Freitag, 21. Juli 2017

Über Gesellschaftsspiele und Ubongo Junior 3D

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Schon mit etwa 2 Jahren haben wir mit den Sohn begonnen die ersten Gesellschaftsspiele zu spielen und das Interesse daran ist auch weiterhin geblieben. Ich liebe Gesellschaftsspiele sehr, denn sie verbinden und bringen alle an einen Tisch.
Davon aber abgesehen, bieten Gesellschaftsspiele Raum um vieles lernen zu können. Es können Farben verinnerlicht, erstes Zählen geübt und das Gedächtnis trainiert werden. Genauso kann Frust entstehen, wenn etwas mal nicht so klappt und man verliert. Frust aushalten zu können, muss auch gelernt werden und fällt dem einen Menschen, leichter als dem Anderen. Manche Spiele gewinnt man durch Nachdenken und Strategien-Entwickeln, manche gewinnt man einfach nur mit Glück. Wie es eben so sein kann, auch im echten Leben.
Es ist Geschicklichkeit gefragt, Feinmotorik, Räumliches Denken, Weitblick, Teamgeist... es gibt so unendlich viele Spiele auf dem Markt und jedes Einzelne fordert gewisse Fertigkeiten oder manchmal auch eine Mischung. Daher ist es natürlich gut, wenn man seine Spieleauswahl auch daran aussucht und nicht nur nach Vorlieben und weil einem bestimmte Spielrichtungen besonders gut liegen. 

Ich bin daher ständig auf der Suche nach neuen wundervollen Spielen. Oft nutze ich dabei die örtlichen Flohmärkte und kann dann richtige Schnäppchen machen. Aber vorsichtig, schaut in den Karton und zählt alles genau nach. Auch bei Nummernbasaren bei denen alles zugeklebt ist. Diese wird gerne genutzt, um auch unvollständige Spiele verkauft zu bekommen und das ist ärgerlich. Deswegen öffne ich nach direkt nach dem Kauf vor Ort das Spiel und schaue nach. So konnte ich ein paar Spiele sofort wieder zurückgeben und musste mich nicht ärgern. Leider habe ich davor schon schlechte Erfahrungen machen müssen und hoffe, wenn ich euch dies schreibe, dass es euch selbst dann erspart bleibt. Also, schaut nach!

Nun durften wir in Zusammenarbeit mit KOSMOS ein ganz wundervolles Spiel testen, welches das räumliche Denken und die Feinmotorik fördert. Ubongo Junior 3D - Der tierische Bauspaß!

In diesem Spiel geht es darum die höchsten Türme zu bauen, um damit die meisten Edelsteine zu erhalten und zu gewinnen. Aber von Anfang an. Es gibt 4 verschiedene Schwierigkeitsstufen. Diese beziehen sich auf die Karten und die darauf abgebildeten Grundflächen. Jeder Spieler erhält einen Satz mit 8 verschiedenst geformter Bausteine. Mit diesen muss gegen die Zeit zunächst die Grundfläche auf der Karte abgedeckt sein, erst dann darf in die Höhe gebaut werden und das wird knifflig. Je höher, umso mehr Edelsteine gibt es am Ende, wenn die Zeit abgelaufen ist. Dies überprüft man mit dem "Giraffen-Meter". Je schwieriger das Level, um so größer wird die zu belegende Grundfläche und somit wird es natürlich noch schwieriger in die Höhe zu kommen den dann noch vorhandenen Bausteinen.


Das Spiel ist mit einer Mindestalter von 5+ ausgezeichnet. Der Sohn ist derzeit 4,5 Jahre und wir haben mit der ersten Schwierigkeitsstufe begonnen. Nachdem er verstanden hat, dass er zuerst die Grundfläche belegen muss, baute er auch fleissig nach oben, aber man merkt auch, dass die teilweise wirklich komplex geformten Bausteine auch ihre ganz eigenen Schwierigkeiten mitbringen und er sich sehr stark konzentrieren musste. Spaß macht es ihm dennoch und er ärgerte sich wenn ich immer den höchsten Turm hatte und 5 Edelsteine bekam. Ich änderte daher die Spielweise und sagte, ich nehme mal die Karten mit der höchsten Schwierigkeitsstufe und wir spielten dann weiter gegeneinander. Da musste ich dann auch schon eher nachdenken, wie ich sinnvoll staple um auch in die Höhe zu kommen und schaffte damit nicht immer die 5 Edelsteine.


In der Regel werden pro Spieler 6 Karten der gleichen Schwierigkeitsstufe ausgeteilt. Das heisst, es werden 6 Runden gespielt und immer gegen die Zeit, also gegen die mitgelieferte Sanduhr. Wer nach 6 Runden die meisten Edelsteine hat, hat gewonnen. Das zählen der Steine ist ebenfalls eine schöne Aufgabe für die Kinder.


Durch die 4 unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen bleibt das Spiel sicherlich richtig lange für die Kinder interessant und ich finde es persönlich auch garnicht schlimm, wenn man z.B. den Erwachsenen doch die schwierigsten Karten gibt, um es um es somit spannender zu halten.

Was ich persönlich auch sehr gut finde, dass die Spielmaterialien alle sehr wertig sind. Die Karten sind schön dick, die Bausteine haben eine gute Haptik. Die Giraffe besteht aus dickem Karton und die Standfüße passen sich gut ein, es wackelt nichts. Dazu hat im Karton alles seinen festen Platz und ich kann die Bausteine in 4 Fächer sortieren und habe sie direkt vorbereitet für die Spieler. Ebenso muss ich die Giraffe nicht auseinanderbauen. Ich kann sie problemlos, mit den Standfüßen dran, hineinlegen und das bedeutet, ich habe im Grunde keine Vorbereitungszeit,wenn ich dann mit dem Spiel starten möchte. Bausteine und Karten an die Spieler verteilen. Sanduhr und Giraffe aufstellen. Edelsteine bereitlegen. Und los gehts mit dem wilden Stapeln!

Wem also noch ein Spiel fehlt, dass die Feinmotorik, die Geduld, das erste Zählen und das räumliche Denken fördert, der kann bei Ubongo Junior 3D nichts falsch machen. Es wird eine absolute Berreicherung für schöne Spieleabende sein.


Mittwoch, 19. Juli 2017

Kinder müssen Entscheidungen treffen!

Entscheidungen zu treffen gehört zu unserem Leben. 

