, wer richtig hinschaut erkennt es. Also sollten wir unseren Frust und unseren Ärger hinunterschlucken und einfach da sein... und froh sein, wenn der Tag dann endlich rum ist *puh*


Kommentare:

  1. Oh ja, solche Tage kenne ich...letzten Samstag kippte bei uns die Stimmung vor dem Zubettgehen...ich selbst war angeschlagen und hatte wenig bzw. nicht ausreichend Geduld...Sohnemann tobte und warf um sich und bestand dann darauf mit Stinker ins Bett zu gehen...zuerst ließ ich es zu, war aber dan so unruhig, dass ich ihm unter Widerstand eine frische Windel machte. Ich sagte ihm vor dem Schlafen, dass ich ihn lieb' habe, auch wenn er sich heute Abend so doof verhalten hat und als er sagte, dass er mich auch liebt, musste ich doch schlucken. Später, mit ein bissl Abstand, sah ich meine eigenen Anteile und ich war so froh, als er nachts zu mir kam, da habe ich ihn gedrückt und geküsst und leise um Verzeihung gebeten.

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    1. Hallo,

      ohja, ich habe mich auch schon so viele Male entschuldigt, wenn ich dann böse wurde und die Geduld verlor. Ich mag mich in diesen Momenten überhaupt nicht. Sie kommen zum Glück immer seltener vor, denn auch ich lerne durch mein Kind sehr viel.

      Liebe Grüße, Sabrina

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  2. Sonntag war bei uns auch so. Es ist Vollmond, da ist meist so ein anstrengender Tag..

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    1. Hallo me,

      da hast du recht und das habe ich auch schon oft festgestellt, dass bei Vollmond alles etwas anstrengender ist. Aber so anstrengend war es bisher noch nie *uff*

      Liebe Grüße, Sabrina

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