Dienstag, 9. August 2016

Schlaflos mit Baby - Durchhalten auch ohne Geduld

Meine Instagram-Leser verfolgen meine täglichen Berichte schon länger. Das Schlafverhalten der Tochter ist derzeit schwierig. Sie wird stündlich wach, bis sie schläft kann sie zig Mal innerhalb kürztester Zeit wieder wach werden und beruhigen und einschlafen kann sie entweder nur beim Stillen oder wenn das nicht mehr klappt, ausschließlich in der Trage. Meine Kilometerkonto explodiert sicherlich bald. Hätte ich gewusst, welch Tragebaby mich erwartet, ich hätte mir wohl einen km-Zähler frühzeitig besorgt. Ich wäre sicherlich erstaunt, welche Zahl durch die abendlichen und nächtlichen Wanderungen dort schon stehen würde.

Meine lieben LeserInnen kommentieren dies mit ehrlichem Mitleid, tollen Durchhalteparolen und viel Verständnis. Ich bin sehr dankbar, dass ich mich dort etwas "ausheulen" darf und jeden Tag aufs Neue, im Grunde, das Gleiche posten kann. Wen würde es auch sonst interessieren? In der realen Welt wird zwar gerne gefragt, ob die Tochter denn nun besser schläft, aber wenn ich das dann mit "Nein" beantworte, kommt oft nur noch ein Achselzucken und ein "Da musst du eben durch!". Natürlich muss ich das! Dass weiß ich auch! Dafür brauch ich diese schlauen Sprüche wirklich nicht! Schon garnicht, wenn man an manchen Tagen so übermüdet ist, dass man wirklich im Stehen schlafen möchte.

Da freue ich mich wirklich, wirklich sehr über meine Online-Gemeinschaft, über den Online-Clan, wie es Susanne von Geborgen Wachsen schon vor einer Weile formulierte und worüber sie auch schon öfters Vorträge gehalten hat. Der Online-Clan besteht aus Menschen, die man sich speziell sucht oder die sich finden, da sie einfach ähnliche Interessen haben und sich austauschen wollen. Gerade wer Nachts um 3 Uhr mit wachem Baby aufsteht, der findet Online meist eine andere Mutter, der es gerade eben so geht. Etwas gegenseitiges Seelenstreicheln tut da einfach nur gut!

Manchmal schreiben mir Leser "Wie hälst du das nur durch? Woher nimmst du diese Geduld?" Ich gebe zu, ich bin selbst überrascht, ob dieser Gelassenheit, die ich meist an den Tag lege. Ich kann mich an ähnliche Szenarien mit dem Sohn erinnern, da war zu später Stunde irgendwann nur noch wenig Geduld und Verständnis da. Wer als Kinderloser seinen Schlaf zu schätzen wusste, der wusste wie toll es war sich hinlegen zu können, wenn man müde ist, ob mittags oder abends. Der trauerte diesem Schlaf einfach unendlich hinterher und es ist schwer zu verinnerlichen und anzunehmen, dass da nun ein kleines Wesen ist, welches einem an diesem wichtigen Schlaf hindert und das auch garantiert nicht mit böser Absicht.
Mein Sohn, mein erstes Kind, hat hier noch viel mit mir mitmachen müssen. Ich habe noch allerhand ausprobiert, wie es mit dem Schlaf doch noch klappen könnte. So manche Aggression stieg mit mehr werdendem Schlafmangel in mir hoch und musste schwer geschluckt werden. Oft kam es dann auch zum Streit mit dem Partner in diesen Momenten, in denen man das Kind gerne "abdrücken" wollte, damit dieser doch auch endlich mal was tun sollte, obwohl man im Grunde wusste, das Kind lässt sich vom Papa doch sowieso nicht trösten und landet schlußendlich wieder bei einem selbst.

Irgendwann konnte der Sohn immer besser schlafen, der Schlaf kam mit der Entwicklung des Kindes. Und auch die Akzeptanz, dies so hinzunehmen, wie es eben ist, stieg bei mir und verhalf zur entspannteren Einschlafbegleitung. Mein Körper gewöhnte sich schnell wieder an den tollen und vielen Schlaf, welchen er wieder bekam.

Und dann kam die Tochter... irgendwo im Hinterkopf wusste ich, es wird nun wieder von vorne los gehen und ich stellte mich darauf ein... und dann schlief sie durch... ich war so voller Glückseligkeit.  Und dann, war es wieder vorbei! Seit dem wird der Nacht- und auch Tagschlaf immer kürzer und kürzer und für mich anstrengender und anstrengender. Aber zu meiner eigenen Überraschung, halte ich durch! Ich nehme es hin. Manchmal auch vor mich hingrummelnd, natürlich... mit einem Lächeln sicherlich nicht!
Ich stehe mit ihr Nachts auf, wenn sie wach ist. Ich stille auch nach einer Stunde wieder, wenn sie mich gerade aus einer Tiefschlafphase reisst. Ich schaukle sie im Halbschlaf 1 Stunde durch die Wohnung, auch Nachts um 4 oder schaue dabei der Sonne zu, wie sie hinter den Häusern auftaucht und den Tag ankündigt.

Vielleicht habe ich mit dem ersten Kind gelernt, dass Schlaf nicht erzwingbar ist, nicht durch die Eltern lernbar. Vielleicht habe ich durch die Online-Gemeinschaft gesehen, es geht nicht nur mir so. Vielleicht ist es ein Mix aus Beidem und dem Wissen darum, dass es so doof es klingt "Irgendwann auch wirklich besser werden wird". 