Es gibt große und schwerwiegende Entscheidungen, die wir oft lange mit uns herumtragen, abwägen und prüfen. Und es gibt viele kleine alltägliche Entscheidungen, die wir treffen müssen.
Entscheidungen treffen zu können, muss  gelernt sein. Wir haben nicht von Geburt an, die nötigen Erfahrungen dazu, welche Tragweite manche Erfahrungen haben. Wir mussten mit jeder getroffenen Entscheidung in unserem Leben lernen umzugehen. Wir machten mit manchen Entscheidungen neue Erfahrungen und konnten für zukünftige Entscheidungen daraus lernen. Manche Entscheidungen trugen uns sehr weit und manche Entscheidungen konnten schmerzlich enden. Sei es physisch, aber auch psychisch. 
Um an all diesen Entscheidungen wirklich wachsen können, wirklich richtige Schlußfolgerungen ziehen und auch wirklich lernen zu können, muss uns von kleinauf Raum dafür gegeben werden. Und das beginnt schon damit, wenn wir neugeboren auf der Welt sind. Unsere Bedürfnisse müssen erkannt werden, unsere Gestik, die Mimik. Ist uns kalt, ist uns warm, haben wir wirklich Hunger oder sind wir satt. Wollen wir getragen werden, ist uns zuviel Trubel oder sind wir müde. Es mag so banal klingen!

Doch in dieser Entwicklungsphase sind gerade diese "kleinen, unscheinbaren Dinge" von Wichtigkeit. Sie fordern allerdings eine aufmerksame Gegenwärtigkeit des pflegenden Erwachsenen, denn gerade durch das ständige Üben in einer Vielzahl verschiedener Situationen erlangt das Kind das Vertrauen, dass es Entscheidungen treffen kann. Dieses Vertrauen erhöht sein Lebensgefühl, gibt auch dem Erwachsenen Gelegenheit zum Lernen und Wachsen und bereitet den Boden für harmonische Beziehungen.

Müssen wir uns als Eltern nicht oft Einhalt gebieten, nicht über die Köpfe unserer Kinder über jede kleinste Kleinigkeit zu entschieden? Es ist heiß draußen, also können sie nicht den Schal, die Mütze und die Handschuhe anziehen und diskutieren mit ihnen darüber. Die Kinder weinen vielleicht, schreien, sind wütend, wehren sich vielleicht sogar. Und am Ende gehen sie vielleicht wirklich ohne Schal, Mütze und Handschuhe nach draußen. Aber was haben sie dabei gelernt? Das ihre eigene Entscheidung nicht zählt? Das sie als Mensch nicht wahrgenommen, gehört und in ihren Entscheidungen akzepziert werden? Das es eben doch wirklich heiß ist und sie begonnen hätten mit ihrer Kleiderauswahl zuschwitzen und Schal, Mütze und Handschuhe dann doch abgelegt hätten? Das sie eine wichtige Erfahrung gemacht hätten?
Es ist ein kleines Beispiel, aber man sieht was in dieser Kleinigkeit alles steckt, für die Entwicklung des Kindes! Und dies ist auf so viele Dinge im Alltag mit Kindern übertragbar. 

Zum Menschen heranreifen, heisst aber -im gleichen Prozess, in dem alle anderen Fähigkeiten sich heranbilden - lernen, Entscheidungen zu treffen. Die Art der möglichen Entscheidungen hängt vom Reifestadium des heranwachsenden Menschen ab, doch der Akt des Sich-Entscheidens ist in seinem Kern der gleiche beim jungen wie beim reifen Menschen.
Wie jede organische Funktion muss auch die Fähigkeit Entscheidungen zu treffen, einem inneren Plan entsprechend aufgebaut und gestärkt werden. Und wie bei allen Funktionen des Organismus ist die Entwicklung nur dann zufriedenstellend, wenn die Umstände den Prozess begünstigen. Ist dies nicht der Fall, verkümmern selbst die besten Anlagen. Auch hier verblüfft uns wieder das Ineinandergreifen von inneren und äußeren Bedingungen. Der kleine Mensch braucht als günstige Umstände, um innerhalb seiner eigenen Grenzen Entscheidungen treffen zu können.

Geben wir unseren Kindern als nicht die Möglichkeit zur rechten Zeit bestimmte Entscheidungen für sich treffen zu können, kann sich dies negativ auf spätere Entscheidungen auswirken. Zum Beispiel, warum sie sich vielleicht zu Menschen hingezogen fühlen, die ihnen jegliche Entscheidungen abnehmen, da sie es selbst nie gelernt haben oder in sich selbst oder ihrer äußeren Umgebung Ordnung zu schaffen, da sie zulange diese Erfahrungen nicht machen konnten, wie es ist sich zu entscheiden warum Ordnung sinnvoll sein kann. 

Aber wann ist der richtige Zeitpunkt? Wann kann ich mein Kind, welche Entscheidungen treffen lassen? Ich glaube diese Fragen stellen wir uns als Eltern täglich. Sicherlich haben wir auch noch oft so ein kleines Stimmchen im Hinterkopf: "Das kann mein Kind doch noch garnicht entscheiden. Dafür ist es zu klein!" Aber ist das nicht vielleicht sogar die Stimme aus unserer Vergangenheit? Die wir selbst so oft als Kind haben hören müssen, wenn wir etwas tun und entscheiden wollten?

Die Fragen pauschal beantworten zu können ist schlicht und einfach nicht möglich! Denn dafür ist jedes Kind einfach zu individuell. Jedes Kind hat andere Voraussetzungen, entwickelt sich anders. Bei dem Einen früher und bei dem Anderen später. Wenn ich sage, dass meine Tochter mit ihren 18 Monaten schon frei entscheiden kann, ob sie alleine die Treppen hoch oder runter laufen möchte, dann gilt das nur für meine Tochter und der Tatsache, dass sie dafür schon ausreichend motorische Fähigkeiten entwickelt hat. Ein Kind das erst spät krabbeln und/ oder laufen gelernt hat oder vielleicht eine Körperbehinderung hat, auf dieses wird das was meine Tochter tut nicht zutreffen können. Es kann diese Entscheidung mit 18 Monaten alleine die Treppe zu nutzen nicht übernehmen. Dies müssen die Eltern noch tun. Dafür ist es aber vielleicht schon so reif, sich dafür zu entscheiden alleine spielen zu wollen und sich selbst zu beschäftigen. Hier müssen wir dann auch als Eltern diese Entscheidung akzeptieren und die Kinder ihr Spiel spielen lassen. Ein Einmischen kann den Spielfluss unterbrechen. Ein Einmischen, welches besagt, dass das Kind "nicht richtig" spielen würde, kann die Entscheidung des Kindes beeinflussen oder auch zu Streit führen.

In diesem beständigen Bemühen, das Kind in seinem Verlangen nach Erlebnissen einzudämmen oder zumindest anzuleiten oder umzuleiten, werden nicht nur ungeheure Kräfte - die des Kindes und der Erwachsenen - vergeudet. Wir beschwören damit auch Missmut und Spannungen  herauf, die uns das Zusammenleben mit Kindern schwermachen.

