Samstag, 17. Mai 2014

Geborgenheit

Was ist Geborgenheit? Was ist Geborgenheit für uns? Für jeden Einzelnen von uns?

Für mich ist Geborgenheit sich wohlzufühlen, zu wissen, dass es Menschen gibt denen man vertrauen kann, die einen lieben, zu denen man immer gehen kann, wenn es einem nicht so gut geht. Geborgenheit ist für mich mein Zuhause. Das mein Mann und ich zusammen erschaffen haben und immer noch zusammen herrichten. Eine kleine Oase, die uns bei schlechtem Wetter warm und kuschelig hält, in welches wir uns zurückziehen können. Wo man sich Abends in sein kuscheliges Bett fallen lassen kann und behütet zusammen einschläft. 
Fühle ich mich geborgen und sicher, dann meist mit vertrauten Personen um mich herum, in einem Umfeld, das ich kenne, also ein sicheres Terrain. Dann bin ich stark und selbstbewusst.

Die Autorin Julia Dibbern hat zu diesem Thema ein Buch geschrieben - "Geborgenheit - Wie Kinder sie spüren und Eltern sie geben können". 


Sich geborgen zu fühlen ist wichtig! Sehr wichtig! Wie ich oben schon selbst versucht habe zu beschreiben, wann ich mich geborgen fühle,. Es würde sicherlich bei jedem ähnliches stehen. Was wäre, wenn wir uns nicht geborgen fühlen würden? Uns würde es nicht gut gehen, wir wären verunsichert. Wir wären ängstlich. Wir könnten nicht vertrauen. Wir hätten Streß!
Alles keine guten Parameter um glücklich und gesund zu sein, oder? Und dies beginnt schon im Mutterleib! Kinder spüren schon in uns, ob sie geliebt sind und in welches Umfeld sie hineingeboren werden. Faszinierend und es macht auch nachdenklich! So wird doch im Buch ein Satz zitiert, den sicherlich viele von uns schon gehört haben: "Eine glückliche Kindheit trägt ein Leben lang!"

Wachsen wir in einem geborgenen Umfeld auf, können wir vertrauen und fühlen uns sicher, wachsen wir daran. Wir werden selbstbewusst, wir können uns, uns selbst sicher sein und Stärke gewinnen. Für viele zukünftige Situationen. Egal wie schwierig sie sein mögen, sind wir stark, können wir anders damit umgehen, als sind wir grundsätzlich verunsichert.

Natürlich wird vieles in dem Buch nicht neu für uns sein, vieles wissen wir, aber leben wir es auch wirklich so? In unserem Alltagsstreß geht so vieles unter und wird doch irgendwie vergessen. Gerade wenn mal etwas nicht so läuft mit uns, mit unseren Kindern wird es schnell ungemütlich, dann fühlen wir uns alle, jedes Familienmitglied, nicht unbedingt geborgen. Aber auch solche Situationen gilt es zu meistern, auch in solchen Situationen sollten wir uns geborgen und aufgehoben fühlen. Fühlen sich unsere Kinder auch in schwierigen Situationen von uns aufgefangen und gehalten, werden sie auch später immer wieder zu uns kommen und sich uns anvertrauen und mit uns darüber reden.

Julia Dibbern hat eine ganz tolle Beschreibung von unseren kleinen Kindern gemacht. Für Kinder ist die Welt, eine Welt ohne Navi. Stellen wir uns vor, wir wären in einem anderen Land, ohne Navi, mit einer fremden Sprache, wir kennen dort niemanden und müssen uns zurecht finden. Wie fühlen wir uns dabei? Kennen wir die dortigen Gepflogenheiten? Werden wir nicht vielleicht in das ein oder andere Fettnäpfchen treten? Unsere Kinder erleben dies jeden Tag! Für sie ist die Erwachsenenwelt ein Rätsel, jeden Tag erleben sie Dinge, die sie erst verstehen lernen müssen. Es ist oft auch frustrierend, wenn sie etwas nicht dürfen. Und genau dann brauchen sie auch Geborgenheit, eine Sicherheit, die ihnen jeden Tag hilft.


Julia Dibbern geht auf viele wichtige Bereiche der Geborgenheit ein. Die Bezugspersonen, das Verständnis um die Gefühle unserer Kinder in allen Situationen, wie wir damit umgehen können. Wie wir z.B. auch mit Vorlesen Geborgenheit geben und Gefühle aufarbeiten können. Dieses Kapitel hat mir wirklich sehr gut gefallen. 

In dem Buch kommen auch Kinder verschiedenen Alters zu Wort. Das lässt erkennen, ab welchem Alter sie wirklich Gefühle beschreiben können, wie schwierig dies für Kinder auch ist und wann sie sich geborgen oder unsicher fühlen. Sehr interessant, aber es nimmt auch sehr viel Platz im Buch ein, den ich persönlich lieber für weitere Fallbeispiele und den möglichen Umgang damit, gesehen hätte. Auch das Ende des Buches fand ich sehr abrupt und unerwartet. Gerne hätte ich eine abschließende Zusammenfassung gehabt.

Trotzdem finde ich dieses Buch gut, einiges Neues konnte ich wieder erfahren und es greift ein Thema auf, dass unendlich wichtig für unsere Kinder ist. In Geborgenheit können Kinder wachsen und stark werden! 

"Die Kindheit unserer Kinder ist wie Musik, die verschwebt und vorbei ist, ehe wir uns darauf besonnden haben, dass es etwas unendliches Süßes war!" 
- Theodor Herzl -

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