Trotzdem zeigt der Schlafmangel Spuren. Mir platzen Äderchen in den Augen, ich sehe aus wie ein Zombie, meine Konzentration ist nicht die Beste, der Haushalt muss an manchen Tagen einfach liegen bleiben, der Mann hat im Moment auch nicht viel von mir und dann sind da nun noch die Sommerferien... der Sohn ist Zuhause und braucht ebenfalls Aufmerksamkeit... wobei ich oft nicht mehr weiß, wie ich das schaffen soll... und Blogbeiträge? Die kann ich dann in so Momenten wie jetzt schreiben, in denen ich sowieso wach bin, weil ich die Tochter tragen muss... stehend an der Küchenzeile, wippend und tippend. Eigentlich bin ich dafür zu müde, oft bleibt das Blog auch einfach liegen, dieser steht wirklich an allerletzter Stelle auf meiner täglichen sehr überschaubaren Liste, an Dingen, die ich gerne doch erledigen würde... aber das Blog ist so ziemlich das Einzige, was ich im Moment wirklich nur für mich tun kann.

Meine Tochter und ich bilden im Moment eine Einheit. Ihr Blick sucht meinen Blick. Ihr Blick sucht in meinem Blick Bestätigung, dass alles Gut ist. Ihr Körper sucht meine Nähe. Meine Nähe ist Sicherheit, meine Nähe ist Geborgenheit. Hier kann sie sich fallen lassen. Hier weiß sie, es ist alles ok und gut. 

Es ist nicht die Geduld, die mich durchhalten lässt. Geduld alleine kann solch eine lange Durststrecke an Schlaf und Me-Time nicht überbrücken. Es ist vielmehr das Wissen über kindliche Bedürfnisse, es ist das Annehmen und Akzeptieren einer Situation, die nicht änderbar ist. Die sich aber irgendwann ändern wird und das es das eigene Kind ist, welches einem den Schlaf raubt. Für Kinderlose mag das abstrakt und verquer klingen, ich kann dem zustimmen. Als Mama hat es allerdings alles seine Richtigkeit. Es ist Evolution. Es ist ein Wachsen-mit-den-Aufgaben. Es ist Erfahrung, die man macht. Es ist so, wie es ist!


Montag, 8. August 2016

Menschenkinder - für eine artgerechte Erziehung + Verlosung

 

Herbert Renz-Polster hat sein erst vor 5 Jahren erschienenes Buch "Menschenkinder " aktualisiert und erweitert! Nicht ohne Grund! Viele aktuelle Geschenisse haben ihn sicherlich dazu veranlasst. Denn wie heisst es im Titel des Buches: "Artgerechte Erziehung - was unser Nachwuchs wirklich braucht".... es scheint eher so, als entfernen wir uns hier in Deutschland immer weiter weg davon... unsere Kinder sind eher Mittel zum Zweck: höher, weiter, schneller und der derzeitige Erziehungsstil wird ganz genau davon geprägt.

Immer scheinen die, die in der Gesellschaft gerade das Sagen haben, sich auch Ansagen zur "richtigen" Erziehung zuzutrauen. Vielleicht interessieren sie sich ja weniger für die Kinder selbst als vielmehr für das, was diese zu bieten haben, wenn sie erst einmal "gebildet und erzogen" sind? Vielleicht ändern sich ja deshalb die Ansagen in der Erziehung immer dann, wenn sich die Machtverhältnisse in den Gesellschaften ändern?

Herbert Renz-Polster möchte in diesem Buch Klarheiten schaffen. Er möchte aufzeigen was unsere Kinder im Sinne der Evolution wirklich zum Wachsen und Entwickeln benötigen und warum es uns Eltern und gerade unseren Kindern in der heutigen Zeit sehr schwer gemacht wird, dies noch so umsetzen zu können.

Renz-Polster schreibt am Ende seines Buches selbst, dass es sich hierbei um eine Streitschrift handelt. Eine Schrift in der etwas sehr heftig kritisiert wird, wie mir Google dazu mitteilte. Und Wikipedia ergänzt dazu: "... lässt sich als scharfe Kritik an herrschenden Positionen in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Literatur oder Religion ausmachen."

Es mag eine Streitschrift sein, im Grunde bringt es allerdings nur alle Wahrheiten und Tatsachen auf einen Tisch und zeigen ein großes Dilema auf. Wie sollen sich unsere Kinder wirklich artgerecht entwickeln können, wenn doch soviel fehlt, von dem was sie dazu wirklich brauchen?

Kinder wollen groß werden, das ist ihr innerer, unverhandelbarer Antrieb. Die Aneignung der Welt, die wachen Augen, die Begeisterung - all das liegt ihnen im Blut, von Anfang an.

Statt die Kleinen also in Therapie- oder Beschleunigungsprogramme zu stecken, um sie an unsere Erwartungen anzupassen, sollten wir lieber unsere Verantwortung als Eltern überdenken - wirklich, es ist nicht die Aufgabe unserer Babys, dass sie unsere Probleme lösen. Von der Natur ist es jedenfalls andersherum gedacht.

Von wegen also: "Kinder sind, wie sie sind..." Sie sind so, wie wir sie wahrnehmen.