Ich muss jeden Tag aufs Neue meine Kinder ganz genau beobachten und ihre Entwicklungen erkennen. Ich muss jeden Tag ein kleines Stückchen mehr loslassen, wenn ich erkenne, sie sind dafür soweit. Ich darf mich nicht aus falscher Vorsicht heraus, vor mein Kind stellen und ihm wichtige Erfahrungen, die bei späteren Entscheidungen helfen können, nehmen. 

Hand in Hand mit dieser respektvollen Haltung in der Pflege des Kindes geht das Verständnis, dass sich das Kind Stück für Stück seine Selbstständigkeit zusammen mit körperlichen und mentalen Strukturen aufbaut.
Diese Entwicklung verläuft beim menschlichen Kind nur dann glücklich, wenn es durch seine wachsenden Fertigkeiten allmählich für sich selbst sorgen kann und damit immer unabhängiger wird. Außerdem braucht das Kind gleichzeitig das Erleben von Zusammensein und Kooperation und die Freiheit , in seinen Handlungen zu experimentieren, die Dinge nicht nur auf eine bestimmte Weise zu tun, sondern immer neue Varianten auszuprobieren.

Unsere Kinder werden irgendwann erwachsen sein und um handlungsfähige Erwachsene sein zu können, müssen sie lernen eigene Entscheidungen zu treffen und das von Anfang an. Für uns Eltern ist das nicht immer leicht, denn natürlich wird nicht alles direkt so funktionieren, wie es unsere Kinder möchten und einige Male werden wir uns dabei auf die Zunge beißen müssen und denken "Hab ich doch gesagt! und wir werden Frust- und Wuttränen ob der Fehlversuche trösten müssen. Und auch das gehört dazu, bei der Findung von Erfahrungen. Bei Entscheidung, um Entscheidung. 

Sicherlich werden jetzt einige von euch nach dem Lesen dieses Artikel denken: "Was soll ich denn noch alles machen? Soll ich meine Kinder alles entscheiden lassen? Dann komme ich ja zu nix! Und soll ich es auf die Straße rennen lassen, wenn es das so entschieden hat?"

Nein, wie schon in den Zitaten von Rebeca Wild aus ihrem Buch* "Freiheitund Grenzen - Liebe und Respekt" beschrieben, kommt es immer auf das Kind und seine aktuellen Fähigkeiten und Reife an, in wie weit ich es schon entscheiden lassen kann. Es soll ein Denkanstoß sein in täglichen Situationen noch genauer hinzuschauen. Wenn wir uns vielleicht selbst wieder sagen hören "Nein, das kannst du noch nicht." oder "Das geht aber anders." Halten wir uns einmal zurück, beobachten wir und schauen zu (wenn keine Gefahr besteht!) und wir werden oft sehen, was wir nicht denken zu sehen. Unsere Kinder sind zu mehr fähig, als wir ihnen oft zutrauen!

*Alle hier aufgeführten Zitate stammen aus oben genannten Buch. Der Link zum Buch ist ein Affiliate-Link.



Mittwoch, 12. Juli 2017

Unser Thementisch über die Wale



Hinweis: Alle Buch-, Papprohlinge- und der Schleichtierlink sind Affiliate-Links. Die Rezension über das Buch "Der kleine Schweinswal und das Meer" entstand in freundlicher Zusammenarbeit mit dem Gerstenberg-Verlag. Vielen lieben Dank dafür!

Bei uns hat sich mittlerweile ein kleiner Thementisch eingeschlichen. Ich finde ihn perfekt um jahreszeitenspezifische Themen, anstehende Feste oder Interessen meines Sohnes einzufangen. Hier kann ich ganz gezielt alles zusammenbringen und eben auch wieder wegräumen, wenn Anderes interessanter wird. 

Der Sohn findet Wale im Moment ganz interessant und beeindruckend. Ganz plötzlich tauchte eine Frage von ihm auf und zeigt, wie Kinder lernen. Sie schnappen irgendwo etwas auf, sehen etwas, fühlen etwas und dadurch entstehen Fragen, Überlegungen und der Dran diesen näher nachzugehen. Mir persönlich macht das es ja unwahrscheinlich Spaß, wenn ich mit Fragen gelöchert werden. Natürlich kann ich diese auch nicht immer sofort beantworten, aber das müssen wir auch nicht. Aber ich weiß, was ich tun kann. Pinterest ist hier eine wundervolle Inspirationsquelle und ich durchsuchte es nach Wal-Themen, Projekte usw.

Heraus kam nun ein Tisch voller Informationen über Wale, welchen ich euch heute etwas näher vorstellen möchte:


Bücher

Ohne Bücher geht bei uns wohl nichts und sie sind auch so wichtig. Durch das Vorlesen erweitert sich der Wortschatz der Kinder und sie lernen dabei natürlich. Ich ebenso! Ich habe durch das Lesen von Kinderbüchern schon Unmengen gelernt. Ich finde auch, dass sie meist viel ansprechender und interessanter geschrieben sind, als viele diese öden Sachbücher für Erwachsene. Findet ihr nicht auch?

