Dienstag, 8. Oktober 2013

Voll im Flow

Wie ich gestern schon berichtet habe ist das Herzkind gerade in einem Flow. Er möchte Robben, Aufstehen, Laufen üben.... am Besten alles sofort, alles zusammen und bitte keine Hindernisse. Hier komme ich als "Waiter" ins Spiel und die "vorbereitete Umgebung".
Die Umgebung war natürlich nicht so vorbereitet wie es das Herzkind gerne gehabt hätte.... Gestern morgen robbte er wieder gezielt zu einem der Stühle, zog sich daran hoch und wollte damit lostapsen... ging nur nicht... hing ja noch unter dem Tisch fest.... *wääääähhhhh*

Er hat ja recht! Mama hätte aber auch mal mitdenken können! Also habe ich den Stuhl wieder vorgezogen und los ging´s! Es wurden wieder ordentlich Meter gemacht. Mittlerweile klappt auch das Wiederhinhocken ganz gut. Wenn er müde wurde hat er sich hingesetzt, hat sich mal kurz etwas anderem zugewandt und dann sah ich den Stuhl aus dem Augenwinkel schon wieder in Bewegung.

Meine Aufgabe war also gestern einfach nur Beobachten. Ich griff nur ein, wenn der Stuhl sich so stellte, dass er ihn überhaupt nicht mehr in Bewegung bekam und ansonsten genoß ich dieses Schauspiel. Es ist einfach zu süß einem kleinen Kind beim Laufen zu zuschauen. Diese Schrittchen und der Windelpopo.... herzig!

Sicherlich gibt es immer wieder Schrecksekunden, wenn das Herzkind ins Wackeln kommt und er fällt auch immer mal wieder hin, auch schlägt er sich mal den Kopf an. Aber als Waiter ist es wichtig, dem Kind auch diese Erfahrungen zu zugestehen. Sie sind wichtig, um in den Lernprozess einfließen zu können. Das Kind muss erfahren, dass nicht immer jemand hinter ihm stehen wird, um ihn aufzufangen. Es muss lernen seine Schritte mit Bedacht zu wählen. Die Selbsteinschätzung der eigenen Kraft muss sich bilden können.

Dies kann alles nicht gelingen, wenn ich ihm jedes Problem aus der Hand nehme. Zum Beispiel ist das Hinhocken aus dem Stehen ein Vorgang der Übung verlangt. Das Herzkind stand am Anfang da, kam nicht mehr runter und begann dann zu jammern. Ich hätte ihn einfach aufnehmen können... aber hätte ihm das etwas gebracht? Was hätte er dabei gelernt? Das Mama ihm ja hilft, aber sicherlich nicht, dass er das Hinsetzen auch aus eigener Kraft schaffen kann. Also habe ich ihm eine Hilfestellung gegeben. Ich habe ihn an den Händen genommen und bin mit ihm langsam nach unten, damit er ins Sitzen kommt. 

"Was unser Kind selbst tun kann, sollten wir es tun lassen, denn: Es gibt eine Hilfe, die keine Hilfe ist! 
Wenn man sein Kind zur Selbstständigkeit anleitet, richtet sich seine Seele auf, wird stark und widerstandsfähig!"

Welch ein wunderschöner Textauszug aus dem Buch "Lieben - Ermutigen - Loslassen". Ich kann dieses Buch wirklich uneingeschränkt empfehlen, es hat soviele Aha-Effekte für mich bereitgehalten und erklärt sovieles. Gerade auch die angeblichen "Trotzphasen" im Kleinkindalter. Ganz klare Kaufempfehlung!

Ja, unser Herzkind steckt nun voll in der sensiblen Phase des Laufenlernens und hierzu habe ich auch nochmal einen schönen hilfreichen Text gefunden. Dort steht auch: "Viel Zeit draußen verbringen, OHNE Kinderwagen". Der Großcousin (10 Tage älter) vom Herzkind zeigt dies seiner Mama auch sehr deutlich! Wir wollten gestern zunächst mit den Kinderwägen in den Wald fahren, um dort die Kleinen dann herauszunehmen. Der Weg dort hin war dem Großcousin aber eindeutig zu weit, er wollte nicht im Kinderwagen sitzen und damit nichts tun zu können. Er protestierte lautstark! Wir müssen als Eltern somit umdenken üben. Wir haben den Weg zu Fuß dann abgebrochen, sind in die Krabbelgruppe, wo sich die Jungs herzhaft austoben konnten und haben uns geschworen beim nächsten Mal lieber bis zum Waldrand mit dem Auto zu fahren, damit unnötige Zeit im Kinderwagen vermieden wird. Kinder zeigen einem sehr deutlich was sie brauchen. Es hat nichts mit "Trotz" oder "bewusstem Ärgern" zu tun. Aber dazu ein anderes Mal mehr... dafür das ich eigentlich nur ein paar Bilder zeigen wollte, ist es schon wieder ein ganz schön langer Text geworden.... ähm... lalala.... und Schluß!





Kommentare:

  1. Supersüß! Und Du hast so Recht, man kann Kindern nicht immer alle Erfahrungen ersparen, auch nicht die negativen. Oft greift man viel zu früh ein, später besonders, wenn es einem zu lange dauert. Dabei sind sie so stolz, wenn sie es dann aus eigener Kraft geschafft haben! Liebste Grüße, Rieke

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    1. Hallo Rieke,

      schön geschrieben. Ich muss mich auch immer wieder zusammen reißen, dass ich ihm "nicht zur Hand" gehe. Sie wollen es alleine tun, also lass ich ihn auch :)

      Liebe Grüße, Sabrina

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  2. ich finde es toll, dass du einen weg gefunden hast der dir so zusagt. inspiriert von dir habe ich mich in den letzten tagen auch mit montessori beschäftigt, aber bin bisher noch nicht so warm geworden. aber so findet halt jeder seinen eigenen weg :-)
    lg svenja

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    1. Hallo Svenja,

      wie ich schon in deinem Blog geschrieben habe, so wie ich dich kennenlernen durfte, wirst du die Selbstsändigkeitserziehung deiner Maus rein intuitiv richtig machen! :)

      Liebe Grüße, Sabrina

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  3. Einfach nur so, die Entwicklung dank Deiner Posts so nahe miterleben zu dürfen.
    Wirklich wundertoll...
    Auch der Spruch, wirklich schön. ^^
    Regt mich wieder mal zum Nachdenken und Wachsam sein an, wie ich mich mit unsrer Mimi so verhalte.
    Sie möchte auch grade sooo viel selber machen, was eben einfach Zeit, geduld und viel eRmutigung kostet.
    Die Zeit muss man sich wirklich so oft wie möglich nehmen, denn sie wachsen so unglaublich daran und sind dann sooo stolz!
    Toll, diese ersten kleinen und doch so großen Schritte!
    Einfach nur WOW....
    Danke dafür. ^^
    GLG, MamaMia

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    1. Hallo Mamamia,

      danke schon, dass hast du schön geschrieben ♥

      Liebe Grüße, Sabrina

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