Auf der ganzen Welt wollen die meisten Babys ganz eng bei uns schlafen, getragen werden, sich kaum ablegen lassen. Sie weinen, wenn sie uns nicht sehen und werden bei jedem klitzekleinen Geräusch wieder wach. Zurecht, nur so können sie sich sicher sein, dass sie auch sicher sind! Abgeschlossene Häuser, sichere Unterschlüpfe und Babyphones existieren in ihren kleinen Köpfchen noch nicht.
Soviel Nähe wie sie brauchen, so wollen sie plötzlich schon unabhängig werden und autonom sein. Was es uns Erwachsenen nicht immer einfach macht.
Was es uns allerdings leichter machen kann, ist das Wissen um ihr evolutionäres Erbe, das ihnen, egal ob im Dschungel des Amazonas oder nun eben im Jahr Dschungel der Großstadt, ihr Überleben sicherte und ihnen beim Groß- und Selbständigwerden half.
Die Bedürfnisse unserer Kinder und das daraus resultierende Verhalten, sind ihre Stärken! Nicht ihre Schwächen, wie es uns gerne von vielen Seiten eingeredet werden will. Und dies ist das, was uns Herbert Renz-Polster zu verstehen geben will, uns Erwachsenen aufzeigen möchte, warum sind unsere Kinder so, wie sie sind und nicht anders. Wenn wir das was wissen, wenn wir uns darauf einlassen, dann verändert sich unsere Wahrnehmung. Dann sind schlaflose Nächte, anhängliche Babys, trotzige Kleinkinder und Teenager im Ausnahmezustand, keine Probleme mehr, sondern natürliche Entwicklungsstadien unserer Kinder, die wir als Eltern begleiten müssen und garnicht aufhalten können. Begleitend akzeptieren wir dies und schaffen ein angenehmes Klima für uns alle.

Renz-Polster geht in seinem Buch auf viele Punkte ein die heute der kindlichen Entwicklung nicht zuträglich sein können. Er entkräftet viele Ängste die Eltern haben, sei es beim Beikoststart oder dem alltäglichen Förderwahn. Er erklärt warum schwierige Geburten, die plötzlich immer häufiger vorkommen, Bindungen schaden kann und Schulen dringend umdenken müssen. Warum Fremdbetreuung nicht ausschließlich schlecht ist und warum es von Natur aus nicht vorgesehen ist, dass Mütter ihre Kinder alleine großziehen. Chinesische Kinder nicht als Vorbild dienen sollten und unsere Politik etwas ändern muss.

Wie man auf den Bildern sehen kann, ich habe mir sehr viele Markierungen in diesem Buch gesetzt. Es enthält soviele wichtige Informationen über unsere Kinder und wie wir sie wirklich sehen sollten, dass ich dieses Buch verschlungen habe und immer wieder zustimmend nicken musste.  
Ich würde mir sehr wünschen, wenn diese Streitschrift ihre Kreise ziehen würde. Bis ganz nach oben, zu unseren "Mächtigen", die das "Sagen haben"! Das diese endlich verstehen, dass nicht PISA dabei helfen wird unseren Nachwuchs zu fördern, sondern nur ein artgerechtes, ein menschliches Umfeld, welches unsere Kinder sieht, wie sie sind und nicht zu etwas machen will, das sie nie sein können.

Ich bedanke mich vielmals beim Kösel-Verlag für mein erhaltenes Rezensionsexemplar "Menschenkinder " und für das weitere Buch zur Verlosung unter meinen Lesern. Die Verlosung wird auf meiner Facebook-Seite stattfinden. Schaut dort vorbei. Viel Glück!
  
Alle Kinder rund um den Globus lernen, zu laufen, zu sprechen oder miteinander klarzukommen, ohne dass sie dazu speziell motiviert, unterrichtet oder eben "gefördert" werden müssten.
Sie saugen sich aus ihrer alltäglichen Umwelt all die Erfahrungen heraus, die sie für den selbstständigen Aufbau dieser Kompetenzen brauchen. Sie tun dies aus sich heraus - ohne spezielle Unterstützung! Es braucht dazu nur eines: eine normale, artgerechte Umwelt. 

*Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links  

Dienstag, 2. August 2016

Newborn-Stoffwindeln: Günstig kaufen!


Vor einigen Monaten bin ich für euch auf die Frage "Newborn-Stoffwindeln: Ja oder Nein?" eingegangen. Denn genau die gleiche Frage hatte ich mir selbst vor der Geburt der Tochter gestellt. Brauche ich die Newborn-Varianten wirklich, kann ich nicht sofort mit den Onesize-Windeln beginnen, kann ich mir das Geld sparen? In meinem Beitrag kristallisierte ich allerdings schnell heraus: Newborn-Windeln sind sinnvoll und eigentlich auch wirklich nötig. Falls man nicht gerade wirklich ein sehr großes Baby hat, welches eine Onesize schon gut füllt. Und selbst da scheitert es meist trotzdem an den schlanken Beinchen.

Bei Newborn-Windeln ist es im Grunde wie mit den Newborn-Kleidergrößen ab 50/56, diese werden in der Regel nicht sehr lange getragen und gehen meist kaum genutzt in den Wiederverkauf. Gerade deswegen taucht obige Frage so oft im Stoffwindel-Chat (diese Gruppe empfehle ich sehr für alle Fragen rund um das Thema Stoffwindeln!) auf. Sind Newborn-Stoffwindeln wirklich nötig? Muss ich für wenige Wochen, die ich bis zur Onesize-Größe überbrücken muss, wirklich soviel zusätzliches Geld ausgeben?

Zu dem Zeitraum: Einige der Newborn-Windeln passten der Tochter 12 Wochen lang! Diesen, doch recht langen, Zeitraum hätte ich niemals mit Wegwerfwindeln überbrücken wollen und auch nicht mit bis dahin schlecht sitzenden und demnach oft auslaufenden Onesize-Stoffwindeln.