Es haben einige Walbücher hier Einzug gehalten. Als erstes beginnen wir mit dem klassischen Sachbuch der "Wieso? Weshalb? Warum? - Reihe". Wir entdecken Wale und Delfine Es enthält wirklich umfassend viele Informationen über Wale, die Unterschiede von Zahn- und Bartenwale, was sie fressen, wie und wo sie leben usw. Es bietet einen guten Gesamtüberblick und die vielen Klappen sind für Kinder einfach immer sehr spannend.
Ebenso Sachbücher sind auch die kleinen Büchleins der "BennyBlu-Reihe". Kennt ihr BennyBlu? Ich finde ihn total klasse und bin immer wieder überrascht wieviel Sachwissen in diese kleinen Heftchen, ähnlich dem Pixiebuch-Format passen. Es gibt ein Büchlein über Wale und eines über Delfine und sind einfach sehr praktisch zum Mitnehmen und verkürzen einfach jede Wartezeit, beim Arzt oder im Restaurant. Ach ja und natürlich sind Delfine auch Wale, das haben wir mittlerweile gelernt, aber trotzdem wird in vielen Büchern gerne nochmal unterschieden, weil eben Delfine einen "eigenen Namen" haben.
Und kennt ihr schon Bücher der "Frag doch mal die Maus-Reihe"? Auch diese sind wirklich richtig toll! Dort werden ganz viele Fragen von Kinder beantwortet und mit vielen sehr schön illustrierten Bildern untermalt. Wir haben uns hier das Buch über Wale und Delfine geholt und dort wird sogar die Frage beantwortet, ob Wale pupsen können. Sowas interessiert Kinder doch immer brennend. Jedenfalls hätte ich darauf keine Antwort gewusst. Nun weiß ich Bescheid! Ha!
Dann haben wir das Buch Der Blauwal und wie der Name schon sagt, geht es darin ausschließlich um den Blauwal und viele spannende Informationen rund um das größte lebende Saugetier auf unserer Erde werden für Kinder in passende Beispiele umgesetzt. Also wielang ist der Wal? 30 m! Ok! Aber kann sich das ein Kind wirklich vorstellen? Also wird in einem Bild ganz viele Fahrzeuge die Kinder kennen, hintereinander aufgereiht und schon ist dieser Fakt für Kinder viel greifbarer! Oder wie hoch der Blas ist? Dies wird anhand von neun 7jährigen Jungen die aufeinanderstehen dargestellt. Ist doch ganz einfach, oder? 
Vom Gerstenberg Verlag haben wir das Buch Der kleine Schweinswal und das Meer als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen und wer die Vogelbuch-Reihe von Thomas Müller kennt, in welchen es immer wieder um eine Vogelart geht, die ein Jahr in ihrem Leben begleitet wird, der wird auch dieses Buch lieben. Hier wird ein kleiner Schweinswal in seinem Leben begleitet. Wie er geboren wird, wie er heranwächst, was er gerne frisst, welche Feinde er hat, wie sich kleine Jungbullen aus der Mutterherde entfernen, wie sie eine Partnerin finden und sich damit der Kreis schließt. Es ist wirklich ganz wunderschön illustriert und enthält verpackt in die Geschichte, sehr viele Informationen über Schweinswale. Sehr gelungen und endlich mal ein Walbuch, das nicht von Blauwalen, Buckelwalen, Pottwalen oder Orcas handelt.
Dann haben wir noch ein schönes Kinderbuch von der Cousine meines Mannes ausgeliehen bekommen. Es ist schon etwas älter und gibt es leider auch nur noch gebraucht. Es handelt über Abenteuer bei den Delfinen und erzählt von 6 Neffen und Nichten, die ihren Onkel in Florida besuchen. Dieser arbeitet in einem Meereszentrum und hilft verletzte Delfine wieder auszuwildern. Die Kinder erleben ganz viel in diesem Buch zusammen mit ihrem Onkel und nebenbei gibt es zwischen den einzelnen Geschichten immer wieder viel Fachwissen über die Delfine. Ganz besonders toll finde ich auch die wirklich sehr liebevollen und detailierten Zeichnungen. Falls ihr es also irgendwie gebraucht finden solltet, kann ich es sehr empfehlen. Wir lesen es zur Zeit immer Abends im Bett, da es sich sehr dafür eignet.
Das nächste Buch habe ich noch nicht, es steht allerdings schon auf meiner Wunschliste und möchte es mir bald kaufen. Die Buchbeschreibung klingt sehr toll und es handelt sich hier um Pilotwale. In Opos Reise geht es um einen alten Pilotwal der aus seinem Leben erzählt. Und auch der Tod bleibt in diesem Buch nicht aus und zeigt auf, dass er zum Leben dazu gehört, es damit aber niemals endet. Ich liebe Bücher von echten Tieren, die in Erzählform geschrieben sind, aber dennoch viel Sachwissen enthalten. 



Nomenklaturkarten und Größen sichtbar gemacht

Um die einzelnen Körperteile und Unterschiede von Zahn- und Bartwale sichtbar zu machen, habe ich für den Sohn passende Nomenklaturkarten selbst hergestellt. Ich habe sie laminiert, mit einem Eckenabrunder die Ecken abgeknipst, gelocht und mit einem Ringverschluss zusammengeheftet. So hat er die Karten immer zusammen. Natürlich könnte man sie auch als 3-Part-Cards nutzen, dann muss man sie einfach doppelt ausdrucken und beim zweiten Satz den Text unten anschneiden, damit das Kind dann die Namen zu den Bildern zuordnen kann. Der erste Satz dient dann zur Kontrolle. Die Nomenklaturkarten habe ich euch hier für den Orca und hier für den Buckelwal kostenlos bereit gestellt.

Zusätzlich wollte ich die immens Größe der Wale für den Sohn sichtbar machen. Ich habe also eine Schnur genommen und diese abgemessen in der Länge eines Buckelwal,Orcas und Delfins. Diese haben ich dann um Holzspatel gewickelt. Zusätzlich habe ich ans eine Ende des Holzspatels ein Bild des jeweiligen Tieres geklebt und hier auf die Größenverhältnisse zueinander geachtet. Der Sohn sieht also hier genau, dass der Delfin viel, viel kleiner ist als der Buckelwal und wenn er die Schnur abwickelt und auslegt, sieht er wie groß ein Buckelwal, Orca oder Delfin ist. Ein Buckelwal passt z.B. nicht in unser Haus...


Weitere Details 

Vor Jahren hatte ich einmal das große Glück ganz viele Meeres-Schleichtiere (z.B. den Blauwal) recht günstig in den Kleinanzeigen zu ergattern. Diese habe ich nun alle auf den Tisch gestellt. Hier kann der Sohn nun sein Wissen anwenden und sieht alleine anhand der Anzahl der Blaslöcher was ein Zahnwal und was ein Bartenwal ist.
Gleiches gilt für das riesige Poster, welches ebenfalls ein Kleinanzeigen-Schnäppchen war. Es zeigt ganz viele Walarten im Verhältnis zueinander und wartet mit allerhand weiterem Wissen auf. Hier habe ich es gesehen.
Von unserem Buchstabenpuzzle habe ich alle Buchstaben genommen, mit welchen man die Wörter "Wale" und "Delfin" bilden kann und sie bereitgelegt. 
Dann haben wir von der Cousine meines Mannes Wal-Papprohlinge (leider finde ich genau diese nicht, es scheinen wohl Restposten gewesen zu sein. Ähnliche gibt es hier zu kaufen!) geschenkt bekommen. Damit wollen wir nun ein Mobile basteln. Wir haben sie schon passend bemalt und haben versucht uns dabei an die natürliche Farbgebung und Zeichnungen der Wale zu halten. Ich finde der Sohn hat das schon echt schön hinbekommen.
Was ich auch noch entdeckt habe und mit dem Sohn machen möchte sind Origami-Wale. Die habe ich bei ErnestKa entdeckt und finde das daraus entstande Mobile einfach traumhaft schön! Vielleicht kombinieren wir es auch mit unseren schon bemalten Walen. Wir werden sehen. Ich wollte es auch jedenfalls schon zeigen. Solche Falttiere sind jedenfalls ganz wundervoll für die Feinmotorik. 

Damit wäre ich nun am Ende meiner kleinen Waltisch-Vorstellungsrunde. Vielleicht ist ja etwas für euch dabei und wenn ihr noch weitere Ideen zum Thema Wale habt, bin ich sehr gespannt, also mein Sohn natürlich auch :)


Mittwoch, 5. Juli 2017

Slow Family - langsam, achtsam, echt

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Wenn unsere Kinder in unser Leben treten, haben wir oft schon sehr viele Jahre ein eigenes und selbstbestimmtes Leben geführt. Wir sind meist sehr unabhängig, fuhren jeden Tag in den Urlaub, waren oft sehr spontan. Unser Tag richtete sich komplett nach uns und unseren Bedürfnissen, unseren Wünschen, unserem Befinden. Maximal mit unserem Partner mussten wir uns vielleicht einig werden. Ärgerten uns vielleicht mal über unseren Arbeitgeber oder auch unsere Familie, aber hier konnte schnell auch wieder abgeschaltet werden, schließlich gibt es hier eine räumliche Trennung oder man kann auch kündigen, wenn es bei der Arbeit garnicht mehr funktioniert oder sich auch von der Familie distanzieren, wenn es zu schmerzlich werden sollte.

Und dann kommt das Kind! Die Geburt. Wir sind unendlich glücklich und schwer verliebt in dieses kleine Menschlein. Und dann.... kommt der Alltag! Und hat nicht wenige von uns völlig aus der Bahn geworfen. Wir mussten uns neu strukturieren und uns als Familie finden. Das gelingt gerade im gelebten Alltag nicht immer gleich gut. Wir sind oft so gefangen in unseren bisherigen Strukturen, dass wir daraus zunächst keinen Ausweg erkennen. Es muss doch alles funktionieren. Job, Haushalt, Kinder... muss es das wirklich? Kann das auf Dauer wirklich gut gehen?

Die Autorinnen Julia Dibbern und Nicola Schmidt haben sich diesem Thema in ihrem Buch "Slow Family: Sieben Zutaten für ein einfaches Leben mit Kindern" gewidmet.

Wir müssen uns immer entscheiden, weil wir nicht an zwei Orten gleichzeitig sein können und weil unsere Ressourcen und die Ressourcen unseres Planeten nun mal begrenzt sind. Solange wir hoffen, dass wir einfach so weitermachen,- kaufen, -arbeiten und -leben können wie bisher und trotzdem eine entspannte, sicher gebundene, glückliche Bullerbü-Familie haben werden, so lange lügen wir uns in die eigene Tasche.

Ein harter Brocken, denn die beiden Autorinnen direkt zu Anfang des Buches an ihre Leser auswerfen! Aber haben sie nicht auch recht damit? Ich denke es ist ganz gut, wenn man es einfach mal wirklich direkt gesagt bekommt: Wir können mit Kindern eben NICHT weiterleben wie bisher! Fakt! Tatsache! Knallharte Wahrheit!
Und nun? Wie soll es dann weitergehen?
Wir müssen ausstortieren! Wir müssen finden, was uns wirklich wichtig ist. Arbeit? Hobby? Unsere Kinder? Wie minimieren wir den Streß, den wir uns damit machen und wie finden wir zu einem Leben mit unseren Kindern, welches achtsam und echt ist?

Julia und Nicola beginnen in ihrem Buch damit die Bedürnispyramide zu erläutern und gehen dazu über die 7 Zutaten für ein einfaches Leben mit Kindern zu erklären: Liebe, Natur, Achtsamkeit, Gemeinschaft,Ressourcen,Wissen und Zauber.

Danach gehen sie im Buch dazu über anhand der Slow Family, Slow Nature, Slow Family Life und Crazy Happy Life viele Beispiele zu nennen, wie man das Zusammenleben und Alltagssituationen gemeinsam schön und wundervollfür alle gestaltet. Ich muss sagen dieser Teil gefällt mir persönlich am Besten, ich hab hier so viel mitgenommen und die slow-down-faste-tipps eigenen sich prima, um diese vielleicht auch einfach mal an die Kühlschrankwand zu hängen. So kann man sich in schwierigen Situationen daran erinnern und in sich gehen.

Viele Eltern kennen das: Kinder erzählen am Abend nach der Gutenachtgeschichte von ihrem Tag [...] Diese Momente zu verpassen,weil wir es eilig haben, ist nicht klug. Sie kommen nämlich nicht wieder. [...] Mit achtzehn werden unsere Kinder abends nicht mehr unsere Hand halten und uns ihre Sorgen erzählen. Und dann werden wir manchmal wunschen, sie täten es noch.

Was wird in vielen Jahren noch wichtig sein?, fragen die Autorinnen in ihrem Buch. Die gute Beziehung zum Kind oder ein sauberes Haus oder ein hoher Kontostand? Gleichzeitig zeigen sie auch auf, dass es garnicht möglich ist, alles alleine zu schaffen! Dafür sind wir Menschen nicht geschaffen. Wir brauchen ein Dorf um uns. Das muss nicht immer die direkte Familie oder Verwandschaft sein. Es können auch Nachbarn und Freunde sein. Julia Dibbern und Nicola Schmidt beschrieben im Buch, wie sie diese Dörfer für sich aufgebaut haben und wie wir das auch selbst tun können.

Einige Bewertungen im Internet über dieses Buch sagen aus, dass die Dinge die hier geschrieben stehen, doch eigentlich alle bekannt wären, es wäre nichts Neues. Jeder wüsste doch, dass Stress schädlich ist und das Natur uns und den Kindern gut tut. Ja, dem stimme ich durchaus zu, aber ist es nicht oft so, dass wir im Streß des Alltags auch viel vergessen. Vergessen was wir eigentlich wissen, weil wir uns in einer Abwärtsspirale befinden, die uns sehr vereinnahmt? Mir persönlich hilft es, dann gezielt Bücher zu lesen, die mir dies nochmals klar vor Augen führen. Gebündelt und zusammengefasst.

Dieses Buch bietet viele Denkanstöße, Tipps und Ideen ein achtsameres, stressfreieres und echteres Leben zu führen. Und immer wieder geht der Blick zum Kind. Denn die Kinder sind die, die nun in unser Leben gekommen sind und durch die uns schlagartig bewusst geworden ist, unser bisheriges Leben können wir so nicht weiterführen.

Schau dir dieses Kind an! Wer sich je mit der Biologie der Empfängnis beschäftigt hat, weiß, wie unwahrscheinlich unwahrscheinlich es ist, dass ein Kind entsteht - und wenn es dann auch noch lebt, lacht, atmet, sogar gesund ist, dann ist das ein Wunder und ein riesiges Geschenk.

Welches Geschenk bekomme ich heute von meinem Kind?, schreiben die Autorinnen. Was zeigt es mir? Was entdeckte ich durch mein Kind heute neu? Oder was entdecke ich wieder? Bin ich achtsam genug? Bin ich langsam genug um dieses Geschenk zu sehen? Bin ich echt genug, um es annehmen zu können?
Alle Zitate stammen aus dem Buch und hier könnt ihr es kaufen. (Affiliate-Link) Ich bedanke mich abschließend ganz herzlich beim BELTZ-Verlag, die mir dieses Rezensionsexemplar zukommen ließen.