Ich rate euch daher: Nutzt Flohmärkte und Kleinanzeigen! Dies sind beliebte Anlaufstellen und ich empfehle euch diese auch sehr bei den Newborn-Stoffwindeln. Schaut frühzeitig immer wieder während eurer Schwangerschaft in den bekannten Stoffwindel-Flohmarkt-Gruppen vorbei und ihr werdet fündig werden. Es werden ständig Newborn-Windeln angeboten und ihr könnt euch günstig eindecken. Der Wiederverkaufswert ist so gut, dass ihr eure nicht mehr benötigten Newborn-Stoffwindeln zu fast ähnlichen Preisen wieder verkaufen könnt und somit wenig bis vielleicht garkeine Verluste habt. Die Frage, ob durch Newborn-Stoffwindeln nicht weitere Zusatzkosten anfallen, relativiert sich dadurch sehr schnell. Wer sich nicht blenden lässt, die Neupreise und üblichen Gebrauchtpreise im Hinterkopf hat, wird nur wenige Kosten durch das Newborn-System haben.

Oft sträuben sich Eltern ihren Kindern gebrauchte Windeln zu kaufen. Die Angst vor Keimen und/oder Bakterien, die ihrem kleinen Baby schaden könnten, ist hoch und die Frage, ob diese mit der normalen Windel-Wasch-Routine überhaupt entfernt werden können stellt sich. In der Regel steht bei vielen Windeln, dass sie bis maximal 60° gewaschen werden dürfen. Durch die vielen Erfahrungen der Mütter im Stoffwindel-Chat sei gesagt, alle guten Stoffwindeln (hier müssen leider einige billige China-Produktionen ausgeklammert werden) halten auch hin und wieder eine 95° Wäsche aus und somit werden alle krankmachenden Keime/Bakterien aus den Windeln herausgespült und abgetötet. Es ist somit weder bedenklich noch komisch sein Kind in gebrauchte Windeln zu wickeln. Es ist vielmehr sogar sehr nachhaltig und spart Geld!

Als letzten Punkt möchte ich euch noch dir mir bekannten Flohmarkt-Gruppen in Facebook auflisten. Falls ihr noch weitere gute Gruppen oder Portale kennt, in denen oft Newborn-Stoffwindeln zum Verkauf stehen, könnt ihr mir diese gerne nennen und ich ergänze dies:


Es gibt auch einige Stoffwindel-Tauschgruppen, die sicherlich auch interessant sein könnten, auch gibt es gibt es einige Stoffwindel-Gruppen die sich auf bestimmte Regionen Deutschlands oder gar Städte spezialisiert haben. Auch hier könnte man vielleicht fündig werden und schenkt sich damit vielleicht auch Versandkosten, die natürlich beim Kauf und dem Gesamtpreis von Windeln beachtet werden müssen. Einige Verkäufer probieren doch immer wieder ihre gebrauchten Windel zu solch hohen Preisen wiederzuverkaufen, dass man mit den zusätzlich anfallenden Versandkosten, auch direkt eine neue Windel beim Händler kaufen könnte... Also, wie ich oben schon geschrieben habe, studiert eine kleine Weile die üblichen Wiederverkaufspreise und vergleicht immer zuerst mit den Kaufpreisen der Neuwindel, bevor ihr über einen Kauf nachdenkt bzw. ihr mit dem Verkäufer in Verhandlung tretet. Meist gibt es immer noch einen kleinen Verhandlungsspielraum, welchen man nicht ungenutzt lassen sollte.

Was ich hier alles schreibe, gilt natürlich nicht nur für die Newborn-Varianten. In all den oben genannten Gruppen kann man sich nach den Newborn-Zeit auch günstig mit den One-Size größen eindecken. Wer allerdings übliche Lieblingsmarken präferiert, muss schnell sein. So schnell wie manche Winden eingestellt wurden, sind sie dann auch schon wieder verkauft! Wahnsinn! 

Ich hoffe der Artikel hat euch geholfen und nimmt euch speziell die Kostenfrage "Newborn-Stoffwindeln: Ja oder Nein?" ab. Wenn ihr noch Fragen zu den Newborn-Windeln habt, könnt ihr mir diese gerne stellen und ich versuche euch weiterzuhelfen.

Donnerstag, 28. Juli 2016

Wunder der Tierwelt - das erste HÖRbare Tiermagazin mit dem TING-Stift + Abo-Verlosung

Werbung: Vor einigen Wochen bin ich durch Instagram auf ein neues Tiermagazin "Wunder der Tierwelt" aufmerksam geworden. Die wundervollen, farbenprächtigen Illustrationen stachen mir sofort ins Auge und vor allem aber auch, dass dieses Magazin wohl mit einem Hörstift gelesen werden konnte!
Sowas kannte ich bisher nicht! Nach kurzer Recherche meinerseits, stellte ich fest, sowas gab es bisher wirklich nicht und der falkemedia Verlag hat somit eine absolute Neuheit auf den Markt gebracht! Ich war sehr interessiert und schrieb den Verlag daraufhin an, ob sie Interesse an einem Testbericht über das Magazin und den Hörstift hätten?
Dem Verlag gefiel der Vorschlag und schon bald, hielten wir die erste Ausgabe des brandneuen Magazines und den TING-Stift in Händen. Wir hatten bisher noch keinerlei Erfahrungen mit Hörstiften gesammelt, doch der Gedanke daran schwirrte schon länger in meinem Kopf herum. Immerhin können Kinder, die noch nicht lesen können, auch mal ganz alleine Bücher "lesen" und entdecken. 