Montag, 3. Juli 2017

Buchweizen-Omeletten - Ein Familienrezept für Klein und Gross

Heute freue ich mich euch einen Gastbeitrag von Moana. Sie schreibt auf ihrem Blog www.missbroccoli.com über gesundes Essen, vegetarische Ernährung und sie veröffentlicht viele kleinkindergerechte FamilienRezepte aus ihrem Alltag mit kleinem Kind.

Es bietet sich daher an, dass sie uns heute ein leckeres Rezept vorstellt, welches einfach zuzubereiten ist und viele Variationen ermöglicht:



Ein optimales Rezept für kleine Kinder ist die Omelette oder Pfannkuchen. Mein Sohn (22 Monate) liebt Omeletten jeglicher Art. Diese kann man ja auch mit zig verschiedenen Belägen füllen, ob süss oder salzig. Und er kann sie mit den Fingern essen (Fingerfood ist in diesem Alter ja immer noch schwer angesagt) aber auch üben, mit der Gabel hineinzustechen.
Buchweizenmehl ist ein gesundes Mehl, welches sich insbesondere in der vegetarischen Ernährung bewährt, deshalb ziehe ich es dem Weizenmehl vor. Es ist reich an Vitamine A, B, E und Folsäure.

Essen mit Spass und viel Geschmack

Es gibt nichts Schöneres als ein kleines Kind, das Freude hat zu essen. Damit ein Essanfänger im zweiten Lebensjahr gut isst, gibt es einige wenige Punkte zu beachten (und falls nicht, Geduld nicht verlieren und diese Tipps lesen):


● Das Menu sollte kindgerecht sein, das heisst abgestimmt darauf, ob das Kind mit Löffel oder bereits mit Gabel isst oder von Hand. Gerade mit der Hand essen ist in diesem Alter sehr wichtig, um die Lebensmittel kennenzulernen.

● Die Vorlieben des Kindes sollten bekannt sein (isst es auch rohes, härteres Gemüse, mag es Käse, mag es Spinat, Erbsen etc.).

● Das Essen sollte mehr sein als nur essen, sondern das Beisammensein der Familie fördern. Dabei lernt das Kind viel, schaut von den Eltern als Vorbilder ab oder lernt immer besser, mit Besteck zu essen.

● Das Kind sollte auch sagen dürfen, wenn es etwas nicht mag oder genug hat. Viel verschiedenes ausprobieren stärkt den Geschmackssinn.

● Ein Tipp für Gemüseverweigerer: man kann Spinat, Erbsen oder Karotten bereits in den Teig mischen und so einige zusätzliche Vitamine hinzufügen.


Das Rezept für Buchweizen-Omeletten mit Süsskartoffeln und Avocado:

Zutaten für 6 Omeletten:

200 g Buchweizenmehl
ca. 3 dl Milch, Hafermilch, Mandelmilch (darauf achten, dass es ein cremiger, nicht zu flüssiger oder dicker Teig ist!)
eine Prise Salz
ein Ei oder alternativ 1 EL Quark
1 kleine Süsskartoffel
1/2 Avocado
Weitere Toppings nach Belieben (siehe unten)
etwas Salz und Zitronensaft
Bouillon
Rapsöl

Zubereitung:

Die Süsskartoffel schälen, in kleine Stücke schneiden, ca. 10 Minuten in Bouillon weichkochen. Die Avocado schälen, mit der Gabel zerdrücken, wenig Salz und Zitronensaft dazu.

Für den Teig das Mehl mit der Flüssigkeit mischen, das Ei oder den Quark und eine Prise Salz dazu geben und alles zu einem cremigen Teig vermischen. Kurz stehen lassen.

In einer Bratpfanne Rapsöl heiss werden lassen, die Omeletten goldbraun braten.

Die Süsskartoffeln zerstampfen oder in Stücken auf der Omelette verteilen, die Avocadomasse darüber- oder darunter verteilen – je nach Farbe, die man besser findet. Einrollen und für kleine Kinder in Stücke schneiden. 


Weitere mögliche Toppings:

Vanille-Quark mit einem Schuss Zitrone (für die Süssen)

Konfitüre oder Beerenmus (für die Fruchtigen)

Käsescheiben oder Streichkäse (für Käsetiger)

gekochtes Gemüse oder Gemüsesauce (für Gemüseliebhaber)

Bananenscheiben oder Apfelschnitze (roh oder kurz gedünstet)

Hummus (für Experimentierfreudige)



Vielen Dank Moana für deine leckere Rezeptidee! Moana schreibt nicht nur über Ernährungen und Rezeptideen, sondern immer mal wieder auchüber ihren Mama-Alltag, der kunterbunt zwischen Arbeit, Haus & Garten und Küche stattfindet. Schaut doch einfach mal bei ihr vorbei. Alle Bilder stammen von ihr und unterliegen ihrem Copyright.

Freitag, 30. Juni 2017

Unser montessori-inspirierter Terrassengarten


Hätte mir vor meinen Kindern jemand gesagt, dass ich einmal Obst- und Gemüse in meinem Garten anbauen werde, den hätte ich wohl etwas schräg angeschaut. Wer mich kennt, der weiß, mit dem grünen Daumen bin ich nicht gesegnet und was es bei mir schafft zu überleben, ist entweder ein Mensch oder Tier und kann sich somit bemerkbar machen oder doch eine recht robuste Pflanzenart. Denn oft habe ich erst gegossen, wenn es sich bei der Pflanze auch bemerkbar machte... in Form von hängenden Blättern und so... meine Schwiegereltern sagten noch vor Kurzem,sie trauern heute noch dem wunderschönen Margeritenbäumchen nach, welches sie mir einmal geschenkt haben. Aber mal ganz ehrlich, wer schenkt jemandem wie mir Pflanzen?

Und jetzt befinden sich auf meiner Terrasse zwei Hochbeete und mehrere Töpfe für Gemüse und Kräuter. Wie kam es dazu? Und wieso ist das nicht längst alles kaputt und vertrocknet?

Durch meine Kinder interessiere ich mich für viele Dinge, die zuvor noch uninteressant für mich waren und mir ist auch wichtig meinen Kindern viel zu vermitteln, ihnen viel zu zeigen und zu ermöglichen. Und dazu gehören natürlich auch Wissen über unsere Lebensmittel. Woher kommen diese? Wie wachsen sie? Was brauchen sie zum Wachsen? Wie funktioniert das mit dem Bestäuben und wann kann man ernten?

Wissen wir selbst wie alle unsere Lebensmittel heranwachsen? Wisst ihr wie Rosenkohl wächst? 

Auch Maria Montessori inspirierte mich durch ihre Schriften dazu. In "Die Entdeckung des Kindes", schrieb sie über "die Natur in der Erziehung" und über den Schulgarten. Die Kinder können hier so vieles selbsttätig tun und auch lernen. 