Wunder der Tierwelt selbst ist natürlich auch ohne TING-Stift lesbar. Es enthält viele Informationen zur nationalen Tierwelt, aber auch Tieren weltweit. Sie informiert über Tiere die vom Aussterben bedroht sind und auch warum. Zeigt Menschen die sich dem Artenschutz verschrieben haben. Zeigt außergewöhnliche Tiere, kleine Tiere, wenig bekannte Tiere oder auch ausgestorbene Tiere. Instekten und auch Reptilien und vielen Tieren sind auch immer gleich meherere Seiten gewidmet, so dass der Leser wirklich viele Informationen erhält.
Im Heft selbst, ist keine nennenswerte Werbung enthalten (die Frage stellte eine Leserin von mir und möchte ich hier gleich aufgreifen). Die Abo-Möglichkeit wird im Heft erwähnt, ebenso macht der DK-Verlag Werbung für seine Tierbücher, WWF hat eine Anzeige geschaltet und am Ende wird auf Video-Portal für Tiersendungen aufmerksam gemacht. Mehr ist es nicht und alles themenbezogen. Themenbezogene Werbung finde ich super, auch die Menge stört nicht und behindert den Lesefluß in keinsterweise. Ich hoffe, dies wird bei den zukünftigen Heften beibehalten.
Das Magazin ist reich bebildert und wechselt zwischen farbenfrohen Fotos und detailreichen wundervollen Zeichnungen. Diese Mischung finde ich sehr gelungen.

Ich selbst liebe schon seit meiner Kindheit Tiermagazine, Tierbücher und Tiersendungen. Ich verschlinge Informationen dazu und freue mich immer, wenn ich noch Neues dazu lerne. Die Antilopenart "Saiga" mit ihrem ungewöhnlichen Rüssel, war mir bisher unbekannt.

Nun war ich natürlich gespannt, wie sich dieses Magazin mit dem TING-Stift erleben lässt. Zuvor muss der TING-Stift mit dem vorhandenen Kabel und dem PC einsatzbereit gemacht werden. Ich selbst bin eine absolute Computer-Null und habe es trotzdem nach wenigen Anläufen (ja, auf Anhieb hat es nicht geklappt) geschafft und nach Aktivierung des Stiftes und des aktuellen Magazines konnte es auch schon losgehen.

Der Stift ist sehr einfach zu bedienen und hat auch eine gute Lautstärke-Regelung.

Mein Sohn wartete schon ganz gespannt und ich zeigte ihm nur ganz kurz, wie der Stift nun funktioniert. Der TING-Stift ist ganz leicht bedienen und die Benutzung verstand der Sohn direkt. Überall im Heft, wo eine gezeichnete Eule zu sehen ist, kann der TING-Stift dem Magazin Informationen entlocken. Kurz den Stift auf die Eule tippen und los gehts! Viele Tiergeräusche kann und eine angenehme Stimme spricht teilweise Textstellen des Magazines nach. Allerdings nicht alles. Gerade wenn viel Text auf einer Seite zu finden ist, werden nur Teile davon vom Stift wiedergegeben.
Manche Doppelseiten enthalten eine Eule, manche auch zwei Eulen. Es gibt aber auch leider Seiten, die keine abgebildete Eule haben. Das fand mein Sohn schon sehr blöd, freute er sich doch auf jeder Seite die Euke zu suchen, zu entdecken und die Informationen vom TING-Sprecher zu erfahren. Auch wenn nicht alle Informationen der Seite wiedergegeben werden, finde ich die Menge der Informationen bezogen auf das Alter und die Aufmerksamkeitsspanne meines Kindes als ausreichend. Schöner hätte ich es natürlich auch gefunden, wenn auf jeder Seite auch eine Eule zu finden wäre, damit der Sohn auch Informationen zu den abgebildeten Zeichnungen und Bildern erfährt.

Sobald dieses Eulensymbol erscheint und der Stift schäg darauf gehalten wird, ertönen Tierstimmen oder Informationen durch den Sprecher.
Der Sohn hat sich nun schon öfters mit dem Magazin und dem Stift alleine beschäftigt und ganz versunken die Seiten durchgeblättert und den Erzählungen und Tiergeräuschen des Stiftes gelauscht.
Für mich steht fest, dass ich mir das Abo von Wunder der Tierwelt kaufen werde, welches ich für jährlich 6 Ausgaben und einem Preis von 26,99 Euro auch nicht zu teuer finde. Dafür erhält man wirklich sehr viele Informationen und tolle Tierbilder. Man kann das Magazin zusammen mit seinem Kind durchblättern und lesen oder dieses kann sich durch die absolute Weltneuheit (wie der Verlag selbst schreibt) mit dem TING-Stift und dem Magazin alleine beschäftigen und informieren.

Wer den TING-Stift bisher noch nicht hat, kann mit Abschluß eines Abos auch den TING-Stift zu einem Vorzugspreis erwerben. Das finde ich auch ganz toll. Denn mit dem Stift stehen einem zukünftig viele weitere tolle Bücher zur Verfügung, welche die Kinder damit ganz alleine lesen und erarbeiten können. Hab dazu schon etwas gestöbert und da werden sicherlich ein paar Bücher demnächst in meinen virtuellen Einkaufskorb landen.

Ich bedanke mich vielmals beim falkemedia Verlag, dass er mir ein Rezensionsexemplar ihres neuen Magazins und den TING-Stift zur Verfügung gestellt haben. Wenn ihr nun auch an diesem neuen tollen Tiermagazin interessiert seit, nehmt doch an meiner Verlosung teil. Denn netterweise hat mir der Verlag ein komplettes Jahresabo für euch zur Verlosung bereitgestellt. Ist das nicht toll? Die Verlosung wird auf meiner Facebook-Seite stattfinden. Schaut dort vorbei. Viel Glück!