Mein Opa selbst hatte früher noch einen Nutzgarten und baute viel an. Ich kann mich dunkel daran erinnern, wie ich half Unkraut zu entfernen und noch sehr genau kann mich daran erinnern, wie toll es war die Früchte direkt von den Sträuchern und Bäumen zu essen. Das wollte ich meinen Kindern auch ermöglichen. An einem großen Nutzgarten hatte ich allerdings kein Interesse, dafür ist unser Garten einfach nicht groß genug. Wir pflanzten daher im letzten Jahr schon einige Obstbäume und Sträucher und mein Mann baute Anfang des Jahres zwei Hochbeete, passend in Kinderhöhe. So können die Kinder beim Wässern, Pflanzen und Ernten helfen.

Wir haben uns für viele verschiedene Kräuter entschieden. Das Geruchserlebnis ist wundervoll und fast täglich können sie für viele verschiedene Gerichte vom Sohn geerntet werden. Alle angepflanzten Kräuter können auch unsere Meerschweinchen essen, so dass ein Überschuss direkt in ihre kleinen Mägen wandern darf. Unsere Tiere sollen natürlich auch was von unserem kleinen Terrassengarten haben.

Wir haben eine Gurke angepflanzt, die mittlerweile bis an das Terrassendach wächst und unseren Sohn tief beeindruckt. Dort hatten wir alle unsere Marienkäfer, die in unserem diesjährigen Marienkäfer-Projekt geschlüpft sind, ausgesetzt und wir konnten täglich fasziniert beobachten, wie diese alle Blattläuse, die plötzlich an den Gurkenblüten hingen, verspeisten.


An unserem Bohnenkraut lebt eine Krabbenspinne, sie zu beobachten, wie sie seitwärts läuft und und auf die Jagd geht, ist ein Naturschauspiel. Wir haben mittlerweile gelernt, dass nicht alle Marienkäferlarven gleich aussehen. Bei unserer Kapuzienerkresse leben die Larven des winzigen Zwergmarienkäfers und diese sehen aus wie kleine weiße Mini-Flaschenbürsten. 


Wir haben auch zwei Tomatenpflanzen in Töpfen und haben gemerkt, wie wichtig der passende Sonnenplatz ist. Zunächst bildeten sich kaum Tomaten aus den Blüten, erst als wir nun die Töpfe umstellten, bilden sich nun ganz viele leckere Tomaten. Wir sind gespannt, wann sie endlich rot werden. 

Leckere Erdbeeren und einen Himbeerstrauch haben wir auch gesetzt und versorgten uns mit zuckersüßen Beeren. Dem Himbeerstrauch konnte man förmlich täglich beim Wachsen zusehen und schon in seinem ersten Jahr hat er bald 100 Früchte getragen. Diese Köstlichkeiten kommen an nichts Gekauftes heran.

Wie toll es ist, mit seinen eigenen Händen Lebensmittel zu produzieren? Zu sehen wie es täglich wächst? Ich hätte nicht gedacht, wie toll das ist und wieviel wir alle dabei lernen. Es ist schön zu sehen, wie auch der Sohn danach schaut. Wie er wässert und beobachtet. Die Tochter würde die Pflanzen viel eher noch ertränken und immer weiter und weiter machen und es ist vorsicht geboten, wenn wir in ihrer Anwesenheit oder mit ihr zusammen ernten, auch hier wird gerne alles gerupft was sie in ihre kleinen Fingerchen bekommt und so manches zarte Pflänzchen überlebte es nicht... Sie will helfen, dass ist wichtig zu wissen und geschieht nie in böser Absicht. Das Alter/die Reife eurer kleinen Gärtner ist also entscheidend, in wie weit sie euch schon mithelfen und welche Aufgaben sie schon übernehmen können.



In diesem Jahr haben wir alle Pflänzchen noch in Töpfen gekauft. Vielleicht werden wir sie dann für nächstes Jahr direkt aus den Samen züchten. Das wird dann sicherlich auch sehr interessant für den Sohn werden und auch für mich. Auch noch mehr Gemüsesorten sollen dann hinzukommen. Unser kleines grünes Paradies soll noch mehr wachsen, uns noch mehr zeigen und uns viele Leckereien schenken. 

Urbangardening ist überall möglich! Auf der Terrasse, wie bei uns und auch auch auf dem kleinsten Balkon. Mit Urbangardening kann man mit viel Platz natürlich stellenweise eine Selbstversorgung ermöglichen. Darum ging es uns allerdings nicht. Bei wenig Platz kann man z.B. auch nur von jeder Gemüseart ein Pflänzchen anpflanzen. Einfach damit wir und die Kinder sehen, wie wächst das denn nun? Was muss ich tun, damit es wächst und wir eine tägliche Verantwortung haben, damit wir am Ende auch ein Ergebnis haben. Die Ernte!

Gewissenhafte Pflege von lebendigen Wesen ist die Befriedigung eines der am stärksten ausgeprägten Instinkte der kindlichen Seele. Deshalb ist es leicht, Kinder zur aktiven Pflege von Pflanzen und vor allem von Tieren anzuhalten.
Nichts ist geeigneter, eine fürsorgliche Haltung in dem kleinen Kind zu wecksen, das dem flüchtigen Augenblick lebt, ohne sich um die Zukunft zu sorgen.
Wenn es jedoch weiß, dass diese Tiere es brauchen, dass die Pflänzchen austrocknen, wenn es sie nicht gießt, dann verknüpft seine Liebe durch ein neues Band den vergänglichen Augenblick mit dem Erwachen des kommenden Tages.

- Maria Montessori -

Samstag, 3. Juni 2017

Kindliches Verhalten macht immer Sinn - Geborgene Kindheit von Susanne Mierau + Verlosung


 
Wir suchen den richtigen Weg, das Patentrezept für die Elternschaft und das Glück unserer Kinder. Doch den einen immer richten Weg gibt es nicht im Detail. Es gibt nur die eine immer richtige Route: Gehe dorthin,wohin dich dein Herz trägt, und lass es mit entscheiden.

Diese Sätze schreibt Susanne in der Einleitung ihres neuen Buches Geborgene Kindheit und sie zeigen schon sehr deutlich, was einem in diesem Buch nicht erwarten wird: Konkrete Lösungswege! Dieses Buch will uns vielmehr zeigen, was unsere Kinder bewegt, was wir mit unseren Kindern ab dem Kleinkindalter erleben werden und wie wir gemeinsam diesen Weg gehen können. Das Buch wird vielmehr zeigen, dass es nicht unsere Kinder sind, die sich ändern müssen, sondern wir, wir Erwachsene! Wir als Eltern!