Wie ihr auf den Bildern sehen könnt, mein Sohn ist ganz fasziniert und hört gspannt zu! Genau das, was man sich doch wünscht, oder? Ein Heft das fesselt und Informationen bereit hält für Groß und Klein.

Montag, 25. Juli 2016

Warum dein Kinderlachen so wichtig ist

Ich weiß nicht so recht, wie ich diesen Blogartikel beginnen soll, denn was ich gerade weiß, ist einfach nur... ich bin müde... ich bin so unendlich müde, dass die Zeilen vor meinen Augen zu verschwimmen scheinen und ich am liebsten einfach hier am Küchentisch weiterschlafen würde.
Den Kaffee schlürfe ich wie eine Verdurstende und dennoch wird er mich nur eine kleine Weile wach und munter halten, denn nicht nur die Nächte auch die Tage mit dir geben mir keine Pause.
Ich stehe früh auf, um etwas wach werden zu können, bis auch du wach wirst. Aber nicht immer habe ich diese kleine Vorlaufzeit. Jedes kleine Geräusch kann dich derzeit wecken und du schlägst die Augen auf. Manchmal werde ich gar von dir geweckt, da du neben mir schon mit offenen Augen liegst und munter blabberst. Deine Schläfchen am Tag, kann ich nicht sehr oft zum Ausruhen nutzen, denn meist willst du getragen werden, brauchst die Bewegung zum Schlafen. Lege ich dich oder uns zusammen ab, schläfst du nicht immer auch weiter.

Am Wochenende waren wir zusammen einkaufen und standen dann an der Kasse. Eine Mutter mit ihrer älteren Tochter stand hinter uns. Die Mutter war ganz verzückt von dir und strahlte uns an. Wie süß du doch wärst. Ich war so müde und antwortete ehrlicherweise, wie süß du bist, aber auch wie anstrengend es sein kann. Die Mutter verstand was ich meinte und nickte wissend. Sie sagte dann: "Ihr Lachen ist aber unser Lohn!"

Müde lächelnd, dachte ich zunächst "jaja, blabla, davon kann ich mir auch nichts kaufen" und stimmte ihr trotzdem zu! Wenn mein Kind lacht, dann geht für mich die Sonne auf. Dann fällt vieles doch etwas leichter und tröstet mich darüber hinweg, dass ich noch Minuten vorher hätte weinen können vor Erschöpfung.
Nein, Kinder sind nicht dazu da, um uns glücklich zu machen. Kinder kamen zu uns, weil wir es wollten und wir sind diejenigen, die auf ihre Bedürfnisse eingehen müssen, nicht umgekehrt. Wir sind für ihr Wohlergehen verantwortlich und wir sind diejenigen, die gerade in der Anfangszeit zurückstecken müssen. 

Doch fällt es uns leichter, wenn unsere Kinder glücklich sind, wenn unsere Kinder uns zeigen, dass das, was wir tun, gut für sie ist. Ihnen gut tut. Wenn sie lachen, wenn sie glucksen und fröhlich brabbeln. Wenn sie ihre Ärmchen nach uns ausstrecken und wir feuchte Küsschen von ihnen bekommen. Das ist unser "Lohn" und damit gilt es zu haushalten! Daran müssen wir uns erinnern, wenn unsere Kinder Wachstumsschübe haben, wenn die Zähnchen drücken und der Bauch grummelt, wenn sie müde sind, aber nicht in den Schlaf finden, wenn sie frustriert sind und wir es aushalten müssen. 

Dein Kinderlachen ist so wichtig für mich! Wenn du morgens nach mir rufst und ich müde wieder nach oben stapfe und an dein Kinderbettchen komme, strahlst du mich an. Du bist das geborene Sonnenscheinchen. Jeden Tag startest du von Neuem, keine Altlasten die dich aufhalten könnten zu strahlen. Du freust dich so sehr mich zu sehen. Und du weisst garnicht, wie sehr ich davon zehre, von deinem wunderschönen Lachen. 

Dein Lachen, deine Augen die dabei unendlich strahlen können. Nein, es macht mich nicht plötzlich wacher. Meine müden Augen werden dadurch nicht munterer. Aber es hilft. Es hilft jeden einzelnen müden Tag, doch wieder zu schaffen und zu wissen, die Zeiten, in denen du so sehr von uns Erwachsenen abhängig sein wirst, werden weniger werden. Und bis dahin braucht es ganz viel Kaffee, wenn möglich, viel Unterstützung und dein Lachen.


Donnerstag, 21. Juli 2016

Der Spielbereich mit 6 Monaten

Für unsere Tochter haben wir eine Ecke des Wohnzimmers in ihren Spielbereich umgewandelt. Ist sie wach, satt und zufrieden und bereit Neues zu erkunden bzw. sich mit sich alleine beschäftigen zu wollen, ist sie dort.
Zu Anfang war der Bereich einfach mit einer Decke ausgelegt, einem Spiegel und einem Ast über ihr, an welchem wir Mobiles hängen konnten. Die Babys schauen sich zunächst ihre Umgebung an, alles ganz genau. Je mehr sie sich bewegen können, um so mehr beschäftigen sie sich auch mit sich selbst. Die Händchen versuchen sich selbst zu greifen, den eigenen Körper und auch Dinge, die sich im direkten Umfeld befinden. Irgendwann versuchen sie sich zu drehen, zunächst auf die Seite, irgendwann vom Rücken auf den Bauch oder umgekehrt. 
Wie Susanne von Geborgen Wachsen berichtete, sind Spielebögen weniger geeignet dafür. Die Kleinen bleiben gerne bei den Drehversuchen daran hängen und sind frustriert. Der Übungsfluß, in welchem sie sich gerade noch befanden, wird unterbrochen und sie sind frustriert. Wir Eltern müssen in dann oft aus dieser hinderlichen Situation heraushelfen und trösten. Meist ist die Lust auf weiteres Probieren erst mal beendet.