Als Eltern müssen wir uns immer wieder vor Augen , dass Babys und Kleinkinder nichts tun, was unlogisch wäre, denn dafür hat die Natur in ihrem komplexen System einfach keinen Platz. Kinder folgen ihrem persönlichen Entwicklungsplan, und kindliches Verhalten ergibt immer Sinn - nur verstehen wir Erwachsenen diesen Sinn oft nicht auf den ersten Blick.

Am dem Kleinkindalter werden viele Entwicklungspunkte unserer Kinder immer mehr in Frage gestellt bzw. wir zerbrechen uns oft als Eltern sehr den Kopf darüber. Wie wird es mit der gesunden Ernährung nach weitergehen? Müsste das Baby nicht nun endlich durchschlafen? Wie entwöhne ich es vom Schnuller oder bekomme es trocken? Ist einfach nur spielen gut oder sollte ich es besser fördern? Und wie genau? Was braucht mein Kind um sich richtig entwickeln zu können? Kann ich ihm alles dafür bieten?



Susanne spricht an, was uns Eltern bewegt. Neutral und ohne den Finger zu heben. Am Ende fast sie nach jedem Abschnitt nochmal alles in 10 Anregungen zusammen und gibt damit Hilfestellungen. Wichtig finde ich auch hier:

Das Kind verursacht mit seinem Verhalten kein Problem, aber wir problematisieren es ab einem bestimmten Zeitpunkt.

Dieser Satz erfasst sehr gut unseren Zwiespalt als Eltern. Wir nutzen sehr gerne viele Hilfsmittel im Babyalter. Schnuller, Windel, Fläschchen, Tragen usw. und plötzlich ab einem von uns gesetzen Zeitpunkt, soll das nun nicht mehr ok sein. Wollen wir es nicht mehr. WIR! Und verstehen nicht, warum unsere Kinder sich nicht so einfach damit abfinden, nicht so einfach auf diese Hilfsmittel verzichten wollen, die wir ihnen angeboten haben. Diese Denkanstöße von Susanne finde ich enorm wichtig, denn ich sehe immer wieder wie enorm unsicher wir als Eltern doch noch sind und uns von alten Glaubenssätzen und dem Druck der Gesellschaft leiten lassen. Auch beim Sohn war ich hier noch sehr verunsichert, bis ich auf die vielen tollen Blogs, allen voran den von Susanne, im Internet gestoßen bin, die mir ein völlig anderes Bild von Kindern vermittelten. Eben nicht die kleinen Tyrannen, sondern kleine Menschen, die wachsen wollen, selbstständig werden wollen und das geht nur mit uns, ihren Eltern!

Unsere Kinder wachsen, und es ist ihre Entwicklungsaufgabe, sich dahin zu entwickeln, dass sie sich selbst versorgen können. Das ist schließlich auch unser Ziel als Eltern: Wir wünschen uns, dass unsere Kinder selbstbestimmt groß werden und für ihre Bedürfnisse einstehen. Wir wünschen uns selbstbewusste Erwachsene. Aber den Weg dorthin über die Selbstbestimmung wollen wir oft einfach nicht gehen. Doch es gibt nun mal nur diesen Weg.

Niemals wollen uns unsere Kinder also aus Böswilligkeit "nicht hören", tun Dinge, die wir nicht wollen oder entfremden sich uns. Kindliches Verhalten macht immer einen Sinn und es liegt an uns herauszufinden, warum sich unsere Kinder nun so verhalten.
Geborgenheit, Vertrauen, Bedürfnisse achten, in die Freiheit geben, die sie zum wachsen brauchen. All das sind wichtige Säulen einer Familie. Wie eine Familie aussieht bzw. aussehen kann, auch darauf geht Susanne kurz in ihrem Buch ein. Es gibt so viele Möglichkeiten eine geborgene Famile zu leben!



Susanne spricht auch über den Tod, Trennung und Überforderung. Das es ok ist überfordert zu sein, dass man deswegen keine schlechteren Eltern ist, aber dass es wichtig ist sich Hilfen zu holen. Ein Dorf, ein Umfeld, dass immer da ist, dies kann manchmal auch professionelle Hilfe sein. Niemand ist perfekt! Wir müssen auch unsere Bedürfnisse achten, um überhaupt auf die Bedürfnisse unserer Kinder eingehen zu können, um offen zu sein. Es geht nicht darum unseren Kindern perfekte Eltern zu sein, sondern unser Bestmöglichstes zu tun. Unsere Kinder verändern uns, wenn wir auf unsere Kinder eingehen. Wir werden viel von unseren Kindern lernen. Und das ist auch gut so! Wir werden erkennen was wirklich wichtig ist, wenn wir ihnen zuhören. Wenn wir sie sehen! Wenn wir fühlen!

Wer den Blog von Susanne schon lange liest, wird hier vielleicht nicht viel Neues lesen, aber es ist gebündelt und zusammengefasst. Als Eltern von Kleinkindern finde ich nun alles zu diesem Lebensabschnitt in diesem Buch  (wer noch Babys hat, dem kann ich Susannes erstes Buch "Geborgen Wachsen" empfehlen) und vor Kurzem habe ich einen schönen Satz einer Facebook-Userin gelesen: "Ein gutes Buch ist es dann, wenn ich mich darin bestätigt fühle."
Und genau das tut dieses Buch! Es bestätigt uns Eltern unseren geborgenen Weg mit unseren Kindern weiterzugehen. Und mir persönlich helfen solche Bücher sehr, mich auch manchmal nochmals zu finden und zu orten. Nicht immer läuft alles rund und ein gutes Buch hilft mir, mich zu erinnern. Welchen Weg will ich gehen? Den Weg meiner Kinder! ♥



Ich möchte mich hiermit ganz herzlich beim Kösel-Verlag bedanken, der mir ein Rezensionsexemplar zugeschickt hat. Und da ich auch von Susanne selbst ein ganz persönliches Buch mit Widmung erhalten habe (♥) und ich keine zwei Bücher benötige, möchte ich mein Rezensionsexemplar an euch verlosen. Die Verlosung wird auf meiner Facebook-Seite stattfinden. Schaut dort vorbei. Viel Glück!

Geborgenheit in der Kindheit bedeutet vor allem, dass wir unseren Kindern vertrauen: dass sie ihren Weg gut gehen, dass ihr Verhalten sinnvoll ist und sie von sich aus kooperativ, neugierig, wissbegierig, sozial und engagiert sind.
Wir müssen nicht viel tun, aber wir können viel weglassen. Wir müssen nicht fördern, nicht an unseren Kindern ziehen, damit sie schneller und besser wachsen. Sie sind toll, wie sie sind, und unsere Aufgabe ist es, genau dies zu erhalten.

*Dieser Beitrag enthält Partner-Links und alle Zitate stammen aus dem neuen Buch "Geborgene Kindheit" von Susanne Mierau
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