Der Spiegel ist ein tolles Element für die Kleinen. Man sieht das Zimmer und die Umgebung in anderen Perspektiven, man kann sich selbst bzw. das Baby Gegenüber beobachten. Was tut es gerade, mit was spielt es. Unsere Tochter beobachtet "sich", sehr gerne dabei, wie sie das Spielzeug untersucht, sieht den anderen Blickwinkel darauf. Es ist spannend ihr dabei zuzusehen, wie es sichtbar in ihrem Köpfchen arbeitet.

Das Drehen und auch wenige Bewegungen zur Seite, nach hinten oder im Kreis klappt schon sehr gut und wenn die Tochter da so liegt, dann möchte sie auch erkunden, erforschen, entdecken. Sie will mit ihren Händchen arbeiten und mit ihrem Mund schmecken und ertasten.
Also beginne ich nun ihr ein Körbchen in ihrem Spielbereich zur Seite zu stellen, in welchem sich wenige ausgewählte Materialien und Spielsachen befinden, die sie mit allein Sinnen entdecken kann. Mit dem Sohn habe ich damals erst etwas später damit begonnen und konnte so schon viele andere Materialien anbieten, schaut euch den damaligen Beitrag dazu gerne auch an *klick*

Alles in diesem Körbchen stammt von Echtkind.de


Für die Tochter verwende ich im Moment Holzrasseln, kleine Bälle. Verschiedene Rasseln. Rasseleier. Entdeckerbausteine. Fensterbausteine . Die mit unterschiedlichen Klängen usw. 
Für die Tochter ist natürlich auch das Ausräumen des Korbes interessant und der Korb selbst. Zuviel sollte nie in dem Korb sein, da die Kleinen sonst die Übersicht verlieren und sich nicht wirklich mit den Angeboten beschäftigen. Merke ich, dass sie die Lust an den Dingen verliert, da sie alles genau untersucht hat, dann wechsel ich die Materialien im Körbchen aus. Hier werden nun mit der Zeit die unterschiedlichsten Angebote ihren Weg in das Körbchen finden, um von unserer Tochter genau untersucht werden zu können.Unterschiedliche Beschaffenheiten, Formen, Farben, Klänge... Gegenstände des Alltags, Gegenstände aus der Natur... die Möglichkeiten sind unerschöpflich.





Der Spielbereich ist nur ein kleiner Abschnitt der Tagesbeschäftigung eines Babys. Die Zeiten die sich Babys mit sich selbst und angebotenen Materialien beschäftigen können, sind oft noch recht kurz. Sie wollen viel lieber in unserer direkten Nähe sein, daher ist viel direkter Kontakt durch Fingerspiele, Vorsingen, Kuscheln usw. ein Hauptteil der täglichen Beschäftigung mit meiner Tochter. Auch das Tragen und Rausgehen nach Draußen nimmt viel Raum bei uns ein und das ist garnicht so passiv wie wir oft denken mögen. Die Kinder saugen  dabei vieles in sich auf, was wir Erwachsene tun und erleben, was wir sprechen, unsere Haltung, unser Umgang zu Anderen. Für Kinder ist der Alltag wichtig, bei uns zu sein und gesehen und geachtet zu werden. Der Spielbereich wird erst in einigen Monaten immer mehr Raum und Zeit einnehmen im Alltag von Babys und ich bin schon sehr gespannt darauf wie meine Tochter ihren Spielbereich weiter entdecken und nutzen wird.

*Dieser Beitrag enthält Affilate-Links

Dienstag, 19. Juli 2016

Beikosteinführung: Brei oder BLW


Die Tochter probiert sich nun schon seit geraumer Zeit durch alle Lebensmittel, die wir ihr bisher angeboten haben. Es gibt nichts, was sie nicht probiert und das ist einer der Aspekte, den ich auch damals bei der Beikosteinführung des Sohnes so toll fand. Den Kindern bei der Entdeckung der vielen neuen Geschmacksrichtungen, Konsistenzen und Lebensmittel zu beobachten und ihre Begeisterung für diese neue Welt zu erleben.
Wie ich schon in einem vorherigen Blogartikel schrieb, hat uns die Tochter genau gezeigt was sie möchte bzw. nicht möchte. Brei wurde ausgespuckt und nach dem Essen von Mama und Papa wurde mit den Armen gerudert und genörgelt, bis sie etwas davon bekam. Also starteten wir bei der Tochter direkt mit Fingerfood durch und nicht wie beim Sohn mit Brei.

Nach und nach stellte ich aber auch fest, sie war nicht generell Löffelkost abgeneigt. Wenn ich eine Suppe, Eintopf oder Milchbrei aß, zappelte sie ebenfalls ganz angetan in ihrem Sitz hin und her und wollte dies probieren und schlürfte begierig alles vom Löffel und alles blieb auch im Mund. Nicht wie beim extra für sie gemachten Brei, den sie wieder herausdrückte.
Ich stellte für mich fest, ich kannte aus der Beikostzeit mit dem Sohn, einige Babys, welches genau dieses Verhalten zeigten und bei denen es immer und immer wieder mit Brei versuchte wurde. Eine Quälerei für die Kinder, die den Brei nicht wollten und auch für die Eltern, die sicherlich ganz frustriert waren.

Diesen Frust sparten wir uns, denn was soll ich Brei in mein Kind zwingen, wenn es eben lieber direkt das möchte, was auch wir wollen? Ich muss schlußendlich nur darauf achten, dass ich das Salz weglasse und am Tisch für uns nachwürze. Wenig Salz ist auch möglich, das Nudelwasser kann gesalzen werden. Wenn die Tochter die Wurst vom Bruder probieren will oder den Käse von mir, ist das auch ok.


Frust kam trotzdem bei uns auf. Zum Einen sind die Anfangszeiten von BLW eine echt Sauerei. Anders kann man es kaum formulieren. Die Kleinen können zunächst ihre Händchen nicht beim Essen öffnen, so dass das Fingerfood in handliche Streifen geschnitten werden muss, welches oben und unten aus den Händchen herausschauen. Alles was in der Hand verschwindet, kann nicht gegessen werden und landet irgendwann auf dem Boden. Zu weiches Essen, meist Obst, zermatscht irgendwann und wird in den Tisch oder auch gerne auf sich selbst verteilt und verschmiert. 
Und dann kommt auch noch der Frust des Kindes selbst hinzu. In vielen Büchern steht so schön geschrieben, "das Kind isst zunächst nicht wirklich etwas, es ist vielmehr Spielerei und Erfahrungen sammeln, bevor nennenswerte Mengen im Bauch landen und das Kind merkt, es könnte davon satt werden".
Der Satz an sich stimmt schon, allerdings hat unsere Tochter sehr schnell herausbekommen, wie man auch ohne Zähne etwas abbekommt und das wurde auch geschluckt. Sie realisierte schnell, wenn ich Essen vor mir habe, will ich das auch essen und nicht nur damit spielen und Erfahrungen sammeln... und damit kam auch der Frust. Wie doof das doch ist, wenn man die Hände noch nicht so koordinieren kann, wie man möchte und das in der Hand verschlossene Essen weg ist und wenn man die Hand aufmacht einfach herausfällt und nicht im Mund landet.
Von einem entspannten Essen, wie es in den Büchern steht, weil das Kind schließlich mitessen kann und man nicht nebenher Brei füttern muss, davon kann hier nicht die Rede sein. Entweder ich bin ständig unter dem Boden, um Heruntergefallenes wieder aufzuheben oder ich müsste Jedemenge nachreichen... was ich nun etwas verschwenderisch finde, wenn ich es danach wegschmeißen werde.

Seit letzte Woche nun bekommt die Tochter die Hand am Mund auf und kann Essen, welches bisher hoffnungslos in der Hand verschwunden war, auch nachschieben. Noch nicht in Perfektion, aber es wird fleissig geübt.
Aber auch das führte bisher nicht unbedingt zur gewünschten Entspannung und so probierte ich den Brei dann doch nochmal aus. Und siehe da, sie findet einen Milchbrei mit Obst am Mittag total klasse! Sie öffnet ihr Mündchen und isst diesen mit Genuss und Freude.
Morgens und Abends gibt es weiterhin alles vom Tisch bzw. in der salzfreien/armen, für sie essbaren, Variante. Manches wird vielleicht auch mal kurz mit dem Pürierstab gemixt und mit dem Löffel zusätztlich angeboten. Nicht immer, kommt eben darauf an, was Abends geplant ist.

So läuft es jedenfalls für uns deutlich entspannter ab. Das Wischen reduziert sich für mich auf nur zwei große Mahlzeiten. Kleine Zwischensnacks sind schneller mal beseitigt. Für die Tochter ist bei großem Hunger weniger Frustpotential da, wenn sie schnell etwas löffeln kann und ein erstes Sättigungsgefühl einsetzt.

Gestillt wird natürlich weiterhin viel, aber Breifüttern und davon sattwerden, das können auch andere Familienmitglieder übernehmen. Stillen nicht. Und auf Abpumpen verzichte ich gerne.

Der Mittelweg ist für uns hier der Praktischste und Angenehmste für uns Alle. Ich bin absolut überzeugt von BLW und auch dankbar das die Tochter uns diesen Weg gezeigt habe. Ich sehe wie weit sie schon in ihrer Motorik ist, da sie eben nicht nur mit dem Spielzeug üben und lernen kann, sondern auch mit dem Essen. Ich sehe die Vorteile darin, Essen in seiner natürlichen Form, mit seinen individuellen Konsistenzen dem Kind näher zu bringen. 
Ich sehe, wie gut sie schon essen kann, Stückchen zerkleinert und zu große Stücke einfach wieder ausspuckt. Dem Kind vertrauen und somit dem Kind die Entwicklung zu überlassen, es in seinem Bewusstsein zu stärken, hilft dem Kind schlußendlich sich selbst zu vertrauen und Selbstbewusstsein aufzubauen.
Daher wird BLW ein Hauptbestandteil der täglichen Nahrungsaufnahme unserer Tochter bleiben. Komplett breifrei bleiben wir allerdings nicht mehr.

Und wie ist das bei euch? Habt ihr auch Unterschiede bei euren Kindern festgestellt? Wie seit ihr auf breifrei bzw. BLW aufmerksam geworden? Habt ihr ebenfalls einen Mittelweg gewählt oder euch ganz bewusst für BLW oder zunächst Brei entschieden? Was sind/waren eure Beweggründe?

Wenn sie Brei möchte, zeigt sie es an bzw. zeigt man ihr den Löffel macht sie den Mund auf, wenn sie etwas möchte. Ansonsten bedient sie sich fleissig am Fingerfood welches sie hat und freut sich sehr, mit uns zusammen am Familientisch essen zu können.

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